Dresdner Loge unterstützt Initiativen in Berlin und Vietnam

Foto:Privat

Die Brüder der Loge „Zum goldenen Apfel“ in Dresden haben sich im Maurerjahr 2017/18 dazu entschlossen, zwei Vorhaben in der Bundeshauptstadt sowie in Ostasien zu unterstützen, die den Zielen der Freimaurerei in besonderem Maße entsprechen.

(Dresden/ht) Die Brüder der Loge „Zum goldenen Apfel“ in Dresden haben sich im Maurerjahr 2017/18 dazu entschlossen, zwei Vorhaben in der Bundeshauptstadt sowie in Ostasien zu unterstützen, die den Zielen der Freimaurerei in besonderem Maße entsprechen.

Zum einen wurde im Rahmen eines Gästeabends mit Vortrag über das Projekt „House of One“ durch Prof. Rabbi Nachama aus Berlin die Idee geboren, die für das interreligiöse Gebetshaus handgeschriebene Tora-Rolle mitzufinanzieren. Dafür wurden 1.000 € an Spenden unter den Brüdern der Loge gesammelt und an die Inititiative überwiesen.

Das Ziel von „House of One“ ist es, die drei abrahamitischen Religionen in der Bundeshauptstadt friedlich unter einem Dach zu vereinen. Mehr dazu unter: https://house-of-one.org/de/konzept

Der zweite Spendenanteil von ebenfalls 1.000 € wurde für das ehrenamtliche Hilfsprojekt einer jungen Zahnärztin aus Dresden vergeben. Iris Bendull konnte im April/Mai in Zusammenarbeit mit der „East meets West Foundation“ (http://thrivenetworks.org/) bedürftige Menschen in entlegenen Regionen Nepals sowie Kinder der armen Landbevölkerung Vietnams kostenfrei zahnmedizinisch behandeln.

Frau Bendull berichtet: „Dank eurer Spende konnte ich gemeinsam mit einheimischen Kollegen viele Kinder versorgen. Der Gebisszustand der Kinder ist oft schlecht, da grundlegende Prophylaxe die Ausnahme ist. Wir haben die wichtigsten Eingriffe vorgenommen, um den status quo zu erhalten bzw. zu verbessern. Mit Hilfe der Spenden wurde jedem Kind eine Zahnbürste, Zahnpasta und ein Zahnputzbecher geschenkt, damit sie in Zukunft die Möglichkeit haben, selbst für ihre Zahnhygiene zu sorgen. Außerdem konnte dank eurer Spende der Transport der schweren Dentaleinheiten sowie das Füllmaterial finanziert werden, welches wir eingesetzt haben, um den Kindern ihr Lächeln zu erhalten oder wiederzugeben. Danke für eure Unterstützung.“

Neben dem individuellen Engagement der Logenbrüder in ihrem privaten und beruflichen Umfeld sind es auch solche karitativen Gemeinschaftsaktionen, welche die Welt heute ein klein wenig besser machen, als sie es gestern war. Auf ein Neues im Maurerjahr 2018/19.

Continue reading...

Logenausflug zum Dixieland-Festival Dresden

Zu einem Logenausflug der besonderen Art trafen sich Mitglieder der Loge „Zur Weltbruderkette“ aus Lübeck. Es ging zum Internationalen Dixieland-Festival nach Dresden.

(Lübeck/Dresden) Diese mehrtägige Veranstaltung findet seit 1971 jährlich im Mai statt. Entstanden ist das Festival aufgrund einer Privatinitiative und ist innerhalb von kurzer Zeit zu einem echten Stadtfest geworden. Viele Dresdener Bürger nehmen sich auch heute noch im Mai Urlaub, um unentgeltlich an der Organisation und Durchführung des Festivals mitwirken zu können. Erst 1990 wurde eine Vereinigung gegründet und Sponsoren angeworben. Insgesamt spielen auf dem Festival über 200 Musiker auf einer Vielzahl von Bühnen in der Stadt. Glücklicherweise braucht man heute nicht mehr in einer „Wartegemeinschaft“ nach Karten anzustehen.

Unser Ausflug begann am Donnerstag nach dem Beziehen des Hotels, so wie es Tradition ist. In einer imposanten Dampfer-Parade spielten 22 Bands auf historischen Raddampfern und Salonschiffen. Es ist die jedes Mal die weltgrößte Dampfschiffparade, welche gemeinsam auf der Elbe bis Pillnitz und zurück fährt.

Der Freitag beginnt ab Mittag mit einem Open-Air-Konzert auf dem Altmarkt. Am Abend hat man die Auswahl zwischen 6 Veranstaltungsplätzen. Wir haben uns nicht für das große Konzert im Kulturpalast entschieden, sondern den „Jazz-Club“ im Stammhaus einer lokalen Brauerei besucht. Auf 3 Etagen spielten abwechselnd sehr unterschiedliche Gruppen bzw. Bands. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend.

Bereits ab 10.00 Uhr am Sonnabend spielten verschiedene internationale Bands auf einigen Freilichtbühnen in der Fußgängerzone und in den Hotels, bevor es für uns am Abend zur großen Jazznacht in das italienische Dörfchen ging. Insgesamt 5 internationale Bands aus 4 Ländern sorgten für einen stimmungsvollen Abend. Dieser Höhepunkt ließ völlig vergessen, dass auch an weiteren Spielstätten in Dresden hochrangige Bands für Unterhaltung sorgten.

Aber alles wurde durch den Sonntag in den Schatten gestellt. Bei schönem Wetter ging es in die größte Parkanlage Dresdens. Auf der nahezu vollbesetzten Freilichtbühne gab es eine Open-Air-Gala mit 11 Bands aus 10 Ländern. Während sich in der Stadt an jeder Ecke weitere Bands präsentierten, begann für uns ab 16.00 Uhr die legendäre Dixieland-Parade. Wie bei einem Volksfest fuhren verschiedene Wagen im Konvoi durch die Stadt. Wir hatten das Glück, auf einer von 4 Pferden gezogenen Doppeldecker-Kutsche einen Platz zu bekommen. Während oben die Dixieland Band spielte konnten wir den Volksfestzug genießen. Tausende Dresdner und ihre Besucher ließen sich von der fröhlichen Stimmung anstecken. Unter den Zuschauern, die den Weg säumten, befanden sich weitere Jazz-Bands, die für Stimmung sorgten. Für den Ausklang sorgte die nachfolgende Abschluss-Session in der Innenstadt, bei der jede Band auf der Vielzahl der schnell errichteten Open-Air-Bühnen nochmals völlig entspannt ihr Können zeigen konnte.

Die Rückfahrt am Pfingstmontag war entspannt. Zeigte doch die Stadt Dresden und das Festival vielen Brüdern eine andere Seite dieser Region. Die Art, seine Lebensfreude auszudrücken, ist sicher in verschiedenen Regionen Deutschland anders und auch in Dresden speziell. Auch das kulturelle Niveau war anders, als es bei den Festivals hier im Norden Deutschlands ist. Der Glanz der vielen Bauten aus kurfürstlicher und königlicher Zeit in Verbindung mit dem schönen Wetter tat ein Übriges. Es war insgesamt erfrischend, nichts von dem zu entdecken, was in den Massenmedien von dieser Region berichten und in vielen Köpfen an „Wissen“ vorhanden ist. (red/Egon Milbrod)

Continue reading...

Achte Buchloge in Leipzig mit öffentlicher Matinee

Der Kellerbereich des Völkerschlachtdenkmals

Der Kellerbereich des Völkerschlachtdenkmals

Vom 6. bis 8. April 2018 findet die mittlerweile 8. Buchloge in Leipzig statt. Das inzwischen traditionelle Freimaurertreffen gehört zu den größten seiner Art in Deutschland. Mehr als 200 Brüder kommen jährlich in der sächsischen Metropole zusammen, um gemeinsam eine so genannte Tempelarbeit im Leipziger Völkerschlachtdenkmal zu begehen. Am Sonntagvormittag laden die Brüder der Leipziger Loge Minerva zu den drei Palmen – wie bereits im vergangenen Jahr – zu einer öffentlichen Matinee in ihr Logenhaus ein. Das wiederum prominent besetzte Podiumsgespräch steht in diesem Jahr unter dem Goethe-Motto: „Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Weitere Informationen zur Buchloge in Leipzig und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich im Internet unter www.buchloge.de. Das Völkerschlachtdenkmal geht übrigens auf die Initiative von Leipziger Freimaurern zurück und wurde 1913 zum Gedenken an eine der größten und opferreichsten Militärschlachten der Weltgeschichte eingeweiht. Die Loge Minerva zu den drei Palmen in Leipzig wurde 1741 gegründet und ist mit seiner Matrikelnummer 7 eine der ältesten Logen Deutschlands. Die Brüder haben ihre Veranstaltung „Buchloge“ genannt, weil Leipzig auch als „Stadt der Bücher“ bekannt wurde und eine spannende Geschichte als Ort der Buchherstellung und Standort namhafter Verlage besitzt. Die Leipziger Buchmesse findet in diesem Jahr übrigens vom 15. bis 18. März statt.
Continue reading...

Interreligiöses Projekt zu Gast in Dresdener Loge

v.r.: Rabbi Prof. Dr. Nachama, Elmar Vogel (Meister der Loge), Dr. Friedmann Görbing (Meister der Forschungsloge)

v.r.: Rabbi Prof. Dr. Nachama, Elmar Vogel (Meister der Loge), Dr. Friedmann Görbing (Meister der Forschungsloge)

Bei einem offenen Gästeabend folgten am vergangenen Mittwoch über 60 Personen einer Einladung der Dresdner Freimaurerloge „Zum Goldenen Apfel“ in Kooperation mit dem Dresdner Arbeitskreis der Forschungsloge „Quatuor Coronati“ unter Leitung von Dr. Friedmann Görbing. (Dresden/ht) Bei dieser Gelegenheit lernten die Gäste das interreligiöse Projekt „House of One“ kennen, welches sich zum Ziel setzt die drei monotheistischen, abrahamitischen Religionen unter einem Dach zu vereinen. Rabbi Prof. Dr. Andreas Nachama, welcher der Vater des Dresdener Rabbiners Alexander Nachama ist, stellte dieses Modell des interreligiösen Dialoges dem interessierten Publikum mit eigenen, sehr persönlichen, Worten vor und gab einen Einblick in die Vision und Entstehungsgeschichte dieses ambitionierten Bauprojektes in der Bundeshauptstadt. Anschließend beantwortete Rabbi Nachama Fragen aus dem Publikum, wobei sich ein reger Gedankenaustausch zwischen Podium und Plenum entwickelte und sich im Anschluss bei kosheren Getränken und Gebäck in lockerer Atmosphäre fortsetzte.
HoO1
Viel Motivation, Anerkennung und auch kritische Fragen konnten derart artikuliert werden, dass sich Vorurteile lösten und durch Verständnis und Akzeptanz ersetzt wurden.  Die freiwillige Sammlung am Ende des Abends wurde für den Zweck bestimmt eine traditionell handgeschriebene Torarolle für den jüdischen Tempel des Hauses mitzufinanzieren, wodurch dem Gastredner ein kleiner finanzieller Dank mit auf den Weg zurück nach Berlin gegeben werden konnte.
Christen, Juden und Muslime bauen gemeinsam ein Gebäude mit einer Synagoge, einer Kirche und einer Moschee als Haus einer interdisziplinären Lehre. Informationen dazu finden sich unter https://house-of-one.org/de
Continue reading...

Dresdener Loge spendete 10.000 € für Spielprojekt

DM Sachsen Bernd Krieger überreicht Scheck an Frau Elke Raeder, Vereinschefin vom Eselnest

DM Sachsen Bernd Krieger überreicht Scheck an Frau Elke Raeder, Vereinschefin vom Eselnest

(Dresden / ch) Die Dresdener Loge “Zu den drei Ehernen Säulen” erhielt von der Großloge im Gegenzug für die Ausrichtung des Großlogentages 2017 die Möglichkeit, ein soziales Projekt in Dresden mit 10.000 € zu unterstützen. Die Bruderschaft entschied sich für das Spielprojekt “Eselnest”. Das „Eselnest“ liegt mitten in der Stadt Dresden – keine 5 km vom Sitz der “Säulenloge” auf der Königsbrücker Str. 49 entfernt – im Stadtteil Dresden-Pieschen. Dieser Stadtteil ist geprägt von einer hohen Anzahl Familien und jungen Alleinerziehenden und hat dadurch einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen. Der Anteil an einkommensschwachen Menschen ist überdurchschnittlich hoch. Die Angebote des idyllisch an der Elbe liegenden Platzes sind kostenfrei, an fünf Tagen in der Woche ist geöffnet. Das Leben spielt sich vor allem im Freien ab, Schutz vor Regen und Schnee bieten fünf alte Zirkuswagen. Eine Werkstatt, Büro, Töpferei und Multifunktionsraum vervollständigen die Ausstattung des Platzes.  Grundlage des Aufbaus und der Angebote ist die offene Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Während der Arbeit mit den Tieren auf dem Platz  – darunter sieben Esel, daher auch der Name – lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen, helfen unter Anleitung beim Misten, Füttern, Putzen, trainieren mit den Tieren, machen Kutschfahrten. Im offenen Spielbereich, durch eine große Sandfläche geprägten Spielbereich, steht ein großes, sehr intensiv genutztes- Klettergerüst, das regelmäßig vom TÜV kontrolliert wird. Die Zahl der Reparaturen stieg in den letzten Jahren, eine erfolgreiche Abnahme war fraglich. Die Brüder der Säulenloge haben sich dafür entschieden, das alte Klettergerüst auszutauschen und ein neues, aus Akazienholz, aufbauen zu lassen. Die Einweihung des neu erbauten Klettergerüstes fand am 18. August statt. Der Distriktmeister Sachsen, Bernd Krieger, überreichte der Vereinsvorsitzenden des Eselnestes, Frau Raeder, im Auftrag und in Vertretung des Großmeisters den symbolischen Scheck der Großloge über 10.000 €. Bei einem Grillabend auf dem Platz zusammen mit den Gastgebern des Eselnestes klang der Abend aus. Träger des Eselnestes ist der „Spielprojekt“ e.V., ein gemeinnütziger Verein und freier Träger der Jugendhilfe Dresdens. Drei Fachkräfte werden durch die Jugendhilfe finanziert, die Sachkosten für den Platz und die Angebote sind nur eine Grundfinanzierung, sodass das Eselnest auf Spenden und Eigen- oder Drittmittel angewiesen ist. Die Brüder der Loge „Zu den Ehernen Säulen“ Dresden möchten sich bei allen Freimaurern der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedanken! Denn jeder einzelne Bruder war über seinen Mitgliedsbeitragsymbolisch mit einem Euro daran beteiligt.
Das neu erbaute Klettergerüst – noch ohne Sonnensegel

Das neu erbaute Klettergerüst – noch ohne Sonnensegel

Continue reading...

Freimaurer und berufliche Sonntagsschulen

Helmut Klemm - Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen
Wenig bekannt bisher war die intensive Beschäftigung von Logen und einzelnen Freimaurern mit der Schaffung beruflicher Bildungseinrichtingen bereits ab dem 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert. Eine Dissertation von Helmut Klemm, nunmehr Dr. phil., schließt auf bemerkenswerte Weise diese Lücke. Unter dem sperrigen Titel “Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution. Gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen.” legte Helmut Klemm seine Dissertation vor. Auf über 500 Seiten beschäftigt er sich mit einem Thema, das auch von großen Teilen der freimaurerischen Öffentlichkeit in diesem Umfang nicht wahrgenommen wurde. “Im Sinne der auferlegten Verschwiegenheit legten sie [die Freimaurer] die Leitung und den Betrieb der Schulen überwiegend in die Hände öffentlicher, von Freimaurerlogen geschaffener Vereine; ganz nach dem Motto: ‘Tue Gutes und rede nicht darüber!’ Infolgedessen ordnete die historische berufspädagogische Forschung nur einige wenige Sonntagsschulen ihren wahren Stiftern zu.”, so der Autor. Wer eine sperrige wissenschaftliche Lektüre erwartet hat, darf sich auf angenehmste Weise getäuscht sehen. Neben allen notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnissen führt der Autor den geneigten Leser behutsam in alle Themenbereiche ein.
So beschäftigen sich die ersten gut 70 Seiten beispielsweise ausschließlich mit einer sachlichen und auch für den Nichtfreimaurer gut verständlichen Einführung in die Entstehungsgeschichte, die Struktur und die Besonderheiten der Freimaurerlogen. In der Folge beleuchtet Helmut Klemm den wirtschaftlichen und politischen Wandel in den wichtigen europäischen Ländern England, Frankreich und im zaristischen Russland, um sich dann über Preußen und Sachsen seinem eigentlichen geografischen Untersuchungsgebiet zu nähern. Diese interessanten Erläuterungen sind notwendig, um sich an die Anfänge und Notwendigkeit der beruflichen Bildung heranzutasten und um zu verstehen, warum gerade die Freimaurer dieser Zeit sich mit dem ihnen eigentlich fremden Thema so intensiv und folgenreich beschäftigten. Erst nach weit über 200 Seiten einleitenden Textes beschäftigt sich Klemm mit dem eigentlichen Anliegen seiner Arbeit, den Freimaurern als Stiftern von beruflichen Bildungseinrichtungen. “Die vorgelegte Arbeit geht der Frage nach, wer zu den Akteuren dieser Entwicklung zu zählen ist und welche politisch-weltanschaulichen Vorstellungen diese Aktivitäten getragen haben. Viele Einzelfälle – zum Beispiel in Altenburg – haben gezeigt, dass hier immer wieder Freimaurer als Loge oder als Einzelpersonen am Aufbau dieser Schulen beteiligt waren. Im Zentrum steht deshalb die Frage, ob es sich hier um Einzelereignisse und Zufälligkeiten handelt oder ob die Mitwirkung der Freimaurer ein verbreitetes Phänomen darstellt.”, bemerkt der Autor in seiner Zusammenfassung. Diese Frage war berechtigt, denn zu Beginn der Arbeit an dem Werk hatte er “keinerlei Berührung mit der Freimaurerei”. Aber er wurde fündig und berichtet ausführlich über das Freimaurerinstitut in Dresden (1773), das Philantropin in Schnepfenthal (1784), das Schulinstitut der Großen Landesloge der Freimaurer in Berlin, die Sonntagsschulen in Gotha (1805), Leipzig (1816), Dresden (1817), Freiberg (1818), Zittau (1819), Annaberg (1823), Polytechnikum Dresden (1828), Bautzen (1827) Duisburg (1832), Chemnitz (1829), die Kunst- und Handwerkerschule zu Altenburg (1824), die Baugewerkenschule zu Dresden (1837), Handwerkerschule in Dresden. Und angesichts der schwierigen Quellenlage vermutet der Autor noch weitere Schulgründungen, die durch Logen, einzelne Freimaurer oder deren Mitwirkung ins Leben gerufen wurden. Der Autor Dr. phil. Helmut Klemm lockert alle Kapitel mit interessanten Nebeninformationen und Zitaten auf, umfassende Fußnoten erläutern viele ergänzende Begriffe, sodass das Werk ungeachtet der umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch als informativ-unterhaltsame Lektüre genossen werden kann. Das mag damit zusammenhängen, dass der Autor, Jahrgang 1942, keinen ganz geradlinigen beruflichen Werdegang hatte, der ihm eine sachbezogene und schnörkellose Sprache bewahrt haben mag. Mit 14 Jahren machte er zunächst eine handwerkliche Ausbildung, studierte dann am Päd. Institut Karl-Marx-Stadt und schloss als Lehrer für Mathematik und Polytechnik ab. Es folge eine Abendstudium zum Dipl.-Ing. zum Konstrukteur für Verarbeitungsmaschinen. Durch die Wirren des Endes der DDR lag sein Schwerpunkt in der Tätigkeit als Berufsschullehrer. Ein empfehlenswertes Buch, einziger Wermutstropfen ist der stolze Preis von 139,80 €.
Helmut Klemm, “Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution, gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen”, erschienen im Verlag Dr. Kovac, 532 Seiten, 139,80 €, ISBN 978-3-8300-9512-5
Continue reading...

Tempeleinweihung im Logenhaus Dresden

Das Logenhaus in Dresden

Das Logenhaus in Dresden

(Dresden/ht) Im Juli begingen Brüder der Dresdener Logen „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ und „Zum goldenen Apfel“ gemeinsam mit dem Großmeister Stefan Roth-Kleyer, sowie dem Großzeremonienmeister Peter Lauber die feierliche Einweihung ihres neuen Tempels im neuen Logenhaus. Mit Korn, Salz, Wein und Öl wurde dabei der neue Tempel im Obergeschoss in den vier Himmelsrichtungen rituell als solcher gekennzeichnet. Der neue Tempel wird durch ein ägyptisiertes Portal aus Elbsandstein und über eine Schwelle aus Jerusalemer Kalkstein – dem Gestein des einstigen Salomonischen Tempels – betreten. Er ist wandelbar in schwarz, rot und blau und bietet, neben moderner Sound- und Lichttechnik, einen über 40 qm ausgedehnten, gewölbten Sternenhimmel mit über 1400 Lichtpunkten, der das Himmelszelt exakt wie am Gründungstag der ersten Dresdner Loge am Johannistag, dem 24. Juni 1738 abbildet. Nach insgesamt rund drei Jahren Umbau- und Renovierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich konnte die umfassend sanierte Jugendstilvilla auf der Tolkewitzer Straßeoffiziell ihrem Bestimmungszweck übergeben werden. Im neuen Logenhaus arbeiten derzeit zwei Logen der Großloge A.F.u.A.M.v.D., eine Loge des Freimaurerordens sowie zwei Logen des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus. Neben der Nutzung durch die Logen vermietet die Freimaurerstiftung Dresden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss auch für öffentliche, kulturelle und private Veranstaltungen. Auf einer Fläche von 250 qm stehen dort zwei Veranstaltungsräume, zwei Küchen, ein Foyer mit offenem Kamin, eine Künstlergarderobe, ein behindertengerechtes WC, eine Kleinkunstbühne mit moderner Veranstaltungstechnik sowie ein Konzertflügel zur Verfügung.
Blick in den Tempelraum

Blick in den Tempelraum

Restaurierte Sphinx

Restaurierte Sphinx

Neben der Lage im schönen Stadtteil Blasewitz mit Blick auf die Elbe und in der Nähe des berühmten Schillergartens am Blauen Wunder sind weitere Einzigartigkeiten des Hauses vor allem die restaurierten Sphingen von Ernst Rietschel im Eingangsbereich, die ursprünglich den Eingang des alten Logenhaus flankierten (Zum Fernsehbericht) , sowie die berühmte, über 2 Meter hohe Dresdner Freimaurerpyramide im erzgebirgischen Stil, welche auf 3 Ebenen die drei freimaurerischen Johannisgrade thematisiert. Die Brüder der Dresdener Freimaurerlogen sind bestrebt, aus der Mitte unseres neuen Logenhauses aktiv ein gutes Miteinander aller Menschen von Dresden über Sachsen, Deutschland und Europa bis um den ganzen Erdball durch gegenseitige Begegnung zu fördern und unser Haus für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Dabei sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verbunden mit Toleranz und Brüderlichkeit die Wegweiser.
Continue reading...