Spendenaufruf für Erdbebenopfer in Italien

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Am 24. August ereignete sich in Zentralitalien ein außergewöhnlich starkes Erdbeben, das ganze Dörfer zerstörte und mindestens 290 Menschen das Leben kostete. Die Großorient von Italien hat einen Spendenaufruf gestartet, dem sich die deutschen Freimaurer anschließen.

Während noch die Bergungs- und Aufräumarbeiten in den stark zerstörten Regionen laufen, müssen die Überlebenden untergebracht und versorgt werden, der Wiederaufbau und die Zukunft der betroffenen Menschen muss organisiert sein. Der Großkanzler unserer Großloge teilte heute mit, dass de Großorient von Italien einen Spendenaufruf veröffentlicht und ein Spendenkonto für die Opfer des Erdbebens in Mittelitalien eingerichtet hat.

In Deutschland übernimmt das gemeinnützige Freimaurerische Hilfswerk die Federführung bei der Sammlung und Verwaltung der Spenden, die durch den Großorient von Italien an die die meistbetroffenen Gemeinden zweckbestimmt für Maßnahmen zu Gunsten der betroffenen Kinder und ihrer Zukunft weitergeleitet werden. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer hat spontan bereits 5.000 € gespendet, das Freimaurerische Hilfswerk ebenfalls. Weitere Spenden durch Einzelpersonen, Logen oder andere Großlogen sind willkommen.

Die Bankverbindung des Freimaurerisches Hilfswerkes (FHW) lautet IBAN DE18 2512 0510 0007 4631 00, Verwendungszweck “Erdbeben Italien”. Das FHW kann auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen.

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Das Freimaurermuseum in Bayreuth

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Bayreuth, vor allen Dingen bekannt für den Komponisten Richard Wagner und die Wagner-Festpiele, hat neben etlichen Sehenswürdigkeiten ein ganz besonderes Kleinod: Das Deutsche Freimaurermuseum. Es ist eine Reise wert, und wer Bayreuth besucht, sollte es nicht versäumen.

Dass viele Bayreuth-Besucher das Deutsche Freimaurermuseum nicht kennen, mag mit seiner versteckten Lage zusammenhängen. Direkt neben dem Zentrum der Bayreuther Kultur gelegen, vis-a-vis des Neuen Schlosses, mitten in der Idylle des Hofgartens liegt es diskret und unaufdringlich, nur durch ein dezentes Bronzeschild erkennbar. Noch gar nicht sichtbar spiegelt das Museum auf diese Weise bereits den Zustand der Freimaurerei wider: Präsent und im Zentrum der Gesellschaft, aber eine Spur zu diskret, um wahrgenommen zu werden. Ein wenig mehr Hinweise auf seine Existenz im Stadtbild würden dem Museum und der Freimaurerei sicherlich gut tun.

Vorderseite der Wagner-Villa

Vorderseite der Wagner-Villa “Haus Wahnfried”

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Dabei ist es so leicht zu finden: Das Wagner-Museum als Wallfahrtsort der Wagnerianer kennt in Bayreuth jeder, es ist in jedem Stadtplan verzeichnet. Der Aufgang führt direkt zum “Haus Wahnfried”, das wir im wahrsten Sinne links liegen lassen, ebenso das Grab des Komponisten und unvermittelt befinden wir uns in der gezügelten Natur des ansprechenden Hofgarten. Hier wenden wir uns nach rechts und sehen nach etwa hundert Metern das Hofportal der Bayreuther Loge, in dessen Haus sich das Freimaurermuseum befindet.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Bereits im Vorgarten finden sich einige freimaurerische Motive und weisen den Kundigen auf das hin, was ihn erwartet. Das Museum selbst befindet sich im Erdgeschoss des Logenhauses. Der Besucher tritt in einen hellen Vorflur ein, im Boden eingelassen empfängt ihn noch vor dem eigentlichen Museum eine Vitrine mit einem kunstvollen Muster aus weißen und dunklen Fliesen. Ein “Musivisches Pflaster”, das die Gegensätze von Hell und Dunkel, Gute und Böse und die Wechselfälle des Lebens symbolisiert. Unmittelbar darauf weisen zwei Säulen, wie in einem Freimaurertempel, auf den Zugang zum Museum hin. Das Museum selbst ist ein kleiner Raum, der in geheimnisvolles blaues Dämmerlicht getaucht, das Wesen eines Freimaurertempels aufnimmt. Bereits der Aufbau der Exponate zwingt zwar nicht, verleitet aber unwillkürlich zu einem Gang “im Sonnenlauf”, wie es bei den meisten freimaurerischen Ritualen üblich ist.

Das Museum will die Freimaurerei nicht verklären, sondern erklären. “Wider das profunde Halbwissen”, ist das Motto. Die Ausstellung führt ein in die Entstehungsgeschichte, zeigt Werkzeuge der “operierenden” Freimaurer, also der Steinmetzbruderschaften, deren Organisation den späteren “spekulativen” Freimaurern als Vorbild diente.

Zu Beginn gezeigt werden Werkzeuge aus dem Arbeitsbereich der Steinmetze, die Freimaurer mit symbolischen Inhalten erweitert haben. Im weiteren Verlauf werden die zunächst einfachen und für den rustikalen Handwerkszweck gedachten Werkzeuge filigraner, farbenfroher und kunstfertiger – bis hin zu einem Grad, den manche schon als grenzwertig zum Kitsch betrachten, der aber seinerzeit sehr beliebt war. Bis heute sind alle Formen der Ausgestaltung in Gebrauch. Einer Zeitleiste folgend zeigt das Museum den Übergang von der operativen (handwerklichen) zur spekulativen (ethischen) Freimaurerei und die Phasen der Gründung der ersten Großloge mit einem Original der “Alten Pflichten” sowie Schaustücke aus den ersten deutschen Logengründungen.

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Am Ende des Raumes wird durch einen Stoff hindurch ein Blick in den Aufbau eines Freimaurertempels gewährt. Dies erinnert an einige ältere und zum Teil heute noch gebräuchliche Aufnahmerituale, bei denen dem Kandidaten vor ihrer Aufnahme ein Blick in den vollbesetzten Tempel gewährt wurde, allerdings nur durch eine Gaze hindurch oder geblendet durch ein helles Licht. So konnten sie einen ersten Blick erhaschen, ohne aber Genaueres oder gar Gesichter der anwesenden Freimaurerbrüder erkennen zu können. Diese Installation wird durch einen historischen Arbeitsteppich ergänzt, der eine Vielzahl freimaurerischer Symbole zeigt und, wenn man ihn zu lesen weiß, eine Art Lebensplan darstellt.

Eine weitere Wand zeigt eine Vielzahl von Utensilien aus dem freimaurerischen Logenalltag, größtenteils wohl aus dem 18. Jahrhundert. Viele dieser Gegenstände und Verzierungen sind in dieser Art auch heute noch in Gebrauch. Eine große Sammlung von Logenbijous – jede Loge hat ihr eigenes, teilweise kunstvoll ausgearbeites – Abzeichen, das nur an Mitglieder der eigenen Loge oder in seltenen Fällen an verdiente Brüder anderer Logen vergeben wird, komplettiert die zahlreichen Ausstellungsstücke.

Aus gutem Grunde in der Mitte befindet sich eine Installation, die der Besucher erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Aber gerade die hier vermittelten Inhalte bilden abseits der vielen sichtbaren Gegenstände, kunstvoller Ornamente und des Zierrats den eigentlichen Inhalt der Freimaurerei, weshalb die Platzierung im räumlichen Zentrum gut gewählt ist. In drei Kabinen erfährt der Besucher etwas über die drei Grade der Freimaurerei, ihren Sinn und ihre Bedeutung. Er wird rational über Schautafeln informiert, kann die Bedeutung aber erst wirklich erfahren, wenn er die Kabinen betritt und die Kombination aus gesprochener Botschaft und Symbolik emotional aufnimmt.

Das Museum wird ergänzt durch einen Ausstellungsraum, in dem üblicherweise Kunst mit freimaurerischem Bezug präsentiert wird, der gelegentlich aber auch für rituelle Zusammenkünfte Verwendung findet. Ebenfalls zum Museum gehört eine für die Öffentlichkeit nicht geöffnete umfangreiche Sammlung an Büchern, Schriftstücken und Exponaten, die für Freimaurer, aber auch für die Wissenschaft zugänglich sind. Das Museum ist ein Kleinod in der freimaurerischen Landschaft, das viele Besucher – wenn sie es denn finden – begeistert.

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Das Deutsche Freimaurermuseum finanziert sich durch eine regelmäßige großzügige Zuwendung durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, durch Zuschüsse, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder. Um die Existenz dieses Kleinodes auf Dauer zu gewährleisten, wirbt das Museum um Mitgliedschaften im Verein. Die Mitgliedschaft kann bereits mit einem Jahresbeitrag von 24 € erworben werden, der Beitrag ist steuerlich abzugsfähig. Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Freimaurermuseums in Bayreuth.

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Großloge veröffentlicht Logenhandbuch

Logenhandbuch mit CD

Logenhandbuch mit CD

Freimaurerei hat eine Vielzahl interner Regeln und Verhaltensweisen, die für das Funktionen und das Selbstverständnis der Bruderschaft wichtig sind. Aber selbst langjährige Mitglieder wissen nicht um alle Regeln oder es gubt Fehlinterpretationen. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer hat nun ein Logenhandbuch herausgegeben, das allen Mitgliedern ihrer Logen zur Verfügung steht.

Aus- und Weiterbildung und eine entsprechende Kommunikation der Inhalte sind der Großlogenleitung ein wichtiges Anliegen. Um Wissenslücken zu füllen und für ein einheitliches Regelwerk zu sorgen, wurde unter der Federführung des Zugeordneten Großmeisters Karl Deckart mit Hilfe einer vielköpfigen Redaktion ein etwa 50-seitiges Handbuch vorgelegt, das allen Logen bereits zugegangen ist. Neben dem gedrucken Handbuch gibt es auch eine CD mit der digitalen Version, die auf der DC befindliche PDF-Datei kann kostenfrei an alle Brüder Freimaurer dieser Großloge weitergegeben werden. Wer zusätzlich gedrucke Exemplare erhalten möchte, kann sich an die Kanzlei der Großloge in Berlin wenden. Selbstverständlich können nur Brüder Freimaurer dieses Werk beziehen.

Im Handbuch geht es um Themen wie Struktur der Großloge und der Logen, Verwaltungsabläufe und administrative Strukturen, um Details bei rituellen Arbeiten und zeremoniellen Anlässen, das Arkanum, Logenbesuche, um Mitgliedschaften, Ehrengerichtsbarkeiten, Anreden und Schriftformen und viele andere Stichworte, von denen jeder Freimaurer Kenntnis haben sollte.

Update: Das Handbuch stößt auf reges Interesse. In der Kanzlei sind nur noch wenige Exemplare vorhanden. Jede Loge hat auch eine PDF-Version auf CD erhalten, die an die Brüder der Loge weitergegeben werden kann. Es wird empfohlen, beim MvSt. oder Sekretär der Loge anzufragen.

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Großlogentag 2016 in Darmstadt

Großlogentag 2016 in Darmstadt

Großlogentag 2016 in Darmstadt

Vom 4. bis 6. Mai 2016 fand der Großlogentag der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland statt, begleitet von großartigem Wetter und ebensolcher Stimmung. Etwas über hundert stimmberechtigte Mitglieder sowie zahlreiche Brüder und Gäste fanden sich in Darmstadt ein, um ein von der ortsansässigen Loge “Johannes der Evangelist zur Eintracht” vorbildlich organisiertes Treffen zu besuchen.

Der Großlogentag findet alle zwei Jahre an unterschiedlichen Orten statt und ist die satzungsgemäße Mitgliederversammlung der Großloge, dem Verbund von derzeit 275 Logen der humanistischen Richtung in Deutschland. Ein Novum der Versammlung war, dass die zeremonielle Zusammenkunft bereits am Beginn statt wie üblich zum Schluss abgehalten wurde. So sollte der tragende verbindende Gedanke der Bruderschaft in die anstehenden Gespräche getragen werden. Und dies gelang: Die satzungsgemäßen Besprechungen am Folgetag wurden trotz schwieriger Entscheidungen von großer Harmonie und gegenseitiger Achtung getragen.

Ein weiteres Novum, das das Grußwort von der Großmeisterin der Frauengroßloge in Deutschland,  Sr. Marita Gründler, gehalten wurde. Den Freimaurern wird gern vorgehalten, sie seien angesichts des reinen Männerbundes rückwärtsgewandt oder sogar frauenfeindlich. Es ist in der Öffentlichkeit oftmals schwierig zu erklären, dass dies in der Realität nicht so ist, aber die Trennung von Männern und Frauen gute Gründe hat, die nicht der Traditionspflege geschuldet sind. Darauf wies auch die Großmeisterin hin: “Dass ihr, meine Brüder, und wir Schwestern in getrennt geschlechtlichen Verbänden arbeiten, ist gut so. Daran soll auch durch diesen Besuch nicht gerüttelt werden.” Und weiter: “Es braucht in einer Gesellschaft, in der vieles nivelliert und damit auch egalisiert und verflacht wird, Räume für Frauen und Räume für Männer. Wir müssen nicht alles gemeinsam machen!” Dass sie dennoch für Zusammenarbeit warb, fand breiten Zuspruch in der Bruderschaft. Ferner wies die Großmeisterin auf die Aufgaben hin, die vor der Freimaurerei liegen. “Wir stehen 2016 deutlich spürbar an einem Entscheidungspunkt: Schon in den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob Freimaurerei ihren Zenit überschritten hat und nur noch aus Clubs besteht, in denen man bei Kerzenschein und schöner Musik Ritualen nachgeht, deren Sinn, Ursprünge und Inhalte nur noch wenige verstehen – oder ob wir Freimaurer und Freimaurerinnen spürbar etwas in unserer Zeit bewirken, so wie es auch vor weitaus mehr als 300 Jahren Ziel unserer Vorgänger und Vorgängerinnen war.”

Zur nach dem Grußwort beginnenden Mitgliederversammlung bat der Großmeister, Br. Stephan Roth-Kleyer, nicht nur die Bruderschaft, sondern auch die anwesenden Gäste in die Bruderkette und erklärte “Die Kette, die Bruderkette, ist uns das Symbol für Harmonie. Sie erinnert an die weltweite Verbundenheit aller Brüder auf der Welt. Dieses Symbol ist nicht nur figurativ zu verstehen, sondern entwickelt eine tiefe Bedeutung durch seine reale Umsetzung; ‘Alle Brüder auf dem Erdenrund machen eine Loge aus’, ruft ein altes Ritualwort den Brüdern Freimaurern ins Gedächtnis. Denn der Tempel der Humanität kann nur durch die gleiche Gesinnung und gemeinschaftliche Arbeit vollendet werden.”

Der Bericht des amtierenden Großmeisters Br. Stephan Roth-Kleyer wurde von Dank getragen: Der organisierenden Darmstäder Loge “Johannes der Evangelist zur Eintracht” dankte er, den zahlreichen Ehrengästen, seinen anwesenden Amtsvorgängern für das “Großmeisterwetter”, der Großmeisterin für das Grußwort, seinen Großbeamten, den Distriktmeistern, Stuhlmeistern und den vielen Mitstreitern für die gute Sache der Freimaurerei. Immer wieder zog sich der Tenor der Dankbarschaft durch seinen Bericht.

Er wies hin auf die personelle Erweiterung in der Berliner Kanzlei, lobte die Medienarbeit im Internet und der Mitgliederzeitschrift “Humanität”, wies auf die zwischenzeitlich vergriffene zweite Auflage der “Unterweisungen I” hin und darauf, dass eine dritte Überarbeitung in Vorbereitung sei: “Fehlenes wurde hinzugefügt und die Linie der Lehrart unserer Großloge wird deutlicher sichtbar.” Fertiggestellt ist ebenso ein Logenhandbuch, gearbeitet wird an einem Ritualhandbuch – alles Ergebnisse der Zusage, mehr für die Aus- und Weiterbildung in den Logen zu tun. Weiter wies der Großmeister auf bislang fünf Lichteinbringungen (Neu- oder Wiedergründung von Logen) in Schneeberg, Daaden, Dresden, Kempten und Berlin hin. Als ein “Highlight” bezeichnete Br. Stephan Roth-Kleyer die Verleihung der Gustav-Stresemann-Medaille an den Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt im Januar 2015.

Angesichts der Ereignisse weltweit und des steigenden Interesse an der Freimaurerei, damit auch einer Verjüngerung der Mitgliederstruktur wird auch innerhalb des Bundes immer häufiger die Frage nach gesellschaftlicher Einmischung und Relevanz gestellt. “Wenn wir die Geschichte der Freimaurerei anschauen, war die Freimaurerei immer gesellschaftspolitisch. Denkt an die Zeit der Aufklärung, denkt an die uns bekannten Mitwirkungen von Freimaurern bei Staatsgründungen und Verfassungen.” Er wies auf das Großlogentreffen in Osnabrück hin, das eine ganze Zusammenkunft unter das aktuelle Leitthema “Informationszeitalter” stellte, an die gesellschaftspolitischen Beiträge des Großredners und des Redners der Großloge und verwies auf die Vorträge von externen Fachreferenten auf dem Großlogentag in Darmstadt zum Themenkomplex “Flüchtlinge und Integration”. Abschließend dazu äußerte der Großmeister. “Wenn wir gesellschaftliche Relevanz behalten bzw. weiter erlangen wollen, ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen – ich meine hiermit nicht parteipolitischen – Themen unerlässlich. Ohne den Bezug zu gesellschaftspolitischen Themen sind wir gesellschaftlich im Aus.”

Er berichtete über das Freimaurermuseum in Bayreuth, um das es angesichts der Unterstützung durch die Großloge gut bestellt sei, warb aber auch für Mitgliedschaften im Museumsverein. “Das Museum ist unser Schaufenster der Freimaurerei, es unser Gedächtnis und eine der wichtigsten Forschungsstätten der Freimaurerei mit hoher nationaler wie internationaler Reputation. […] Mit eurer Mitgliedschaft sichert ihr die Zukunft des Deutschen Freimaurermuseums in Bayreuth.” Ebenso lobte er die Arbeit des Freimaurerischen Hilfswerkes, der karitativen Einrichtung unserer Großloge, das in Zusammenarbeit mit den Logen in vielen kleinen und großen Fällen Not lindern konnte, und das sowohl vor Ort als auch weltweit.

Abschließend ging der Großmeister auf das Jahr 2017 ein, in dem sich die Gründung der modernen Freimaurerei zum 300. Male jährt. “Es wird hierzu unterschiedliche Veranstaltungen auf unterschiedlichsten Ebenen geben. Wir werden in diesem Zusammenhang uns den Fragestellungen, die wir an uns selbst haben und an die, die die Gesellschaft an unsere humanitäre Freimaurerei hat, stellen müssen. Wir müssen intensiv weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns immer noch nachhängen, aktiv zu lösen, wenn wir uns in der Tradition von Aufklärung und Humanismus sehen. Die derzeitige gesellschaftspolitische Situation, ich nenne hier bewusst nur die Stichworte ‘Migranten und multikulturelle Herausforderung’ sollte es uns nicht schwer machen, das Besondere unserer Toleranz und unserer Art der Menschlichkeit und Brüderlichkeit zu kommunizieren und zu leben. […] Meine Brüder, wir haben sicher noch nicht alle Antworten, aber wir müssen wenigstens die richtigen Fragen stellen. Wir dürfen, und hier überzeichne ich bewusst, nicht bei unserer eigenen Administration und unserem Ritual stehen bleiben. Das sind zweifelsohne unsere Grundlagen, das ist richtig. Es gibt jedoch zahlreiche andere Tätigkeitsfelder, in die wir Zeit und Energie investieren müssen. In der sogenannten ‘Modernen Gesellschaft’ bietet die Freimaurerei jedem Einzelnen eine Vielfalt an Benefit.”

Im Rahmen der nachfolgenden Mitgliederversammlung wurde nach 17 Jahren gleichbleibenden Beitrages von den Vertretern der Logen eine Erhöhung des Großlogenbeitrages beschlossen, einige interne Themen besprochen und mit dem Br. Hasso Henke ein neuer Zugeordneter Großmeister gewählt. Am Nachmittag gab es hochinteressante Fachvorträge zu den aktuellen Themen Migration und Integration, über die an anderer Stelle noch berichtet wird. Mit dem obligatorischen Schließen der Bruderkette ging der Großlogentag 2016 in großer Harmonie zuende.

Hasso Henke nach der Wahl zum Zugeordneten Großmeister 2016

Der Großmeister hat drei bis vier zugeordnete Großmeister, unterstützende Stellvertreter, für die vielfältigen Aufgaben. Nach dem Rücktritt des zugeordneten Großmeisters Jens Wolfgramm aus privaten Gründen wurde eine Nachwahl notwendig. Der bisherige Distriktmeister des Distriktes Bremen, viele Jahre Redakteur, Sprecher und Moderator bei Radio Bremen und nun im Ruhestand, wurde einstimmig zum Nachfolger gewählt und nimmt ab sofort die Aufgaben im Vorstand der Großloge wahr. Hasso Henke lebt in Worpswede bei Bremen, ist Mitglied einer Loge in Bremen-Vegesack und Gründungsmitglied einer Loge in Oldenburg.

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Müssen wir schweigen oder müssen wir handeln?

Helfende Hände

Der nachfolgende Vortrag wurde im Rahmen der rituellen Zusammenkunft mehrerer hundert Freimaurer anlässlich des Großlogentages 2016 in Darmstadt vom Großredner der Großloge gehalten. Es sind Gedanken, die viele Freimaurer bewegen und an denen die Öffentlichkeit durchaus teilhaben kann und soll. Nichts daran ist geheim, der Beitrag wird ungekürzt veröffentlicht.

Um mich herum ist es dunkel. Vereinzelt sehe ich helle Flecken aufbrechen. Der Himmel klärt sich auf. Ich sehe vereinzelte Gruppen von Menschen, die diskutieren. Sie reden von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Pressenfreiheit, Menschenrechten.

Sie nennen sich Freimaurer und sie wollen die Welt verändern.

Sie treffen sich im Verborgenen – im Geheimen, denn die herrschende Macht sieht in ihnen eine Gefahr. Eine Gefahr für ihre Privilegien, ihre Einflüsse, ihre Positionen und Machenschaften. Doch die Freimaurer treffen sich trotzdem und einer von ihnen, ein anglikanischer Priester, beschreibt in seinen Alten Pflichten ein Bild von den Freimaurern, das die Herrschenden beruhigen soll. Und das ist ihm zum größten Teil gelungen.

Die Freimaurer hatten Erfolg. Im Stillen vorbereitete Ideen finden sich heute in Verfassungen und Gesetzen der freiheitlichen Demokratien wieder. Natürlich waren das nicht die Freimaurer allein, aber sie haben ihren Beitrag geleistet und mitgeholfen, die Gesellschaft ein wenig aufzuklären und den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich aus ihrer Unmündigkeit zu befreien.

Mit wenigen Ausnahmen haben sich Logen als Gesamtheit nicht zu Wort gemeldet. Agiert haben einzelne Brüder, die sich mit vollem Herzen und mit ganzer Kraft der Humanität gewidmet haben, so wie wir es alle als Lehrlinge bei der unserer Aufnahme gelobt haben. So hielten es die Freimaurer der Gründergeneration der modernen Freimaurerei. Und wie sieht es heute aus? Wie können wir heute unserem Gelöbnis gerecht werden?

Es steht keinem Bruder, keiner Loge und auch nicht der Großloge zu, dem einzelnen Bruder vorzuschreiben, für was er sich zu engagieren hat und auch nicht wie er es zu tun hat. Dass er etwas tun soll, kann schon von ihm verlangt werden, wobei eine Kontrolle natürlich nicht stattfindet. Die Loge kann und soll uns Brüdern aber den notwendigen Raum und die notwendige Zeit geben, unser Engagement zu reflektieren, unsere unausgegorenen Ideen mit den Brüdern zu durchdenken und weiterzuentwickeln. Bei den Themen, die dann besprochen werden, darf, ja kann es kein Tabu geben, wenn wir die Beweggründe und Ideen unserer Gründerväter ernst nehmen.

Ich habe schon mehrmals von Brüdern gehört, dass in Logen nicht über Politik und Religion gesprochen werden darf. Schon als Lehrling hat mich diese Aussage irritiert. Wie soll ich als Freimaurer Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Menschenliebe leben und mich dafür einsetzen, wenn ich in der Loge nicht über diese Themen reden darf. Meine Irritation hat sich aufgelöst, als ich die Alten Pflichten las. Dort steht mit keinem Wort, dass wir in der Loge nicht über Politik und Religion reden dürfen. — Wir dürfen uns nicht darüber streiten und das ist etwas ganz anderes. Über Politik und Religion reden, sich austauschen ohne sich in die Haare zu geraten und zu streiten ist natürlich nicht immer einfach, aber genau das wollen und sollen wir Freimaurer in den Logen lernen und die Toleranz und Menschenliebe über die Meinungsverschiedenheit stellen. Was ist so schlimm daran, wenn ein Bruder eine andere Meinung hat als ich. Er bleibt trotzdem mein lieber Bruder.

Es geht um den Diskurs, den Austausch, das Dazulernen, dann sind wir viel besser gewappnet, um unserem Engagement außerhalb der Loge gerecht zu werden.

Wenn wir nicht über Religion reden wollen, so können wir diese einfach ausblenden. Geht dies aber auch mit der Politik. Da stellt sich direkt die Frage, was ist in diesem Sinne Politik. Für mich ist politisch, was uns alle als Gemeinschaft, als Gesellschaft betrifft und womit wir uns als Demokraten beschäftigen sollen, ja müssen, damit unsere freiheitliche Demokratie erhalten bleibt. So verstehe ich den Satz „meine Pflichten gegenüber meiner Familie, meiner Gemeinde, meinem Land und der Gemeinschaft aller Menschen gewissenhaft zu erfüllen“ im Gelöbnis.

Nehmen wir das aktuelle Thema der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. – Ist das nun ein humanitäres Thema oder ein politisches? Lässt sich das überhaupt trennen? Wir helfen aus humanitären Überzeugungen, aber diese Hilfe hat auch politische und gesellschaftliche Folgen. Kann dann Politik als Thema in den Logen ausgespart bleiben? –Dürfen wir schweigen, wenn versucht wird, die Errungenschaften der Aufklärung wieder zunichte zu machen? Diese Frage kann jeder Bruder nur für sich selbst beantworten, um danach vielleicht entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Wie sieht nun die Realität zur politischen Abstinenz in den Logen aus? Was finden in unseren Arbeitspläne dazu? Hier einige Themen: „Rechtsextremismus“, „Die Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlage ist ungerecht“, „Europa eine Wertegemeinschaft?“, „Flüchtlingskrise“, „Sterbehilfe“, „Das Freihandelsabkommen TTIP“. Ich finde, das sind politische Themen und unsere Arbeitspläne zeigen uns, dass politische Themen de facto in unseren Logen angekommen sind und wir sehr gut damit umgehen können.

Der erste Teil meiner Ausgangsfrage „Müssen wir schweigen oder müssen wir handeln?“ ist somit beantwortet. Wir müssen nicht schweigen. Wir dürfen es tun. Wir müssen es aber nicht. Wir haben die Wahl.

Müssen wir aber handeln?

In unserem Ritual werden wir aufgefordert, uns als Freimaurer zu bewähren. Das würde die Frage bejahen. Was aber heißt das konkret, „sich als Freimaurer zu bewähren“. Im Ritual heißt es weiter: „wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt. Kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken.“ Das ist schon etwas konkreter, aber was genau ist das Unrecht? Wann können wir von Not und Elend sprechen? Einerseits sind diese Begriffe zeitlos, auf der anderen Seite sind sie aber auch vom jeweiligen Zeitgeist abhängig, also mit veränderlichen Bedeutungen.

Wenn wir diese Begriffe realistisch und pragmatisch betrachten wollen, also keine Definitionen aus dritter Hand, sondern unsere eigene individuelle Bedeutung aus Überzeugung einbringen wollen, dann ist meiner Meinung nach ein Diskurs zu diesen Begriffen notwendig. Hier bieten sich die Brüdern an, um diesen Diskurs gewinnbringend für alle Beteiligten zu führen. Danach können wir dann handeln. Ob alleine, mit mehreren Brüdern oder als Loge als Ganzes, dass wird sich aus der Situation heraus ergeben. Auch das Wie wird sich ergeben.

Ich finde, unsere Arbeit wäre nur halb getan, würden wir nicht handeln. Das Ritual warnt uns aber auch, in dem es uns sagt „seid wachsam auf euch selbst.“ Wachsam, damit wir unseren Idealen und Werten treu bleiben und auch nicht über das Ziel hinausschießen.

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Sonderhefte HUMANITÄT zum Sonderpreis

  • Humanität Mozart
  • Humanität Lessing

Die Zeitschrift HUMANITÄT ist das interne Mitteilungsblatt der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland für ihre Mitglieder. In unregelmäßigen Abständen erscheinen Sonderausgaben, die auch für die interessierte Öffentlichkeit bestimmt sind und einen guten Einblick in die humanitäre Freimaurerei bieten. Diese Hefte sind beliebt und werden gerne von den Logen in größerer Stückzahl abgenommen.

Zwei dieser Titel sind noch auf Lager und können bei der Großloge zu einem besonders günstigen Preis von einem Euro pro Exemplar zzgl. Versandkosten erstanden werden. Für Freimaurer ist auch noch der Bezug ganzer Jahrgänge bis einschließlich 2012 zum Preis von 10 € pro Jahrgang zzgl. Versand möglich.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Kanzlei unserer Großloge.

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Großlogentag 2016 in Darmstadt

Darmstadt

Alle zwei Jahre findet der Großlogentag statt, die Mitgliederversammlung aller Logen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In diesem Jahr wird diese Veranstaltung am 5. und 6. Mai von der Darmstädter Loge “Johannes der Evangelist zur Eintracht” mit einem interessanten Rahmenprogramm ausgerichtet.

Der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland gehören rund 270 Logen mit etwa 10.000 Freimaurern an. Der Großlogentag ist die satzungsgemäße Mitgliederversammlung, zu der jede Loge einen Vertreter, in der Regel den Meister vom Stuhl (Vorsitzenden) entsendet. Wie in jedem anderen Verein werden auf solchen Versammlungen Rechenschaftsberichte abgelegt, Wahlen abgehalten und Beschlüsse gefasst. Stimmberechtigt sind die Logen mit jeweils einer Stimme, zu den Veranstaltungen zugelassen sind alle Freimaurer der Mitgliedslogen.

Die Versammlungen finden an wechselnden Orten statt und werden von den Logen vor Ort organisiert. Für dieses Jahr hat sich die Darmstädter Loge “Johannes der Evangelist zur Eintracht” als Ausrichter beworben und ein ansprechendes Programm zusammengestellt. Traditionell gliedert sich die mehrtägige Veranstaltung in drei Bereiche: ein Programm für die Ehefrauen, bei den Freimaurern “Schwestern” genannt sowie eingeladene Gäste, die freimaurerischen Bestandteile wie rituelle Zusammenkunft und Mitgliederversammlung für die Brüder sowie einen gesellschaftlichen und kulturellen Teil, der gemeinsam genossen wird.

Das Damen- und Gästeprogramm beinhaltet eine Stadtführung zur Mathildenhöhe und die Künstlerkolonie. Die Mathildenhöhe ist das Zentrum des Darmstädter Jugendstils und ein Gesamtkunstwerk aus Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum, Künstlerkolonie und Platanenhain. Von 1899 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges setzten in Darmstadt namhafte Künstler wie Joseph Maria Olbrich und Peter Behrens wesentliche Imulse zur Entwicklung der Moderne. Für den zweiten Tag stehen auf dem Programm der Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Grube Messel und eine Führung durch das Weinheimer Schloss. Die Grube Messel birgt eine unüberschaubare Vielzahl an besonders gut erhaltenen Fossilien. Sensationsfunde wie die Messeler Urpferdchen haben weltweite Berühmtheit erlangt. Das Schloss Weinheim, heute Rathaus und Sitz der Stadtverwaltung, setzt sich aus Bauteilen verschiedener Epochen zusammen. Die Besucher erfahren Wissenswertes über die Geschichte und Mythen des Schlosses und des ursprünglich als englischen Gartens angelegten Schlossparks.

Parallel dazu halten die Freimaurer eine einführende rituelle Zusammenkunft, die sogenannte Tempelarbeit, im Lehrlingsgrad ab, um sich auf die nachfolgenden Beratungen in brüderlichem Respekt und Toleranz einzustimmen. Die Mitgliederversammlung dient in diesem Jahr unter anderem zu Aussprachen, Wahlen und dem Gedankenaustausch.

Für den ersten Abend ist ein Besuch der Comedy Hall mit dem Besuch des “Kikeriki-Theaters”, einem besonderen Buffet in den Theaterräumen und der Vorstellung “Das Cabinet des Dr. Goggolores” geplant. Das Kikeriki-Theater, ein komödiantisches Theater mit Puppen und Menschen, wurde 1979 von Roland Hotz begründet und entstand aus der Lust am Schreiben, Bauen, Komponieren, Inszenieren und Spielen. Das Theater versteht sich als ein “Volkstheater ohne Heimatmief, sondern mit ehrlich-frischem Stallgeruch”. Im Stück “Das Cabinet des Dr. Goggolores” verschmelzen zwei Klassiker der Filmgeschichte – “Das Cabinet des Dr. Caligari” und “Freaks” – mit zwei klassischen Großmäulern des Kikeriki-Theaters zu einem Mischmasch aus Moritat, Panoptikum und Puppenspiel in einem schaurig-schrägen Schauspiel.

Den Abschluss des Großlogentages bildet das Galadinner im Ballsaal des Maritim Konfernzhotels Darmstadt. Die “Bayer & Baier Band” ist eine professionelle Band mit internationaler Erfahrung und einem umfangreichen und außergewöhnlichen musikalischen Repertoire. Die Musik umfasst einen Mix aus Evergreens, Oldies und Discohits aus den Siebzigern bis heute.

Anmeldungen müssen bis zum 18. März 2016 über die Kanzlei der Großloge erfolgen. Rückfragen beantwortet gern die Kanzlei der Großloge. Das detaillierte Programm findet sich im Terminteil unter Mai.

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