300 Jahre Freimaurerei und der Blick nach vorn

Foto: fotolia / Rafael Ben-Ari

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300 Jahre Freimaurerei sind nicht nur ein Anlass, auf die Geschichte des traditionsreichen Bundes zu schauen, sondern gebietet auch einen Blick auf die Zukunft. Der Großmeister Stephan Roth-Kleyer unserer Großloge hat sich dazu mehrfach geäußert. Wir veröffentlichen an dieser Stelle Auszüge von Ansprachen bei Logen in Frankfurt und Hamburg.

Des besseren Grundverständnisses wegen möchte ich Euch zunächst meinen Blick auf unsere humanitäre Freimaurerei, ganz allgemein und sehr kurz gehalten, öffnen. Ich nehme an, meine Sichtweise ist mit Eurer Sichtweise identisch, zumindest gibt es Schnittmengen. Anschließend werde ich kurz- bis mittelfristige Ziele und Perspektiven vor dem Hintergrund des Jahres 2017, vor dem Hintergrund des 300-jährigen Jubiläums der organisierten Freimaurerei aufzeigen.

Die Freimaurerei ist eine weltweite Bewegung in allen demokratischen Gesellschaften. Das ist Fakt und unstrittig. Unsere humanitäre Freimaurerei versteht sich noch immer, und das über mindestens 300 Jahre, als Einheit von tragender Idee, verbindender Gemeinschaft und symbolischer Ausdruckskraft. Hierin liegt ihre Besonderheit gegenüber anderen Zusammenschlüssen mit verwandten Zielsetzungen.

Die Kernfrage ist: Wofür steht Freimaurerei? Die Antwort lautet sehr kurz gefasst: Freimaurerei ist ethische, ist soziale, ist integrative Praxis, nicht Theorie. Die Freimaurerei ist ausschließlich auf das Diesseits bezogen. Sie verliert sich nicht in spekulativem, theosophischem oder okkultem Gedankengut. Vor allem ist sie nicht auf das alleinige eigene Wohl hin ausgerichtet. Freimaurerei kann unseren Brüdern vieles bieten, was sie ansonsten so nicht erlangen und erfahren könnten. In unseren Logen werden unterschiedliche Menschen zusammengeführt und leisten gemeinsam miteinander Großes.

Freimaurerei definiert sich nicht nur über Menschen hoher politischer, gesellschaftlicher, künstlerischer oder wissenschaftlicher Bedeutung. Freimaurerei macht vor allem aus, dass sie als Baustelle der Persönlichkeitsbildung das lebt und umsetzt, was in den „Alten Pflichten“ von 1723 unter anderem als Zweck und Aufgabe einer Loge benannt ist: Männer zusammenzuführen, die sich ansonsten im Leben nie begegnet wären. Das umschlingende Band, das diese heterogene Bruderschaft zusammenhält, das bezeichnen wir mit dem Begriff Brüderlichkeit.

Freimaurerei ist ethische, ist soziale, ist integrative Praxis, nicht Theorie

Stephan Roth-Kleyer

Künftig werden wir intensiv daran weiter arbeiten, uns von den schlechten Märchen und schlimmen Mythen, die uns noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns erstens helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen und zweitens unsere Attraktivität für neue Mitglieder zu stärken. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen verstärkt informieren. Und wir werden uns den Fragestellungen, die wir an uns selbst haben, und denjenigen die, die die Gesellschaft an unsere humanitäre Freimaurerei hat, stellen müssen. Unser Blick sollte zunehmend in die Zukunft gerichtet sein.

Künftig werden wir intensiv daran weiter arbeiten, uns von den schlechten Märchen und schlimmen Mythen, die uns noch immer nachhängen, aktiv zu lösen.

Stephan Roth-Kleyer

Damit verbunden werden wir, das heißt, werden unsere Logen und die Großloge mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit darüber informieren, was uns und der Gesellschaft die Freimaurerei heute zu sagen hat und künftig zu sagen haben wird. Mit diesen Themen gilt es sich intensiv auseinanderzusetzen. Das muss das Ziel der nächsten Jahre sein.

An dieser Stelle will ich jetzt auf kurz- bis mittelfristig zu erstrebende Ziele für unsere Logen und damit verbunden auch für unsere Großloge verweisen. Unser Ansinnen, und das ist als Apell zu werten, muss es insgesamt sein, zunehmend gesellschaftlich relevant zu werden. Ich wiederhole es gerne unmittelbar nochmals: Unser mittelfristiges übergeordnetes Ziel ist: „Wir müssen den Weg mehr in Richtung Mitte der Gesellschaft gehen.“ Darin sind wir uns wohl einig.

Dazu will ich einige Teilziele benennen, die das soeben formulierte übergeordnete Ziel „mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft“ unterstützen und operationalisierbar machen sollen. Auch diese Zusammenstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Priorität. Unsere kurz- bis mittelfristigen Teilziele lauten (aus meiner Sicht) stark verkürzt:

  • Die GL der AFuAMvD, wie auch unsere Tochterlogen verfolgen auch weiterhin hohe humanitäre Ziele als Wertegemeinschaft.
  • Wir bieten unseren Brüdern, unterschiedlicher Berufe, Religionen, Nationalitäten, unterschiedlichen Alters einen „geschützten Raum, das sind unsere Logen“. Dies, um gemeinsam Gedanken und Informationen auszutauschen, Zusammenhänge zu erkennen, an sich selbst zu arbeiten und sich frei Meinungen zu bilden.
  • Wir bieten Raum und Gelegenheit zum offenen Meinungsaustausch. Das kann am Ende auch der Meinungsbildung des Einzelnen dienlich sein.
  • Wir bemühen uns damit auch um die geistige Entfaltung und ethische Entwicklung der Brüder.
  • Wir schaffen Gelegenheiten für Geselligkeit und Freundschaften.
  • Wir bieten Chancen und Raum, zur Orientierung in der komplexen Entwicklung der Digitalisierung der Umwelt (Stichwort Großlogentreffen 2015, Osnabrück mit dem Thema „Freimaurerei im Informationszeitalter – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Welt“). Wir bieten Chancen und Möglichkeiten, zur Orientierung in der Zeit des zunehmenden Populismus, des wachsenden Nationalismus und der Globalisierung, sowie vor dem Hintergrund weiterer politischer und kultureller weltweiten Veränderungen.
  • Wir Freimaurer befassen uns durchaus mit aktuellen kulturellen und politischen Themen, das jedoch ergebnisoffen, das jedoch ohne Dogma, das ohne Streitgespräche.
  • Unsere Logen legen bei der Auswahl ihrer Mitglieder weiter oder besser noch zunehmend Wert auf Qualität, so auf z. B. auf die Attribute Ritualfähigkeit, auf die Werteüberzeugung, auf Verhaltensqualitäten. Diese Qualitäten lassen sich durch geeignete Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung steigern. Das ist mir persönlich ein wichtiges Ansinnen.
  • Unsere Logen partizipieren wieder mehr am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in ihren Regionen und lassen die Gesellschaft die Freimaurerei in ihrer Herkunft, ihren Anliegen und Zielen besser verstehen. Lasst uns auch sozial und im weitesten Sinne gesellschaftlich (so auch mit anderen Trägern / Vereinigungen) zunehmend aktiv sein und werden. Hierzu fordert unser Ritual recht deutlich auf. Denkt dabei zum Beispiel an den Satz: „Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf euch selbst“.
  • Unsere Logen entwickeln sich weiter zu einem kalkulierbaren und bedeutenden Träger sozialer Werte in ihren Regionen. Auch das ist mir eine wichtige Zielsetzung, die es einzulösen gilt.
  • Unsere Logen bilden Plattformen für den kulturellen, geistigen und sozialen Austausch und initiieren entsprechende Projekte mit anderen Trägern in ihren Regionen.
  • Unsere Logen fördern die Freundschaften der Brüder untereinander und machen so aus Mitgliedern „Brüder“ und „Freunde“.
  • Nationale und internationale Kontakte sind im Sinne der Weltbruderkette auszubauen und zu intensivieren. Das geschieht in enger Kooperation mit den Vereinigten Großlogen von Deutschland.
  • Jeder von uns, meine Brüder, ist Botschafter in Sachen Freimaurerei. Wir sollten, jeder einzelne von uns, als Imageträger in unserer Sache „Das Mehr“, das die Freimaurerei zweifelsohne zu bieten hat, „Das Mehr der Freimaurerei“ aktiv kommunizieren.

Unsere Logen partizipieren wieder mehr am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in ihren Regionen und lassen die Gesellschaft die Freimaurerei in ihrer Herkunft, ihren Anliegen und Zielen besser verstehen.

Stephan Roth-Kleyer

Soviel zu den Zielen und Vorstellungen, die mir bei der Vorbereitung des heutigen Anlasses primär wichtige waren. Diese Teilziele bzw. Aufgaben sind ohne Zweifel zu ergänzen und weiterzuführen. Vor allem aber sollten sie soweit möglich umgesetzt werden.

Und vergesst es nicht liebe Brüder, Freimaurerei muss gelebt werden. Freimaurerei muss immer gelebt werden, ansonsten ist sie wirkungslos.

Soviel zu unseren künftigen Zielen und den daraus resultierenden Aufgaben für die nächste Zeit in Sachen „Schluss mit den Märchen und Mythen um die Freimaurerei“. Lasst uns daran arbeiten. Den Erfüllungsgrad und die Zeitachse bestimmt dabei jede Loge für sich.

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Senatsempfang für Freimaurer in Hamburg

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

Anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung der weltweit ersten Großloge lud Olaf Scholz, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Erster Bürgermeister zu einem Empfang in das Hamburger Rathaus. Festredner war Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.

Mehr als vierhundert geladene Gäste, Freimaurer, Politiker, Ehrenbürger der Stadt Hamburg kamen im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses zusammen, um sich an dreihundert Jahre moderner Freimaurerei und die Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 zu erinnern. Hamburg scheint der passende Ort für eine solche Veranstaltung zu sein, denn immerhin wurde hier im Jahre 1737 die erste bis heute bestehende deutsche Loge gegründet. Und so wies der Hausherr in seinen Begrüßungsworten auf die lange Tradition der Weltoffenheit und Toleranz hin, die die Hamburger für die Ideale der Aufklärung empfänglich gemacht habe. „300 Jahre Freimaurerei – das ist eine stolzer Geburtstag“, sagte Scholz. „Er verweist auf 300 Jahre des Ringens um Vernunft, Freiheit, Toleranz und Humanität in Europa und erinnert daran, dass die Errungenschaften unserer liberalen, demokratischen und offenen Gesellschaft immer wieder verteidigt werden müssen.“

Toleranz und Brüderlichkeit vorzuleben und in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist eine ganz wichtige Aufgabe der Freimaurer.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister verwies auf die enge Verknüpfung der Hamburger Stadgeschichte und Hamburger Logenbrüder. Er erinnerte an Gotthold Ephraim Lessing, den Dichter Friedrich Klopstock, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Buchhändler Johann Bode, den Theatermann Friedrich Ludwig Schröder sowie an den Zoologen Carl Hagenbeck, den Verleger Axel Springer und die Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Heinrich Kellinghusen und Georg Heinrich Sieveking. „Wenn Sie nachher das Rathaus verlassen, das ebenfalls von einem Freimaurer erbaut wurde, können Sie unter den 58 Hamburger Persönlichkeiten, die an den Säulen portraitiert sind, 13 Freimaurer entdecken, unter ihnen Gabriel Risser, der erste jüdische Richter in Deutschland.“

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedankte sich in seiner Einführungsrede, dass man in einem solchen prächtigen Rathaus feiern darf und bezeichnete dies als einen Meilenstein, erfolgte doch die Gründung der an diesem Tag gefeierten Großloge recht unprätentiös in einer Londoner Kneipe. Er wies darauf hin, dass das von einem Freimaurer miterbaute Rathaus eines sei, bei dem der Bürger keine Stufen emporsteigen müsse und bezog sich damit auf einen der Grundsätze der Freimaurerei, sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.

Der Gastredner Prof. Dr. Norbert Lammert leitete seinen Vortrag mit einem Satz von Kurt Tucholsky ein, „einem bekennenden Freimaurer“, so Lammert: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Er brachte diesen Satz in Verbindung mit der Rolle der frühen Freimaurer, die sich nach seinen Worten außerhalb der Zünfte befanden und damit nicht eingebettet waren in das bestehende System. Doch eben dieser dort entwickelte und gepflegte Freiheitsgedanke habe sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt.

Der Redner betonte, wie passend der 8. Mai als Datum sei, um auch der Gründung der Freimaurerei in einer Feierstunde zu gedenken: Am 8. Mai 1945 wurden die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges eingestellt, er wird als Tag der Befreiung gefeiert, und am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, und fügte lächelnd hinzu: „gegen die Stimmen der der KPD und der CSU“.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben.

Prof. Dr. Norbert Lammert

„Freimaurer“, lobte Lammert, „fühlen sich über alle Unterschiede hinweg den gleichen Zielen verbunden.“ Er verschwieg aber nicht die Verirrungen in der Nazizeit, als große Teile der bürgerlichen Freimaurerei versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu arrangieren. Verirrungen, wie er es nannte, die aber nicht halfen und nicht schützten.

In seiner Rede beschäftigte er sich intensiv mit den Prinzipien der Freimaurerei. Wie viel Freiheit braucht ein Mensch und wie viel Freihet verträgt er, fragte er herausfordernd. Wie lasse sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit vereinbaren? Muss man auch Intoleranz tolerieren? Überhaupt nahm Toleranz einen breiten Raum seiner Ausführungen ein. Er sprach von ihr als dem großen Bruder der Freiheit. „Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein oder er muss auf Freiheit verzichten.“ Toleranz sei mehr als die Duldung des Anderen, sondern dessen Akzeptanz.

Freiheit, Gleichheit, Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit waren weitere Themen, und er wies darauf hin, dass es bei allem ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten brauche, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede nicht aushalten könne. „Je unangefochtener die Errungenschaften zu sein scheinen, umso weniger gern erinnert man sich an die Mühen, mit denen sie errungen wurden.“

Am Schluss beglückwünschte er die Freimaurer „zu diesem Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzung einer humanen Gesellschaft sich unangefochtener durchsetzen als das über die letzten 300 Jahre zu beobachten war.“

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, bedankte sich beim Senat für die Möglichkeit, den Festredner „in dieser glanzvollen Atmosphäre zu empfangen“. Er bedankte sich überdies bei seinen Vorrednern für die motivierenden und zielgerichteten Perspektiven, die erkennen ließen, dass die Freimaurer auf dem richtigen Weg seien.

Künftig werden wir weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns leider noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen und Ziele verstärkt informieren.

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Ferner bedankte sich der Großmeister für das große Engagement des Distriktes Hamburg und allen Freimaurern und Sympathisanten in und um Hamburg, die das Gelingen des Empfanges möglich gemacht haben, auch den zahlreichen Sponsoren.

Zum Schluss der Veranstaltung erinnerte er an die Caritas, die den Freimaurern neben allen anderen Zielen ebenfalls wichtig seien und überreichte einen Spendenscheck der Großloge über 10.000 € an die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Kindern in alleinerziehenden bedürfigen Familien hilft, die in der Region Hamburg leben.

Das imposante Hamburger Rathaus, Sitz der Bürgerschaft und des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg
Die zurückhaltend als Diele bezeichnete Säulenhalle des Hamburger Rathauses
Der bis auf  den letzten Platz besetzte Große Festsaal, in dem alljährlich auch die Matthiae-Mahlzeit stattfindet, das älteste Festmahl der Welt.
Der Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer bedankt sich beim Gastgeber Olaf Scholz (Mitte) und dem Festredner Prof. Dr. Norbert Lammert (Links)
Helmut Uth von der ältesten deutschen Loge "Absalom zu den drei Nesseln" in Hamburg nimmt für die die Friedrich-Ludwig-Schröder Kinderstiftung eine Spende der Großloge A.F.u.A.M.v.D. entgegen.

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Großlogentreffen 2017 in Dresden

23. Januar 2017
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Das diesjährige Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland findet vom 24. bis 26. Mai in Dresden statt. Neben einem angenehmen Programm in einer interessanten Stadt beschäftigen sich die Freimaurer mit der Frage „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“

Jedes Jahr treffen sich die Freimaurer der Großloge A.F.u.A.M.v.D. mit jeweils wechselndem Schwerpunkt an wechselnden Orten. In einem Jahr ist es der Großlogentag, der satzungsmäßigen Mitgliederversammlung mit Wahlen und verbindlichen Abstimmungen, im Folgejahr das Großlogentreffen, das mehr dem kommunikativen Charakter dient. Das diesjährige Großlogentreffen findet in der schönen Stadt Dresden statt, die den Besuchern am Randes des freimaurerischen Treffens viele Sehenswürdigkeiten und ein besonderes Flair bietet. Die Ausrichtung des Treffens übernimmt traditionell eine örtliche Loge, in Dresden ist es die 1863 gegründete, im Dritten Reich und der DDR verbotene und im Jahre 2014 wiederbegründete Loge „Zu den Ehernen Säulen“.

Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Freimaurer leitet ihr Treffen mit einer rituellen Zusammenkunft, einer sogenannten „Arbeit“ ein, mit der sie sich auf zwei Tage voller brüderlich-freundschaftlicher Gespräche einstimmen. Im Anschluss folgt der für die Öffentlichkeit wohl wichtigste Punkt, die Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Großen Saal des „Dresdner Stadtmuseums“ wird dem bekannten Schriftsteller („Der Turm“, „Der Eisvogel“ u.v.a.) der „Kulturpreis der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ verliehen. Für Tellkamp ist dies sozusagen ein Heimspiel, wurde er doch in Dresden geboren und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die Laudatio hält Jürgen Kaube, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Kulturpreis Deutscher Freimaurer wird von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer seit 1966 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der Preis dient der Anerkennung künstlerischen Schaffens, das den ethischen freimaurerischen Lebensvorstellungen entspricht, für ein Werk, das die freimaurerischen Ideen der Toleranz, der Freiheit und der Brüderlichkeit fördert, wobei kein Unterschied zwischen Freimaurern und Nicht-Freimaurern gemacht wird. Bisherige Preisträger waren Max Tau, Erich Kästner, Siegfried Lenz, Golo Mann, Peter Huchel, Winfried Dotzauer, Otto Friedrich Bollnow, Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopulew, Otmar Alt, Rainer Kunze, Arno Surminski, Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Hans Küng, Gidon Kremer und Prof. Kurt Masur.

Am folgenden Tag beschäftigen die Freimaurer sich in einer internen Zusammenkunft mit Fragen der Gegenwart und Zukunft ihres Bundes unter dem Thema „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“. Damit wird ein vor mehreren Jahren eingeleiteter Prozess fortgesetzt, die humanistische Freimaurerei in Deutschland in ihrem Bezug zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart zu untersuchen und Antworten auf aktuelle Fragestellungen zu finden.

Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein angenehmes Programm in der Stadt Dresden, beispielsweise Zwinger und Semperoper, Schloss und Fürstenzug, Neumarkt und Frauenkirche, Brühlsche Terrasse und Neue Synagoge — das klassische Dresden-Programm mit den typischen Sehenswürdigkeiten. Viele werden die Gelegenheit nutzen, und auch einige andere der vielen Dresdner Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Als gemeinsame Abendveranstaltung ist eine reizvolle mehrstündige Elbfahrt auf einem Salonschiff geplant.

Dresdens lange Tradition der Freimaurerei

Die älteste Dresdner Loge „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ wurde bereits 1738 gegründet und ist damit eine der ältesten Logen Deutschlands. Im Jahre 1776 folgte die Loge „Zum Goldenen Apfel“ und 1863 die Loge „Zu den ehernen Säulen“ — die drei genannten Logen sind Mitglieder der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In Dresden gibt es zudem die Loge „Zum Goldenen Kreuz„, gegründet 1894 und eine Mitgliedsloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Auch in Dresden hatte die Freimaurerei im Laufe ihrer geschichte populäre Mitglieder, beispielsweise Johann Gottlieb Naumann, Christian Gottfried Körner, Karl Christian Friedrich Krause, Gottfried Semper, Johann Andreas Schubert, Friedrich Wilhelm Pfotenhauer, Max Arnhold, Hans Erlwein, Richard Seifert.  Auf gemeinsame oder einzelne Initiative der Dresdner Logen gingen wichtige Einrichtungen wie das Freimaurerinstitut, eine Wohlfahrtseinrichtung, zurück, ebenso die „Lehr- und Erziehungsanstalt für Töchter gebildeter Stände sowie die Schillerstiftung. Von dem Verbot durch die Nationalsozialisten hat sich, wie in ganz Deutschland, auch die Dresdner Freimaurerei noch nicht wieder erholt. Mit etwas mehr als einhundert Mitgliedern sind die heute aktiven Logen gleichwohl auf einem guten Weg.

Das Großlogentreffen in Dresden findet vom 24. bis 26. Mai statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Die Teilnahme am Großlogentreffen steht jedem Bruder Freimaurer offen. Ein rechtzeitige Anmeldung ist notwendig; die Anmeldeunterlagen mit den genauen Terminen, Kosten und Orten liegen jeder Mitgliedsloge der Großloge A.F.u.A.M.v.D. vor. Bei Rückfragen ist die Kanzlei unter der Mailadresse kanzlei@freimaurerei.de oder der Telefonnummer 030-86422034 gern behilflich.

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Grüße und Wünsche des Großmeisters

18. Dezember 2016
Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Die Adventszeit ist bereits an uns vorbeigeeilt und es sind nur noch wenige Tage bis zum Jahreswechsel. Und immer ist die Vorweihnachtszeit durch eine Fülle abzuschließender Aufgaben gekennzeichnet, welche die Sicht auf das neue Jahr einschränken können. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, einen entspannten Ausklang des Alten und eine gehörige Portion Vorfreude auf das Neue Jahr zu wünschen. Es ist auch die Zeit, in der man innehält, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und dem kommenden Jahr vielleicht nachdenklich, vor allem aber hoffnungsfroh entgegen zu sehen.

Für das nächste Jahr haben sich die Großloge wie auch ihre 275 Tochterlogen einiges vorgenommen. Im Jahr 2017 feiert die organisierte Freimaurerei weltweit ihr 300jähriges Bestehen. Das wird auch für die deutsche Freimaurerei ein richtungsweisendes Jahr mit vielen informativen Veranstaltungen. In diesem Zusammenhang werden die Logen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland 2017 mit verschiedenen regional organisierten Veranstaltungen in die Öffentlichkeit gehen.

Anlässe wie diese sind geeignet und wichtig, um die Gesellschaft an unserem Logenleben teilhaben zu lassen, um mehr Transparenz zu schaffen. Sie sind auch ein wichtiger äußerer Ausdruck unserer freimaurerischen Zielsetzung. Um dieses unser Tun auch nach außen hin zu dokumentieren und zu kommunizieren, sind schon jetzt für 2017 zahlreiche öffentliche Veranstaltungen unterschiedlicher Ausprägung geplant. Diese Veranstaltungen sind essentiell, um besser in der Gesellschaft verstanden zu werden.

Wir werden künftig intensiv daran weiter arbeiten, uns von den schlechten Märchen und schlimmen Mythen, die uns noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns erstens helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen und zweitens unsere Attraktivität für neue Mitglieder zu stärken. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen verstärkt informieren. Und wir werden uns den Fragestellungen, die wir an uns selbst haben und an die, die die Gesellschaft an unsere humanitäre Freimaurerei hat, stellen müssen. Unser Blick soll zunehmend in die Zukunft gerichtet sein. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei diesen Veranstaltungen des Öfteren begegnen.

Abschließend möchten die beiden Unterzeichner Ihnen/Euch für Ihr/Euer hohes Engagement und Eure hervorragende Arbeit bedanken. Allen Lesern unserer Internetseite und des Newsletters danken wir für das Interesse an unserer Bruderschaft. Ihnen/Euch allen, Euren Familien und Freunden wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und verbinden dies mit den besten Wünschen für ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches Jahr 2017.

Stephan Roth-Kleyer
Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Carlos Urban
Internetbeauftragter der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

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Spendenaufruf für Erdbebenopfer in Italien

30. August 2016
italian flag grunge wall

Am 24. August ereignete sich in Zentralitalien ein außergewöhnlich starkes Erdbeben, das ganze Dörfer zerstörte und mindestens 290 Menschen das Leben kostete. Die Großorient von Italien hat einen Spendenaufruf gestartet, dem sich die deutschen Freimaurer anschließen.

Während noch die Bergungs- und Aufräumarbeiten in den stark zerstörten Regionen laufen, müssen die Überlebenden untergebracht und versorgt werden, der Wiederaufbau und die Zukunft der betroffenen Menschen muss organisiert sein. Der Großkanzler unserer Großloge teilte heute mit, dass de Großorient von Italien einen Spendenaufruf veröffentlicht und ein Spendenkonto für die Opfer des Erdbebens in Mittelitalien eingerichtet hat.

In Deutschland übernimmt das gemeinnützige Freimaurerische Hilfswerk die Federführung bei der Sammlung und Verwaltung der Spenden, die durch den Großorient von Italien an die die meistbetroffenen Gemeinden zweckbestimmt für Maßnahmen zu Gunsten der betroffenen Kinder und ihrer Zukunft weitergeleitet werden. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer hat spontan bereits 5.000 € gespendet, das Freimaurerische Hilfswerk ebenfalls. Weitere Spenden durch Einzelpersonen, Logen oder andere Großlogen sind willkommen.

Die Bankverbindung des Freimaurerisches Hilfswerkes (FHW) lautet IBAN DE18 2512 0510 0007 4631 00, Verwendungszweck „Erdbeben Italien“. Das FHW kann auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen.

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Das Freimaurermuseum in Bayreuth

23. August 2016
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Bayreuth, vor allen Dingen bekannt für den Komponisten Richard Wagner und die Wagner-Festpiele, hat neben etlichen Sehenswürdigkeiten ein ganz besonderes Kleinod: Das Deutsche Freimaurermuseum. Es ist eine Reise wert, und wer Bayreuth besucht, sollte es nicht versäumen.

Dass viele Bayreuth-Besucher das Deutsche Freimaurermuseum nicht kennen, mag mit seiner versteckten Lage zusammenhängen. Direkt neben dem Zentrum der Bayreuther Kultur gelegen, vis-a-vis des Neuen Schlosses, mitten in der Idylle des Hofgartens liegt es diskret und unaufdringlich, nur durch ein dezentes Bronzeschild erkennbar. Noch gar nicht sichtbar spiegelt das Museum auf diese Weise bereits den Zustand der Freimaurerei wider: Präsent und im Zentrum der Gesellschaft, aber eine Spur zu diskret, um wahrgenommen zu werden. Ein wenig mehr Hinweise auf seine Existenz im Stadtbild würden dem Museum und der Freimaurerei sicherlich gut tun.

Vorderseite der Wagner-Villa

Vorderseite der Wagner-Villa „Haus Wahnfried“

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Dabei ist es so leicht zu finden: Das Wagner-Museum als Wallfahrtsort der Wagnerianer kennt in Bayreuth jeder, es ist in jedem Stadtplan verzeichnet. Der Aufgang führt direkt zum „Haus Wahnfried“, das wir im wahrsten Sinne links liegen lassen, ebenso das Grab des Komponisten und unvermittelt befinden wir uns in der gezügelten Natur des ansprechenden Hofgarten. Hier wenden wir uns nach rechts und sehen nach etwa hundert Metern das Hofportal der Bayreuther Loge, in dessen Haus sich das Freimaurermuseum befindet.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Bereits im Vorgarten finden sich einige freimaurerische Motive und weisen den Kundigen auf das hin, was ihn erwartet. Das Museum selbst befindet sich im Erdgeschoss des Logenhauses. Der Besucher tritt in einen hellen Vorflur ein, im Boden eingelassen empfängt ihn noch vor dem eigentlichen Museum eine Vitrine mit einem kunstvollen Muster aus weißen und dunklen Fliesen. Ein „Musivisches Pflaster“, das die Gegensätze von Hell und Dunkel, Gute und Böse und die Wechselfälle des Lebens symbolisiert. Unmittelbar darauf weisen zwei Säulen, wie in einem Freimaurertempel, auf den Zugang zum Museum hin. Das Museum selbst ist ein kleiner Raum, der in geheimnisvolles blaues Dämmerlicht getaucht, das Wesen eines Freimaurertempels aufnimmt. Bereits der Aufbau der Exponate zwingt zwar nicht, verleitet aber unwillkürlich zu einem Gang „im Sonnenlauf“, wie es bei den meisten freimaurerischen Ritualen üblich ist.

Das Museum will die Freimaurerei nicht verklären, sondern erklären. „Wider das profunde Halbwissen“, ist das Motto. Die Ausstellung führt ein in die Entstehungsgeschichte, zeigt Werkzeuge der „operierenden“ Freimaurer, also der Steinmetzbruderschaften, deren Organisation den späteren „spekulativen“ Freimaurern als Vorbild diente.

Zu Beginn gezeigt werden Werkzeuge aus dem Arbeitsbereich der Steinmetze, die Freimaurer mit symbolischen Inhalten erweitert haben. Im weiteren Verlauf werden die zunächst einfachen und für den rustikalen Handwerkszweck gedachten Werkzeuge filigraner, farbenfroher und kunstfertiger – bis hin zu einem Grad, den manche schon als grenzwertig zum Kitsch betrachten, der aber seinerzeit sehr beliebt war. Bis heute sind alle Formen der Ausgestaltung in Gebrauch. Einer Zeitleiste folgend zeigt das Museum den Übergang von der operativen (handwerklichen) zur spekulativen (ethischen) Freimaurerei und die Phasen der Gründung der ersten Großloge mit einem Original der „Alten Pflichten“ sowie Schaustücke aus den ersten deutschen Logengründungen.

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Am Ende des Raumes wird durch einen Stoff hindurch ein Blick in den Aufbau eines Freimaurertempels gewährt. Dies erinnert an einige ältere und zum Teil heute noch gebräuchliche Aufnahmerituale, bei denen dem Kandidaten vor ihrer Aufnahme ein Blick in den vollbesetzten Tempel gewährt wurde, allerdings nur durch eine Gaze hindurch oder geblendet durch ein helles Licht. So konnten sie einen ersten Blick erhaschen, ohne aber Genaueres oder gar Gesichter der anwesenden Freimaurerbrüder erkennen zu können. Diese Installation wird durch einen historischen Arbeitsteppich ergänzt, der eine Vielzahl freimaurerischer Symbole zeigt und, wenn man ihn zu lesen weiß, eine Art Lebensplan darstellt.

Eine weitere Wand zeigt eine Vielzahl von Utensilien aus dem freimaurerischen Logenalltag, größtenteils wohl aus dem 18. Jahrhundert. Viele dieser Gegenstände und Verzierungen sind in dieser Art auch heute noch in Gebrauch. Eine große Sammlung von Logenbijous – jede Loge hat ihr eigenes, teilweise kunstvoll ausgearbeites – Abzeichen, das nur an Mitglieder der eigenen Loge oder in seltenen Fällen an verdiente Brüder anderer Logen vergeben wird, komplettiert die zahlreichen Ausstellungsstücke.

Aus gutem Grunde in der Mitte befindet sich eine Installation, die der Besucher erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Aber gerade die hier vermittelten Inhalte bilden abseits der vielen sichtbaren Gegenstände, kunstvoller Ornamente und des Zierrats den eigentlichen Inhalt der Freimaurerei, weshalb die Platzierung im räumlichen Zentrum gut gewählt ist. In drei Kabinen erfährt der Besucher etwas über die drei Grade der Freimaurerei, ihren Sinn und ihre Bedeutung. Er wird rational über Schautafeln informiert, kann die Bedeutung aber erst wirklich erfahren, wenn er die Kabinen betritt und die Kombination aus gesprochener Botschaft und Symbolik emotional aufnimmt.

Das Museum wird ergänzt durch einen Ausstellungsraum, in dem üblicherweise Kunst mit freimaurerischem Bezug präsentiert wird, der gelegentlich aber auch für rituelle Zusammenkünfte Verwendung findet. Ebenfalls zum Museum gehört eine für die Öffentlichkeit nicht geöffnete umfangreiche Sammlung an Büchern, Schriftstücken und Exponaten, die für Freimaurer, aber auch für die Wissenschaft zugänglich sind. Das Museum ist ein Kleinod in der freimaurerischen Landschaft, das viele Besucher – wenn sie es denn finden – begeistert.

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Das Deutsche Freimaurermuseum finanziert sich durch eine regelmäßige großzügige Zuwendung durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, durch Zuschüsse, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder. Um die Existenz dieses Kleinodes auf Dauer zu gewährleisten, wirbt das Museum um Mitgliedschaften im Verein. Die Mitgliedschaft kann bereits mit einem Jahresbeitrag von 24 € erworben werden, der Beitrag ist steuerlich abzugsfähig. Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Freimaurermuseums in Bayreuth.

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Großloge veröffentlicht Logenhandbuch

20. Juni 2016
Logenhandbuch mit CD

Logenhandbuch mit CD

Freimaurerei hat eine Vielzahl interner Regeln und Verhaltensweisen, die für das Funktionen und das Selbstverständnis der Bruderschaft wichtig sind. Aber selbst langjährige Mitglieder wissen nicht um alle Regeln oder es gubt Fehlinterpretationen. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer hat nun ein Logenhandbuch herausgegeben, das allen Mitgliedern ihrer Logen zur Verfügung steht.

Aus- und Weiterbildung und eine entsprechende Kommunikation der Inhalte sind der Großlogenleitung ein wichtiges Anliegen. Um Wissenslücken zu füllen und für ein einheitliches Regelwerk zu sorgen, wurde unter der Federführung des Zugeordneten Großmeisters Karl Deckart mit Hilfe einer vielköpfigen Redaktion ein etwa 50-seitiges Handbuch vorgelegt, das allen Logen bereits zugegangen ist. Neben dem gedrucken Handbuch gibt es auch eine CD mit der digitalen Version, die auf der DC befindliche PDF-Datei kann kostenfrei an alle Brüder Freimaurer dieser Großloge weitergegeben werden. Wer zusätzlich gedrucke Exemplare erhalten möchte, kann sich an die Kanzlei der Großloge in Berlin wenden. Selbstverständlich können nur Brüder Freimaurer dieses Werk beziehen.

Im Handbuch geht es um Themen wie Struktur der Großloge und der Logen, Verwaltungsabläufe und administrative Strukturen, um Details bei rituellen Arbeiten und zeremoniellen Anlässen, das Arkanum, Logenbesuche, um Mitgliedschaften, Ehrengerichtsbarkeiten, Anreden und Schriftformen und viele andere Stichworte, von denen jeder Freimaurer Kenntnis haben sollte.

Update: Das Handbuch stößt auf reges Interesse. In der Kanzlei sind nur noch wenige Exemplare vorhanden. Jede Loge hat auch eine PDF-Version auf CD erhalten, die an die Brüder der Loge weitergegeben werden kann. Es wird empfohlen, beim MvSt. oder Sekretär der Loge anzufragen.

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