Zum 70-jährigen Freimaurerjubiläum von Rolf Appel

Rolf Appel im Jahre 2015 (Foto: Jens Oberheide)

Rolf Appel im Jahre 2015 (Foto: Jens Oberheide)

Das gibt es wohl höchst selten: ein 70-jähriges Freimaurerjubiläum. Rolf Appel, ein Urgestein der deutschen Freimaurerei, gehört seit 1948 dem Bund an. Eine für das Wochenende geplante Feierlichkeit muss aus gesundheitlichen Gründen leider ausfallen.

Statt des geplanten Berichtes über die Feier anlässlich des einzigartigen Jubiläums bringen wir an dieser Stelle eine Würdigung, die in der HUMANITÄT 1/2018 unter dem Titel “Als Rolf ‘etwas Gültiges’ in sein Leben brachte” erschienen ist und den Sie nachfolgend auch als Podcast finden können.

Von Jens Oberheide

22. Februar 1948. Rolf Appel wird Freimaurer. Drei Jahre nach dem unseligen Krieg. Die Trümmerstadt Hamburg war noch “britische Besatzungszone”. Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland lag noch in Jahresferne, und die “Währungsreform” stand noch bevor. Das Wenige, was man kaufen konnte, bezahlte man in “Reichsmark”, wobei das “Reich” untergegangen und die “Mark” nichts wert war. Das Notwendige zum Essen gab es auf Bezugsschein. Das Notwendige zum Leben musste mit Zuversicht, Mut und Tatkraft erst wiederentdeckt werden.

Aber erst einmal galt es jedoch, all das Schreckliche zu verarbeiten, was da ab 1933 geschehen war. 1934 hatte Rolfs Vater, der Freimaurer Ludwig Appel, gegenüber den Nazis stolzen freimaurerischen Bekennermut bewiesen. Für die braunen Machthaber war er fortan ein Ausgegrenzter, Verfemter. Rolf hat das miterlebt. Es hat ihn geprägt. Unbeugsame Haltung, Charakter, aufrechte Gesinnung. Ein unbeirrbares Wertebewusstsein. Erst sehr viel später hat Rolf das selbst beispielgebend leben können.

Zunächst hatte der Krieg jede Lebensplanung verhindert. Schon eine Woche nach seinem Abitur kam die Einberufung. Mit einer Panzertruppe erkämpfte sich Rolf Appel im sogenannten “Russlandfeldzug” das “Panzer-Sturmabzeichen” für 25-maliges Durchbrechen feindlicher Linien, das Eiserne Kreuz 1, Klasse, und schließlich – welch bitterer Widersinn – das Silberne Verwundetenabzeichen für dreimalige Verwundung. 1945. Ende und Anfang.

Der aus dem Krieg gekommene und vom Krieg gezeichnete Rolf Appel war damals 25 Jahre jung, Angehöriger jener betrogenen und verlorenen Generation, die man in den schlimmsten Jahren deutscher Geschichte verheizt hatte. Innerlich und äußerlich schwer verwundet, galt es nun, einen neuen Sinn zu suchen und, wenn möglich, auch zu finden. Beruflich ging das überraschend schnell. Schon Ende 1945 hatten zwei mutige Männer aus Hamburg von der Britischen Militärregierung Lizenzen als Verleger erhalten: Axel Springer und Rolf Appel. Letztgenannter avancierte damit zum jüngsten deutschen Verleger nach dem Krieg.

Der berufliche Anfang war gemacht. Das sei zwar existenznotwendig, sagte der Vater, aber nun solle Rolf auch noch “etwas Gültiges in sein Leben bringen”. Etwas, was unter den Nazis nicht möglich war, was aber nun im Zeichen des Neuanfangs wieder möglich werden sollte: Freimaurerei, der alte und immer wieder neue Gedanke des besseren Miteinanders für eine bessere Welt.

Am 22. Februar 1948 hat ihn sein Vater zur Aufnahme in die Loge “Globus” nach Harburg gebracht. Auch die Loge “Globus” musste, wie alle Logen der Nachkriegszeit, erst behutsam und mühsam wiederbelebt werden. Das ging nur mit Mitgliedern, die schon vor dem “Dritten Reich” aufgenommen worden waren, und mit jungen Männern, die bereits durch die Hölle des Krieges gegangen waren, wie Rolf Appel. Überlebende, Gezeichnete, Tatkräftige.

1948 war ein bitterkalter Winter, und das Logenhaus war seit Jahren nicht beheizt worden. Man begrüßte den Suchenden Rolf Appel mit dem sogenannten “Kutscherschlag”, indem man sich mit weit ausholenden Armen gekreuzt auf die Schulter schlug. Das war kein vorweggenommenes freimaurerisches “Erkennungszeichen”. Das war vielmehr purer Selbsterhaltungstrieb, um nicht zu erfrieren.

Besonders eindrucksvoll war für Rolf Appel nach der Aufnahmearbeit 1948 die erste Tafelloge seines Lebens. Und zwar deswegen, weil es Linsensuppe mit Fleischbeilage gab. Und einen Nachschlag! Zum Schluss des denkwürdigen Tages durfte Rolf sogar noch seinen eingefärbten Wehrmachtsmantel gegen einen richtigen Wintermantel eintauschen und bekam feste Schuhe. Als Rolf nach Hause zu seiner Gerda kam (mit der er 1941 “ferngetraut” worden war), da berichtete er von seiner Aufnahme freudig bewegt: “Neuer Mantel, neue Schuhe, und satt bin ich auch noch!”

Aber zugleich hatte ihn die wunderbare “Idee Freimaurerei” gepackt. War es nicht gerade in der Nachkriegszeit wichtig, Menschlichkeit neu zu denken und zu praktizieren? Mit Rolfs eigenen Worten: “Mehr Anstand untereinander und mehr Vertrauen zueinander.” Das bedeutete Freimaurerei in der Tat. Dieser Gedanke hat ihn ein Leben lang geleitet.

Am 19. Juni 1949, wenige Tage nach Rolf Appels 29. Geburtstag, wurde in der Paulskirche zu Frankfurt am Main die “Vereinigte Großloge der Freimaurer von Deutschland” konstituiert. Das war die Geburtsstunde unserer Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland, die aus diesem Konstrukt hervorging. Rolf Appel war dabei. Sein Vater hatte ihn mitgenommen. Rolf war gerade Geselle geworden und hat die “intensiven Augenblicke” dieser historischen Arbeit in sich aufgesogen. Und er hatte jenen Mann bewundert, der das Ritual so zelebrierte, dass “jeder Ton, jede Bewegung, jede Geste” stimmte: Theodor Vogel.

Rolf Appel wurde in den Folgejahren enger Mitarbeiter und vertrauter Bruder des Großmeisters Theodor Vogel. Was dieser von Rolf gehalten hat, geht aus einem Brief hervor, den er einmal an Br. Konrad Merkel geschrieben hat: “Er (Rolf Appel) ist immer präsent … er mischt sich überall ein. Er meldet sich zu Wort und hat dann auch etwas zu sagen. Er ist gefragt und wird gefragt – und er wird gehört. So schätzen ihn immer noch alle, die das Glück haben, ihn zu kennen.

Aus diesen Anfängen der Nachkriegsfreimaurerei erwuchs also “einer der wahrscheinlich bedeutendsten lebenden Freimaurer” (Freimaurer-Wiki), der heute schon ein gewichtiges Stück Geschichte verkörpert. Der Weg von damals bis heute kann hier nur per Zeitraffer angedeutet werden:

Rolf Appel ist mit 31 Jahren Stuhlmeister geworden und hat diese Funktion in vier Logen über insgesamt 2o Jahre innegehabt. Er war Distriktmeister, Großredner, zugeordneter Großmeister, Mitglied im Senat der Vereinigten Großlogen, und er war 12 Jahre lang Mitglied des Ritualkollegiums. Dem legendären Dreigespann Appel, Horneffer, Scherpe ist die seit 1981 praktizierte Neuschöpfung und Grundfassung unseres A.F.u.A.M.-Rituals zu verdanken. Historisch ist Rolf Appels Wirken in der Dialogkommission, die von 1968 bis 1981 die offiziellen Gespräche mit der katholischen und den evangelischen Kirchen geführt hat. Rolf Appel ist der Verfasser der berühmten “Lichtenauer Erklärung”, die in Rom bewirkte, dass der Begriff “Freimaurer” nicht mehr im Kirchenrecht auftaucht. Ein Meilenstein, der für immer mit Rolfs Namen verbunden bleibt.

Rolf Appel hat vielbeachtete Vorträge überall in deutschen Landen gehalten, hat redaktionelle Beiträge verfasst und vielgelesene Bücher (rd. 60) geschrieben. Und er ist der Redakteur unserer Freimaurerzeitschriften gewesen: “Hanseatisches Logenblatt”, “Die Bruderschaft”, “Die gelben Blätter”, “Euro Mason” und “Humanität”. Von ihm kam die Idee zu einem “Literaturpreis Deutscher Freimaurer” (heute: Kulturpreis), und er war der Laudator für die Preisträger Max Tau, Lew Kopelew, Reiner Kunze und Arno Surminski. Mit zahlreichen Auszeichnungen für bedeutende Verdienste wurde er geehrt. Profan und freimaurerisch. Zahlreiche Logen haben ihn zum Ehrenmitglied gemacht.

Er führte seine Druckerei, engagierte sich in vier Buchverlagen und übernahm den freimaurerisch ausgerichteten Verlag “Die Bauhütte”. In mehreren Vorständen von Fachverbänden und Institutionen hat Rolf Appel erfolgreich mitgewirkt, ist Mitbegründer der Lessing-Gesellschaft und von Pegasus, dem freimaurerischen Verein für Kunst, Kultur und Kommunikation. Schließlich ist er Initiator und Mitbegründer des Wiederaufbaus der Freimaurerei in Litauen geworden. Als Ehrengroßmeister dieser baltischen Großloge fühlt er sich seinem Pionierwerk immer noch verpflichtet.

Es lag ihm stets am Herzen, dass bei einer derart immensen Lebensleistung die Familie nicht zu kurz kommt. Sie hat ihn gestärkt und er war stark genug, auch tragische Schicksalsschläge zu verkraften.

Wir können hier nicht andeutungsweise alle Aspekte eines überaus reichen Lebens ansprechen. Dafür gibt es andere Gelegenheiten. Hier sei nur daran erinnert, vor welchem Hintergrund alles begann, damals vor 70 Jahren.

Zum 70. Maurerjubiläum gratulieren wir diesem bemerkenswert ungewöhnlichen Menschen, der uns so viel zu sagen hat und dem wir so viel verdanken.

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“Informationen, Geschichte und Gerüchte” in Stade

Der Vorsitzende Gerd Carlson begrüßt die Anwesenden

Der Vorsitzende Gerd Carlson begrüßt die Anwesenden

Unter dem Leitsatz „300 Jahre Freimaurerei – 240 Jahre Freimaurerei in Stade – Informationen, Geschichte und Gerüchte“ veranstalteten die Brüder der Johannisloge „Friederike zur Unsterblichkeit“ im November eine Öffentlichkeitsveranstaltung in der Seminarturnhalle der Stadt Stade. 200 Gäste waren der Einladung gefolgt.

(Stade/hce) Den Abend mit vollbesetztem Haus begann der Vosrsitzende der Loge, Gerd Carlson, mit einer einfühlsamen Begrüßung. Speziell wurden der 1. Stellvertretende Bürgermeister, Herr Hartlef mit Gattin,  der ehemalige Stadtarchivar, Dr. Jürgen Bohmbach und das älteste Mitglied der Loge Gerhard Frankenstein (91) sowie die anwesenden Pressevertreter besonders begrüßt.

Nach der Begrüßung sprach der Distriktmeister Thomas Stuwe über „300 Jahre Freimaurerei und die erste Loge in Hamburg“. Es folgte  der Altstuhlmeister der „Friederike“, H.-Christian Esken; er berichtete über „Die Anfänge der Freimaurerei in Stade“ unter Einbeziehung der sozialen Verhältnisse der Zeit zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Patrick Beier übernahm das Thema „Die Logenhäuser in Stade“. Den Zuhörern konnten die Gebäude mit Bildmaterial per Beamer nahegebracht werden, und es hat wohl so manchen Gast überrascht, welche Häuser im Laufe der Jahrhunderte als Logenhäuser genutzt wurden, Häuser, die es heute auch noch gibt, jedoch mit einer völlig anderen Nutzung.

Durch seine Kontakte zu der Familie des Dr. Reinhold Müller, der 1923 in die Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ aufgenommen wurde, konnte der Vorsitzende Gerd Carlson aus dessen Lebenserinnerungen aus den Jahren 1923 und 1924 zitieren. Es wurden die schöne Stadt Stade, aber auch die damaligen Stader Bürger in ihrer gesellschaftlichen Abgrenzung und „Steifheit“ humorvoll und doch deutlich beschrieben.

Die Referenten (v.l.) Thomas Stuwe, Rolf Grußendorf, Hans-Christian Esken, Jens Rusch, Gerd Carlson, Hellmut von Blücher und Patrick Beier

Die Referenten (v.l.) Thomas Stuwe, Rolf Grußendorf, Hans-Christian Esken, Jens Rusch, Gerd Carlson, Hellmut von Blücher und Patrick Beier

Einen weiteren Beitrag lieferten Rolf Grußendorf und Hellmut von Blücher zum Thema „Freimaurerei und Motorradfahren – geht das?“ Sie schilderten eindrucksvoll  die Geschichte  der “Masonic Biker“ und ihre persönlich erlebten Eindrücke.

Schließlich erhielt Jens Rusch das Wort, um zum Thema „Mythen und Gerüchte“ zu sprechen. Es war ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass viele Informationen über die Freimaurerei im Internet  kritisch zu sehen sind und mancher geschriebener Unsinn gar nicht korrigiert werden kann. Daher sei es nützlich, sich der Informationen zu bedienen, die von erfahrenen Freimaurern geliefert werden. Im Kern seiner Ausführungen verwies er auf die Internetseite „Freimaurer-Wiki“, die er vor 10 Jahren – zunächst allein, später mit weiteren Brüdern – entwickelt hat und ständig fortentwickeln wird. Die Freimaurer-Wiki umfasst mittlerweile annähernd 5000 Inhaltsseiten und hat bisher über 30 Millionen Seitenzugriffe.

Mit einem Schlusswort, in dem noch einmal die Ideale und die Ziele der Freimaurerei herausgestellt wurden, beendete der Gastgeber das offizielle Programm und lud die Gäste ein, mit den Brüdern der „Friederike“ ins Gespräch zu gehen, um weitere Informationen zu erhalten. Es ergab sich schnell eine intensive und angeregte Unterhaltung, die fast bis Mitternacht dauerte. Eine dezente Klaviermusik des Pianisten Frederik Feindt begleitete diesen letzten Abschnitt der Veranstaltung.

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Hamburger Loge versteigert Arbeitsteppich

Künstlerischer Arbeitsteppich des Malers Michael Jansen

Arbeitsteppiche gehören zu den großen Besonderheiten einer Loge, insbesondere, wenn sie besonders künstlerisch gestaltet sind. Die Freimaurerloge Ferdinand zum Felsen wird im Logenhaus Welckerstraße in Hamburg einen vom Maler und Freimaurer Michael Jansen gestalteten Arbeitsteppich für einen guten Zweck versteigern lassen.

Am 16. März 2017 waren Brüder aus Hamburg und der näheren Umgebung eingeladen, im Rahmen einer Tempelarbeit eine sogenannte Teppicherklärung der besonderen Art zu erleben. Während der rituellen Erläuterung zeichnete der Kunstmaler Michael Jansen die Symbole unseres Bundes auf eine als Arbeitstafel vorbereitete Leinwand. Dabei beschritt er in der ihm eigenen Weise neue künstlerische Wege, um die Brüder mit neuen Zugängen zu den bekannten Symbolen und Vorstellungen unseres Bundes herauszufordern und ihnen neue Ausblicke auf einen vermeintlich wohlbekannten Ritualgegenstand zu eröffnen. Bestandteil der Erklärungen waren denn auch erste Erläuterungen zum Bildaufbau und den künstlerischen Besonderheiten einer erweiterten und teils veränderten Symbolik.

Mittlerweile hat der Bruder Michael Jansen seine Arbeitstafel im Stil des Magischen Surrealismus in der Größe 140 cm x 100 cm vollendet und sie unserer Loge zur Förderung eines humanitären Zweckes überlassen.

Die Loge hat beschlossen, diese besondere Arbeitstafel am Samstag, den 14. Oktober 2017 um 11:00 Uhr im Goethesaal des Logenhauses in der Welckerstraße 8 in Hamburg durch Rene Spiegelberger versteigern zu lassen.

Der Versteigerungserlös wird der „Friedrich-Ludwig-Schröder Kinderstiftung“ zugute kommen.

Fern-Gebote können bis zum 13. Oktober 2017 unter Angabe der persönlichen Daten über die Kontaktadresse hinterlegt werden. Wer auch am 14. Oktober 2017 telefonische Gebote abgeben möchte, kann sich ebenfalls über das Kontaktformular der Loge hierfür anmelden (einfach in das Freitextfeld eintragen) und erhält eineTelefonnummer, über welche er oder sie während der Versteigerung im Kontakt mit einem unserer Logenbrüder den Verlauf verfolgen und verbindliche Gebote abgeben kann.

Kontaktaufnahme mit der Loge kann auf deren Website erfolgen: http://fzf.abcde.biz/?page_id=26#Kontakt

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Hamburger Schröder-Statue wird rekonstruiert

Der ursprüngliche  prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße

Der ursprüngliche prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße

(Hamburg) 1937 trugen die Nationalsozialisten das Logenhaus in der Welckerstraße Stein für Stein ab, um doppelte Wände oder andere vermeintliche Geheimnisse zu entdecken. Bei den Plünderungen ging auch die Schröder-Statue verloren. Engagierte Brüder setzen sich dafür ein, diese Statue wieder zu errichten.

Die Verfolgung der Freimaurer durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass Logenhäuser und Inventar beschlagnahmt, verschleppt oder zerstört wurden. So erging es auch dem Hamburger Logenhaus in der Welckerstraße, das bis auf die Grundmauern abgerissen wurde. Dem Vernehmen nach gab es eine Anweisung an die Abbruchfirma. jeden Stein einzeln abzuklopfen, damit ein möglicherweise vorhandenes “freimaurerisches Geheimnis” gefunden werde. Vergeblich. Bei dieser Aktion ging auch eine Statue verloren, die den großen Reformer der Freimaurerei, Friedrich Ludwig Schröder, darstellte und die sich im prächtigen großen Tempel des Logenhauses befand.

Ich war 15 Jahre alt, als mein Vater mit mir die Stelle besuchte, wo Handwerker das frühere Logenhaus abbrachen. Zuvor konnte man das Logenhaus mit seiner Einrichtung besichtigen ... dann hämmerten sie an einer Statue. Es müsste Schröder gewesen sein.

Rolf Appel
Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Hans-Peter Meißner machte es sich zur Aufgabe, die lebensgroße Statue von einer Gruppe von Künstlern rekonstruieren zu lassen. Die Künstler Jens Rusch, Oliver Kieser und Roman Zonder sind mit großem Elan beschäftigt, die verloren gegangene Statue anhand vorhandener Unterlagen neu herzustellen. Das ist ein teures Unterfangen, etwa 30.000 € Herstellungskosten sind veranschlagt. Durch zweijährige Skizzenarbeit von Jens Rusch und der Modellierkunst von Oliver Kieser und Roman Zonder, wurden mit modernster 3D-Technik Bronzeminiaturen hergestellt, durch deren Verkauf die Rekonstruktion der eigentlichen Statue ermöglicht werden soll. Alle Beteiligten weisen darauf hin, dass die Arbeit an dem Projekt ehrenamtlich erfolgt und der volle Erlös der Miniaturen dem Projekt zugute kommt.

Beide Versionen der käuflich zu erwerbenden Miniaturen

Diese beiden Bronzevarianten, deren Verkauf der Deckung bisheriger Kosten dient, wurden von der Bildgießerei Wittkamp meisterhaft ausgeführt. Die linke Version mit einer Höhe von ca. 30 cm kostet 1.480 €. Sie wurde nach einem 3D-Druck von Roman Zonder ausgeführt. Die rechte Variante in Höhe von ca. 25 cm wurde zunächst computergesteuert in Holz gestochen, überarbeitet, abgeformt und in Wachs für den Bronzeguss vorbereitet. Sie ist zum Preis von 1.280 € zu erwerben. Weitere Exemplare werden nur auf Bestellung in Auftrag gegeben. Der Erlös dient ausschließlich der Fertigung der lebensgroßen Rekonstruktion der durch die Nationalsozialisten zerstörten Figur Friedrich Ludwig Schröders. Die Herstellung der lebensgroßen Rohform hat bereits begonnen.

Anfragen bzgl. der Projektfinanzierung sind bitte zu richten an Sven Bremer.

In seinem Geleitwort weist der Großmeister der Großloge der Alten und Freien Angenommenen Maurer, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, darauf hin, dass die Arbeit “wie so viele Arbeiten für die Königliche Kunst” ehrenamtlich und der Sache wegen geleistet werden. Finanzielle Zusagen sollen sogar aus Dänemark und Israel vorliegen, auch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland hat bereits einen Beitrag geleistet. Abschließend führt er aus: “Den für dieses Projekt verantwortlichen Brüdern wünsche ich viel Erfolg. Mich würde es sehr freuen, bei einem meiner nächsten Besuche in Hamburg der lebensgroßen Statue unseres Bruders und freimaurerischen Reformators Friedrich Ludwig Schröder gegenüberstehen zu können. Euch, meine Brüder, möchte ich ermuntern dieses Projekt zu unterstützen.”

Was macht Friedrich Ludwig Schröder so wichtig für die Freimaurer?

Das “Internationale Freimaurerlexikon” weist Schröder (1744 – 1816) als Theaterdirektor in Hamburg, Bühnendichter, Schauspieler und bedeutenden Gestalter der Shakespeare-Stücke aus. Für die Freimaurer gilt er als Reformator der Ritualistik, wofür er aus seiner beruflichen Herkunft alle Voraussetzungen mitbrachte. “Begeisterter Bekenner der freimaurerischen Grundlehren, erkannte Schröder, dass sie [die Freimaurerei] in dem damals herrschenden chaotischen Durcheinander von Systemen und Spielarten ersticken müsste, wenn nicht mit kräftiger Hand Abhilfe geschaffen und die Lehre in ihrer ursprünglichen Reinheit wieder freigelegt würde.” (Internationales Freimaurerlexikon, S. 759). Er rekonstruierte und reformierte die Rituale und führte sie nach einer Zeit der komplexen hierarchischen Abstufungen zurück in die drei Grade, wie sie auch heute in der Freimaurerei Bestand haben.

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Hamburger Loge Absalom spendet Brunnen

Fließendes Wasser als Symbol des Lebens – das war das Motto der Brunnenspende

Fließendes Wasser als Symbol des Lebens – das war das Motto der Brunnenspende

Hamburg. Die Hamburger Loge “Absalom zu den drei Nesseln” übergab am Tag des Senatsempfangs einen Brunnen für die Hamburger Kirchengemeinde St. Michaelis. Angefangen hatte alles mit der großartigen Jubiläumsfeier zum 275jährigen Bestehen der Loge und der Freimaurerei in Deutschland im Jahre 2012.

Der Brunnen für die St- Michaelis-Gemeinde

Der Brunnen für die St- Michaelis-Gemeinde

Der Idee war vorausgegangen, dass die Jubiläumseierlichkeit in einem Gebäude stattfinden muss, in dem die zahlreich zu erwartenden Brüder aus der weltweiten Bruderkette angemessen Platz finden. Nach reiflichen Überlegungen und Gesprächen mit der Leitung der St. Michaelis Kirche, dem Hauptpastor Röder, kam es zu der Entscheidung, die Festarbeit im „Michel“ stattfinden zulassen. In Verbindung mit der großzügigen Geste der Gemeinde St. Michaelis sollte der in seiner Gestalt noch nicht entworfene Brunnen im Glockenturm des „Michel“ seinen Standort finden.

Es sollte ein Brunnen sein. Er symbolisiert durch sein fließendes Wasser Leben. In etlichen Zusammenkünften wurden die einzelnen Schritte der Gestaltung sowie die Finanzierung besprochen, zu der auch Brüder anderer Logen beigetragen haben. Im September 2012 wurde im Logenhaus unter der Schirmherrschaft des damaligen Ersten Bürgermeisters Ole v. Beust ein Modell des Brunnens in Originalgröße der Öffentlichkeit vorgestellt Es folgte in einer extra gestellten Werkbaude auf dem Hamburger Gänsemarkt die Präsentation für das breite Publikum.

Nach etlichen Verzögerungen durch Bauplanungen der Kirchengemeinde wurde der Brunnen im Foyer des Gemeindehauses, nach Aussage des Hauptpastors Röder “das Wohnzimmer der Kirchengemeinde”, aufgestellt und am 8. Mai 2017 offiziell übergeben.

Anwesend waren auch der Großmeister der Großloge der Alten Freien Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, sowie der Distriktmeister Tgomas Stuwe. Höhepunkt vor der Enthüllung war die Ansprache des Hauptpastors Röder zum Thema „Fließendes Wasser“. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung mit Auszügen aus der eigens für das 275. Jubiläum der Loge komponierten Sinfonie Nr.1 “Ringparabel” nach Lessings “Nathan der Weise” von Gloria Bruni und einer Eigenkomposition des Pianisten Jean Panajotoff.

Der Großmeister Prof. dr. Roth-Kleyer (Mitte) im Gespräch mit dem Hauptpastor Röder, links Distriktmeister Stuwe

Der Großmeister Prof. dr. Roth-Kleyer (Mitte) im Gespräch mit dem Hauptpastor Röder, links Distriktmeister Stuwe

Der Großmeister der Großloge der Alten und Freien Maurer von Deutschland bedankte sich insbesondere bei der Gemeinde St. Michaelis für das für die Geste, der Freimaurerei im Jahre 2012 den “Michel” für ihre Feierlichkeiten zu überlassen. “Dieser Brunnen, der heute Grund für diese schöne und würdige Feierstunde ist, ist der beständige und bleibende Dank der deutschen Freimaurerei im Allgemeinen und der Dank der Freimaurerloge „Absalom zu den drei Nesseln“ im Besonderen an die Kirchengemeinde St. Michaelis für die Nutzung des Innenraumes des „Michels“, anlässlich unserer 275 Jahrfeier am 29. September 2012. Es ist bemerkenswert, dass der gestiftete Brunnen nunmehr seinen Platz an dieser exponierten Stelle im Foyer des Gemeindehauses gefunden hat.”

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Ein toller Abend beim Konrad Ekhof Poetry Slam

Fabian Navarro als Sieger des Konrad Ekhof Poetry Slam (Bild: lotariat.de)

Fabian Navarro als Sieger des Konrad Ekhof Poetry Slam (Bild: lotariat.de)

Hamburg (ab). Die Freimaurerloge Konrad Ekhof nutzte den Anlass des 300jährigen Jubiläums der ersten Großlogengründung, um im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Hamburg denkt“ einen außergewöhnlichen Abend im wunderschönen Logenhaus an der Hamburger Moorweide zu organisieren.

Die Brüder der Loge begrüßten mehr als 130 Besucher zum ersten „Konrad Ekhof Poetry Slam“ im stilvollen Ambiente des großen Mozartsaals. Sechs bundesweit bekannte Künstler traten unter der Thematik „Menschlichkeit“ mit eigenen Texten gegeneinander an. Die Moderation lag in den Händen von David Friedrich, der souverän und mit viel Witz und Gespür durch den Abend führte. Es war äußerst spannend, interessant, kurzweilig und zum Teil auch nachdenklich, mitzuerleben, aus welchen unterschiedlichen Perspektiven die jungen Künstler das Thema Menschlichkeit beleuchteten. Es wurden Aspekte wie der Umgang mit Behinderten, Kriege und Armut, aber auch das Aufwachsen als Kind von ausländischen Eltern in Deutschland oder das Besonders-Sein jedes Menschen poetisch behandelt. Die Loge Konrad Ekhof freute sich besonders, dass es gelungen ist, ein sehr heterogenes, junges Publikum anzusprechen. Erfahrene Poetry Slam Besucher mischten sich unter Menschen, die zum ersten Mal an solch einem besonderen Wettbewerb teilnahmen. Im ersten Teil des Abends trugen alle Künstler ihre eigenen Texte vor, die anschließend von einer Publikumsjury bewertet wurden.

Die drei Künstler mit der höchsten Bewertung zogen ins Finale. Eine schwierige Entscheidung für das Publikum, das die Texte von Bente Varlemann, Rasmus Blohm und Mona Harry ebenfalls mit viel Begeisterung aufnahm. Charakterstark und überzeugend verwöhnten die Finalisten Victoria Helene Bergmann und Hinnerk Köhn ihr Publikum in der Endrunde, aber als einstimmig gewählter Sieger ließ sich schließlich Fabian Navarro an diesem Abend feiern. Der erkämpfte Preis bestand aus 1.000 Euro, die der Sieger einer wohltätigen Einrichtung seiner Wahl zukommen lassen durfte. Fabian Navarro hat sich entschieden, die Spende an das Hamburger Obdachlosenmagazin Hinz & Kunzt zu vergeben – ein wahrlich passender Abschluss zu einem Abend, der im Zeichen der Menschlichkeit stand.

Der tosende Applaus während und nach der Veranstaltung und das durchgehend positive Feedback bestärken die Organisatoren, dass Freimaurer sehr wohl auch für jüngere Menschen interessante Plattformen für einen Austausch bieten.

David Friedrich moderierte souverän den unterhaltsamen Abend (Bild: lotariat.de)

David Friedrich moderierte souverän den unterhaltsamen Abend (Bild: lotariat.de)

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Senatsempfang für Freimaurer in Hamburg

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

Anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung der weltweit ersten Großloge lud Olaf Scholz, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Erster Bürgermeister zu einem Empfang in das Hamburger Rathaus. Festredner war Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.

Mehr als vierhundert geladene Gäste, Freimaurer, Politiker, Ehrenbürger der Stadt Hamburg kamen im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses zusammen, um sich an dreihundert Jahre moderner Freimaurerei und die Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 zu erinnern. Hamburg scheint der passende Ort für eine solche Veranstaltung zu sein, denn immerhin wurde hier im Jahre 1737 die erste bis heute bestehende deutsche Loge gegründet. Und so wies der Hausherr in seinen Begrüßungsworten auf die lange Tradition der Weltoffenheit und Toleranz hin, die die Hamburger für die Ideale der Aufklärung empfänglich gemacht habe. “300 Jahre Freimaurerei – das ist eine stolzer Geburtstag”, sagte Scholz. “Er verweist auf 300 Jahre des Ringens um Vernunft, Freiheit, Toleranz und Humanität in Europa und erinnert daran, dass die Errungenschaften unserer liberalen, demokratischen und offenen Gesellschaft immer wieder verteidigt werden müssen.”

Toleranz und Brüderlichkeit vorzuleben und in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist eine ganz wichtige Aufgabe der Freimaurer.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister verwies auf die enge Verknüpfung der Hamburger Stadgeschichte und Hamburger Logenbrüder. Er erinnerte an Gotthold Ephraim Lessing, den Dichter Friedrich Klopstock, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Buchhändler Johann Bode, den Theatermann Friedrich Ludwig Schröder sowie an den Zoologen Carl Hagenbeck, den Verleger Axel Springer und die Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Heinrich Kellinghusen und Georg Heinrich Sieveking. “Wenn Sie nachher das Rathaus verlassen, das ebenfalls von einem Freimaurer erbaut wurde, können Sie unter den 58 Hamburger Persönlichkeiten, die an den Säulen portraitiert sind, 13 Freimaurer entdecken, unter ihnen Gabriel Risser, der erste jüdische Richter in Deutschland.”

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedankte sich in seiner Einführungsrede, dass man in einem solchen prächtigen Rathaus feiern darf und bezeichnete dies als einen Meilenstein, erfolgte doch die Gründung der an diesem Tag gefeierten Großloge recht unprätentiös in einer Londoner Kneipe. Er wies darauf hin, dass das von einem Freimaurer miterbaute Rathaus eines sei, bei dem der Bürger keine Stufen emporsteigen müsse und bezog sich damit auf einen der Grundsätze der Freimaurerei, sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.

Der Gastredner Prof. Dr. Norbert Lammert leitete seinen Vortrag mit einem Satz von Kurt Tucholsky ein, “einem bekennenden Freimaurer”, so Lammert: “Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.” Er brachte diesen Satz in Verbindung mit der Rolle der frühen Freimaurer, die sich nach seinen Worten außerhalb der Zünfte befanden und damit nicht eingebettet waren in das bestehende System. Doch eben dieser dort entwickelte und gepflegte Freiheitsgedanke habe sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt.

Der Redner betonte, wie passend der 8. Mai als Datum sei, um auch der Gründung der Freimaurerei in einer Feierstunde zu gedenken: Am 8. Mai 1945 wurden die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges eingestellt, er wird als Tag der Befreiung gefeiert, und am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, und fügte lächelnd hinzu: “gegen die Stimmen der der KPD und der CSU”.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben.

Prof. Dr. Norbert Lammert

“Freimaurer”, lobte Lammert, “fühlen sich über alle Unterschiede hinweg den gleichen Zielen verbunden.” Er verschwieg aber nicht die Verirrungen in der Nazizeit, als große Teile der bürgerlichen Freimaurerei versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu arrangieren. Verirrungen, wie er es nannte, die aber nicht halfen und nicht schützten.

In seiner Rede beschäftigte er sich intensiv mit den Prinzipien der Freimaurerei. Wie viel Freiheit braucht ein Mensch und wie viel Freihet verträgt er, fragte er herausfordernd. Wie lasse sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit vereinbaren? Muss man auch Intoleranz tolerieren? Überhaupt nahm Toleranz einen breiten Raum seiner Ausführungen ein. Er sprach von ihr als dem großen Bruder der Freiheit. “Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein oder er muss auf Freiheit verzichten.” Toleranz sei mehr als die Duldung des Anderen, sondern dessen Akzeptanz.

Freiheit, Gleichheit, Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit waren weitere Themen, und er wies darauf hin, dass es bei allem ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten brauche, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede nicht aushalten könne. “Je unangefochtener die Errungenschaften zu sein scheinen, umso weniger gern erinnert man sich an die Mühen, mit denen sie errungen wurden.”

Am Schluss beglückwünschte er die Freimaurer “zu diesem Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzung einer humanen Gesellschaft sich unangefochtener durchsetzen als das über die letzten 300 Jahre zu beobachten war.”

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, bedankte sich beim Senat für die Möglichkeit, den Festredner “in dieser glanzvollen Atmosphäre zu empfangen”. Er bedankte sich überdies bei seinen Vorrednern für die motivierenden und zielgerichteten Perspektiven, die erkennen ließen, dass die Freimaurer auf dem richtigen Weg seien.

Künftig werden wir weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns leider noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen und Ziele verstärkt informieren.

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Ferner bedankte sich der Großmeister für das große Engagement des Distriktes Hamburg und allen Freimaurern und Sympathisanten in und um Hamburg, die das Gelingen des Empfanges möglich gemacht haben, auch den zahlreichen Sponsoren.

Zum Schluss der Veranstaltung erinnerte er an die Caritas, die den Freimaurern neben allen anderen Zielen ebenfalls wichtig seien und überreichte einen Spendenscheck der Großloge über 10.000 € an die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Kindern in alleinerziehenden bedürfigen Familien hilft, die in der Region Hamburg leben.

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