Auf der Suche nach der „wahren“ Freimaurerei

Herrenhäuser Gärten in Hannover

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Die deutsche Forschungsloge Quatuor Coronati hat ihren Sitz in Bayreuth und ist ein Zusammenschluss von mehr als 1.000 Wissenschaftlern und wissenschaftlich interessierten Freimaurern. Sie versteht sich auch als Schnittstelle zu universitären Forschung und hält Kontakt zu Forschungsgruppen weltweit. Auf ihrer 48. Arbeitstagung in Hannover machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach der „wahren Freimaurerei“.

In der 300-jährigen Geschichte der Freimaurerei hat es immer wieder Reformbestrebungen gegeben, die auch dazu führten, dass sich dem Betrachter kein einheitliches Bild des Bruderbundes bietet, sondern „viele Freimaurereien“ miteinander konkurrieren. Die 48. Arbeitstagung der deutschen Forschungsloge Quatuor Coronati, die vom 16. bis 18. Oktober in Hannover stattfand, beschäftigte sich einerseits mit einzelnen Reformbewegungen in der Geschichte und stellte andererseits die Frage, ob die Freimaurerei in ihrer heutigen Ausprägung Reformbedarf besitzt und ob sie überhaupt reformierbar ist.

Den mehr als 90 Teilnehmern der Tagung boten sich zahlreiche fundierte Vorträge renommierter Forscher, wie dem Kölner Sozialwissenschaftler Prof. Hans-Hermann Höhmann oder dem Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) Prof. Rüdiger Templin.

Vor allem die anschließende gemeinsame Diskussion förderte spannende Sichtweisen zutage. So entwickelte sich eine kontroverse Debatte zur Frage, ob die Nichtanerkennung bestimmter Formen von Freimaurerei durch die regulären Großlogen noch zeitgemäß sei.

Rüdiger Templin merkte an, dass das deutsche Modell der VGLvD, unter deren Dach eine große Bandbreite unterschiedlicher Freimaurereien zusammengefasst ist, weltweit eine Vorbildfunktion besitze und international große Beachtung gefunden habe.

Der Frankfurter Philosoph und Vorsitzende der Forschungsgesellschaft Quatuor Coronati, Prof. Klaus-Jürgen Grün, sprach sich gegen eine so genannte „Kuschelmaurerei“ aus, die sich in Beliebigkeit verliere. Vielmehr müsse man die Unterschiede der einzelnen Formen von Freimaurerei aufgreifen und diese immer wieder auf den Prüfstand stellen. Nur im Wettstreit der Ideen könne sich der notwendige Diskurs entwickeln.

Annegret Mahn von der Frauengroßloge von Deutschland beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der Frage, welche Ressourcen in einer Zusammenarbeit von Männer- und Frauenlogen nutzbar seien. Tenor unter den Teilnehmern war, dass von den Frauenlogen wichtige Impulse und neue Ideen ausgingen, deren hohe Qualität nicht bezweifelt werden könne.

Hans-Hermann Höhmann sagte in seinem Einführungsvortrag, dass sich die Freimaurerei nicht immer nur auf die „alten“ Humanisten und Aufklärer in ihren Reihen berufen dürfe. Sie müsse selbst auch aktuell wieder stärker zu einer Quelle der Aufklärung werden. Wichtige gesellschaftliche Themen sollten von der Freimaurerei vermehrt aufgegriffen und gespiegelt werden.

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