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Die Funktion wurde schon oft gewünscht, jetzt endlich kann man die Neuigkeiten von der Großlogenseite verlustfrei ausdrucken oder als PDF speichern.

„Die Webseite der Großloge wird immer interessanter und vielseitiger, gerne würde ich den einen oder anderen Beitrag auch ausdrucken“, war ein in den letzten Monaten mehrfach geäußerter Wunsch. Aber bislang half nur der Umweg über die Zwischenablage oder aber ein unschöner Browserausdruck, der nicht einmal vollständig war. Nun steht eine komfortable Funktion zur Verfügung, die gleich drei Möglichkeiten bietet:

Eine Funktion, drei Ausgabemöglichkeiten

Der gesamte Inhalt einschließlich der Bilder kann sauber formatiert, ohne unnötige Seitenbestandteile, ausgedruckt werden, alternativ kann die Ausgabe auch in eine PDF-Datei erfolgen, mit der man beliebig verfahren kann. Und schlussendlich kann man den Beitrag an eine oder mehrere E-Mail-Adressen weitergeben.

Dazu muss man oberhalb eines Artikels nur auf den Link „Drucken“ klicken, damit sich ein neues Fenster mit dem neu formatierten Inhalt öffnet. Ein besonderer Clou ist dabei, dass man jetzt noch nicht benötigte Bild- oder Textbestandteile löschen kann. Überdies kann man Einstellungen vornehmen, beispielsweise die Schrift- oder Bildgröße ändern oder die Bilder ganz ausblenden lassen.

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Freimaurerei in der Tradition von Humanismus und Aufklärung

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann beim Vortrag in Dresden 2017

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann beim Vortrag in Dresden 2017

Anlässlich des Großlogentreffens 2017 in Dresden hielt Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann als Redner der Großloge A.F.u.A.M.v.D. einen Vortrag zum Selbstverständnis und der Praxis der humanitären Freimaurerei in Deutschland.

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann

I.

Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“ – So lautet die Leitfrage der heutigen Veranstaltung. Ich nehme sie auf und versuche, sie inhaltlich zu akzentuieren:

  • Wie kann die Freimaurerei heute – nach 300 Jahren einer wechselhaften, phasenweise dynamisch-expansiven, zuweilen aber auch diffusen und stagnierenden Geschichte – als sozial und kulturell bedeutsame Gemeinschaft, Idee und symbolisch-rituelle Ausdrucksform verstanden und nach innen und außen überzeugend praktiziert werden?
  • Wie kann die Freimaurerei Menschen ansprechen, die humanistische Werte bejahen, mitmenschlich handeln wollen und für ihr Leben Sinn suchen?
  • Um welche Kultur der Geselligkeit, um welche konzeptionellen Grundlagen, um welche soziale, moralische und rituelle Praxis hätte sich eine solche Freimaurerei zu bemühen?

Vermutlich gibt es mehr als eine Antwort auf diese Fragen, und je offener und innovativer die Freimaurer (und inzwischen ja auch die Freimaurerinnen) in den von ihnen geführten Diskursen über Gegenwart und Zukunft ihres Bundes sind, desto eher wird es gelingen, Entwürfe zu erarbeiten, die einerseits bewährten Überlieferungen der freimaurerischen Tradition folgen, andererseits aber auch den Strukturen und Problemen der Gegenwart entsprechen.

Meine Leitvorstellungen für eine gegenwartstaugliche Freimaurerei sind an den Traditionen von Humanismus und Aufklärung orientiert, wie es meine – und unser aller – freimaurerische Heimat, die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, ja auch vermuten lässt.

Freilich scheint mir dabei, dass das innerhalb der Großloge üblich gewordene formelhafte Bekenntnis zu diesen Traditionen in seiner bisherigen Form nicht befriedigen kann. Bloße Deklarationen reichen nicht aus. Es genügt auch nicht, sich primär mit humanistisch-aufklärerischen Überlieferungen zurück liegender Epochen zu beschäftigen, so wichtig diese konzeptionellen Vergangenheiten auch sind: Was Humanismus und Aufklärung heute bedeuten, was ihre Inhalte, was ihre Quellen und Bezüge in der Gegenwart sind und auf welche Weise sie der Freimaurerei im Hier und Jetzt der zur digitalen Gesellschaft werdenden Moderne Profil geben, insbesondere auch der Praxis der Freimaurerei, das – so scheint mir – sollte viel klarer erarbeitet und kommuniziert werden als bisher.

Die freimaurerische Erzählung für die Gegenwart bedarf neuer Inhalte und einer neuen Struktur, und sie hat sich vor allem auf Überzeugungskraft, auf Deutlichkeit, auf Wahrnehmbarkeit in der Gesellschaft, auf Wirksamkeit und Praxis zu konzentrieren, in meiner Sicht auf die Praxis einer humanitären Freimaurerei, die – aufbauend auf den alten Erzählungen von Freiheit, von Selbstbestimmung, von Wert und Würde des Menschen – einen neuen Humanismus und eine selbstkritische, reflexive Aufklärung zur Grundlage hat. Freilich wäre dieser Humanismus ohne die spirituelle Dimension des freimaurerischen Rituals einseitig, flach und sowohl emotional als auch intellektuell verkürzt.

Freundschaft, Ethik und Ritual – so habe ich immer wieder zu begründen versucht – gehören untrennbar zusammen: Freimaurerei ist ein Gesamtkunstwerk, und wenn es etwas gibt, was Wesen, Charme und Alleinstellung der Freimaurerei ausmacht, so ist es dieses „Drei-in-eins“ von Gemeinschaft, ethischer Orientierung und ritueller Spiritualität.

Im Konzept einer Humanistischen Freimaurerei, so wie ich sie verstehe, sind die Logen Wertegemeinschaften und keine Glaubensgemeinschaften. Sie sind auch keine esoterischen Zirkel.

Freimaurer teilen Werte, Werte, die sich auf den Menschen beziehen. Freimaurer müssen übereinstimmen in den Überzeugungen, aus denen heraus sie als Menschen und Brüder handeln. Freimaurer müssen aber nicht im Hinblick auf die Quellen übereinstimmen, aus denen sich diese Werte für jeden Einzelnen von uns begründen, wie zum Beispiel einen religiösen Glauben. Nicht warum ein Mensch moralisch denkt und handelt, ist entscheidend, dass er moralisch denkt und handelt und dass er mit seinen Brüdern eine gemeinsame Basis für dieses Handeln findet – darauf kommt es an.

Wichtig für mich ist, dass Humanistische Freimaurerei heutzutage auch säkular verstanden werden kann, und dass das Recht, ihren Bund auch auf diese Weise zu verstehen, den Freimaurern – von wem auch immer – nicht abgesprochen werden darf. Herauszuarbeiten, was freimaurerische Säkularität bedeutet, was ihre Dimension, aber auch ihre Grenze ist, ist für mich eine der zentralen Gegenwartsaufgaben einer sich humanistisch begründenden Freimaurerei.

II.

Was sind die Bausteine einer Freimaurerei auf der Grundlage von Humanismus und Aufklärung? Für mich findet diese Freimaurerei in einem vierfachen Selbstverständnis ihren Ausdruck, das sich in einer gleichsam viersäuligen Baustruktur niederschlägt, wobei sich diese vier Grundpfeiler gleichrangig miteinander verbinden:

Erstens:

Auf der Basis einer in der Loge eingeübten Kultur der Mitmenschlichkeit ist Freimaurerei Pflege von Freundschaft und Geselligkeit. Die Logen der Freimaurer sind Gemeinschaften, die – so ja schon die „Alten Pflichten“ – „gute und redliche Männer, Männer von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen“, d.h. über alle weltanschaulich-religiösen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg als Freunde verbinden wollen. Die Logen und die Menschen in ihnen wollen sich miteinander und mit anderen Menschen und Menschengruppen vernetzen, denn nur durch eine solche Vernetzung von Mensch zu Mensch können in modernen komplexen Gesellschaften mit ihrer zunehmenden Tendenz zu diffuser Anonymität und Aggressivität – wir können doch wirklich ein Lied davon singen heutzutage – übersichtliche und humane Lebenswelten geschaffen und erhalten werden.

Freundschaftliches Miteinander, Empathie und Takt, soziales Handeln, Karitas, gemeinsames Erleben und Praktizieren von Kultur, Diskurse über ethisch-moralische Fragen.

Die Geselligkeit der Logen ist ebenso traditionsreich wie komplex: freundschaftliches Miteinander, Empathie und Takt, soziales Handeln, Karitas, gemeinsames Erleben und Praktizieren von Kultur, Diskurse über ethisch-moralische Fragen: Durch all das wollten und sollten schon die Bürger und Brüder der Aufklärungszeit Tugend und Bildung einüben und – als Vorbild für die gesamte Menschheit – zu besseren Menschen werden.

Zweitens:

In der Tradition von Humanismus und Aufklärung sind die Logen der Freimaurer ethisch orientierte Assoziationen, in denen gemeinsam laut nachgedacht werden kann, um Wege zu Lebenssinn und Motivation zu moralischem Handeln ausfindig zu machen. Freimaurer stimmen darin überein, dass sie Werten verpflichtet sind, die sie – im Sinne eines Orientierungsrahmens – mit alten humanistisch-aufklärerischen Begrifflichkeiten wie Humanität, Brüderlichkeit, Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Friedensliebe umschreiben.

Freimaurer bemühen sich darum, für diese Werte zeitgemäße Ausdrucksformen zu erarbeiten und auf dieser Grundlage an gesellschaftlichen Diskursen und moralischer Praxis auch außerhalb der Loge teilzunehmen. Die Dimensionen eines solchen, ja auch rituell begründeten Außenauftrags der Freimaurerei bedürfen freilich dringend einer weiteren Klärung.

Drittens:

Die Logen der Freimaurer bieten einen auf Symbole und Rituale gegründeten spirituellen Wahrnehmungs-, Handlungs- und Erfahrungsraum, in dem die Ziele und Ideen des Freimaurerbundes im Bewusstsein und im Habitus der Brüder verankert werden.

Das Ritual ist keineswegs die ganze Freimaurerei, doch es ist das, was Freimaurerei von anderen Bünden mit humanitärer Einstellung unterscheidbar macht. Was ist unser Ritual und was ist es nicht? Was müssen wir vom Ritual im Inneren bekräftigen und nach außen sagen, damit es nicht immer wieder von den Bilderwelten obskurer Mythen gleichsam aufgesogen wird?

Hierzu ein paar Stichworte, die mir am Herzen liegen:

Das Ritual lehrt durch Symbole und rituelle Handlungen und rundet so die soziale und diskursethische Praxis der Loge durch eine die Gesamtperson des Bruders erfassende und verändernde spirituelle Dimension ab. Initiationen, performatives Sprechen und Handeln sowie mimetisches Lernen sind hierbei die wesentlichen Elemente. Das Ritual lässt die Werte des Bundes, die Beziehungen der Brüder, die Chancen für die eigene innere Entwicklung sinnlich und emotional erfahren. Das Ritual öffnet das Bewusstsein des Maurers für ein Wahrnehmen bisher verborgen gebliebener Schichten der Persönlichkeit.
Dadurch vermittelt es nicht nur Denkanstöße, sondern es wird auch zum Medium der Selbsterfahrung und der Selbstentwicklung.

Allerdings: Das Ritual besitzt keinen Offenbarungscharakter, es vermittelt keine Heilslehren, und es hat keine magische Qualität. Schließlich und ganz deutlich: Das Ritual begründet keine Religion, und es sollte auch keine ersatzreligiösen Funktionen übernehmen.

Viertens schließlich:

Durch die Zusammenfassung der drei vorgenannten Elemente Freundschaft, Ethik und Ritual in einem auf einander abgestimmten Gesamtkonzept wird Freimaurerei zu einer Lebenskunst der Praxis. Freimaurerische Lebenskunst zielt darauf hin, zum Gelingen des Lebens beizutragen, nicht zuletzt durch ihre wesentliche Eigenschaft, Beziehungen herzustellen und Umgangsstile zu entwickeln: Stile des Umgangs mit sich selbst wie Selbstrespekt, Selbsterkenntnis und Selbstkritik; Stile des Umgangs mit anderen Menschen wie Mitmenschlichkeit und tolerantes Verstehen ohne Unterwerfung und Symbiose; Stile des Umgangs mit den Dingen der Welt wie Verantwortung übernehmen für Mitmenschen, Gesellschaft und Umwelt; schließlich Stile des Umgangs mit Transzendenz, was im Grunde genommen meint, im Hinblick auf letzte Fragen Frieden zu finden.

Die Logen sind vielmehr in erster Linie ethisch orientierte Freundschaftsbünde.

Insgesamt ist Freimaurerei nach meinem Verständnis somit keineswegs primär Kultgemeinschaft oder gar religiöse Vereinigung, wie dies gelegentlich postuliert wird. Die Logen sind vielmehr in erster Linie ethisch orientierte Freundschaftsbünde, in denen sich humanistische Gesinnung und humanitäre Praxis im Sinne einer auch im Alltag tauglichen Lebenskunst entfalten können.

Allerdings: Trotz aller Abgrenzung gegenüber der Religion war die Entwicklung der Freimaurerei von Anfang an in starkem Maße von religiösen Diskursen bestimmt. Und diese Diskurse müssen im Sinne notwendiger Klärungen und Festlegungen auch weiter geführt und zu einem klärenden Abschluss gebracht werden – und zwar sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext.

III.

Mir stellt sich das Verhältnis zwischen Humanistischer Freimaurerei und Religion – in fünf Thesen gefasst – folgendermaßen dar:

1. Freimaurerei ist eine ethisch orientierte Vereinigung und keine Religion, und sie will auch keinen Ersatz für eine Religion bieten, denn sie vermittelt kein Glaubenssystem und kennt weder sakramentale Heilsmittel, noch Theologie und Dogma.

2. Freimaurer haben keinen gemeinsamen Gottesbegriff. Die symbolische Präsenz eines „Großen Baumeisters aller Welten“ in ihren Ritualen darf nicht mit den verschiedenen Gottesverständnissen der Religionen verwechselt oder gar gleichgesetzt werden.

Freimaurerei ist offen für Menschen aller Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen und auch für Menschen ohne Glaubensvorstellungen im herkömmlichen Sinne.

3. Das Symbol des „Großen Baumeisters“ stellt das umfassende Symbol für den Sinn der freimaurerischen Arbeit dar und ist als solches vom Freimaurer zu respektieren. Denn ethisch orientiertes Handeln setzt die Anerkennung eines sinngebenden Prinzips, eines die Unverbindlichkeiten des Alltags transzendierenden „höheren Seins“ voraus, das – weltanschaulich bestimmt, oder empirisch gefunden – Verantwortung begründet und auf das die Ethik des Freimaurers letztlich rückbezogen ist. In diesem Sinne ist auch die Bibel im Kontext der Freimaurerei kein Buch der Offenbarung, sondern ein moralisches Symbol. Zugleich enthält die Bibel den Kernmythos des Bundes, den Bau des symbolischen Tempels der Humanität. Wenn die Bibel im Verlauf des Rituals aufgeschlagen wird, so sollte sie daher nach meinen Vorstellungen da aufgeschlagen werden, wo von Salomos Tempelbau die Rede ist (1. Könige, 2. Chronik).

4. Freimaurerei ist offen für Menschen aller Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen und auch für Menschen ohne Glaubensvorstellungen im herkömmlichen Sinne.
Ob Gläubige, Agnostiker oder Atheisten: Unabdingbar ist allerdings, dass sie als Freimaurer mit den im Diskurs gefundenen ethischen Überzeugungen und moralischen Prinzipien des Freimaurerbundes übereinstimmen und zu aktiver Wertschätzung seiner symbolisch-rituellen Ausdrucksformen fähig sind.

5. Die freimaurerische Tempelfeier ist kein Gottesdienst, andererseits ist Freimaurerei keine Institution des Kirchenkampfes. Aufgrund einer solchen Festlegung und Abgrenzung kann das Verhältnis zu den großen christlichen Kirchen entspannt und selbstbewusst entwickelt werden, zumal an zwei bedeutsame Gemeinsamkeiten von Freimaurerei und Kirchen zu erinnern ist: die gemeinsamen Wurzeln in der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte sowie die Verpflichtung zum ethischen Handeln, insbesondere zu praktischer Mitmenschlichkeit.

IV.

Unter den Prinzipien, die Humanismus und Aufklärung für die Gegenwart begründen, scheinen mir die folgenden sieben Grundüberzeugungen – in die Form von Postulaten gefasst – für die Freimaurerei unserer Großloge von besonderer Bedeutung:

1. Leben, Wohlergehen, Freiheit und Glück jedes einzelnen heutigen Menschen sind Ziel und Maßstab des individuellen wie des gesellschaftlichen Handelns.

2. Die Anerkennung der Menschenwürde anderer wie der eigenen Würde ist Grundbedingung menschlicher Kultur und Gemeinschaft.

3. Die Verantwortung für die Erhaltung der Welt sowie eine gerechte und nachhaltige Nutzung ihrer Ressourcen ist die Basis jeder moralisch begründeten Politik.

4. Das Getragensein von Empathie, Menschenliebe und natürlicher Solidarität ist unverzichtbare Grundlage einer zu innerem wie zu äußerem Frieden fähigen Welt.

5. Die Förderung der schöpferischen Kräfte des Menschen ist Grundlage dafür, die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und an der Gesellschaft voran zu bringen.

6. Denken und Handeln haben sich am Maßstab der Redlichkeit, Wahrheitssuche und Vernunft zu orientieren.

7. Schließlich: Es ist Fortsetzung von Aufklärung erforderlich, verbunden jedoch mit der Einsicht, dass erst eine reflektierte Vernunft und eine selbstkritische Aufklärung als tragfähige Grundlagen menschlicher Lebensführung und sozialer Gestaltungsprozesse taugen.

Diese sieben Orientierungen bestimmen nun freilich nur den Rahmen für freimaurerisches Denken und Handeln – und zwar sowohl innerhalb der Loge als auch im Öffentlichen Raum. Diesen Rahmen gilt es im Diskurs der Brüder zu füllen, und auch hierzu mag das von Lessing empfohlene „Laut denken mit dem Freunde“ eine vorzügliche Methode sein.

Die Allgemeinheit der vorgeschlagenen freimaurerischen Wertsetzungen darf nicht irritieren, auch nicht die Tatsache, dass die Freimaurerei diese Werte nicht selten mit anderen Gruppen teilt.

Das Spezielle im Freimaurerbund ist die Methode der Umsetzung.

Dabei kommt neben dem menschlichen Miteinander in der Loge vor allem dem brüderlichen Gespräch große Bedeutung zu. Ein solcher Diskurs soll Möglichkeiten schaffen, sich zu informieren, sich zu orientieren, eigene persönliche und freimaurerische Identitäten zu entwickeln und sich gemeinsam aus Vorurteilen heraus zu denken.

Die Ethik der Freimaurerei ist Einübungsethik – gewiss, so hat Br. Klaus Hammacher sie überzeugend begründet. Die Ethik der Freimaurerei ist aber auch Gesprächsethik, und in dieser Eigenschaft ist sie als Mittel des Zusammenhalts unverzichtbar in der auseinanderdriftenden Gesellschaft der Gegenwart. Und wenn Freimaurerei – mit Lessing gesprochen – auch heutzutage „nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges“ sein will, dann ist sie es vor allem in der Qualität des die Menschen berührenden und verbindenden Gesprächs.

Das Spektrum der Bereiche, die wir zu erörtern haben, hat sich dabei beträchtlich erweitert, denn unsere Gesellschaft – so Altbundespräsident Gauck in seiner letzten Ansprache –, „ist sehr viel heterogener geworden – politisch, kulturell, religiös, ethnisch und auch in Hinsicht auf die Anerkennung sexueller Orientierung“.

V.

Wir stehen in der Tradition des Humanismus, aber auch in der Tradition der Aufklärung. Und wollen wir diese „zweite“ Tradition ernst nehmen, so muss zu den notwendigen humanistischen Einstellungen der Freimaurerei auch die Verpflichtung zu einer reflexiv-aufklärer-ischen, skeptisch-kritischen Haltung hinzukommen, in der sich die Kritik von Fakten und Verhältnissen mit Selbstkritik verbindet.

Eine solche Einstellung fällt nicht leicht.

Doch auch hier kann an Traditionen der „alten“ Aufklärung angeknüpft werden, an die Warnung Kants vor Faulheit und Feigheit beim Denken etwa, oder an die vom „Neuaufklärer“ Karl Raimund Popper empfohlene Einsicht, dass zur Lösung vieler Probleme eine Einstellung gehört, die Kritik eigener Positionen mit Kompromissbereitschaft verbindet.

Die Logengruppe kann – wenn es gut geht – die Qualität eines „Publikums“ entwickeln, die Kant folgendermaßen beschrieben hat: „Es ist … für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten, … daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich.“

„Ein Publikum, das sich selbst aufklärt“ – wäre es nicht vorbildlich heutzutage, wenn wir uns als Freimaurer so beschreiben und öffentlich glaubhaft machen könnten?

Für „Publikum“ sagen wir heute gern auch Öffentlichkeit, und die von Kant angeregte Freiheit des öffentlichen Vernunftgebrauchs wäre dann die Freiheit der Kommunikation in einer offenen Gesellschaft; und beides – Vernunft und Freiheit – ist genau das, was alle totalitären Regime und autoritären Machthaber bis in unsere Tage als erstes behindern und zu zerstören versuchen.

Verantwortung dafür, dass dies nicht geschieht, tragen auch die Freimaurer. Einmal haben sie historisch versagt, ein zweites Mal darf dies nicht geschehen.

Mit seiner ethischer Orientierung und seinen auf Aufklärung und Moral gerichteten Diskursen befindet sich der Freimaurer an der Schnittstelle zwischen Freimaurerei und Gesellschaft, und es ist zu vermuten, dass es gerade die Art und Weise ist, wie die Freimaurer heute mit dieser Schnittstelle zwischen Drinnen und Draußen umgehen, von der die Zukunft des Freimaurerbundes abhängt:

Wer öffentlich ernst genommen werden will, muss selbst das Öffentliche ernst nehmen.

Viele Diskurse aus Vergangenheit und Gegenwart, viele programmatische Dokumente und nicht zuletzt auch viele Rituale weisen ja tatsächlich darauf hin, dass der Freimaurer auch außerhalb der Loge ethisch zu handeln und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen hat. Wie heißt es doch am Ende der Arbeit: Geht hinaus in die Welt und bewährt euch als Freimaurer!

Ebenso alt wie die Suche nach einer verantwortlichen Freimaurerei ist nun freilich auch die Suche nach den geeigneten Formen, diese Verantwortung im öffentlichen Raum wahrzunehmen. Ich gehe davon aus, dass eine doppelte Verantwortung existiert: die des einzelnen Freimaurers und die der Freimaurerei als Gruppe. Und wenn gefragt wird, wen die Herausforderungen der Zeit als Handlungsauftrag angehen, sollte die Antwort lauten: beide, aber auf verschiedene Weise.

Einfach im Prinzip, wenn auch mühsam in der Durchführung, ist die Sache für die einzelnen Mitglieder des Bundes. Der einzelne Freimaurer kann und soll sich engagieren, wo und wie es seiner an humanistischen Wertvorstellungen orientierten konkreten sozialen und politischen Philosophie entspricht.

Was bleibt der Freimaurerei als Gruppe, was bleibt etwa einer Loge oder der Großloge?

Es bleibt die gemeinsame Aktion da, wo alle Brüder übereinstimmen, weil die Werte des Freimaurerbundes so gründlich in Frage gestellt werden, dass es keinen „Bund der Ungleichgesinnten“ mehr geben darf – bei Rassismus vor allem, bei völkischem Nationalismus und bei fundamentalistischer Gewalt. Es bleibt das Forum der Loge für das Gespräch der Brüder über die Probleme der Gesellschaft, über politische, moralische und soziale Fragen, über Möglichkeiten und Pflichten in der Welt. Es bleibt die Loge als Forum toleranter Auseinandersetzungen im Leben ihrer Stadt, da wo es um die Lösung örtlicher Probleme geht. Da kann sie Plattform sein für das Benennen menschlicher Missstände und für die Suche nach konstruktiven Ansätzen, diese Missstände zu überwinden. Es bleibt das Gespräch mit der Öffentlichkeit, vor allem mit den Menschen, die zu uns kommen, weil sie die gleiche Wertorientierung haben wie wir selbst, und weil sie sich für die Art und Weise interessieren, wie Freimaurer die Welt sehen und ihren Platz in ihr suchen. Und es bleibt das Gespräch in der Öffentlichkeit, in dem wir uns selbst zu Wort kommen lassen, denn gerade heutzutage gehört auch die Freimaurerei in den Öffentlichen Raum.

Logen können sich als Gruppen engagierter Bürger aber auch selbst manch brennendem sozialen Problem annehmen. Die Zahl der Aufgaben ist Legion. Eine neue und akute ist die Eingliederung der zu uns kommenden und bei uns bleibenden Flüchtlingen und Migranten aus anderen Ländern.

Hier zu helfen, hier Toleranz einzufordern, wäre eine Aufgabe, die den Brüdern das Gefühl gemeinsamer Verantwortung vermittelt und zudem der Öffentlichkeit zeigt, dass Freimaurer nicht nur schöne Lieder und Reden, nicht nur gehaltvolle Diskurse, sondern auch praktische Hilfe anzubieten haben. Doch bei einem muss es bleiben: Freimaurerei ist keine politische Aktionsgruppe. Wer meint, aus einer freimaurerischen Vereinigung eine parteiische Gruppierung machen zu können, riskiert, dass sich die Freimaurerei in konkurrierende Fraktionen auflöst und der Bund schließlich gänzlich zerfällt.

VI.

Zum Schluss: Freimaurerei kann vieles sein und ist auch in der Geschichte des Bundes vieles gewesen: Freimaurer können sich primär für Geselligkeit und Brauchtumspflege, für Königliche Kunst als Spiel entscheiden – dann allerdings dürfen sie nicht gleichzeitig mit klingendem Spiel unter den Bannern von Toleranz, Humanität und Brüderlichkeit paradieren. Freimaurer können den Sinn ihres Bundes vorrangig in der Welt des Rituellen suchen und durch die Hierarchie der Grade klettern – dann allerdings hätten sie sich davor zu hüten, dem Typus der esoterischen Sekte allzu nahe zu kommen. Es steht den Freimaurern auch offen, den häufig zu weiten Mantel ihrer ethischen Ansprüche zu verkleinern – dann freilich droht biedermännische Bedeutungslosigkeit.

Freimaurer können sich aber auch darum bemühen, durch mehr konzeptionelles Profil und eine überzeugende Praxis in diesen weiten Mantel selbst gesetzter Ansprüche hineinzuwachsen – das wäre ein Weg, der den Traditionen von Humanismus und Aufklärung entspräche.

Die Baustellen, auf denen Brüder und Logen zu wirken hätten, lassen sich leicht benennen: Wir selbst als Menschen gehören dazu, die wir uns mit Fleiß und Ausdauer um Erwerb und Entwicklung wahrhaft freimaurerischer Eigenschaften zu bemühen haben; die Loge gehört dazu, damit sie nicht nur in unseren Reden, sondern auch in der Wirklichkeit zur Heimat brüderlicher Gesinnung wird, zum Werkraum für humanitäres Handeln und zur sicheren Stätte für alle, die Wahrheit suchen; unsre freimaurerische Konzeption gehört dazu, damit die Tradition von Humanismus und Aufklärung in ihrer heutigen Bedeutung und Lebenskraft zu erkennen ist und nicht immer wieder von obskuren Mythen überlagert wird; unser Wirken in der Gesellschaft gehört dazu, damit die Bedeutung unseres Bundes nicht nur als kulturelles Erbe geschätzt wird, sondern auch als Gestaltungsfaktor der Gegenwart erkennbar ist, und unser Ritual gehört dazu, damit es in seiner besonderen Eigenschaft als spiritueller Erfahrungsraum auch in einem säkularen Umfeld verstanden werden kann, und nicht mit Religion oder, schlimmer noch, mit obskuren Mythen verwechselt wird.

Auf alle Fälle müssen Freimaurer redlich sein und sagen, was sie sind und was sie wollen.

Veranstaltungen wie diese können dazu beitragen, unseren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie sind aber auch dazu da, Impulse und Kritik von außen aufzunehmen und für eine dynamische Weiterentwicklung des Freimaurerbundes zu nutzen. Die Freimaurerei braucht intellektuelle Auseinandersetzung wie die Luft zum Atmen. In der Tradition von Humanismus und Aufklärung finden wir gute Grundlagen dafür, uns den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

Wir müssen allerdings den Mut zum Konkreten haben, den Mut zu einer neuen freimaurerischen Erzählung und den Mut zu überzeugender humanitärer Praxis. Wir müssen mehr sein wollen als ein Museum unserer selbst! Wir liegen ja nicht neben der Zeit und wir liegen auch nicht hinter der Zeit. Wir stehen in der Zeit. Und wir können darauf vertrauen, dass sie aktuell ist und lebensfähig, unsere gute alte Freimaurerei.

Einerseits gibt es auf der „Angebotsseite“ viele ermutigende Entwicklungen: Viele Brüder lieben ihren Bund, und viele Logen arbeiten gut, ja ausgezeichnet; das Bewusstsein für die Problembereiche der Freimaurerei nimmt innerhalb des Bundes zu; das Bemühen der Großloge um Profil und öffentliche Präsenz ist deutlich wahrnehmbar; wir haben eine Zeitschrift, die zu lesen Freude macht; die Internetpräsenz der Großloge überzeugt durch die Qualität der Darstellung und die Reichhaltigkeit der Information, was auch für viele Homepages der Logen gilt; die Internationale Zusammenarbeit auf Logen- und Großlogenebene intensiviert sich; Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit wird dichter und wirkt sich auf den Feldern Politik, Kultur und Wissenschaft positiv aus; es gibt ein ansteigendes publizistisches Interesse und schließlich wirkt die Freimaurerei der Frauen als positive Flankierung unserer eigenen Arbeit.

Was andererseits die „Nachfrageseite“ betrifft, das Interesse an der Freimaurerei und der Mitgliedschaft in ihr, so zeigen Beobachtungen und Analysen doch immer wieder: Menschen suchen auch, ja gerade heutzutage Freundschaft, Einbindung und Orientierung; Menschen interessieren sich für Werte, Aufklärung und intelligenten Diskurs; Menschen wollen ihre persönlichen Verantwortungen überdenken; Menschen sind aufgeschlossen für symbolische und rituelle Erfahrungen; Menschen wollen teilhaben an besonderen, gruppengeschützten und gruppengestützten Erfahrungsmöglichkeiten für gesellige Kultur und Lebenskunst.

Insgesamt: Es gibt sie doch, die Sehnsucht nach Nachdenklichkeit, nach Kontemplation, nach Langsamkeit, nach einem anderen, weniger hektischen Begriff von Zeit, kurz nach Strukturelementen der Freimaurerei.

Handeln wir auf der Grundlage unserer neu durchdachten Fundamente, machen wir uns klar, dass der raue Stein nicht nur ein treffliches Symbol unserer selbst, sondern auch unseres Bundes ist, bemühen wir uns darum, unser Erbe kreativ zu erwerben, dann dürfen wir hoffen, dass uns auch in Zukunft manches gelingt und dass wir Freude haben können an der Freimaurerei.

Doch gewiss: Oft werden wir auch scheitern. Das war in der Vergangenheit so, und das wird auch in der Zukunft so bleiben. Der raue Stein, den wir immer wieder aufs Neue bewegen müssen, mag auf uns zurückrollen wie der berühmt-berüchtigte Stein des Sysyphos.

Doch selbst dann wäre ja nicht alles verloren, denn es bliebe immerhin die Möglichkeit, Albert Camus’ Rat zu befolgen, und nicht zu verzweifeln, sondern uns Sisyphos – der es wenigstens immer wieder versucht hat – als einen glücklichen Menschen vorzustellen.

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Ausstellung „Mon cher Conte“ in Stadthagen

(cr) Bis zum 9. Juli findet in der Stadthagener Zehntscheune eine Ausstellung mit Werken des Bielefelder Künstlers Cornelius Rinne statt.

Der Pegasus-Künstler Cornelius Rinne (61) geht mit dieser Ausstellung nicht den typischen Weg einer Einzelausstellung, sondern erarbeitet, neben dem Erstellen der Exponate, ein künstlerisches Gesamtkonzept. Die einzelnen Exponate treten in eine Beziehung zueinander und laden so zu einer Reise durch die Entwicklung der organisierten Freimaurerei in Deutschland ein. Hierbei steht nicht die historische Nachbereitung im Mittelpunkt, sondern der gefühlvolle Blick auf die Erlebnisse innerhalb der Freimaurerei und die emotionale Beziehung des aus Stadthagen stammenden Künstlers zu Schaumburg-Lippe.

Rinne sagte zur Ausstellung und seinem Konzept: „Am liebsten hätte ich noch den Geschmack von Steinhuder Aal-Brötchen, Zungenragout und Fleischgrütze in die Ausstellung einfließen lassen.“ Was aber auffällig ist, der Künstler schafft und spielt mit Symbolen, so tauchen in der Ausstellung ausser dem Porträt von Graf Albrecht Wolgang 4 weitere Porträts namhafter Freimaurer aus dem 18. Jahrhundert auf, die alle auch etwas mit Schaumburg-Lippe zu tun haben und die auch untereinander bekannt waren. Diese Porträts stehen so auch als Symbol für eine Lebensart, die sich in den letzten 300 Jahren stark weiterentwickelt hat.

Wie vieldeutig ein Symbol seien kann zeigt das auch gezeigte Vergissmeinnicht. Freimaurerei war in der NSZeit verboten. Somit konnte man sich auch nicht zu erkennen geben vermisste aber den starken Zusammenhalt unter Brüdern. Ausweg war es sich beim Winterhilfswerk, einer Einrichtung der Nazis, ein hölzernes Vergissmeinnicht zu kaufen und dieses am Revers zu tragen. So konnte in der sogenannten dunklen Zeit der Zusammenhalt
erhalten werden. Unterdessen tragen deutsche Freimaurer dieses Zeichen um ihren Zusammenhalt, gerade auch mit den damals verfolgten Freimauren, zu demonstrieren. unterdessen findet das Symbol aber auch eine allgemeine Nutzung als Zeichen für an Alzheimer erkrankte Personen.

Die Aufforderung von Cornelius Rinne für die Ausstellung lautet daher: „Lassen Sie sich auf die Symbole ein, finden Sie Ihre eigene Haltung zu ihnen, gleichen Sie dann diese Haltung mit der anderer Menschen ab. So werden Sie zu Ihrem eigenen Verständnis finden und sind der Einstellung, die als das freimaurerische Geheimnis bezeichnet wird, auf der Spur.“

Spannend ist sicher auch, dass die gezeigten Bilder in unterschiedliche Arbeitsweisen entstanden sind. Neben Acryl-Gemälden werden auch Zeichnungen, Fotografien und digital erzeugte Grafiken ausgestellt.

Rinne ist Vorsitzender der freimaurerischen Künstlergruppe „Pegasus“.

Die Freimaurerei ist in der glücklichen Lage, im Laufe ihrer fast 300-jährigen Geschichte auf eine Vielzahl künstlerisch tätiger Brüder blicken zu können. Mit gewissem Stolz wird jeder Freimaurer darauf verweisen, dass herausragende Männer wie Goethe und Lessing, Mozart und Liszt, Rückert, Alphonse Mucha, George Kenning, und Tucholsky und viele andere mehr einst der Bruderschaft angehörten.

Dabei wird oft übersehen, daß auch heute viele künstlerisch tätige Brüder in der Kette stehen deren Schaffen vom freimaurerischen Geist geprägt ist. Sie wirken in allen Sparten der Kunst, aber auch in benachbarten Sparten wie z.B. Design, Journalismus, Kochkunst…, eben allem was Kunst, Kultur und Kommunikation ausmacht. Es sind Brüder, die durch ihr Tun in der Öffentlichkeit von den Idealen des Bundes künden, Brüder, die in der Lage sind, in der Sprache unserer Zeit zu den Menschen zu sprechen. Im Bereich Künstler können sie einige der in Pegasus organisierten Brüder kennen lernen. Pegasus ist im deutschsprachigen Raum der einzige kulturell arbeitende Verein, der sich allen Sparten von Kunst, Kultur und Kommunikation verschrieben hat und außerdem hierbei schaffende und interessierte Menschen zueinander führt.

Historische Zehntscheune Stadthagen, Eberhard-von-Breitenbach-Platz 1, 31665 Stadthagen. Die Öffnungszeiten sind Freitags von 15:00 – 18:00 Uhr und Samstags und Sonntags von 11:00 – 18:00 Uhr.

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Sponsoren für Bildband über Freimaurer gesucht

Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Mehr als fünf Jahre war die Fotografin Juliane Herrmann in Europa und Teilen der Welt unterwegs, um Logenhäuser und Freimaurer zu fotgrafieren. Jetzt sucht sie nach Sponsoren, damit das Buch im Herbst erscheinen kann.

„Mein Fotobuch gibt einen komplexen Einblick in eine Welt, die noch nie zuvor so umfangreich fotografiert wurde“, schreibt die Fotografin auf der Seite der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“. Ihr Anliegen ist es nach eigenen Angaben, auf die Existenz der Freimaurer und ihre Wertvorstellungen hinzuweisen, Vorurteile auszuräumen. In ihren auf Kickstarter und ihrer Website erschienenen Fotos zeigt sie Innenansichten von sogenannten Freimaurertempeln, einem Teil der Versammlungsräume, sie zeigt zumeist ältere Herren in freimaurerischer Bekleidung, mehr oder minder gediegene Räumlichkeiten, aber auch Motive aus Nebenräumen und den unspektakulären Alltag der Freimaurer bei Aufbauarbeiten oder dem Putzen des Hauses.

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Ob es Juliane Herrmann tatsächlich gelingt, Vorurteile abzubauen, bleibt abzuwarten. Denn natürlich haben es ihr als Fotografin vor allen Dingen die visuell ansprechenden Motive angetan, die beeindruckenden Freimaurertempel, die aber in dieser Form eher die Ausnahme als die Regel sind. Und vielleicht ihrer Vorstellung entsprechend zeigt Frau Herrmann eine Freimaurerei, die gerade dabei ist, diese Bilder abzulegen: zumindest in Deutschland wird Freimaurerei sichtbar jünger, dynamischer und zunehmend nach außen als nach innen gekehrt. Ebenso muss ein Versuch misslingen, die Freimaurerei darzustellen, denn die Freimaurerei gibt sie nicht. Aber eben diese Frage versucht sie in Ihrem Buch zu beantworten: die Frage nach kulturellen Unterschieden, dem Typisches der besuchten Länder.

Aber vielleicht ist es die Mischung und der, wie sie anmerkt, gelegentlich humorvolle Umgang mit der Freimaurerei, der dem Buch einen besonderen Reiz geben könnte. Es kommt darauf an, wie das Bildmaterial kombiniert und mit welchen erläuternden Texten es ergänzt wird. Ob es ein gelungenes Buch wird, kann man erst beurteilen, wenn es vorliegt. Einen Versuch jedenfalls ist es sicher wert. Und damit dieser Versuch gelingt, hat die Fotografin diese Kampagne gestartet, um für eine Veröffentlichung benötigte 15.000 € zu sammeln. Zum Zeitpunkt dieses Artikels waren knapp 8.000 € zugesagt, und noch sind 14 Tage Zeit. Wir sind gespannt.

Was ist „Crowdfunding“?

Der Begriff ist recht jung und bezeichnet den Versuch, ein Projekt durch eine Gruppe unterschiedlichster Menschen zu finanzieren. Dafür wurden im Internet verschiedene Plattformen  – wie in diesem Falle die Seite „Kickstarter“ – gegründet, in denen Menschen ihr Projekt vorstellen, den Finanzbedarf erläutern und die Gegenleistung, die der „Investor“ bekommt. Beim vorgestellten Crowdfunding kann man bereits ab 8 € teilnehmen und bekommt eine Postkarte, für 40 € erhält man nach Erscheinen ein signiertes Buch. In verschiedenen Schritten bis zu 2.000 € erhält man unterschiedliche, fest umrissene Gegenleistungen. Im Grunde ist es in diesem Fall ähnlich der Subskription im Buchhandel.

Das Buch soll im Format 16,8 x 24 cm erscheinen, über 300 Seiten haben und 160 Farbfotografien enthalten. Die Sprache ist Englisch mit einem Einleger in deutscher Sprache. Der Preis soll 40 € betragen. Auf der Crowdfunding-Seite finden Sie eine Auswahl von Bildern und ausführliche Erläuterungen, weiter unten in deutscher Übersetzung.

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Helfen mit Spaß und Freundschaft

Die typische Kopfbedeckung der Shriner: der Fez Foto: fotolia / ilumus photography

Die typische Kopfbedeckung der Shriner: der Fez Foto: fotolia / ilumus photography

Die „Shriners“ sind eine weltweit tätige Vereinigung von Freimaurern, die in Deutschland noch neu und relativ unbekannt ist. In Dresden durfte die Organisation sich anlässlich des Großlogentreffens vorstellen. Wir veröffentlichen an dieser Stelle den leicht gekürzten Beitrag.

Von Charsten Wienbreyer

„Unsere masonische Familie ist groß und unsere Betätigungsfelder außerhalb des Tempels sind sehr breit gefächert. In nur wenigen Fällen aber gibt es überregionale Organisationen, die von Freimaurern gegründet werden mit dem Ziel, Kräfte zu bündeln und auf einen ganz konkreten Zweck auszurichten. Hier in Deutschland kennen wir neben anderen vor allem das Freimaurerische Hilfswerk, den Förderverein des Freimaurermuseums oder auch den Förderverein für das Freimaurer-Wiki.Schon der Lehrling hört bei seiner Initiation den verpflichtenden Satz, sich um die Not und das Elend um ihn herum zu kümmern.

Genau diese Verpflichtung haben sich Freimaurer im Jahre 1872 zum Credo gemacht und eine Organisation aus der Taufe gehoben, die in ihrer Struktur, Ausrichtung und ihrer Wirkung einmalig ist. Eine weltweit existierende und agierende Vereinigung von Gleichgesinnten, die sich auf die Hilfe für Kinder konzentriert. Ein verpflichtender Zusammenschluss von ca. 300.000 Freimaurern weltweit, denen heute 22 Kinderkrankenhäuser gehören und die seit fast 100 Jahren Kindern eine kostenlose medizinische Behandlung gewähren. Immerhin fast 1.5 Millionen Kinder sind seit der Eröffnung des ersten Kinderkrankenhauses in unseren Einrichtungen behandelt worden.

Als vor fast 150 Jahren aus dem Willen Einzelner eine sehr konkrete Tat wurde, war das Ausmaß dessen, was heute durch Freimaurer betrieben und bedürftigen Kindern zur Verfügung gestellt wird, nicht abzusehen. Aus dem Wunsch, einem Kind ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist ein Netzwerk hochspezialisierter medizinischer Spezialbehandlungen geworden. Die Freimaurer, die sich bei den Shriners engagieren, verwalten heute Einrichtungen von höchster medizinischer Reputation, sowohl in der Forschung, als auch in der Ausbildung von medizinischem Personal. Gestattet mir, hier zwei Beispiele zu nennen.

Seit 30 Jahren stellt die Zypriotische Regierung den Shriners einmal im Jahr Räume und Geräte in einem staatlichen Kinderkrankenhaus zur Verfügung, um dort Ärzten und Schwestern aus dem Krankenhaus in Springfield die Möglichkeit zu geben, innerhalb weniger Tage hunderte von Kindern mit angeborenen orthopädischen Fehlbildungen oder erlittenen Schädigungen zu untersuchen und die notwendige medizinische Behandlung einzuleiten, wenn nötig, kostenlos in einem der „Shriners Hospitals for Children“.

Ein zweites Beispiel ist die Vernetzung zwischen den Shriner Kinderkliniken und verschiedenen anderen Spezialkliniken u.a. mit der auf Brandwunden und plastische Chirurgie ausgerichteten BG Unfallklinik in Ludwigshafen. So wird mit Telemedizin- und Videokonferenzmöglichkeiten daran gearbeitet, voruntersuchende oder nachsorgende Behandlungen mit dem medizinischen Fachpersonal in den Shriners Kliniken zu besprechen und festzulegen.

Dem Freimaurer, der sich entschließt, an dieser Arbeit teilzuhaben, dem erschließt sich eine Sichtweise auf den „wohltuenden Einfluss der Freimaurerei“, die in dieser Form einmalig ist. Die in Heidelberg beheimatete europäische Organisation betreut derzeit Kinder aus Deutschland, Holland, der Türkei, Jordanien, Palästina, Zypern, Rumänien, der Schweiz, Syrien und Polen, die kostenlos in unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt werden.

Bei all dem Fokus auf die extrem teure, aber für die Kinder kostenlose medizinische Hilfe, ist den Shriners eines sehr wichtig, das Engagement muss immer die Freude und den Spaß zum Ausdruck bringen und darauf gründen, den es macht, einem Kind zu helfen. Deshalb kostümieren sich die Shriner gewordenen Freimaurer, deshalb verwandeln sie sich selbst in Märchenfiguren aus 1001 Nacht, deshalb machen sie nichts im stillen Kämmerlein, sondern immer „mit Kind und Kegel“, deshalb reiten sie auf Kamelen und machen diese manchmal nach, deshalb versetzen sie sich in die Lage eines Bettlers, um wie Kinder um Hilfe zu bitten, die sich nicht anders zu helfen wissen.

Ich bin seit über 20 Jahren Freimaurer und ich bin Shriner, seit dem ich den Meistergrad erhoben wurde. Es erfüllt mich mit Stolz, dass die Shriners auch in Deutschland angekommen sind. Ihr findet sie in Hamburg entlang der Waterkant, in Düsseldorf entlang des Rheins, in Ostwestfalen, in Berlin, Leipzig, in Bayern, im Rhein-Main-Gebiet, im Rhein-Neckar-Dreieck, Stuttgart oder am Bodensee. Wo es heute noch keinen Club gibt, da wird es demnächst einen geben. Vielleicht auch, weil Ihr mich heute gehört habt und feststellen werdet, es gibt viele gute Gründe, ein Shriner zu werden und keinen, es nicht zu sein.

Ich möchte schließen mit drei nüchternen Informationen, die helfen sollen, die Shriner besser zu verstehen.

Zum einen: Es gibt, außer der Aufnahme, keine rituellen Arbeiten und keine einführenden und/oder weiterführenden Grade. Die Shriner sind keine Obödienz, keine Lehrart, kein Hochgradsystem, sie sind keine freimaurerische Organisation. Man muss Freimaurermeister in einer regulären Freimaurerloge sein, um aufgenommen zu werden. Das ist den Shriners sehr wichtig, es ist ein Muss.“

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Erwiderung von Uwe Tellkamp zum Kulturpreis

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Ein Plädoyer für eine freie Rede ohne Vorurteile und Scheuklappen: Uwe Tellkamps Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland in Dresden am 25. Mai 2017.

„Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen!

Ich habe bewusst kein Manuskript vorbereitet, um etwas zu ermöglichen, was mir hoffentlich gelingen wird, nämlich eine Konfrontation mit dem rauen Stein. Ich habe überlegt, worüber ich sprechen soll und möchte etwas zu Dresden sagen, die Stadt in Schutz nehmen vor aktuellen Angriffen, die über sie im Umlauf sind.

Ich danke Herrn Kaube für seine tiefgründige Laudatio, ich bin sehr dankbar und überrascht: Endlich gelingt einmal eine Würdigung, die nicht darauf hinausläuft, ob es sich so abgespielt hat oder nicht, wie ich es in meinen Büchern beschrieben habe, ob der Mann Recht hat oder nicht, ob er uns passt oder nicht, ob die Frisur passt oder nicht, ob wir das mit unseren Überlegungen vereinbaren können. Es ist vielmehr eine Laudatio, die genuin mit literarischen Mitteln gearbeitet hat, die sich damit auseinandersetzt, was sprachlich möglich ist, was einen Autor wirklich interessiert, was darstellbar ist, was den Autor unterhalb der stofflichen Ebene interessiert. Ich möchte auch dem Pianisten, Ingo Dannhoff, für seine virtuose Begleitung danken. Und Ihnen natürlich, dass sie mir diese Ehre zuteilwerden lassen, im 300. Jahr des Bestehens der modernen Freimaurerei.

Mich interessieren Geschichten, sprich Handlungsverläufe, Seinszusammenhänge, beispielsweise die Geschichte eines Menschen, der sich vor ca. 25 Jahren engagiert hat in der Bürgerbewegung der DDR und der meinte, jetzt breche er zu neuen Ufern auf, jetzt dämmere die Sonne einer Freiheit im Kopf. Mit diesem Glauben und mit diesem Idealismus – ein Stichwort, das Ihnen vertraut ist – hat dieser Mann sein Bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ein unfassbar überwältigendes System scheinbar zusammengebrochen ist. Die Arbeit, der Mut, die es braucht, sich als Einzelner, als Familienvater gegen diese Staatsmacht zu stellen, kann man nicht hoch genug einschätzen. Nun sehe ich diese Geschichte jedoch im Zusammenhang: Ich sehe sie bis heute, ich sehe denselben Mann, dieselbe Frau mit ihrem Engagement irgendwo in der zweiten Reihe, in der Politik versandet, die Ideale gebrochen, das Programm heißt Desillusionierung, und die Freiheit ist nicht die, von der man träumte, sondern man erwachte in Nordrhein-Westfalen, um ein vielzitiertes Wort zu wiederholen.

Es sind diese einzelnen Geschichten, beispielsweise auch die eines Richters oder eines Rechtsanwaltes, der angetreten ist, irgendwann einmal etwas für Gerechtigkeit zu tun. Auch wenn man gleich einwendet: Recht und Gerechtigkeit sind zweierlei, Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Dieser Rechtsanwalt und dieser Richter muss sich dann mit den Maßgaben seines Chefs, seines Justizministers auseinandersetzen, der es tatsächlich fertigbringt, ureigene Aufgaben des Staates, des Rechtswesens, der Judikative auszuhebeln. Das kann man dann sacken lassen und aus der Ferne betrachten.

Mich interessiert die Geschichte eines Menschen, der sich für Worte interessiert. Mich interessieren Geschichten von Menschen, die in einer der vier Gewalten stehen. Die vierte Gewalt sind die Medien, wobei man von den Medien gar nicht sprechen kann, sondern von einigen. Man muss auch wissen, dass es in jedem Betrieb und in jeder Konglomeration Geister gibt, die dagegen stimmen, aber kaum erkennbar sind, weil sie sonst Probleme bekommen. Aber diese vierte Gewalt macht sich heute auf und meint, Politik mitbestimmen zu müssen. Da ist ein gewisser Ehrgeiz dabei. Es werden Dinge verschwiegen, aber sie werden gar nicht verschwiegen, das bildet man sich nur ein. Es werden Helligkeits- und Dunkelheitskategorien vergeben. Wobei die Dunkelheit interessanterweise im Osten verortet wird. Und es werden Verbiegungen, Mechanismen, Talkshows mit Ein- und Ausladungspolitiken betrieben, die mich erschüttern und die diese Figur erschüttern, über die ich schreibe, weil sie sie an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Und diese Figur fragt sich, ob man mittlerweile in einer DDR 2.0 lebt – und wenn ja, warum. Und wie das Internet, als ein Medium der Freiheit, zu einem Medium des Hasses geworden ist. Aber der Hass, der darin vorkommt, wird unterschiedlich definiert. Wer bestimmt darüber, wer verfolgt das? Eine Mitarbeiterin der Staatssicherheit zum Beispiel, in einer Stiftung, deren Name ich nicht nennen muss.

Diese Dinge treiben mich um als Autor, als politischer Mensch, der ich auch bin. Als einer, der am rauen Stein seines Selbst arbeitet.

Der Schriftsteller Heimito von Doderer, den ich sehr schätze, hat alle seine Werke in den Skat gedrückt mit der sinngemäßen Aussage: „Mein wichtigstes Werk war ich selbst, meine eigene Dummheit loszuwerden.“

Und mich fasziniert, wie diese Dinge zustande kommen, wie der raue Stein zu einem glatten wird. Was aus unseren Gemeinden, aus unserer Politik, aus unserem Land, aus unseren Bürgern wird.

Über diese Dinge müssen wir diskutieren, auch frei. Freie Diskussion, das ist auch ein Stichwort, das mich mit ihnen verbindet: vorurteilsfreie, angstfreie, scheuklappenlose Diskussion. Man findet diese kaum. Vieles wird verschwiegen, beiseite gedrückt, überredet, überschrieben, wie das Überschreiben einer Diskette. Es kommen vertraute Mechanismen zurück: Beeinflussung, Umdefinierung: „Du bist kein Widerständler, sondern wir müssen dir helfen.“ Das war übrigens der wichtigste Satz der Staatssicherheit. Das treibt mich um.

Einer sucht vielleicht den Anderen, einer ist vielleicht der Andre. Und ich hoffe, dass es uns gelingen kann, abseits von Vorurteilen und persönlichen Prägungen, die natürlich auch immer Vorurteile sind und die zu Scheuklappen führen, dass es uns gelingen kann, diese grundlegenden Dinge zu erhalten: Toleranz, Freiheit, das Kant’sche „sapere aude“, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Dass es uns gelingt, die Dinge so hinzubekommen, dass wir in einem gedeihlichen Miteinander leben. Alle anderen Fragen sind danach zu klären, denn das sind die Grundlagen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für den Mut, den Autor Tellkamp mit ihrem Preis auszuzeichnen. Ich bin nicht überall gelitten, ich bin kein bequemer Zeitgenosse, mir selbst gegenüber und meinen Nächsten oft genug nicht. Ich bedanke mich dafür, dass sie die Freundlichkeit besessen haben, so freundlich zu mir zu sein.“

(Transkript von Bastian Salier)

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Hans-Hermann Höhmann: Freimaurerei in Deutschland

Hans-Hermann Höhmann: Freimaurerei in Deutschland

Unter dem Titel „Freimaurerei in Deutschland, Aspekte der Vergangenheit – Aufgaben für die Zukunft“ ist ein weiteres Buch von Hans-Hermann Höhmann im Salier-Verlag erschienen.

(bs) Mit einer Studie zur historischen Entwicklung der Freimaurerei in Deutschland und zu den Aufgaben, die sich dem Bund in der Zukunft stellen, setzt Hans-Hermann Höhmann seine Publikationen über den „Bruderbund der Menschlichkeit“ fort. Kernanliegen seiner Analyse im Jubiläumsjahr der Weltfreimaurerei 2017 ist es herauszuarbeiten, wie sehr Herkunft und Zukunft zusammengehören: Einerseite beeinflusst die vergangenheit auf nachhaltige Weise die Freimaurerei der Gegenwart, andererseits lassen sich die zukünftigen Aufgaben des Freimaurerbundes nur bestimmen, wenn bekannt ist, auf welche herkunft sich die angestrebte Weiterentwicklung bezieht. Dem Autor ist für die Zukunft der Freimaurerei vor allem an einer Orientierung des Bundes an den Traditionen von Humanismus und Aufklärung gelegen. Ihm gelingt es, diese Traditionen in der vergangenheit der deutschen Freimaurerei aufzuspüren und zu zeigen, mit welchen anderen, davon abweichenden Traditionslinien es die Freimaurerei in Deutschland zu tun hatte. Daraus entwickelt er schließlich ein klares Konzept für eine „Humanistische Freimaurerei“. Neben den Prinzipien der Freimaurerei werden vom Autor auch die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Gegenwart behandelt, mit denen sich der Bruderbund auf absehbare Zeit auseinanderzusetzen hat.

Hans-Hermann Höhmann: „Freimaurerei in Deutschland, Aspekte der Vergangenheit – Aufgaben für die Zukunft“. Taschenbuch 12 x 19 cm, 180 Seiten, erschienen im Salier-Verlag zum Preis von 12,00 Euro, ISBN 978-3-943539-81-3

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