Dresdener Loge spendete 10.000 € für Spielprojekt

DM Sachsen Bernd Krieger überreicht Scheck an Frau Elke Raeder, Vereinschefin vom Eselnest

DM Sachsen Bernd Krieger überreicht Scheck an Frau Elke Raeder, Vereinschefin vom Eselnest

(Dresden / ch) Die Dresdener Loge „Zu den drei Ehernen Säulen“ erhielt von der Großloge im Gegenzug für die Ausrichtung des Großlogentages 2017 die Möglichkeit, ein soziales Projekt in Dresden mit 10.000 € zu unterstützen. Die Bruderschaft entschied sich für das Spielprojekt „Eselnest“.

Das „Eselnest“ liegt mitten in der Stadt Dresden – keine 5 km vom Sitz der „Säulenloge“ auf der Königsbrücker Str. 49 entfernt – im Stadtteil Dresden-Pieschen. Dieser Stadtteil ist geprägt von einer hohen Anzahl Familien und jungen Alleinerziehenden und hat dadurch einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen. Der Anteil an einkommensschwachen Menschen ist überdurchschnittlich hoch.

Die Angebote des idyllisch an der Elbe liegenden Platzes sind kostenfrei, an fünf Tagen in der Woche ist geöffnet. Das Leben spielt sich vor allem im Freien ab, Schutz vor Regen und Schnee bieten fünf alte Zirkuswagen. Eine Werkstatt, Büro, Töpferei und Multifunktionsraum vervollständigen die Ausstattung des Platzes.  Grundlage des Aufbaus und der Angebote ist die offene Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Während der Arbeit mit den Tieren auf dem Platz  – darunter sieben Esel, daher auch der Name – lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen, helfen unter Anleitung beim Misten, Füttern, Putzen, trainieren mit den Tieren, machen Kutschfahrten.

Im offenen Spielbereich, durch eine große Sandfläche geprägten Spielbereich, steht ein großes, sehr intensiv genutztes- Klettergerüst, das regelmäßig vom TÜV kontrolliert wird. Die Zahl der Reparaturen stieg in den letzten Jahren, eine erfolgreiche Abnahme war fraglich. Die Brüder der Säulenloge haben sich dafür entschieden, das alte Klettergerüst auszutauschen und ein neues, aus Akazienholz, aufbauen zu lassen.

Die Einweihung des neu erbauten Klettergerüstes fand am 18. August statt. Der Distriktmeister Sachsen, Bernd Krieger, überreichte der Vereinsvorsitzenden des Eselnestes, Frau Raeder, im Auftrag und in Vertretung des Großmeisters den symbolischen Scheck der Großloge über 10.000 €. Bei einem Grillabend auf dem Platz zusammen mit den Gastgebern des Eselnestes klang der Abend aus.

Träger des Eselnestes ist der „Spielprojekt“ e.V., ein gemeinnütziger Verein und freier Träger der Jugendhilfe Dresdens. Drei Fachkräfte werden durch die Jugendhilfe finanziert, die Sachkosten für den Platz und die Angebote sind nur eine Grundfinanzierung, sodass das Eselnest auf Spenden und Eigen- oder Drittmittel angewiesen ist.

Die Brüder der Loge „Zu den Ehernen Säulen“ Dresden möchten sich bei allen Freimaurern der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedanken! Denn jeder einzelne Bruder war über seinen Mitgliedsbeitragsymbolisch mit einem Euro daran beteiligt.

Das neu erbaute Klettergerüst – noch ohne Sonnensegel

Das neu erbaute Klettergerüst – noch ohne Sonnensegel

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Freimaurer und berufliche Sonntagsschulen

Helmut Klemm - Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen

Wenig bekannt bisher war die intensive Beschäftigung von Logen und einzelnen Freimaurern mit der Schaffung beruflicher Bildungseinrichtingen bereits ab dem 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert. Eine Dissertation von Helmut Klemm, nunmehr Dr. phil., schließt auf bemerkenswerte Weise diese Lücke.

Unter dem sperrigen Titel „Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution. Gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen.“ legte Helmut Klemm seine Dissertation vor.

Auf über 500 Seiten beschäftigt er sich mit einem Thema, das auch von großen Teilen der freimaurerischen Öffentlichkeit in diesem Umfang nicht wahrgenommen wurde. „Im Sinne der auferlegten Verschwiegenheit legten sie [die Freimaurer] die Leitung und den Betrieb der Schulen überwiegend in die Hände öffentlicher, von Freimaurerlogen geschaffener Vereine; ganz nach dem Motto: ‚Tue Gutes und rede nicht darüber!‘ Infolgedessen ordnete die historische berufspädagogische Forschung nur einige wenige Sonntagsschulen ihren wahren Stiftern zu.“, so der Autor.

Wer eine sperrige wissenschaftliche Lektüre erwartet hat, darf sich auf angenehmste Weise getäuscht sehen. Neben allen notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnissen führt der Autor den geneigten Leser behutsam in alle Themenbereiche ein.

So beschäftigen sich die ersten gut 70 Seiten beispielsweise ausschließlich mit einer sachlichen und auch für den Nichtfreimaurer gut verständlichen Einführung in die Entstehungsgeschichte, die Struktur und die Besonderheiten der Freimaurerlogen. In der Folge beleuchtet Helmut Klemm den wirtschaftlichen und politischen Wandel in den wichtigen europäischen Ländern England, Frankreich und im zaristischen Russland, um sich dann über Preußen und Sachsen seinem eigentlichen geografischen Untersuchungsgebiet zu nähern. Diese interessanten Erläuterungen sind notwendig, um sich an die Anfänge und Notwendigkeit der beruflichen Bildung heranzutasten und um zu verstehen, warum gerade die Freimaurer dieser Zeit sich mit dem ihnen eigentlich fremden Thema so intensiv und folgenreich beschäftigten. Erst nach weit über 200 Seiten einleitenden Textes beschäftigt sich Klemm mit dem eigentlichen Anliegen seiner Arbeit, den Freimaurern als Stiftern von beruflichen Bildungseinrichtungen.

„Die vorgelegte Arbeit geht der Frage nach, wer zu den Akteuren dieser Entwicklung zu zählen ist und welche politisch-weltanschaulichen Vorstellungen diese Aktivitäten getragen haben. Viele Einzelfälle – zum Beispiel in Altenburg – haben gezeigt, dass hier immer wieder Freimaurer als Loge oder als Einzelpersonen am Aufbau dieser Schulen beteiligt waren. Im Zentrum steht deshalb die Frage, ob es sich hier um Einzelereignisse und Zufälligkeiten handelt oder ob die Mitwirkung der Freimaurer ein verbreitetes Phänomen darstellt.“, bemerkt der Autor in seiner Zusammenfassung. Diese Frage war berechtigt, denn zu Beginn der Arbeit an dem Werk hatte er „keinerlei Berührung mit der Freimaurerei“. Aber er wurde fündig und berichtet ausführlich über das Freimaurerinstitut in Dresden (1773), das Philantropin in Schnepfenthal (1784), das Schulinstitut der Großen Landesloge der Freimaurer in Berlin, die Sonntagsschulen in Gotha (1805), Leipzig (1816), Dresden (1817), Freiberg (1818), Zittau (1819), Annaberg (1823), Polytechnikum Dresden (1828), Bautzen (1827) Duisburg (1832), Chemnitz (1829), die Kunst- und Handwerkerschule zu Altenburg (1824), die Baugewerkenschule zu Dresden (1837), Handwerkerschule in Dresden. Und angesichts der schwierigen Quellenlage vermutet der Autor noch weitere Schulgründungen, die durch Logen, einzelne Freimaurer oder deren Mitwirkung ins Leben gerufen wurden.

Der Autor Dr. phil. Helmut Klemm lockert alle Kapitel mit interessanten Nebeninformationen und Zitaten auf, umfassende Fußnoten erläutern viele ergänzende Begriffe, sodass das Werk ungeachtet der umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch als informativ-unterhaltsame Lektüre genossen werden kann. Das mag damit zusammenhängen, dass der Autor, Jahrgang 1942, keinen ganz geradlinigen beruflichen Werdegang hatte, der ihm eine sachbezogene und schnörkellose Sprache bewahrt haben mag. Mit 14 Jahren machte er zunächst eine handwerkliche Ausbildung, studierte dann am Päd. Institut Karl-Marx-Stadt und schloss als Lehrer für Mathematik und Polytechnik ab. Es folge eine Abendstudium zum Dipl.-Ing. zum Konstrukteur für Verarbeitungsmaschinen. Durch die Wirren des Endes der DDR lag sein Schwerpunkt in der Tätigkeit als Berufsschullehrer.

Ein empfehlenswertes Buch, einziger Wermutstropfen ist der stolze Preis von 139,80 €.

Helmut Klemm, „Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution, gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen“, erschienen im Verlag Dr. Kovac, 532 Seiten, 139,80 €, ISBN 978-3-8300-9512-5

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Tempeleinweihung im Logenhaus Dresden

Das Logenhaus in Dresden

Das Logenhaus in Dresden

(Dresden/ht) Im Juli begingen Brüder der Dresdener Logen „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ und „Zum goldenen Apfel“ gemeinsam mit dem Großmeister Stefan Roth-Kleyer, sowie dem Großzeremonienmeister Peter Lauber die feierliche Einweihung ihres neuen Tempels im neuen Logenhaus.

Mit Korn, Salz, Wein und Öl wurde dabei der neue Tempel im Obergeschoss in den vier Himmelsrichtungen rituell als solcher gekennzeichnet. Der neue Tempel wird durch ein ägyptisiertes Portal aus Elbsandstein und über eine Schwelle aus Jerusalemer Kalkstein – dem Gestein des einstigen Salomonischen Tempels – betreten. Er ist wandelbar in schwarz, rot und blau und bietet, neben moderner Sound- und Lichttechnik, einen über 40 qm ausgedehnten, gewölbten Sternenhimmel mit über 1400 Lichtpunkten, der das Himmelszelt exakt wie am Gründungstag der ersten Dresdner Loge am Johannistag, dem 24. Juni 1738 abbildet.

Nach insgesamt rund drei Jahren Umbau- und Renovierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich konnte die umfassend sanierte Jugendstilvilla auf der Tolkewitzer Straßeoffiziell ihrem Bestimmungszweck übergeben werden. Im neuen Logenhaus arbeiten derzeit zwei Logen der Großloge A.F.u.A.M.v.D., eine Loge des Freimaurerordens sowie zwei Logen des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus.

Neben der Nutzung durch die Logen vermietet die Freimaurerstiftung Dresden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss auch für öffentliche, kulturelle und private Veranstaltungen. Auf einer Fläche von 250 qm stehen dort zwei Veranstaltungsräume, zwei Küchen, ein Foyer mit offenem Kamin, eine Künstlergarderobe, ein behindertengerechtes WC, eine Kleinkunstbühne mit moderner Veranstaltungstechnik sowie ein Konzertflügel zur Verfügung.

Blick in den Tempelraum

Blick in den Tempelraum

Restaurierte Sphinx

Restaurierte Sphinx

Neben der Lage im schönen Stadtteil Blasewitz mit Blick auf die Elbe und in der Nähe des berühmten Schillergartens am Blauen Wunder sind weitere Einzigartigkeiten des Hauses vor allem die restaurierten Sphingen von Ernst Rietschel im Eingangsbereich, die ursprünglich den Eingang des alten Logenhaus flankierten (Zum Fernsehbericht) , sowie die berühmte, über 2 Meter hohe Dresdner Freimaurerpyramide im erzgebirgischen Stil, welche auf 3 Ebenen die drei freimaurerischen Johannisgrade thematisiert.

Die Brüder der Dresdener Freimaurerlogen sind bestrebt, aus der Mitte unseres neuen Logenhauses aktiv ein gutes Miteinander aller Menschen von Dresden über Sachsen, Deutschland und Europa bis um den ganzen Erdball durch gegenseitige Begegnung zu fördern und unser Haus für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Dabei sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verbunden mit Toleranz und Brüderlichkeit die Wegweiser.

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Freimaurerei in der Tradition von Humanismus und Aufklärung

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann beim Vortrag in Dresden 2017

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann beim Vortrag in Dresden 2017

Anlässlich des Großlogentreffens 2017 in Dresden hielt Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann als Redner der Großloge A.F.u.A.M.v.D. einen Vortrag zum Selbstverständnis und der Praxis der humanitären Freimaurerei in Deutschland.

Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann

I.

Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“ – So lautet die Leitfrage der heutigen Veranstaltung. Ich nehme sie auf und versuche, sie inhaltlich zu akzentuieren:

  • Wie kann die Freimaurerei heute – nach 300 Jahren einer wechselhaften, phasenweise dynamisch-expansiven, zuweilen aber auch diffusen und stagnierenden Geschichte – als sozial und kulturell bedeutsame Gemeinschaft, Idee und symbolisch-rituelle Ausdrucksform verstanden und nach innen und außen überzeugend praktiziert werden?
  • Wie kann die Freimaurerei Menschen ansprechen, die humanistische Werte bejahen, mitmenschlich handeln wollen und für ihr Leben Sinn suchen?
  • Um welche Kultur der Geselligkeit, um welche konzeptionellen Grundlagen, um welche soziale, moralische und rituelle Praxis hätte sich eine solche Freimaurerei zu bemühen?

Vermutlich gibt es mehr als eine Antwort auf diese Fragen, und je offener und innovativer die Freimaurer (und inzwischen ja auch die Freimaurerinnen) in den von ihnen geführten Diskursen über Gegenwart und Zukunft ihres Bundes sind, desto eher wird es gelingen, Entwürfe zu erarbeiten, die einerseits bewährten Überlieferungen der freimaurerischen Tradition folgen, andererseits aber auch den Strukturen und Problemen der Gegenwart entsprechen.

Meine Leitvorstellungen für eine gegenwartstaugliche Freimaurerei sind an den Traditionen von Humanismus und Aufklärung orientiert, wie es meine – und unser aller – freimaurerische Heimat, die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, ja auch vermuten lässt.

Freilich scheint mir dabei, dass das innerhalb der Großloge üblich gewordene formelhafte Bekenntnis zu diesen Traditionen in seiner bisherigen Form nicht befriedigen kann. Bloße Deklarationen reichen nicht aus. Es genügt auch nicht, sich primär mit humanistisch-aufklärerischen Überlieferungen zurück liegender Epochen zu beschäftigen, so wichtig diese konzeptionellen Vergangenheiten auch sind: Was Humanismus und Aufklärung heute bedeuten, was ihre Inhalte, was ihre Quellen und Bezüge in der Gegenwart sind und auf welche Weise sie der Freimaurerei im Hier und Jetzt der zur digitalen Gesellschaft werdenden Moderne Profil geben, insbesondere auch der Praxis der Freimaurerei, das – so scheint mir – sollte viel klarer erarbeitet und kommuniziert werden als bisher.

Die freimaurerische Erzählung für die Gegenwart bedarf neuer Inhalte und einer neuen Struktur, und sie hat sich vor allem auf Überzeugungskraft, auf Deutlichkeit, auf Wahrnehmbarkeit in der Gesellschaft, auf Wirksamkeit und Praxis zu konzentrieren, in meiner Sicht auf die Praxis einer humanitären Freimaurerei, die – aufbauend auf den alten Erzählungen von Freiheit, von Selbstbestimmung, von Wert und Würde des Menschen – einen neuen Humanismus und eine selbstkritische, reflexive Aufklärung zur Grundlage hat. Freilich wäre dieser Humanismus ohne die spirituelle Dimension des freimaurerischen Rituals einseitig, flach und sowohl emotional als auch intellektuell verkürzt.

Freundschaft, Ethik und Ritual – so habe ich immer wieder zu begründen versucht – gehören untrennbar zusammen: Freimaurerei ist ein Gesamtkunstwerk, und wenn es etwas gibt, was Wesen, Charme und Alleinstellung der Freimaurerei ausmacht, so ist es dieses „Drei-in-eins“ von Gemeinschaft, ethischer Orientierung und ritueller Spiritualität.

Im Konzept einer Humanistischen Freimaurerei, so wie ich sie verstehe, sind die Logen Wertegemeinschaften und keine Glaubensgemeinschaften. Sie sind auch keine esoterischen Zirkel.

Freimaurer teilen Werte, Werte, die sich auf den Menschen beziehen. Freimaurer müssen übereinstimmen in den Überzeugungen, aus denen heraus sie als Menschen und Brüder handeln. Freimaurer müssen aber nicht im Hinblick auf die Quellen übereinstimmen, aus denen sich diese Werte für jeden Einzelnen von uns begründen, wie zum Beispiel einen religiösen Glauben. Nicht warum ein Mensch moralisch denkt und handelt, ist entscheidend, dass er moralisch denkt und handelt und dass er mit seinen Brüdern eine gemeinsame Basis für dieses Handeln findet – darauf kommt es an.

Wichtig für mich ist, dass Humanistische Freimaurerei heutzutage auch säkular verstanden werden kann, und dass das Recht, ihren Bund auch auf diese Weise zu verstehen, den Freimaurern – von wem auch immer – nicht abgesprochen werden darf. Herauszuarbeiten, was freimaurerische Säkularität bedeutet, was ihre Dimension, aber auch ihre Grenze ist, ist für mich eine der zentralen Gegenwartsaufgaben einer sich humanistisch begründenden Freimaurerei.

II.

Was sind die Bausteine einer Freimaurerei auf der Grundlage von Humanismus und Aufklärung? Für mich findet diese Freimaurerei in einem vierfachen Selbstverständnis ihren Ausdruck, das sich in einer gleichsam viersäuligen Baustruktur niederschlägt, wobei sich diese vier Grundpfeiler gleichrangig miteinander verbinden:

Erstens:

Auf der Basis einer in der Loge eingeübten Kultur der Mitmenschlichkeit ist Freimaurerei Pflege von Freundschaft und Geselligkeit. Die Logen der Freimaurer sind Gemeinschaften, die – so ja schon die „Alten Pflichten“ – „gute und redliche Männer, Männer von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen“, d.h. über alle weltanschaulich-religiösen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg als Freunde verbinden wollen. Die Logen und die Menschen in ihnen wollen sich miteinander und mit anderen Menschen und Menschengruppen vernetzen, denn nur durch eine solche Vernetzung von Mensch zu Mensch können in modernen komplexen Gesellschaften mit ihrer zunehmenden Tendenz zu diffuser Anonymität und Aggressivität – wir können doch wirklich ein Lied davon singen heutzutage – übersichtliche und humane Lebenswelten geschaffen und erhalten werden.

Freundschaftliches Miteinander, Empathie und Takt, soziales Handeln, Karitas, gemeinsames Erleben und Praktizieren von Kultur, Diskurse über ethisch-moralische Fragen.

Die Geselligkeit der Logen ist ebenso traditionsreich wie komplex: freundschaftliches Miteinander, Empathie und Takt, soziales Handeln, Karitas, gemeinsames Erleben und Praktizieren von Kultur, Diskurse über ethisch-moralische Fragen: Durch all das wollten und sollten schon die Bürger und Brüder der Aufklärungszeit Tugend und Bildung einüben und – als Vorbild für die gesamte Menschheit – zu besseren Menschen werden.

Zweitens:

In der Tradition von Humanismus und Aufklärung sind die Logen der Freimaurer ethisch orientierte Assoziationen, in denen gemeinsam laut nachgedacht werden kann, um Wege zu Lebenssinn und Motivation zu moralischem Handeln ausfindig zu machen. Freimaurer stimmen darin überein, dass sie Werten verpflichtet sind, die sie – im Sinne eines Orientierungsrahmens – mit alten humanistisch-aufklärerischen Begrifflichkeiten wie Humanität, Brüderlichkeit, Toleranz, Freiheit, Gerechtigkeit und Friedensliebe umschreiben.

Freimaurer bemühen sich darum, für diese Werte zeitgemäße Ausdrucksformen zu erarbeiten und auf dieser Grundlage an gesellschaftlichen Diskursen und moralischer Praxis auch außerhalb der Loge teilzunehmen. Die Dimensionen eines solchen, ja auch rituell begründeten Außenauftrags der Freimaurerei bedürfen freilich dringend einer weiteren Klärung.

Drittens:

Die Logen der Freimaurer bieten einen auf Symbole und Rituale gegründeten spirituellen Wahrnehmungs-, Handlungs- und Erfahrungsraum, in dem die Ziele und Ideen des Freimaurerbundes im Bewusstsein und im Habitus der Brüder verankert werden.

Das Ritual ist keineswegs die ganze Freimaurerei, doch es ist das, was Freimaurerei von anderen Bünden mit humanitärer Einstellung unterscheidbar macht. Was ist unser Ritual und was ist es nicht? Was müssen wir vom Ritual im Inneren bekräftigen und nach außen sagen, damit es nicht immer wieder von den Bilderwelten obskurer Mythen gleichsam aufgesogen wird?

Hierzu ein paar Stichworte, die mir am Herzen liegen:

Das Ritual lehrt durch Symbole und rituelle Handlungen und rundet so die soziale und diskursethische Praxis der Loge durch eine die Gesamtperson des Bruders erfassende und verändernde spirituelle Dimension ab. Initiationen, performatives Sprechen und Handeln sowie mimetisches Lernen sind hierbei die wesentlichen Elemente. Das Ritual lässt die Werte des Bundes, die Beziehungen der Brüder, die Chancen für die eigene innere Entwicklung sinnlich und emotional erfahren. Das Ritual öffnet das Bewusstsein des Maurers für ein Wahrnehmen bisher verborgen gebliebener Schichten der Persönlichkeit.
Dadurch vermittelt es nicht nur Denkanstöße, sondern es wird auch zum Medium der Selbsterfahrung und der Selbstentwicklung.

Allerdings: Das Ritual besitzt keinen Offenbarungscharakter, es vermittelt keine Heilslehren, und es hat keine magische Qualität. Schließlich und ganz deutlich: Das Ritual begründet keine Religion, und es sollte auch keine ersatzreligiösen Funktionen übernehmen.

Viertens schließlich:

Durch die Zusammenfassung der drei vorgenannten Elemente Freundschaft, Ethik und Ritual in einem auf einander abgestimmten Gesamtkonzept wird Freimaurerei zu einer Lebenskunst der Praxis. Freimaurerische Lebenskunst zielt darauf hin, zum Gelingen des Lebens beizutragen, nicht zuletzt durch ihre wesentliche Eigenschaft, Beziehungen herzustellen und Umgangsstile zu entwickeln: Stile des Umgangs mit sich selbst wie Selbstrespekt, Selbsterkenntnis und Selbstkritik; Stile des Umgangs mit anderen Menschen wie Mitmenschlichkeit und tolerantes Verstehen ohne Unterwerfung und Symbiose; Stile des Umgangs mit den Dingen der Welt wie Verantwortung übernehmen für Mitmenschen, Gesellschaft und Umwelt; schließlich Stile des Umgangs mit Transzendenz, was im Grunde genommen meint, im Hinblick auf letzte Fragen Frieden zu finden.

Die Logen sind vielmehr in erster Linie ethisch orientierte Freundschaftsbünde.

Insgesamt ist Freimaurerei nach meinem Verständnis somit keineswegs primär Kultgemeinschaft oder gar religiöse Vereinigung, wie dies gelegentlich postuliert wird. Die Logen sind vielmehr in erster Linie ethisch orientierte Freundschaftsbünde, in denen sich humanistische Gesinnung und humanitäre Praxis im Sinne einer auch im Alltag tauglichen Lebenskunst entfalten können.

Allerdings: Trotz aller Abgrenzung gegenüber der Religion war die Entwicklung der Freimaurerei von Anfang an in starkem Maße von religiösen Diskursen bestimmt. Und diese Diskurse müssen im Sinne notwendiger Klärungen und Festlegungen auch weiter geführt und zu einem klärenden Abschluss gebracht werden – und zwar sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext.

III.

Mir stellt sich das Verhältnis zwischen Humanistischer Freimaurerei und Religion – in fünf Thesen gefasst – folgendermaßen dar:

1. Freimaurerei ist eine ethisch orientierte Vereinigung und keine Religion, und sie will auch keinen Ersatz für eine Religion bieten, denn sie vermittelt kein Glaubenssystem und kennt weder sakramentale Heilsmittel, noch Theologie und Dogma.

2. Freimaurer haben keinen gemeinsamen Gottesbegriff. Die symbolische Präsenz eines „Großen Baumeisters aller Welten“ in ihren Ritualen darf nicht mit den verschiedenen Gottesverständnissen der Religionen verwechselt oder gar gleichgesetzt werden.

Freimaurerei ist offen für Menschen aller Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen und auch für Menschen ohne Glaubensvorstellungen im herkömmlichen Sinne.

3. Das Symbol des „Großen Baumeisters“ stellt das umfassende Symbol für den Sinn der freimaurerischen Arbeit dar und ist als solches vom Freimaurer zu respektieren. Denn ethisch orientiertes Handeln setzt die Anerkennung eines sinngebenden Prinzips, eines die Unverbindlichkeiten des Alltags transzendierenden „höheren Seins“ voraus, das – weltanschaulich bestimmt, oder empirisch gefunden – Verantwortung begründet und auf das die Ethik des Freimaurers letztlich rückbezogen ist. In diesem Sinne ist auch die Bibel im Kontext der Freimaurerei kein Buch der Offenbarung, sondern ein moralisches Symbol. Zugleich enthält die Bibel den Kernmythos des Bundes, den Bau des symbolischen Tempels der Humanität. Wenn die Bibel im Verlauf des Rituals aufgeschlagen wird, so sollte sie daher nach meinen Vorstellungen da aufgeschlagen werden, wo von Salomos Tempelbau die Rede ist (1. Könige, 2. Chronik).

4. Freimaurerei ist offen für Menschen aller Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen und auch für Menschen ohne Glaubensvorstellungen im herkömmlichen Sinne.
Ob Gläubige, Agnostiker oder Atheisten: Unabdingbar ist allerdings, dass sie als Freimaurer mit den im Diskurs gefundenen ethischen Überzeugungen und moralischen Prinzipien des Freimaurerbundes übereinstimmen und zu aktiver Wertschätzung seiner symbolisch-rituellen Ausdrucksformen fähig sind.

5. Die freimaurerische Tempelfeier ist kein Gottesdienst, andererseits ist Freimaurerei keine Institution des Kirchenkampfes. Aufgrund einer solchen Festlegung und Abgrenzung kann das Verhältnis zu den großen christlichen Kirchen entspannt und selbstbewusst entwickelt werden, zumal an zwei bedeutsame Gemeinsamkeiten von Freimaurerei und Kirchen zu erinnern ist: die gemeinsamen Wurzeln in der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte sowie die Verpflichtung zum ethischen Handeln, insbesondere zu praktischer Mitmenschlichkeit.

IV.

Unter den Prinzipien, die Humanismus und Aufklärung für die Gegenwart begründen, scheinen mir die folgenden sieben Grundüberzeugungen – in die Form von Postulaten gefasst – für die Freimaurerei unserer Großloge von besonderer Bedeutung:

1. Leben, Wohlergehen, Freiheit und Glück jedes einzelnen heutigen Menschen sind Ziel und Maßstab des individuellen wie des gesellschaftlichen Handelns.

2. Die Anerkennung der Menschenwürde anderer wie der eigenen Würde ist Grundbedingung menschlicher Kultur und Gemeinschaft.

3. Die Verantwortung für die Erhaltung der Welt sowie eine gerechte und nachhaltige Nutzung ihrer Ressourcen ist die Basis jeder moralisch begründeten Politik.

4. Das Getragensein von Empathie, Menschenliebe und natürlicher Solidarität ist unverzichtbare Grundlage einer zu innerem wie zu äußerem Frieden fähigen Welt.

5. Die Förderung der schöpferischen Kräfte des Menschen ist Grundlage dafür, die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und an der Gesellschaft voran zu bringen.

6. Denken und Handeln haben sich am Maßstab der Redlichkeit, Wahrheitssuche und Vernunft zu orientieren.

7. Schließlich: Es ist Fortsetzung von Aufklärung erforderlich, verbunden jedoch mit der Einsicht, dass erst eine reflektierte Vernunft und eine selbstkritische Aufklärung als tragfähige Grundlagen menschlicher Lebensführung und sozialer Gestaltungsprozesse taugen.

Diese sieben Orientierungen bestimmen nun freilich nur den Rahmen für freimaurerisches Denken und Handeln – und zwar sowohl innerhalb der Loge als auch im Öffentlichen Raum. Diesen Rahmen gilt es im Diskurs der Brüder zu füllen, und auch hierzu mag das von Lessing empfohlene „Laut denken mit dem Freunde“ eine vorzügliche Methode sein.

Die Allgemeinheit der vorgeschlagenen freimaurerischen Wertsetzungen darf nicht irritieren, auch nicht die Tatsache, dass die Freimaurerei diese Werte nicht selten mit anderen Gruppen teilt.

Das Spezielle im Freimaurerbund ist die Methode der Umsetzung.

Dabei kommt neben dem menschlichen Miteinander in der Loge vor allem dem brüderlichen Gespräch große Bedeutung zu. Ein solcher Diskurs soll Möglichkeiten schaffen, sich zu informieren, sich zu orientieren, eigene persönliche und freimaurerische Identitäten zu entwickeln und sich gemeinsam aus Vorurteilen heraus zu denken.

Die Ethik der Freimaurerei ist Einübungsethik – gewiss, so hat Br. Klaus Hammacher sie überzeugend begründet. Die Ethik der Freimaurerei ist aber auch Gesprächsethik, und in dieser Eigenschaft ist sie als Mittel des Zusammenhalts unverzichtbar in der auseinanderdriftenden Gesellschaft der Gegenwart. Und wenn Freimaurerei – mit Lessing gesprochen – auch heutzutage „nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges“ sein will, dann ist sie es vor allem in der Qualität des die Menschen berührenden und verbindenden Gesprächs.

Das Spektrum der Bereiche, die wir zu erörtern haben, hat sich dabei beträchtlich erweitert, denn unsere Gesellschaft – so Altbundespräsident Gauck in seiner letzten Ansprache –, „ist sehr viel heterogener geworden – politisch, kulturell, religiös, ethnisch und auch in Hinsicht auf die Anerkennung sexueller Orientierung“.

V.

Wir stehen in der Tradition des Humanismus, aber auch in der Tradition der Aufklärung. Und wollen wir diese „zweite“ Tradition ernst nehmen, so muss zu den notwendigen humanistischen Einstellungen der Freimaurerei auch die Verpflichtung zu einer reflexiv-aufklärer-ischen, skeptisch-kritischen Haltung hinzukommen, in der sich die Kritik von Fakten und Verhältnissen mit Selbstkritik verbindet.

Eine solche Einstellung fällt nicht leicht.

Doch auch hier kann an Traditionen der „alten“ Aufklärung angeknüpft werden, an die Warnung Kants vor Faulheit und Feigheit beim Denken etwa, oder an die vom „Neuaufklärer“ Karl Raimund Popper empfohlene Einsicht, dass zur Lösung vieler Probleme eine Einstellung gehört, die Kritik eigener Positionen mit Kompromissbereitschaft verbindet.

Die Logengruppe kann – wenn es gut geht – die Qualität eines „Publikums“ entwickeln, die Kant folgendermaßen beschrieben hat: „Es ist … für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten, … daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich.“

„Ein Publikum, das sich selbst aufklärt“ – wäre es nicht vorbildlich heutzutage, wenn wir uns als Freimaurer so beschreiben und öffentlich glaubhaft machen könnten?

Für „Publikum“ sagen wir heute gern auch Öffentlichkeit, und die von Kant angeregte Freiheit des öffentlichen Vernunftgebrauchs wäre dann die Freiheit der Kommunikation in einer offenen Gesellschaft; und beides – Vernunft und Freiheit – ist genau das, was alle totalitären Regime und autoritären Machthaber bis in unsere Tage als erstes behindern und zu zerstören versuchen.

Verantwortung dafür, dass dies nicht geschieht, tragen auch die Freimaurer. Einmal haben sie historisch versagt, ein zweites Mal darf dies nicht geschehen.

Mit seiner ethischer Orientierung und seinen auf Aufklärung und Moral gerichteten Diskursen befindet sich der Freimaurer an der Schnittstelle zwischen Freimaurerei und Gesellschaft, und es ist zu vermuten, dass es gerade die Art und Weise ist, wie die Freimaurer heute mit dieser Schnittstelle zwischen Drinnen und Draußen umgehen, von der die Zukunft des Freimaurerbundes abhängt:

Wer öffentlich ernst genommen werden will, muss selbst das Öffentliche ernst nehmen.

Viele Diskurse aus Vergangenheit und Gegenwart, viele programmatische Dokumente und nicht zuletzt auch viele Rituale weisen ja tatsächlich darauf hin, dass der Freimaurer auch außerhalb der Loge ethisch zu handeln und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen hat. Wie heißt es doch am Ende der Arbeit: Geht hinaus in die Welt und bewährt euch als Freimaurer!

Ebenso alt wie die Suche nach einer verantwortlichen Freimaurerei ist nun freilich auch die Suche nach den geeigneten Formen, diese Verantwortung im öffentlichen Raum wahrzunehmen. Ich gehe davon aus, dass eine doppelte Verantwortung existiert: die des einzelnen Freimaurers und die der Freimaurerei als Gruppe. Und wenn gefragt wird, wen die Herausforderungen der Zeit als Handlungsauftrag angehen, sollte die Antwort lauten: beide, aber auf verschiedene Weise.

Einfach im Prinzip, wenn auch mühsam in der Durchführung, ist die Sache für die einzelnen Mitglieder des Bundes. Der einzelne Freimaurer kann und soll sich engagieren, wo und wie es seiner an humanistischen Wertvorstellungen orientierten konkreten sozialen und politischen Philosophie entspricht.

Was bleibt der Freimaurerei als Gruppe, was bleibt etwa einer Loge oder der Großloge?

Es bleibt die gemeinsame Aktion da, wo alle Brüder übereinstimmen, weil die Werte des Freimaurerbundes so gründlich in Frage gestellt werden, dass es keinen „Bund der Ungleichgesinnten“ mehr geben darf – bei Rassismus vor allem, bei völkischem Nationalismus und bei fundamentalistischer Gewalt. Es bleibt das Forum der Loge für das Gespräch der Brüder über die Probleme der Gesellschaft, über politische, moralische und soziale Fragen, über Möglichkeiten und Pflichten in der Welt. Es bleibt die Loge als Forum toleranter Auseinandersetzungen im Leben ihrer Stadt, da wo es um die Lösung örtlicher Probleme geht. Da kann sie Plattform sein für das Benennen menschlicher Missstände und für die Suche nach konstruktiven Ansätzen, diese Missstände zu überwinden. Es bleibt das Gespräch mit der Öffentlichkeit, vor allem mit den Menschen, die zu uns kommen, weil sie die gleiche Wertorientierung haben wie wir selbst, und weil sie sich für die Art und Weise interessieren, wie Freimaurer die Welt sehen und ihren Platz in ihr suchen. Und es bleibt das Gespräch in der Öffentlichkeit, in dem wir uns selbst zu Wort kommen lassen, denn gerade heutzutage gehört auch die Freimaurerei in den Öffentlichen Raum.

Logen können sich als Gruppen engagierter Bürger aber auch selbst manch brennendem sozialen Problem annehmen. Die Zahl der Aufgaben ist Legion. Eine neue und akute ist die Eingliederung der zu uns kommenden und bei uns bleibenden Flüchtlingen und Migranten aus anderen Ländern.

Hier zu helfen, hier Toleranz einzufordern, wäre eine Aufgabe, die den Brüdern das Gefühl gemeinsamer Verantwortung vermittelt und zudem der Öffentlichkeit zeigt, dass Freimaurer nicht nur schöne Lieder und Reden, nicht nur gehaltvolle Diskurse, sondern auch praktische Hilfe anzubieten haben. Doch bei einem muss es bleiben: Freimaurerei ist keine politische Aktionsgruppe. Wer meint, aus einer freimaurerischen Vereinigung eine parteiische Gruppierung machen zu können, riskiert, dass sich die Freimaurerei in konkurrierende Fraktionen auflöst und der Bund schließlich gänzlich zerfällt.

VI.

Zum Schluss: Freimaurerei kann vieles sein und ist auch in der Geschichte des Bundes vieles gewesen: Freimaurer können sich primär für Geselligkeit und Brauchtumspflege, für Königliche Kunst als Spiel entscheiden – dann allerdings dürfen sie nicht gleichzeitig mit klingendem Spiel unter den Bannern von Toleranz, Humanität und Brüderlichkeit paradieren. Freimaurer können den Sinn ihres Bundes vorrangig in der Welt des Rituellen suchen und durch die Hierarchie der Grade klettern – dann allerdings hätten sie sich davor zu hüten, dem Typus der esoterischen Sekte allzu nahe zu kommen. Es steht den Freimaurern auch offen, den häufig zu weiten Mantel ihrer ethischen Ansprüche zu verkleinern – dann freilich droht biedermännische Bedeutungslosigkeit.

Freimaurer können sich aber auch darum bemühen, durch mehr konzeptionelles Profil und eine überzeugende Praxis in diesen weiten Mantel selbst gesetzter Ansprüche hineinzuwachsen – das wäre ein Weg, der den Traditionen von Humanismus und Aufklärung entspräche.

Die Baustellen, auf denen Brüder und Logen zu wirken hätten, lassen sich leicht benennen: Wir selbst als Menschen gehören dazu, die wir uns mit Fleiß und Ausdauer um Erwerb und Entwicklung wahrhaft freimaurerischer Eigenschaften zu bemühen haben; die Loge gehört dazu, damit sie nicht nur in unseren Reden, sondern auch in der Wirklichkeit zur Heimat brüderlicher Gesinnung wird, zum Werkraum für humanitäres Handeln und zur sicheren Stätte für alle, die Wahrheit suchen; unsre freimaurerische Konzeption gehört dazu, damit die Tradition von Humanismus und Aufklärung in ihrer heutigen Bedeutung und Lebenskraft zu erkennen ist und nicht immer wieder von obskuren Mythen überlagert wird; unser Wirken in der Gesellschaft gehört dazu, damit die Bedeutung unseres Bundes nicht nur als kulturelles Erbe geschätzt wird, sondern auch als Gestaltungsfaktor der Gegenwart erkennbar ist, und unser Ritual gehört dazu, damit es in seiner besonderen Eigenschaft als spiritueller Erfahrungsraum auch in einem säkularen Umfeld verstanden werden kann, und nicht mit Religion oder, schlimmer noch, mit obskuren Mythen verwechselt wird.

Auf alle Fälle müssen Freimaurer redlich sein und sagen, was sie sind und was sie wollen.

Veranstaltungen wie diese können dazu beitragen, unseren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie sind aber auch dazu da, Impulse und Kritik von außen aufzunehmen und für eine dynamische Weiterentwicklung des Freimaurerbundes zu nutzen. Die Freimaurerei braucht intellektuelle Auseinandersetzung wie die Luft zum Atmen. In der Tradition von Humanismus und Aufklärung finden wir gute Grundlagen dafür, uns den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

Wir müssen allerdings den Mut zum Konkreten haben, den Mut zu einer neuen freimaurerischen Erzählung und den Mut zu überzeugender humanitärer Praxis. Wir müssen mehr sein wollen als ein Museum unserer selbst! Wir liegen ja nicht neben der Zeit und wir liegen auch nicht hinter der Zeit. Wir stehen in der Zeit. Und wir können darauf vertrauen, dass sie aktuell ist und lebensfähig, unsere gute alte Freimaurerei.

Einerseits gibt es auf der „Angebotsseite“ viele ermutigende Entwicklungen: Viele Brüder lieben ihren Bund, und viele Logen arbeiten gut, ja ausgezeichnet; das Bewusstsein für die Problembereiche der Freimaurerei nimmt innerhalb des Bundes zu; das Bemühen der Großloge um Profil und öffentliche Präsenz ist deutlich wahrnehmbar; wir haben eine Zeitschrift, die zu lesen Freude macht; die Internetpräsenz der Großloge überzeugt durch die Qualität der Darstellung und die Reichhaltigkeit der Information, was auch für viele Homepages der Logen gilt; die Internationale Zusammenarbeit auf Logen- und Großlogenebene intensiviert sich; Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit wird dichter und wirkt sich auf den Feldern Politik, Kultur und Wissenschaft positiv aus; es gibt ein ansteigendes publizistisches Interesse und schließlich wirkt die Freimaurerei der Frauen als positive Flankierung unserer eigenen Arbeit.

Was andererseits die „Nachfrageseite“ betrifft, das Interesse an der Freimaurerei und der Mitgliedschaft in ihr, so zeigen Beobachtungen und Analysen doch immer wieder: Menschen suchen auch, ja gerade heutzutage Freundschaft, Einbindung und Orientierung; Menschen interessieren sich für Werte, Aufklärung und intelligenten Diskurs; Menschen wollen ihre persönlichen Verantwortungen überdenken; Menschen sind aufgeschlossen für symbolische und rituelle Erfahrungen; Menschen wollen teilhaben an besonderen, gruppengeschützten und gruppengestützten Erfahrungsmöglichkeiten für gesellige Kultur und Lebenskunst.

Insgesamt: Es gibt sie doch, die Sehnsucht nach Nachdenklichkeit, nach Kontemplation, nach Langsamkeit, nach einem anderen, weniger hektischen Begriff von Zeit, kurz nach Strukturelementen der Freimaurerei.

Handeln wir auf der Grundlage unserer neu durchdachten Fundamente, machen wir uns klar, dass der raue Stein nicht nur ein treffliches Symbol unserer selbst, sondern auch unseres Bundes ist, bemühen wir uns darum, unser Erbe kreativ zu erwerben, dann dürfen wir hoffen, dass uns auch in Zukunft manches gelingt und dass wir Freude haben können an der Freimaurerei.

Doch gewiss: Oft werden wir auch scheitern. Das war in der Vergangenheit so, und das wird auch in der Zukunft so bleiben. Der raue Stein, den wir immer wieder aufs Neue bewegen müssen, mag auf uns zurückrollen wie der berühmt-berüchtigte Stein des Sysyphos.

Doch selbst dann wäre ja nicht alles verloren, denn es bliebe immerhin die Möglichkeit, Albert Camus’ Rat zu befolgen, und nicht zu verzweifeln, sondern uns Sisyphos – der es wenigstens immer wieder versucht hat – als einen glücklichen Menschen vorzustellen.

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Erwiderung von Uwe Tellkamp zum Kulturpreis

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Ein Plädoyer für eine freie Rede ohne Vorurteile und Scheuklappen: Uwe Tellkamps Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland in Dresden am 25. Mai 2017.

„Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen!

Ich habe bewusst kein Manuskript vorbereitet, um etwas zu ermöglichen, was mir hoffentlich gelingen wird, nämlich eine Konfrontation mit dem rauen Stein. Ich habe überlegt, worüber ich sprechen soll und möchte etwas zu Dresden sagen, die Stadt in Schutz nehmen vor aktuellen Angriffen, die über sie im Umlauf sind.

Ich danke Herrn Kaube für seine tiefgründige Laudatio, ich bin sehr dankbar und überrascht: Endlich gelingt einmal eine Würdigung, die nicht darauf hinausläuft, ob es sich so abgespielt hat oder nicht, wie ich es in meinen Büchern beschrieben habe, ob der Mann Recht hat oder nicht, ob er uns passt oder nicht, ob die Frisur passt oder nicht, ob wir das mit unseren Überlegungen vereinbaren können. Es ist vielmehr eine Laudatio, die genuin mit literarischen Mitteln gearbeitet hat, die sich damit auseinandersetzt, was sprachlich möglich ist, was einen Autor wirklich interessiert, was darstellbar ist, was den Autor unterhalb der stofflichen Ebene interessiert. Ich möchte auch dem Pianisten, Ingo Dannhoff, für seine virtuose Begleitung danken. Und Ihnen natürlich, dass sie mir diese Ehre zuteilwerden lassen, im 300. Jahr des Bestehens der modernen Freimaurerei.

Mich interessieren Geschichten, sprich Handlungsverläufe, Seinszusammenhänge, beispielsweise die Geschichte eines Menschen, der sich vor ca. 25 Jahren engagiert hat in der Bürgerbewegung der DDR und der meinte, jetzt breche er zu neuen Ufern auf, jetzt dämmere die Sonne einer Freiheit im Kopf. Mit diesem Glauben und mit diesem Idealismus – ein Stichwort, das Ihnen vertraut ist – hat dieser Mann sein Bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ein unfassbar überwältigendes System scheinbar zusammengebrochen ist. Die Arbeit, der Mut, die es braucht, sich als Einzelner, als Familienvater gegen diese Staatsmacht zu stellen, kann man nicht hoch genug einschätzen. Nun sehe ich diese Geschichte jedoch im Zusammenhang: Ich sehe sie bis heute, ich sehe denselben Mann, dieselbe Frau mit ihrem Engagement irgendwo in der zweiten Reihe, in der Politik versandet, die Ideale gebrochen, das Programm heißt Desillusionierung, und die Freiheit ist nicht die, von der man träumte, sondern man erwachte in Nordrhein-Westfalen, um ein vielzitiertes Wort zu wiederholen.

Es sind diese einzelnen Geschichten, beispielsweise auch die eines Richters oder eines Rechtsanwaltes, der angetreten ist, irgendwann einmal etwas für Gerechtigkeit zu tun. Auch wenn man gleich einwendet: Recht und Gerechtigkeit sind zweierlei, Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Dieser Rechtsanwalt und dieser Richter muss sich dann mit den Maßgaben seines Chefs, seines Justizministers auseinandersetzen, der es tatsächlich fertigbringt, ureigene Aufgaben des Staates, des Rechtswesens, der Judikative auszuhebeln. Das kann man dann sacken lassen und aus der Ferne betrachten.

Mich interessiert die Geschichte eines Menschen, der sich für Worte interessiert. Mich interessieren Geschichten von Menschen, die in einer der vier Gewalten stehen. Die vierte Gewalt sind die Medien, wobei man von den Medien gar nicht sprechen kann, sondern von einigen. Man muss auch wissen, dass es in jedem Betrieb und in jeder Konglomeration Geister gibt, die dagegen stimmen, aber kaum erkennbar sind, weil sie sonst Probleme bekommen. Aber diese vierte Gewalt macht sich heute auf und meint, Politik mitbestimmen zu müssen. Da ist ein gewisser Ehrgeiz dabei. Es werden Dinge verschwiegen, aber sie werden gar nicht verschwiegen, das bildet man sich nur ein. Es werden Helligkeits- und Dunkelheitskategorien vergeben. Wobei die Dunkelheit interessanterweise im Osten verortet wird. Und es werden Verbiegungen, Mechanismen, Talkshows mit Ein- und Ausladungspolitiken betrieben, die mich erschüttern und die diese Figur erschüttern, über die ich schreibe, weil sie sie an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Und diese Figur fragt sich, ob man mittlerweile in einer DDR 2.0 lebt – und wenn ja, warum. Und wie das Internet, als ein Medium der Freiheit, zu einem Medium des Hasses geworden ist. Aber der Hass, der darin vorkommt, wird unterschiedlich definiert. Wer bestimmt darüber, wer verfolgt das? Eine Mitarbeiterin der Staatssicherheit zum Beispiel, in einer Stiftung, deren Name ich nicht nennen muss.

Diese Dinge treiben mich um als Autor, als politischer Mensch, der ich auch bin. Als einer, der am rauen Stein seines Selbst arbeitet.

Der Schriftsteller Heimito von Doderer, den ich sehr schätze, hat alle seine Werke in den Skat gedrückt mit der sinngemäßen Aussage: „Mein wichtigstes Werk war ich selbst, meine eigene Dummheit loszuwerden.“

Und mich fasziniert, wie diese Dinge zustande kommen, wie der raue Stein zu einem glatten wird. Was aus unseren Gemeinden, aus unserer Politik, aus unserem Land, aus unseren Bürgern wird.

Über diese Dinge müssen wir diskutieren, auch frei. Freie Diskussion, das ist auch ein Stichwort, das mich mit ihnen verbindet: vorurteilsfreie, angstfreie, scheuklappenlose Diskussion. Man findet diese kaum. Vieles wird verschwiegen, beiseite gedrückt, überredet, überschrieben, wie das Überschreiben einer Diskette. Es kommen vertraute Mechanismen zurück: Beeinflussung, Umdefinierung: „Du bist kein Widerständler, sondern wir müssen dir helfen.“ Das war übrigens der wichtigste Satz der Staatssicherheit. Das treibt mich um.

Einer sucht vielleicht den Anderen, einer ist vielleicht der Andre. Und ich hoffe, dass es uns gelingen kann, abseits von Vorurteilen und persönlichen Prägungen, die natürlich auch immer Vorurteile sind und die zu Scheuklappen führen, dass es uns gelingen kann, diese grundlegenden Dinge zu erhalten: Toleranz, Freiheit, das Kant’sche „sapere aude“, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Dass es uns gelingt, die Dinge so hinzubekommen, dass wir in einem gedeihlichen Miteinander leben. Alle anderen Fragen sind danach zu klären, denn das sind die Grundlagen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für den Mut, den Autor Tellkamp mit ihrem Preis auszuzeichnen. Ich bin nicht überall gelitten, ich bin kein bequemer Zeitgenosse, mir selbst gegenüber und meinen Nächsten oft genug nicht. Ich bedanke mich dafür, dass sie die Freundlichkeit besessen haben, so freundlich zu mir zu sein.“

(Transkript von Bastian Salier)

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Interview mit dem Kulturpreisträger Uwe Tellkamp

Uwe Tellkamp, Schriftsteller und Preisträger des Kulturpreises der Deutschen Freimaurer 2017

Uwe Tellkamp, Schriftsteller und Preisträger des Kulturpreises der Deutschen Freimaurer 2017

Am 26. Mai wurde im Rahmen des diesjährigen Großlogentreffens der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland der Kulturpreis Deutscher Freimaurer an den Dresdner verliehen. Der Großmeister, Br. Stephan Roth-Kleyer, überreichte Uwe Tellkamp in einer Feierstunde mit 280 Gästen den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Dresdner Stadtmuseum.

Klare Worte und eine faszinierende Sprache: Uwe Tellkamp ist spätestens mit seinem Monumentalwerk „Der Turm“ in die Liga der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart aufgestiegen. Bastian Salier und Carlos Urban trafen sich im Vorfeld mit dem Preisträger, um mit ihm über seine Arbeit und mögliche Parallelen zur Freimaurerei zu sprechen.

Herr Tellkamp, herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer. Was war Ihre Reaktion, als Sie davon erfuhren?

Es ist ein Preis, der in einer für mich schwierigen persönlichen und beruflichen Situation von ganz unerwarteter Seite kommt. Er bedeutet mir vor allem aufgrund der Galerie, in die man damit gestellt wird, wirklich sehr viel. Sich mit Yehudi Menuhin, Gidon Krämer und Kurt Masur gewissermaßen in einer Linie wiederzufinden ist eine riesige Ehre, die auch Druck bedeutet. Das hat mich ein bisschen erschreckt und ich habe den Preis deshalb mit Skepsis angenommen und auch gefragt: Wissen Sie wirklich, was Sie da tun? Ich musste schon lange nachdenken, ob es überhaupt statthaft ist, diesen Preis mit gutem Gewissen anzunehmen. Dieser Galerie muss man sich ja würdig erweisen. Und ich habe das Gefühl, das ist noch nicht der Fall. Ich habe ein Buch geschrieben, das ein gewisses Aufsehen erregt hat, aber das ist noch zu wenig. Ich arbeite am nächsten, das gestaltet sich schwierig.

Abgesehen davon, dass Sie ja nicht nur ein Buch geschrieben haben, sondern bereits seit 30 Jahren mit ihrem literarischen Schaffen wichtige Themen bearbeiten und für gesellschaftlichen Diskurs sorgen, scheint in der Tat eine der meistgestellten Fragen an Sie zu sein: Wann wird der nächste, schon lange angekündigte Roman – eine Art Fortsetzung des „Turms“ – erscheinen?

Die gesellschaftlichen Zustände und Fragestellungen ändern sich laufend, das macht es so schwierig. Ich habe irgendwann gemerkt, es wird kein Buch, sondern es ist ein Projekt. Ich hoffe, dass der erste Teil im Herbst 2018 erscheinen kann. Viele Fragen treiben mich um, aber es macht auch Spaß, Antworten zu suchen.

Was verbindet Sie mit der Freimaurerei?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher nur sehr bruchstückhafte Vorstellungen davon hatte. Ich kannte die Szene aus Tolstois „Krieg und Frieden“, in der auch Rituale beschrieben werden. Das fand ich faszinierend. Ansonsten kannte ich nur die gängigen Klischees. Als ich erfuhr, dass ich diesen Preis bekomme, habe ich natürlich viel gelesen darüber. Mich fasziniert dieses Symbol von der Arbeit am rauen Stein der Persönlichkeit, das ist auch für jeden Autor eine Grundlage des Schaffens, über die man nicht so gerne spricht. Das Prinzip des Bauens an einem Gebäude, das mit mir zu tun hat, aber das viel größer ist als ich, hat mich am stärksten angesprochen. Bei den mittelalterlichen Dombauhütten wusste jeder Beteiligte: Das übersteigt mich, das übersteigt selbst meine Zeit, aber ich arbeite daran.

Sie sehen Ihre Kunst als Behauen des eigenen rauen Steins, wie funktioniert das in der Praxis?

Die Freimaurer sind verschwiegen und auch ich rede nicht so gerne über die Grundlagen meiner Arbeit. Man stellt sich Fragen, permanent: Für wen und warum machst du das, was du da tust, für wen ist das gut? Der von mir sehr geschätzte Schriftsteller Heimito von Doderer, übrigens ein Verwandter Ihres stellvertretenden Großmeisters Peter Doderer, sagte einmal sinngemäß: „Ich habe viele dicke Bücher geschrieben, aber meine eigentliche Aufgabe im Leben war es, von meiner eigenen Dummheit wegzukommen.“

Meine Erfahrung ist: Jedes Ergebnis der schriftstellerischen Arbeit ist vorläufig oder ungenügend.

Sie sind im legendären Dresdner Villenviertel „Weißer Hirsch“ großgeworden, einer Gegend mit großbürgerlicher Prägung. Da fällt es schwer zu glauben, dass Sie nie mit Freimaurerei in Berührung gekommen sind. Gerade dort hat es vor der Nazizeit viele Freimaurer gegeben. War dieser Geist überhaupt nicht mehr lebendig, als Sie in den 60er, 70er Jahren dort aufgewachsen sind?

Nicht, dass ich wüsste. Es kann natürlich sein, dass ich Kontakt hatte, ohne es zu wissen. Aber wenn, dann ist das nicht thematisiert worden. Der „Weiße Hirsch“ war damals eine Art Biotop. Es gab diese Mittags- und Abendbrottische, wo in der Verwandtschaft überaus offen miteinander geredet wurde, wo sich viele Menschen getroffen haben, die in dem System der DDR durchaus in leitenden Stellungen tätig waren. Wir hatten Ingenieure, Eisenbahner, Betriebsdirektoren, Stasispitzel – alle an einem Tisch und jeder erzählte von seinen Erfahrungen in diesem Land. Das hat alle umgetrieben. Es kann natürlich sein, dass der eine oder andere mit maurerischen Gedanken dabei war. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass ich jemanden getroffen hätte, der sagte: Ich war oder ich bin Freimaurer.

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Ihre Kunst fußt darauf, dass Sie in zwei unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen gelebt haben und leben, und sie profitiert davon. Werten Sie es als Vorteil, genau dies erlebt zu haben?

Ja, denn der Blick wird ein anderer. Man hat ein System untergehen sehen, das sich als ewig verstand. Ich habe als junger Mensch ein System erlebt, das von sich behauptete, es sei die beste aller möglichen Welten oder arbeite zumindest daran, dies zu werden. Und ich habe erlebt, wie bei immer mehr Menschen daran Zweifel aufkamen, wie diese Zweifel begründet wurden, immer weitere Kreise zogen, wie der Graben zwischen Anspruch und Realität immer weiter auseinanderklaffte und wie am Ende eine Massenbewegung entstand, die sich gegen das System gestellt hat.

Auswirkungen davon sehen wir immer noch, obwohl schon fast dreißig Jahre seitdem vergangen sind.

Mir persönlich ist vor allem die grundlegende Skepsis gegenüber politischen Verheißungen geblieben. Die Skepsis gegenüber Selbstgewissheiten, die überheblich klingen und eine mangelnde Bereitschaft zu kritisieren, zu hinterfragen und nachzudenken entstehen lassen. Und wir stehen wieder an einer solchen Schwelle. Wir haben heute enorme Probleme, wir müssen an der Gesellschaft arbeiten, es sind viele Dinge faul in diesem Land. Es steht vieles in Frage und wir müssen uns diesen Aufgaben stellen. Das Aufwachsen in einem untergegangenen System hat meinen Blick dafür geschärft.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Menschenliebe: Sind diese Werte noch zeitgemäß und lohnt es sich, für sie einzutreten?

Uns bleibt nichts weiter übrig. Wenn wir nicht wollen, dass wir uns alle gegenseitig den Kopf einschlagen, dann bleibt uns nichts weiter übrig. Was ist denn die Grundlage des Lebens? Miteinander umzugehen, Gewalt zu vermeiden, Kriege zu vermeiden! Man muss vielleicht heutzutage wieder mehr reden. Das hat mit „Gutmenschentum“ nichts zu tun, wie gerne behauptet wird.

Wenn man den Titel Ihres Hauptwerkes „Der Turm“ als Metapher für die „babylonische Sprachverwirrung“ versteht, die in jener Zeit herrschte, die Sie beschreiben: Würden Sie also sagen, wir erleben auch heute wieder eine solche Zeit, in der Begriffe missbraucht, bewusst oder unbewusst falsch verstanden werden und in der die gesellschaftlichen Gruppen aneinander vorbeireden?

Das hat mich, ehrlich gesagt, sehr überrascht. Für mich ist ein Buch dann gültig, wenn es eine grundlegende menschliche Eigenschaft thematisiert. „Der Turm“, der viele Mängel hat, erfasst etwas Grundlegendes: Wie geht eine Gesellschaft, die sich auf eine bestimmte Art und Weise versteht, mit einer Gesellschaft um, die sich auf ganz andere Weise versteht. Dieses Sprechen in offiziellen und in inoffiziellen Worten, wie wir es heute wieder haben – das kommt mir sehr bekannt vor.

Ein Kritiker hat mal gesagt: „Der Turm“ sei schlecht, er trage nichts zur Gegenwart bei. Ich glaube, er irrt sich.

Auch die noch immer schwelenden Unterschiede zwischen Ost und West, die verschiedenen Sprachen, die man heute noch teilweise in dem einst geteilten Deutschland spricht, tragen dazu bei?

Ich würde mir wünschen, dass diese Ossi-Wessi-Teilung befruchtend wirkt, indem man lernt, Unterschiede als Konfliktstoff, der einen voranbringt, wahrzunehmen. Im Augenblick habe ich aber den gegenteiligen Eindruck, dass es als spaltend wahrgenommen wird und dieser längst überwunden geglaubte Diskurs erneut herhalten muss: „Im Osten liegt Dunkeldeutschland, die sollen doch erst mal lernen zu arbeiten, wir finanzieren euch!“ All diese Dinge flammen gerade wieder auf.

Vielleicht wird das für die Generation unserer Kinder irgendwann keine Rolle mehr spielen. Aber dann wird es neue, andere Konflikte geben. Vielleicht zwischen denen, die schon lange hier leben, und denen, die neu hier sind. Das ist dann eben keine Ossi-Wessi-Debatte mehr, sondern eine Nord-Süd-Debatte. Plötzlich sind neue Kulturen hier, mit denen umgegangen werden muss, wobei man sich fragt: Wie integrieren wir die, wie kann das funktionieren? Ist einer, der die deutsche Sprache beherrscht, schon automatisch Deutscher? Das wird zu wenig diskutiert. Es wird auch zu wenig darüber diskutiert, wo vielleicht unangenehme Meinungen auch Recht haben könnten.

Wäre das ein Arbeitsfeld für die Freimaurer mit ihren aufklärerischen Werten – im Sinne von Bildung und Diskursfähigkeit? Würden Sie den Freimaurern raten, sich hierfür mehr aus ihrer Deckung zu wagen oder ist deren Zurückhaltung in gesellschaftlichen Fragen der richtige Weg?

Mir persönlich ist das sehr sympathisch, dass jemand verschwiegen ist und nicht die landläufige Meinung teilt, dass alles in die Talkshows getragen werden muss. Ich bin nicht der Meinung, dass nur derjenige wahrgenommen wird, der in den Medien vorkommt.

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat 2015 bei der Verleihung des Stresemann-Preises der Deutschen Freimaurer genau das Gegenteil gefordert. Er sagte: „Tun Sie weiter Gutes und reden Sie drüber.“ Wir diskutieren das bei uns ja sehr unterschiedlich.

Das würde ich differenzieren. Über gute Taten zu reden ist legitim. Wenn man etwas Gutes tut und darüber redet, hat dies natürlich auch eine Vorbildwirkung und ist vollkommen in Ordnung. Aber wenn ich fordere: In jeder Talkshow muss jetzt ein Freimaurer sitzen, der über die freimaurerischen Werte zu sprechen und Überzeugungsarbeit zu leisten hat, dann hielte ich das für falsch.

Gerade diese Verschwiegenheit der Freimaurer zieht ja auch viele Leute an und vielleicht sogar die Richtigen. Da muss man Vertrauen haben, die Richtigen kommen schon.

Wird Freimaurerei im Osten aufgrund ihrer Absenz zu DDR-Zeiten noch kritischer gesehen als im Westen?

Das glaube ich schon. Die Generation, die jetzt an den Schaltstellen sitzt, im Beruf aktiv ist, die ist ja noch wesentlich vom Schulunterricht der DDR geprägt. Wir haben über Freimaurerei nichts erfahren. Über das Judentum übrigens auch nicht. Es kam einfach nicht vor. Antifaschismus haben nur Kommunisten betrieben, wurde uns beigebracht. Das ist insofern auch wieder eine Aufklärungsfrage.

Und dann muss man auch berücksichtigen, dass ein Großteil der bürgerlichen Schicht vertrieben und madiggemacht wurde: Es sind im Laufe der Jahre 3,5 Millionen Menschen von hier in den Westen gegangen. Und das waren vor allem die kritischen Geister, die jede Gesellschaft braucht. In Polen und in Ungarn sind diese Schichten geblieben. Deshalb waren die dortigen Revolutionen auch intellektuelle Revolutionen. In der DDR war sie das nicht. Da gab es Bürgerrechtler, Pfarrer und Arbeiter. Intellektuelle waren die Ausnahme. Die Intellektuellen, die dablieben, waren für die DDR. Die „Biermann-Typen“ hat man rausgeekelt. Das ist genau die Schicht, die hier fehlt. Und zwar bis heute.

Deshalb ist es für mich erstaunlich, dass „Der Turm“, der ja nun gerade in diesem rudimentären bildungsbürgerlichen Umfeld spielt, so ein Erfolg geworden ist. Das war eine kleine privilegierte Elite, die mit dem Alltag des einfachen DDR-Bürgers nur wenig zu tun hatte.

Das glaube ich nicht, denn im Westen sind diese Debatten, die der Roman schildert, ja auch geführt worden. Allerdings 20, 30 Jahre zuvor. Mir haben Hamburger geschrieben: „Was Sie da erzählen, ist meine Jugend in Altona gewesen, nur eben zeitversetzt“. Das persönliche Erleben war ähnlich.

Sie haben – neben vielen anderen Preisen natürlich – 2009 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten. Damals wurden Sie gefragt, ob Sie der CDU nahestehen. Bereiten Sie sich jetzt darauf vor, jedem Journalisten zu erklären, dass Sie gar kein Freimaurer sind?

Nein, das muss ich nicht, denn ich finde, der mögliche Vorwurf einer Vereinnahmung würde hier überhaupt nicht greifen. Die Freimaurer sagen ja auch dezidiert, dass sie nicht politisch agieren. Und wenn man sich die Liste der Preisträger ansieht, dann merkt man sehr schnell, dass die Freimaurer sich ihre Preisträger nicht danach aussuchen, ob sie zu ihnen zu passen scheinen.

Aber die Klischees über Freimaurerei sind immer noch weit verbreitet.

Vielleicht kriege ich Probleme mit der Kirche, aber wir haben in Dresden ungefähr 2.500 Katholiken, das halte ich aus.

Sie haben in Ihrem Buch „Die Schwebebahn“ Dresden aus sehr persönlicher Sicht geschildert und für den Leser erkundet. Was sollte ich mir als Besucher, der etwas Zeit mitgebracht hat, auf jeden Fall ansehen?

Dann würde ich Ihnen tatsächlich die Schwebebahn empfehlen. Dort gibt es den Turm, da kann man auf die Aussichtsplattform und Sie haben einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt. Und einen Kaffee gibt es auch noch.

Herr Tellkamp, vielen Dank für das Gespräch.

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Kulturpreis der Freimaurer an Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Am 25. Mai 2017 verlieht die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland den Kulturpreis Deutscher Freimaurer im Dresdner Landhaus (Stadtmuseum) an den Schriftsteller Uwe Tellkamp.

Der Preis wird seit 1980 in unregelmäßigen Abständen an Personen vergeben, die besondere kulturelle Leistungen oder Engagement erbracht und dabei humanitäre Werte im Blick haben. Frühere Preisträger waren unter anderem Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopelew, Otmar Alt, Hans Küng und zuletzt im Jahre 2012 Kurt Masur.

1968 in Dresden geboren, wuchs Uwe Tellkamp als Sohn eines Arztes im Dresdner Villenviertel „Weißer Hirsch“ auf, wo er seit 2009 mit seiner Familie wieder beheimatet ist. Nach dem Abitur musste er einen dreijährigen Dienst bei der NVA antreten, um in der DDR Medizin studieren zu dürfen. Obwohl er bereits vor dem Oktober 1989 wegen „politischer Diversantentätigkeit“ unangenehm auffiel, weil er Texte von Wolf Biermann und anderen nicht geduldeten Autoren bei sich trug, blieb er bis Oktober 1989 Unteroffizier bei der DDR-Armee. Nach einer kurzen Inhaftierung folgten Tätigkeiten als Hilfsarbeiter im Braunkohletagebau und der Industrie. 1990 begann er eine Arbeit als Hilfspfleger auf der Intensivstation eines Dresdner Krankenhauses.

Sein Studium der Medizin absolvierte Tellkamp schließlich nach dem Ende der DDR an der Universität Leipzig, in New York und Dresden, gab den Arztberuf, den er bis 2004 an einer unfallchirurgischen Klinik in München ausübte, im Jahre 2004 aber zugunsten seiner Schriftstellerkarriere auf.

Tellkamp veröffentliche ab Ende der 80er Jahre zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien. Sein erster Roman „Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café“ erschien im Jahre 2000. Vier Jahre später gewann er mit „Der Schlaf in den Uhren“ den renommierten IngeborgBachmann-Preis. Im Herbst 2008 erschien schließlich sein Roman „Der Turm — Geschichte aus einem versunkenen Land“, in dem er die Zeit zwischen 1982 und 1989 aufarbeitete. Für dieses monumental zu nennende Werk erhielt Tellkamp den Deutschen Buchpreis sowie 2009 den Deutschen Nationalpreis. Eine Bühnenfassung seines „Turms“ wurde 2010 in Dresden uraufgeführt, und die ARD verfilmte den Stoff in zwei Teilen.

Seine Arbeit charakterisierte der Schriftsteller einmal in einem Interview mit dem Versuch, Heimat wiederzugewinnen. Er sehe sich als eine Art Dombaumeister, der durchaus pathetisch sein dürfe, wenn er die grundlegenden menschlichen Empfindungen wiedergeben könne. Kritikern gilt Tellkamp einerseits als Sprachvirtuose, der die literarischen Formen perfekt beherrscht, andererseits aber auch als höchst politischer Autor, der aufgrund seiner persönlichen Geschichte den Schriftstellern im ehemaligen Ostblock geistig näher ist als seinen deutschsprachigen Kollegen im Westen.

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Laudator Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“

Die Laudatio für die Verleihung des Kulturpreises der Großloge hielt Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der 1962 in Worms geborene Soziologe, Autor und Germanist ist bei der FAZ zuständig für das Feuilleton. Kaube wurde Anfang 2015 als Nachfolger des verstorbenen Frank Schirrmacher in den Herausgeberkreis der Zeitung berufen. Mit seinen Sachbüchern erhielt er selbst bereits zahlreiche Preise und wurde vom Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik mit der Auszeichnung „Rede des Jahres 2015“ geehrt.

In Kürze lesen Sie hier weitere Informationen sowie ein Interview mit dem Preisträger Uwe Tellkamp.

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