Neujahrsempfang in Wetzlar

Neujahrsempfang der Loge Wilhelm zu den drei Helmen. (Foto: Werner Volkmar)

Erfreut zeigte sich der neue Meister vom Stuhl, Martin Marx, über die große Zahl der Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, die zum traditionellen Neujahrsempfang der Wetzlarer Freimaurerloge „Wilhelm zu den drei Helmen“ ins Logenhaus gekommen waren.

Wetzlar. (wv) Namentlich begrüßte der Meister vom Stuhl als erster Vorsitzender neben Oberbürgermeister Manfred Wagner und Wolfram Dette (Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises) auch den Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer und Frank Steinrats, Mitglied im Hessischen Landtag (beide CDU) sowie die Stadträtin Sigrid Kornmann.

„Was Sie tun ist gut. Tun sie es lauter“ so Landrat Wolfgang Schuster beim Neujahrsempfang im Jubiläumsjahr 2017. Damit meinte er, dass die Freimaurer mehr in die Öffentlichkeit gehen sollten. „Und dies tun wir, denn die Werte, die wir vertreten- wie Freiheit, Toleranz, Gleichheit, Brüderlichkeit und Humanität, sind nicht nur uns wichtig – sie sind eine gute Basis für menschliches und politisches Handeln“,  so Marx. „Ja, wir Freimaurer erbringen auch heute einen Beitrag zur Gestaltung einer modernen Gesellschaft, aber mit nur rund 15.000 Brüdern wird unsere Stimme nur selten wahrgenommen. Ich fände es toll, wenn einige bekannte Politiker, Wissenschaftler oder Sportler zur Freimauerei kämen, und dies auch adäquat kommunizieren würde. Für unsere Gesellschaft würde dies sicher von Vorteil.

Was Sie tun ist gut. Tun Sie es lauter!

Landrat Wolfgang Schuster

Bei seinem Festvortrag „Geschichte der Geometrie in Theorie und Praxis unter dem Blickwinkel von Winkelmaß und Zirkel“ behandelte Professor Dr. Albrecht Beutelspacher, einer der populärsten Mathematiker und Leiter des „Mathematikum“ in Giessen, ein Thema, das bedrohlicher klang als es war, zumal der Wissenschaftler die Gäste mit seinen bekannten mathematischen Experimenten überraschte.

„Geometrie“ (zu Deutsch „Vermessung der Erde) ist sicher eine der ältesten Wissenschaften. So konnte man in Ägypten (2500 vor Christus) nicht nur gradlinig begrenzte Flächen in rechtwinklige Dreiecke und diese wieder in Rechtecke flächengleich umwandeln, auch die Formel für das Volumen der Pyramidenstümpfe war bekannt. Ihre Werkzeuge waren Zirkel und Lineal, Hilfsmittel, die die Welt heute noch prägen. Auch der Satz des Griechen Pythagoras (570 vor Christus) hat bis heute seine Gültigkeit behalten. Oder Archimedes, der mit der nach ihm benannten Zahl „Pi“ aus dem Durchmesser den Umfang der Erde berechnete. Und immer waren Winkelmaß und Zirkel wichtige Hilfsmittel.

Zum Abschluss seines Vortrages erklärte der Mathematiker anhand eines banalen Experimentes die „Quadratur des Kreises“. Der Professor ließ ein Quadrat entstehen, indem er zwei aus einem Streifen Papier geformte und über Kreuz aufeinander geklebte Ringe wieder auseinander schnitt und zu einem Quadrat entfaltete. Ein Experiment, für das es stürmischen Beifall gab.

Gastredner Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher veranschaulicht Inhalte seines Festvortrages zur Geometrie. (Foto: Werner Volkmar)

Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD), der die Grüße der Stadt und des Magistrates der Stadt überbrachte, erinnerte daran, dass unsere Zeit, wie kaum eine andere zuvor, voller Möglichkeiten steckt. „Zum Guten und zum Bösen. Nichts komme von selbst. Und nur wenig ist von Dauer“. Darum besinnt Euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit andere Antworten braucht“. „Dieses Zitat des früheren Bundeskanzler Willy Brandt hat an Bedeutung nichts eingebüßt“, so Wagner, wenn wir auf den Zustand unserer Gesellschaft blicken oder die Lebensgrundlagen auf unserem Globus sehen. Natürlich gibt es hier keine einfachen Lösungen, aber es bedarf einer Entschleunigung der Prozesse und der Bereitschaft, einen Raum für den gesellschaftlichen Diskurs zu öffnen. Wir brauchen Werte und Haltungen als tragende Säulen unserer Gesellschaft, die denen der Freimaurer eng verbunden sind, wie Toleranz, Friedenswille oder Mitmenschlichkeit. „Diese Werte sind auch ein Kompass für die Weiterentwicklung unseres Hauses Europa, um die es bei den Wahlen zum Europäischen Parlament in diesem Jahr letztlich geht. Eine Wahl, die für unsere Zukunft prägend sein wird. Also nutzen sie die Wahl als Chance für ein starkes Europa“. So der Appell des Oberbürgermeisters in seinem Schlusswort.

Wolfram Dette (FDP), der die Grüße der Kreisgremien überbrachte, warf einen Blick auf 100 Jahre deutsche Zeitgeschichte. 1919 wurde die Weimarer Republik ausgerufen und das Frauenwahlrecht eingeführt, und 1939 die Staatengemeinschaft UNO gegründet. Nach dem schrecklichen Weltkrieg 1949 trat das Grundgesetz in Kraft und der erste Bundestag wurde gewählt. Und schließlich im Jahr 1989 der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung war möglich. Eine historische Zeitreihe, auf die wir stolz sein können. Dies war aber auch nur möglich, weil Politiker zum Wohle ihres Landes handelten. Heute stehen wir wieder vor einer bedeutenden Entscheidung. Wir haben die Europäische Gemeinschaft und über 70 Jahre kein Krieg. „Wir sollten alle mit dazu beitragen, dass uns diese Gemeinschaft, in der noch 28 Staaten vereint sind, erhalten bleibt. „Denn die Gefahr, dass sie Risse bekommt oder zerbricht wäre zum Schaden aller Menschen auf unseren Erdteil Europa“, so Wolfram Dette.

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Ein Vorbild für alle Brüder

v.l.n.r: Doris Schröder Köpf, Abayomi Oluyombo Bankole, Boris Pistorius (Foto Christian Kunze / www.alles-kunst.de)

1972 flüchtete Abayomi Oluyombo Bankole aus dem von Unruhen und Militärdiktaturen geprägten Nigeria nach Deutschland. Am 4. Dezember 2018 verlieh der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius „Yomi“ das Verdienstkreuz am Bande. Doch wie kam es dazu?

(Hannover. ck) Abayomi Bankole, in Nigeria Luftwaffenpilot, sah 1972 sein Leben in Nigeria bedroht. Über England flüchtete er nach Deutschland und ließ sich in Hannover nieder, wo bereits ein Cousin von ihm lebte. Doch der Anfang war schwer: So forderte der Sachbearbeiter im Amt ihn auf, innerhalb von drei Monaten deutsch zu lernen, ansonsten würde man ihn nach Nigeria zurückschicken.

Das war für Abayomi der initiale Anstoß. Er las Bücher und er schaute, so erzählt er es heute gerne, Bundestagsdebatten und sprach alles nach was dort gesagt wurde. Besonders die Reden von Willi Brandt gefielen ihm, weil dieser deutlich und langsam sprach. So brachte in gewisser Weise Willi Brandt Abayomi Bankole Deutsch bei. Als er nach den drei Monaten wieder im Amt vorsprechen musste, hatte er so viel Deutsch gelernt, dass der Mitarbeiter des Amtes sehr erstaunt war. Abayomi durfte bleiben.

Eine Ausbildung zum Verkehrspiloten konnte er sich leider damals nicht leisten, eine Stelle als Maschinenschlosser versuchte er über das Arbeitsamt zu bekommen. Aber immer waren die Stellen gerade vergeben worden. Eine Zeit lang verdiente er sein Geld als Taxifahrer, bis er auf die Idee kam, sich in einem „typisch deutschen“ Geschäftsfeld selbständig zu machen. Bankole wurde erfolgreicher Versicherungsmakler.

Am 11. März.1997 wurde Abayomi in der Loge Baldur in Hannover aufgenommen. Seitdem ist er ein wichtiges Glied in der Bruderkette.

Ein Ereignis veranlasste ihn 2007 den „Afrikanischen Dachverband Norddeutschland“ (http://adv-nord.org) zu gründen. Kurz vorher war er Zeuge geworden, wie eine Polizeistreife einen Afrikaner, der mit dem Fahrrad unterwegs war, anhielt und von diesem eine Quittung für dessen Fahrrad verlangte.

Der Verein wurde gegründet, um sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen, gegen Rassismus und Intoleranz zu kämpfen und afrikanischen Bürgern eine hilfreiche und beratende Stütze zu sein. Die Förderung der Integration, Beratung und Mitwirkung in Fragen Stadtentwicklung, Kultur und Umwelt, aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Beratung in Interkulturellen Angelegenheiten gehören zu den Zielen des Dachverbandes.

2007 initiierte „Yomi“ Bakole „Kicken gegen Vorurteile“, ein Fußballturnier mit Polizisten, Afrikanern und Interessierten, um Vorurteile abzubauen. Von 2008 – 2015 war Abayomi Mitglied des Integrationsrates der Landeshauptstadt Hannover. 2011 erhielt Bankole den Integrationspreis des Gesellschaftsfonds. 2013 wurde Abayomi Bankole in die Kommission des Niedersächsischen Landtages für Integration und Teilhabe berufen. 2015-16 war Abayomi im Niedersächsischen Beirat für Migration und Teilhabe und übergab Ministerpräsident Weil in diesem Rahmen Empfehlungen für ein Einwanderungsgesetz. Es würde zu weit führen alle Aktivitäten, die Bruder Bankole in den letzten 20 Jahren initiiert hat aufzuführen, aber eines ist sicher: Abayomi hat sich immer für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz eingesetzt.

Aber letztlich führte Ihn sein Engagement am 4. Dezember 2018 in das Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung. Die anwesenden ca. 40 Gäste aus Politik, Kultur, Freundeskreis,  der Familie und Bruderschaft der Loge konnten erleben, wie ein sichtlich bewegter Innenminister eine großartige Laudatio auf Abayomi Bankole hielt. Besonders würdigte der Minister das hervorragende, jahrelange und ehrenamtliche Engagement gegen Rassismus und für Integration von Herrn Bankole.

Es war ein bewegender Moment als Pistorius Bankole das Verdienstkreuz ansteckte und gratulierte. Sichtlich bewegt hielt Bruder „Yomi“ eine Dankesrede, in der er sich auch bei den Brüdern der Loge bedankte, die ihn bei seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützt hätten.

Ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe: Die Brüder der Loge Baldur sind stolz darauf mit „Abayomi Oluyombo Bankole“ einen Bruder zu haben, der die Grundwerte der Freimaurerei in die profane Welt trägt.

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Stuttgarter Loge spendete 13.500 €

(von rechts) Altgroßmeister Br. Klaus Horneffer, Br. Kai-Uwe Scherer und die Spendenempfänger im Logenhaus Stuttgart nach der Übergabe der Spendenurkunden.

Die Stuttgarter Loge "Furchtlos und Treu" überreichte mehreren Organisationen einen mit über 13.000 bemerkenswerten Spendenbetrag.

(Stuttgart/kus) Anlässlich des Neujahrsempfangs der Stuttgarter Freimaurerloge “Furchtlos und Treu” am 19. Januar 2019 mit musikalischer Umrahmung und Festvortrag durch unser Ehrenmitglied und Altgroßmeister Br. Klaus Horneffer, wurde durch den gemeinnützigen Verein der Loge “Humane Welt e.V.” eine respektable Spendensumme von insgesamt 13.500 € an verschiedene Organisationen vergeben.

Im Einzelnen waren das für den Verein Kobra e.V. 2.500 €, für den Verein Lebensweg 3.000 €, für den Hospitzverein Böblingen 3.000 €, für die Jugendfarm Sonnenberg 2.000 €, den Verein EVA 2.000 € und das Jugendgelände Pattonville      1.000 €.

Die Spenden-Urkunden wurden den Vertretern der Spendenempfänger durch den Vorsitzenden der “Humanen Welt e.V.” Herrn Dr. Kai-Uwe Scherer überreicht.

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Gemeinsames Symposium in Wien

Ritualraum der Wiener Logen

Vom 19.-21. Oktober 2018 fand in Wien im Großlogenhaus ein Symposium zum Thema „Wie wir wirken – die soziale Dimension“ statt. Dieser Veranstaltung gingen seit mehreren Jahren stattfindende, regelmäßige Zusammenkünfte seit 2015 zwischen der Berner Loge „Zur Hoffnung“, den Wiener Logen „Anthropos“ und „Bruderkette“ sowie der Berliner Loge „Avantgarde“ voraus.

(Wien, Berlin/cs) Die Teilnahme von mehr als 80 Brüdern, darunter der Großmeister, der Großsekretär und der Großalmosenpfleger der GL von Österreich unterstrichen die Bedeutung der Aufgabe Wohltätigkeit und wie wir in dieser Hinsicht in unserer Wohlstandgesellschaft aktiv sein und unsere freimaurerischen Werte konkret in die Tat umsetzen können.

Ein Bruder der Wiener Loge “Erkenntnis im Europäischen Licht” skizzierte die Wohltätigkeit unter anderem aus den Zugängen, die die verschiedenen großen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus dazu haben, und leitete zur Freimaurerei über, in der in England bereits 1723 ein Großlogenkomitee für Wohltätigkeit gegründet wurde. Als persönlichen Schluss betonte er, dass Wohltätigkeit sich im freimaurerischen Sinne nicht allein durch Gaben, sondern durch den brüderlichen Umgang miteinander darstellt.

Ein Bruder der Loge Bruderkette aus Wien ging vom aktuellen Zahlenmaterial über die soziale Situation der Gegenwart weltweit und in Österreich, über die Armutsgefährdung und die Bildungssituation aus und unterstrich, dass die Brüderlichkeit die regelmäßige Einübung braucht, die Aufrechterhaltung als Wert für den Umgang untereinander. Er rief auf, nicht allein für andere etwas zu tun, sondern gemeinsam mit anderen etwas zu tun und somit die Welt gemeinsam ein Stück zu verbessern!

Br. Celil Senman, MvSt der Loge Avantgarde aus Berlin, berichtete über das 1953 gegründete „Freimaurerische Hilfswerk“, dessen Aufgabe die Förderung der Jugend-, Alten- und Sozialfürsorge ist. Diese größte karitative Organisation der deutschen Freimaurer finanziert sich aus den Beiträgen der rund 500 Mitglieder, Einzelpersonen und Logen, und hat zuletzt 2017 fast 150.000 Euro an Spenden vergeben. Das Hilfswerk beteiligte sich in den letzten Jahren unter anderem auch an Katastrophenhilfen, etwa für Haiti, Nepal oder Italien.

Eine komplett andere Betrachtungsweise präsentierte das Referat eines Bruders der Loge “Zur Hoffnung” aus Bern. Ihm ging es vor allem um die soziale Dimension als persönliche Lebensgestaltung, was für ihn „mehr als Wohltätigkeit“ ist. Er wollte seinen Beitrag als Aufruf verstanden wissen, „sich täglich wirklich bewusst zu werden, was es heißt, Freimaurer zu sein: Zu wirken – mitten im Leben“. Die Werte der Freimaurerei sollen auch heute in der Mitte des Lebens ankommen, damit sie wirkungsvoll sind. Wirkungsvoll heißt: auf zwei Ebenen erfolgen, nach innen und außen.

Zwei konkrete Projektvorstellungen rundeten das Symposium ab: Ein Bruder der Loge “Bruderkette” stellte das Spendenparlament vor und ein Bruder der Wiener Loge “Anthropos” präsentierte ein von der Loge unterstütztes psychosoziales Tageszentrum.

Im Spendenparlament kann jede Loge oder jeder einzelne Bruder durch eine Zahlung von € 50 einen Sitz und eine Stimme im Plenum erwerben. Projekte, in denen er persönlich involviert ist, können durch jeden Bruder aus Österreich eingereicht werden. Die Einreichungen werden durch eine Jury gesichtet und am Tag des Plenums werden daraus 5 Projekte von den beteiligten Brr. präsentiert. Im Anschluss teilt jede Stimme nach eigenem Gutdünken ihren eingesetzten Geldwert den einzelnen Projekten zu.

Der Wunsch der Teilnehmer war nach Abschluss des Symposiums eindeutig: Solche Veranstaltungen sollten künftig mindestens einmal jährlich stattfinden.

Vor diesem Hintergrund führt die Berliner Loge Avantgarde vom 21. bis 23. Juni 2019 das Symposium deutschsprachiger Hauptstadtlogen aus Europa durch. Selbstverständlich sind auch Teilnehmer aus Nicht-Hauptstädten gerne eingeladen. Nähere Informationen hierzu folgen in Kürze.

Die österreichen Freimaurer wirken unter strenger Diskretion, weshalb in diesem Beitrag keine Namen der österreichischen Brüder genannt wurden.

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Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge

Foto: candy1812/ Adobe Stock

Die Nienburger Freimaurerloge „Georg zum silbernen Einhorn“ hatte zu Beginn des neuen Jahres zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen.

(Nienburg/dh) Der Meister vom Stuhl Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen Henning Onkes, Bürgermeister der Stadt. Neben weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft fanden sich Präsidentinnen und Präsidenten der in der Stadt und im Landkreis aktiven Serviceclubs Lions und Rotary, des Heimatbundes, der Historischen Gesellschaft und weiterer Vereine ein. Auch Brüder und Schwestern befreundeter Logen aus Stadthagen, Hoya, Celle und Hannover trugen sich in das Anwesenheitsbuch ein.

Der Stuhlmeister tat einen Rückblick auf das vergangene Jahr und gab einen Einblick in die Herausforderungen des neuen Jahres für die Nienburger Freimaurer: „Wir arbeiten an uns, für unsere Loge und für unsere Gesellschaft. Freiheit, Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Toleranz, sind dabei die bestimmenden freimaurerischen Grundhaltungen“.

Festredner war Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün, der einen Vortrag über die Arbeit der Freimaurer und über die Aufgabe und Wirkung von Ritualen hielt. Der Referent ist selbst seit vielen Jahren bekennender Freimaurer. Er widmete sich dem Studium der Philosophie, Mathematik sowie mittlerer und neuerer Geschichte, aber auch Geschichte der Naturwissenschaften sowie alte Philologie in Frankfurt am Main. Klaus-Jürgen Grün ist apl. Professor für Philosophie, Unternehmensberater und Ethik-Experte. Er bietet regelmäßig Lehrveranstaltungen in Philosophie gemeinsam mit Managern und Studenten an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main an. Seit Sommer 2001 ist Klaus-Jürgen Grün Leiter des von ihm gegründeten Philosophischen Kollegs für Führungskräfte. Er ist Mitglied in verschiedenen Forschungsgesellschaften und Ehrenmeister der Forschungsloge Quatuor Coronati.

Freimaurerei kann, so Prof. Grün, als ein Gesamtkunstwerk betrachtet werden. So wie die Kunst sich in den Schüben der Aufklärung emanzipierte von der Zwanghaftigkeit, eine bloße analoge Abbildung und Wiederholung der Gegenstände der Welt zu sein, verrücken die Rituale der Freimaurer die elementaren Symbole der Arbeit aus dem Kontext ausbeuterischer Lohnarbeit heraus.

Durch ihren Symbolcharakter bereitet die Freimaurerei einen Boden, auf dem man sich bewusst machen kann, dass Vieles in Zukunft eine vollkommen andere Bedeutung gewinnen kann, als es unserer Gewohnheit entspricht. Menschen werden durch die Kunst wie auch durch die Freimaurerei daran gewöhnt, dass auch ihre heiligsten Werte vorwiegend Symbolcharakter haben.
Angesichts einer Gegenwart, in der Auflösungserscheinungen religiöser Dogmen sich in Sprengstoffgürtel verwandeln, hat die rituelle Einübungspraxis in das Verständnis von Metaphern und Symbolen eine ungewollte Aktualität erhalten.

Nicht die Verkündigung einer unabänderlichen Wahrheit trägt die Hoffnung auf eine menschlichere Zukunft, sondern die Gewöhnung der Menschen daran, dass die Zukunft stets offen ist und durch Arbeit – auch an sich selbst – gestaltet werden kann.
Die anwesenden Gäste bedachten den anspruchsvollen, abwechslungsreichen und mit Witz frei vorgetragenen Festvortrag mit herzlichem Beifall. Ralf Winkelmann, Lehrer an der Musikschule Nienburg, begleitete den Empfang einfühlsam und ausdruckstark auf seiner Gitarre und wurde ebenfalls mit herzlichem Beifall belohnt.

Viele Gäste nutzten die sich anschließende Möglichkeit, bei einem kleinen Buffet Neujahrsgrüße und Gedanken in den Logenräumen auszutauschen.

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Bremer Konzert bringt 2.000 € für karitative Zwecke

Im Rahmen des ersten Neujahrsempfanges des Bremer Distriktes kamen viele Besucher in den Genuss eines Konzertes im Tempelraum der Loge "Roland zu den Alten Pflichten".

(Bremen/tl) Die drei Pianisten und Freimaurer Evgeny Cerepanov, Mikhail Berlin und Christian Kassens bestritten gemeinsam unter dem passenden Titel “30 Finger für die Königliche Kunst” den musikalischen Teil des ersten Neujahrsempfangen, den die bremischen Logen der Großloge A.F.u.A.M.v.D. im Oelzweighaus gemeinsam veranstalteten.

Gespielt wurden im vollbesetzten Temeplraum der Loge Stücke von Mozart, Schubert, Schumann, Haydn und Debussy. Zur Überraschung des Publikums gesellte sich spontan ein Gesangsstudent der Hochschule für Künste (HfK) zu dem Trio und bereicherte den Abend.

Durch den Eintrittpreis und mehrere Spenden von Bremer Logen konnte eine Summe von 2.000 € erlöst werden. Die Hälfte davon geht an ein Projekt zur Betreuung von jungen Müttern und Vätern mit ihren Neugeborenen. Die anwesende Leiterin des Projektes, Frau Wittrock-Rijksen, berichtete sichtlich bewegt, dass die Spende für zur Anschaffung eines großen Spielgerätes im Garten des neu geschaffenen Wohnhauses verwendet wird. Die zweite Hälfte der Sammlung geht an die Hochschule für Künste (HfK) in Bremen.

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Großlogentreffen 2019 in Mannheim

Wasserturm in Mannheim Foto domeckopol / pixabay

Das Großlogentreffen 2019 findet vom 29. bis 31. Mai in Mannheim statt und steht unter dem Motto "Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?" Viele Besucher werden erwartet.

Die Großlogentreffen finden alle zwei Jahre in unterschiedlichen Orten statt. Anders als die ebanfalls alle zwei Jahre stattfindenen Großlogentage sind sie keine vereinsrechtliche Zusammenkunft, sondern konzentrieren sich einerseits auf Vorträge und Diskussionen zu Themen der Freimaurerei sowie auf Geselligkeit.

Das inhaltliche Thema dieses Jahres orientiert sich an einem Ausspruch des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi de Lampedusa “Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?” In Lampedusas einzigem Roman “Der Leopard” geht es um die Frage der Anpassung an geänderte Verhältnisse. Viele Logen beschäftigen sich mit dem Wandel der Gesellschaft und mit der Frage, wie Freimaurer damit umgehen, etliche Beiträge auch auf dieser Website und in der Zeitschrift “Humanität” spiegeln die Fragen wider. In Mannheim will man sich einen ganzen Tag damit beschäftigen und auf die eine oder andere Frage Antworten finden.

"Unser diesjähriger Gastgeber und Ausrichter, die Loge "Carl zur Eintracht", ist die älteste Freimaurerloge im Rhein-Neckar-Raum. Seit dem Jahr 1756 ist sie gesellschaftspolitisch nicht mehr aus Mannheim wegzudenken. Das ständige Angebot zwischen Tradition und Moderne, Besinnlichkeit und Geselligkeit sowie Kultur und tagesaktuellen Themen ist täglicher Anspruch an alle Brüder."

Ralph Meixner, Distriktmeister Baden-Württemberg

Für die große Zahl an erwarteten Brüdern, Damen und Gästen haben die Organisatoren ein anspruchsvolles Programm geschnürt. So ist beispielsweise für Damen und Gäste eine Führung durch die Kunsthalle Mannheim geplant, die bereits seit mehr als hundert Jahren das kulturelle Leben in Mannheim prägt. 1909 gegründet ist sie eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. Deutschlandweit zählt sie mit Werken von Édouard Mant bis Francis Bacon und einen Skulpturenschwerpunkt zu den angesehensten bürgerschaftlichen Sammlungen der deutschen und internationalen Moderne bis zur Gegenwart.

Das Technoseum in der Museumsstraße bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. In dieser Technikatmophäre treffen sich die Teilnehmer des Großlogentreffens zu einem geselligen Beisammensein, die “Blue Note Jazz Company” begleitet die Veranstaltung mit einer Zusammenstellung von New Orleans Jazz bis zum eleganten Jazz der Swing-Zeit.

Während die Brüder Freimaurer sich im Tagungshotel mit den Zukunftsfragen ihres Bundes beschäftigen, können die Damen und Gäste bei einer Führung durch die verwinkelten Gassen die vielen Facetten der Heidelberger Altstadt kennenlernen und mit der Berbahn hinauf zum Schloss fahren.

Detaillierte Informationen liegen jeder Loge bereits vor oder können bei der Kanzlei der Großloge unter kanzlei@freimaurerei.de angefordert werden. Anmeldungen sind bitte an die Kanzlei zu richten.

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