Odenwälder Loge spendet für Frauenhaus

Der Vorsitzende Matthias Volks (links) und Logenmitglied Dieter Heusel (rechts) überreichen eine Spende an die Frauenhausbeauftragten Heike Libal-Meyer (2, v. links) und Annegret Vogel (2. von rechts). Foto: Ernst Schmerker

Der Vorsitzende Matthias Volks (links) und Logenmitglied Dieter Heusel (rechts) überreichen eine Spende an die Frauenhausbeauftragten Heike Libal-Meyer (2, v. links) und Annegret Vogel (2. von rechts). Foto: Ernst Schmerker

(Michaelstadt/es) Wenn die Freimaurer der Odenwälder Loge „Zu den drei Sternen“ nur recht selten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, so liegt dies an deren Selbstverständnis. Im Stillen Gutes tun heißt es bei der Bruderschaft in aller Regel.

In den 70 Jahren ihres lokalen Wirkens haben Mitglieder nicht nur bei vielen Notlagen im persönlichen Bereich geholfen, sondern auch Patenschaften für Altenheimbewohner übernommen oder Ausflugsfahrten für behinderte Senioren organisiert.

Auch das Erbacher Frauenhaus wird von der die Bruderschaft finanziell unterstützt. Als vorweihnachtliche Anschubfinanzierung für den anstehenden Erweiterungsbau überreichten der Vorsitzende Matthias Volk und Logenmitglied Dieter Heusel einen Spendenscheck über 1.000 Euro an die Frauenhausbeauftragten Heike Libal-Meyer und Annegret Vogel.

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Besuch eines Kinderdorfes in Peru

Dr. Ranko Pavlovic (im HIntergrund) besucht das Kinderdorf in Peru

Dr. Ranko Pavlovic (im HIntergrund) besucht das Kinderdorf in Peru

Im September 2017 überreichte die Darmstädter Loge “Johannes der Evangelist zur Eintracht” in Kooperation mit dem Rotary-Club Darmstadt und dem Freimaurerischen Hilfswerk der Geschäftsführerin der westfälischen Kinderdörfer einen Spendenscheck (wir berichteten). Ein befreundeter Freimaurer besuchte eines der Kinderdörfer in Peru und schilderte seine positiven Eindrücke.

von Dr. Ranko Pavlovic (leicht gekürzt)

“Am 2. Dezember 2017 hatte ich Gelegenheit, das Kinderdorf Westfalia in Lima, Peru, dank der Koordination von Ferdinand Rosenbauer, zu besuchen.

Das Kinderdorf wurde 1983 von den Eltern der jetzigen Leiterin, Frau Liselotte Schrader-Woyke, gegründet. Derzeit werden dort 139 Kinder versorgt. Seit diesem Jahr hat das Kinderdorf eine staatliche Anerkennung zur Grundschulausbildung der eigenen Kinder erhalten.

Angestrebt wird ein möglichst frühes Aufnahmealter, bevorzugt vor dem fünften bis sechsten Lebensjahr. Die Kinder werden überwiegend vom Familienministerium, der Staatsanwaltschaft oder anderen offiziellen Staatsorganen dem Kinderdorf angetragen. Es sind Straßenkinder, zuletzt auch zwei Babys, die auf der Müllhalde gefunden wurden. Die Kinder werden bis zum Abschluss einer Berufsausbildung bzw. eines Studiums betreut und sind verpflichtet, danach als Adoptivfamilie bedürftige Kinder des Kinderdorfes anzunehmen und selbst wieder bis zur Integration ins Leben zu versorgen. Ehemalige bleiben zeitlebens dem Kinderdorf verbunden und unterstützen es nach Kräften. Die Kinderdorfgemeinschaft wird von der Leiterin und dem ihr zugeordneten Gremium, dem auch ehemalige Kinder der Einrichtung angehören, betreut. Zum Team gehören Psychologen, Sozialpädagogen und viele Praktikanten, insbesondere aus Deutschland, die dort ihr Soziales Jahr leisten.

Der Tages- wie auch der Jahresablauf ist klar strukturiert mit Bezug zu den Jahreszeiten und dem Kirchenjahr. Einbezogen sind vielfältige sportliche Aktivitäten, unter Einbeziehung des Kinderspielplatzes für die Kleinen. Mitarbeit zum Erhalt der Einrichtung und Mitarbeit im Gemüseanbau und bei der Versorgung von Haustieren, wie Ziegen, Hühner und unter anderem auch Schweinen sind in das Tagesprogramm integriert. Kunsthandwerkliche Tätigkeiten gehören zum Erziehungsprogramm.

Projektbeschreibungen aus früheren Spendenaufrufen, u. a. des Rotary-Club Darmstadt-Kranichstein, wie Solar- und Wasserversorgunganlagen sowie Versorgungsgebäude und Sportanlagen wurden vor Ort bestätigt.

Die Leiterin führt einen unermüdlichen Kampf mit der ausufernden staatlichen Bürokratie. Die gestrandeten Kinder  sind in der Regel namenlos, ohne Geburtsurkunde, amtlich nicht existent. Soziale Ausgrenzung und Ablehnung behindert die Integration der Kinder in weiterführende Bildungseinrichtungen. Peru ist ein Land, das reich an Bodenschätzen ist, mit einer reichen Elite, die sich der Not und dem Elend der eigenen Bevölkerung vielfach verschließt und durch Gestaltung der statistischen Präsentation der UNESCO-Auflage zur Armutsbekämpfung nur mit geringen Fortschritten zu genügen versucht. Der enorme Handlungsbedarf auf staatlicher Ebene kann nur mühsam durch Spenden kompensiert werden. Das Einzelschicksal der Kinder ist aber in der konkreten Notlage auf jede persönliche Spende angewiesen.

Ich war von der wertvollen, von Nächstenliebe und Fachkenntnis geprägten Arbeit im Kinderdorf sehr beeindruckt und weiß, dass die diesjährige Spende der Darmstädter Loge „Johannis der Evangelist zur Eintracht“ dort der großen Kinderdorffamilie hilft zu überleben. Überzeugend war mein Eindruck, einem Kinderdorf begegnet zu sein, das als große Familie in bedrohlicher Umwelt die Herausforderungen des Überlebenskampfes liebevoll meistert.”

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Die Zauberflöte für Freimaurer in Erfurt

Szenenbild aus der Erfurther Zauberflöte. Foto: Martina Pipprich

Szenenbild aus der Erfurther Zauberflöte. Foto: Martina Pipprich

Die Regisseurin Sandra Leupold, ausgezeichnet mit dem Faust -Preis 2014 für ihre Inszenierung des “Don Carlo”, hat den freimaurerischen Hintergrund der Zauberflöte ernst genommen und sich in ihrer Arbeit einfühlsam, aber auch kritisch, mit der Maurerei auseinandergesetzt.

(Erfurt/tn) Dabei hat sie das Gespräch mit Freimaurern gesucht und das Buch von Prof. Ekhart Wycik „Zauberflöte – Die unbekannte Bekannte“ gelesen. Dass dabei eine Art Auftragsarbeit im Sinne der Freimaurerei herausgekommen ist, kann und soll bei einer so innovativen und zeitkritischen Regisseurin, wie Sandra Leupold, nicht erwartet werden.

Hier ein Zitat der Regisseurin aus dem Programmheft (S13):

“Vielleicht haben die überdeutlichen Verweise auf die Freimaurer, mit denen die Autoren dessen (Sarastros) Gemeinschaft ausgestattet haben, mit zu der allgemeinen Ansicht beigetragen, die Priester seien ‘die Guten’ in diesem Spiel und mit dem Tod der Königin am Ende auch automatisch die Sieger. … Aber tatsächlich werden hier die ‘Eingeweihten’ und mit ihnen auch die Freimaurer nicht verherrlicht, sondern – ganz im Sinne der Aufklärung kritisch und mit all ihren Unvollkommenheiten – nur dargestellt. Als die bessere der beiden vorgeführten Welten, aber auch als leider nicht gut genug. Und wo beide Systeme in ihrer einseitigen Weltsicht gleich extremistisch und uneinsichtig sind, werden auch beide etwas Drittem weichen müssen.”

Was das in den Augen der Regie sein wird und ob es die Maurerei weiterführen könnte, sei hier nicht verraten. Verraten sei nur, dass unserer Bruderschaft ein kritischer Spiegel vorgehalten wird. Davon abgesehen macht es im architektonisch eindrucksvollen Theater Erfurt einfach Spaß, die offenen und versteckten Anspielungen auf freimaurerische Gebräuche und Bilder zu entschlüsseln, die schönen Kostüme von Jessica Rockstroh zu betrachen und die wunderbare Musik Mozarts zu genießen.

Karten gibt es noch für die Aufführungen am 3. und 21. März 2018 zum Preis von 35,50 bis 43,50. Die Weihnachtsaufführung ist ausverkauft.

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Unterstützung für Wetzlarer Kindertafel

Dr. Walter Staaden (Vorsitzender der Wetzlarer Loge), Diakon Christof Mayer (Wetzlarer Tafel) u. Martin Fischer (Stellv. Vorsitzender der Loge) bei der Übergabe des Spendenschecks. Foto: W. Volkmar

Dr. Walter Staaden (Vorsitzender der Wetzlarer Loge), Diakon Christof Mayer (Wetzlarer Tafel) u. Martin Fischer (Stellv. Vorsitzender der Loge) bei der Übergabe des Spendenschecks. Foto: W. Volkmar

Eine Spende zugunsten der Wetzlarer Kinder-Tafel “Ra-Ta-Tui” konnte Diakon Christof Mayer im Logenhaus der Wetzlarer Freimaurer in Empfang nehmen. Durch das Freimaurerische Hilfswerk auf 3000 Euro aufgestockt kommt der Spendenbetrag der Kinder-Tafel und dem ihr angeschlossenen Projekt “Zeit mit Kindern” zugute.

(Wetzlar/mf) Ermöglicht wurde die Übergabe nach Sammlungen unter den Vereinsmitgliedern, die im Jubiläumsjahr „250 Jahre Freimaurer in Wetzlar“ durchgeführt wurden. Die Wetzlarer Kindertafel versorgt Kinder nicht nur mit einer warmen Mahlzeit. Sie bietet einen geschützten Raum, in dem Wertschätzung und Verlässlichkeit erfahren werden können. Zusätzliche Angebote im Rahmen der Projekte “Zeit mit Kindern“ und “Kinderuni/Ferienprogramm“ werden von den Kindern gerne angenommen. Gemeinsam wachsen sie hier an Herausforderungen, finden Stärkung in der Gemeinschaft und erleben Förderung und Unterstützung beim Lernen.

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Großer Erfolg beim Tag der offenen Tür in Darmstadt

Darmstadt Mathildenhöhe Foto: fotolia, pure-life-pictures

Darmstadt Mathildenhöhe Foto: fotolia, pure-life-pictures

Das hat das Darmstädter Logenhaus in seiner langen Historie noch nie erlebt: Die älteste Darmstädter Loge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“ ludt erstmals in ihrer über 200 Jahre alten Geschichte zu einem „Tag der Offenen Tür“ ein.

(Darmstadt/fr) Rund 500 Bürger folgten an einem Sonntag der Einladung der Brüder und Schwestern. Sie besichtigten die aufwendig renovierten und wieder eröffneten repräsentativen Räumlichkeiten, informierten sich über die drei im Logenhaus arbeitenden Bauhütten, nahmen an zwei Bücher-Lesungen teil und staunten über vorgeführte Zaubertricks und demonstrierte Mentalmagie. Der Darmstädter Bridgeclub, Mieter der Räumlichkeiten, informierte darüber hinaus die Besucher über das faszinierende Kartenspiel.

Der Tag endete mit einer Geburtstagsparty für den Hausintendanten der Loge. An ihr nahmen zahlreihe Mitglieder des „Theaters Moller-Haus“ teil, das im unteren Geschoss des Logenhauses seine Veranstaltungsräume hat.

Als erstes auf dem Programm stand die feierliche Wiedereröffnung des „Moller-Hauses“ mit dem Durchschneiden des roten Bandes durch die Hauseigentümer, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und dem Meister der Loge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“, Armin Hirth. Anschließend fanden Führungen durch das Haus mit Besichtigung der Theaterräumlichkeiten im Erdgeschoss und des Darmstädter Logenhauses im Obergeschoss statt. Zu diesem Anlass stellten sich die drei Darmstädter Logen “Johannes der Evangelist zur Eintracht” (Alte Freie und Angenommene Maurer von Deutschland), “Zum Flammenden Schwert” (Große Landesloge von Deutschland / Freimaurerorden) und “Vier Elemente im Licht” (Feminine Loge) mit Roll Up’s, Infotischen, einer Videopräsentation und Durchführung eines kurzen Zeremoniells im Tempelraum vor. Im Anschluss gab es eine Lesung durch Baronin Riedesel aus ihrem Buch „Geisterkinder“. Sie berichtete an Hand von Originaldokumenten über die Sippenhaft der in einem Kinderheim, in Gefängnissen und Konzentrationslagern versteckten Angehörigen der ermordeten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Andreas Bummer stellte die kosmopolitischen Vision einer globalen Demokratisierung und Schaffung eines Weltparlamentes bei den Vereinten Nationen vor, niedergeschrieben von Jo Leinen und ihm in dem Werk „Das demokratische Weltparlament“. Abschließend gab es Zauberei und Mentalmagie für Alt und Jung, vorgeführt von Florian und  Janina Scholz, Mannheim sowie eine Demonstration des Bridge-Spiels durch den Darmstädter Bridgeclub.

Die Mitglieder der Loge, an ihrer Spitze deren Vorsitzender Armin Hirth, zogen am Ende ihres ersten „Tages der Offenen Tür“ eine uneingeschränkt positive Bilanz. 500 Besucher, interessante Gespräche, neue Kontakte in die Stadt hinein und zu ihren Repräsentanten, u.a. zum direkten Nachbarn, dem Darmstädter Staatstheater und seinem Intendanten. Im Oktober 2018 wird dort Bruder Mozarts  „Zauberflöte“ zur Aufführung kommen. Über beidseitige Kooperationsmöglichkeiten wird derzeit nachgedacht.

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Der freimaurerische Schlossgarten in Schwetzingen

Ruine eines römischen Wasserkastells 1776/1779 von Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell

Ruine eines römischen Wasserkastells 1776/1779 von Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell

Ein Besuch des Schlossgartens in Schwetzingen etwa 10 Kilometer westlich von Heidelberg lohnt sich nicht nur für Freimaurer, doch gerade für sie gibt es noch Geheimnisse zu lüften. Wo befindet sich beispielsweise der Venus-Tempel? Wo ist die in den historischen Unterlagen erwähnte Sternenwarte? Ist unter dem Minerva-Tempel eine Loge?

(Schwetzingen/gg) Der Schlossgarten in Schwetzingen ist voller Anspielungen auf Mystik, Mythologie und Freimaurerei. Die Gestalter des Schlossgartens – u. a. Kurfürst Carl Theodor, Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell – nutzten hauptsächlich freimaurerische Allegorien und Analogien aus der griechisch-römischen Mythologie, um ihre Intentionen zum Ausdruck zu bringen. Sie sind kaum mehr nachvollziehbar, weil sich das heutige Denken stark von dem Denken aus der Zeit der Entstehung des Schlossgartens im 18. Jahrhundert unterscheidet. Die Inhalte und Aussagen, die im Schlossgarten auf mannigfaltige Weise vermittelt werden, sind aber heute noch genauso aktuell wie sie es damals waren, denn die Fragen des Menschen nach seinem Existenzgrund sind zeitlos.

Vom Dreibrückentor aus kann man alle Bereiche des Gartens (Englischer Garten, Französischer Garten, Kreisparterre und Schloss) erreichen, ohne seinen eigenen Weg jemals zu durchkreuzen. Dass der Garten allen offen stand, vermittelt einen guten Eindruck, wie hoch Kurfürst Carl Theodor seine Untertanen wertschätzte. Ob er damit die Absicht verfolgte, dem Besucher eine Eigeninitiation erlebbar zu machen oder ob er der Auffassung war, dass hermetisch-freimaurerische Inhalte allen Bürgern zugänglich sein sollten (wie der Schlossgarten selbst) oder ob er mit dem Schlossgarten mythologisches Interesse in den Besuchern wecken wollte, wird wahrscheinlich im Dunkeln der Geschichte bleiben. Der Garten ermöglicht es einem Eingeweihten sowie einem Laien in ihm zu lesen.

Der Schwetzinger Schlossgarten wurde Ende des 18. Jahrhunderts (von ca. 1752 bis 1796) erbaut. Zur Zeit von Kurfürst Carl Theodor gab es in Deutschland viele freimaurerische Systeme. Der Kurfürst könnte einige freimaurerische Systeme gekannt und davon bestimmte Inhalte im Schlossgarten verewigt haben.

Die Gartenanlage lässt sich in drei Abschnitte unterteilen: 1. Der Englische Garten im Westen ist der Natur nachgeahmt und das Element Wasser überwiegt (Schwarzes Meerle, Großer Weiher, Moscheeweiher usw.). Der Englische Garten kann für die Herrschaft der Natur über den Menschen stehen. 2. der Französische Garten ist von einer geraden Linienführung sowie von rechten Winkeln durchzogen. Er kann für die Herrschaft der Kunst über die Natur stehen. Die Natur wird zum Kunstobjekt. Das Element Feuer spielt im mittleren Bereich des Gartens eine große Rolle; allein durch die fehlende Dominanz des Wassers im Vergleich zum Englischen Garten. 3. Der Französische Garten im Osten wird vom Kreisparterre mit dem Arionbrunnen in der Mitte beherrscht. Der ganze Bereich ist flach angelegt, so dass der Wind freies Spiel hat. Das Kreisparterre ist durch nördliche und südliche Zirkelgebäude im Osten und durch die beiden Laubengänge (berceaux en treillage) im Westen umrandet. Dabei ist es wichtig, dass es sich im Westen um Laubengänge, d.h. um durchschreitbare Abgrenzungen handelt, und nicht um Gebäude oder steinerne Mauern, wie im östlichen Bereich des Kreisparterres. Insbesondere soll damit die Verbindung zu den Bereichen im Norden wo Galatea-Brunnen und Pan-Statue sowie im Süden wo Minerva-Tempel und lykischer Apollon stehen deutlich gemacht werden.

Der »Dänische Freimaurerorden« wurde 1743 in Kopenhagen (übernahm aber erst ab 1855 das Schwedische System) und die »Große Landesloge von Schweden« wurde 1760 in Stockholm gegründet. Österreich war der »Großen Landesloge« als Provinz angeschlossen bis sich in Wien 1784 die »Große Landesloge von Österreich« gründete. Die Verbindung von Carl Theodor nach Österreich ist nicht nur durch Wolfgang Amadeus Mozart und seinen Vater bezeugt. Der siebenjährige Mozart besuchte zwischen dem 15. und 29. Juli 1763 mit seiner Schwester und seinem Vater im Rahmen einer Konzertreise den kurpfälzischen Hof. Auch Christoph Willibald Gluck, einer der bedeutendsten Opernkomponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist ein wichtiger Vermittler der 1774 als Komponist nach Schwetzingen übersiedelte. Er inszenierte die Oper »La contesa de‘ numi« (von Pietro Metastasio) am 9. April 1749 für den Königshof in Kopenhagen, was als eine mögliche Verbindung nach Skandinavien verstanden werden kann. Denn auch wenn sich die Königshäuser Schwedens und Dänemarks zu der Zeit nicht über den Weg trauten, so hielten sie nichtsdestotrotz formelle und diplomatische Gepflogenheiten ein. Das führt wiederum zu den »Eckleffschen Akten«.

Durch die »Eckleffschen Akten« von ca. 1756, der Grundlage der heute noch existierender Freimaurerorden in Deutschland und Skandinavien, können Anordnungen aber auch bauliche Veränderungen im Schwetzinger Schlossgarten nachvollzogen werden. Die »Eckleffschen Akten« weisen nicht nur durch ihre inhaltliche Gestaltung bereits auf ein fundiertes mystisches und hermetisches Wissen hin. Die Gestaltung des Schlossgartens entspricht an vielerlei Stellen den freimaurerischen Inhalten der schwedischen Lehrart. Was zu der Annahme führt, dass Carl Theodor einen direkten Kontakt zum schwedischen Hof des Freimaurers und späteren Königs von Schweden – Karl XIII. – und seinem Vorgänger und Bruder Gustav III. (auch Freimaurer) gehabt zu haben scheint. Zudem treffen an besonderen Stellen verschiedene Richtungen der Freimaurerei zusammen und ermöglichen dadurch mehrere Deutungsebenen, was auch für Nicht-Freimaurer sehr interessant ist.

Ein Besuch des Schlossgartens in Schwetzingen, der etwa 15 Kilometer südöstlich von Mannheim und 10 Kilometer westlich von Heidelberg liegt, lohnt sich besonders als Freimaurer aber nicht nur. Es gibt noch einige Rätsel zu lösen, wie z.B.: Wo befindet sich der fehlende Venus-Tempel? Wo ist die in den historischen Unterlagen erwähnte Sternenwarte? Ist unter dem Minerva-Tempel eine Loge? Wie ist der Garten im Sinne seiner Erbauer zu begehen? Welche Strömungen der Freimaurerei finden sich darin verewigt?

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“Frieden wird uns nicht geschenkt!”

Marie-Luise und Christian Schwarz-Schilling mit dem stellvertretenden Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland Bernd Brauer

Marie-Luise und Christian Schwarz-Schilling mit dem stellvertretenden Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland Bernd Brauer

Freimaurer trafen sich auf der Wasserkuppe und luden zu einem Vortrag mit Bundesminister a. D. Christian Schwarz-Schilling ein.

(Fulda/bh) Die im Jahr 2010 in Fulda gegründete Freimaurerloge “Zum Frieden – la Paix” in Fulda nahm das dreihundertjährige Jubiläum der Gründung der ersten Großloge von London und Westminster zum Anlass, sich ihrer freimaurerischen Werte zu versichern und mit einer Veranstaltung am Tag der Wahl für den deutschen Bundestag an die Öffentlichkeit zu treten. Dem vorausgegangen war eine Tempelarbeit in dem heute als Denkmal erhaltenen Radom auf der Wasserkuppe. Dieser „Radardom“, von dem der erste von vier im Jahr 1958 errichtet wurde, wird als kulturelles Denkmal auf dem höchsten Berg von Hessen zur Erinnerung an den Kalten Krieg und die nahe ehemalige innerdeutsche Grenze erhalten.

Die Fuldaer Loge hatte die Feld- und Militärloge “Henning von Tresckow” aus Potsdam eingeladen, diese Tempelarbeit auszurichten. Henning von Tresckow, der Namensträger dieser Loge, gilt als eine der großen Persönlichkeiten des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler. Die Tempelarbeit in der Kuppel des Radoms wurde von Brüdern aus 25 Orienten besucht, darunter aus den Orienten Brüssel und St. Gallen. Als Gäste konnte u.a. der stellvertretende Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Bernd Brauer, und der Großkanzler der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Karl-Henning Kröger, begrüßt werden. Damit hat sich der Wunsch der Brüder aus Fulda erfüllt, sowohl am Tag der Bundestagswahl als auch wenige Tage vor dem Tag der deutschen Einheit Freimaurer zusammenzuführen und mit den Themen Krieg und Frieden zu befassen.

Am Nachmittag desselben Tages hatte die Fuldaer Loge zu einem öffentlichen Vortrag von Bundesminister a. D. Christian Schwarz-Schilling in das Bürgerhaus im nahen Poppenhausen eingeladen. Schwarz-Schilling hat sich als Streitschlichter der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Mazedonien große Verdienste erworben, die ihn später als Sonderbeauftragten der EU in Bosnien-Herzegowina empfohlen haben.

Auch wenn man keinen Krieg führt, kann man schuldig werden.

Nach einem Grußwort des Bürgermeisters Manfred Helfrich sprach der im Jahr 1930 geborene Christian Schwarz-Schilling zwei Stunden über seine Erfahrungen auf dem Balkan und die Lehren, die er daraus gezogen hat. Entscheidend für Schwarz-Schilling war, dass Europa zu spät eingegriffen und über lange Zeit entsetzliche Menschenrechtsverletzungen zugelassen habe. Seine Haltung dazu fasste er in der Aussage zusammen: „Auch wenn man keinen Krieg führt, kann man schuldig werden.“ Frieden um jeden Preis sei keine Voraussetzung, Frieden zu gewinnen, sagte er auch unter Hinweis auf das Münchner Abkommen aus dem Jahr 1938, das Hitlers Expansionsstreben legitimiert habe. In seiner Rede ging Schwarz-Schilling auch auf die gegenwärtige internationale politische Krise ein und sprach davon, dass „der Krieg mit Worten“ bereits weit fortgeschritten sei, und mit Verweis auf die Vereinigten Staaten merkte er an, dass eine Politik, die nur auf die Interessen des eigenen Landes ausgerichtet sei, am Ende auch das eigene Land schwäche.

Sein Vortrag wurde getragen von dem Appell: „Frieden wird uns nicht geschenkt!“ Die anschließende Aussprache wurde moderiert durch den Meister der Forschungsloge Quatuor Coronati, Thomas Forwe. Tröstlich angesichts der Schilderungen von Kriegen und ihren Folgen waren musikalische Beiträge auf dem Cembalo des in Poppenhausen lebenden Musikers Jan Polivka, der Kompositionen von Händel vortrug, die wie die Freimaurerei seit dreihundert Jahren nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben.

Freimaurer aus 25 Orten treffen sich auf Einladung der Fuldaer Freimaurer auf der Wasserkuppe

Freimaurer aus 25 Orten treffen sich auf Einladung der Fuldaer Freimaurer auf der Wasserkuppe

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