Erwiderung von Uwe Tellkamp zum Kulturpreis

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Ein Plädoyer für eine freie Rede ohne Vorurteile und Scheuklappen: Uwe Tellkamps Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland in Dresden am 25. Mai 2017.

“Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen!

Ich habe bewusst kein Manuskript vorbereitet, um etwas zu ermöglichen, was mir hoffentlich gelingen wird, nämlich eine Konfrontation mit dem rauen Stein. Ich habe überlegt, worüber ich sprechen soll und möchte etwas zu Dresden sagen, die Stadt in Schutz nehmen vor aktuellen Angriffen, die über sie im Umlauf sind.

Ich danke Herrn Kaube für seine tiefgründige Laudatio, ich bin sehr dankbar und überrascht: Endlich gelingt einmal eine Würdigung, die nicht darauf hinausläuft, ob es sich so abgespielt hat oder nicht, wie ich es in meinen Büchern beschrieben habe, ob der Mann Recht hat oder nicht, ob er uns passt oder nicht, ob die Frisur passt oder nicht, ob wir das mit unseren Überlegungen vereinbaren können. Es ist vielmehr eine Laudatio, die genuin mit literarischen Mitteln gearbeitet hat, die sich damit auseinandersetzt, was sprachlich möglich ist, was einen Autor wirklich interessiert, was darstellbar ist, was den Autor unterhalb der stofflichen Ebene interessiert. Ich möchte auch dem Pianisten, Ingo Dannhoff, für seine virtuose Begleitung danken. Und Ihnen natürlich, dass sie mir diese Ehre zuteilwerden lassen, im 300. Jahr des Bestehens der modernen Freimaurerei.

Mich interessieren Geschichten, sprich Handlungsverläufe, Seinszusammenhänge, beispielsweise die Geschichte eines Menschen, der sich vor ca. 25 Jahren engagiert hat in der Bürgerbewegung der DDR und der meinte, jetzt breche er zu neuen Ufern auf, jetzt dämmere die Sonne einer Freiheit im Kopf. Mit diesem Glauben und mit diesem Idealismus – ein Stichwort, das Ihnen vertraut ist – hat dieser Mann sein Bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ein unfassbar überwältigendes System scheinbar zusammengebrochen ist. Die Arbeit, der Mut, die es braucht, sich als Einzelner, als Familienvater gegen diese Staatsmacht zu stellen, kann man nicht hoch genug einschätzen. Nun sehe ich diese Geschichte jedoch im Zusammenhang: Ich sehe sie bis heute, ich sehe denselben Mann, dieselbe Frau mit ihrem Engagement irgendwo in der zweiten Reihe, in der Politik versandet, die Ideale gebrochen, das Programm heißt Desillusionierung, und die Freiheit ist nicht die, von der man träumte, sondern man erwachte in Nordrhein-Westfalen, um ein vielzitiertes Wort zu wiederholen.

Es sind diese einzelnen Geschichten, beispielsweise auch die eines Richters oder eines Rechtsanwaltes, der angetreten ist, irgendwann einmal etwas für Gerechtigkeit zu tun. Auch wenn man gleich einwendet: Recht und Gerechtigkeit sind zweierlei, Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Dieser Rechtsanwalt und dieser Richter muss sich dann mit den Maßgaben seines Chefs, seines Justizministers auseinandersetzen, der es tatsächlich fertigbringt, ureigene Aufgaben des Staates, des Rechtswesens, der Judikative auszuhebeln. Das kann man dann sacken lassen und aus der Ferne betrachten.

Mich interessiert die Geschichte eines Menschen, der sich für Worte interessiert. Mich interessieren Geschichten von Menschen, die in einer der vier Gewalten stehen. Die vierte Gewalt sind die Medien, wobei man von den Medien gar nicht sprechen kann, sondern von einigen. Man muss auch wissen, dass es in jedem Betrieb und in jeder Konglomeration Geister gibt, die dagegen stimmen, aber kaum erkennbar sind, weil sie sonst Probleme bekommen. Aber diese vierte Gewalt macht sich heute auf und meint, Politik mitbestimmen zu müssen. Da ist ein gewisser Ehrgeiz dabei. Es werden Dinge verschwiegen, aber sie werden gar nicht verschwiegen, das bildet man sich nur ein. Es werden Helligkeits- und Dunkelheitskategorien vergeben. Wobei die Dunkelheit interessanterweise im Osten verortet wird. Und es werden Verbiegungen, Mechanismen, Talkshows mit Ein- und Ausladungspolitiken betrieben, die mich erschüttern und die diese Figur erschüttern, über die ich schreibe, weil sie sie an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Und diese Figur fragt sich, ob man mittlerweile in einer DDR 2.0 lebt – und wenn ja, warum. Und wie das Internet, als ein Medium der Freiheit, zu einem Medium des Hasses geworden ist. Aber der Hass, der darin vorkommt, wird unterschiedlich definiert. Wer bestimmt darüber, wer verfolgt das? Eine Mitarbeiterin der Staatssicherheit zum Beispiel, in einer Stiftung, deren Name ich nicht nennen muss.

Diese Dinge treiben mich um als Autor, als politischer Mensch, der ich auch bin. Als einer, der am rauen Stein seines Selbst arbeitet.

Der Schriftsteller Heimito von Doderer, den ich sehr schätze, hat alle seine Werke in den Skat gedrückt mit der sinngemäßen Aussage: „Mein wichtigstes Werk war ich selbst, meine eigene Dummheit loszuwerden.“

Und mich fasziniert, wie diese Dinge zustande kommen, wie der raue Stein zu einem glatten wird. Was aus unseren Gemeinden, aus unserer Politik, aus unserem Land, aus unseren Bürgern wird.

Über diese Dinge müssen wir diskutieren, auch frei. Freie Diskussion, das ist auch ein Stichwort, das mich mit ihnen verbindet: vorurteilsfreie, angstfreie, scheuklappenlose Diskussion. Man findet diese kaum. Vieles wird verschwiegen, beiseite gedrückt, überredet, überschrieben, wie das Überschreiben einer Diskette. Es kommen vertraute Mechanismen zurück: Beeinflussung, Umdefinierung: „Du bist kein Widerständler, sondern wir müssen dir helfen.“ Das war übrigens der wichtigste Satz der Staatssicherheit. Das treibt mich um.

Einer sucht vielleicht den Anderen, einer ist vielleicht der Andre. Und ich hoffe, dass es uns gelingen kann, abseits von Vorurteilen und persönlichen Prägungen, die natürlich auch immer Vorurteile sind und die zu Scheuklappen führen, dass es uns gelingen kann, diese grundlegenden Dinge zu erhalten: Toleranz, Freiheit, das Kant’sche „sapere aude“, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Dass es uns gelingt, die Dinge so hinzubekommen, dass wir in einem gedeihlichen Miteinander leben. Alle anderen Fragen sind danach zu klären, denn das sind die Grundlagen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für den Mut, den Autor Tellkamp mit ihrem Preis auszuzeichnen. Ich bin nicht überall gelitten, ich bin kein bequemer Zeitgenosse, mir selbst gegenüber und meinen Nächsten oft genug nicht. Ich bedanke mich dafür, dass sie die Freundlichkeit besessen haben, so freundlich zu mir zu sein.”

(Transkript von Bastian Salier)

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Neujahrsempfang der Düsseldorfer Logen

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

Die neun Düsseldorfer Logen hatten sich vor zwei Jahren entschieden, das Jubiläumsjahr 2017 der modernen Freimaurerei, gemeinsam und lehrartübergreifend gebührend zu feiern. Am 8. Januar 2017 fand die erste öffentliche Veranstaltung mit dem Neujahrsempfang in der Düsseldorfer Tonhalle statt. Zu diesem Anlass wurden alle Logen-Mitglieder im Rheinland sowie die Großmeister innerhalb der Vereinigten Großlogen von Deutschland und der Frauen-Großloge von Deutschland eingeladen.

Um 11.00 Uhr kamen trotz Eiseskälte und Glatteis knapp 270 Freimaurer/Innen und Gäste zusammen. Nach einem Sektempfang moderierten Sr. Barbara Rüth, Stuhlmeisterin der Freimaurerinnenloge Constantia und Br. Michael Meckel, Stuhlmeister der Loge Rose und Akazie die Veranstaltung mit viel Charme und Wärme. Die Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf wurden von Bürgermeister Günter Karen-Jungen und vom Düsseldorfer Kulturdezernenten Herrn Hans-Georg Lohe überbracht. Letzterer hat besonders die Verknüpfung von Kultur, Musik und Freimaurerei unterstrichen.

Bei der anschließenden Ansprache von Br. Eduardo Flores Bermudez als Vertreter des Großmeisters der VGLvD stellte er die Bedeutung und Tragweite der VGLvD im In- und Ausland anhand von einigen Beispielen dar. Besonders hervorzuheben ist “das neue Gesicht der modernen Freimaurer in Deutschland”. Er unterstrich auch sehr energisch, dass die Freimaurer, die sich durch Bescheidenheit und Brüderlichkeit auszeichnen, aber ebenso eine wichtige Leadership-Rolle in unserer Gesellschaft führen.

Sr. Antje Hansen, Großmeisterin der Frauen-Großloge von Deutschland, rief dazu auf, sich persönlich unbedingt und immer einzumischen, wenn pauschalisiert werde, Fakten verdreht oder schlicht Behauptungen aufgestellt würden. “Wir sollten nicht der Versuchung erliegen, uns im Gestern bequem einzurichten oder Freimaurerei als etwas zu betrachten, das man nur für sich selbst tue”, Freimaurer seien schließlich aufgerufen, sich heute in der Welt zu bewähren. Dazu gehöre auch eine zeitgemäße Darstellung und Verkörperung und immer wieder der engagierte Diskurs.

v.L.n.R. Michael Meckel,  Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

v.L.n.R. Michael Meckel, Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

Der zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer, Br. Arnim Schneider, brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass die moderne Freimaurerei sehr wohl politisch, wenn auch nicht parteipolitisch, ist. Um den Zielen der Freimaurerei gerecht zu werden ist eine engagierte Einmischung und Tatkraft unablässig. Er setzt sich für die Zusammenarbeit und den regen Austausch aller Logen, wie sich das hier in Düsseldorf sehr positiv entwickelt hat, ein.

Br. Günter Scholz überbrachte die Grüße und Wünsche der Großen Landesloge der Freimaurer. Er beglückwünschte die Düsseldorfer Logen, dass sie unabhängig der Lehrarten, durch ihre Beiträge gleiche Schwerpunkte setzten und damit die Bruderkette der Freimaurerei erlebbar wird. Als besonderes Ausrufezeichen appelliert er an alle, dass wir Freimaurer auf die Erhaltung der Freiheit in unserem Gemeinwesen achten und dafür einstehen müssen.

In seiner großartigen Neujahrsansprache referierte Br. (Dr.) Hans-Günter Wachtmann über “Die geschichtliche Entwicklung der Freimaurerei”. Er bezog sich hierbei u.a. auch auf den mitreißenden Appell des Freimaurers Br. Carl von Ossietzky: “Wir sind alle Mittler zum Leben. Wir wollen die Gemeinschaft der Menschen freudig als die Grundlage unserer Sittlichkeit anerkennen, wir wollen Mitkämpfer, Förderer und Führer all jener Bewegungen sein, in denen ein freies Menschentum nach sinnvoller Gestaltung des Daseins strebt, sei es in bewährten alten, sei es in neuen Formen”.

Zwischen den Ansprachen begeisterte das erfolgreiche Streichquartett „Panta Rhei“ mit einer virtuosen Musik.

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Vertrauen und Zutrauen

Balancieren

Vertrauen und Zutrauen zueinander haben eine große Bedeutung in einer Bruderschaft, die sich als Freundschaftsbund versteht, in dem der eine für den anderen einstehen soll. Rolf Keil hat sich seine Gedanken zu dieser besonderen Verbundenheit gemacht.

Vor kurzem haben mir zwei erfahrene Brüder zu verstehen gegeben, wir lebten leider in einer Zeit der Beliebigkeit und müssten uns dem anpassen. Ein anderer sehr geschätzter Bruder sagte mir, seit seiner Jugend hätten sich die Zeiten sehr geändert. Ein Handschlag sei heute nichts mehr wert. Wir müssten mit den Zeiten gehen und uns darauf einstellen. Für mich bedeutet das, eine der zentralen Säulen des Gebäudes der Freimauerei einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Ich meine das Vertrauen, von dem unser Bruder Goethe behauptet, dass auf ihm der Tempel aufgebaut sei.

Was aber ist Vertrauen? Georg Simmel unterscheidet den „mystischen“ Glauben des Menschen an den Menschen von der sozialen Form des Vertrauens. „Bei dieser handelt es sich um einen mittleren Zustand zwischen Wissen und Nichtwissen, also um eine „Hypothese künftigen Verhaltens“. Diese muss sicher genug sein, um „praktisches Handeln darauf zu gründen“. Martin Hartmann schreibt: „In Akten des Vertrauens gehen wir – optimistisch und in kooperativer Orientierung – davon aus, dass ein für uns wichtiges Ereignis oder eine für uns wichtige Handlung in Übereinstimmung mit unseren Wünschen und Absichten eintritt oder ausgeführt wird, ohne dass wir das Eintreten oder Ausführen dieses Ereignisses oder dieser Handlung mit Gewissheit vorhersagen können.“ (Hartmann, 2004: 487) (Beide Zitate aus Wikipedia)

Zu den ersten und gleichzeitig elementaren Botschaften, die wir dem Aufzunehmenden mitgeben zählt es, dass er uns vertrauen kann und wir auch ihm dieses Vertrauen entgegenbringen werden. Auf der Homepage der Großloge der Alten, Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland lesen wir: Zum Zeichen engster Verbundenheit und Vertrautheit nennen sich die Freimaurer untereinander “Bruder”. Brüderlichkeit und Vertrautheit. Vertrautheit und Vertrauen. Hier begegnen uns Begriffspaare, in denen eine Essenz der Freimaurerei, wie ich sie verstehe, versteckt ist. Man muss eine Vertrautheit haben, um einen Fremden als Bruder aufzunehmen. Diese Vertrautheit wiederum kann es nur geben, wenn ein Grundvertrauen da ist, dass der neue Bruder sich uns gegenüber als solcher verhalten wird.

Ich mache hin und wieder – mit einigen Brüdern meiner Loge – eine Reise nach Edinburgh und besuche die Loge, in der ich Zweitmitglied bin. Bei einer dieser Reisen hatte sich uns ein Bruder angeschlossen, der niemanden von uns persönlich kannte und der mehrere Stunden im Auto verbracht hat, um zu uns zu stoßen. Nichts Schriftliches war notwendig, keine Verträge wurden unterzeichnet und keine Konventionalstrafen wurden ausgehandelt. Der Bruder trat seine Reise an, weil er dem Wort eines Bruders vertraute, der ihm versicherte, es würde für ihn gesorgt. Ich selbst bin vor einiger Zeit nach Hamburg gefahren und ein Bruder, der mich noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen hatte, hatte mich vom Zug abgeholt und zu einer Zusammenkunft begleitet. Das hat funktioniert, weil wir einander vertraut haben. Der Bruder Jens Rusch hat seine Arbeitskraft eingesetzt, um der Loge Lessing einen neuen Arbeitsteppich zu malen. Er tat das, weil er einem Bruder vertraut hat, der ihm nur indirekt und von einigen Telefonaten bekannt war.

Für mich ist dieses Grundvertrauen ein, vielleicht sogar das wertvollste, Geschenk, das die Freimaurerei machen kann. Dieses Geschenk habe ich selbst so erlebt und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Vielzahl von Brüdern ebenso ging. Ich habe mich nicht immer und zu jeder Zeit dieses Vertrauens würdig erwiesen, wir sind alle nur Menschen, und wer könnte sagen er hat noch nie gefehlt? Der Punkt für mich ist aber zum einen das stille Eingeständnis, dass ich vom Bild des perfekten Kubus noch weit entfernt bin, zum anderen aber die Bereitschaft zeige, daran zu arbeiten die Lücke zwischen Anspruch und Realität zu verringern.

Wenn wir ein in uns gesetztes Vertrauen enttäuschen, dann bestrafen wir uns selbst, wir schädigen aber auch das Gebäude, dass wir zu errichten trachten, den Tempel der Humanität, dessen Mörtel ja aus Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit besteht, um freimaurerische Metaphern zu verwenden.

Vertrauen und Verlässlichkeit sind untrennbar. Sie werden mitunter bedroht von den Tücken der digitalisierten Gesellschaft. Ich empfinde das Internet und auch die maurerische Onlinewelt insgesamt als große Bereicherung, die aber auch voller Fallstricke ist. Die Gefahr, sich in einer Vielzahl von überwiegend belanglosen Informationen zu verlieren, ist hoch. Facebook hat das Ganze noch potenziert. Wie schnell habe ich irgendetwas angeklickt und „geliked“, weil ich die Idee gut fand. Kurze Zeit später ist das Ganze aus meinen Gedanken verschwunden, ich bin mittlerweile von irgendetwas anderem okkupiert. Das ist an sich nicht problematisch, es wird aber dann zum Problem, wenn das die Handlung eines anderen beeinflusst. Aus enttäuschten Erwartungen entsteht Frustration, Ärger, Enttäuschung und das Gefühl missbrauchten Vertrauens, weil eben ein für uns wichtiges Ereignis oder eine für uns wichtige Handlung nicht in Übereinstimmung mit unseren Wünschen und Absichten eingetreten ist.

Ich möchte, dass wir uns immer wieder aufs Neue bewusstmachen, dass Brüderlichkeit und Vertrautheit, auch online, die Grundvoraussetzung unseres „Zusammenlebens“ ist. Es ist aber, jedenfalls in der Freimaurerei, wie ich sie kenne und auch versuche zu leben, alles andere als normal. Normal ist für mich und ich habe es auch erlebt, dass in Stunden der Not Büder da waren, die bereit sind aufzufangen und zu schützen. Ich habe oft erlebt, dass ich als Fremder gekommen und eine sehr herzliche und warme Aufnahme gefunden habe, verbunden mit einem Vorschuss an Vertrauen. Wenn man so will, eine positive Unterstellung gegenüber einem völlig Fremden.

Wir leben in einer Zeit der Beliebigkeit und wir müssen uns darauf einstellen, argumentiert mein Bruder. Ich glaube es nicht.

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Potsdamer Loge unterstützt Kinderhospizarbeit in Brandenburg

Übergabe der Spende an die Björn Schulz-Stiftung

Übergabe der Spende an die Björn Schulz-Stiftung

Im Dezember 2016 überreichte die Potsdamer Loge „Stern von Sanssouci“ im Rahmen ihres jährlichen „Sternenfest“ auf dem Pfingstberg dem Vertreter der Björn-Schulz-Stiftung eine Spende zur Förderung der Hospizarbeit in Brandenburg.

Die Spende wurde durch die Brüder der Loge „Stern von Sanssouci“ wie auch das freimaurerische Hilfswerk ermöglicht. “Die Brüder unserer Loge sind stolz darauf, dass es ihnen wiederholt gelungen ist, der Björn Schulz Stiftung bei ihrer Arbeit zum Wohle des Kindes zu unterstützen. Die Spende kommt dem Projekt „Eltern-Kind-Café“ in Brandenburg zugute, bei dem ich selbst als ehrenamtlicher und ausgebildeter Familienbegleiter für dieStiftung mitwirke. Da sich dieses Projekt nur über Spenden finanziert, trägt die Spende maßgeblich zur Weiterführung des Eltern-Kind-Café bei”, so der Sprecher der Loge. Bei diesem Projekt werden im vierzehntägigen Abstand in einer Brandenburger Klinik, Eltern und Kinder bei Kuchen und Kaffee zum Basteln, Singen, Spielen oder auch zum gemeinsamen Schweigen eingeladen. “Gerade in schwierigen Zeiten ist es unsere Pflicht, der Not nicht den Rücken zu zuwenden und zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird”, so die Loge.

Die Loge wird die Verbindung zur Stiftung weiter intensivieren und auch weiterhin Spenden sammeln.

Jürgen Schulz gründete, nachdem sein Sohn Björn mit nur sieben Jahren an Leukämie verstorben war, den Verein Kinderhilfe, aus dem 1996 die Björn-Schulz-Stiftung hervorging. Die Björn-Schulz-Stiftung unterstützt Familien mit lebensbedrohend erkrankten Kindern und jungen Erwachsenen ab dem Zeitpunkt der Diagnose, während des Krankheitsverlaufes und über den Tod des Kindes hinaus.

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Frankfurter spendet fast 12.000 Euro für Kinderhospiz

Angela Möschter, Katrin Winter und Rolf Keil

Angela Möschter, Katrin Winter und Rolf Keil

Es ist bereits das dritte Mal, dass Autor Rolf Keil den Erlös aus seinem Buchverkauf dem Frankfurter Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) spendet. Rolf Keil hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schriften des Frankfurter Kinderarztes Emil Selter (1901-1976), Gründer der Frankfurter Lessing Loge, im Eigenverlag zu publizieren.

Selter hatte sich um die Wiedergründung der Freimaurerei in Deutschland sehr bemüht und viel Einsatz für die Loge Lessing, die 1945 von ihm gegründet wurde, gezeigt. Seine zahlreichen Aufzeichnungen, Artikel und Vorträge werden nun von Rolf Keil aufgearbeitet. 2015 erschien „Emil Selter. Von der Freiheit eines Freien Maurers“, das den Brüdern der Logen in Deutschland zum Verkauf angeboten wird. In diesem Jahr konnte Rolf Keil Angela Möschter, Öffentlichkeitsarbeit, und Katrin Winter, Koordinatorin vom AKHD in Frankfurt, stolze 4300 € überreichen. Über diese großherzige Spende freuten sich die Mitarbeiterinnen des AKHD sehr. Insgesamt hat Rolf Keil, Altstuhlmeister der Loge, in den vergangenen Jahren 11880 € gespendet. „Ich bin seit dem 1. Dezember Teil des Teams und freue mich, so engagierte Menschen wie Rolf Keil kennenzulernen“, betont Angela Möschter. „Die Verwendung des Erlöses hätte Emil Selter bestimmt gut geheißen“, erläutert Rolf Keil, „denn Emil Selter verlor auf tragische Weise seinen nur 8jährigen einzigen Sohn“.

Ziel des ambulanten Kinderhospizdienstes ist es, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Die qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen begleiten die gesamte Familie ab der Diagnose, im Sterben und über den Tod hinaus. Sie orientieren sich dabei an den Bedürfnissen der Familien, für die das Angebot kostenfrei ist. Die Kernaufgabe liegt in der alltagspraktischen Unterstützung und Entlastung, der Förderung der Selbsthilfe sowie der Schaffung von Gesprächsangeboten.

Im Frankfurter Dienst, der 2006 eröffnet wurde, werden 28 Familien begleitet. Es sind 45 ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen in der Begleitung, der Öffentlichkeitsarbeit und im Büro im Einsatz. Die betroffenen Familien wohnen in Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet.

Der Dienst finanziert sich überwiegend durch Spenden. Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main ist einer von über 20 Diensten des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. mit Sitz in Olpe (NRW).

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Sehenswerte Ausstellung über Freimaurerei in Ostfriesland

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Im Ostfriesischen Landesmuseum Emden gibt es eine sehenswerte Sonderausstellung mit dem Titel “Geheimbünde – Freimaurer in Ostfriesland”, die ausgewogen und umfassend über Freimaurerei im Allgemeinen und über die Geschichte der ostfriesischen Logen im Besonderen informiert.

Im Zentrum der didaktisch gut aufbereiteten Sonderausstellung steht, symbolisch für die Methodik der Freimaurerei, ein nachgebauter Ritualraum. Dieser Raum im Raum beinhaltet alles für den Außenstehenden Wesentliche und verschafft einen ersten Eindruck, ohne die Diskretion der Freimaurer zu verletzten und ohne die Bruderschaft vorzuführen. Leicht wurde hier in anderen Ausstellungen, auch von Freimaurern, eine Grenze überschritten. Das Emder Museum und die beteiligten Logen haben hier einen guten Weg zwischen Informationsbedürfnis und der individuellen Verschwiegenheit gefunden.

Zahlreiche Schautafeln und Vitrinen informieren thematisch sauber gegliedert über verschiedenste Aspekte der Freimaurerei – Geschichte, Ziele, Frauen in den Logen, Verschwörung, Verfolgung, Struktur, innerer Aufbau u.a. Zahlreiche Leihgaben der umliegenden Logen machen die Informationen anschaulich, reizvolle Miniaturen zeichnen die Inhalte der Grade Lehrling, Geselle und Meister nach und machen sie für den interessierten Besucher verständlich. Bedauerlich ist nur, dass es keine begleitende Druckschrift gibt, in denen sich die wesentliche Inhalte nachlesen lassen.

Der Besuch ist in den ersten Tagen der Ausstellung überschaubar geblieben, das mag an der Vorweihnachtszeit liegen oder an der exponierten Lage der Stadt am nordwestlichen Rand Deutschlands. An der Ausstellung liegt es gewiss nicht. Neben der sehenswerten Sonderausstellung bietet das Museum weitere interessante Themen, direkt vor der Tür wartet ein maritimes Ambiente mit verschiedenen Museums- und Restaurantschiffen im Alten Hafen, gegenüber erfreut das Otto-Hus Freunde des in Emden geborenen Komikers Otto Waalkes und unweit bietet die Kunsthalle Emden eine international bedeutsame Sammlung zeitgenössischer Kunst; mit anderen Worten ist Emden durchaus eine Reise wert.

Sonderausstellung “Geheimbünde – Freimaurer in Ostfriesland” im Ostfriesischen Landesmuseum Emden, Rathaus am Delft, Brückstraße 1. Die Sonderausstellung läuft noch bis zum 23. April 2017, das Museum ist Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

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Grüße und Wünsche des Großmeisters

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Die Adventszeit ist bereits an uns vorbeigeeilt und es sind nur noch wenige Tage bis zum Jahreswechsel. Und immer ist die Vorweihnachtszeit durch eine Fülle abzuschließender Aufgaben gekennzeichnet, welche die Sicht auf das neue Jahr einschränken können. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, einen entspannten Ausklang des Alten und eine gehörige Portion Vorfreude auf das Neue Jahr zu wünschen. Es ist auch die Zeit, in der man innehält, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und dem kommenden Jahr vielleicht nachdenklich, vor allem aber hoffnungsfroh entgegen zu sehen.

Für das nächste Jahr haben sich die Großloge wie auch ihre 275 Tochterlogen einiges vorgenommen. Im Jahr 2017 feiert die organisierte Freimaurerei weltweit ihr 300jähriges Bestehen. Das wird auch für die deutsche Freimaurerei ein richtungsweisendes Jahr mit vielen informativen Veranstaltungen. In diesem Zusammenhang werden die Logen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland 2017 mit verschiedenen regional organisierten Veranstaltungen in die Öffentlichkeit gehen.

Anlässe wie diese sind geeignet und wichtig, um die Gesellschaft an unserem Logenleben teilhaben zu lassen, um mehr Transparenz zu schaffen. Sie sind auch ein wichtiger äußerer Ausdruck unserer freimaurerischen Zielsetzung. Um dieses unser Tun auch nach außen hin zu dokumentieren und zu kommunizieren, sind schon jetzt für 2017 zahlreiche öffentliche Veranstaltungen unterschiedlicher Ausprägung geplant. Diese Veranstaltungen sind essentiell, um besser in der Gesellschaft verstanden zu werden.

Wir werden künftig intensiv daran weiter arbeiten, uns von den schlechten Märchen und schlimmen Mythen, die uns noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns erstens helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen und zweitens unsere Attraktivität für neue Mitglieder zu stärken. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen verstärkt informieren. Und wir werden uns den Fragestellungen, die wir an uns selbst haben und an die, die die Gesellschaft an unsere humanitäre Freimaurerei hat, stellen müssen. Unser Blick soll zunehmend in die Zukunft gerichtet sein. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei diesen Veranstaltungen des Öfteren begegnen.

Abschließend möchten die beiden Unterzeichner Ihnen/Euch für Ihr/Euer hohes Engagement und Eure hervorragende Arbeit bedanken. Allen Lesern unserer Internetseite und des Newsletters danken wir für das Interesse an unserer Bruderschaft. Ihnen/Euch allen, Euren Familien und Freunden wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und verbinden dies mit den besten Wünschen für ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches Jahr 2017.

Stephan Roth-Kleyer
Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Carlos Urban
Internetbeauftragter der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

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