Heinrich Heine – Freier Geist und Rauer Stein

Freier Geist und Rauer Stein

Heinrich Heine – Querdenker, Sinnsucher, Freimaurer

Jens Oberheide

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

182 Seiten, Format 12 x 19 cm, Sofcover, ISBN 978-3-943539-98-1, 14,00 €

Heinrich Heine, Dichter der Romantik, Pionier des Feuilletons, aufklärerischer Denker, kritischer Jorunalist, Satiriker und Spötter, war für viele ein unbequemer Zeitgenosse, für manche ein bindungsloser Freigeist – und er war Freimaurer.

Ein Querdenker war er allemal, aber er war auch ein Sinnsucher nach idealistischen  Gegenentwürfen zu einer unruhigen Welt: „Weltbürgertum, Humanismus, Freiheit, Sittlichkeit, Liebe und Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Gleichheit der Rechte aller Menschen“. Er hat über diese Werte in Poesie und Prosa nachgedacht, und er hat sie in den philosophischen, religiösen, gesellschaftlichen und politischen Geistesströmungen seiner Zeit gesucht.

Der Autor begibt sich auf die Spur dieser Suche und entdeckt dabei viel vom „unbekannten Heine“, der 1844 in Paris Freimaurer geworden ist.

Die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum hat Heine fasziniert, und der Wahlspruch seiner Loge entsprach seiner Geisteshaltung: „Bien penser, bien dire, bien faire“ („Gut denken, gut reden, gut machen“). Eine Aufforderung, das Machbare des Denkbaren zu tun.

Freimaurerisch-symbolisch beginnt ein solches „Denken, Reden und Machen“  mit der „Arbeit an sich selbst“, am „Rauen Stein“, dem Sinnbild für den „unfertigen“ Menschen. Freier Geist und Rauer Stein. Kein Widerspruch.

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Laut denken mit einem Freunde

Laut denken mit einem Freunde

René Schon

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

76 Seiten, Format 13,5 x 21 cm, Softcover, ISBN 978-3-943539-91-2, 6,00 €

Was wäre, wenn wir einmal die “Alten Pflichten” beiseite ließen und sich Brüder träfen, um über Politik, Gesellschaft und Religion zu diskutieren? Die Loge als geschützter Raum diente in früheren Zeiten wohl genau dazu.
Angelehnt an Lessings Freimaurergespräche zwischen Ernst und Falk lässt René Schon die Brüder Schwarz und Weiß über Themen aus Politik, Gesellschaft und Religion miteinander streiten. Natürlich stets mit freimaurerischem Hintergrund, aber auch ohne Tabus und ohne Denkverbote.
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Handbuch der Verschwörungstheorien

Handbuch der Verschwörungstheorien

Helmut Reinalter (Hg.)

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

348 Seiten, Format 15,5 x 23,5 cm, Softcover mit Klappen, ISBN 978-3-96285-004-3, 22,90 €

Verschwörungstheorien haben eine jahrundertelange Tradition und bekommen gerade durch das Internet eine ungeahnte Variations- und Verbreitungsdynamik. Helmut Reinalter als Herausgeber hat mit diesem Buch ein interessantes Nachschlagewerk vorgelegt.

Das Buch vereinigt in alphatischer Reihenfolge die wichtigsten Verschwörungstheorien, in denen Freimaurer  eine Rolle spielen. Antimasonismus und Antisemitismus spielen eine besondere, oftmals miteinander verwobene konstruierte Rolle. Aufklärung und Französische Revolution, die Freimaurer angezettelt haben sollen, werden ebenso erläutert wie Bilderberger-Verschwörung, die Dolchstoßlegende, esoterische Ufologie, das Kennedy-Attentat, linke wie rechte Verschwörungstheorien, Ludendorff, Leo Taxil, die Dollarnote und etliche andere Themen. Begleitend wird erläutert, wie und warum Verschwörungtheorien funktionieren, wie ihre politische, religiöse und ideologische Motivation ist und wie sie eingesetzt und instrumentalisiert werden – einschließlich der Gegenverschwörungen.

Freimaurer kennen Situationen, in denen ihnen einige der genannten Verschwörungstheorien oder deren Muster begegnen. Wer für entsprechende Gespräche gewappnet sein will, dem sei dieses Buch empfohlen. Insbesondere die Analyse der Funktionsweisen von Verschwörungsmythen und -ideologien helfen dem Leser abseits der bekannten und im Buch geschilderten Fälle, kleine Theorien, wie sie auch in freimaurerischen Echokammern hin und wieder entstehen, zu erkennen und zu entschärfen.

Hervorzuheben ist auch, dass sich die Autoren in mehreren Kapiteln mit der ungezügelten Verbreitung in nie gekannter Geschwindigkeit durch das Medium Internet und speziell die “Sozialen Medien” und ihren genannten “Echokammern” oder “Filterblasen” auseinandersetzen.

Dabei versteht der Herausgeber das Buch als eine Einführung und Nachschlagewerk, nicht als wissenschaftlich in die Tiefe gehendes Fachbuch. Und diese Rolle erfüllt es erfreulich gut: Die Autoren führen den Leser in unterschiedlich langen Texten gut verständlich in die Thematik ein, ausführliche Literaturlisten ermöglichen bei Bedarf ein vertiefendes Studium. Nicht unerwähnt bleiben soll das angenehme und großzügige Layout, das vor dem Eindruck “schwerer Kost” bewahrt.

Autoren: Dr. Sebastian Bartoschek, Prof. Dr. Werner Bergmann, Dr. Michael Blume, Prof. Dr. Marian Füssel, Prof. Dr. Albrecht Götz von Olenhusen, Dr. Eduard Gugenberger, Dr. Michael Hagemeister, Prof. Dr. Frank Jacob, Dr. Eric Kurlander, Reinhard Markner M.A., Dr. Ralf Melzer, Dr. Claus Oberhauser, Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Prof. Dr. Daniel Pipes, Prof. Dr. h.c. Helmut Reinalter, Dr. Peggy Stubley, Prof. Dr. Wolfgang Wippermann

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Seh- und Denkbilder von Otmar Alt und Jo Gattières

beflügelt gemalt und frei gemauert

Herausgegeben von Jens Oberheide und Peter Doderer

Otmar Alt / Jo Gattières

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

64 Seiten, Format 21 x 24 cm, Hardcover, ISBN 978-3-943539-99-8, 19,90 €

“Wer denkt schon so gradlinig, dass er nichts mehr krumm nehmen kann?”, mit solchen und ähnlichen “geflügelten Worten” werden “beflügelte Bilder” begleitet. Herausgekommen ist eine bemerkenswerte Kombination aus Wort und Bild zweier seelenverwandter Künstler.

Otmar Alt, den Bundeskanzlerin Angela Merkel als einen der originellsten und erfolgreichsten deutschen Künstler bezeichnete, malt erkennbar gern in Zyklen. Meist ist eine ganz bestimmte Stimmungslage bei ihm Auslöder für zyklische Werke. So auch bei den vorliegenden Arbeiten, die er sich im Sommer 2017 ohne Unterbrechungen hintereinander von der Künstlerseele gemalt hat.

Beim Nachdenken, was man daraus machen könnte, kam dem Herausgeber Jens Oberheide der gemeinsame pseudonyme Künstlerfreund Jo Gattières in den Sinn. Wenn auch aus anderer Sichtweise laden dessen Aphorismen genau wie Otmar Alts Bilderwelten zum Reflektieren ein. Beide Kunstformen ergänzen sich zu einer Einheit, befruchten sich und lenken den Betrachter und Leser auf spannende Wege des Entdeckens.

Da Alt und Gattières durch die Freimaurerei miteinander vertraut sind, wissen sie voneinander, dass dieser “Weltbund der Menschlichkeit” Ideen und Ideale bewegt, die den uralten Sehnsüchten nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit entsprechen. Das Miteinander für eine bessere Welt träumen Freimaurer, Menschen guten Willens und Künstler aller Couleur vergleichbar sehnsüchtig. Die Bilder haben teilweise damit zu tun und die Texte ebenfalls.

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Der Distrikt Bayern singt…

Lieder für Brüder Freimaurer

Ein Sammlung des Distriktes Bayern für den internen Gebrauch.

Der Beamtenrat des Distrikts hatte sich vor mehr als einem Jahr vorgenommen, das Singen in den Logen zu fördern. Dabei gibt es mehrere Ansätze. Br. Josef Balazs hat sich der Mühe unterzogen und alte und ganz alte Liederbücher der Freimaurer zu sichten und hat daraus ein schönes Programm für die Logen entwickelt, das hohe Wertschätzung erfahren hat. Dabei werden durch ausgebildete Sänger(innen) zu professioneller Klaviermusik die Filetstückchen unserer Altvorderen wieder zum Leben erweckt. Die Logen können dieses Programm für diverse, auch öffentliche Logenveranstaltungen buchen.

Der Distrikt hat parallel dazu Maßnahmen eingeleitet, um das Singen nicht nur den ausgebildeten Sängern zu überlassen. Der Distrikt Bayern hat es sich deshalb zur Aufgabe gesetzt, die Brüder zu aktivieren und für ein verstärktes allgemeines Singen zu gewinnen. In einem ersten Schritt hat sich die Distriktleitung entschlossen, Lieder zu sammeln und als ein kleines Liederbuch (DIN A 6) herauszubringen und jedem Bruder in Bayern zur Verfügung zu stellen. Das Büchlein wurde nun auf dem Distriktstuhlmeistertag im Oktober 2018 an die Stuhlmeister der Logen ausgehändigt. Es umfasst Lieder, die regelmäßig im Rahmen des Rituals gesungen werden und ergänzende einfache Lieder, die im Wesentlichen der Freude am Singen geschuldet sind.

Im Rahmen der Aufbereitung des Liederbüchleins wurde aber auch deutlich, dass vieles von dem Liedgut unserer Altvorderen heute im alltäglichen Logenleben nicht mehr gesungen werden kann, weil es vom Text und von der Melodie her nicht mehr in unsere Zeit und zu unserem Lebensgefühl passt. Es stammt aus einer anderen Tradition und insbesondere stammt es aus einer Zeit, als es noch kein Radio oder Fernsehen gab. Die Brüder waren noch sangeskundiger und Singen war eine wichtige Freizeitgestaltung. Als Konsequenz sucht der Distrikt jetzt nach zeitgemäßen Liedern, um schrittweise sorgfältig einen Fundus aufzubauen, aus dem sich das Liederbüchlein künftig speisen lässt. Wir würden uns freuen, wenn hier weitere Vorschläge mit Text und Noten aus der Bruderschaft kämen. Wichtig ist Singbarkeit, wenn möglich, ein Bezug zur Freimaurerei.

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Zeitzittern — Das neue Buch von Gerd Scherm

Zeitzittern

Die Aufzeichnungen des Leopold Branntwein

Gerd Scherm

Erschienen bei Books on Demand, Norderstedt

Ca. 186 Seiten, Format der Taschenbuch-Ausgabe 13,5 x 21,5 cm, ISBN 978-3-7528-2890-0

Kindle: 5,40 €, Gebundenes Buch: 25,00 €, Taschenbuch: 10,00 €

“Ist das Wiederauffinden dieses Manuskripts ein Hinweis auf eine gravierende Veränderung in meinem Leben? Will der Kosmos, der Schöpfer, das Karma, der große Weltenspieler mir damit ein Zeichen geben? Ich denke schon, denn Klara ist mit den Kindern zu ihrer Mutter gezogen.”

Das zweihundertfünfzigste Fragment von zweihundertachtzig gibt vielleicht einen Einblick in die Welt dieses Tagebuchromans. Aber worum geht es? Folgen wir dem Klappentext:

“Leopold Branntwein, geboren 1891 in Prag, Schriftsteller, Freimaurer und verzweifelt-hoffender Weltverstehenssüchtiger. Ein Suchender der k.uk.-Zeit, in und zwischen den Weltkriegen, den wilden Zwanzigern und den dunklen Jahren danach.

Er suchte die Wahrheit auf dem Monte Verità ebenso wie in seinen Träumen. Er war ein Cousin von Franz Kafka und stand in Kontakt mit interessanten Zeitgenossen: dem Jugendstil-Künstler Alfons Mucha, dem Esoteriker Theodor Reuß, den Anarchisten Raphael Friedeberg und Fritz Oerter, den Schriftstellern Hermann Hesse, Alfred Kubin, Gustav Meyrink, Leo Perutz und Herzmanovsky-Orlando.

Ende der 1930er emigrierte er nach New York und die WOgen des Schicksals verschlugen ihn nach dem Zweiten Weltkrieg nach Franken. In seinen tagebuchartigen Skizzen spiegeln sich die Facetten einer Odyssee durch ein halbes Jahrhunderts.”

Eine Tänzerin aus dem "Loisitschek", die Dora, hat eingeladen, ihrer baldigen Niederkunft in eben dieser Lokalität beizuwohnen. Ihr Kind solle dort zur Welt kommen, wo sie es empfangen hat. Die Ordnungsmacht versucht diese "Sondervorstellung" der Dora zu verhindern und droht, sie wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses einzusperren. "Soll sie doch ihren Wechselbalg allein in einer Zelle in die Welt werfen", sagte der Amtmann. Die Tänzerin hält dem entgegen, die Zeugung sei ein öffentlicher Akt gewesen und so sei es nur konsequent, allen Beteiligten die Chance zu geben, auch das Finale gemeinsam zu erleben. Außerdem könne sich bei dieser Gelegenheit einer freiwillig als Vater melden.

Einhundertvierundfünfzigstes Fragment

Ein unterhaltsam-skurriler Scherm, ergänzt um 22 Illustrationen des Autors.

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Die sächsischen Großlogen nach 1918

Freimaurerei und Diktatur

Die sächsischen Großlogen nach 1918

Franziska Böhl

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

Ca. 630 Seiten, Format 14 x 21,5 cm, Paperback, ISBN 978-3-943539-96-7, 19,90 €

Sachsen war eines der wichtigsten Zentren der deutschen Freimaurerei. Fast zwei Jahrhunderte lang erfreute sich der Bruderbund wachsenden Zuspruchs in Mitteldeutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg begann für die Freimaurerei jedoch ein Kampf ums Überleben und das eigene Selbstverständnis. Jahre der Abwehr, Anpassung, Unterdrückung und Zerrissenheit folgten. Die Nationalsozialisten verboten die Logen der Freimaurer schließlich und auch in der DDR waren sie nicht geduldet.

Der Publikation liegt eine Dissertation zugrunde, die das Prädikat “magna cum laude” erhielt. Wohltuend am Buch ist die zwar notwendige, aber auf das Wesentliche konzentrierte Einführung in die Geschichte und das Wesen der Freimaurerei. Nicht wenige Publikationen bestreiten mit Inhalten, die spezielle Titel wesentlich ausführliche können, einen großen Teil des Umfangs. Stattdessen kommt die Autorin recht schnell zum eigentlichen Thema: Der Freimaurerei in Sachsen nach 1918.

Von großem Reiz ist für den Leser ist die genaue, aber auf das Wesentliche konzentrierte Schilderung der einzelnen Logen in ihrem regionalen und persönlichen Umfeld, einschließlich der Schicksale und Beweggründe der Bauhütten und einzelner Mitglieder. Auch die klare Sprache führt dazu, dass man dieses Buch trotz seines Umfanges und seiner Detailfülle gerne zur Hand nimmt.

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