Tag der offenen Tür von acht Bonner Logen

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Ein voller Erfolg war der gemeinsame Tag der offenen Tür der Bonner Logen: Beinahe 200 Besucher ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich das Logenhaus anzusehen und sich über die Freimaurerei zu informieren.

(Bonn/js) „Immer, wenn ich auf dem Weg zur Uni mit dem Fahrrad daran vorbeigekommen bin, habe ich mich gefragt, was das Zeichen über dem Eingang dieses Hauses wohl bedeuten mag“, erzählt ein älterer Mann aus seiner Studentenzeit. Dann habe er erfahren, dass Winkelmaß und Zirkel Symbole der Freimaurer seien. Weil deren Logen so geheimnisumwittert waren, habe er ihnen anfangs skeptisch gegenüber gestanden. Doch je mehr er über deren Philosophie erfahren habe, desto sympathischer sei ihm die Freimaurerei geworden. Nun sei er „glücklich“, in diesem Haus, das er von außen schon so lange kenne, „zu Gast sein zu dürfen.“ Er fühle sich „richtig wohl.“

So, wie zahlreiche weitere Besucher des ersten gemeinsamen Tages der offenen Tür, den  acht im Haus an der Bonner Dyroffstraße beheimatete Logen am letzten Sonntag im Oktober veranstalteten. Nahezu 200 Gäste konnten sie bis zum frühen Abend begrüßen. Grundsätzliche Informationen über die Freimaurerei waren einer Serie übersichtlich gestalteter Stellwände zu entnehmen, Kurzvorträge animierten zu weiterführenden Gesprächen. Auch von Logenmitgliedern am Klavier oder mit der Gitarre eingestreute Begleitmusik trug zur gelösten Atmosphäre bei. Manche der sowohl weiblichen als auch männlichen Besucher aller Erwachsenen-Altersklassen blieben über Stunden hinweg im Logenhaus, stellten die unterschiedlichsten Fragen und erkundigten sich nach den Terminen der Gästeabende, zu denen nicht wenige künftig eingeladen werden wollten.

Ein Freimaurer-Bruder führt Gäste durchs Logenhaus

Ein Freimaurer-Bruder führt Gäste durchs Logenhaus

Sehr positiv aufgenommen wurde von den Gästen, dass sie bereits an der Pforte des Hauses in Empfang genommen, ihren jeweiligen Interessen entsprechend an dazu passende Gesprächspartner weitergeleitet und bei Bedarf auch mit schriftlichem Material versorgt wurden. So entstand mancher fruchtbare Dialog schon im Eingangsbereich, der anderswo ja auch „Lobby“ genannt wird. Mag diese Bezeichnung in der profanen Welt inzwischen auch ein Geschmäckle haben, in mindestens einem Fall an diesem Tag der offenen Tür traf er im positiven Sinne zu: Die Fragen einer Frau zielten in Richtung des wohltätigen Engagements der Freimaurer, von dem sie gelesen habe. Die Organisation, der sie selbst angehöre, engagiere sich auch für die Humanität. Deshalb wolle sie dafür werben, bei Spenden der Logen auch die Bonner Tafel, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, zu berücksichtigen. – So war der Tag der offenen Tür dem Satz „Geht nun hinaus in die Welt und bewährt Euch als Freimaurer“ entsprechend auch ein Forum für engagierte Menschen, die einander sonst nicht kennengelernt hätten.

Hierzu hatten auch die Medien beigetragen. Im Vorfeld hatten sie bis in ihre Lokal- und Nachbarausgaben außerhalb des Bonner Stadtgebietes hinein mit teils ausführlichen Artikeln auf den Tag der offenen Tür hingewiesen. Alle in Bonn ansässigen Zeitungsredaktionen waren am Veranstaltungstag mit engagierten Text- und Fotojournalisten vertreten und berichteten kompetent, ausführlich und im Sinne der freimaurerischen Ziele.

Austausch im Bonner Logenhaus

Austausch im Bonner Logenhaus

Die Initialzündung zu dieser obödienzübergreifenden Einladung der Öffentlichkeit war in der „Ideenschmiede“, zu der sich Vertreter der beteiligten Logen einige Monate zuvor zusammengefunden hatten, entstanden. Nachdem im Vorjahr bereits ein Sommerfest der Mietergemeinschaft des Hauses und später eine gemeinsame weiße Arbeit mit Tafelloge stattgefunden hatte, wollten einige die Zusammenarbeit vertiefen, entwarfen einen Plan für einen Tag der offenen Tür aus Anlass des 300-Jahres-Jubiläums der konstitutionellen Freimaurerei und luden die Logen des Hauses zur gemeinsamen Realisierung ein. Gut über 20 Logenmitglieder engagierten sich in der „Ideenschmiede“ und nahmen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung in die Hände, als hätten sie schon immer derselben Bauhütte angehört.

„Experiment gelungen!“ lautete am Ende eines ereignisreichen Tages, einer arbeitsreichen Zeit, die einhellige Meinung. Gewonnen hatten alle Beteiligten. Die gemeinsame Aktivität hatte die Logen und mithin die Kette der Freimaurer in Bonn und darüber hinaus ebenso gestärkt, wie deren Ansehen in der Öffentlichkeit. Ganz im Sinne des wohltätigen Einflusses der Maurerei, den alle erkennen sollen.

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Interreligiöses Projekt zu Gast in Dresdener Loge

v.r.: Rabbi Prof. Dr. Nachama, Elmar Vogel (Meister der Loge), Dr. Friedmann Görbing (Meister der Forschungsloge)

v.r.: Rabbi Prof. Dr. Nachama, Elmar Vogel (Meister der Loge), Dr. Friedmann Görbing (Meister der Forschungsloge)

Bei einem offenen Gästeabend folgten am vergangenen Mittwoch über 60 Personen einer Einladung der Dresdner Freimaurerloge „Zum Goldenen Apfel“ in Kooperation mit dem Dresdner Arbeitskreis der Forschungsloge „Quatuor Coronati“ unter Leitung von Dr. Friedmann Görbing.

(Dresden/ht) Bei dieser Gelegenheit lernten die Gäste das interreligiöse Projekt „House of One“ kennen, welches sich zum Ziel setzt die drei monotheistischen, abrahamitischen Religionen unter einem Dach zu vereinen. Rabbi Prof. Dr. Andreas Nachama, welcher der Vater des Dresdener Rabbiners Alexander Nachama ist, stellte dieses Modell des interreligiösen Dialoges dem interessierten Publikum mit eigenen, sehr persönlichen, Worten vor und gab einen Einblick in die Vision und Entstehungsgeschichte dieses ambitionierten Bauprojektes in der Bundeshauptstadt. Anschließend beantwortete Rabbi Nachama Fragen aus dem Publikum, wobei sich ein reger Gedankenaustausch zwischen Podium und Plenum entwickelte und sich im Anschluss bei kosheren Getränken und Gebäck in lockerer Atmosphäre fortsetzte.

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Viel Motivation, Anerkennung und auch kritische Fragen konnten derart artikuliert werden, dass sich Vorurteile lösten und durch Verständnis und Akzeptanz ersetzt wurden.  Die freiwillige Sammlung am Ende des Abends wurde für den Zweck bestimmt eine traditionell handgeschriebene Torarolle für den jüdischen Tempel des Hauses mitzufinanzieren, wodurch dem Gastredner ein kleiner finanzieller Dank mit auf den Weg zurück nach Berlin gegeben werden konnte.

Christen, Juden und Muslime bauen gemeinsam ein Gebäude mit einer Synagoge, einer Kirche und einer Moschee als Haus einer interdisziplinären Lehre. Informationen dazu finden sich unter https://house-of-one.org/de

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Preis für vorbildliche Mitmenschlichkeit” in Fürth

v.l. Stiftungsverwalter Dr. Markus Algner, Hanne Pfetzing-Schitinger, Preisträger Herbert Lang, Johanna Dippold, Vorsitzender der Loge Frank Emmerich

v.l. Stiftungsverwalter Dr. Markus Algner, Hanne Pfetzing-Schitinger, Preisträger Herbert Lang, Johanna Dippold, Vorsitzender der Loge Frank Emmerich

Die Fürther Loge „Zur Wahrheit und Freundschaft“ ehrt Herbert Lang mit dem Preis für vorbildliche Mit-Menschlichkeit für sein Engagement im Sozialverein “Lichtblick e.V.”.

(Fürth/wk) Seit 1993 vergibt die Fürther Freimaurerloge „Zur Wahrheit und Freundschaft“ den „Preis für vorbildliche Mit-Menschlichkeit“ an Personen aus Stadt oder Landkreis Fürth, die sich durch humanitäres Engagement ausgezeichnet haben. Im Mai diesen Jahres beschlossen die Logenbrüder einstimmig, den mit 3000 € dotierten Preis an Herbert Lang für sein Engagement im Sozialverein „Lichtblick e.V.“  zu vergeben. Das Preisgeld stammt aus der logeneigenen “Dres.-Heinz-und-Eva-v.-Plänckner-Stiftung” und dem freimaurerischen Hilfswerk. Die Verleihung erfolgte am 3. November 2017 im Rahmen einer Feierstunde im Fürther Logenhaus durch Vorsitzenden der Loge Frank Emmerich und Stiftungsverwalter Dr. Markus Algner, der auch die Laudatio hielt. Über 60 Personen wohnten der Preisverleihung bei, darunter auch namhafte Vertreter aus der Politik und ehemalige Preisträger. Die Großloge wurde durch den Zugeordneten Großmeister Karl Deckart vertreten.

Markus Algner betonte in seiner Laudatio, dass zwar Herbert Lang als 1. Vorsitzender des Sozialvereins Lichtblick als Preisträger ausgezeichnet wird, die Ehrung aber auch den stellvertretenden Vorsitzenden Johanna Dippold und Hanne Pfetzing-Scheitinger sowie allen Mitarbeiter des Vereins gilt.

„Seit über 10 Jahren engagieren sich die Vereinsmitglieder des Lichtblicks in Stein für das Wohl der Menschen in Stein und im Landkreis. Dabei verfolgen sie, Steiner Mitbürgern in sozialen Notlagen beizustehen. Sie erarbeiten projektbezogene Unterstützungen, die in Arbeitskreisen wirklich enorm nah und schnell da sind, wo Hilfe wirklich gebraucht wird, und das alles ohne aufwändige Verwaltung“ erklärt der Laudator.

Der Sozialverein Lichtblick startete seine Arbeit vor 12 Jahren zunächst mit der Steiner Ausgabestelle der Fürther Tafel, doch schnell kamen neue Arbeitsfelder hinzu: Der „Arbeitkreis Stellensuchender in Stein“ unterstützt Arbeitssuchende für Teilzeit- und Vollzeitarbeitsstellen, Schwangerschaftsvertretungen, usw. (jedoch ohne Zeitarbeitsfirmen).
Die „Kleiderkiste“ sammelt von Kindersachen über Schuhe bis zu Oberbekleidung alles, was zur Bekleidung gehört und verteilt diese kostenlos an Bedürftige. Die „Schülerpaten der Grundschulen in Stein“ unterstützten Schülerinnen und Schüler beim Lesen und Rechnen in den Klassen. Im Projekt „Helping Hands“ bieten Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse des Steiner Gymnasiums in einer Projektwoche ihre Arbeitskraft für Hilfstätigkeiten zu einem Stundenlohn von 5 € an. Der Erlös geht an den Verein Lichtblick.

„Herbert Lang, Johanna Dippold und Hanne Pfetzing-Scheitinger sind die Ideengeber, Initiatoren, Organisatoren und Motivatoren von Aktivitäten zum Wohle von Menschen in Not. Sie setzen das um, worauf im Ritual der Freimaurer immer wieder aufgefordert wird: Kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken“ so Algner.

Vorsitzender Frank Emmerich und Stiftungsverwalter Dr. Markus Algner überreichten nach der Laudatio Herbert Lang den Scheck des Preisgelds, die Urkunde des „Preises für vorbildliche Mitmenschlichkeit“ sowie das Ehrenzeichen, das bisher alle Preisträger erhalten haben: Ein Vergissmeinnicht im Edelsteinkranz.

Die Dankesrede für die Preisverleihung hielt die stellvertretende Vorsitzende Hanne Pfetzing Scheitinger, die zunächst die Ehre betonte, die mit der Preisverleihung im freimaurerischen Jubiläumsjahr 2017 dem Verein Lichtblick e.V. zuteil wurde. Sie schilderte detailliert das Wirken ihres Vereins in den verschiedenen Projekten anhand von Beispielen. Unter anderem hatte das Gymnasium Stein den Verein Lichtblick als Paten bei der Verleihung des Prädikats „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgewählt.

Pfetzing-Scheitinger schloss ihre Dankesrede mit den Worten „Die großzügige Spende Ihrer Loge hilft uns, den Menschen in Stein beizustehen, wenn von nirgendwoher Hilfe kommt. Sie dürfen sicher sein, dass Ihre Spende unmittelbar den bedürftigen Menschen in unserer Stadt Stein zugute kommen wird, für die dadurch unser Sozialverein Lichtblick zu einem echten Lichtblick in ihrem Leben werden kann.“

Die musikalische Umrahmung der Feier wurde von der Gruppe „Querplay“ von der Musikschule Fürth gestaltet. Im Anschluss lud die Loge zu einem Umtrunk mit Imbiss und Gesprächen mit dem Preisträger und den Vorstandsmitgliedern des Vereins Lichtblick ein.

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Der freimaurerische Schlossgarten in Schwetzingen

Ruine eines römischen Wasserkastells 1776/1779 von Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell

Ruine eines römischen Wasserkastells 1776/1779 von Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell

Ein Besuch des Schlossgartens in Schwetzingen etwa 10 Kilometer westlich von Heidelberg lohnt sich nicht nur für Freimaurer, doch gerade für sie gibt es noch Geheimnisse zu lüften. Wo befindet sich beispielsweise der Venus-Tempel? Wo ist die in den historischen Unterlagen erwähnte Sternenwarte? Ist unter dem Minerva-Tempel eine Loge?

(Schwetzingen/gg) Der Schlossgarten in Schwetzingen ist voller Anspielungen auf Mystik, Mythologie und Freimaurerei. Die Gestalter des Schlossgartens – u. a. Kurfürst Carl Theodor, Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell – nutzten hauptsächlich freimaurerische Allegorien und Analogien aus der griechisch-römischen Mythologie, um ihre Intentionen zum Ausdruck zu bringen. Sie sind kaum mehr nachvollziehbar, weil sich das heutige Denken stark von dem Denken aus der Zeit der Entstehung des Schlossgartens im 18. Jahrhundert unterscheidet. Die Inhalte und Aussagen, die im Schlossgarten auf mannigfaltige Weise vermittelt werden, sind aber heute noch genauso aktuell wie sie es damals waren, denn die Fragen des Menschen nach seinem Existenzgrund sind zeitlos.

Vom Dreibrückentor aus kann man alle Bereiche des Gartens (Englischer Garten, Französischer Garten, Kreisparterre und Schloss) erreichen, ohne seinen eigenen Weg jemals zu durchkreuzen. Dass der Garten allen offen stand, vermittelt einen guten Eindruck, wie hoch Kurfürst Carl Theodor seine Untertanen wertschätzte. Ob er damit die Absicht verfolgte, dem Besucher eine Eigeninitiation erlebbar zu machen oder ob er der Auffassung war, dass hermetisch-freimaurerische Inhalte allen Bürgern zugänglich sein sollten (wie der Schlossgarten selbst) oder ob er mit dem Schlossgarten mythologisches Interesse in den Besuchern wecken wollte, wird wahrscheinlich im Dunkeln der Geschichte bleiben. Der Garten ermöglicht es einem Eingeweihten sowie einem Laien in ihm zu lesen.

Der Schwetzinger Schlossgarten wurde Ende des 18. Jahrhunderts (von ca. 1752 bis 1796) erbaut. Zur Zeit von Kurfürst Carl Theodor gab es in Deutschland viele freimaurerische Systeme. Der Kurfürst könnte einige freimaurerische Systeme gekannt und davon bestimmte Inhalte im Schlossgarten verewigt haben.

Die Gartenanlage lässt sich in drei Abschnitte unterteilen: 1. Der Englische Garten im Westen ist der Natur nachgeahmt und das Element Wasser überwiegt (Schwarzes Meerle, Großer Weiher, Moscheeweiher usw.). Der Englische Garten kann für die Herrschaft der Natur über den Menschen stehen. 2. der Französische Garten ist von einer geraden Linienführung sowie von rechten Winkeln durchzogen. Er kann für die Herrschaft der Kunst über die Natur stehen. Die Natur wird zum Kunstobjekt. Das Element Feuer spielt im mittleren Bereich des Gartens eine große Rolle; allein durch die fehlende Dominanz des Wassers im Vergleich zum Englischen Garten. 3. Der Französische Garten im Osten wird vom Kreisparterre mit dem Arionbrunnen in der Mitte beherrscht. Der ganze Bereich ist flach angelegt, so dass der Wind freies Spiel hat. Das Kreisparterre ist durch nördliche und südliche Zirkelgebäude im Osten und durch die beiden Laubengänge (berceaux en treillage) im Westen umrandet. Dabei ist es wichtig, dass es sich im Westen um Laubengänge, d.h. um durchschreitbare Abgrenzungen handelt, und nicht um Gebäude oder steinerne Mauern, wie im östlichen Bereich des Kreisparterres. Insbesondere soll damit die Verbindung zu den Bereichen im Norden wo Galatea-Brunnen und Pan-Statue sowie im Süden wo Minerva-Tempel und lykischer Apollon stehen deutlich gemacht werden.

Der »Dänische Freimaurerorden« wurde 1743 in Kopenhagen (übernahm aber erst ab 1855 das Schwedische System) und die »Große Landesloge von Schweden« wurde 1760 in Stockholm gegründet. Österreich war der »Großen Landesloge« als Provinz angeschlossen bis sich in Wien 1784 die »Große Landesloge von Österreich« gründete. Die Verbindung von Carl Theodor nach Österreich ist nicht nur durch Wolfgang Amadeus Mozart und seinen Vater bezeugt. Der siebenjährige Mozart besuchte zwischen dem 15. und 29. Juli 1763 mit seiner Schwester und seinem Vater im Rahmen einer Konzertreise den kurpfälzischen Hof. Auch Christoph Willibald Gluck, einer der bedeutendsten Opernkomponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist ein wichtiger Vermittler der 1774 als Komponist nach Schwetzingen übersiedelte. Er inszenierte die Oper »La contesa de‘ numi« (von Pietro Metastasio) am 9. April 1749 für den Königshof in Kopenhagen, was als eine mögliche Verbindung nach Skandinavien verstanden werden kann. Denn auch wenn sich die Königshäuser Schwedens und Dänemarks zu der Zeit nicht über den Weg trauten, so hielten sie nichtsdestotrotz formelle und diplomatische Gepflogenheiten ein. Das führt wiederum zu den »Eckleffschen Akten«.

Durch die »Eckleffschen Akten« von ca. 1756, der Grundlage der heute noch existierender Freimaurerorden in Deutschland und Skandinavien, können Anordnungen aber auch bauliche Veränderungen im Schwetzinger Schlossgarten nachvollzogen werden. Die »Eckleffschen Akten« weisen nicht nur durch ihre inhaltliche Gestaltung bereits auf ein fundiertes mystisches und hermetisches Wissen hin. Die Gestaltung des Schlossgartens entspricht an vielerlei Stellen den freimaurerischen Inhalten der schwedischen Lehrart. Was zu der Annahme führt, dass Carl Theodor einen direkten Kontakt zum schwedischen Hof des Freimaurers und späteren Königs von Schweden – Karl XIII. – und seinem Vorgänger und Bruder Gustav III. (auch Freimaurer) gehabt zu haben scheint. Zudem treffen an besonderen Stellen verschiedene Richtungen der Freimaurerei zusammen und ermöglichen dadurch mehrere Deutungsebenen, was auch für Nicht-Freimaurer sehr interessant ist.

Ein Besuch des Schlossgartens in Schwetzingen, der etwa 15 Kilometer südöstlich von Mannheim und 10 Kilometer westlich von Heidelberg liegt, lohnt sich besonders als Freimaurer aber nicht nur. Es gibt noch einige Rätsel zu lösen, wie z.B.: Wo befindet sich der fehlende Venus-Tempel? Wo ist die in den historischen Unterlagen erwähnte Sternenwarte? Ist unter dem Minerva-Tempel eine Loge? Wie ist der Garten im Sinne seiner Erbauer zu begehen? Welche Strömungen der Freimaurerei finden sich darin verewigt?

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Drei Rosen, drei Damen und ein Saxofon

Website des Bayerischen Rundfunks mit dem Programmhinweis

Website des Bayerischen Rundfunks mit dem Programmhinweis

Am 3. November bringt der Sender BR KLASSIK eine “thematische Wort-Musiksendung” mit dem Titel “Drei Rosen, drei Damen und ein Saxofon”, die sich mit dem Zusammenhang von Freimaurerei und Musik durch verschiedene Epochen und Genres beschäftigt.

“Wie freimaurerisch sind unser deutsches Volkslied, der europäische Folk?”, fragt der Sender auf seiner Seite. “Und wie freimaurerisch ist der amerikanische Jazz? War es programmatisch, dass bereits der Erfinder des Saxofons, Adolphe Sax, einer Loge angehörte?” Es geht, natürlich, um Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart, die beiden Väter der berühmten “Zauberflöte”. Es geht auch um Joseph Haydn, Louis Spohr und Johann Nepomuk Hummel, um Johann Gottfried Herder und Robert Burns, aber auch um Louis Armstrong, Lionel Hampton, Duke Ellington, Nat King Cole, Fats Weller und Count Basie. Mit anderen Worten: das Who is Who der älteren und jüngeren Musikgeschichte, die in 55 Minuten Sendezeit behandelt werden wollen.

Mehrere Brüder der freimaurerischen Vereinigung für Kunst, Kultur und Kommunikation “Pegasus” wirkten als Komponisten, Interviewpartner, Interpreten und Textdichter mit, u.a. Dafydd Bullock, Franck Adrian Holzkamp, Erwin Hornauer und Gerd Scherm.

“Drei Rosen, drei Damen und ein Saxofon — Die Musik der Freimaurer”, eine Sendung von Ulrike Zöller. Ausstrahlung am Freitag, den 3. November 2017 ab 19:05 Uhr, Wiederholung am Samstag, den 4. November um 14:05 Uhr. Zur Website der Sendereihe.

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NDR Radiophilharmonie spielt Freimaurermusik

Die NDR Radiophilharmonie in Hannover Foto: Axel Herzig/NDR

Die NDR Radiophilharmonie in Hannover Foto: Axel Herzig/NDR

Das verbindende Band zwischen drei Komponisten beim Konzert der NDR Radiophilharmonie am 19. Oktober 2017 hieß erklärtermaßen – aus Anlass der 300-Jahr-Feierlichkeiten: Freimaurerei.

(Hannover/jo) Willem Pijper, Wolfgang Amadeus Mozart und Jean Sibelius waren Freimaurer. Die Zugehörigkeit zum Bund und die „Seelenverwandtschaft“ zwischen Musik und Freimaurerei wurde im Abo-Konzert der Reihe „C1“ im mit 1.200 Zuhörern restlos ausverkauften Großen Sendesaal des Funkhauses Hannover ebenso feinsinnig aufgespürt wie offen benannt.

Zur Einführung unmittelbar vor Konzertbeginn ging Cellist und Moderator Christian Edelmann (ein Nicht-Freimaurer) auf die Werte und Symbole der Freimaurer und deren Verbindung zur Musik ein und bat zum Dialog Altgroßmeister Jens Oberheide auf die Bühne.

Beide thematisierten in ihrer Konzerteinführung besonders die „Sechs Adagios für Orchester“, die Willem Pijper (1894-1947) 1940 als Ritualmusik für die Loge komponiert hatte. Die „symbolisch hochaufgeladene Musik“ (Programmvorschau) ist gewissermaßen die musikalische Übersetzung einer freimaurerischen Initiation.Vom freimaurerischen Klopfen auf dreimal Drei (intoniert mit Trommel) über das Öffnen der Tempeltür, die Fragen und Reisen, die Einweihung und die „Bruderkette“ zum Schluss der Zeremonie. Die besteht bei Pijper aus 27 Takten, bestehend aus dreimal drei mal drei musikalisch-symbolischen Blöcken.

Im letzten Adagio öffnet sich wieder die Tempeltür, und es geht hinaus in die „profane Welt“. Im strahlenden „C“ wird hier die „Erleuchtung“ idealisiert. Jens Oberheide wies auf thematische Parallelen bei Mozart hin. Auch bei Mozarts Freimaurermusik steht C-Dur für Licht und Leben. Dessen symbolträchtige „Klopfzeichen“ aus der Ouvertüre der „Zauberflöte“ (Pijper verwendet dieselben)  werden auch unter Musikern „Freimaurer-Akkorde“ genannt. Nun können Freimaurer sicherlich ihre musikalisch übersetzten Zeremonien intimer deuten als Außenstehende. Die aber konnten im Konzert die „Übersetzung des Gefühls“ durch Musik eindrucksvoll erahnen. Und dass man Musik auch als solche genießen kann, bewies der starke Beifall des Konzertpublikums.

Dass ein renommiertes Sinfonieorchester wie die NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Andrew Manze freimaurerische Ritualmusik (ohne Zutun von freimaurerischer Seite!) „entdeckt“ und voller Freude vor begeistertem Publikum spielt, ist sicherlich ein Novum. Der Niederländer Willem Pijper ist für viele eine Neu- oder Wiederentdeckung, während Mozart (Violinkonzert Nr.3 und Adagio für Violine und Orchester) und Sibelius ( Sinfonie Nr. 6) als vergleichsweise „populäre“ Freimaurer gelten dürfen.

Das Konzert wurde aufgezeichnet und wird am 1. Dezember 2017 um 20.00 Uhr auf NDR Kultur übertragen.

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“Frieden wird uns nicht geschenkt!”

Marie-Luise und Christian Schwarz-Schilling mit dem stellvertretenden Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland Bernd Brauer

Marie-Luise und Christian Schwarz-Schilling mit dem stellvertretenden Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland Bernd Brauer

Freimaurer trafen sich auf der Wasserkuppe und luden zu einem Vortrag mit Bundesminister a. D. Christian Schwarz-Schilling ein.

(Fulda/bh) Die im Jahr 2010 in Fulda gegründete Freimaurerloge “Zum Frieden – la Paix” in Fulda nahm das dreihundertjährige Jubiläum der Gründung der ersten Großloge von London und Westminster zum Anlass, sich ihrer freimaurerischen Werte zu versichern und mit einer Veranstaltung am Tag der Wahl für den deutschen Bundestag an die Öffentlichkeit zu treten. Dem vorausgegangen war eine Tempelarbeit in dem heute als Denkmal erhaltenen Radom auf der Wasserkuppe. Dieser „Radardom“, von dem der erste von vier im Jahr 1958 errichtet wurde, wird als kulturelles Denkmal auf dem höchsten Berg von Hessen zur Erinnerung an den Kalten Krieg und die nahe ehemalige innerdeutsche Grenze erhalten.

Die Fuldaer Loge hatte die Feld- und Militärloge “Henning von Tresckow” aus Potsdam eingeladen, diese Tempelarbeit auszurichten. Henning von Tresckow, der Namensträger dieser Loge, gilt als eine der großen Persönlichkeiten des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler. Die Tempelarbeit in der Kuppel des Radoms wurde von Brüdern aus 25 Orienten besucht, darunter aus den Orienten Brüssel und St. Gallen. Als Gäste konnte u.a. der stellvertretende Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Bernd Brauer, und der Großkanzler der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Karl-Henning Kröger, begrüßt werden. Damit hat sich der Wunsch der Brüder aus Fulda erfüllt, sowohl am Tag der Bundestagswahl als auch wenige Tage vor dem Tag der deutschen Einheit Freimaurer zusammenzuführen und mit den Themen Krieg und Frieden zu befassen.

Am Nachmittag desselben Tages hatte die Fuldaer Loge zu einem öffentlichen Vortrag von Bundesminister a. D. Christian Schwarz-Schilling in das Bürgerhaus im nahen Poppenhausen eingeladen. Schwarz-Schilling hat sich als Streitschlichter der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Mazedonien große Verdienste erworben, die ihn später als Sonderbeauftragten der EU in Bosnien-Herzegowina empfohlen haben.

Auch wenn man keinen Krieg führt, kann man schuldig werden.

Nach einem Grußwort des Bürgermeisters Manfred Helfrich sprach der im Jahr 1930 geborene Christian Schwarz-Schilling zwei Stunden über seine Erfahrungen auf dem Balkan und die Lehren, die er daraus gezogen hat. Entscheidend für Schwarz-Schilling war, dass Europa zu spät eingegriffen und über lange Zeit entsetzliche Menschenrechtsverletzungen zugelassen habe. Seine Haltung dazu fasste er in der Aussage zusammen: „Auch wenn man keinen Krieg führt, kann man schuldig werden.“ Frieden um jeden Preis sei keine Voraussetzung, Frieden zu gewinnen, sagte er auch unter Hinweis auf das Münchner Abkommen aus dem Jahr 1938, das Hitlers Expansionsstreben legitimiert habe. In seiner Rede ging Schwarz-Schilling auch auf die gegenwärtige internationale politische Krise ein und sprach davon, dass „der Krieg mit Worten“ bereits weit fortgeschritten sei, und mit Verweis auf die Vereinigten Staaten merkte er an, dass eine Politik, die nur auf die Interessen des eigenen Landes ausgerichtet sei, am Ende auch das eigene Land schwäche.

Sein Vortrag wurde getragen von dem Appell: „Frieden wird uns nicht geschenkt!“ Die anschließende Aussprache wurde moderiert durch den Meister der Forschungsloge Quatuor Coronati, Thomas Forwe. Tröstlich angesichts der Schilderungen von Kriegen und ihren Folgen waren musikalische Beiträge auf dem Cembalo des in Poppenhausen lebenden Musikers Jan Polivka, der Kompositionen von Händel vortrug, die wie die Freimaurerei seit dreihundert Jahren nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben.

Freimaurer aus 25 Orten treffen sich auf Einladung der Fuldaer Freimaurer auf der Wasserkuppe

Freimaurer aus 25 Orten treffen sich auf Einladung der Fuldaer Freimaurer auf der Wasserkuppe

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