Neuer Großmeister und Vorstand gewählt



Von links nach rechts: Tim Kröger (Großkanzler), Peter Doderer (Zugordneter Großmeister), Stephan Roth-Kleyer (Großmeister), Thomas Wagner (Großschatzmeister), Jens Wolfgramm (Zugeordneter Großmeister).

Die Logen in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland haben anlässlich ihres Großlogentages 2014 in Wuppertal einen neuen Großmeister und Vorstand sowie zahlreiche andere Funktionsträger gewählt oder in ihren Aufgaben bestätigt. Neuer Großmeister ist der Stephan Roth-Kleyer, seine Stellvertreter als Zugeordnete Großmeister sind Peter Doderer, Arnim Schneider, Karl Deckart und Jens Wolfgramm.

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, Großmeister

Peter Doderer,
Zug. Großmeister

Karl Deckart,
Zug. Großmeister

Arnim Schneider,
Zug. Großmeister

Jens Wolfgramm,
Zug. Großmeister



Der Großmeister der VGL, Rüdiger Templin, überreicht die höchste Auszeichnung der VGL an den Alt-Großmeister Axel Pohlmann

Nachdem das wohlwollende Grußwort der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Angelika Schwall-Düren, verlesen wurde, begrüßte Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung Vertreter der Logen mit herzlichen Worten und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Der scheidende Großmeister Axel Pohlmann, der die Geschicke der Großloge für vier Jahre geleitet hatte und aus privaten Gründen nicht mehr kandidieren wollte, berichtete über seine Arbeit und dankte allen, die ihn dabei unterstützt haben. Die rund 240 anwesenden Freimaurer bedankten sich für seine Amtsführung mit einem langanhaltenden Beifall und erhoben sich von ihren Plätzen. Der Großmeister der Vereinigten Großlogen, dem Dachverband der Freimaurer in Deutschland, bedankte sich persönlich und überreichte Axel Pohlmann das höchste Ehrenzeichen, das die Freimaurerei in Deutschland zu vergeben hat.

Grußwort des Landes Nordrhein-Westfalen

“Voltaire, Mozart, Goethe und Tucholsky waren Freimaurer. Trotzdem waren die Freimaurer über Jahrhunderte hasserfüllten Gerüchten und grotesken Phantasien über Weltherrschaftsbestrebungen ausgesetzt. Und obwohl ihre Geschichte, ihre Satzungen und ihre Logenvorstände heute bekannte sind, gelten sie mancherorts noch immer als undurchsichtige Gemeinschaft. Vielleicht allein deshalb, weil sie in einer Zeit, in der die Zurschaustellung des Privaten in Sozialen Netzwerken fast schon Norm ist, ausschließlich, nach Lessings Wort, “mit einem Freunde laut denken”? Weil sie trotz verstärkter Transparenz nicht öffentlich übereinander reden? Oder weil ihnen “Arbeit an sich selbst”, dogmenfreie geistige Auseinandersetzung und vorurteilsfreier Umgang miteinander wichtiger sind als permanente Publicity?

In Wahrheit gehört die Freimaurerei zu den nobelsten Teilen der europäischen Geistesgeschichte. Die Vorläufer der Freimaurer zogen im Mittelalter beim Bau der Kathedralen als Steinmetze von Land zu Land und teilten ihr Wissen lediglich untereinander. Sie bildeten eine verschworene Gemeinschaft, die sich auch von Klerikern und Königen nichts sagen ließ. Mit ihren Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz wurden sie zu natürlichen Verbündeten der Aufklärung. Folgerichtig wurden die unangepassten Querdenker im 20. Jahrhundert sowohl von den Nationalsozialisten als auch in der DDR verboten. Heute gehören Freimaurer zu den Kräften, die die positive Entwicklung ihrer Mitglieder fördern, ihre humanistischen Werte in die Gesellschaft einbringen und die Identifikation mit unseren Grundwerten stärken.

Ich wünsche dem Bundeskongress der Großloge A.F.u.A.M. in der Wuppertaler Alten Kongresshalle einen guten Verlauf und den Gästen aus dem In- und Ausland einen angenehmen Aufenthalt in Nordrhein-Westfalen.”

Dr. Angelika Schwall-Düren,
Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien
des Landes Nordrhein-Westfalen

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Großloge vergibt Förderpreise an soziale Einrichtungen in Wuppertal



Anlässlich des Großlogentages 2014 in Wuppertal hat die Großloge die Arbeit dreier beispielhafter Wuppertaler sozialer Einrichtungen gewürdigt. Der Großmeister Axel Pohlmann wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass Freimaurer nicht nur an der Verbessung ihrer eigenen Persönlichkeit arbeiten, sondern sehr wohl die Not um sie herum sehen und sich nach ihren Möglichkeiten dafür einsetzen, die Probleme zumindest etwas zu mildern.

10.000 Eure erhielt das Christliche Hospiz Wuppertal für die schwierige Arbeit, Schwerkranke auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Die Leiterin der Einrichtung, Frau Karin Kliche, wies darauf hin, dass sie und die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sich dafür einsetzen, dass die Gäste, wie sie die betreuten Menschen nennt, ihr Leben in Würde und Respekt verbringen können. Die Spende komme sehr gelegen, weil das Hospiz zehn Prozent seines Budgets durch Spenden einbringen müsse.

3.000 Euro wurden dem Förderverein des Haus der offenen Tür St. Bonifatius übergeben. Das “HoT” versteht sich als eine Begegnungsstätte, die von der Freiwilligkeit geprägt ist und sich der Rücksichtnahme, Akzeptanz, Gewaltfreiheit und Solidarität ihrer Besucher verpflichtet fühl. Frau Ana Quiles freute sich sehr über die Spende, die es Kindern und Jugendlichen aus prekären finanziellen Verhältnissen ermöglichen soll, an besonderen Aktivitäten teilnehmen zu können.

Weitere 3.000 Euro gingen an die Schule am Nordpark für geistig behinderte Kinder. Diese Schule bietet Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung einen Raum, in dem sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten eine größtmögliche Selbstständigkeit erlangen können. Das Ziel dieser Förderung ist die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in gegenseitiger Wertschätzung, Achtung und Toleranz. Die Leiterin, Frau Marianne Kuhlmann, konnte die Spende leider nicht persönlich entgegennehnen. Die Wuppertaler Loge wird den Preis bei anderer Gelegenheit nachreichen.

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Zugeordneter Großmeister Br. Helmut Schlund verstorben



Wir erfüllen die traurige Pflicht, anzuzeigen, dass der Zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer

Br. Helmut Schlund

uns am 17. April 2014 in den Ewigen Osten vorausgegangen ist.

Am 11. November 1943 geboren, ist Br. Helmut Schlund am 19. Oktober 1984 in der Loge „Roland zu den Alten Pflichten“ zum Freimaurer aufgenommen worden. Er war Meister vom Stuhl dieser Loge von 1997 bis 1999, Distriktsmeister Bremen von 2001 bis 2005 und Zugeordneter Großmeister von 2006 bis 2014.

Helmut Schlund hat neben der beruflichen Arbeit sein nie nachlassendes Engagement der Bruderschaft gewidmet. Zahlreiche Doppel- und Ehrenmitgliedschaften erinnern an seine Verdienste um den Aufbau neuer Logen und um Wiedergründungen in den neuen Distrikten.

Alle, die das Glück hatten mit Helmut Schlund zusammenzuarbeiten, werden seine Leidenschaft für die Sache, sein manchmal kantiges, aber stets warmherziges Wesen vermissen, sowie seine unermüdliche Bereitschaft, jedem Bruder mit Rat und Tat zu helfen.

Helmut Schlund führte seinen langen Kampf gegen die Krankheit mit Unterstützung seiner Ehefrau und voller Zuversicht in der Hoffnung, unserer Bruderschaft weiter dienen zu können.

Gemeinsam mit seinen Angehörigen werden wir ihn aus der Kette der Hände entlassen. Die Kette der Herzen wird jedoch bleiben.

Axel Pohlmann,
Großmeister der Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland
Im Namen des Vorstandes, des Großlogenrates und der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kanzlei

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Großlogentag in Wuppertal

Alle zwei Jahre findet an wechselnden Orten in Deutschland die Vollversammlung aller der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer angeschlossenen Logen statt, in diesem Jahr ist es Wuppertal, ausgerichtet von der Loge “Hermann zum Lande der Berge”. Knapp 270 deutsche Logen sind aufgerufen, ihre Meister vom Stuhl zu den Abstimmungen und der Wahl eines neuen Großmeisters zu entsenden, aber auch alle nicht stimmberechtigten Mitglieder der zugehörigen Logen dürfen am Großlogentag teilnehmen.

Traditionell nutzt die gastgebende Loge die Gelegenheit, für ihre Stadt zu werben und sie den Mitgliedern zu präsentieren. Und Wuppertal ist wirklich mehr als eine Reise wert: ca. 4500 denkmalgeschützte Gebäude, das “Von-der-Heidt-Museum” mit einer umfangreichen Sammlung bedeutender Werke des Impressionismus und Expressionismus, das “Frühindustrialisierungs-Museum” in unmittelbarer Nachbarschaft zum Geburts- und Wohnhaus von Friedrich Engels, der “Skulpturenpark” des Bildhauers Tony Cragg, das Tanztheater “Pina Bausch”, die “Hardt” mit einem sehenswerten botanischen Garten, der Wuppertaler Zoo als einer der ältesten und schönsten zoologischen Gärten in Deutschland, die “Barmer Anlagen”, das größte private Parkgelände innerhalb einer deutschen Großstadt und nicht zuletzt die berühmte Schwebebahn. Sicher genügend Sehenswürdigkeiten, damit den zahlreichen Besuchern des Großlogentages die Zeit nicht lang wird.

Die gastgebende Loge “Hermann zum Lande der Berge” mit heute 42 Mitgliedern wurde 1815 in Elberfeld gegründet. Unter der Diktatur der Nationalsozialisten wurde sie, wie alle Logen in Deutschland, 1935 verboten und das Vermögen enteignet. 1947 konnte die Loge in gemieteten Räumen die Arbeit wieder aufnehmen und bezog 1990 das Logenhaus in der Friedrich-Engels-Allee.

Der Großlogentag findet vom 29. bis 31. Mai in der Historischen Stadthalle statt. Die genauen Termine sind unserer Veranstaltungsübersicht zu entnehmen.

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Freimaurer rufen zu Spenden für Taifun-Opfer auf

Sturmschwalbe, so die Bedeutund des chinesischen Namens Haiyan, lässt kaum erahnen, welche brachiale Gewalt hinter diesem Taifun steckte, der Anfang November über die Philippinen hereinbrach und unvorstellbare Zerstörung und auf lange Zeit anhaltende Not und Elend mit sich brachte.

Noch vollkommen unklar ist die Zahl der Todesopfer, der Verletzten und der Obdachlosen. “Es herrscht furchtbare Verwüstung, und die Menschen suchen verzeifelt nach Essen, Wasser, Schutz, Proviant und Informationen über diejenigen, die ihnen lieb sind”, sagte der Uno Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag und rief die internationale Gemeinschaft auf, das philippinische Volk zu unterstützen: “Es braucht unsere Hilfe, es braucht sie jetzt und es braucht sie schnell.”

Die internationale Hilfe ist angelaufen. Doch fast zwölf Millionen Menschen, schätzt die UN, sind von diesem Tropensturm betroffen. Das ist eine ungeheure Dimension, die das Ausmaß der notwendigen Hilfe deutlich macht.

Auch die deutschen Freimaurer rufen in ihrer Bruderschaft und bei allen Besuchern dieser Website zu Spenden auf. Zahlungen können an das Freimaurerische Hilfswerk, die Spendenorganisation der Bruderschaft in Deutschland, geleistet werden. Traditionell erhöht das Hilfswerk, je nach Spendeneingang, die Auszahlungssumme aus den eigenen Beständen und leitet die Hilfe so weiter, dass sie gesichert den Bedürftigen zuteil wird. In vielen Fällen wird versucht, Logen vor Ort als direkte Ansprechpartner einzubinden. Wenn dies nicht möglich ist, steht das Hilfswerk mit seriösen Hilfsorganisationen in direkter Verbindung.

Spenden von Logen und Einzelpersonen — auch Nichtfreimaurern — sind auf das Spendenkonto des Freimaurerischen Hilfswerkes unter der Kontonummer 7463100 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 25120510) unter dem Stichwort “Philippinenhilfe” zu überweisen. Das Freimaurerische Hilfswerk ist eine gemeinnützige Einrichtung, Spendern können daher auf Wunsch Spendenquittungen für das Finanzamt ausgestellt werden.

Für Rückfragen steht das Freimaurerische Hilfswerk gern per E-Mail oder über die Geschäftsstelle in der Emser Straße 11, 10719 Berlin sowie telefonisch unter 030-54988040 zur Verfügung.

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Stellungnahme der Vereinigten Großlogen von Deutschland

Eine Stellungnahme des Großmeisters der Vereinigten Großlogen von Deutschland, der Dachorganisation der fünf Großlogen in Deutschland, sorgte in den vergangenen Tagen für erhebliche Verwirrung in der deutschen Freimaurerei und auch bei Interessenten: “Die deutsche Freimaurerei, vertreten durch den Senat der Vereinigten Großlogen von Deutschland und die Großmeister der Mitgliedsgroßlogen, weist Versuche aus dem Bereich der deutschen Quatuor Coronati, die zum Ziele haben, ihre Einheit und Regularität, auch die ihrer Mitglieds-Großlogen, in Frage zu stellen, entschieden zurück.”

Stein des Anstoßes waren offenbar die wissenschaftliche Arbeit der Forschungsloge Quatuor Coronati begleitende Formulierungen. Die Forschungsloge fühlt sich in der Kritik der Großen Landesloge / Freimaurerorden, die zur Stellungnahme der Vereinigten Großlogen führte, missverstanden und stellt fest, “dass es nicht die Absicht der Forschungsgesellschaft als Einrichtung der wissenschaftlichen Forschung ist, die Einheit der Vereinigten Großlogen von Deutschland und die Regularität ihrer Partnergroßlogen, für die die entsprechenden Körperschaften selbst Verantwortung tragen, infrage zu stellen.”

Gleichzeitig beharrt die Forschungsloge auf der Freiheit der Wissenschaft und führt aus, dass “die Forschungsgesellschaft jedoch als Institution der Forschung das Recht beanspruchen muss, sich im Rahmen ihrer, der kritischen Analyse verpflichteten Arbeit auch mit Organisationsformen der Freimaurerei und mit institutionellen Regeln, wie denen der freimaurerischen Regularität und den damit verbundenen Fragen zu beschäftigen.”

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Verleihung des Humanitären Preises der Freimaurer 2013 in Dortmund

Freimaurer verleihen Humanitären Preis 2013 an Verein “Gegen Vergessen — Für mehr Demokratie”

Im Rahmen einer würdigen Feierstunde überreichte Axel Pohlmann, Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, den mit 10.000 Euro dotierten Preis an den Verein “Gegen Vergessen — Für mehr Demokratie e.V., vertreten durch deren Vorsitzenden Wolfgang Tiefensee (MdB). Die Laudatio hielt der Preisträger des Jahres 2009, Peter Maffay.

Über den Preisträger

Ziel des gemeinnützigen Vereins “Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.” ist die Stärkung der Demokratie in Deutschland. Arbeitsschwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen, dem Unrecht des SED-Regimes, politischem Extremismus sowie die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und politischer Teilhabe.Die überparteile Vereinigung setzt sich für eine Gesellschaft in Vielfalt ein, in der Ausgrenzung und menschenfeindliche Einstellungen keinen Platz haben. Sie versteht sich als Plattform, auf der sich Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher und politischer Richtungen zusammenfinden, diskutieren und über gemeinsame Positionen und Forderungen verhandeln. Dabei einen die Mitglieder gemeinsame Werte und historische Erfahrungen. Wie ein gemeinsamer Marktplatz lebt “Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.” von der Vielfalt und dem Engagement der Menschen, die ihn bevölkern.

Der Verein vernetzt sich mit Kooperationspartnern und lässt sich von den Erfahrungen anderer inspirieren. Er entwickelt Angebote zur historisch-politischen Bildung, ergreift politische Initiativen und bietet Einzelpersonen und Gruppen, die sich bürgerschaftlich engagieren, ein Podium.

Lokal und ehrenamtlich

Ehrenamtliche Mitglieder von “Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.” realisieren über 200 Veranstaltungen und Projekte im Jahr. Das Spektrum der Veranstaltungsformen und Initiativen ist dabei groß. In vielen Orten und Regionen Deutschlands werden Vorträge, Podiumsdiskussionen, Zeitzeugengespräche, Filmvorführungen, Ausstellungen, Konzerte, Gedenkstättenfahrten oder Schülerprojekte angeboten.

Information und Beratung

Unterstützung einer engagierten Bürgergesellschaft: Die Geschäftsstelle von “Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.” stellt Angebote zur Verfügung, die interessierten Bürgern Informationen und Ansprechpartner vermitteln, Multiplikatoren in der Bildungsarbeit unterstützen und Ratsuchenden zur Seite stehen.

Überzeugungsarbeit

Als Vereinigung, in der sich verdiente Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Richtungen engagieren, bietet sich “Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.” als kompetenter Berater auf verschiedenen politischen Ebenen an. In vertrauensvollen Fachgesprächen mit Entscheidungsträgern bringen Mitglieder des Vorstandes ihr Wissen und die Anliegen unserer Vereinigung in die Entwicklung politischer Konzepte ein.

Internet

Sie finden den Verein im Internet unter www.gegen-vergessen.de.

In seiner Begrüßungsrede ging der Großmeister Axel Pohlmann kurz auf das Wesen der Freimaurerei ein. “Der Freimaurerei liegt die Überzeugung zu Grunde, dass der einzelne Mensch sich vom Gleichgültigen zum Guten, vom Guten zum Besseren entwickeln kann. Wir gehen davon aus, dass eine Gesellschaft umso harmonischer ist, je mehr ihre Glieder — und die Freimaurer als unerkannte Vorbilder — sich um die Möglichkeit freier Entwicklung des Einzelnen, um Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit bemühen.”

Angesichts dieser geistigen Verwandtschaft sei es für die humanitäre Großloge naheliegend, dem Verein “Gegen Vergessen — Für Demokratie” den humanitären Preis der deutschen Freimaurer zu überreichen. Gleichwohl mahnte der Großmeister in erfreulicher Offenheit, dass die Freimaurerei in ihrer deutschen Geschichte nicht ganz von dem unseligen Gedankengut freizusprechen sei, gegen das der Verein sich wende. Auch in den eigenen Reihen, insbesondere den “altpreußischen Großlogen”, gab es Männer, die dem damaligen Zeitgeist entsprechend “völkische Gesinnung” und Opportunismus über die freimaurerische Redlichkeit und den Humanismus stellten. “Wir wollen uns daran erinnern — nicht, um uns von der Vergangenheit lähmen zu lassen, sondern um die Wahrheit des Lessing-Satzes zu sehen: ‘Wie sich die bürgerliche Gesellschaft befand, befand sich allerorten auch die Freimaurerei, und umgekehrt.’ Denken wir gelegentlich daran, dass es schwer ist, in der eigenen Zeit zu erkennen, wie zeitbedingt unsere Ansichten sind.”

“Wir haben”, so der Großmeister weiter, “mit dem Verein ‘Gegen Vergessen — Für Demokratie’ einen würdigen Preisträger gefunden. Wir teilen die Grundsätze der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, und die Mitglieder unserer beiden Assoziationen stammen aus allen sozialen Schichten, politischen und religiösen Orientierungen. Wir unterscheiden uns darin, dass unser Preisträger sich als Verein politisch und gesellschaftlich engagiert, was wir, Großloge und Logen, den einzelnen Mitgliedern überlassen. Aber die Verleihung des Preises durch die Großloge soll zeigen, wo unsere Sympathien liegen.”

Axel Pohlmann
Großmeister der Großloge A.F.u.A.M.v.D.
Birgit Jörder
Bürgermeisterin der Stadt Dortmund
Peter Maffay
TABALUGA Kinderstiftung, Preisträger 2009
Wolfgang Tiefensee
Vorsitzender Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.

“Demokratie und Humanität sind keine Selbstverständlichkeit”

Sie müssen tagtäglich neu mit Leben erfüllt, und ihre Werte müssen ebenso beständig gegenüber undemokratischen und totalitären Bestrebungen verteidigt werden.”, so Carina Gödecke, Präsidentin des Landtages Nordrhein-Westfalen in ihrem verlesenen Grußort. “Hierzu leisten der ‘Verein gegen Vergessen — Für Demokratie’ und die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer einen bedeutenden Beitrag.”

Birgit Jörder, Bürgermeisterin der Stadt Dortmund, bekräftigte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit von Zivilcourage aus eigener Anschauung. In der Region habe es starke Aktivitäten Ewiggestriger gegeben, die das Ansehen der Stadt beschädigt haben. Dem sei man auf breiter Ebene entgegen getreten und habe sich damit große Anerkennung erarbeitet. Wenn eine Gesellschaft wie in Dortmund und Umgebung aus Mitgliedern von 180 Nationen friedlich miteinander auskommen kann, sei dies ein Zeichen gelebten und weltoffenen Miteinanders.

“Ich habe erlebt, welchen Druck eine Diktatur ausüben kann”

Peter Maffay gratuliert Wolfgang Tiefensee zum Humanitären Preis 2013 der deutschen Freimaurer

Mit sehr persönlichen Worten wies der Laudator Peter Maffay, 2009 mit seiner TABALUGA-Stiftung selbst Träger des Humanitären Preises der deutschen Freimaurer, auf seine Erfahrungen mit totalitären Systemen hin: “Ich selbst wurde in Rumänien geboren, zu Zeiten der kommunistischen Diktatur. Ähnlich wie in der damaligen DDR hat auch meine Familie Unrecht erfahren, wurde schikaniert und war dem kommunistischen Regime ausgesetzt. Mein Vater war regierungskritisch, und die Folge dieser Kritik waren mehr als einmal Verhaftungen und nächtliches Abholen durch die Geheimpolizei.”

Nie wieder wollte er nach Rumänien zurück, aber dennoch engagiere er sich heute für Kinder und Jugendliche in Rumänien. “Es gibt keine Zukunft ohne Vergebung”, dieser Satz des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu habe ihn zum Umdenken bewegt.

“Es ist mir eine große Freude, die Laudatio zu halten, und ich erinnere mich gern an die Feierstunde, in der mein Team und ich die Auszeichnung in Empfang nehmen durften. Dass heute der Verein ‘Gegen Vergessen — Für Demokratie’ geehrt wird, ist ein wichtiges Zeichen. Vor allem aber auch, weil die Veranstalter sich entschlossen haben, diese Verleihung in der Herzkammer des Ruhrgebiets durchzuführen. Hier in Dortmund, wie in vielen anderen Städten des Ruhrgebiets, leben Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen neben- und miteinander. Das ist einer der vielen wunderbaren Aspekte, die das Ruhrgebiet auszeichnet.” Peter Maffay hob hervor, dass sich eine bunte Gesellschaft angesiedelt habe, die ihn bei jedem Besuch aus Neue fasziniere und  von deren großteils friedlichem Umgang wir lernen können.

“Dass heute der Verein ‘Gegen Vergessen — Für Demokratie’ hier im Ruhrgebiet die Auszeichnung annehmen darf, ist daher ein weiteres Signal der Freimaurer, zivilgesellschaftliches und politisches Engagement zu fördern sowie jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen zu treten.”

Zum Schluss bedankte sich Peter Maffay für das große Engagement des Preisträgers mit seinen zahllosen ehrenamtlichen Mitgliedern und fügte hinzu: “Die Freimaurer haben sich Freiheit, Toleranz und Humanität zu ihren Grundpfeilern erkoren. Daher konnte die Großloge keinen würdigeren Preisträger finden als den Verein “Gegen Vergessen — Für Demokratie”.

Hundert Mal Eigenwohl ist kein Gemeinwohl

Wolfgang Tiefensee, Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen — Für Demokratie, hält die Dankrede

In seiner Rede betonte Wolfgang Tiefensee, dass der Verein und er als deren Vorsitzender sich besonders geehrt fühlen, weil die Großloge den Preis nicht regelmäßig vergibt sondern nur dann, wenn sie einen ihren hohen Werten und Idealen entsprechenden Preisträger für würdig erachtet. Er fühle sich angesichts der bisherigen Preisträger, unter anderem Karlheinz Böhm, Kurt Masur und der Laudator Peter Maffay, dem Preis sehr verbunden.

Er beklagte eine “passive Faulheit”, den Mangel an Bereitschaft, sich der Passivität entgegen zu stellen. Er prangerte die Tendenz zum falsch verstandenen Individualismus an, “der eigentlich meint: ich setze meine Interessen durch. Hundert Mal Eigenwohl ist aber kein Gemeinwohl”.

Als Folge dieser Passivität, der emotionalen Teilnahmslosigkeit, mache seinem Verein die Tendenz der Ausgrenzung die größten Sorgen. “Die Tendenz, Randgruppen unmenschlich zu behandeln, rückt in die Mitte der Gesellschaft.” Sein Verein wünsche sich mehr Teilhabe der Menschen an der Gesellschaft, mehr Engagement, mehr Zivilcourage.

“Diktaturen haben einen Kitt, der sie zusammenhält: die Angst. Dem setzen wir den Mut entgegen!”

Das musikalische Programm bestritten Alexander Ostrowski (Violine) und Brenno Ambrosini (Klavier) mit Werken von Ludwig van Beethoven, Arcangelo Corelli und Fritz Kreisler.
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