Bielefelder Loge schließt Partnerschaft mit Loge in Serbien

Partnerschaftsurkunde der beiden Logen

Partnerschaftsurkunde der beiden Logen

Die Bielefelder Loge “Freiherr vom Stein” und die Loge “Alma Mons” in Novi Sad, Serbien, haben eine Partnerschaft vereinbart.

(Bielefeld/ag) Die Partnerschaft der Loge “Freiherr vom Stein” mit “Alma Mons” in Novi Sad kam eigentlich unspektakulär mit der Aufnahme eines Bruders in der Bielfelder Loge zustande. Der künftige Bruder K. L. war in den 1990er Jahren aus dem damaligen Jugoslawien geflohen, als ihn die Einberufung in die jugoslawische Armee erreichte und er somit in den Bürgerkrieg hineingezogen werden sollte. In Bielefeld fand er Kontakt zur Loge “Freiherr vom Stein” und wurde dort aufgenommen. Als sich in Novi Sad die Loge “Alma Mons” formierte, war er mit Freimaurern aus Bielefeld bei der Lichteinbringung dabei. Heute ist er Ehrenmitglied bei Alma Mons.

Es blieb nicht bei diesem ersten Kontakt. Die wiederholten Besuche in Novi Sad führten zu dem Wunsch, die Verbindung auf ein solides Fundament zu stellen. Die Idee einer Partnerschaft war geboren. Nach vielen Vorbereitungen konnte nun anlässlich des Johannisfestes der Loge Freiherr vom Stein am 24. Juni 2017 die offizielle Partnerschaft beschlossen und die Partnerschaftsurkunde durch die beiden Meister der Logen Alma Mons und Freiherr vom Stein in einer Zeremonie während der Tempelarbeit unterschrieben werden. Die Genehmigungen der beiden Großlogen waren im Vorhinein eingeholt worden und konnten nunmehr von den Großmeistern der Vereinigte Großlogen von Deutschland, Großmeister Christoph Bosbach, und der
regulären Großloge von Serbien A.F.&A.M., Großmeister Ranko Vujačić, ebenfalls unterschrieben werden.

Mit einer Fahrt in die Umgebung Novi Sads erhielten die Brüder einen Eindruck von der Landschaft und den Städte der Region Vojvodina. Aber damit endete auch der so ereignisreiche Aufenthalt in Serbien. Viele schöne Erinnerungen werden verbleiben.

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Tag der offenen Tür von acht Bonner Logen

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Ein voller Erfolg war der gemeinsame Tag der offenen Tür der Bonner Logen: Beinahe 200 Besucher ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich das Logenhaus anzusehen und sich über die Freimaurerei zu informieren.

(Bonn/js) „Immer, wenn ich auf dem Weg zur Uni mit dem Fahrrad daran vorbeigekommen bin, habe ich mich gefragt, was das Zeichen über dem Eingang dieses Hauses wohl bedeuten mag“, erzählt ein älterer Mann aus seiner Studentenzeit. Dann habe er erfahren, dass Winkelmaß und Zirkel Symbole der Freimaurer seien. Weil deren Logen so geheimnisumwittert waren, habe er ihnen anfangs skeptisch gegenüber gestanden. Doch je mehr er über deren Philosophie erfahren habe, desto sympathischer sei ihm die Freimaurerei geworden. Nun sei er „glücklich“, in diesem Haus, das er von außen schon so lange kenne, „zu Gast sein zu dürfen.“ Er fühle sich „richtig wohl.“

So, wie zahlreiche weitere Besucher des ersten gemeinsamen Tages der offenen Tür, den  acht im Haus an der Bonner Dyroffstraße beheimatete Logen am letzten Sonntag im Oktober veranstalteten. Nahezu 200 Gäste konnten sie bis zum frühen Abend begrüßen. Grundsätzliche Informationen über die Freimaurerei waren einer Serie übersichtlich gestalteter Stellwände zu entnehmen, Kurzvorträge animierten zu weiterführenden Gesprächen. Auch von Logenmitgliedern am Klavier oder mit der Gitarre eingestreute Begleitmusik trug zur gelösten Atmosphäre bei. Manche der sowohl weiblichen als auch männlichen Besucher aller Erwachsenen-Altersklassen blieben über Stunden hinweg im Logenhaus, stellten die unterschiedlichsten Fragen und erkundigten sich nach den Terminen der Gästeabende, zu denen nicht wenige künftig eingeladen werden wollten.

Ein Freimaurer-Bruder führt Gäste durchs Logenhaus

Ein Freimaurer-Bruder führt Gäste durchs Logenhaus

Sehr positiv aufgenommen wurde von den Gästen, dass sie bereits an der Pforte des Hauses in Empfang genommen, ihren jeweiligen Interessen entsprechend an dazu passende Gesprächspartner weitergeleitet und bei Bedarf auch mit schriftlichem Material versorgt wurden. So entstand mancher fruchtbare Dialog schon im Eingangsbereich, der anderswo ja auch „Lobby“ genannt wird. Mag diese Bezeichnung in der profanen Welt inzwischen auch ein Geschmäckle haben, in mindestens einem Fall an diesem Tag der offenen Tür traf er im positiven Sinne zu: Die Fragen einer Frau zielten in Richtung des wohltätigen Engagements der Freimaurer, von dem sie gelesen habe. Die Organisation, der sie selbst angehöre, engagiere sich auch für die Humanität. Deshalb wolle sie dafür werben, bei Spenden der Logen auch die Bonner Tafel, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, zu berücksichtigen. – So war der Tag der offenen Tür dem Satz „Geht nun hinaus in die Welt und bewährt Euch als Freimaurer“ entsprechend auch ein Forum für engagierte Menschen, die einander sonst nicht kennengelernt hätten.

Hierzu hatten auch die Medien beigetragen. Im Vorfeld hatten sie bis in ihre Lokal- und Nachbarausgaben außerhalb des Bonner Stadtgebietes hinein mit teils ausführlichen Artikeln auf den Tag der offenen Tür hingewiesen. Alle in Bonn ansässigen Zeitungsredaktionen waren am Veranstaltungstag mit engagierten Text- und Fotojournalisten vertreten und berichteten kompetent, ausführlich und im Sinne der freimaurerischen Ziele.

Austausch im Bonner Logenhaus

Austausch im Bonner Logenhaus

Die Initialzündung zu dieser obödienzübergreifenden Einladung der Öffentlichkeit war in der „Ideenschmiede“, zu der sich Vertreter der beteiligten Logen einige Monate zuvor zusammengefunden hatten, entstanden. Nachdem im Vorjahr bereits ein Sommerfest der Mietergemeinschaft des Hauses und später eine gemeinsame weiße Arbeit mit Tafelloge stattgefunden hatte, wollten einige die Zusammenarbeit vertiefen, entwarfen einen Plan für einen Tag der offenen Tür aus Anlass des 300-Jahres-Jubiläums der konstitutionellen Freimaurerei und luden die Logen des Hauses zur gemeinsamen Realisierung ein. Gut über 20 Logenmitglieder engagierten sich in der „Ideenschmiede“ und nahmen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung in die Hände, als hätten sie schon immer derselben Bauhütte angehört.

„Experiment gelungen!“ lautete am Ende eines ereignisreichen Tages, einer arbeitsreichen Zeit, die einhellige Meinung. Gewonnen hatten alle Beteiligten. Die gemeinsame Aktivität hatte die Logen und mithin die Kette der Freimaurer in Bonn und darüber hinaus ebenso gestärkt, wie deren Ansehen in der Öffentlichkeit. Ganz im Sinne des wohltätigen Einflusses der Maurerei, den alle erkennen sollen.

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Lippstädter Loge feiert 175-jähriges Stiftungsfest

Logenhaus in Lippstadt

Logenhaus in Lippstadt

Die Lippstädter Loge “Zum lebendigen Kreuz” feiert vom 15. bis 17. September 2017 ihr 175-jähriges Bestehen mit Freimaurern, Lebenspartnern und interessierten Gästen.

Am Freitag treffen sich die Teilnehmer zu einem geselligen Zusammensein im Logenhaus, bevor der Samstag mit einer Stadtführung beginnt und am Nachmittag mit einem Empfang im Rathaus fortgesetzt wird. Festansprachen und Grußworte werden vom Vorsitzenden der Loge, vom Bürgermeister und dem Großmeister erwartet. Anschließend referiert Klaus-Jürgen Grün über Freimaurerei und wird im Anschluss für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Am Abend trifft man sich zum Bankett im Ballsaal. Am Sonntag feiert die Loge ein Stiftungsfest, parallel dazu wird ein Programm für die Damen und Gäste angeboten.

Die Loge „Zum lebendigen Kreuz“ entstand im Jahre 1842 in der bis dahin eher klerikal geprägten Stadt Lippstadt. Trotz des der Freimauerei im Grundsatz positiv gegenüberstehenden protestantischen Milieus fand sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert niemand in der kleinen bürgerlichen Oberschicht der Stadt, der die Gründung einer Loge aktiv betrieben hätte. Erst der aus Potsdam stammende Freiherr von Schauroth, der von der preußischen Regierung um 1840 nach Lippstadt versetzt wurde, begann schon bald mit den Vorbereitungen für eine Logengründung. Er setzte sich mit der Nachbarloge „Zur Bundeskette“ in Soest in Verbindung und konnte die dortigen Brüder zur Unterstützung motivieren. Unter der Schirmherrschaft der Soester Brüder konnte Schauroth im Jahre 1842 offiziell das Licht in der neuen Loge einbringen. Die Logenarbeiten fanden in den ersten Jahren in seinem Haus – dem heutigen Palais Schauroth – statt. Wie das Mitgliederverzeichnis von 1847 zeigt, waren inzwischen viele namhafte Lippstädter Bürger der Loge beigetreten. So auch der Rektor der „Höheren Bürgerschule“, Ernst Wahlert, der später Stuhlmeister wurde.

Nachdem von Schauroth nur wenige Jahre später wieder nach Potsdam zurückkehrte, musste die Loge mehrfach umziehen und sank im späteren 19. Jahrhundert zu einem Kränzchen herab. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden wiederum die Brüder aus Soest aktiv und betrieben die Loge in Lippstadt über mehrere Jahrzehnte als Deputationsloge. Nach den dunklen Jahren zwischen 1935 und 1945 wurde die Loge im Jahre 1951 durch die Loge in Hamm neu gegründet und besteht seither allmählich wachsend fort. Dies war u.a. das Verdienst des Volksbankirektors und Stuhlmeisters Fritz Husman und später dann das des Versicherungskaufmanns Otto Girke, der auch Präsident der internationalen Freimaurerliga war.

Die Loge in Lippstadt war zudem die erste deutsche Loge, die nach dem Krieg eine Partnerschaft mit einer belgischen Loge in Brüssel und einer niederländischen Loge in Arnheim begründete, was seinerzeit alles andere als selbstverständlich war.

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Düsseldorfer Nacht der Museen großer Erfolg

Düsseldorf bei Nacht (Foto: alexgres, fotolia)

Düsseldorf bei Nacht (Foto: alexgres, fotolia)

Seit 17 Jahren gibt es die “Nacht der Museen” in Düsseldorf. Zu ungewöhnlicher Zeit öffnen Museen, Kirchen, Kunst- und Kulturstätten für einen attraktiven Preis ihre Türen. Zum ersten Mal nahmen auch die Düsseldorfer Logen teil, mit großem Erfolg.

Viele Mitglieder der neun Düsseldorfer Logen waren am Samstag präsent, als das Logenhaus zur Düsseldorfer Nacht der Museen geöffnet wurde. Rund 20 Freimaurerinnen und Freimaurer besetzten pro Stunde die drei verschiedenen Stationen und leiteten die Führungen durch das Haus. Hauptprogrammpunkte waren eine Einführung mit Musik im Mozartsaal, eine Besichtigung und Erläuterung der freimaurerischen Werkstätte, auch Tempel genannt, sowie ein freimaurerisches Wechselgespräch im Heinesaal. Daneben gab es Schautafeln und Exponate. Trotz guter Vorplanung konnten Wartezeiten für die Besucher nicht vollständig vermieden werden. “Mit einem solch großen Interesse haben wir nicht gerechnet” sagte Ronaldo Brüning, Freimaurer und Organisator des Abends, “über den gesamten Abend hatten wir ein volles Haus.” Brüning zeigt sich beeindruckt von den Fragen der Gäste. “Mit großer Offenheit und echtem Interesse wurde gefragt und diskutiert, so, wie wir es auch bei den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Abenden in kleinerem Kreis erleben.”

Vor allem der Blick in die freimaurerische Werkstätte regte zu Fragen an: Was ist das für ein Stab? Ein Zeremonienstab. Warum ist der Raum so aufgebaut? Eine Tradition, die sich aus den mittelalterlichen Bauhütten der Kathedralenbauer ableitet und sich danach natürlich weiterentwickelt hat. Warum gibt es bei den Freimaurern Lehrlinge, Gesellen und Meister? Weil wir die Freimaurerei als Handwerk verstehen, das langsam und sorgfältig erlernt werden will. Der Lehrling beobachtet und fragt, der Geselle kann schon was und der Meister sorgt für die Weitergabe und trägt Verantwortung für die Loge.

“Das ist ja alles gar nicht so geheim!” Über diesen Satz eines Besuchers freut sich Antje Hansen, Freimaurerin und Pressekoordinatorin. “Wir leben im Jahr 2017, Freimaurer und Freimaurerinnen stehen mit beiden Beinen im Leben und bemühen sich um eine aktive Lebensgestaltung für mehr Toleranz, Humanität und Brüderlichkeit.” Dass die Freimaurer ihr Haus geöffnet hätten zeige, dass die Freimaurer selbst den Mythos des Geheimnisses nicht beförderten. “Nicht vermittelbar ist jedoch das individuelle Erleben eines jeden Freimaurers. Wenn Sie so wollen, bleibt das ein Geheimnis.”

Von Januar bis Juni 2017 haben die Düsseldorfer Logen gemeinsam über 20 öffentliche Veranstaltungen geplant. Nach einem Neujahrsempfang in der Tonhalle folgen Lesungen, Konzerte und Vorträge bis zur Jahresmitte. Wer am Samstag keine Gelegenheit zu einem Besuch hatte, kann alle weiteren geplanten Events mit aktuellen Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu den einzelnen Logen auf einer Veranstaltungs-Webseite einsehen.

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Geschichte zum Anfassen in Wesel

Vortrag über die Weseler Loge

Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der modernen Freimaurerei veranstalteten die Weseler Freimaurer einen Informationsabend mit wissenschaftlichem Hintergrund, der auch für die Brüder einige Überraschungen über die Geschichte der eigenen Loge brachte.

Basis des Vortrages waren Auszüge aus der Masterarbeit von Alexander Lex, B.A Student der Universität in Paderborn, der sich der Geschichte der 1775 von preußischen Offizieren gegründeten Weseler Loge „Zum goldenen Schwerdt“ im Hinblick auf verschiedene Schwerpunkte zu nähern versuchte:

  1. Freimaurertum als Abwehrfront gegen den aufkommenden Antisemitismus um 1880;
  2. die Haltung der der preußischen Großloge „Zu den drei Weltkugeln“ angehörende Weseler Loge gegenüber der dezidiert kosmopolitischen und judenfreundlichen Haltung der Leipziger „Bauhütte“ (eine der damaligen größten Freimaurerzeitschriften);
  3. das Verhalten im Spannungsfeld von Standhaftigkeit und opportunistischer Anbiederung nach der Machtergreifung zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die annähend vierzig Zuhörer folgten interessiert den Ausführungen der Referenten Herrn Lex und Herrn Dr. Ronald Schneider, der in seiner Funktion als Historiker und Komoderator durch den Abend führte, im Anschluss an den Vortrag die Diskussion begleitete und den interessierten Gästen als auch den Brüdern erklärend zur Verfügung stand. Auch für die Weseler Brüder war es sehr spannend, die Geschichte der eigenen Loge aus der wissenschaftlichen, neutralen Sicht eines Forschers zu verfolgen und Erkenntnisse über den damalige Stand der Loge im öffentlichen Leben zu erfahren.

Die Veranstaltung wurde gerade bei den Gästen dieses Abends sehr gut angenommen. Die Vielzahl der sich anschließenden Fragen zur Logengeschichte als auch zu Freimaurerei bestärkte die Initiatoren des Abends darin, den Bruderbund wieder mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Die genannteMasterarbeit wird und wurde durch Professor Dr. Dietmar Klenke (Lehrstuhl für Neueste Geschichte) am Historischen Institut der Universität Paderborn betreut.

Es sollte die sozioökonomische Färbung der Weseler Freimaurerei im 19. und 20. Jahrhundert anhand einer quantitativen Analyse dahingehend betrachtet werden, dass den Zuhörern das personelle Profil der Weseler Freimaurer einerseits und die Sozialstruktur der Weseler Bevölkerung andererseits vergleichend gegenüber gestellt wurde. Die Leitfrage stellt hier auf eine mögliche soziale Exklusivität der Weseler Freimaurer bzw. auf ein gegebenenfalls „‚elitäres“ Selbstverständnis ab.

Ermöglicht, unterstützt und begleitet wurde diese Forschungs- und Publikationsarbeit auch durch die Kölner Stiftung zur Förderung der Masonische Forschung, begründet 1993 von Hannelie und Prof. Adolf Schmitt, als auch durch die Arbeit der Brüder der Loge „Zum goldenen Schwerdt“.

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Neujahrsempfang der Düsseldorfer Logen

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

Die neun Düsseldorfer Logen hatten sich vor zwei Jahren entschieden, das Jubiläumsjahr 2017 der modernen Freimaurerei, gemeinsam und lehrartübergreifend gebührend zu feiern. Am 8. Januar 2017 fand die erste öffentliche Veranstaltung mit dem Neujahrsempfang in der Düsseldorfer Tonhalle statt. Zu diesem Anlass wurden alle Logen-Mitglieder im Rheinland sowie die Großmeister innerhalb der Vereinigten Großlogen von Deutschland und der Frauen-Großloge von Deutschland eingeladen.

Um 11.00 Uhr kamen trotz Eiseskälte und Glatteis knapp 270 Freimaurer/Innen und Gäste zusammen. Nach einem Sektempfang moderierten Sr. Barbara Rüth, Stuhlmeisterin der Freimaurerinnenloge Constantia und Br. Michael Meckel, Stuhlmeister der Loge Rose und Akazie die Veranstaltung mit viel Charme und Wärme. Die Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf wurden von Bürgermeister Günter Karen-Jungen und vom Düsseldorfer Kulturdezernenten Herrn Hans-Georg Lohe überbracht. Letzterer hat besonders die Verknüpfung von Kultur, Musik und Freimaurerei unterstrichen.

Bei der anschließenden Ansprache von Br. Eduardo Flores Bermudez als Vertreter des Großmeisters der VGLvD stellte er die Bedeutung und Tragweite der VGLvD im In- und Ausland anhand von einigen Beispielen dar. Besonders hervorzuheben ist “das neue Gesicht der modernen Freimaurer in Deutschland”. Er unterstrich auch sehr energisch, dass die Freimaurer, die sich durch Bescheidenheit und Brüderlichkeit auszeichnen, aber ebenso eine wichtige Leadership-Rolle in unserer Gesellschaft führen.

Sr. Antje Hansen, Großmeisterin der Frauen-Großloge von Deutschland, rief dazu auf, sich persönlich unbedingt und immer einzumischen, wenn pauschalisiert werde, Fakten verdreht oder schlicht Behauptungen aufgestellt würden. “Wir sollten nicht der Versuchung erliegen, uns im Gestern bequem einzurichten oder Freimaurerei als etwas zu betrachten, das man nur für sich selbst tue”, Freimaurer seien schließlich aufgerufen, sich heute in der Welt zu bewähren. Dazu gehöre auch eine zeitgemäße Darstellung und Verkörperung und immer wieder der engagierte Diskurs.

v.L.n.R. Michael Meckel,  Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

v.L.n.R. Michael Meckel, Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

Der zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer, Br. Arnim Schneider, brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass die moderne Freimaurerei sehr wohl politisch, wenn auch nicht parteipolitisch, ist. Um den Zielen der Freimaurerei gerecht zu werden ist eine engagierte Einmischung und Tatkraft unablässig. Er setzt sich für die Zusammenarbeit und den regen Austausch aller Logen, wie sich das hier in Düsseldorf sehr positiv entwickelt hat, ein.

Br. Günter Scholz überbrachte die Grüße und Wünsche der Großen Landesloge der Freimaurer. Er beglückwünschte die Düsseldorfer Logen, dass sie unabhängig der Lehrarten, durch ihre Beiträge gleiche Schwerpunkte setzten und damit die Bruderkette der Freimaurerei erlebbar wird. Als besonderes Ausrufezeichen appelliert er an alle, dass wir Freimaurer auf die Erhaltung der Freiheit in unserem Gemeinwesen achten und dafür einstehen müssen.

In seiner großartigen Neujahrsansprache referierte Br. (Dr.) Hans-Günter Wachtmann über “Die geschichtliche Entwicklung der Freimaurerei”. Er bezog sich hierbei u.a. auch auf den mitreißenden Appell des Freimaurers Br. Carl von Ossietzky: “Wir sind alle Mittler zum Leben. Wir wollen die Gemeinschaft der Menschen freudig als die Grundlage unserer Sittlichkeit anerkennen, wir wollen Mitkämpfer, Förderer und Führer all jener Bewegungen sein, in denen ein freies Menschentum nach sinnvoller Gestaltung des Daseins strebt, sei es in bewährten alten, sei es in neuen Formen”.

Zwischen den Ansprachen begeisterte das erfolgreiche Streichquartett „Panta Rhei“ mit einer virtuosen Musik.

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225. Stiftungsfest der Loge “Zum Hellen Licht” in Hamm

Der Hamas-Offizier Saladin im Verhör mit Nathan - eine Szene aus

Der Hamas-Offizier Saladin im Verhör mit Nathan – eine Szene aus “War Nathan weise?” des Malteser-Fausttheaters. Foto: Sander

Den würdigen Abschluss eines rundum gelungenen Festjahrs zum 225-jährigen Stiftungsjubiläum hat die Hammer Loge “Zum hellen Licht” am 11. und 12. November gefeiert.  Am Freitagabend hatte die Loge zu einer öffentlichen Veranstaltung in das Kurhaus Bad Hamm mit seiner Theaterbühne eingeladen, am Samstag folgte nach einer Tempelarbeit im Lehrlingsgrad eine Festtafel zusammen mit den Schwestern im Hotel Mercure.

Im Mittelpunkt des Freitagabends stand die Premiere des Thaterstücks “War Nathan weise?” durch das Malteser-Fausttheater, die über 300 Zuschaue rerlebten. Regisseur Norbert Hagen hatte Lessings “Nathan der Weise” in die Moderne übertragen und gemeinsam mit Co-Autor und Hauptdarsteller Peter Lüffe temporeich und mit Wortwitz inszeniert: Nathan ist als Angehöriger der israelischen Botschaft in Deutschland stationiert. Als sein Haus in Tel Aviv von Raketen getroffen wird, kehrt er in seine Heimat zurück und findet seine Tochter Rahel zum Glück unverletzt vor. Zu verdanken hat er das dem erzkonservativen Katholiken von Stetten, der sie nicht nur gerettet, sondern sich auch in sie verliebt hat und sie nun heiraten möchte. Nathans sprichwörtliche Toleranz wird auf eine harte Probe gestellt – und erst als ihn der katholische Patriarch von Jerusalem unter Druck setzt, stimmt Nathan am Ende zu. Vorher muss er sich noch im Verhör mit dem Hamas-Offizier Saladin, einem ehemaligen Friedensforscher, bewähren.

Burkhard Lau, zugeordneter Meister vom Stuhl der Freimaurerloge „Zum Hellen Licht“ (von links), der zugeordnete Distriktmeister NRW Hans Rocker und Jürgen Edel, Meister vom Stuhl, hielten am Samstag beim Festmahl zum 225-jährigen Jubiläum der Loge im Hotel Mercure die Festreden. Foto: Sander

Burkhard Lau, zugeordneter Meister vom Stuhl der Freimaurerloge „Zum Hellen Licht“ (von links), der zugeordnete Distriktmeister NRW Hans Rocker und Jürgen Edel, Meister vom Stuhl, hielten am Samstag beim Festmahl zum 225-jährigen Jubiläum der Loge im Hotel Mercure die Festreden. Foto: Sander

Vorher hatte Jürgen Edel, Meister vom Stuhl, kurz die Geschichte der Loge, die Ziele der Freimaurerei und ihre noch heute gültigen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz dargestellt. Hamms Bürgermeisterin Ulrike Wäsche bezeichnete es als “Glücksfall”, die Freimaurerloge in Hamm zu haben: “Die Loge steht heute in der Mitte der Hammer Gesellschaft” und habe viele Beiträge zum gesellschaftlichen Miteinander und der Entwicklung der Stadt geleistet.

Rund 60 Brüder der Hammer Bauhütte, zahlreicher befreundeter Logen aus ganz Deutschland und der Partnerloge “Hope” aus Bradford nahmen am Samstag in den Logenräumen an der Festarbeit im I. Grad teil. Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, das brüderliche Gespräch bei der anschließenden Festtafel im Hotel Mercure zu vertiefen.

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