Großlogentag in Wuppertal

Alle zwei Jahre findet an wechselnden Orten in Deutschland die Vollversammlung aller der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer angeschlossenen Logen statt, in diesem Jahr ist es Wuppertal, ausgerichtet von der Loge “Hermann zum Lande der Berge”. Knapp 270 deutsche Logen sind aufgerufen, ihre Meister vom Stuhl zu den Abstimmungen und der Wahl eines neuen Großmeisters zu entsenden, aber auch alle nicht stimmberechtigten Mitglieder der zugehörigen Logen dürfen am Großlogentag teilnehmen.

Traditionell nutzt die gastgebende Loge die Gelegenheit, für ihre Stadt zu werben und sie den Mitgliedern zu präsentieren. Und Wuppertal ist wirklich mehr als eine Reise wert: ca. 4500 denkmalgeschützte Gebäude, das “Von-der-Heidt-Museum” mit einer umfangreichen Sammlung bedeutender Werke des Impressionismus und Expressionismus, das “Frühindustrialisierungs-Museum” in unmittelbarer Nachbarschaft zum Geburts- und Wohnhaus von Friedrich Engels, der “Skulpturenpark” des Bildhauers Tony Cragg, das Tanztheater “Pina Bausch”, die “Hardt” mit einem sehenswerten botanischen Garten, der Wuppertaler Zoo als einer der ältesten und schönsten zoologischen Gärten in Deutschland, die “Barmer Anlagen”, das größte private Parkgelände innerhalb einer deutschen Großstadt und nicht zuletzt die berühmte Schwebebahn. Sicher genügend Sehenswürdigkeiten, damit den zahlreichen Besuchern des Großlogentages die Zeit nicht lang wird.

Die gastgebende Loge “Hermann zum Lande der Berge” mit heute 42 Mitgliedern wurde 1815 in Elberfeld gegründet. Unter der Diktatur der Nationalsozialisten wurde sie, wie alle Logen in Deutschland, 1935 verboten und das Vermögen enteignet. 1947 konnte die Loge in gemieteten Räumen die Arbeit wieder aufnehmen und bezog 1990 das Logenhaus in der Friedrich-Engels-Allee.

Der Großlogentag findet vom 29. bis 31. Mai in der Historischen Stadthalle statt. Die genauen Termine sind unserer Veranstaltungsübersicht zu entnehmen.

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Festvortrag von Carmen Thomas bei den Dortmunder Freimaurern

Festrednerin Carmen Thomas und Horst Delkus von der Loge Zur Alten Linde

Die Dortmunder Freimaurerloge Zur alten Linde feierte am 19. Januar den Beginn des Jahres 2014 mit ihrem traditionellen Neujahrsempfang im Harenberg City Center (HCC).

Den Festvortrag vor und über 300 Gästen hielt die Direktorin der “1. ModerationsAkademie für Medien und Wirtschaft” Carmen Thomas. Die Kommunikationsexpertin und Bestsellerautorin ließ das Publikum mit überraschenden handfesten Werkzeugen Wirkung erleben.

Schon als WDR-Moderatorin lernte sie viel über die Wirkung von Menschen und über die eigene Wirkung — nicht nur durch zwanzig Jahre mit der Mitmach-Sendung “Hallo Ü-Wagen”. Seit mehr als 30 Jahren coacht sie Menschen in Spitzenpositionen, die schon wegen ihrer Position wissen müssen, wie sie auf andere Menschen wirken. Und Chefs und Menschen in besonderer Verantwortung kann nützlich sein, die eigene Wirkung bewusster und authentischer zu verbessern. Carmen Thomas: „Lampenfieber und Unsicherheiten überwinden ist — je nach Position — von entscheidender Bedeutung für den Erfolg ganzer Institutionen oder Firmen. In den eigenen Spiegel schauen, ist zum Erkennen nur ein erster Schritt. Ein ebenso klarer wie respektvoller Außenspiegel kann für die Eigenreflexion besonders hilfreich sein . Denn nur er kann eine Schwäche aller Menschen ausgleichen: Niemand weiß selbst wirklich etwas über die eigene Wirkung.”

Der Neujahrsempfang der Freimaurerloge “Zur alten Linde” war der zwanzigste und damit ein Jubiläum. Und der erste, auf dem eine Frau sprach — eine Rolle, die der Medien- und Veranstaltungspionierin — sie war unter anderem die erste Moderatorin einer Sportsendung im deutschen Fernsehen — schon von Anfang an kennt.

Zu ihren Neujahrsempfängen lädt die Loge “Zur alten Linde” bekannte Persönlichkeiten der Stadt und die interessierte Öffentlichkeit ein. Die Empfänge stoßen in Dortmund stets auf große Resonanz. Sie sind Teil der Bemühungen der Loge, sich stärker zu öffnen und in die Gesellschaft hinein zu wirken.

Ihren Namen leitet die Dortmunder Freimaurerloge “Zur alten Linde” von der Femlinde ab, die vor der Stadtmauer stand. Gegründet wurde sie von 36 Dortmunder Bürgern im Jahre 1855. 1935 wurde die Loge unter dem NS Regime aufgelöst; 1947 wurde sie wiedererrichtet. Die Loge “Zur alten Linde” gehört mit dem Faßverein und der Casino-Gesellschaft zu den drei ältesten Vereinen der Stadt Dortmund. Zahlreiche Dortmunder Straßen sind nach bekannten Dortmunder Freimaurern benannt. Derzeit zählt die Loge rund 130 Mitglieder.

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Loge würdigt Widerstandskämpfer in Ausstellung

Die Freimaurerloge “St. Alban zum Æchten Feuer” in der Kleinstadt Hoya an der Weser würdigte den Widerstandskämpfer Georg Elser. Elser, geboren am 4. Januar 1903 in Hermaringen, verübte etwa zwei Monate nach dem deutschen Überfall auf Polen am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler und seine Führungsriege, das durch einen Zufall misslang. Elser wurde noch am gleichen Tag im Rahmen einer Grenzkontrolle festgenommen und ohne Gerichtsverfahren im KZ Dachau inhaftiert, wo er am 9. April 1945 auf persönlichen Befehl Hitlers ermordet wurde.

Die Hoyaer Loge möchte mit dieser Ausstellung an den fast vergessenen Widerständler Georg Elser erinnern, insbesondere aber angesichts zunehmender Ungerechtigkeiten zum Nachdenken über Demokratie, Zivilcourage, politische und gesellschaftliche Verantwortung anregen.

Die kleinen Räume der Loge waren durch zahlreichen Besuch gut gefüllt, die Ausstellung stieß auf einiges Interesse und gab Anlass für zahlreiche gute Gespräche mit den Besuchern.

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Vom ethischen Dilemma der Ärzte im Klinikalltag

Die 20. Veranstaltung von „Dialog im Logenhaus“ am 27. November 2013 stand unter dem Thema “Patientenwohl und die Interessenten Dritter — Vom ethischen Dilemma der Ärzte im Klinik-Alltag”. Referent war Herr Dr. Paul Brandenburg. Er arbeitet als freier Vertragsarzt für Kliniken im In- und Ausland vorwiegend in den Bereichen Notfallmedizin und Tauchmedizin.

Ausgehend von seiner Grunderfahrung – „Im Krankenhaus wird nur noch Fließbandarbeit geleistet, der Patient techisch abgearbeitet, alles unter dem Primat des Profits, was gleichermaßen für Patienten, Ärzte und die übrigen Mitarbeiter schädlich ist“ – fokussierte Dr. Paul Brandenburg sein Vortragsthema anhand einer Reihe von Folien auf drei Kernfragen:

  1. Was sind die Ursachen dafür, daß über die Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland, 51 Prozent, rote Zahlen schreiben?
  2. Leistet man sich in Deutschland nicht den Luxus einer Überversorgung mit Krankenhäusern, wenn man bedenkt, daß bei gleicher Einwohnerzahl die Niederlande mit 100 Krankenhäusern auskommen, dagegen das Bundesland Nordrhein-Westfalen über 400 Krankenhäuser verfügt?
  3. Wäre es nicht an der Zeit, einen sinnvollen Strukturwandel einzuleiten, d.h. einen Teil der aufgrund von modernen Therapien überflüssig gewordenen Krankenhäuser z.B. in moderne Altenpflegezentren umzuwidmen?

Die Antworten von Br. Paul Brandenburg auf diese und auf zusätzliche aus dem Teilnehmerkreis gestellte Fragen können hier aus Platzgründen nicht abgedruckt werden. Sie sind aber nachzulesen in seiner jüngsten Publikation, die im Sommer 2013 unter dem Titel „Kliniken und Nebenwirkungen – Überleben in deutschen Krankenhäusern im Fischer-Scherz Verlag erschienen und zum Preis von 13.99 EURO erhältlich ist.

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250 Jahre Freimaurerei in Emden

(Text und Fotos von Peter Bertus) Mit einem eindrucksvollen zweitägigen Festprogramm beging die Emder Loge „Wahre Treue zur Ostfriesischen Union“ am 15. und 16. November Ihr Jubiläum „250 Jahre Freimaurer in Emden“. Gefeiert wurde im „Klub zum Guten Endzweck“, der für die Freimaurer in Emden ein Ort von großer symbolischer Bedeutung ist. Er wurde einst von Brüdern im Zeichen freimaurerischen Gedankengutes „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gegründet.

Zu dem freitäglichen Abendprogramm am 15.November waren die geladenen Vertreterinnen und Vertreter der Öffentlichkeit gekommen. Im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Veranstaltungssaal konnte Jürgen Dietrich, Meister vom Stuhl, den Oberbürgermeister der Stadt Emden, Bernd Bornemann, begrüßen. Außerdem den Verwaltungsvorstand der Stadt, Mitglieder des Niedersächsischen Landtages, die Präsidenten des Niedersächsischen Staatsarchivs, der Industrie- und Handelskammer und der Ostfriesischen Landschaft, die Vorstände der Sparkasse Emden, den Vorstand der a Lasco Bibliothek, den Ärztlichen Direktor des Emder Klinikums, den Direktor des Emder Landesmuseums, Vertreter der Kunst, die Präsidenten der Emder Rotarier und des lokalen Lions Clubs sowie die Journalisten der Lokalpresse und des Ostfriesland-Magazins.

Seinem Grußwort stellte Stuhlmeister Jürgen Dietrich drei Fragen voran: Wie kann man Zeit erfahrbar machen? Wie kann man Zeiträume begreifbar machen? Wer kann sich 250 Jahre vorstellen?  Er nahm seine Festgäste  mit zurück auf eine Reise in das Jahr 1763. Kerzen, Fackeln und Öllampen statt Strom. Keine Zeitungen, geschweige denn Radio oder Fernsehen. Keine Straßen im heutigen Sinne. Wer es sich leisten konnte, bediente sich der Kutsche, die meisten Menschen gingen zu Fuß. Junge Leute würden heute bezweifeln, ob das überhaupt möglich sei, ein Leben ohne Telefon, Computer, soziale Netzwerke.

Oberbürgermeister Bernd Bornemann eröffnete sein Grußwort mit Worten aus den „Gesprächen für Freimäurer“ von Lessing, mit denen er,  auch  im Namen des Rates und der Verwaltung der Stadt Emden, gratulierte. „Die Freimaurerei beruht im Grunde nicht  auf äußerlichen Verbindungen, sondern auf dem Gefühl gemeinschaftlich  sympathisierender Geister.“ „250 Jahre Freimaurerei in Emden“, so der OB weiter, „sind ein wirklich besonderes Jubiläum. Deren Mitglieder hatten vieles bewirkt, wenn auch meist im Stillen.“ Die Loge habe bedeutende Männer der Stadt angezogen, wie etwa ihren langjährigen Oberbürgermeister Leo Fürbringer in Jahre 1899. Dieser und andere Emder seien davon angetan gewesen, dass Freimaurer für Toleranz und Mitmenschlichkeit eintreten, sowie dafür, an sich selbst zu arbeiten und die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Die Logen seien Räume, in denen Gleichheit und freies Denken praktiziert würden.

Die Freimaurerei unserer Zeit trage bei aller Traditionsverhaftung recht moderne Züge, führte der OB aus. Sie frage nicht nach Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung, sei nicht nur human, „sondern in unserer globalisierten Welt auch unabdingbar“. Auch die Sinnsuche, der sich die Freimaurer widmen, sei gerade heute, wo existenzielle oder spirituelle Fragen viele Menschen stark beschäftigten, „sehr modern“.

In seiner Festrede stellte Distriktmeister Hasso Henke seine Gedanken unter das Motto „Beständigkeit im Wandel der Zeit“. 250 Jahre Freimaurerei in Emden, das sei ein wahrhaft bemerkenswerter Geburtstag. Dies sowohl für die Brüder aus vielen Orten des Distriktes als darüber hinaus auch für die Öffentlichkeit, weil sie vielleicht erstmals Kontakt mit der Freimaurerei und dieser Loge hätte. Sich die Frage stellten „Was machen diese Freimaurer eigentlich?“ Aber auch für viele Brüder sei ein solches Herantreten an die Öffentlichkeit sicher noch ein ungewöhnlicher Vorgang, hätten sie doch aus früheren Zeiten verinnerlicht, sich als Freimaurer lieber bedeckt zu halten. Das habe sich, wie man sehe, gründlich geändert. Hasso Henke: „Wir Freimaurer überall in Deutschland haben immerhin mehr als 60 Jahre nach der Verfolgung durch die Nazis erkannt, dass es höchste Zeit ist, mit unseren Anliegen und unseren Zielen den Menschen um uns herum zu zeigen, dass es andere Wege gibt, miteinander umzugehen, als nur darauf zu achten, wer sich wann welches Auto leisten kann, wer welche Uhr trägt oder wer im Urlaub am weitesten weg war.“

Im Anschluß an den Festvortrag des Dictriktmeisters übergab der Meister vom Stuhl der Emder Loge die aus Anlass ihres Jubiläums gestifteten Spenden. 2.000 Euro erhielt der vor zehn Jahren Jahren in Emden gegründete Verein theartic, der gemeinsame Theaterangebote „für sogenannte Behinderte und sogenannte Nichtbehinderte“ macht. Die Emder Freimaurer fühlen sich dem Verein verbunden, weil sie  nach den Worten von Stuhlmeister Dietrich seit 250 Jahren die Gleichheit aller Menschen betonen.

Ebenfalls eine Spende von 2.000 Euro erhielt der Bauverein Neue Kirche Emden für noch offene Veränderungs- und Ausstattungswünsche. Der Verein fördert die Erhaltung, Restaurierung, Rekonstruktion, sowie die Nutzung der Neuen Kirche als baugeschichtliches Denkmal und wirbt Mittel dafür ein. Nach den Worten des früheren Emder Oberbürgermeisters Brinkmann wird die Neue Kirche Gotteshaus bleiben, sich aber auch für neues kulturelles Leben öffnen.

1.000 Euro Spendengeld übergab der Emder Stuhlmeister an das vor 24 Jahren als Emder Bürgerstiftung gegründete Umweltzentrum Ökowerk. Leitziel der Stiftung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Erleben, Begreifen, Handeln, Bewahren.

Das 250jährige Jubiläum der Freimaurer in Emden fand in der lokalen Presse einen in diesem Umfang von den Brüdern nicht erwarteten positiven Widerhall. Die lokalen Zeitungen berichteten vor und nach den Festlichkeiten ausführlich. Ein überregionales Magazin will ebenfalls in Wort und Bild das freimaurerische Großereignis in Emden beleuchten.

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Freimaurerloge „Zur Wahrheit und Freundschaft“ vergibt Preis für vorbildliche Mit-Menschlichkeit

Seit 20 Jahren vergibt die Fürther Freimaurerloge „Zur Wahrheit und Freundschaft“ den „Preis für vorbildliche Mit-Menschlichkeit“ an Personen aus Stadt oder Landkreis Fürth, die sich durch überdurchschnittliches humanitäres Engagement ausgezeichnet haben.
Dieses Jahr beschlossen die Logenbrüder, den mit 3000 € dotierten Preis an Frau Karin Schaepe aus der Stadt Stein für ihr langjähriges Engagement in der Initiative „Hilfe für Tschernobylkinder“ zu vergeben. Das Preisgeld stammt aus der logeneigenen Dres.-Heinz-und-Eva-v.-Plänckner-Stiftung und dem Freimaurerischen Hilfswerk. Die Verleihung erfolgte am 8. November 2013 im Fürther Logenhaus durch M.v.St. Br. Frank Emmerich und Stiftungsverwalter Br. (Dr.) Markus Algner. Die Laudatio hielt der 2. zug. M., Br. Wolfgang Klar. 115 Besucher wohnten der Verleihung bei. Neben den Logenbrüdern waren auch Vertreter des Öffentlichen Lebens, die Gasteltern der Tschernobylkinder, und die ehemaligen Preisträger geladen.

Karin Schaepe aus Stein organisiert seit 1993 vierwöchige Erholungsaufenthalte für Kinder aus Belarus, wo nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 70 % des radioaktiven Niederschlags niederging. Die Blutwerte der Kinder verbessern sich in dieser Zeit um ca. 80 % und die Besserung hält auch nach Rückkehr der Kinder noch drei bis vier Monate an. Die Unterbringung der Kinder erfolgt bei Gasteltern in Franken. Dieses Jahr waren 108 Kinder in 83 Gastfamilien zur Erholung.

Br. Klar stellte in seiner Laudatio deutlich heraus, dass die Preisträgerin mit ihrer Arbeit genau das realisiert, was der Freimaurerbund fordert: Nie der Not und dem Elend den Rücken zu kehren und Freundschaft zwischen Menschen zu stiften, die sonst einander ein Leben lang fremd geblieben wären.

Stuhlmeister Br. Frank Emmerich überreichte ihr die Urkunde und das Abzeichen, das alle bisherigen Preisträger erhalten haben: Ein freimaurerisches Vergissmeinnicht mit Edelsteinen umrahmt. Stiftungsverwalter Br. (Dr.) Markus Algner übergab Karin Schaepe den Scheck über 3000 € und dankte dem Freimaurerischen Hilfswerk für die finanzielle Unterstützung. Der Preisträgerin wurde für Ihre Dankesrede der Platz des M.v.St. angeboten, denn so wie der Meister die Loge erleuchtet, erleuchte sie die Augen und Herzen der Tschernobylkinder.

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Rückgabe an Büchern aus NS-Raubgut

Im Rahmen einer Feierstunde hat die Bayerische Staatsbibliothek am Freitag, den 8. November 2013, eine Reihe von Büchern und Schriften aus NS-Raubgut an den Distrikt Bayern der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland übergeben.

Seit zehn Jahren sucht die Bayerische Staatsbibliothek in den Beständen, die sie zwischen 1933 und 1945 erwarb, nach NS-Raubgut. Sie orientiert sich damit an der Verpflichtung, die alle öffentlichen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland 1999 in einer gemeinsamen Erklärung zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz eingegangen sind.

Die Förderung durch die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche und Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz ermöglicht es nun, ihre Recherchen zum Abschluss zu bringen und Rückgaben durchzuführen.

Der aus 136 Titeln bestehende Buchbestand stammt von der bis zum Jahr 1933 in München existierenden Loge “Zum aufgehenden Licht an der Isar”. Der gerichtlich bestellte Liquidator bot damals die Büchersammlung zum Spottpreis von 65 Reichsmark zum Kauf an. Zur Sammlung zählte eine größere Anzahl von Büchern und Zeitschriften überwiegend freimaurerischen und philosophischen Inhalts aus dem frühen 19. bis 20. Jahrhundert. Die Loge wurde im Sommer 1933 aufgelöst.

1933 kam es wenige Wochen nach der Machtübernahme Hitlers zu ersten Ausschreitungen gegen Freimaurer in Deutschland. Ihr Zweck war es, die Brüder einzuschüchtern und zur Selbstauflösung ihrer Logen zu bewegen. Im August 1935 wurde die Schließung aller Logen angeordnet und die Freimaurerei verboten. In München bestanden Anfang 1933 zehn Freimaurerlogen mit insgesamt über 800 Brüdern. Sämtliche Münchner Logen hörten noch im Lauf des Jahres 1933 auf zu existieren, darunter die „Loge zum aufgehenden Licht an der Isar“. Der gerichtlich bestellte Liquidator bot die Büchersammlung dieser Loge zum Kauf an. Zum Spottpreis von 65 Reichsmark erwarb die Bayerische Staatsbibliothek daraufhin 186 Bände und arbeitete sie in den eigenen Bestand ein.

Hinweise auf die Bücher und Zeitschriften aus dem Besitz der „Loge zum aufgehenden Licht an der Isar“ ergaben sich zum einen aus den Akten der Generaldirektion, zum anderen aus den Publikationen selbst: Die Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbibliothek fertigten damals eine Liste an, welche Werke sie übernommen hatten; darüber hinaus ist die Mehrheit der Titel mit einem Exlibris gekennzeichnet, das die Aufschrift trägt: „Eigentum der Loge zum aufgehenden Licht an der Isar“. 136 Bücher und Zeitschriften gelang es nun im Rahmen der NS-Raubgutforschung zu identifizieren. Da die „Loge zum aufgehenden Licht an der Isar“ nach dem Ende des Nationalsozialismus nicht neu gegründet wurde, erfolgt die Rückgabe der Publikationen an den Distrikt Bayern der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland als übergeordneter Einrichtung. Dieser beabsichtigt, die Bücher und Zeitschriften dem Deutschen Freimaurermuseum in Bayreuth zu überlassen.

Die Bayerische Staatsbibliothek freut sich, die Bücher und Zeitschriften restituieren zu können. Sie kehren damit in ein ihnen angemessenes Umfeld zurück. Die Bayerische Staatsbibliothek bedauert zutiefst die Hintergründe und Umstände, wie sie 1933 ins Haus gelangten, ebenso die damalige Verstrickung des Hauses in das geschehene Unrecht. Weitere Rückgaben von NS-Raubgut werden derzeit vorbereitet, neben anderen Freimaurerlogen aus Deutschland und Österreich vor allem auch an jüdische Vorbesitzer sowie an den Verband katholischer Religionslehrer und Religionslehrerinnen an den Gymnasien in Bayern, an die Zeugen Jehovas und an Organisationen der Arbeiterbewegung.

Generaldirektor Dr. Rolf Griebel, sprach sein Bedauern über die lange Wartezeit bis zur jetzt erfolgten Restitution aus. Projektmitarbeiterin Susanne Wanninger betonte den Willen der Bayerischen Staatsbibliothek, das Unrecht zu dokumentieren und dadurch die Erinnerung als Mahnung wach zu halten.

Da die Loge “Zum aufgehenden Licht an der Isar” nach 1945 nicht wieder gegründet wurde, übergab Dr. Rolf Griebel den Bestand an den Alt-Distriktmeister Bayern und Sachsen, Klaus Kastin. Der Distrikt reichte die Bücher zum endgültigen Verbleib an die Bibliothek des Deutschen Freimaurermuseums in Bayreuth weiter.

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