Einladung zur Lichteinbringung in Walkenried

Klosterruine Walkenried (Foto: HerrKaiser/AdobeStock)

Am 11. August 2018 findet während der 35. Festarbeit des Walkenried Masonicums die Lichteinbringung der neuen Loge "Porta patet cor magis" statt.

Seit mehr als dreißig Jahren finden im Kloster Walkenried, einem UNESCO Welterbe, sogenannte Masonica der Freimaurer statt, so werden üblicherweise Seminare der Logen bezeichnet. Das Masonicum in Walkenried ist eine rituelle Veranstaltung im ungewöhnlichem Umfeld, die im Kreuzgang der Klosteranlage stattfindet.

In diesem Jahr wird während dieser Zusammenkunft eine Lichteinbringung erfolgen, also der feierliche Start einer weiteren neuen Loge. Sie wird nach einem früheren Motto der Walkenrieder Zusammenkünfte “Porta patet cor magis” heißen, was man mit “Das Tor ist geöffnet, weiter noch das Herz” übersetzen könnte.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Örtlichkeit sondern auch der Umstand, dass gleichzeitig eine Festarbeit für männliche und weibliche  Freimaurer, stattfindet, und zwar parallel zueinander. Die Brüder halten ihre rituelle Zusammenkunft im Kreuzgang ab, die Schwestern im Zaubersaal des Klosters. Das dürfte für eine Lichteinbringung bislang einmalig sein. Die Arbeit wird durch den Großmeister und seine Großbeamten durchgeführt.

Das Rahmenprogramm sieht um 10 Uhr des 11. August 2018 eine Führung durch das UNESCO Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft vor, um 13 Uhr ist ein Imbiss im Logenhaus gerichtet. Während Brüder und Schwestern ihre Festarbeiten um 17 Uhr beginnen, können die Partner und Gäste an einer Führung durch die Klosteranlage teilnehmen. Um 21 Uhr gibt es ein gemeinsames warmes Buffet im Refektroium des Klosters.

Anmeldungen und weitere Informationen beim künftigen Meister der Loge Dr. Peter Welke unter welke@teleos-web.de.

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Freimaurerei – nach 300 Jahren erstarrt oder zukunftsfähig?

Prof. Dr. Klenke, Universiät Paderborn

Am Donnerstag, 14. Juni, um 20 Uhr referiert Prof. Dr. Dietmar Klenke von der Universität Paderborn im Osnabrücker Lortzinghaus zum Thema „Freimaurertum – nach 300 Jahren erstarrt oder zukunftsfähig?“.

Sind Freimaurer als verschwiegene Gemeinschaft in einer modernen, offenen Gesellschaft überhaupt noch zukunftsfähig oder braucht im Gegenteil der moderne Mensch im hektischen Smartphone-Zeitalter nicht Rückzugsorte der Selbstbesinnung ? Ist ein hohes Alter von 300 Jahren, ausgehend von den englischen Ursprüngen, nicht eher muffiger Traditionsballast in einer Zeit beschleunigter globaler Vernetzung oder fühlen sich gerade die Freimaurer als internationale Gemeinschaft mit humanitärem Anspruch gefordert, über Fremdheitsgefühle und Feindbilder hinweg Brücken der Verständigung zu schlagen? Im Lichte dieser Fragen lässt ein Vortrag des Paderborner Geschichtsprofessors Dietmar Klenke 300 Jahre Freimauerei Revue passieren und zieht Bilanz mit Blick auf unsere heutigen Herausforderungen.

Herr Prof. Dr. Klenke hat an der Universität Paderborn einen Lehrstuhl für neueste Geschichte inne.

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Kosmopolitismus im 21. Jahrhundert

Der Referent Prof. Niederberger (Foto. Uni Duisburg/Essen)

Der Referent Prof. Niederberger (Foto. Uni Duisburg/Essen)

„Einen spannenden, wenn auch sicherlich anspruchsvollen Abend“ in der Vortragsreihe zum Thema “Globalisierung” versprach der Meister vom Stuhl Matthias Baethge den zahlreich erschienen Zuhörern und er sollte in jeder Hinsicht Recht behalten.

(Osnabrück/rm) Der Duisburger Universitäts- und Philosophieprofessor Andreas Niederberger spannte in dem rund 90-minütigen Vortrag nebst Diskussion einen Bogen von Diogenes, dem ersten Kosmopoliten, der sich selbst Weltbürger nannte, bis ins 21. Jahrhundert, in dem der US-Amerikanische Präsident von „America First“ spricht, die Briten den Brexit umsetzen und der Nationalismus immer stärker wird.

Andreas Niederberger stellte die Grundlagen des Völkerrechts dar, die Francisco de Vitoria schon Anfang des 16. Jahrhunderts vertrat, um den Spaniern den Handel in Südamerika zu ermöglichen und damit dem Kolonialismus die Türen öffnete. Geschwindigkeit nahm der Kosmopolitismus zwischen 1980 und 2010 auf und stellte die „globalen Hilfspflichten“ des australischen Philosophen Peter Singer dar, der die Pflicht zur Hilfestellung fordert, sofern dem keine Eigengefährdung entgegensteht. Die sodann präsentierte Theorie der „global gerechten Verteilung“ blieb Theorie. Niederberger selbst propagierte die Variante der „transnationalen Demokratie“, nach der alle das Recht haben, darüber zu entscheiden, welche Verteilungsprinzipien und Ansprüche gelten. Seine Definition: „„Global kommt jedem grundsätzlich normative Autorität zu“; jeder Mensch bestimmt also über geltende Normen mit und setzt damit jeglichen Populisten klare Grenzen. Jede Entscheidung bedarf also eines Konsenses. Nach dem kalten Krieg war Kosmopolitismus in aller Munde und im Rahmen der Euroeinführung erneut. Gerade hier, kritisierte Niederberger, hat die Politik in Europa eine Riesenchance verpasst. Sie hätte damals eine europäische Sozialpolitik einfordern sollen, statt weiter nationalstaatlich verankert zu sein. Die aktuelle Debatte in der EU, die als Überwindung der Nationalstaaten gefeiert wurde, zeigt doch die Bedeutung des Kosmopolitismus, gerade in der Zeit von Eurokrise und Brexit.

Passender hätte Niederberger seinen Vortrag kaum halten können, als die Gleichberechtigung aller Menschen in den Vordergrund zu stellen, damit hat Niederberger den Freimaurern aus der Seele gesprochen. Kosmopolitismus ist philosophisch-politisch eine Weltanschauung, die den ganzen Erdkreis als Heimat betrachtet. Dass Philosophie an vielen Stellen ein Wunsch bleibt und nicht immer in die Realität umzusetzen ist, das hat sich aber auch an diesem Abend deutlich gezeigt.

„Das Kosmopolitismus mehr ist, als die Möglichkeit viele Länder zu bereisen war mir klar, dieser Umfang von Philosophie, Rechtssystematiken gepaart mit freimaurerischen Gedanken und Werten hat mich aber sehr beeindruckt“, zog Matthias Baethge am Ende des Abends ein Fazit. „Es war herausfordernde Kost aber sie war hervorragend dosiert und gut verträglich, Professor Dr. Andreas Niederberger sei Dank“, so Baethge zum Abschluss und sprach damit den Brüdern und allen Gästen aus dem Herzen.

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Logen aus Nienburg und Hoya vergeben gemeinsam Preise

Die Preisträger im 4. Wettbewerb der Gymnasien

Die Preisträger im 4. Wettbewerb der Gymnasien

An dem zum vierten Male ausgeschriebenen Wettbewerb der Freimaurerlogen „Georg zum silbernen Einhorn“ und „St. Alban zum Aechten Feuer“ haben mit 17 Facharbeiten insgesamt 36 Schülerinnen und Schüler aller 5 Gymnasien im Landkreis Nienburg (Weser) teilgenommen.

(Nienburg/Hoya/dh) Es waren erneut sehr anspruchsvolle Themen im Wettbewerb, die von Untersuchungen zur Systemtechnik mit einem Einplatinencomputer über Selfmarketing bis zu der Frage gingen, ob Liebe durch die Nase geht.

Schnell war erkennbar, dass sich die Schülerinnen und Schüler für die Ausarbeitungen sehr spezielle Kenntnisse angeeignet haben müssen, die weit über die üblichen schulischen Anforderungen hinausgehen. Von den betreuenden Fachlehrern war zu erfahren, dass die Begeisterung und der Einsatz der Schülerinnen und Schüler jeweils überdurchschnittlich gewesen sind und auch deutlich über das geforderte Maß für eine Facharbeit hinausgehen.

„Die vierköpfige Jury der beiden Logen hat sich die Entscheidungen nicht leicht gemacht“, sagte Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs, Stuhlmeister der Nienburger Loge. „Es ging ja nicht nur darum, die Arbeit der jungen Menschen wertzuschätzen. Unsere internen Beurteilungskriterien sind etwas andere als die rein schulischen Maßstäbe. So konnten sich die Arbeiten die meisten Punkte holen, die neben einem guten Aufbau und einer klaren Struktur einen Bezug zu unserer Gesellschaft haben. Ich hoffe, dass wir mit unserem Ranking dabei einigermaßen richtig liegen“.

Erstmals in diesem Jahr wurden die Teilnehmer der Ausschreibung darum gebeten, auch eine Begründung einzureichen, weshalb sie Ihre Arbeiten für geeignet halten, einen Bezug zur Freimaurerei zu zeigen. Daraus wurde deutlich, daß sich die jungen Leute – unterschiedlich intensiv – mit der Freimauerei beschäftigt haben. „Die sehr verschiedenen Themen der Arbeiten zeigen, wie aktuell unsere freimaurerischen Grundideen im Alltag sichtbar sind. Danke für die Impulse, die wir von Ihnen auch für uns mitnehmen können“, zog Dr. Cohrs das positive Fazit aus dieser Zusatzaufgabe.

Es gab fünf erste Preise, die mit jeweils 300 Euro und einer Urkunde dotiert wurden. Die Zweit- und Drittplatzierten erhielten Urkunden und Buchpreise. In diesem Jahr wurde erstmals das Beste der teilnehmenden Gymnasien zusätzlich mit einer Sonderurkunde und einem Buch für die Schulbibliothek ausgezeichnet. Schülerinnen des Johann-Beckmann-Gymnasiums aus Hoya nahmen den Preis stellvertretend entgegen und freuten sich darüber. Sie bekamen einen herzlichen Sonderapplaus.

„Als Wertegemeinschaft mit einer ausgeprägt humanistischen Zielsetzung fördert die Loge besonders auch kritisches Denken und die Auseinandersetzung mit negativen Folgen für unser Zusammenleben“, sagte Dr. Cohrs. „Das ist gerade für junge Menschen bedeutsam und dafür öffnen sich die Freimaurerlogen auch stärker als in der Vergangenheit, denn sie wollen ihre wesentlichen Ziele, wie Toleranz und humanitäres Miteinander einer breiten Öffentlichkeit näher bringen“.

Gastgeber, Preisträger und eine Vielzahl von Gästen verblieben noch eine geraume Zeit im Logenhaus, um bei Kaffee und Kuchen ihre Gedanken auszutauschen. Der Stuhlmeister konnte mehrfach spontane Zustimmung und Lob der Gäste für diese Veranstaltung entgegennehmen.

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Lesereise des Osnabrücker Theaters im Lortzinghaus

Schande II

Die Loge „Zum Goldenen Rade“ in Osnabrück öffnete erneut die Türen des Lortzinghauses für die Öffentlichkeit. Die Zusammenarbeit zwischen der Loge und dem Theater ist mittlerweile Tradition und Institution zugleich, so Matthias Baethge, Meister vom Stuhl.

(Osnabrück/rm) Im Rahmen der Lesereise des Theaters legte „Schande“, ein Roman des südafrikanischen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers John Marie Coetzee, als dritte Station einen Halt im Osnabrücker Logenhaus ein. Die beiden Schauspieler Marie Bauer und Andreas Möckel brillierten in ihrer, zum Teil in Dialogform vorgetragenen, Darbietung.

„Schande“ hat neben einem Bezug zu Afrika, wo der Hauptdarsteller und seine Tochter Lucy auf einer Farm in einer südafrikanischen Provinz leben, einen deutlichen Bezug zur Gegenwart.

In diesem Teil der Lesung werden die Beiden Opfer eines Raubüberfalls. Konfliktpositionen auf Grund einer nicht angezeigten Vergewaltigung sind vorprogrammiert und führen uns durchaus an den Rand einer #MeToo-Debatte. Lucy nimmt in diesem Teil ihre Opferrolle nicht hin und sagt auch nicht als Zeugin vor Gericht aus, da sie sich in ihrer privaten Angelegenheit nicht öffentlich erklären möchte. Die in sich gekehrte Tochter, die ihre Scham nicht zum Sieg der Täter erklären möchte, wird von ihrem gerechtigkeitsfordernden Vater nicht verstanden.

Parallelen zur Freimaurerei sind durchaus in diese Lesung zu interpretieren. Sind auch wir nicht oft in uns gekehrt, schirmen wir uns als Ganzes zu sehr von der Außenwelt ab? Nur der Einzelne, der durch die Arbeit an sich selbst einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft nimmt, bewegt damit auch unsere Gesellschaft zum humanitären Handeln. So ist unsere Arbeit gleichermaßen richtig und wichtig, wie die ehrbare Zielsetzung von Lucy, der Protagonistin.

Die Zuschauer im Lortzinghaus staunten nicht schlecht, als das Programm durch die musikalische Darbietung von Celso Durao aus der mosambikanischen Hauptstadt Maputo abgerundet wurde. Durao spielte auf zwei selbstgebauten afrikanischen Instrumenten. Der Timbilia, einem Percussion-Instrument ähnlich eines Xylophons und der M`bira, einem Zupfinstrument mit großem Resonanzkörper, beide von erstaunlicher Effektivität.

Das Zusammenspiel von Lesung und Musik erinnert an unsere ureigene Arbeit im Tempel, so Matthias Baethge, wenn der Musiker seine Werkzeuge noch selbst baut, so zeugt auch dies von einer besonderen Tradition und auch damit können wir uns bestens identifizieren. Das Öffnen unseres Logenhauses gerade in Kooperation mit dem Theater, hat unserer Loge sehr gut getan, so Baethge, immer wieder haben wir auch auf diesem Weg neue Gäste gefunden, von denen sich einige als Suchende herauskristallisiert haben. Wir werden diesen Weg fortsetzen und freuen uns auf viele weitere Veranstaltungen im Lortzinghaus.

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Fluchtursachen und ihre Bekämpfung

Dr. med Reinhard Erös bei seinem Vortrag in Nienburg

Dr. med Reinhard Erös bei seinem Vortrag in Nienburg

Auf Einladung der Nienburger Freimaurerloge “Georg zum Silbernen Einhorn” referierte im Zeichensaal des Quat-Faslem-Hauses Dr. med. Reinhard Erös über “Afghanistan 2018 — Fluchtursachen und ihre Bekämpfung”.

(Nienburg/dh) Fast ausschließlich mit Hilfe afghanischer Mitarbeiter errichtet, betreibt und unterstützt die „Kinderhilfe Afghanistan“ in den Ostprovinzen Afghanistans und in grenznahen Flüchtlingslagern in Pakistan Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und viele weitere Projekte, die allesamt realistische Perspektiven für eine friedliche Zukunft dieses von Kriegen geschundenen Landes am Hindukusch bieten.

Im Osten Afghanistans, in Städten der Provinzen Nangahar, Laghman, Kunar, Khost und vielen Dörfern hoch oben in schwer zugänglichen Bergregionen, dort wo die Taliban zu Hause sind, haben sie 2002 angefangen, Schulen zu bauen. Schon 1998 wurde die „Kinderhilfe Afghanistan“ als eine private Initiative der Familie Dr. med. Reinhard und Annette Erös und ihrer fünf erwachsenen Kinder gegründet, 2006 kam die gemeinnützige „Trutz-Erös-Kinderstiftung“ dazu, die ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern Projekte betreut. Dr. Erös war Kommandeur in der Bundeswehr und hat als leitender Militärarzt an vielen Auslandseinsätzen teilgenommen. 1993 war er u.a. Medizinischer Berater von Kofi Annan. Er hat zwei Bücher veröffentlicht und wurde mehrfach mit hohen Auszeichnungen bedacht.

Dr. Erös hatte topaktuelle Informationen über die derzeitige Lage mitgebracht und er schilderte seine Ansichten über den Nutzen der fremden Armeen im Land. „Was wollen wir in Europa ernsthaft dagegen unternehmen? Das war nicht einmal Thema auf der jüngst in München abgehaltenen Weltsicherheitskonferenz. Bis zum Jahr 2050 wird Afrika etwa 2 Milliarden Menschen ernähren müssen. Die Politik blendet dieses Thema aus!“, beklagte Dr. Erös.

Die zahlreichen Gäste im Zeichensaal des Quaet-Faslem-Hauses waren auch nach zweieinhalb Stunden leidenschaftlich vorgetragener Schilderungen nicht müde und stellten dem Redner noch Fragen.

Für die gastgebende Nienburger Freimaurerloge bedankte sich deren Stuhlmeister Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs herzlich für den honorarfreien Vortrag bei Herrn Dr. Erös und seiner mitgereisten Gattin. Der „Kinderhilfe Afghanistan“ wurden 1.000 Euro als Spende der Gäste und der Loge für die weitere Projektarbeit überwiesen.

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Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge

Von Links: Der Referent Altgroßmeister Jens Oberheide, Vorsitzender der Loge Dr. med. Wilhelm Cohrs

Von Links: Der Referent Altgroßmeister Jens Oberheide, Vorsitzender der Loge Dr. med. Wilhelm Cohrs

Der Saal war prall gefüllt beim Vortrag von Altgroßmeister Jens Oberheide über Freimaurerei und Musik anlässlich des Neujahrsempfanges der Nienburger Freimaurerloge, zu dem der Vorsitzende Dr. med. Wilhelm Cohrs rund 70 Gäste begrüßte, u.a. den Bürgermeister Henning Onkes.

(Nienburg/dh) Cohrs erinnerte an eine Vielzahl von Veranstaltungen in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr anlässlich 300 Jahre Freimaurerei. Es war eine gute Möglichkeit die Freimaurerei in der Öffentlichkeit umfangreich vorzustellen. Wichtiger sei allerdings das Bewusstsein, dass jede Loge vor Ort mit ihren Brüdern Kern und Träger der freimaurerischen Gemeinschaft sind. „Wir arbeiten an uns, für unsere Loge und für unsere Gesellschaft. Freiheit, Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Toleranz, sind dabei die bestimmenden freimaurerischen Grundhaltungen“, betonte der Meister vom Stuhl.

Eine gemeinsame Aktivität der Nienburger Loge „Georg zum silbernen Einhorn“ und der Hoyaer Loge „St. Alban zum Æchten Feuer“ hob Cohrs besonders hervor. Der Wettbewerb der Gymnasien aus Stadt und Kreis Nienburg wurde zum dritten Male ausgeschrieben und war erneut ein voller Erfolg. Die Jury war begeistert vom Niveau der eingereichten Facharbeiten von denen zahlreiche mit Geld- und Buchpreisen belohnt wurden. Cohrs betonte, dass es Mut macht und Veranlassung gibt positiv in die Zukunft zu sehen, wenn sich junge Menschen kritisch und sachlich und in gut verständlicher Sprache mit aktuellen Themen aus der Gesellschaft und den Naturwissenschaften auseinandersetzen.

Der Referent Jens Oberheide ist den meisten Anwesenden kein Unbekannter. Er referierte schon mehrfach in öffentlichen Veranstaltungen in Nienburg. Sein Thema an diesem Tage war die Musik und ihre Rolle in der Freimaurerei, die von Beginn an eine besondere Bedeutung in der Freimaurerei hatte. Schon in den ersten Logen – vor 300 Jahren – wurde gesungen. Sänger, Instrumentalisten, Librettisten und Komponisten haben die rituellen und gesellschaftlichen Zusammenkünfte der Freimaurer mitgestaltet und einige von Ihnen haben mit ihren Werken sogar die Musikgeschichte geprägt. Mozart, Haydn, Liszt, Sibelius oder Lortzing waren ebenso Freimaurer wie Irving Berlin, Count Basie, Duke Ellington, Lionel Hampton oder Nat „King“ Cole. Eine große Bandbreite von der Klassik über den Jazz bis zum Schlager.

Menschen, die dem Erlebnisgehalt von Musik und Freimaurerei anhängen, sind Seelenverwandte. Das hängt wohl damit zusammen, dass sowohl Musik als auch Freimaurerei mit Selbstfindung und Sinnsuche zu tun haben. Sie sind im sensiblen Sinn von „Harmonie“ miteinander innig verbunden. Komponisten, die Freimaurer waren, haben oft auch freimaurerische Stimmungen und Rituale entsprechend übersetzt. Der Freimaurer Mozart hat zum Beispiel von sich gesagt, er könne „Gesinnungen und Gedanken in Tönen ausdrücken“. In diesem Sinn gehören seine freimaurerischen Kompositionen zu den schönsten Beispielen einer fruchtbaren Wechselwirkung von Musik und Freimaurerei. Nicht nur in seiner Oper „Die Zauberflöte“ verarbeitet er freimaurerische Ideen.

Wenn Musik die Kunst ist, durch Töne Empfindungen auszudrücken, dann versteht man leichter, warum sich so viele Musiker zu einem Bund wie dem der Freimaurer hingezogen fühlen. Ein Bund, der Empfindungen sensibel über Symbole ausdrückt oder über Sinnbilder, die zu Denkbildern werden. „Wer sich auskennt, kann Musik auch lesen. Über die Noten. Musik erschließt sich aber erst, wenn man sie erlebt. Auch über Freimaurerei kann man vieles lesen, doch sie erschließt sich erst, wenn man sie selbst erlebt. Und das Erleben von Freimaurerei wird immer auch begleitend unterstützt durch Musik. Zum Beispiel im Erleben eines Rituals“, sagte Oberheide.

Die anwesenden Gäste bedachten den Vortrag mit herzlichem Beifall und der Stuhlmeister bedankte sich bei Altgroßmeister Oberheide mit einer Spende für das Freimaurerische Hilfswerk. Ralf Winkelmann, vielen (musizierenden) Nienburgern ebenfalls kein Unbekannter, begleitete den Empfang auf seiner Gitarre und wurde ebenfalls mit herzlichem Beifall belohnt. Für die jahrelange treue Unterstützung überreichte ihm der Logenvorsitzende ein Buchgeschenk.

Die meisten Gäste nutzten die sich anschließende Möglichkeit, bei einem kleinen Buffet Neujahrsgrüße und Gedanken in den Logenräumen auszutauschen.

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