Ausstellung “Freimaurer in der Karikatur” in Nienburg/Weser

Print Friendly, PDF & Email
Ohne Titel, Jiri Silva

Ohne Titel, Jiri Silva

Im Rahmen ihrer 200-Jahr-Feier hatten die Nienburger Freimaurer einmal mehr zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen. Am vergangenen Donnerstag, den 01.Oktober 2015 um 19:00 Uhr wurde mit einer Vernissage im Nienburger Quaet-Faslem-Haus die Ausstellung „Freimaurerei in der Karikatur“ eröffnet.

Der Vorsitzende des Museumsvereins Nienburg, Heinrich Sieling, begrüßte die zahlreichen Gäste ebenso wie der Meister vom Stuhl der Nienburger Freimaurerloge, Dr. med. Wilhelm Cohrs. Letzterer freute sich sehr, dass die Ausstellung in der Leinstraße 4 stattfindet, war doch der Erbauer des Hauses, Emanuel Bruno Quaet-Faslem, selbst überzeugter Freimaurer und Mitglied der Nienburger Freimaurerloge „Georg zum silbernen Einhorn“.

Freimaurer gelten allgemein als besonders verschwiegen, doch ganz ohne öffentliche Beachtung halten es die Logenbrüder offensichtlich auch nicht aus. Das kann man u.a. an der Vielzahl der Webseiten und der zunehmenden Pressearbeit erkennen. Michael Rother, Kurator dieser besonderen Ausstellung und selbst bekennender Freimaurer seit 30 Jahren, sagte in seiner Ansprache: „Freimaurerei ist an sich nicht komisch. Grundsätzlich kann sich aber ein Cartoon über alles im Leben lustig machen.“

Auf Rothers Initiative hin wurden durch den freimaurerischen Künstlerverein PEGASUS 90 bekannte deutsche Karikaturisten angesprochen von denen 54 – darunter auch Freimaurer – ihre Bilder mit Motiven über die sogenannte Königliche Kunst geliefert haben. Das Ergebnis ist einmalig vielfältig, bunt und ungewohnt heiter, erwartet man doch eher dunkle und geheimnisvolle Bildinterpretationen zum Thema Freimaurerei. Mal schlicht, mal knallig bunt, auch kindlich-komisch interpretieren die Künstler auf ihre ganz eigene Art das gestellte Thema.

Auch die Frauen werden in einigen Darstellungen in diesen verschworenen Männerbund einbezogen. Gut so, denn es gibt mittlerweile mehrere Frauenlogen in Deutschland.

Den Betrachter erwarten mit über 70 Exponaten die unterschiedlichsten Motive, die allesamt (fast) selbsterklärend sind. Auch 3 Einmachgläser kommen zum „Einsatz“. „Und sollten Sie sich jetzt fragen,“ so Rother, „lohnt sich das eigentlich? Sind Karikaturen überhaupt Kunst? Dann versichere ich Ihnen: aber klar! Der Unterschied ist ganz einfach: Der bildende Künstler schneidet gelegentlich ein Ohr ab. Der Karikaturist nicht“.

In der Ausstellung präsentieren sich eine ganze Reihe auch sehr bekannter Künstlerinnen und Künstler auf dieser Premiere für Nienburg.

Die Ausstellung ist bis zum 29.11.2015 zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums im Quaet-Faslem-Haus zu sehen.