Münchner Kolloquium über Glaube und Religion

Gut besuchtes 7. Münchner Kolloquium der Loge

Gut besuchtes 7. Münchner Kolloquium der Loge “In Treue fest”

Bereits zum siebten Mal führte die Münchner Loge “In Treue fest” ein Kolloquium zu einem bewegenden Thema der Zeit durch. In diesem Jahr stand es unter dem Titel “Religion, Quelle des Friedens oder der Auseinandersetzung? Der Glaube zwischen dem Wunschprinzip der Menschenliebe und dem Realitätsprinzip konfliktiver Handlungen.” Die auch der Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltung war gut besucht.

(München/hbj) Die Vorträge der fünf aktiven Teilnehmer weckten bei den Zuhörern viel Interesse, wie man an der fast einstündigen anregenden Diskussion merken konnte, die am Ende der Vorträge stattfand und in eine Fülle von Fragestellungen mündete. Bei fast der Hälfte der Besucher handelte es sich um Nichtfreimaurer; von diesen bekundeten mehrere junge Männer ihr Interesse an der Freimaurerei.

Der erste Vortrag „Was ist Religion. Versuch einer Deutung“ (Dr. Hernán J. Benítez Jump) versuchte in der Einleitung und in der Problemdarstellung zum Thema Religion als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu erklären, was unter dem Begriff Religion zu verstehen sei. Nach dieser Analyse, stellte Hernán fest, dass es auch notwendig ist, sich mit der Religion als real existierendes Phänomen in unserer heutigen Gesellschaft auseinander zu setzen. So äußerte er, dass der Staat als ein rechtlich geordnetes Gebilde, auch wenn er sich aufgrund der in unserer Verfassung verankerten Religionsfreiheit neutral zu verhalten hat, aus unserer gewachsenen christlichen Tradition entstammt und infolgedessen in einem bestimmten soziopolitisch-kulturellen verpflichtenden Kontext steht, den er im Interesse seiner Identität nicht einfach abstreifen darf. Er habe die eigene Kultur und Identität bezüglich fremder Religionen stärker zu berücksichtigen, zu bewahren und zu fördern. Man werde das Bild des Fremden nicht verstehen können, wenn man das Selbstverständnis, die eigene Identität, das eigene Bild in Übermaß aufgibt.

Der zweite Vortrag „Führt Religion als Glaubensüberzeugung zur Intoleranz?“ (Prof. Dr. H. Schöndorf SJ, Hochschule für Philosophie, München) machte eine geschichtliche Reise in die religiöse und gesellschaftliche Vergangenheit des Glaubens. So fragte er zunächst, ob der Monotheismus unweigerlich zu Gewalt und Intoleranz führt. Um diese Frage zu beantworten, zitierte er mehrere Passagen aus dem Alten Testament und kam zur Überzeugung, dass letztendlich: 1. der Glaube seinem Wesen nach nicht erzwungen werden kann, denn ob man glaube oder nicht, sei eines jeden freie Entscheidung und ließe sich eben so wenig gegen den eigenen Willen erzwingen; 2. historisch ließe sich die These von der speziellen Intoleranz des Monotheismus nicht nachweisen und 3. die grundlegenden Dokumente der Religionen enthielten so gut wie immer auch die Lehre, dass die betreffende Religion nicht mit intoleranten und gewalttätigen Mitteln durchgesetzt werden darf. Aber in der konkreten Geschichte der Religionen habe man sich eben nicht immer hieran gehalten – und das gelte praktisch für alle großen Religionen.

Der dritte Vortrag „Freimaurerei und Religion – eine schwierige Beziehung?“ (Prof. Dr. Hans Hermann Höhmann, Univ. Köln) und vierte Vortrag „Religiöse Wahrheiten und unbedingte Toleranz. 300 Jahre Konflikt zwischen Katholischer Kirche und Freimaurerei“ (Dr. Klaus Kottmann, Offizialatsrat, Fachstelle Kanonisches Recht. Generalvikariat Erzbistum Hamburg) behandelten die Beziehungen zwischen der Freimaurerei und Religion, wobei während der erste aus der „Innenperspektive“ erfolgte und klärte, was die Religion für Freimaurer und die Freimaurerei bedeute, beschäftigte sich der zweite mit der Darstellung der Beziehungen des Heiligen Stuhls (Vatikan) und der Freimaurerei. Dr. Kottmann legte in seinem Vortrag zunächst das Verhältnis von Freimaurerei und Katholischer Kirche in den vergangenen 300 Jahren dar und zwar ab dem Jahr 1738 mit der scharfen Verurteilung der Freimaurerei durch Papst Clemens XII., mit der er den Mitgliedern der Freimaurerei die Exkommunikation androhte. Dann sprach Dr. Kottmann über das Recht auf die freie religiöse Ausübung eines jeden und ging weiter sehr explizit auf das Verhältnis der Katholischen Kirche bezüglich der Freimaurerei seit dem II. Vatikanischen Konzil bis in unsere Tagen ein. Nach diesen Analysen konstatiert Dr. Kottmann: „die offizielle Position der Katholischen Kirche zur Freimaurerei ist heute nicht anders als vor 35 Jahren […] Anders als früher aber wird die Freimaurerei von der Kirche nicht mehr verurteilt, verteufelt oder gar verfolgt […] Heute bezieht die Katholische Kirche in der Praxis gegenüber der regulären Freimaurerei eine im Grunde tolerante Haltung.“

Beim letzten Vortrag stellte Herr Malik Usman Naveed, (Imam und Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat, München) seine Glaubensgemeinschaft vor und sprach von der Bedeutung des Begriffs Frieden im Koran und dessen unterschiedlicher Wahrnehmung in der Auslegung in den verschiedenen islamischen Glaubensgemeinschaften. Er wies gleichzeitig mehrmals darauf hin, dass der Islam, wie er von den Islamisten und Wahhabiten praktiziert wird, absolut nichts mit dem wahren Wesen dieser Religion zu tun habe und lehnte mit Entschiedenheit deren Missbrauch für politische Zwecke ab. Viele Fragen bei der Diskussion galten auch ihm.

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Eine rasante Reiserevue im Fürther Logenhaus

Die Schauspielerin und Sängerin Alexandra Völkl (Foto: Matthias Schäfer

Die Schauspielerin und Sängerin Alexandra Völkl (Foto: Matthias Schäfer

Eine rasante Reise-Revue unter dem Titel „Du hast den Farbfilm vergessen!“ präsentieren Alexandra Völkl (Schauspiel und Gesang) und Budde Thiem (Piano) im Fürther Logenhaus.

In 80 Tagen um die Welt? – Das war gestern! Völlig unbeeinflusst von Staumeldungen oder Bahnstreiks, ganz ohne moderne GPS-Technik und atmungsaktive Multifunktionskleidung verspricht die Reise-Revue binnen weniger Augenblicke Expeditionen und Ausflüge auf die höchsten Gipfel, in die tiefsten Täler, an einsame Strände und in pulsierende Metropolen. Im Reisegepäck führen die beiden Künstler charmante Chansons sowie bewegende Tatsachenberichte rund um Reiselust und Reisefrust, Fernweh und Heimweh.

Prominente Mitreisende sind unter anderem Hildegard Knef, Kurt Tucholsky, Georg Kreisler, Cissy Kraner, Helmut Qualtinger, Helen Vita, Joachim Ringelnatz, Friedrich Hollaender, Ludwig Thoma und Nina Hagen. “Ein musikalischer Kurzurlaub für alle, die reif für die Insel sind – und eine Präventivmaßnahme für alle, die nicht urlaubsreif werden wollen!”, so empfiehlt der Veranstalter, der Logenhaus-Bauverein, das Programm.

Die Sängerin und Schauspielerin Alexandra Völkl hat sich von Kopf bis Fuß den Schlagermelodien der 1920er-1940er Jahre verschrieben. Budde Thiem ist Jazzpianist, Begleiter, Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge. Der Kulturpreisträger der Stadt Fürth war musikalischer Leiter am Czurda-Theater und am Schauspielhaus Nürnberg.

Eintritt:  15,-. Kartenreservierung: Familie Organ im Logenhaus (LHS), Tel.: 0911 / 77 01 20. Veranstalter: „Logenhaus-Bauverein“  der Freimaurerloge Fürth.

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Sanierung des Bamberger Tempelhauses

Das Bamberger Logenhaus in voller Pracht

Das Bamberger Logenhaus in voller Pracht

Wenige Wochen vor dem Großlogentag in Bamberg feierten die Bamberger Freimaurer mit vielen Ehrengästen die Tempeleinweihung im kernsanierten Logenhaus. Knapp 130 Jahre nach seinem Bau erstrahlt das Einzeldenkmal wieder im alten Glanz.

(Bamberg/ks) Es ist vollbracht. Nach fast zwei Jahren Umbauzeit wurde mit der offiziellen Tempeleinweihung durch den Großmeister Stefan Roth-Kleyer die Kernsanierung des Bamberger Logenhauses erfolgreich abgeschlossen. Grund genug für die Mitglieder der Bamberger Loge, gemeinsam mit vielen Vertretern befreundeter Logen und in Anwesenheit des Großmeisters Stefan Roth-Kleyer, dem zugeordneten Großmeister Karl Deckart, Großzeremonienmeister Peter Lauber und dem Distriktsmeister für Bayern Wilhelm Glöckel diesen Tag gemeinsam mit vielen Brüdern zu feiern.

Die Gesamtinvestition der Baumaßnahme betrug rund 1,5 Mio. Euro. Wenige Wochen vor dem Großlogentag in Bamberg, erstrahlt das Bamberger Logenhaus im Herzen der Welterbestadt Bamberg wieder im neuen Glanz. Stellvertretend für die Bamberger Brüder bedankte sich Klaus Stieringer, als Meister vom Stuhl der Bamberger Freimaurerloge „Zur Verbrüderung an der Regnitz“, für die große Unterstützung durch die Großloge und die umfangreiche Hilfe befreundeter Logen.

Die Bamberger Freimaurerloge wurde am 20. Mai 1874 gegründet. Bereits wenige Jahre später wurde 1890 der Grundstein für ein eigenes repräsentatives Logenhaus im Herzen Bambergs gelegt. Unter dem Druck der NSDAP wurde die Freimaurerei 1933 verboten und das Logenhaus beschlagnahmt. 1948 wurde das Haus, dank der maßgeblichen Unterstützung von Dr. Thomas Dehler (Bundesjustizminister und Freimaurer) an die Loge zurückgegen und in den vergangenen zwei Jahren saniert. Im Rahmen der Sanierung konnte die ursprüngliche Bausubstanz wieder hergestellt werden, welche teilweise durch die Nazis zerstört wurde.

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Weltbruderkette in Erlangen mit Tradition

Giebel des Erlanger Logenhauses

Giebel des Erlanger Logenhauses

Die Erlanger Loge “Libanon zu den drei Cedern” hatte Besucher aus 11 Nationen und drei Kontinenten und bewies damit eindrücklich die sprichwörtliche Weltbruderkette.

Am 30. Januar 2018 empfingen der Meister vom Stuhl Michael Reck und die Brüder der Erlanger Loge “Libanon zu den 3 Cedern” eine Delegation der Loge „Coroana din Carpați”aus Brașov (Kronstadt), Rumänien, mit deren Meister vom Stuhl und dem persönlichen Repräsentanten des Großmeisters  der Großloge von Rumänien. Ein weiterer Gast war ein Bruder einer Loge aus Istanbul.

Die Tempelarbeit war sehr festlich, unter anderem durch die feierliche Einführung des Zugeordneten Großmeisters Karl Deckart und den Reden und Grüßen der Gastgeber und Gäste. Beim Kettenlied spürte man besonders, dass es eine Weltbruderkette ist. Wie der Stuhlmeister bei seinem Grußwort feststellte, befanden sich Brüder aus 11 Nationen und 3 Kontinenten im Tempel. Ein Versprechen für einen Gegenbesuch in Brasov wurde gegeben und der beiderseitige Wunsch zu einer zukünftigen Logenpartnerschaft formuliert.

Dieser Besuch war ein Teil einer Reihe von gegenseitigen Besuchen von weiteren Logen aus Rumänien, einer Loge aus Italien und einem Austausch mit den Großlogen von Monaco und der Republik Moldavien. Darunter sind auch Besuche der Brüder aus Erlangen bei mindestens drei jährlichen, mehrtägigen Ateliers der rumänischen Logen aus Nordwest-Transsilvanien.

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Religion – Quelle des Friedens oder der Auseinandersetzung?

Monopterus-Tempel im Englischen Garten, München

Monopterus-Tempel im Englischen Garten, München

Freimaurerei befindet sich bei aller diskreten Abgeschlossenheit auch in einer Schnittstelle zur Gesellschaft. Aus diesem Grund veranstaltet die Münchener Loge “In Treue fest” der Öffentlichkeit zugängliche Kolloquien zu Themen, die eine besonders relevante Bedeutung für unsere Gesellschaft haben.

Bereits zum siebten Mal veranstaltet die Loge ein Kolloquium, in diesem Jahre zum Thema “Religion – Quelle des Friedens oder Auseinandersetzung?” und stellt darin die “Frage nach dem Glauben zwischen dem Wunschprinzip der Menschenliebe und dem Realitätsprinzip konflektiver Handlungen”.

“Das Ziel der Vorträge und Diskussionen liegt in dem Bemühen”, schreibt die Loge in ihren Leitgedanken zur Reihe ihrer Kolloquien, “das Bewusstsein in der Bevölkerung für eine tief greifende Erfassung und ein besseres Verständnis gesellschaftlicher Erscheinungen zu wecken und zu fördern. Dies soll zur Bildung einer eigenen bzw. eigenständigen Meinung im Sinne ethischer Werte, der Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Brüderlichkeit verhelfen.”

Die Liste der Referenten verspricht ein durchaus hochkarätiges Programm. Nach den Grußworten des Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer und dem Distriktmeister des Distriktes Bayern, Hannes Brach leitet Dr. phil. Dipl.sc.pol.Univ. Hernán K. Benitez, gleichzeitig der Vorsitzende der gastgebenden Loge, das Kolloquium mit einem Vortrag zur Frage “Was ist Religion? Versuch einer Deutung.” ein. Es folgt Prof. Dr. Harald Schöndorf, Professor für Erkenntnislehre und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München mit seinem Vortrag “Führt Religion als Glaubensüberzeugung zur Intoleranz?”

Bezug auf das Verhältnis zwischen Religion und Freimaurerei nimmt zunächst Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann, Honorar-Professor für Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln mit seinen Ausführungen zu “Freimaurerei und Religion – eine schwierige Beziehung?”, gefolgt vom Vortrag “Religiöse Wahrheiten und unbedingte Toleranz: 300 Jahre Konflikt zwischen Katholischer Kirche und Freimaurerei” von Dr. Klaus Kottmann, Offizialsrat und Generalvikariat für Kanonisches Recht im Erzbistum Hamburg.

Als Imam und Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR-Glaubensgemeinschaft in Deutschland spricht Malik Usman Naveed als Schlussredner über den “Begriff des Friedens im Heiligen Buch des Korans”.

Anschließend gibt es die Möglichkeit einer Diskussion.

Die bisherigen Kolloquien beschäftigten sich mit den Themen Bewusstsein, Gerechtigkeit, Würde, Ethik, Freiheit und Wahrheit. Die Veranstaltungen sind “bewusst für eine breitere Öffentlichkeit geplant (also auch für Gäste, Suchende und Freunde u.a.); es soll so der Begegnung von Freimaurern und Nicht-Freimaurern dienen, um durch das Gespräch für Verständnis in der gegenseitigen Wahrnehmung zu werben”, so die Veranstalter.

fm-colloquium

7. Münchner Freimaurer-Kolloquium am 20. Januar 2018 ab 13 Uhr zum Thema “Religion, Quelle des Friedens oder der Auseinandersetzung?” Der Glaube zwischen dem Wunschprinzip der Menschenliebe und dem Realitätsprinzip konfliktiver Handlungen. Eine Analyse soziokultureller und glaubensbedingter Vorstellungen.

Eine Veranstaltung der Münchner Loge “in Treue Fest” und der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland als Mitveranstalter im LOgenhaus der Bruderhilfe, Schwanthalerstraße 60 (5. Stock) in München.

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Programm des Großlogentages 2018 in Bamberg

Das historische Rathaus in Bamberg

Das historische Rathaus in Bamberg

Der alle zwei Jahre stattfindende Großlogentag ist die Vollversammlung aller Logen in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland und findet in diesem Jahr in Bamberg statt.

Die organisatorische Ausrichtung übernimmt traditionsgemäß eine oder mehrere örtliche Logen, die sich Jahre zuvor um die Rolle des Gastgebers beworben haben. Es ist Ehrensache der einladenden Brüder, für ihre Gäste eine gut organisierte Veranstaltung mit einem ansprechenden Rahmenprogramm anzubieten. Auch die Bamberger Brüder haben sich große Mühe gegeben, den Großlogentag vom Mittwoch, den 9. Mai bis Samstag, den 12 Mai 2018 zu einem Erfolg werden zu lassen.

Traditionell gibt es am Tag vor der eigentlichen Versammlung ein “Treffen der bereits angereisten Brüder, Damen und Gäste”, dieses Mal in Bambergs ältestem Wirtshaus “Zum Sternla”, das bereits seit 1380 ein beliebter Treffpunkt des Ortes ist. Der Abend klingt aus mit einem Nachtspaziergang durch die Stadt unter dem Motto “Geister, Sagen, Legenden”. Die Teilnehmer hören Geschichten von Hexenkunst und Teufelswerk, von Bürgerstolz und Liebespein.

Für die stimmberechtigten Vorsitzenden der Logen beginnt der Donnerstag mit dem Stuhlmeistergespräch, in dem sich die Vorsitzenden über die anstehenden Programmpunkte austauschen. Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein Konzert des weltberühmten Mittelalterensembles “Capella Antiqua Bambergensis”. Das ehemalige und traumhaft schön restaurierte fürstbischöfliche Jagdschloss Wernsdorf bildet den romantischen Rahmen für die Konzerte des Ensembles. Auf originalgetreuen Repliken wird Musik aus der Zeit des Mittelalters und der Renaissance gespielt. Nach dem Mittagessen geht es im ersten Teil des Großlogentages bis um 17 Uhr um Berichte, Finanzen und Anträge. Das Damen- und Gästeprogramm lockt mit einer Stadtführung unter dem Titel “Prunk, Pracht und Puder”. Am frühen Abend gibt es einem Empfang im berühmten E.T.A.-Hoffmann-Theater. Bei fränkischen Speisen und Bamberger Getränken können gute Gespräche geführt, Bekanntschaften geschlossen oder bestehende vertieft werden. Im Anschluss folgt “Ein musikalischer Abend über die Sehnsucht nach einer besseren Welt”. Der Abend klingt aus bei einem Mitternachts-Blues im Logenhaus. Das “Duo Descartes” spielt Jazzstandards und Stücke des brasilianischen Komponisten Antonio Carlos Jobim.

Am Freitag erkunden Damen und Gäste die Stadt und die Umgebung auf dem Wasser. Die Tour beginnt mitten in der Altstadt, dann wendet das Schiff und fährt vorbei an Klein-Venedig, Dom, St. Michael, der Konzert- und Kongresshalle, dem Stammhaus der Bamberger Symphoniker, anschließend Talschleusung in Gaustadt. Auf dem Main-Donau-Kanal nimmt das Schiff Kurs auf Bischberg, fährt auf dem Main flussabwärts bis zur Staustufe Viereth, erkundet von dort den alten Main. Die Reise geht flussaufwärts unter den neu errichteten Bamberger Brücken hindurch und dann wieder zurück in die Altstadt. Die Brüder beschäftigen sich währenddessen den ganzen Tag über mit Verbandsregularien und Wahlen. Am Abend erwartet alle Teilnehmer ein schöner Abend im Festsaal des Bamberger Welcome-Hotels mit Musik der Bamberger Gruppe “Dawn”.

Am Samstag findet für die Brüder Freimaurer eine Zusammenkunft (“Tempelarbeit”) statt, bei der die am Vortage gewählten Beamten rituell eingesetzt werden. Wer nach dieser Zusammenkunft noch nicht nach Hause fahren möchte oder muss, kann sich auf einen kulinarischen Höhepunkt am Abend freuen: Die Bamberger Loge lädt zu einem Whiskytasting ein, das zwei herausragende Experten leiten werden.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Großlogentag zwar die satzungsmäßige Versammlung der Großloge ist, zu der die stimmberechtigten Stuhlmeister der Logen oder ihre Vertreter erscheinen sollen. Teilnehmen dürfen jedoch alle Brüder Freimaurer nach Anmeldung, auch die Teilnahme an den Beratungen ist zulässig, sofern der Platz ausreichend ist, lediglich die Teilnahme an Aussprachen und Abstimmungen ist den stimmberechtigten Abgesandten vorbehalten. Die Details des vereinsrechtlichen Teils gehen den Logen in gesonderten Einladungen zu. Die Logen haben auch die notwendigen Anmeldeformulare.

Die genauen Termine finden sich in der Terminübersicht dieser Website.

Die Großloge freut sich auf eine rege Teilnahme der Logen und gute Beratungen. Die gastgebenden Bamberger Brüder freuen sich ebenfalls, wenn ihre umfangreichen Bemühungen durch viel Zuspruch belohnt werden.

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Lesung “Meinen Hass bekommt ihr nicht”

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler und Kulturschaffender

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler und Kulturschaffender

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler, las in der Passauer Loge “Zu den vereinigten drei Flüssen” aus dem Buch “Meinen Hass bekommt ihr nicht” des französischen Journalisten Antoine Leiris.

(Passau/je) Eigentlich ist die Passauer Loge, die mit Ihren Veranstaltungen oft den Weg in die Öffentlichkeit beschreitet, für fröhlichere Themen bekannt. Allein vier Konzerte mit dem Thema „Freimaurer-Jazz“ gab es bereits. Doch passend zur Nähe des Totensonntags und zur trüben Novemberstimmung sollte das Thema dieses Abends sich mit dem mehrfach prämierten Buch von Antoine Leiris „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ beschäftigen. Der Pariser Journalist beschreibt in bewegenden Worten seine Zeit vom 13. November 2015, als er seine Frau Hélène zum letzten Mal sah, bis zu den Tagen, als sein kleiner Sohn ihn in den Lebensalltag zurückholte. Hélène starb an jenem 13. November unter den Maschinengewehrsalven islamischer Terroristen im Konzertsaal von Bataclan in Paris.

Der österreichische Schauspieler Franz Froschauer trug den persönlichen und sehr intensiven Text in einer nicht minder intensiven Lesung vor. Gut eine Stunde hat er in sachlichem und – ganz große Kunst – doch menschelndem Ton aus den Aufzeichnungen des Witwers gelesen. Still, ja totenstill, war es im Veranstaltungsraum, der im Passauer Cafe Museum üblicherweise als Jazzclub dient. Unüblich schoss die Journalistin der lokalen Presse nicht einfach ein paar Bilder und ging wieder. Sie saß bis zum Ende auf der Eingangstreppe und war ganz offensichtlich erstaunt und ergriffen zugleich. Der große Zeitungsartikel am nächsten Tag drückte diese Empfindungen sehr gut aus.

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