Eine musikalische Reise durch Hamburgs Epochen

28. November 2016
hamburg

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Hamburger Loge „Roland“ präsentiert die Loge in einem öffentlichen Konzert die „Hamburg-Sinfonie“, eine musikalische Reise durch Hamburger Epochen, gesprochen von Dagmar Berghoff.

Zabba Lindner, der bekannte Schlagzeuger und Komponist aus dem hohen Norden, dachte über eine zeitgemäße Hommage an die hanseatischen Heimat nach. „Eine Würdigung mit Niveau, ein Betrachten historischer Wegmarken und deren Transformation in einen künstlerischen Prozeß. Etwas von allem und von allem nur das Beste, Geschichte als Kopfkino mit Musik! Das große Werk ist hörbar, sehbar, lesbar. Ein echtes Ereignis zwischen Ebbe und Flut”, so die Veranstalter.

Zabba Lindner studierte klassische Schlagzeugausbildung, konzertiert in Jazz, Rock, Klassik und im Crossover-Bereich, leitet an Schulen Seminare und gibt Workshops.  Er hat u.a. zusammen gearbeitet mit Joachim Kühn, Jukka Tolonen, Udo Lindenberg, Prof. Alfons Panzl, Ritchie Blackmore und Jack Bruce.

Das Libretto für die Hamburg-Sinfonie wurde geschrieben von Jürgen Stark. Der Hamburger Seemannssohn ist Autor, Journalist und Dozent. Er schrieb jahrelang für das Hamburger Abendblatt, veröffentlichte das Buch „Das Herz von St. Pauli“ und schrieb für die Stadionzeitung des FC St. Pauli, das MillernTor Magazin, Kolumnen. Heute arbeitet er u.a. für die Europäische Medien- und Eventakademie Baden-Baden..

Gelesen und vorgetragen werden die Texte von Dagmar Berghoff. Die bekannte ehemalige Tagesschau-Chefsprecherin der ARD gehörte deutschlandweit zu den beliebtesten Nachrichtensprecherinnen. Noch immer ist sie engagiert und unterstützt diverse Projekte – und leiht nun ihre bekannte Stimme dieser sinfonischen Erzählung.

„Das grenzüberschreitende Gemeinschaftsprojekt von Dagmar Berghoff, Jürgen Stark, Zabba Lindner ist eine multimediale musikalische Hommage an unsere wachsende Stadt, unser schönes Hamburg. Musik, Literatur, Photographie und Lichtinstallationen verschmelzen zu einem völlig neuartigen Gesamtkunstwerk. Zabba Lindner versteht es meisterhaft, Jazz, Avantgarde, Elektronik, Klassik und meditative Klänge zu einem geschlossenen symphonischen Werk zusammen-zufügen, ohne der Gefahr eines heterogenen Eklektizismus zu erliegen. Auch die Verschmelzung von Sprache und Musik geschieht auf neue originelle Weise.“ (Prof. Dr. Hermann Rauhe, Vorstandsvorsitzender der Symphoniker Hamburg und Ehrenpräsident der Hochschule für Musik und Theater).

Für die sicherlich interessante Veranstaltung am 3. Dezember 2016 sind noch Plätze frei. Der Eintritt wird in Form einer Spende von 10 € pro Person erhoben.

„Die Hamburg-Sinfonie“, 3. Dezember 2016 um 17 Uhr (Einlass ab 15.30 Uhr) im Logenhaus Welckerstraße 8, Hamburg (direkt gegenüber der Staatsoper.Eintritt 10 € pro Person, die Veranstaltung ist öffentlich. Anmeldungen und Rückfragen bitte über info@loge-roland.de.

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200. Todestag des Theatermannes und Freimaurerreformers Friedrich Ludwig Schröder

13. September 2016
Friedrich Ludwig Schröder

Friedrich Ludwig Schröder

Besonders in Hamburg wird er als großer Theatermann gefeiert – das Hamburger Abendblatt widmete ihm unlängst einen großen Artikel –, aber die Freimaurer in Deutschland ehren ihn überdies als großen Humanisten und Reformer der Freimaurerei: Friedrich Ludwig Schröder, der am 3. September vor 200 Jahren starb.

Friedrich Ludwig Schröder wurde 1744 in Schwerin geboren. Die Mutter Schauspielerin, der früh verstorbene Vater Organist, der Stiefvater ebenfalls Schauspieler, der seinerzeit sehr bekannte Konrad Ernst Ackermann. Damit war die Laufbahn des jungen Schröder vorgezeichnet: Bereits mit fünf Jahren spielte er in der tingelnden Truppe kleine Rollen, erhielt Schauspiel- und Tanzunterricht. Mit zwölf Jahren soll er bereits Shakespeare auf Englisch gelesen haben. Und auch mit der Freimaurerei dürfte er, bewusst oder unbewusst, früh in Berührung gekommen sein: Sein Stiefvater Ackermann war Mitglied der Königsberger Loge „Zum Todtenkopf“.

Früh übernahm Schröder Verantwortung, zunächst zusammen mit seiner Mutter für die Theatertruppe seines Stiefvaters, feierte Erfolge mit den damals zeitgenössischen Autoren Goethe und Lessing und sorgt u.a. mit der Erstaufführung des „Hamlet“ in Hamburg für einen großen Bekanngheitsgrad der Shakespeare-Stücke. Nach vielen großen Erfolgen auf verschiedenen Theaterbühnen und als Prinzipal zieht er sich 1788 aus dem Theaterleben auf sein Landgut in Rellingen zurück, um dort verstärkt der Arbeit an freimaurerischen Ritualen zu widmen.

Bereits in seiner Kindheit erlebte er Ausgrenzung und Armut als Mitglied des ungeachteten und würdelosen Standes der Schauspieler und fahrenden Komödianten. „Wenn Hunger und Elend Menschen bilden können, so muss ich vollkommen geworden sein“, schrieb Schröder später. Seine gute Ausbildung, seine Vorbilder, verbunden mit frühen ethischen Grundsätzen und der notwendigen Schaffenskraft ließen ihn Karriere machen und tiefe Spuren in der Theaterwelt, der Gesellschaft und der Freimaurerei hinterlassen. Insbesondere die Ausbeutung und Missachtung seines Berufsstandes muss ihn geprägt haben. Als einer der ersten achtete er Urheberrechte, zahlte Autoren Honorare, gründete eine Unterstützungskasse für Schauspieler und eröffnete das erste Hamburger Krankenhaus für arme Dienstboten, das heute noch als „Elisen Alten- und Pflegestift der Freimaurer von 1795 e.V.“ besteht. „Meine gegenwärtige Lage ist äußerst glücklich. Ich bin sehr gesund, wohne zum Beneiden gug, bin geschätzt und geliebt und besuche die ersten Gesellschaften. Auch kann ich Gutes tun und tue es redlich.“ Schröder hatte es geschafft und war zufrieden.

1774 wurde Schröder auf Vorschlag Bodes durch Aufnahme in die Hamburger Loge „Emanuel zur Maienblume“ in den Freimaurerbund aufgenommen. Auch hier wurde er umgehend aktiv, indem er noch im gleichen Jahr eine Privatloge gründete, in die vornehmlich Schauspieler aufgenommen wurden. 1787 wurde Schröder Meister vom Stuhl der Loge „Emanuel zur Maienblume“ und legt zwei Jahre später Reform- und Logengesetze vor, die erste sichtbare Spuren einer Rückkehr zu den Wurzeln der Freimaurerei erkennen lassen. Aber er erkannte, dass die Freimaurerei grundlegend reformiert werden musste.

Da die Wahrheit einfach ist, muss auch das Symbol einfach sein.

Friedrich Ludwig Schröder

Alles Überflüssige, das in den ersten Jahrzehnten des dramatischen Wachstums der Freimaurerei den Blick auf das Wesentliche versperrte, sollte weichen. Die Hochgrade sollten weichen, es sollte weder Ritterspiele noch Ordensstrukturen geben, die Rückkehr zu den drei Graden sollte erfolgen, die Maurerei sollte nicht auf Legenden basieren, keine angeblichen Geheimnisse enthalten, keine Kabbala, keine Mystik, kein Okkultismus, keine schwärmerische Gaukelei, keine Alchemie, weder religiöse Bekenntnisse noch ein Drängen auf den christlichen Weg. Kurz: er wollte zurück zu den Wurzeln.

Das war nicht so einfach, denn er sah sich nicht nur der großen Gruppe derer gegenüber, die den bisherigen Stand erhalten wollten, sondern im in der gesamten Freimaurerei schwelenden Richtungsstreit auch den radikalen Erneuerern, welche die Freimaurerei auch von Riten und Symbolen befreien wollte. Schröder kommt das große Verdienst zu, die freimaurerischen Rituale und damit die gesamte Freimaurerei vom überbordenden Ballast befreit und auf das Wesentliche reduziert zu haben, sondern diese Wesentliche auch gegen radikale Reformen verteidigt und gesichert zu haben. Er musste zum Forscher werden und vielbändige Untersuchungen vorlegen, um seine Vorstellungen überzeugend darlegen zu können. „In umfangreicher Arbeit […] bahnte er zunächst für die Hamburger Logen den Weg zur ursprünglichen Auffassung zurück, merzte er alles aus, was im Laufe der Zeit auf der in aller Schönheit und Tiefe so einfachen Symbolik an überflüssigem Beiwerk aufgepfopft worden war, setzte das englische Konstitutionsbuch mit seiner Verneinung jeder religiösen kirchlichen Beschränkung wieder in seine Rechte ein, nicht ohne […] Goethe, seinen Freund Hufeland und andere, vor allem aber den ihn eifrig beratenden Herder mit den wesentlichen Zügen des Reinigungswerkes vertraut zu machen.“ (Internationales Freimaurerlexikon).

Auch wenn von den annähernd 500 deutschen Logen nur etwa 30 nach den Ritualen Schröders bis heute arbeiten, so ist der Einfluss doch erheblich. Das Ritual der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland ist wesentlich von der Klarheit der Schröderschen Gedanken beeinflusst und macht wesentliche Anleihen, aber auch andere noch gebräuchliche Rituale sind von Schröders Gedanken inspiriert.

Herder urteilte über Schröder und seine Ritualreformation: „Oh! Mit wie schöner Art können wir uns, dem Ritual treubleibend von allen metaphysisch-allegorischen Deuteleien entfernt halten und doch den Hebel gerade an das Höchste der Menschheit anlegen. Wie viel mögen Sie seitdem gedacht, geordnet und gewirkt haben! Glücklicher Mann, in Ihrer Ruhe und bei der ernsten Tätigkeit Ihres Charakters. Zirkel, Bleimaß und Waage sind in Ihrer Seele!“

Der Großmeister zum 200. Todestag von Friedrich Ludwig Schröder

Am 3. September 2016 jährte sich der Todestag des großen freimaurerischen Reformators, des Schauspielers, Theaterdirektors und Dramatikers Friedrich Ludwig Schröder. Der Reformer Schröder begründete ein eigenes Ritualwerk, die sogenannte „Schrödersche Lehrart“, die noch heute von vielen Logen, auch international, gepflegt wird. Unter dem Dach der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland arbeiten derzeit 274 Logen, 30 davon nach Schröder. Schröder gestaltete die humanitäre Freimaurerei in ihrer jetzigen Ausprägung maßgeblich mit.

Obwohl sich in den letzten 200 Jahren tiefgreifende gesellschaftliche Änderungen vollzogen haben und mit ihnen auch unsere Logen und unsere Bruderschaft Änderungen herbeiführten, so sind die grundsätze, zu denen sich die Freimaurer bekennen, stets die gleichen geblieben: Die Forderung nach geistiger Freiheit und Menschlichkeit, der Gedanke der Bruderkette, der Lichtsuche und der Versöhnung aller Menschen untereinander durch Arbeit am eigenen Ich und damit an der Menschheit, dem Streben nach Vernunft.

Hierzu schreibt Schröder: „Nach diesem Gesetze (dem Vernunftsgesetz) sind wir Menschen, – weiter nichts. Wir suchen, was alle Menschen suchen sollen, – weiter nichts. Wir kennen keine andre Würde, als die der Mensch sich selbst gibt und keinen anderen Reichtum als unsere Rechtschaffenheit. Alles was wir sonst sind, und suchen, und wissen, und glauben, und haben, das lassen wir vor der Türe unserer Versammlung und nehmen davon beim Ausgange wieder, was wir noch brauchen können und brauchen müssen.“

Für die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland gratuliere ich zu diesem bedeutenden Jubiläum. Für die Logen erhoffe ich, dass sie weiter so wirken mögen, damit viele Menschen in ihrem Umkreis den „wohltätigen Einfluss der Maurerei erkennen mögen“. Sie sollen weiterhin wachsen, blühen und gedeihen, segensreich wirken sowie Freude bereiten.

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Hamburger Freimaurer bei Europawoche der Stadt Hamburg

30. Mai 2016
Peter Sünnenwold spricht in Hamburg zum Thema

Peter Sünnenwold spricht in Hamburg zum Thema „Quo vadis, Europa?“

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz – das sind die Ziele Europas und das sind unsere Ideale als Freimaurer. Deshalb beteiligen sich die Hamburger Freimaurer seit Jahren an der Europawoche der Stadt Hamburg.

Br. Peter Sünnenwold (Zur Weltkugel i. O. Lübeck), lange Jahre Stadtpräsident der Hansestadt, legte in seinem engagierten Vortrag eine genaue Analyse der derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Situation Europas und insbesondere Deutschlands vor. Gleich zu Beginn verwies er auf die verbreitete Angst, die in letzter Zeit unsere Diskussionen um strittige Themen leite. Doch Angst kümmert sich nicht um Fakten und plausible Argumente – sie erzeugt Emotionen und Bewertungen ohne die Sachlage genau zu kennen. Geboten sei, auf die Sachebene und damit zu Analyse und Überlegtheit zurückzukehren. Zahlreiche Probleme stünden an, die gelöst werden müssten. Terrorismus, Euro-Krise, Flüchtlinge um nur einige zu nennen. Und dies sei nur gemeinsam, im politischen Streit um richtige Entscheidungen zu bewerkstelligen. Falsch sei, in nationalstaatlichen Kategorien zu denken, zu moralisieren und sich zu empören. „Wir brauchen keine moralisierenden Politiker, sondern Politiker mit Moral“, so Bruder Peter.

Ganz freimaurerisch wies er darauf hin, aus ihren Heimatländern geflohenen Muslimen offen zu begegnen, ganz so wie es unser Grundrecht auf freie Religionsausübung garantiert; Islamisten, also Muslimen, die ihre religiösen Gesetze über die unseres Staates stellen, klar entgegenzutreten. Gleichzeitig müssten wir Europäer aber auch für die Achtung gegenüber unserer Religion, dem Christentum, eintreten. Br. Sünnenwold klagte fehlende Toleranz bei einigen europäischen Staaten an. „Ein europäischer Konsens in der Migrationsfrage muss aber gefunden werden. Sonst drohen uns allen dramatische Konsequenzen. Die bittere Erkenntnis heißt: Gibt es keine europäische Einigung, eine Mindesteinigung bei der Aufnahme von Asylanten, heißt die Antwort: Wir schaffen das nicht!“

Und weiter: Die Bundesrepublik war von Anfang an eine treibende Kraft der europäischen Einigung. Heute ist Deutschland auf das Engste mit seinen europäischen Nachbarn verbunden – zum Vorteil der Bürger und auch der deutschen Wirtschaft. Alle demokratischen Parteien in Deutschland unterstützen diesen Weg. Sie glauben an Europa, weil es Frieden stiftet und zukunftsfähige Lösungen für nationale wie globale Herausforderungen entwickelt.“ Eben ein Europa der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Gegenüber unseren östlichen Nachbarn riet er zu Entkrampfung und Entspannung auf, „damit die Menschen wieder miteinander reden können“, gegenüber der sogenannten Dritten Welt zur „internationalen Humanität“. Wir müssten die Zweifler an der Idee Europas verpflichten auf unseren demokratischen Grundkonsens, die Aufrechterhaltung des Gesprächs, die Achtung der Freiheit und der Individualität des Anderen sowie die Humanität mit den Benachteiligten – „Grundwerte, die wir alle teilen“. Doch: „Es wäre aussichtslos, wenn wir diese unsere Grundüberzeugungen, diese Werte, andren predigen wollten, wenn nicht wir selbst in unserem Tun und Lassen diese Werte zugleich glaubwürdig machen und vorleben“. Auch die religiöse Toleranz, gesellschaftliche Vielfalt, Trennung von Kirche und Staat sowie die Aufklärung „als maßgeblicher Impuls freiheitlichen Denkens und Handelns, die aus dem Christentum und dem Humanismus entstandene Überzeugung sozialer Verantwortung, sowie der Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung und das Bemühen um eine gerechte Weltordnung, alles dies ist maßgeblich ein europäisches Erbe, das sich aus gemeinsamen Erfahrungen der Vergangenheit speist“. Dafür gelte es sich anzustrengen. Das gilt für uns Freimaurer ganz besonders. Angst, Hass und Resignation dürfe den Europäern nicht anstehen, weil wir glaubten, weil wir hofften. „Weil uns nichts egal, nichts relativ ist, weil wir nicht gegen, sondern für etwas sind.“ Und darum lohne es sich mutig weiter gemeinsam auf unserem europäischen Weg voranzugehen.

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Hamburger Loge startet Aktion „Hamburg denkt“

Dr. Ole Schröder

Dr. Ole Schröder

„Hamburg denkt“ nimmt Bezug auf die jahrhundertealte Tradition der Hamburger Logen und Öffentlichkeit, grundlegende, bedeutende Fragen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen kritisch zu betrachten und bürgerliche Wege und Antworten zu finden. Die in loser Folge zu aktuellen Themen organisierten Veranstaltungen wollen Anregungen geben und eine Plattform sein, um eine fundierte Meinung zu hochaktuellen Themen zu bilden – ohne Partei für eine Seite zu ergreifen.

Die Freimaurerloge Konrad Ekhof lädt am Dienstag, 14. Juni, zu einem moderierten Diskussionsabend mit einem Vortrag von Dr. Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, ein. Der Erlös des Abends geht an den Verein „Frischlinge e.V.“ in Elmshorn, einer Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr im Goethesaal des Logenhauses an der Welckerstraße 8 in Hamburg und ist der Auftakt der Vortragsreihe „Hamburg denkt“ Dr. Ole Schröder steht für einen kritischen, vielschichtigen Umgang mit diesem komplexen Thema, dem nicht mit einfachen Stammtischparolen oder -lösungen im Sinne einer humanitären Zukunft begegnet werden kann. Gleichzeitig kann er aktuelle Vorgehensweisen und Ansichten der Bundesregierung und die Ansätze, die Deutschland im Rahmen der Europäischen Union verfolgt, erläutern.

Der Abend ist gedacht als ein Austausch mit Musik, Snacks und anregenden Gesprächen rund um ein Thema, das viele Menschen derzeit stark berührt. Eintrittskarten kosten 15 Euro, der Erlös geht „zu 100% in die Unterstützung des Vereins Frischlinge e.V. in Elmshorn, eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not“. Reservierungen, Programm und weitere Informationen unter: www.hamburg-denkt.com

 

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Caspar David Friedrich — Ein Freimaurer?

15. März 2016
Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, um 1835  [Public domain], via Wikimedia Commons

Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, um 1835 [Public domain], via Wikimedia Commons

Am 10. März 2016 hielt im Goethe-Saal des Hamburger Logenhauses Welckerstraße Axel Pohlmann, Altgroßmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, einen Vortrag über den Maler, Grafiker und Zeichner Caspar David Friedrich (1774-1840). Dem wohl bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik wurde immer wieder eine Mitgliedschaft im Freimaurerbund nachgesagt.

Axel Pohlmann, als praktizierender Jurist immer kritisch abwägend, ging mit gebotener Sorgfalt und kunstinteressierter Neugierde der Frage nach, ob der damals geradezu revolutionäre und wegweisende Maler in die Moderne tatsächlich einer Freimaurerloge angehörte. Spannend und aufschlussreich untersuchte der Referent diese Frage anhand einer Bilderauswahl von C. D. Friedrich u. a. nach der zugrundeliegenden Architektur des Bildaufbaus und der symbolischen Anlage. Der Hinweis vom Kunsthistoriker Prof. Dr. Hubertus Gaßner, dem Leiter der Hamburger Kunsthalle, auf die „verborgene Geometrie“ in Friedrichs Bildern und die „verwendete Metaphernsprache“ als Zeugnis einer „ausgeprägten Symbolsprache der Freimaurer am Beginn des 19. Jahrhunderts“ war für Axel Pohlmann Anlass, sich durch eigene weiterführende Forschung um die Beziehung vom Künstler C. D. Friedrich zur Freimaurerei zu befassen. Und in der Tat, Br. A. Pohlmann demonstrierte an Bildbeispielen wie „Mönch am Meer“, „Die Abtei im Eichwald“ aus der Schaffenszeit um 1808 bis 1810 und besonders eingehend am „Tetschener Altar“ die Hinwendung in Friedrichs Œuvre zur Sinnsuche aus einer tiefreligiösen Lebenshaltung, die gewiss auch in ihrer symbolischen Ausdeutung Bezüge zur Freimaurerei beinhalten, aber nicht unbedingt aus ihr hervorgegangen sind. Pohlmann referierte auch über die religiöse Ästhetik des Künstlers und sein allegorisch bestimmtes Werk.

Andere Bildbeispiele wurden in dieser Zusammenfassung nicht genannt, weil sie den Rahmen sprengen würden. Gemälde wie „Das Eismeer“ (1824) – es war zu Friedrichs Zeiten unverkäuflich – und „Lebensstufen“ (1835), beide im Besitz der Hamburger Kunsthalle, zeigten die innere Versenkung des Künstlers ins Metaphysiche ebenfalls besonders eindrucksvoll. Axel Pohlmann führte in seinem Vortrag an Beispielen aus der Literatur auf, dass die Freimaurerei immer wieder Gegenstand ihrer Ergründung gewesen ist – wie beispielsweise in Thomas Manns „Zauberberg“, in Georg Büchners „Woyzeck“, in James Joyce „Ulysses“, in Walter Kempowski Rostock-Romanen, bei Puschkin in einem Gedicht und in Erzählungen, bei Stendhal in der „Kartause von Parma“ oder in Tolstois „Krieg und Frieden“. Welcher von ihnen war nun Freimaurer? „Wo Freimaurerei drauf steht, steckt nicht unbedingt ein Freimaurer drin. Und wo Freimaurerei drin zu stecken scheint, muss nicht unbedingt ein Freimaurer der Urheber sein.“, fasste Pohlmann zusammen. Und so habe erin historischen Unterlagen, Archiven und Mitgliedslisten von Logen weder in Greifswald noch in Dresden, den Orten, wo Caspar David Friedrich überwiegend gelebt hat, dessen Namen gefunden, trotz der Bekanntschaft oder gar Freundschaft mit Freimaurern. „Ich denke, dass unser Nicht- und vielleicht Beinahe-Bruder, der gläubige Caspar David Friedrich, möglicherweise ein Pantheist war – warum sonst seine Landschaften? – ich denke, dass wir an ihm sehen können, wo die Parallele zwischen dem Kunstwerk und dem freimaurerischen Ritual verläuft, auf einer viel höheren Ebene als derjenigen irgendwelcher Symbol-Ähnlichkeiten und Geometrien.“  Axel Pohlmann verwies abschließend auf das Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und rezitierte: „Das bist Du“ – „tat tvam asi“ bei den Hindus und bei Schopenhauer – ist kaum etwas anderes als der Spruch, der den Aufzunehmenden ,in die Mitte des Tempels führt‘, wie es in unserem Ritual heißt: „Erkenne Dich selbst!“

Der Meister vom Stuhl Hans-Peter Meißner von der Loge „Absalom“, der auch die Begrüßungsworte sprach, bedankte sich im Namen des begeisterten Publikums und überreichte dem Referenten Axel Pohlmann einen Bildband über Brücken in Hamburg. Der anwesende Kunsthistoriker Prof. Dr. Hubertus Gaßner ließ sich auf einen Gedankenaustausch mit dem Referenten ein, der derart lebhaft zwischen den zwei Experten ausgetragen wurde, dass der Absalom-Stuhlmeister anregte, daraus einen gemeinsamen Abend im Goethe-Sall zu veranstalten, was mit viel Beifall bekräftigte wurde.

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Ausstellung mit Arbeiten von Jens Rusch in Hamburg

4. Januar 2016
Lincoln

Vom 14. Januar bis zum 5. März 2016 findet im Logenhaus in Hamburgs Welckerstraße eine Ausstellung des nicht nur in Freimaurerkreisen bekannten Künstlers Jens Rusch statt. Die Laudatio zur Eröffnung hält der schleswig-holsteinische Politiker Wolfgang Kubicki.

Jens Rusch, Jahrgang 1950, ist seit 1972 als freischaffender Künstler tätig. Er studierte als Meisterschüler des Grafikers Eberhard Schlotter vowiegend Radiertechniken, fertigte zahlreiche Illustrationen, Gemälde, Radierungen und Plastiken. Gerd Scherm, der Gründer und langjähriger Vorsitzender der freimaurerischen Künstlervereinigung PEGASUS, der auch Jens Rusch angehört, bezeichnet die Werke von Jens Rusch als Fenster zu anderen Welten, die unversehens zu Türen werden, die uns Zugang zu ganz anderen Sphären ermöglichen. Cornelius Rinne, der jetzige Vorsitzende der Künstlergruppe, weist auf die bemerkenswerte handwerkliche, an altmeisterlichen Techniken ausgerichtete Brillianz der Werke hin, die in ihrer Fabelhaftigkeit auf den Sinn des Menschen und die Sinnhaftigkeit seines Tuns hinweisen. Wolfgang Kubicki weist in seiner Laudatio auf den „kuriosen Facettenreichtum dieses norddeutschen Künstlers“ hin, auf „den spürbaren Drang, dem Leben eine unkonventionelle Komponente abringen zu wollen“.

Neben seinem beeindruckenden künstlerischen Schaffen darf sein soziales Werk nicht unerwähnt bleiben. Über seine umfangreiche künstlerische Arbeit hinaus engagiert sich Jens Rusch unermüdlich und kreativ für soziale Projekte, beispielsweise die „Wattolümpiade“. So ist es nicht verwunderlich, dass er sowohl verschiedene Auszeichnungen für sein künstlerisches Schaffen erhielt, als auch für sein bürgerschaftliches Engagement. Wolfgang Kubicki lobt unter anderem die von Jens Rusch ins Leben gerufene außergewöhnliche „Wattolümpiade“, deren Erlös Krebskranken zugute kommt, als „karnevaleskes Fest als Gegenmittel zur Krankheit, als Feier des Lebens“. Mit immerhin über 300.000 € Erlös bis jetzt.

Die Ausstellung ist Montags bis Freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Parallel dazu bietet die Logenhausgastronomie „Gaumenfreuden“.

  • Vanitas vanitatum
  • Rosslyn Chapel
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Von fremden Ländern und kleinen Menschen — Konzert für Kinder

7. Dezember 2015

  • Konzert für Flüchtlingskinder in Hamburg (Foto: Johannes Beschoner)
  • Konzert für Flüchtlingskinder in Hamburg (Foto: Johannes Beschoner)
  • Konzert für Flüchtlingskinder in Hamburg (Foto: Johannes Beschoner)

„Von fremden Ländern und kleinen Menschen — Ein Konzert für Kinder, zum Daheimfühlen und Loslassen“, unter diesem Titel veranstalteten Hamburger Freimaurer am 3. Dezember 2015 ein Konzert für Flüchtlingskinder im Elisabeth Alten- und Pflegeheim. Die ausführenden Künstlerinnen waren Katja Zakotnik (Cello) und Nadine Schuster (Klavier).

Für die beiden Konzertsolistinnen und Kammermusikerinnen sind Veranstaltungen dieser Art kein Neuland. Ziel der beiden Künstlerinnen ist es, den Kindern zurück zu einem vertrauten Ort und vor allem einem verloren gegangenen Gefühl zu verhelfen und ihnen zu einem Gefühl für die neue Welt zu verhelfen, in die sie nun durch die Wirren der Zeit hineingeworfen wurden. Die Kinder haben diesen Versuch ganz offensichtlich genossen. Strahlende Kinderaugen waren die Belohnung für die ebenso begeisterten Künstlerinnen und die Akteure im Hintergrund.

Katja Zakotnik und Nadine Schuster (Fotos: Johannes Beschoner)

Katja Zakotnik und Nadine Schuster (Fotos: Johannes Beschoner)

Ein solcher musikalischer Einfluss wirkt sehr lange nach und diese Kinder werden sich noch jahrelang daran erinnern. Dass sie zudem noch so liebevoll versorgt wurden gibt ihnen das Gefühl, in einer positiven Umgebung aufzuwachsen, was wiederum die Voraussetzung ist, um ein guter Mensch zu werden. Kinder – gleich welcher Herkunft – dabei zu unterstützen, ist unser aller Aufgabe und ich freue mich, dass wir alle zusammen an einem Strang gezogen haben.

Katja Zakotnik

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