Hamburger Loge versteigert Arbeitsteppich

Künstlerischer Arbeitsteppich des Malers Michael Jansen

Arbeitsteppiche gehören zu den großen Besonderheiten einer Loge, insbesondere, wenn sie besonders künstlerisch gestaltet sind. Die Freimaurerloge Ferdinand zum Felsen wird im Logenhaus Welckerstraße in Hamburg einen vom Maler und Freimaurer Michael Jansen gestalteten Arbeitsteppich für einen guten Zweck versteigern lassen.

Am 16. März 2017 waren Brüder aus Hamburg und der näheren Umgebung eingeladen, im Rahmen einer Tempelarbeit eine sogenannte Teppicherklärung der besonderen Art zu erleben. Während der rituellen Erläuterung zeichnete der Kunstmaler Michael Jansen die Symbole unseres Bundes auf eine als Arbeitstafel vorbereitete Leinwand. Dabei beschritt er in der ihm eigenen Weise neue künstlerische Wege, um die Brüder mit neuen Zugängen zu den bekannten Symbolen und Vorstellungen unseres Bundes herauszufordern und ihnen neue Ausblicke auf einen vermeintlich wohlbekannten Ritualgegenstand zu eröffnen. Bestandteil der Erklärungen waren denn auch erste Erläuterungen zum Bildaufbau und den künstlerischen Besonderheiten einer erweiterten und teils veränderten Symbolik.

Mittlerweile hat der Bruder Michael Jansen seine Arbeitstafel im Stil des Magischen Surrealismus in der Größe 140 cm x 100 cm vollendet und sie unserer Loge zur Förderung eines humanitären Zweckes überlassen.

Die Loge hat beschlossen, diese besondere Arbeitstafel am Samstag, den 14. Oktober 2017 um 11:00 Uhr im Goethesaal des Logenhauses in der Welckerstraße 8 in Hamburg durch Rene Spiegelberger versteigern zu lassen.

Der Versteigerungserlös wird der „Friedrich-Ludwig-Schröder Kinderstiftung“ zugute kommen.

Fern-Gebote können bis zum 13. Oktober 2017 unter Angabe der persönlichen Daten über die Kontaktadresse hinterlegt werden. Wer auch am 14. Oktober 2017 telefonische Gebote abgeben möchte, kann sich ebenfalls über das Kontaktformular der Loge hierfür anmelden (einfach in das Freitextfeld eintragen) und erhält eineTelefonnummer, über welche er oder sie während der Versteigerung im Kontakt mit einem unserer Logenbrüder den Verlauf verfolgen und verbindliche Gebote abgeben kann.

Kontaktaufnahme mit der Loge kann auf deren Website erfolgen: http://fzf.abcde.biz/?page_id=26#Kontakt

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Hamburger Schröder-Statue wird rekonstruiert

Der ursprüngliche  prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße

Der ursprüngliche prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße

(Hamburg) 1937 trugen die Nationalsozialisten das Logenhaus in der Welckerstraße Stein für Stein ab, um doppelte Wände oder andere vermeintliche Geheimnisse zu entdecken. Bei den Plünderungen ging auch die Schröder-Statue verloren. Engagierte Brüder setzen sich dafür ein, diese Statue wieder zu errichten.

Die Verfolgung der Freimaurer durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass Logenhäuser und Inventar beschlagnahmt, verschleppt oder zerstört wurden. So erging es auch dem Hamburger Logenhaus in der Welckerstraße, das bis auf die Grundmauern abgerissen wurde. Dem Vernehmen nach gab es eine Anweisung an die Abbruchfirma. jeden Stein einzeln abzuklopfen, damit ein möglicherweise vorhandenes „freimaurerisches Geheimnis“ gefunden werde. Vergeblich. Bei dieser Aktion ging auch eine Statue verloren, die den großen Reformer der Freimaurerei, Friedrich Ludwig Schröder, darstellte und die sich im prächtigen großen Tempel des Logenhauses befand.

Ich war 15 Jahre alt, als mein Vater mit mir die Stelle besuchte, wo Handwerker das frühere Logenhaus abbrachen. Zuvor konnte man das Logenhaus mit seiner Einrichtung besichtigen … dann hämmerten sie an einer Statue. Es müsste Schröder gewesen sein.

Rolf Appel

Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Hans-Peter Meißner machte es sich zur Aufgabe, die lebensgroße Statue von einer Gruppe von Künstlern rekonstruieren zu lassen. Die Künstler Jens Rusch, Oliver Kieser und Roman Zonder sind mit großem Elan beschäftigt, die verloren gegangene Statue anhand vorhandener Unterlagen neu herzustellen. Das ist ein teures Unterfangen, etwa 30.000 € Herstellungskosten sind veranschlagt. Durch zweijährige Skizzenarbeit von Jens Rusch und der Modellierkunst von Oliver Kieser und Roman Zonder, wurden mit modernster 3D-Technik Bronzeminiaturen hergestellt, durch deren Verkauf die Rekonstruktion der eigentlichen Statue ermöglicht werden soll. Alle Beteiligten weisen darauf hin, dass die Arbeit an dem Projekt ehrenamtlich erfolgt und der volle Erlös der Miniaturen dem Projekt zugute kommt.

Beide Versionen der käuflich zu erwerbenden Miniaturen

Diese beiden Bronzevarianten, deren Verkauf der Deckung bisheriger Kosten dient, wurden von der Bildgießerei Wittkamp meisterhaft ausgeführt. Die linke Version mit einer Höhe von ca. 30 cm kostet 1.480 €. Sie wurde nach einem 3D-Druck von Roman Zonder ausgeführt. Die rechte Variante in Höhe von ca. 25 cm wurde zunächst computergesteuert in Holz gestochen, überarbeitet, abgeformt und in Wachs für den Bronzeguss vorbereitet. Sie ist zum Preis von 1.280 € zu erwerben. Weitere Exemplare werden nur auf Bestellung in Auftrag gegeben. Der Erlös dient ausschließlich der Fertigung der lebensgroßen Rekonstruktion der durch die Nationalsozialisten zerstörten Figur Friedrich Ludwig Schröders. Die Herstellung der lebensgroßen Rohform hat bereits begonnen.

Anfragen bzgl. der Projektfinanzierung sind bitte zu richten an Sven Bremer.

In seinem Geleitwort weist der Großmeister der Großloge der Alten und Freien Angenommenen Maurer, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, darauf hin, dass die Arbeit „wie so viele Arbeiten für die Königliche Kunst“ ehrenamtlich und der Sache wegen geleistet werden. Finanzielle Zusagen sollen sogar aus Dänemark und Israel vorliegen, auch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland hat bereits einen Beitrag geleistet. Abschließend führt er aus: „Den für dieses Projekt verantwortlichen Brüdern wünsche ich viel Erfolg. Mich würde es sehr freuen, bei einem meiner nächsten Besuche in Hamburg der lebensgroßen Statue unseres Bruders und freimaurerischen Reformators Friedrich Ludwig Schröder gegenüberstehen zu können. Euch, meine Brüder, möchte ich ermuntern dieses Projekt zu unterstützen.“

Was macht Friedrich Ludwig Schröder so wichtig für die Freimaurer?

Das „Internationale Freimaurerlexikon“ weist Schröder (1744 – 1816) als Theaterdirektor in Hamburg, Bühnendichter, Schauspieler und bedeutenden Gestalter der Shakespeare-Stücke aus. Für die Freimaurer gilt er als Reformator der Ritualistik, wofür er aus seiner beruflichen Herkunft alle Voraussetzungen mitbrachte. „Begeisterter Bekenner der freimaurerischen Grundlehren, erkannte Schröder, dass sie [die Freimaurerei] in dem damals herrschenden chaotischen Durcheinander von Systemen und Spielarten ersticken müsste, wenn nicht mit kräftiger Hand Abhilfe geschaffen und die Lehre in ihrer ursprünglichen Reinheit wieder freigelegt würde.“ (Internationales Freimaurerlexikon, S. 759). Er rekonstruierte und reformierte die Rituale und führte sie nach einer Zeit der komplexen hierarchischen Abstufungen zurück in die drei Grade, wie sie auch heute in der Freimaurerei Bestand haben.

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Ansprache Freimaurerei von Prof. Dr. Norbert Lammert

Prof. Dr. Norbert Lammert kurz vor seiner Ansprache im Hamburger Rathaus

Prof. Dr. Norbert Lammert kurz vor seiner Ansprache im Hamburger Rathaus

Am 8. Mai 2017 hielt Prof Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, eine denkwürdige Rede zum 300. Jahrestag der Freimaurerei im Hamburger Rathaus. Nun liegt uns der vollständige Text zur Veröffentlichung vor.

„Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Zeit, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: nein!“ Dieser schöne Satz ist leider nicht von mir, er stammt von Kurt Tucholsky, einem bekennenden Freimaurer, und bringt in seltener Prägnanz eine Erfahrung zum Ausdruck, die quer durch die Menschheitsgeschichte bis in die heutigen Tage hinein immer wieder zu machen war. Es ist ein schöner Zufall, dass dieser festliche Empfang aus Anlass des dreihundertsten Jahrestages der Freimaurerbewegung an einem 8. Mai stattfindet. Der 8. Mai ist nicht nur, der Bürgermeister hat darauf hingewiesen, der Tag der Befreiung nach der ebenso bitteren wie glücklichen Niederlage des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg. Der 8. Mai ist auch der Tag, an dem der Parlamentarische Rat in Bonn nach achtmonatigen Beratungen das Grundgesetz verabschiedet und damit den ersten und wichtigsten Baustein für den Neubau gelegt hat, der nach der größten Verirrung in der deutschen Geschichte ebenso nötig war wie glücklicherweise möglich wurde. Dieses heute erstaunlicherweise völlig unangefochtene Grundgesetz ist damals übrigens keineswegs einstimmig verabschiedet worden, sondern gegen die Stimmen der KPD und der CSU, was dem Inkrafttreten dieser Verfassung und seiner Erfolgsgeschichte nachweislich nicht im Wege gestanden hat. Und es war auch ein 8. Mai., nämlich der 8. Mai 1521, als Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Worms die Reichsacht über Martin Luther verhängte, der sich geweigert hatte, die Thesen zu widerrufen, die die Bewegungen in Gang setzten, an deren 500. Jahrestag wir in diesem Jahr erinnern.

Meine Damen und Herren, die Freimaurer stehen mit den 300 Jahren, an die Sie und wir heute erinnern, nicht nur zeitlich, sondern auch gedanklich irgendwo zwischen den Zwängen des Mittelalters und den Freiheitserwartungen und Freiheitsversprechungen der Neuzeit. Ihre gedanklichen Bezüge gehen auf das ausgehende Mittelalter zurück, und es macht schon Sinn, daran zu erinnern, dass ein ganz wesentlicher handfester Anlass für das Entstehen dieser Bewegung die Erfahrung war, dass Baumeister, Steinmetze, Gesellen wie Lehrlinge an den Bauhütten, den großen Baustellen des Mittelalters, vornehmlich den großen Domen und Kathedralen und Kirchen, außerhalb der Zünfte standen und damit in das wohlgefügte System von Ansprüchen und Privilegien nicht einbezogen waren.

Es hat ganz wesentlich mit der Erfahrung der Ausgrenzung zu tun, des nicht Einbezogenseins in eine solche, damals für beinah unanfechtbar gehaltene gesellschaftliche Ordnung, was das Entstehen dieser Bewegung begünstigt, vielleicht auch erfordert hat. Später wurde der in den Logen gepflegte Freiheitsgedanke Anziehungspunkt auch für Menschen ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen und Professionen. Viele Staatsmänner, Aristokraten, Literaten, Künstler, Musiker, Wissenschaftler kennzeichnen die Geschichte der Freimaurerei über diese 300 Jahre hinweg. Heute gibt es weltweit geschätzt etwa sechs Millionen Freimaurer. Das ist mehr, als ein gutes halbes Dutzend der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an Einwohnern haben. In Deutschland gibt es heute circa 15.000 Freimaurer in etwa 500 Logen, die allesamt für sich und ihre Mitglieder den Anspruch erheben, über die Grenzen von sozialer Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion und Kultur hinaus sich gleichen Werten und Pflichten verbunden zu fühlen.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben.

Von Zeitumständen und damit verbundenen Irrtümern und Irrwegen blieben auch die Freimaurer nicht verschont. Prinzipien lassen sich leichter loben als leben. So finden sich im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik auch unter ihnen aggressiver bellizistischer Nationalismus und völkisches Denken und später sogar eine gewisse Nähe, jedenfalls gelegentlicher Anbiederung an den nationalsozialistischen Zeitgeist, bis hin zur Einführung von Arierparagraphen in manchen Logensatzungen – so, wie es umgekehrt in manchen Logen auch ein beachtliches Maß an Widerspruch und mehr oder weniger handfesten Widerstand gab und Freimaurer, etwa Ossietzky, den der Bürgermeister bereits zitiert hat, Opfer der Diktatur wurden, aber eben nicht als Freimaurer, sondern als Juden oder als politisch Andersdenkende. Die Versuche, sich in dieser oder jener Weise den damaligen Machthabern anzupassen, halfen nicht. Die Nationalsozialisten verboten die Freimaurerei 1935 als staatsfeindlich, die Logenhäuser wurden beschlagnahmt.

Es ist, wenn überhaupt, wieder ein schöner Zufall, dass beinahe unmittelbar im Anschluss an die Formulierung des Grundgesetzes und sein Inkrafttreten in der Frankfurter Paulskirche am 19. Juni 1949 Grundsätze der Freimaurerei neu formuliert und proklamiert wurden. In denen findet sich dieser Hinweis: „Der Freimaurer erkennt im Weltenbau in allem Lebendigen und im sittlichen Bewusstsein des Menschen einen göttlichen Schöpfergeist voll Weisheit, Stärke und Schönheit. Die Freimaurerei ist ein ethischer, kein politischer Bund und beteiligt sich nicht an politischen oder konfessionellen Parteikämpfen. Sie ist keine Religionsgemeinschaft, keine geheime Verbindung, verlangt keine gesetzwidrige Verschwiegenheit und vermittelt keine geheimen Kenntnisse.“

Die großen Prinzipien, die Werte und selbstgesetzten Pflichten, auf die sich Freimaurer verpflichtet haben, sind heute längst zu unangefochtenen Gestaltungsprinzipien freiheitlicher Gesellschaften und demokratischer Staaten geworden. Mit dem fast unvermeidlichen Risiko, dem eigentlich alle Überzeugungen und Orientierungen zum Opfer zu fallen drohen, dass je unangefochtener sie geworden sind und für umso selbstverständlicher sie gehalten werden nicht nur das Bewusstsein ihrer Bedeutung zu verblassen droht, sondern man sich auch, wenn überhaupt, nur noch ungern der Mühe unterzieht, über die Bedingungen ihrer Realisierung und gelegentlich auch über das Spannungsverhältnis zwischen diesen Prinzipien Rechenschaft zu geben. 

Wie viel Freiheit braucht ein Mensch, und wie viel erträgt er?

Wie viel Freiheit braucht ein Mensch, und wie viel erträgt er? Was bringen Menschen an Freiheit in eine Gesellschaft ein, und wie viel Freiheit muss und darf eine Gesellschaft Menschen zumuten? Wie lässt sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit verbinden? Wie können in ein und derselben Gesellschaft Menschen zugleich frei und gleich sein? Ist das Toleranzgebot die Brücke zwischen dem einen und dem anderen? Und wie weit reicht dann eine solche Selbstverpflichtung? Muss man auch Intoleranz tolerieren, weil sie auch Ausdruck von Freiheit zu sein scheint? Welchen Respekt verdienen diejenigen, die Minderheiten nicht respektieren? Wie viel Einheit braucht eigentlich eine Gesellschaft, die Vielfalt ermöglichen soll und will?

Meine Damen und Herren, zu jeder dieser Fragen ließen sich jetzt mehr oder weniger kluge Betrachtungen anstellen. Ich will mich auf ein paar Hinweise beschränken und damit beginnen, dass nach meiner festen Überzeugung Menschen, wo immer sie leben und gelebt haben, Orientierungen brauchen, weil sie Halt brauchen, wenn sie sich im Leben behaupten wollen. Dass das so ist und sich wiederum quer durch die Menschheitsgeschichte immer wieder in gleicher und anderer Weise beobachten lässt, ist ziemlich offenkundig. Dass auch Gesellschaften Orientierungen brauchen, gemeinsame Überzeugungen, gar Verbindlichkeiten, um die Unterschiede zu ertragen, die es gibt, und weder aufgegeben werden müssen noch aufgegeben werden sollen, leuchtet eigentlich auch ein, wird aber immer wieder gern bestritten, weil wir Verbindlichkeiten nicht mögen, die der Freiheit Grenzen setzen. Umso wichtiger ist die ungemütliche Einsicht, dass Freiheit Bindungen voraussetzt. Das vielleicht am weitesten verbreitete Missverständnis von Liberalität ist die Erwartung, dass in wirklich liberalen Gesellschaften nichts unbedingt gilt. Liberal ist eine Gesellschaft tatsächlich nur, wenn es die Einsicht gibt und diese auch durchgesetzt wird, dass es ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten gibt, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede gar nicht aushalten würde, und dass insofern diese Verbindlichkeiten Voraussetzung der Möglichkeit von Freiheit sind.

Toleranz ist inzwischen zweifellos eine der populärsten und zugleich folgenlosesten Begriffe unserer Zeit geworden.

Ich will ein paar Bemerkungen zur Toleranz machen. Toleranz ist inzwischen zweifellos eine der populärsten und zugleich folgenlosesten Begriffe unserer Zeit geworden. Fragt man Google, was man sich unter ‚Toleranz‘ vorzustellen habe, werden dort fast zehn Millionen Ergebnisse angezeigt. Das allein ist ein starkes Indiz dafür, dass weder der Begriff unmissverständlich ist noch die damit verbundenen Sachverhalte. Wie ist dieser Begriff überhaupt in die deutsche Sprache gekommen? Sie vermuten richtig: durch Luther. Er hat den alten lateinischen Begriff der ‚Toleranzia‘ in die deutsche Sprache übertragen und eingeführt. Dass unter den thematischen Schwerpunkten der Luther-Dekade, die uns nun über zehn Jahre hinweg auf das große fünfhundertjährige Reformationsjubiläum zugeführt hat, neben der Sprache und der Musik die Toleranz eines der Schwerpunkthemen war, hängt nicht nur mit der überragenden Bedeutung der Toleranz oder Selbstverständnis moderner Gesellschaften zusammen, sondern mit der Vernachlässigung dieses Anspruchs im Alltag der Menschheitsgeschichte. Toleranz ist nicht das herausragende Merkmal der Geschichte, auch nicht der Kirchengeschichte, weder vor noch nach der Reformation. Religionen haben, wie wir immer wieder schmerzlich feststellen können, ein ambivalentes Verhältnis zur Toleranz. In der Lehre vermitteln sie Toleranz, in der Praxis verweigern sie Toleranz – nicht immer, aber jedenfalls erstaunlich oft, nach innen wie nach außen. Erst mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert, und da sind wir in den Gründungszeiten der Freimaurerbewegung, die ihre wesentlichen Einsichten weitgehend gegen den erbitterten Widerstand der Kirche durchsetzen musste, wurde die Freiheit des Menschen, auch die Freiheit des Christenmenschen, als individuelle Freiheit des Bürgers gegenüber dem Staat, auch gegenüber den Kirchen, reklamiert und durchgesetzt.

Die menschheitsgeschichtlich betrachtet späte Einsicht der Aufklärung in die Aussichtslosigkeit einer abschließenden Beantwortung der Wahrheitsfrage hat Demokratie nötig und möglich gemacht. Würde man die Wahrheitsfrage verlässlich und für jeden nachvollziehbar verbindlich beantworten können, brauchte man die Mehrheitsentscheidung nicht, die demokratische Entscheidungsprozesse prägen. Deswegen gehört es auch zu den ebenso ärgerlichen wie hartnäckigen Missverständnissen etablierter demokratischer Systeme, dass sich Mehrheiten angewöhnt haben, das Vorhandensein dieser Mehrheit für den Nachweis der Wichtigkeit ihrer Meinungen auszugeben. Wenn sie die Richtigkeit Ihrer Meinung nachweisen können, hätte die Abstimmung gar nicht stattfinden möchten. Wer sich, wieder anders formuliert, an Abstimmungen beteiligt, räumt damit ein, dass er auch für sich nicht den Nachweis der Überlegenheit seiner Position gegenüber möglichen anderen führen kann und bestreitet insofern legitimerweise einen möglichen ähnlichen Anspruch anderer. Das, was mit Mehrheit entschieden wird, gilt. Es ist deswegen aber nicht unbedingt richtig. Deswegen gilt es übrigens auch nur so lange, bis eine Mehrheit etwas Anderes beschließt, was dann übrigens wiederum nicht richtiger sein muss, aber vorläufig gilt. Unter den Bedingungen unseres heutigen – wie wir uns mindestens einbilden – aufgeklärten modernen Staats- und Gesellschaftsverständnisses sind Freiheit und Toleranz Geschwister. Die Toleranz ist gewissermaßen der größere Bruder der Freiheit, die ohne die Bereitschaft zur Toleranz jedenfalls keine allgemeine Freiheit sein kann, sondern bestenfalls die zum Standard erhobene Umsetzung von je eigenen, persönlichen Freiheitsvorstellungen, die für allgemein und zugleich für alle verbindlich erklärt werden. Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein und in der Lage sein. Oder er muss auf Freiheit verzichten.

Toleranz, und wo hört sie auf? Toleranz beginnt immer mit der Erfahrung des anderen, des anderen Menschen, seiner jeweils besonderen Eigenarten, seiner Veranlagungen, seiner Interessen, seiner Auffassungen und Meinungen, seiner Ziele und Bedürfnisse. Toleranz ist nicht die schlichte Kenntnis oder Kenntnisnahme, dass etwas so ist, wie es ist, sie ist vielmehr die Duldung des anderen. Sie ist auch mehr als die Duldung des anderen, weil es sich ohnehin nicht verändern lässt oder vermeiden lässt. Toleranz ist Akzeptanz des jeweils anderen, die Bereitschaft zu verstehen, warum es so ist, wie es ist, und sich darauf einzulassen, das Andere möglich werden zu lassen. Toleranz darf allerdings nicht die kopflose Legitimation für Rücksichtslosigkeit sein. Die Grenzen der Toleranz sind spätestens dann erreicht, wenn es um Anwendung oder Androhung von Gewalt geht, um Terror, auch Gesinnungsterror, um Diskriminierung oder Privilegierung, soweit diese nicht in der Sache geboten und begründet sind.

Deshalb ist es im Namen der Toleranz erlaubt und manchmal dringend geboten, Intoleranz nicht zu tolerieren.

Voltaire, den der Bürgermeister vorhin schon einmal zitiert hat, hat dazu einen klugen Satz formuliert, der beinahe als Kommentar zu manchen Verirrungen aktueller politischer Auseinandersetzungen gelesen werden kann: „Hat der Fanatismus das Gehirn einmal verpestet, so ist die Krankheit fast unheilbar.“ Diese fast 300 Jahre alte Einsicht können wir im Europa des 21. Jahrhunderts mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit machen. Nicht alles, meine Damen und Herren, was sich als Toleranz ausgibt, genügt höheren Ansprüchen. Toleranz ist nicht immer und überall weise, sie kann auch dumm sein, blind, bequem, leichtfertig, gefährlich, manchmal lebensgefährlich. Deshalb ist es im Namen der Toleranz erlaubt und manchmal dringend geboten, Intoleranz nicht zu tolerieren.

Ich will ein paar Sätze zur Brüderlichkeit sagen, dem schönen, dritten Prinzip der Französischen Revolution, das ein Anliegen und eine Einsicht aufgreift, die auch mindestens so alt ist, wie die Menschheitsgeschichte über sich selbst nachzudenken begonnen hat, und die über das gesamte Mittelalter in philosophischen und theologischen Schriften unter dem Stichwort ‚Gerechtigkeit‘ immer wieder nach vorne und hinten und rechts und links und oben und unten durchleuchtet worden ist. Die Schwierigkeiten mit dem Thema beginnen schon damit, dass wir nicht wirklich wissen, was „Gerechtigkeit/Brüderlichkeit“ ist. Immerhin wissen wir, dass es sie geben soll. Und deswegen versuchen wir ständig neu, mit Präzisierungen und Konkretisierungen wenigstens Aspekte hervorzuheben, die uns besonders bedeutsam erscheinen. Bedarfsgerechtigkeit: Gerecht ist, wenn sichergestellt ist, dass jeder seinen Bedarf decken kann. Leistungsgerechtigkeit: Gerecht ist eine Gesellschaft dann, wenn jeder das erhält, was seiner Leistung entspricht. Verteilungsgerechtigkeit: Den Anspruch auf eine gerechte Gesellschaft kann man vielleicht dann erheben, wenn das, was eine wie auch immer geartete Anzahl von Menschen gemeinsam erarbeitet und erwirtschaftet, fair verteilt wird. Teilhabegerechtigkeit: Gerecht ist, wenn alle prinzipiell die gleiche Möglichkeit haben, an der Erarbeitung und an der Verteilung dessen teilzuhaben, was in einer Gesellschaft erarbeitet wird. Chancengerechtigkeit: Gerecht ist eine Gesellschaft nur dann, wenn alle die gleiche Chance haben, an dem mitzuwirken, was in einer Gesellschaft geschieht, was in ihr erwirtschaftet wird und anschließend verteilt wird. Jede dieser gerade beispielhaft genannten Vorstellungen von Gerechtigkeit ist nicht nur gut gemeint, sie bilden auch einen zweifellos wesentlichen Aspekt unseres Gerechtigkeitsdenkens ab. Und dennoch ahnen wir, dass in keiner dieser Konkretisierungen der Gerechtigkeitsbegriff voll aufgeht, obwohl oder gerade weil jeder dieser einzelnen Aspekte seine eigene innere Logik, seine eigene innere Berechtigung hat. Wieso ist es gerechter, nach Bedarf zu verteilen als nach Leistung? Und wie entwickelt sich wohl eine Gesellschaft, wenn sie nicht nach Leistung, sondern nach Bedarf verteilt? Umgekehrt: Warum soll eine leistungsgerechte Verteilung ganz offenkundig gerechter sein als eine bedarfsorientierte?

Was ist gerecht? Was ist verantwortlich? Wie sieht eine brüderliche Gemeinschaft oder Gesellschaft aus?

Der Sammelbegriff ‚Soziale Gerechtigkeit‘, mit dem sich vor allem Politiker und Journalisten, gelegentlich übrigens auch Theologen, Herr Weihbischof, über die Schwierigkeiten der Abgrenzung dieser verschiedenen Aspekte des gleichen Gerechtigkeitspostulats hinwegzuhelfen versuchen, macht bei genauem Hinsehen nichts klarer. Er ergänzt vielmehr den nicht hinreichend eindeutigen Gerechtigkeitsbegriff durch ein ebenso wenig eindeutiges Adjektiv – in der treuherzigen Hoffnung, dass die Verbindung von zwei Unschärfen das Bild deutlich macht. Was ist gerecht? Was ist verantwortlich? Wie sieht eine brüderliche Gemeinschaft oder Gesellschaft aus? Was ist nicht nur als Parole gerecht oder brüderlich, sondern gerecht oder brüderlich als verantwortbarer Beitrag für die realen Lebensbedingungen in einer realen Gesellschaft? Das Thema ist unerschöpflich. Mir scheint, wenn überhaupt, nur dies offensichtlich: Dass die Frage nicht abschließend zu beantworten ist, sondern immer wieder neu gestellt und immer wieder neu beantwortet werden muss. Dabei hat die Politik aber keineswegs eine exklusive Rolle und Verantwortung. Die Politik ist nicht besser als andere in der Lage zu erklären und zu klären, was Gerechtigkeit ist. Sie ist ganz sicher auch nicht allein in der Lage, Gerechtigkeit herzustellen, schon gar nicht, wenn die Frage, woran man das misst, nicht ein für allemal eindeutig und abschließend zu beantworten ist. 

Wenn das aber so ist, dann darf man das Bemühen um Gerechtigkeit oder Brüderlichkeit nicht allein der Politik, nicht allein Parlamenten und Regierungen überlassen, sondern dann müssen sich möglichst viele daran beteiligen und entsprechend den Möglichkeiten, die dieses Land, diese Demokratie, unsere Verfassung eröffnen, ihren Einfluss, ihren Sachverstand, ihr Engagement und natürlich auch ihre Interessen geltend machen. Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht, ebenso wenig wie absolute Wahrheit, und absolute Freiheit übrigens auch nicht. Man muss sie suchen in der Gewissheit, sie nicht zu finden. Aber die Suche lohnt, weil wir zwar nicht wissen, was Freiheit oder Gerechtigkeit und eine freie und zugleich gerechte Welt ist, wir aber den Anspruch nicht aufgeben dürfen, sie zu finden.

Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, welches Maß an Freiheit und welches Maß an Ungleichheit eine Gesellschaft zulässt und erträgt.

Eine letzte Bemerkung zu Verhältnis von Freiheit und Gleichheit: Für unsere Gesellschaft unter dem Grundgesetz gilt, dass sie den Gleichheitsgrundsatz als eines ihrer Verfassungsprinzipien normativ wie eine Flagge vor sich herträgt und gleichzeitig ein statistisch wachsendes Maß an Ungleichheit registriert. Das ist keine banale Situation. Sie wird auch nicht dadurch unerheblich, dass wir nun mal in unserer Verfassung sowohl das Freiheitsprinzip und damit die Möglichkeit der Selbstentfaltung der Menschen garantieren, als auch auf dem Gleichheitsgrundsatz bestehen. Die beiden Prinzipien stehen sich schon als solche wechselseitig kräftig im Wege und lassen sich offenkundig nicht gegeneinander aufwiegen. Wir müssen uns nicht nur, aber insbesondere natürlich in der Politik mit der Frage auseinandersetzen, welches Maß an Freiheit und welches Maß an Ungleichheit eine Gesellschaft zulässt und erträgt. Ich persönlich, jetzt wird es ein bisschen riskant, ich persönlich glaube nicht, dass es ein generelles Bedürfnis nach Gleichheit der Lebensverhältnisse gibt. Anders formuliert: Ich habe den Eindruck, dass die allermeisten Menschen mit der Erfahrung der faktischen Ungleichheit von Menschen relativ gut zurande kommen. Weil sie diese Erfahrung buchstäblich von Kindesbeinen an machen, dass Kinder und Erwachsene nicht gleich sind, dass Jungen und Mädchen nicht gleich sind, dass selbst Gleichaltrige nicht gleiche Interessen und Veranlagungen haben, dass sie nicht unter gleichen, sondern unter unterschiedlichen Bedingungen aufwachsen. Dass die Menschen dem Gleichheitspostulat zum Trotz nicht gleich sind, sondern ungleich, ist den meisten nicht nur bewusst, sondern damit kommen sie in der Regel zurande. Vielleicht, noch etwas leiser gesagt, gehört die faktische Ungleichheit sogar zu den Vorzügen der Schöpfung. Die Menschheit befände sich in einer völlig anderen Verfassung und vermutlich nicht in einer besseren, wenn alle Menschen faktisch gleich wären. Die Erfahrung der Ungleichheit ist möglicherweise eine der wichtigsten Vitalitätsquellen der Menschheit, auch und gerade wegen der damit verbundenen Frustrationserfahrung. Das Problem ist, glaube ich, nicht die Erfahrung, dass Menschen ungleich sind. Ungleichheit wird aber immer dann zu einem Problem, wenn es keinen plausiblen, nachvollziehbaren Zusammenhang ergibt zwischen individueller Leistung und individuellem Einkommen und Vermögen. Und da reden wir jetzt über kein theoretisches, philosophisches Problem, sondern über ein handfestes gesellschaftspolitisches Problem, wenn der Eindruck entsteht, dass selbst bei verweigerter Leistung oder bei nachgewiesener dauerhafter Fehlleistung die Bezahlung oder Abfindung besonders üppig ausfallen, diese Strapazierung von Freiheit und Gleichheit hält auf Dauer keine Gesellschaft aus. Es treibt sie auseinander und hält sie eben nicht beieinander.

Deshalb, auch deshalb, benötigt eine freiheitliche Gesellschaft nicht nur demokratisch gewählte Parlamente und politisch verantwortliche Regierungen, sondern auch eine aktive Bürgergesellschaft. In der wechselseitigen Zuordnung und Verbindung von Bürgerengagement und verfassten demokratischen Institutionen darf das jeweils eine das andere nicht ersetzen. Die erste demokratische Tugend ist Verantwortung. Verantwortung für sich selbst, für die unmittelbare Umgebung, aber auch Verantwortung für das eigene Land, die eigene Stadt, die eigene Gesellschaft. Dies gibt es glücklicherweise in unserer Gesellschaft in einem ähnlich erstaunlichen Maße, wie sich die demokratischen Institutionen unseres Landes nach allerdings traumatischen Erfahrung in einer bemerkenswerten Weise gefestigt haben.

Und deshalb verbinde ich meine Glückwünsche zu diesem stolzen Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass sich in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzungen einer humanen Gesellschaft unangefochtener durchsetzen, als das über den mit Abstand größeren Teil der letzten 300 Jahre zu beobachten war.

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Hamburger Loge Absalom spendet Brunnen

Fließendes Wasser als Symbol des Lebens – das war das Motto der Brunnenspende

Fließendes Wasser als Symbol des Lebens – das war das Motto der Brunnenspende

Hamburg. Die Hamburger Loge „Absalom zu den drei Nesseln“ übergab am Tag des Senatsempfangs einen Brunnen für die Hamburger Kirchengemeinde St. Michaelis. Angefangen hatte alles mit der großartigen Jubiläumsfeier zum 275jährigen Bestehen der Loge und der Freimaurerei in Deutschland im Jahre 2012.

Der Brunnen für die St- Michaelis-Gemeinde

Der Brunnen für die St- Michaelis-Gemeinde

Der Idee war vorausgegangen, dass die Jubiläumseierlichkeit in einem Gebäude stattfinden muss, in dem die zahlreich zu erwartenden Brüder aus der weltweiten Bruderkette angemessen Platz finden. Nach reiflichen Überlegungen und Gesprächen mit der Leitung der St. Michaelis Kirche, dem Hauptpastor Röder, kam es zu der Entscheidung, die Festarbeit im „Michel“ stattfinden zulassen. In Verbindung mit der großzügigen Geste der Gemeinde St. Michaelis sollte der in seiner Gestalt noch nicht entworfene Brunnen im Glockenturm des „Michel“ seinen Standort finden.

Es sollte ein Brunnen sein. Er symbolisiert durch sein fließendes Wasser Leben. In etlichen Zusammenkünften wurden die einzelnen Schritte der Gestaltung sowie die Finanzierung besprochen, zu der auch Brüder anderer Logen beigetragen haben. Im September 2012 wurde im Logenhaus unter der Schirmherrschaft des damaligen Ersten Bürgermeisters Ole v. Beust ein Modell des Brunnens in Originalgröße der Öffentlichkeit vorgestellt Es folgte in einer extra gestellten Werkbaude auf dem Hamburger Gänsemarkt die Präsentation für das breite Publikum.

Nach etlichen Verzögerungen durch Bauplanungen der Kirchengemeinde wurde der Brunnen im Foyer des Gemeindehauses, nach Aussage des Hauptpastors Röder „das Wohnzimmer der Kirchengemeinde“, aufgestellt und am 8. Mai 2017 offiziell übergeben.

Anwesend waren auch der Großmeister der Großloge der Alten Freien Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, sowie der Distriktmeister Tgomas Stuwe. Höhepunkt vor der Enthüllung war die Ansprache des Hauptpastors Röder zum Thema „Fließendes Wasser“. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung mit Auszügen aus der eigens für das 275. Jubiläum der Loge komponierten Sinfonie Nr.1 „Ringparabel“ nach Lessings „Nathan der Weise“ von Gloria Bruni und einer Eigenkomposition des Pianisten Jean Panajotoff.

Der Großmeister Prof. dr. Roth-Kleyer (Mitte) im Gespräch mit dem Hauptpastor Röder, links Distriktmeister Stuwe

Der Großmeister Prof. dr. Roth-Kleyer (Mitte) im Gespräch mit dem Hauptpastor Röder, links Distriktmeister Stuwe

Der Großmeister der Großloge der Alten und Freien Maurer von Deutschland bedankte sich insbesondere bei der Gemeinde St. Michaelis für das für die Geste, der Freimaurerei im Jahre 2012 den „Michel“ für ihre Feierlichkeiten zu überlassen. „Dieser Brunnen, der heute Grund für diese schöne und würdige Feierstunde ist, ist der beständige und bleibende Dank der deutschen Freimaurerei im Allgemeinen und der Dank der Freimaurerloge „Absalom zu den drei Nesseln“ im Besonderen an die Kirchengemeinde St. Michaelis für die Nutzung des Innenraumes des „Michels“, anlässlich unserer 275 Jahrfeier am 29. September 2012. Es ist bemerkenswert, dass der gestiftete Brunnen nunmehr seinen Platz an dieser exponierten Stelle im Foyer des Gemeindehauses gefunden hat.“

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Ein toller Abend beim Konrad Ekhof Poetry Slam

Fabian Navarro als Sieger des Konrad Ekhof Poetry Slam (Bild: lotariat.de)

Fabian Navarro als Sieger des Konrad Ekhof Poetry Slam (Bild: lotariat.de)

Hamburg (ab). Die Freimaurerloge Konrad Ekhof nutzte den Anlass des 300jährigen Jubiläums der ersten Großlogengründung, um im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Hamburg denkt“ einen außergewöhnlichen Abend im wunderschönen Logenhaus an der Hamburger Moorweide zu organisieren.

Die Brüder der Loge begrüßten mehr als 130 Besucher zum ersten „Konrad Ekhof Poetry Slam“ im stilvollen Ambiente des großen Mozartsaals. Sechs bundesweit bekannte Künstler traten unter der Thematik „Menschlichkeit“ mit eigenen Texten gegeneinander an. Die Moderation lag in den Händen von David Friedrich, der souverän und mit viel Witz und Gespür durch den Abend führte. Es war äußerst spannend, interessant, kurzweilig und zum Teil auch nachdenklich, mitzuerleben, aus welchen unterschiedlichen Perspektiven die jungen Künstler das Thema Menschlichkeit beleuchteten. Es wurden Aspekte wie der Umgang mit Behinderten, Kriege und Armut, aber auch das Aufwachsen als Kind von ausländischen Eltern in Deutschland oder das Besonders-Sein jedes Menschen poetisch behandelt. Die Loge Konrad Ekhof freute sich besonders, dass es gelungen ist, ein sehr heterogenes, junges Publikum anzusprechen. Erfahrene Poetry Slam Besucher mischten sich unter Menschen, die zum ersten Mal an solch einem besonderen Wettbewerb teilnahmen. Im ersten Teil des Abends trugen alle Künstler ihre eigenen Texte vor, die anschließend von einer Publikumsjury bewertet wurden.

Die drei Künstler mit der höchsten Bewertung zogen ins Finale. Eine schwierige Entscheidung für das Publikum, das die Texte von Bente Varlemann, Rasmus Blohm und Mona Harry ebenfalls mit viel Begeisterung aufnahm. Charakterstark und überzeugend verwöhnten die Finalisten Victoria Helene Bergmann und Hinnerk Köhn ihr Publikum in der Endrunde, aber als einstimmig gewählter Sieger ließ sich schließlich Fabian Navarro an diesem Abend feiern. Der erkämpfte Preis bestand aus 1.000 Euro, die der Sieger einer wohltätigen Einrichtung seiner Wahl zukommen lassen durfte. Fabian Navarro hat sich entschieden, die Spende an das Hamburger Obdachlosenmagazin Hinz & Kunzt zu vergeben – ein wahrlich passender Abschluss zu einem Abend, der im Zeichen der Menschlichkeit stand.

Der tosende Applaus während und nach der Veranstaltung und das durchgehend positive Feedback bestärken die Organisatoren, dass Freimaurer sehr wohl auch für jüngere Menschen interessante Plattformen für einen Austausch bieten.

David Friedrich moderierte souverän den unterhaltsamen Abend (Bild: lotariat.de)

David Friedrich moderierte souverän den unterhaltsamen Abend (Bild: lotariat.de)

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Senatsempfang für Freimaurer in Hamburg

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

Anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung der weltweit ersten Großloge lud Olaf Scholz, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Erster Bürgermeister zu einem Empfang in das Hamburger Rathaus. Festredner war Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.

Mehr als vierhundert geladene Gäste, Freimaurer, Politiker, Ehrenbürger der Stadt Hamburg kamen im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses zusammen, um sich an dreihundert Jahre moderner Freimaurerei und die Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 zu erinnern. Hamburg scheint der passende Ort für eine solche Veranstaltung zu sein, denn immerhin wurde hier im Jahre 1737 die erste bis heute bestehende deutsche Loge gegründet. Und so wies der Hausherr in seinen Begrüßungsworten auf die lange Tradition der Weltoffenheit und Toleranz hin, die die Hamburger für die Ideale der Aufklärung empfänglich gemacht habe. „300 Jahre Freimaurerei – das ist eine stolzer Geburtstag“, sagte Scholz. „Er verweist auf 300 Jahre des Ringens um Vernunft, Freiheit, Toleranz und Humanität in Europa und erinnert daran, dass die Errungenschaften unserer liberalen, demokratischen und offenen Gesellschaft immer wieder verteidigt werden müssen.“

Toleranz und Brüderlichkeit vorzuleben und in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist eine ganz wichtige Aufgabe der Freimaurer.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister verwies auf die enge Verknüpfung der Hamburger Stadgeschichte und Hamburger Logenbrüder. Er erinnerte an Gotthold Ephraim Lessing, den Dichter Friedrich Klopstock, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Buchhändler Johann Bode, den Theatermann Friedrich Ludwig Schröder sowie an den Zoologen Carl Hagenbeck, den Verleger Axel Springer und die Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Heinrich Kellinghusen und Georg Heinrich Sieveking. „Wenn Sie nachher das Rathaus verlassen, das ebenfalls von einem Freimaurer erbaut wurde, können Sie unter den 58 Hamburger Persönlichkeiten, die an den Säulen portraitiert sind, 13 Freimaurer entdecken, unter ihnen Gabriel Risser, der erste jüdische Richter in Deutschland.“

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedankte sich in seiner Einführungsrede, dass man in einem solchen prächtigen Rathaus feiern darf und bezeichnete dies als einen Meilenstein, erfolgte doch die Gründung der an diesem Tag gefeierten Großloge recht unprätentiös in einer Londoner Kneipe. Er wies darauf hin, dass das von einem Freimaurer miterbaute Rathaus eines sei, bei dem der Bürger keine Stufen emporsteigen müsse und bezog sich damit auf einen der Grundsätze der Freimaurerei, sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.

Der Gastredner Prof. Dr. Norbert Lammert leitete seinen Vortrag mit einem Satz von Kurt Tucholsky ein, „einem bekennenden Freimaurer“, so Lammert: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Er brachte diesen Satz in Verbindung mit der Rolle der frühen Freimaurer, die sich nach seinen Worten außerhalb der Zünfte befanden und damit nicht eingebettet waren in das bestehende System. Doch eben dieser dort entwickelte und gepflegte Freiheitsgedanke habe sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt.

Der Redner betonte, wie passend der 8. Mai als Datum sei, um auch der Gründung der Freimaurerei in einer Feierstunde zu gedenken: Am 8. Mai 1945 wurden die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges eingestellt, er wird als Tag der Befreiung gefeiert, und am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, und fügte lächelnd hinzu: „gegen die Stimmen der der KPD und der CSU“.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben.

Prof. Dr. Norbert Lammert

„Freimaurer“, lobte Lammert, „fühlen sich über alle Unterschiede hinweg den gleichen Zielen verbunden.“ Er verschwieg aber nicht die Verirrungen in der Nazizeit, als große Teile der bürgerlichen Freimaurerei versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu arrangieren. Verirrungen, wie er es nannte, die aber nicht halfen und nicht schützten.

In seiner Rede beschäftigte er sich intensiv mit den Prinzipien der Freimaurerei. Wie viel Freiheit braucht ein Mensch und wie viel Freihet verträgt er, fragte er herausfordernd. Wie lasse sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit vereinbaren? Muss man auch Intoleranz tolerieren? Überhaupt nahm Toleranz einen breiten Raum seiner Ausführungen ein. Er sprach von ihr als dem großen Bruder der Freiheit. „Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein oder er muss auf Freiheit verzichten.“ Toleranz sei mehr als die Duldung des Anderen, sondern dessen Akzeptanz.

Freiheit, Gleichheit, Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit waren weitere Themen, und er wies darauf hin, dass es bei allem ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten brauche, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede nicht aushalten könne. „Je unangefochtener die Errungenschaften zu sein scheinen, umso weniger gern erinnert man sich an die Mühen, mit denen sie errungen wurden.“

Am Schluss beglückwünschte er die Freimaurer „zu diesem Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzung einer humanen Gesellschaft sich unangefochtener durchsetzen als das über die letzten 300 Jahre zu beobachten war.“

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, bedankte sich beim Senat für die Möglichkeit, den Festredner „in dieser glanzvollen Atmosphäre zu empfangen“. Er bedankte sich überdies bei seinen Vorrednern für die motivierenden und zielgerichteten Perspektiven, die erkennen ließen, dass die Freimaurer auf dem richtigen Weg seien.

Künftig werden wir weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns leider noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen und Ziele verstärkt informieren.

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Ferner bedankte sich der Großmeister für das große Engagement des Distriktes Hamburg und allen Freimaurern und Sympathisanten in und um Hamburg, die das Gelingen des Empfanges möglich gemacht haben, auch den zahlreichen Sponsoren.

Zum Schluss der Veranstaltung erinnerte er an die Caritas, die den Freimaurern neben allen anderen Zielen ebenfalls wichtig seien und überreichte einen Spendenscheck der Großloge über 10.000 € an die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Kindern in alleinerziehenden bedürfigen Familien hilft, die in der Region Hamburg leben.

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Erster Konrad Ekhof Poetry Slam in Hamburg

Logenhaus Moorweide in Hamburg

Logenhaus Moorweide in Hamburg

Humanität – ein Thema, dass viele Menschen aktuell stark berührt und beschäftigt. Außerdem ist Humanität ein Grundwert der Freimaurer. Für die Brüder der Loge Konrad Ekhof ein Anlass, einen Poetry Slam rund um dieses Thema auszurichten.

Die Freimaurerloge „Konrad Ekhof“ lädt im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Hamburg denkt“ zum „Konrad Ekhof Poetry Slam“ im wunderschönen Ambiente des Mozartsaals im Logenhaus der Freimaurer an der Moorweide in Hamburg (direkt hinter der Uni) ein. Ein Poetry Slam rund um das Thema Menschlichkeit mit einem tollen Line Up und Moderation in einer der schönsten Locations in Hamburg: Das Logenhaus und besonders der Mozartsaal lassen das Zeitalter des Jugendstils wieder lebendig werden.

Die Organisatoren sind gespannt, wie Mona Harry, Fabian Navarro, Victoria Helene Bergmann, Rasmus Blohm, Hinnerk Köhn und Bente Varlemann das Thema Menschlichkeit beleuchten werden. Die Moderation des Abends übernimmt David Friedrich.

Der Sieger des Abends bekommt neben einer symbolischen Auszeichnung die Möglichkeit, einen Betrag von 1.000 Euro an eine wohltätige Einrichtung seiner Wahl zu vergeben.

 

11. Mai 2017, Einlass 19.30 Uhr, Beginn um 20.00 Uhr im Mozartsaal des Logenhauses, Moorweidenstraße 36, 20146 Hamburg. Moderation: David Friedrich. Tickets 9,50 – 12,00 € nur über: https://www.tixforgigs.com/site/Pages/Shop/ShowEvent.aspx?ID=20011

 

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