150 Jahre Freimaurerei in Bingen

29. April 2017
Bingen (Foto: fotolia / Matthias)

Bingen (Foto: fotolia / Matthias)

Die Loge „Zum Tempel der Freundschaft“ in Bingen am Rhein feiert am 20. und 21. Mai 2017 ihr 150. Stiftungsfest.

Entscheidet man sich für einen Besuch in Bingen, dann tun das viele Menschen wegen desWeltkulturerbes Mittelrheintal, der Heiligen Hildegard von Bingen, des Binger Lochs, der Weinberge und der edlen Tropfen, die hier gewonnen werden. Aber auch die ansässige Loge ist einen Besuch wert.

Das 1867 bereits sechs Jahre bestehende „freimaurerische Kränzchen“, das bereits den Namen „Zum Tempel der Freundschaft“ trug, bat offiziell um die Erteilung der Konstitution, die am 24. Mai 1867 durch den Protektor der Großloge, „Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt bei Rhein“, gewährt wurde. Am 7. Juli des gleichen Jahres wurde die feierliche Tempeleinweihung der neuen Bundesloge durch die Großbeamten der damaligen Großloge vorgenommen.

Die Freimaurerei in Bingen entwickelte sich schnell und fand in den freimaurerischen Schriften dieser Zeit große Beachtung. Was danach folgte, ist eine durchgehende Epoche freimaurerischer Arbeit und Logenleben in der beschaulichen und gleichfalls konservativ katholisch geprägten Stadt Bingen am Rhein, die nur durch die dunkle Zeit der Kriegsjahre und des Naziregimes unterbrochen wurde. Auch wenn es nicht nur der Einfluss unserer Loge war, so sind die Brüder in Bingen stolz darauf, dass neben einigen besonderen Persönlichkeiten auch der amtierende Großmeister aus den Reihen der Binger Loge hervorgegangen ist.

Alle Brüder unserer kleinen, 27 Mitglieder zählenden Loge freuen sich nun ganz besonders auf das sich nähernde, große Ereignis. Gefeiert wird es mit einer Festarbeit und einer weißen Tafel mit geladenen Gästen. Parallel gibt es ein Damenprogramm und am Sonntag einen Besuch der Ausstellung „300 Jahre Freimaurerei in Deutschland – 150 Jahre Freimaurerei in Bingen“.

Weitere Informationen im Internet unter www.freimaurer-bingen.de. Anmeldungen bitte an info@freimaurerei-bingen oder auf dem Postweg an Freimaurerloge „Zum Tempel der Freundschaft“, Martinstraße 14, 55411 Bingen.

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„Glocke“ Reutlingen verleiht Kulturpreis 2017

25. April 2017
Prof. Dr. Marc Schurr, Vorsitzender der Loge, übergibt den Kulturpreis 2017 an Frau Karin Hurle, Leiterin der Musikschule

Prof. Dr. Marc Schurr, Vorsitzender der Loge, übergibt den Kulturpreis 2017 an Frau Karin Hurle, Leiterin der Musikschule

Mit der Vergabe des mit EUR 5.000,00 dotierten Förderpreises würdigt und unterstützt der Förderverein die wertvolle Arbeit der seit dem Jahre 1970 bestehenden Musikschule, die zu einer Institution Reutlingens geworden ist und derzeit knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen in 28 verschiedenen Musikrichtungen unterrichtet und betreut.

Aus der Mitte der Freimaurerloge Glocke am Fusse der Alb im Orient Reutlingen entstammt der gemeinnützige Förderverein „Glocke“ Reutlingen e.V., der satzungsgemäß die Förderung Begabter auf künstlerischem und kulturellem Gebiet zum Zweck hat. Ausschließlich im Blick des Vereines befinden sich Menschen und Einrichtungen, denen ohne die finanzielle Zuwendung eine Aus- oder Weiterbildung nicht oder nur erschwert möglich wäre. Zumeist wird die Förderung Einzelpersonen in Form eines Stipendiums oder einer einmaligen Unterstützung zuteil.

Mit der diesjährigen Wahl wurde ein zweites Mal eine musikalische Einrichtung mit dem Förderpreis ausgezeichnet.

Als würdige Räumlichkeit für die Durchführung der Veranstaltung stellte die Loge ihren Logenraum, dessen Mauern aus der Zeit vor 1127 datieren und von der Kapelle des ehemaligen Klosters Marchtal stammen, zur Verfügung. Feierlich umrahmt wurde die Preisverleihung von musikalischen Darbietungen von Schülerinnen und Schülern der Musikschule. Den Auftakt machte eine frühere Stipendiatin des Vereins, derzeit Studentin am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg, die sich mit dem virtuos gespielten Klarinettenkonzert KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart, auf ihre Weise für die Zuwendung bedankte. Ihr folgten Mitglieder des Ensembles „Musik zum Leben“, demjenigen Projekt, dem die Mittel des Förderpreises zugutekommt. Es besteht aus Schülerinnen und Schülern jeglicher Altersstufen und Fähigkeiten, mit und ohne Assistenzbedarf sowie Flüchtlingen aus Afrika und Syrien, die alle gemeinsam unter Anleitung von Lehrkräften der Schule musizieren.

Mit den Worten „Musik erfreut die Seele und verbindet Menschen“ begrüßte Prof. Dr. Marc Schurr, Meister vom Stuhl der Loge Reutlingen, und damit Hausherr die geladenen Gäste. Zuvor hatte der erste Vorsitzende des Fördervereins Peter Jan Philipp bereits den Bogen zwischen der schwierigen politische Lage im Nahen Osten, in Afrika und besonders Syrien, und der integrativen Arbeit des Projektes „Musik zum Leben“ gespannt und in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Musik als eine der höchsten Ausdrucksformen von Kunst und zugleich Sinnbild für Frieden und Stabilität herausgestrichen.

Mit den Worten „Musik ist wichtig, um den Menschen zu komplettieren, schloss sich Bürgermeister Robert Hahn an, welcher im Weiteren betonte, dass Menschen mit Behinderung aus musikpädagogischer Sicht Menschen mit besonderen Begabungen seien. Dr. Ulrich Bausch, Geschäftsführer der Musikschule, erinnerte an den Freimaurer Johann Wolfgang von Goethe, der ein ganzheitliches Bildungsideal mit Musik als wichtigem Schwerpunkt forderte.

Entgegengenommen wurde der Förderpreis mit herzlichem Dank von Frau Karin Hurle, Leiterin der Musikschule, die an den Werdegang des schon mehrfach ausgezeichneten Ensembles, „Musik zum Leben“ erinnerte und dessen Atmosphäre sie als „licht, direkt, echt und ehrlich“ beschrieb. Alle Beteiligten, so führte sie weiter aus, seien mit großer Freude dabei. Die Beteiligung an dem Ensemble bedeute für Kinder mit Traumatisierung auch Heilung, da seelische Verletzungen und Musik in derselben Hirnregion verankert sind.

Abschluss und musikalischer Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Arien „Voi che sapete“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Schlösser, die im Mond liegen“ von P. Lincke, meisterlich vorgetragen von einem 14jährigen Mezzo-Sopran der Musikschule und ebenfalls ehemals Stipendiat des Fördervereins.

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Erster Konrad Ekhof Poetry Slam in Hamburg

25. April 2017
Logenhaus Moorweide in Hamburg

Logenhaus Moorweide in Hamburg

Humanität – ein Thema, dass viele Menschen aktuell stark berührt und beschäftigt. Außerdem ist Humanität ein Grundwert der Freimaurer. Für die Brüder der Loge Konrad Ekhof ein Anlass, einen Poetry Slam rund um dieses Thema auszurichten.

Die Freimaurerloge „Konrad Ekhof“ lädt im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Hamburg denkt“ zum „Konrad Ekhof Poetry Slam“ im wunderschönen Ambiente des Mozartsaals im Logenhaus der Freimaurer an der Moorweide in Hamburg (direkt hinter der Uni) ein. Ein Poetry Slam rund um das Thema Menschlichkeit mit einem tollen Line Up und Moderation in einer der schönsten Locations in Hamburg: Das Logenhaus und besonders der Mozartsaal lassen das Zeitalter des Jugendstils wieder lebendig werden.

Die Organisatoren sind gespannt, wie Mona Harry, Fabian Navarro, Victoria Helene Bergmann, Rasmus Blohm, Hinnerk Köhn und Bente Varlemann das Thema Menschlichkeit beleuchten werden. Die Moderation des Abends übernimmt David Friedrich.

Der Sieger des Abends bekommt neben einer symbolischen Auszeichnung die Möglichkeit, einen Betrag von 1.000 Euro an eine wohltätige Einrichtung seiner Wahl zu vergeben.

 

11. Mai 2017, Einlass 19.30 Uhr, Beginn um 20.00 Uhr im Mozartsaal des Logenhauses, Moorweidenstraße 36, 20146 Hamburg. Moderation: David Friedrich. Tickets 9,50 – 12,00 € nur über: https://www.tixforgigs.com/site/Pages/Shop/ShowEvent.aspx?ID=20011

 

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„Blattspinat und Mangold“ in Berliner Loge

25. April 2017
Der Autor Adrain Kostré liest aus seinem Buch (Foto: Martin Kretschmer)

Der Autor Adrain Kostré liest aus seinem Buch (Foto: Martin Kretschmer)

Am 18. April 2017 lud die Freimaurerloge „Victoria“ im Orient Berlin zu einem literarischen Gästeabend (mit Schwestern). Acht Berliner Autoren stellten ihr gemeinsames Buch „BLATTspinat und ManGOLD“.

Die Hauptstadt Deutschlands ist ein Treffpunkt für viele Kulturen und Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen und Fertigkeiten. Man kann sich in Berlin auf keinen Fall über einen Mangel an Vielfalt und Kreativität beschweren. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass es in Berlin einige talentierte Autoren gibt, die den Lesern einiges an Unterhaltung zu bieten haben. In dieser einzigartigen Sammlung von ausgewählten literarischen Texten stellen sich gleich 13 Berliner Autoren mit ihrer Prosa und Poesie vor, die so bunt ist wie die Stadt selbst, in der sie wirken. Sogar ihre Lebensläufe stehen dem weltbekannten Vielfältigkeitsanspruch der „Bunteshauptstadt“ in nichts nach.

Mit dabei in der unterhaltsamen Geschichtensammlung „Blattspinat und Mangold“ sind Thomas Beckmann, Theodor Ebert, Daniel Jung, Tom Kadiet, Adrian S. Kostré, Ulrike C. Nikutta-Wasmuht, Rosl Reddy, Katja Reuter, Herbert Rieck, Wolfgang Rill, Helmuth Scheel, Maximillian Volkmann und Peter Volkmann. Ihre Geschichten und Gedichte zeigen Altbekanntes in einem neuen Licht und entführen die Leser in der ein oder anderen Geschichte in skurrile Welten. Freuen Sie sich auf Geschichten und Verse, die Ihnen einen Mordslesespaß bereiten werden.

Mehr als hundert Gäste hatten einen unterhaltsamen Abend im Logenhaus der Großen Landesloge in Berlin Dahlem.

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Neues Handbuch zur Freimaurerei

17. April 2017
Reinalter-Freimaurerei

„Freimaurerei. Geheimnisse, Rituale, Symbole“. Unter diesem Titel veröffentlichte Helmut Reinalter als Herausgeber ein Handbuch für die Freimaurerei mit Texten von renommierten Autoren, die als profunde Kenner der Freimaurerei gelten.

Die Autoren sind, neben dem Herausgeber Prof. em. Dr. Dr. h. c. Helmut Reinalter selbst, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün, Prof. em. Dr. Klaus Hammacher, Dr. Walter Hess, Dr. Herbert Kessler, Dr. Klaus Oberhauser, Thomas Richert, Dr. Johannes Rogalla von Bieberstein, Prof. Dr. Alfred Schmidt, Prof. Dr. Jan M. Snoek und Prof. i. R. Dr. Peter Volk. Die Autoren beschäftigen sich mit den Themen Freimaurerische Interna, Organisation, Ritualen und Symbolen, den Ideen und Werten und den geistigen Strömungen der Freimaurerei und widmen auch den Gegner ein eigenes Kapitel.

Streng genommen bringt das Buch dem, der sich intensiv mit Freimaurerei beschäftigt hat, keine Neuigkeiten. Aber es verbindet alle notwendigen Informationen, trennt Mythen und Legenden von Fakten und konzentriert sich auf die belastbaren Informationen. Das ist das eigentliche Verdienst dieses Buches, das jedem Interessierten und Freimaurer als sachliche Informationsquelle zu empfehlen ist. Dies war nach eigener Aussage auch die Aufgabenstellung des „Handbuches zur europäischen Freimaurerei“, das im Rahmen eines Projekts mit dem Schwerpunkt „Freimaurerforschung“ am Privatinstitut für Ideengeschichte an der Universität Innsbruck entstanden ist.

Es versteht sich als Nachschlagewerk und Hilfsmittel zur Einführung in die wichtigsten Sachbegriffe der europäischen Freimaurerei. „Das Handbuch“, so der Herausgeber, „strebt keine lückenlose Aufarbeitung des Themas an, sondern möchte eine wissenschaftliche Orientierungshilfe und Grundlagen für weitere Studien bieten. Nach Auffassung des Herausgebers scheint es so, dass die Freimaurerei bei der Auflösung der frühneuzeitlichen Dogmen, in der Aufklärung, in der Säkularisierung und in den bürgerlichen Revolutionen einen gewissen Einfluss hatte, insbesondere bei der Herausbildung der westlichen Demokratien, des modernen Staates und des Parlamentarismus, bei der Verbreitung der Menschenrechte und in ihrem Engagement für Weltfrieden, Humanität, Ethik, Bildung und Toleranz.“

Helmut Reinalter (Hg.): Freimaurerei. Geheimnisse – Rituale – Symbole. Ein Handbuch. 170 Seiten, Broschur. Erschienen im Salier-Verlag zum Preis von 18 €, ISBN 978-3-943539-74-5.

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Offizierskorps besucht Bremer Loge

15. April 2017
Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer, überreicht dem Vorsitzenden, Friedrich Dodo de Boer, ein Gastgeschenk (Quelle: Bundeswehr /David Schütze)

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer, überreicht dem Vorsitzenden, Friedrich Dodo de Boer, ein Gastgeschenk (Quelle: Bundeswehr /David Schütze)

Am 13. März hatte die Freimaurerloge „Zur Hansa“ in Bremen Besuch aus Munster. Das Offizierskorps des Panzergrenadierlehrbataillons 92 besuchte die Loge „Zur Hansa“ im Rahmen einer Weiterbildung zur Politischen Bildung.

Ziel war es,  die Freimaurerei insgesamt, die Loge als solche und das Logenhaus mit seiner Historie kennenzulernen. Der erste Kontakt zur Loge entstand über eine persönliche Verbindung aus dem Offizierskorps zum Vorsitzenden der Loge, Friedrich Dodo de Boer. Es folgte eine kurze und unkomplizierte Vorbereitung des Besuchs. Die Erwartungen der Offiziere des Lehrbataillons an diese Exkursion waren bereits im Vorfeld recht hoch.

Friedrich Dodo de Boer hieß die Gäste in den Räumlichkeiten willkommen. Nach einer kurzen Begrüßung folgte eine Vorstellungsrunde der anwesenden Freimaurer und der Offiziere. Im Anschluss trug Friedrich Dodo de Boer zur Historie und die Entstehung der Freimaurerei sowie zu aktuellen Entwicklungen vor. Anschließend berichtete Norbert Rotschies über die Geschichte und die Bedeutung des altehrwürdigen Hauses. Vertieft wurde das umfassende Bild mit einem Rundgang durch die Räume des Logenhauses. Alle Bereiche des repräsentativen Gebäudes, die für Nichtfreimaurer zugänglich sind, wurden gezeigt und erläutert. Den in Kleingruppen aufgeteilten Besuchern wurde umfangreich und offen auf Fragen zu Aufnahmekriterien, aktuell diskutierten Themen, zur Rolle der Frauen in der Freimaurerei, aber auch zu finanziellen Aspekten geantwortet.

„Die freimaurerischen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität der Freimaurer haben bis heute das Ziel, mithilfe aufklärerischen Denkens die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren und praxisorientierte, humanistisch geprägte Lösungsansätze zu finden. Damit stehe die Freimaurerei im Einklang mit dem wissenschaftlichen Denken und Handeln und in der humanistisch aufgeklärten Tradition des Abendlandes.“ so der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer. „Hier zeigen sich viele Parallelen in den Auffassungen der Bundeswehr und der Freimaurer“ betonte Friedrich Dodo de Boer, und er ergänzte: “ Die Ziele sind gleich, nur die Mittel, diese Ziele zu erreichen, unterscheiden sich natürlich.“

Im Anschluss an die etwa einstündige Führung stand ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Die hauseigene Gastronomie servierte die örtliche Spezialität „Bremer Kükenragout“. Das Essen bildete den Ausgangspunkt für weitere Gespräche, bei denen sich immer wieder das gegenseitige Interesse sowohl der Soldaten an der Freimaurerei als auch das der anwesenden Freimaurer an der Bundeswehr zeigte. Insgesamt erlebte das Offizierskorps des Panzergrenadierlehrbataillons 92 eine höchst spannende und informative Weiterbildung.

Der Bataillonskommandeur bedankte sich bei der Freimaurerloge „Zur Hansa“ und insbesondere bei Friedrich Dodo de Boer für die Gastfreundschaft und den kurzweiligen und interessanten Tag.

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Ist Freimaurerei als Lebensstil zeitgemäß?

11. April 2017
© friedberg/fotolia

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Freimaurerei wird in ihrer jetzigen Form in diesem Jahr 300 Jahre alt. Ihre Grundregeln sind in dieser Zeit praktisch unverändert geblieben, während sich unsere Gesellschaft geradezu in einem permanenten radikalen Wandel befindet. Wie soll dann etwas wie die Freimaurerei noch zeitgemäß sein?

Von Volker Hammernick

Ich möchte mich in diesem Text damit auseinandersetzen, ob Freimaurerei ein Lebensstil ist oder ein solcher sein kann, ob ich diesen leben will und wie ich dies kann. Als Grundlage dazu habe ich mich an der Publikation „Freimaurerei – ein Lebensstil“ von Jens Oberheide orientiert. In dieser Veröffentlichung wird das Thema jedoch isoliert erörtert. Mir scheint es aber sinnvoll, auch eine Verknüpfung mit der heutigen Gesellschaft herzustellen und herauszufinden, ob die Freimaurerei in diesem Kontext als Lebensstil noch zeitgemäß und sinnvoll ist.

Die erste Frage ist, was ein freimaurerischer Lebensstil überhaupt ist. Die Publikation beschreibt ihn als eine Geisteshaltung, deren Basis Menschenliebe und Toleranz ist, die Sehnsucht nach Frieden, Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit, und dass man das Fantastische denken darf, das Machbare des Denkbaren aber auch tun muss. Demnach sind wir Freimaurer auch eine Art „Lichtsucher“, Erkenntnissucher, mit der Vision einer besseren Welt, die versuchen, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Dass einmal „alle Menschen Brüder“ werden könnten, die friedlich und in gegenseitiger Achtung miteinander auf dieser Welt leben. Daher werden Freimaurer, wie wir es schon in den „Alten Pflichten“ von 1723 nachlesen können, nur freie Männer von gutem Ruf, wobei wir, denke ich, heutzutage in erster Linie vom geistig freien Mann ausgehen können. Dem trägt auch das Ritual Rechnung, in dem der Meister vom Stuhl fragt: „Wodurch soll sich ein Freimaurer im Leben vor anderen Menschen auszeichnen?“, worauf ein Aufseher antwortet: „Durch winkelrechte Lebensführung, von der Sklaverei der Vorurteile befreite Gedanken und echte Freundschaft zu seinen Brüdern“. Freie Männer sind also Menschen, die ihre eigenen Ideen entwickeln und versuchen, sie umzusetzen. Sie sind ebenso Menschen, die sich mit anderen freien Männern reiben und in dieser Reibung in den Spiegel schauen. Freie Männer würden dem Staat und dem Unternehmen, für das sie arbeiten, nur solange loyal gegenüber stehen, solange diese die Würde des Menschen und seine Rechte respektieren.

Weiter heißt es bei Jens Oberheide: „Freimaurerische Idealvorstellungen gehen davon aus, dass ein Minimalkonsens gefunden werden müsste, über alle Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Nationen hinweg. In Achtung vor der Würde jedes Menschen treten die Freimaurer ein für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und für Brüderlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft und die Erziehung hierzu. Freimaurerei ist also ein Lebensstil für offene Herzen und offene Sinne für die Zeit, die Menschen, die Umwelt und die Dinge in uns und um uns herum. Ein Lebensstil der individuellen Lebensführung und -deutung“. All dies hat im Kern die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert.

Auf der individuellen Ebene streben wir Freimaurer nach der Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit, nach Weisheit und der Erkenntnis einer höheren Wahrheit, nach einer gerechten und friedlichen Welt, in der sich Menschen wie Völker in gegenseitiger Achtung und ohne Vorurteile und Aggression begegnen. Freimaurer sein bedeutet demnach also auch, sich für einen Weg entschieden zu haben, der über den rauen Pfad der ständigen Selbsterkenntnis führt und der uns lehrt, die Irrwege der Vorurteile und Eitelkeiten zu meiden. Diese Selbsterkenntnis ist die Grundlage für unsere Beziehung zur Welt. Wer diesen Weg ernst nimmt wird spüren, wie er einem Vieles abverlangt, aber auch Vieles geben kann: Erkenntnisse, die er vielleicht allein nie gehabt hätte; Erlebnisse, die es nur in der Gemeinschaft gibt; Erfolge, die er auch seinen Brüdern zu verdanken hat, denn immer, wenn er zweifelt oder schwankt, ist mindestens einer von ihnen da, ihm zur Seite zu stehen und zu helfen. Das verleiht ihm den Halt und das Bewusstsein, dass andere für ihn da sind und er für andere einsteht in einer Zeit, in der Egoismus das Denken Vieler beherrscht. Ich habe in den zwei Jahren als Bruder diese Entwicklung deutlich wahrgenommen. Viele Dinge sind mir bewusster geworden, weil ich vorher keinen Zugang dazu hatte, viele auch überhaupt erst bewusst, weil ich davon gar keine Kenntnis hatte.

Ich nehme wahr, dass alle Brüder, die ich kennen gelernt habe, nicht nur geachtete, respektierte und angenehme Mitmenschen sind, sondern auch vielfach die Menschen sind, die man um Rat fragt und denen man vertraut.

So hat sich auch mein Fokus verschoben. Als ein Beispiel nenne ich Toleranz. Heute schimpfe ich nicht mehr über Menschen, die Dinge tun, die meiner Meinung nach unsinnig oder falsch sind, sondern ich versuche zunächst, deren Handeln aus ihrem Blickwinkel zu sehen, ihre Motive zu erkennen und ihr Handeln danach erneut zu bewerten. Auch gehe ich mit einem anderen Selbstverständnis durchs Leben. Dinge, die mir vorher egal waren, sind mir nun wichtig, und Dinge, die mir wichtig waren, interessieren mich nicht mehr.

Aber sind diese traditionellen Ideale und Werte unverändert aktuell? Passt dieser Geist überhaupt noch in unsere moderne Gesellschaft, oder sollten wir uns nicht gänzlich anderen Vorstellungen zuwenden? „Nichts ist schwerer, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden.“ So lässt sich die Stimme Tucholskys aus den 20ern des vergangenen Jahrhunderts heute noch vernehmen. Werfe ich einen Blick auf unsere Gesellschaft, so hat diese sich in den fast drei Jahrzehnten, über die ich mir ein Urteil bilden kann, rasant verändert. Vieles zum Besseren oder vielmehr Angenehmeren, unbestritten, aber ich erkenne auch Vieles, das mich nachdenklich macht: Diese moderne Zeit der Globalisierung ist geprägt von Effizienz und Gewinn, von mehr Wachstum und mehr Geschwindigkeit, von Oberflächlichkeit und Egoismus. In der man Karriere macht, „weiter kommt“, „jemand ist“, wenn man auf sich selbst fokussiert ist und restlos alles optimiert. Vieles von dem, was ich unmittelbar selbst, über Dritte und die Medien wahrnehme, wirft in mir die Frage auf, ob die genannten „Werte und Ideale“ überhaupt mit „Menschlichkeit“, einem unserer freimaurerischen Werte, zusammen passen.

In Konsequenz der Beispiele, die ich gerade aufgeführt habe, werden Menschen ausgebeutet, um unter unwürdigen Bedingungen beispielsweise überdimensionierte Sportstätten zu bauen, und sie werden dafür noch nicht einmal bezahlt. Da sind „Manager“, die nur noch kurzfristigen Profit und Effizienz im Auge haben, denen aber die Situation der Mitarbeiter völlig egal zu sein scheint, die gar als Ressourcen versachlicht werden. Ich sehe Politiker, die alles dem „Wachstum“ unterordnen. Ich sehe Selbstdarsteller, die die Medien beherrschen, und im Übrigen auch die Medien selbst, die uns vielfach den Eindruck vermitteln, dass unsere Gesellschaft „geil“ ist. Wir nehmen wenig Rücksicht auf andere Menschen, deren Ansichten, Nöte, ethischen Ansichten und Religion. Ich sehe eine Informationsflut, die den Einzelnen kaum noch in die Lage versetzt, aus seiner Überinformation für sich einen Gewinn zu erkennen. Die hohe Informationsdichte macht uns oberfl ächlich und orientierungslos.

Verwundert es dann, dass viele Menschen sich nur noch für sich selbst interessieren, wegschauen, wenn neben ihnen Unrecht geschieht? In dieser Welt scheint es schwer geworden, freimaurerisches Gedankengut zu verbreiten und erst Recht, danach zu leben. Dieses Bewusstsein sollte auch zur Verantwortung für unsere Mit- und Umwelt führen. Die Freimaurerei macht uns deshalb nicht nur auf unser individuellen Ebene und im Logenleben, sondern auch und vor allem außerhalb zu besonderen Menschen. Ich nehme wahr, dass alle Brüder, die ich kennen gelernt habe, nicht nur geachtete, respektierte und angenehme Mitmenschen sind, sondern auch vielfach die Menschen sind, die man um Rat fragt und denen man vertraut. Ein erstes Anzeichen dafür, dass die Freimaurerei durchaus ein zeitgemäßer Lebensstil ist. Denn Freimaurerei ist auch Dienst am Menschen und somit Dienst an der Gesellschaft. Dabei weite ich den Begriff des Dienens bewusst auf das engere und weitere Umfeld jedes Einzelnen von uns aus. Das Dienen beginnt in der Familie und im Bruderkreis und hört im Beruf noch lange nicht auf. Es erstreckt sich auf alle Menschen, die in unserem Umfeld stehen.

Wir Freimaurer können der Gesellschaft durch unser Denken und Tun wieder etwas von dem zurück geben, das ihr in der schnelllebigen Zeit abhanden gekommen ist.

Wir haben in unseren Logen die Grundlage dazu, weil allen die gleiche menschliche Würde und gleiches Ansehen zuerkannt wird, und aufgrund der unablässigen Arbeit am rauen Stein ein hochqualifiziertes geistiges und moralisches Potential entwickelt. Wir Freimaurer haben die Werkzeuge, unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln und damit die Aufgabe, das kulturelle, geistige und ethische Erbe zu bewahren. Zum „Lebensstil Freimaurerei“ gehört weiterhin, dass sich überall in der Welt Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft und Kultur mit den Idealen der Freimaurerei identifizieren und versuchen, sie in ihrem Leben zu verwirklichen. Von dieser Lebenseinstellung der Freimaurer könnte etwas auf ihre Umwelt abfärben, wenn jeder ein kleines Stück dazu beiträgt, wie diese Welt beschaffen ist und wie Menschen in unserer Gesellschaft miteinander umgehen. Der Zustand unserer Gesellschaft ist immer genau so, wie wir ihn wollen oder wie wir ihn erdulden. Niemand sollte uns abhalten können, einen als falsch erkannten Weg zu ändern oder umzukehren, um einen neuen zu suchen.

Diesen Widerspruch zwischen dem Wissen, das die Gesellschaft über sich hat und dem Zustand, in dem sie sich befi ndet, aufzuheben, kann wiederum nur durch das Streben nach Humanität, durch die Suche nach den rechten Wegen zur Gestaltung einer menschlichen Gesellschaft unter Wahrung der Rechte ihrer einzelnen Mitglieder gelingen. Humanität hat die Aufgabe, die gangbaren Wege für ein Zusammenleben unter friedlichen Bedingungen aufzuzeigen und darzustellen, welche verheerenden Auswirkungen inhumane Verhaltensweisen unter den Menschen haben. Dabei wird allerdings auch sichtbar, was unter Menschen alles möglich ist, also was Menschen anderen Menschen unter bestimmten Bedingungen anzutun in der Lage sind. Es gilt also einen Entwurf zu formulieren, der zeigt, dass Humanität in einer Gemeinschaft von Menschen nicht nur möglich, sondern unabdingbar ist. Eine Gemeinschaft, geprägt vom Bewusstsein der gleichen Abstammung, der gleichen Geburt und der gleichen Art, die Erde wieder zu verlassen. Ein Bewusstsein, das erkennt, dass die Früchte der Erde allen, die Erde selbst aber niemandem gehört. Ein Bewusstsein, dass nur Frieden ernährt, Unfrieden aber immer verzehrt, dass Ungerechtigkeit immer neues Unrecht zur Folge hat und dass Gerechtigkeit eine Folge von Weisheit ist. Die Beförderung der menschlichen Tugenden wie Mitgefühl und Mitleid, wie Liebe und Zuwendung, Gemeinnutz und Solidarität, Gewaltlosigkeit und Toleranz müssen wieder als das dargestellt werden, was sie sind: Grundlagen menschlichen Zusammenseins. Human zu sein heißt dabei vor allem, nicht zu warten, bis jemand damit anfängt, sondern selbst als bestes Beispiel voranzugehen.

In unserer Gesellschaft scheinen zudem Generationen heranzureifen, in denen der Begriff „Zukunft“ keine Flamme mehr zündet. Es ist der Mangel an Visionen einer künftigen Gesellschaft, die die Gegenwart in Beliebigkeit versinken lässt. Es gilt also, Bedingungen zu schaffen, die eine lebens- und erlebenswerte Zukunft ermöglichen, das heißt, das Verständnis unter den Menschen, den Nationen, den Völkern und Religionen dahingehend zu fördern, dass ein friedliches Miteinander als die einzige mögliche Lebens- und Überlebensform erkannt und anerkannt wird. Denn eine menschliche Gesellschaft ohne Humanität ist beides nicht: Nicht menschlich und nicht Gesellschaft. Die Wege, die dorthin führen, kennen wir nicht; sie entstehen erst, wenn wir losgehen. Wir kennen aber die Sterne, die uns leiten. Es sind: Die Werte unseres Lebens als Freimaurer – Menschenliebe, und Brüderlichkeit, menschliche Toleranz, Freundschaft und gegenseitiger Beistand.

Um abschließend wieder auf die Frage zurück zu kommen, ob das Leben freimaurerischer Werte geeignet ist, in der heutigen Gesellschaft überhaupt zu bestehen, kann ich sie für mich so beantworten, dass unsere Werte in ihrer Aktualität wohl kaum in Frage zu stellen sind. Wir Freimaurer können der Gesellschaft durch unser Denken und Tun wieder etwas von dem zurück geben, das ihr in der schnelllebigen Zeit abhanden gekommen ist. In diesem Sinne schließe ich meine Zeichnung mit dem klaren Auftrag des Meisters vom Stuhl an die Brüder am Ende einer Tempelarbeit, den freimaurerischen Lebensstil auch tatsächlich zu leben: „Geht nun zurück in die Welt, meine Brüder und bewährt euch als Freimaurer! Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seit wachsam auf euch selbst! Es geschehe also, ziehet hin in Frieden!“

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