Sponsoren für Bildband über Freimaurer gesucht

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Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Mehr als fünf Jahre war die Fotografin Juliane Herrmann in Europa und Teilen der Welt unterwegs, um Logenhäuser und Freimaurer zu fotgrafieren. Jetzt sucht sie nach Sponsoren, damit das Buch im Herbst erscheinen kann.

“Mein Fotobuch gibt einen komplexen Einblick in eine Welt, die noch nie zuvor so umfangreich fotografiert wurde”, schreibt die Fotografin auf der Seite der Crowdfunding-Plattform “Kickstarter”. Ihr Anliegen ist es nach eigenen Angaben, auf die Existenz der Freimaurer und ihre Wertvorstellungen hinzuweisen, Vorurteile auszuräumen. In ihren auf Kickstarter und ihrer Website erschienenen Fotos zeigt sie Innenansichten von sogenannten Freimaurertempeln, einem Teil der Versammlungsräume, sie zeigt zumeist ältere Herren in freimaurerischer Bekleidung, mehr oder minder gediegene Räumlichkeiten, aber auch Motive aus Nebenräumen und den unspektakulären Alltag der Freimaurer bei Aufbauarbeiten oder dem Putzen des Hauses.

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Ob es Juliane Herrmann tatsächlich gelingt, Vorurteile abzubauen, bleibt abzuwarten. Denn natürlich haben es ihr als Fotografin vor allen Dingen die visuell ansprechenden Motive angetan, die beeindruckenden Freimaurertempel, die aber in dieser Form eher die Ausnahme als die Regel sind. Und vielleicht ihrer Vorstellung entsprechend zeigt Frau Herrmann eine Freimaurerei, die gerade dabei ist, diese Bilder abzulegen: zumindest in Deutschland wird Freimaurerei sichtbar jünger, dynamischer und zunehmend nach außen als nach innen gekehrt. Ebenso muss ein Versuch misslingen, die Freimaurerei darzustellen, denn die Freimaurerei gibt sie nicht. Aber eben diese Frage versucht sie in Ihrem Buch zu beantworten: die Frage nach kulturellen Unterschieden, dem Typisches der besuchten Länder.

Aber vielleicht ist es die Mischung und der, wie sie anmerkt, gelegentlich humorvolle Umgang mit der Freimaurerei, der dem Buch einen besonderen Reiz geben könnte. Es kommt darauf an, wie das Bildmaterial kombiniert und mit welchen erläuternden Texten es ergänzt wird. Ob es ein gelungenes Buch wird, kann man erst beurteilen, wenn es vorliegt. Einen Versuch jedenfalls ist es sicher wert. Und damit dieser Versuch gelingt, hat die Fotografin diese Kampagne gestartet, um für eine Veröffentlichung benötigte 15.000 € zu sammeln. Zum Zeitpunkt dieses Artikels waren knapp 8.000 € zugesagt, und noch sind 14 Tage Zeit. Wir sind gespannt.

Was ist “Crowdfunding”?

Der Begriff ist recht jung und bezeichnet den Versuch, ein Projekt durch eine Gruppe unterschiedlichster Menschen zu finanzieren. Dafür wurden im Internet verschiedene Plattformen  – wie in diesem Falle die Seite “Kickstarter” – gegründet, in denen Menschen ihr Projekt vorstellen, den Finanzbedarf erläutern und die Gegenleistung, die der “Investor” bekommt. Beim vorgestellten Crowdfunding kann man bereits ab 8 € teilnehmen und bekommt eine Postkarte, für 40 € erhält man nach Erscheinen ein signiertes Buch. In verschiedenen Schritten bis zu 2.000 € erhält man unterschiedliche, fest umrissene Gegenleistungen. Im Grunde ist es in diesem Fall ähnlich der Subskription im Buchhandel.

Das Buch soll im Format 16,8 x 24 cm erscheinen, über 300 Seiten haben und 160 Farbfotografien enthalten. Die Sprache ist Englisch mit einem Einleger in deutscher Sprache. Der Preis soll 40 € betragen. Auf der Crowdfunding-Seite finden Sie eine Auswahl von Bildern und ausführliche Erläuterungen, weiter unten in deutscher Übersetzung.