Erwiderung von Uwe Tellkamp zum Kulturpreis

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Uwe Tellkamp bei seiner Erwiderung zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer

Ein Plädoyer für eine freie Rede ohne Vorurteile und Scheuklappen: Uwe Tellkamps Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland in Dresden am 25. Mai 2017.

“Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Damen!

Ich habe bewusst kein Manuskript vorbereitet, um etwas zu ermöglichen, was mir hoffentlich gelingen wird, nämlich eine Konfrontation mit dem rauen Stein. Ich habe überlegt, worüber ich sprechen soll und möchte etwas zu Dresden sagen, die Stadt in Schutz nehmen vor aktuellen Angriffen, die über sie im Umlauf sind.

Ich danke Herrn Kaube für seine tiefgründige Laudatio, ich bin sehr dankbar und überrascht: Endlich gelingt einmal eine Würdigung, die nicht darauf hinausläuft, ob es sich so abgespielt hat oder nicht, wie ich es in meinen Büchern beschrieben habe, ob der Mann Recht hat oder nicht, ob er uns passt oder nicht, ob die Frisur passt oder nicht, ob wir das mit unseren Überlegungen vereinbaren können. Es ist vielmehr eine Laudatio, die genuin mit literarischen Mitteln gearbeitet hat, die sich damit auseinandersetzt, was sprachlich möglich ist, was einen Autor wirklich interessiert, was darstellbar ist, was den Autor unterhalb der stofflichen Ebene interessiert. Ich möchte auch dem Pianisten, Ingo Dannhoff, für seine virtuose Begleitung danken. Und Ihnen natürlich, dass sie mir diese Ehre zuteilwerden lassen, im 300. Jahr des Bestehens der modernen Freimaurerei.

Mich interessieren Geschichten, sprich Handlungsverläufe, Seinszusammenhänge, beispielsweise die Geschichte eines Menschen, der sich vor ca. 25 Jahren engagiert hat in der Bürgerbewegung der DDR und der meinte, jetzt breche er zu neuen Ufern auf, jetzt dämmere die Sonne einer Freiheit im Kopf. Mit diesem Glauben und mit diesem Idealismus – ein Stichwort, das Ihnen vertraut ist – hat dieser Mann sein Bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ein unfassbar überwältigendes System scheinbar zusammengebrochen ist. Die Arbeit, der Mut, die es braucht, sich als Einzelner, als Familienvater gegen diese Staatsmacht zu stellen, kann man nicht hoch genug einschätzen. Nun sehe ich diese Geschichte jedoch im Zusammenhang: Ich sehe sie bis heute, ich sehe denselben Mann, dieselbe Frau mit ihrem Engagement irgendwo in der zweiten Reihe, in der Politik versandet, die Ideale gebrochen, das Programm heißt Desillusionierung, und die Freiheit ist nicht die, von der man träumte, sondern man erwachte in Nordrhein-Westfalen, um ein vielzitiertes Wort zu wiederholen.

Es sind diese einzelnen Geschichten, beispielsweise auch die eines Richters oder eines Rechtsanwaltes, der angetreten ist, irgendwann einmal etwas für Gerechtigkeit zu tun. Auch wenn man gleich einwendet: Recht und Gerechtigkeit sind zweierlei, Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Dieser Rechtsanwalt und dieser Richter muss sich dann mit den Maßgaben seines Chefs, seines Justizministers auseinandersetzen, der es tatsächlich fertigbringt, ureigene Aufgaben des Staates, des Rechtswesens, der Judikative auszuhebeln. Das kann man dann sacken lassen und aus der Ferne betrachten.

Mich interessiert die Geschichte eines Menschen, der sich für Worte interessiert. Mich interessieren Geschichten von Menschen, die in einer der vier Gewalten stehen. Die vierte Gewalt sind die Medien, wobei man von den Medien gar nicht sprechen kann, sondern von einigen. Man muss auch wissen, dass es in jedem Betrieb und in jeder Konglomeration Geister gibt, die dagegen stimmen, aber kaum erkennbar sind, weil sie sonst Probleme bekommen. Aber diese vierte Gewalt macht sich heute auf und meint, Politik mitbestimmen zu müssen. Da ist ein gewisser Ehrgeiz dabei. Es werden Dinge verschwiegen, aber sie werden gar nicht verschwiegen, das bildet man sich nur ein. Es werden Helligkeits- und Dunkelheitskategorien vergeben. Wobei die Dunkelheit interessanterweise im Osten verortet wird. Und es werden Verbiegungen, Mechanismen, Talkshows mit Ein- und Ausladungspolitiken betrieben, die mich erschüttern und die diese Figur erschüttern, über die ich schreibe, weil sie sie an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Und diese Figur fragt sich, ob man mittlerweile in einer DDR 2.0 lebt – und wenn ja, warum. Und wie das Internet, als ein Medium der Freiheit, zu einem Medium des Hasses geworden ist. Aber der Hass, der darin vorkommt, wird unterschiedlich definiert. Wer bestimmt darüber, wer verfolgt das? Eine Mitarbeiterin der Staatssicherheit zum Beispiel, in einer Stiftung, deren Name ich nicht nennen muss.

Diese Dinge treiben mich um als Autor, als politischer Mensch, der ich auch bin. Als einer, der am rauen Stein seines Selbst arbeitet.

Der Schriftsteller Heimito von Doderer, den ich sehr schätze, hat alle seine Werke in den Skat gedrückt mit der sinngemäßen Aussage: „Mein wichtigstes Werk war ich selbst, meine eigene Dummheit loszuwerden.“

Und mich fasziniert, wie diese Dinge zustande kommen, wie der raue Stein zu einem glatten wird. Was aus unseren Gemeinden, aus unserer Politik, aus unserem Land, aus unseren Bürgern wird.

Über diese Dinge müssen wir diskutieren, auch frei. Freie Diskussion, das ist auch ein Stichwort, das mich mit ihnen verbindet: vorurteilsfreie, angstfreie, scheuklappenlose Diskussion. Man findet diese kaum. Vieles wird verschwiegen, beiseite gedrückt, überredet, überschrieben, wie das Überschreiben einer Diskette. Es kommen vertraute Mechanismen zurück: Beeinflussung, Umdefinierung: „Du bist kein Widerständler, sondern wir müssen dir helfen.“ Das war übrigens der wichtigste Satz der Staatssicherheit. Das treibt mich um.

Einer sucht vielleicht den Anderen, einer ist vielleicht der Andre. Und ich hoffe, dass es uns gelingen kann, abseits von Vorurteilen und persönlichen Prägungen, die natürlich auch immer Vorurteile sind und die zu Scheuklappen führen, dass es uns gelingen kann, diese grundlegenden Dinge zu erhalten: Toleranz, Freiheit, das Kant’sche „sapere aude“, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Dass es uns gelingt, die Dinge so hinzubekommen, dass wir in einem gedeihlichen Miteinander leben. Alle anderen Fragen sind danach zu klären, denn das sind die Grundlagen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für den Mut, den Autor Tellkamp mit ihrem Preis auszuzeichnen. Ich bin nicht überall gelitten, ich bin kein bequemer Zeitgenosse, mir selbst gegenüber und meinen Nächsten oft genug nicht. Ich bedanke mich dafür, dass sie die Freundlichkeit besessen haben, so freundlich zu mir zu sein.”

(Transkript von Bastian Salier)

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Kulturpreis der Freimaurer an Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Am 25. Mai 2017 verlieht die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland den Kulturpreis Deutscher Freimaurer im Dresdner Landhaus (Stadtmuseum) an den Schriftsteller Uwe Tellkamp.

Der Preis wird seit 1980 in unregelmäßigen Abständen an Personen vergeben, die besondere kulturelle Leistungen oder Engagement erbracht und dabei humanitäre Werte im Blick haben. Frühere Preisträger waren unter anderem Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopelew, Otmar Alt, Hans Küng und zuletzt im Jahre 2012 Kurt Masur.

1968 in Dresden geboren, wuchs Uwe Tellkamp als Sohn eines Arztes im Dresdner Villenviertel „Weißer Hirsch“ auf, wo er seit 2009 mit seiner Familie wieder beheimatet ist. Nach dem Abitur musste er einen dreijährigen Dienst bei der NVA antreten, um in der DDR Medizin studieren zu dürfen. Obwohl er bereits vor dem Oktober 1989 wegen „politischer Diversantentätigkeit“ unangenehm auffiel, weil er Texte von Wolf Biermann und anderen nicht geduldeten Autoren bei sich trug, blieb er bis Oktober 1989 Unteroffizier bei der DDR-Armee. Nach einer kurzen Inhaftierung folgten Tätigkeiten als Hilfsarbeiter im Braunkohletagebau und der Industrie. 1990 begann er eine Arbeit als Hilfspfleger auf der Intensivstation eines Dresdner Krankenhauses.

Sein Studium der Medizin absolvierte Tellkamp schließlich nach dem Ende der DDR an der Universität Leipzig, in New York und Dresden, gab den Arztberuf, den er bis 2004 an einer unfallchirurgischen Klinik in München ausübte, im Jahre 2004 aber zugunsten seiner Schriftstellerkarriere auf.

Tellkamp veröffentliche ab Ende der 80er Jahre zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien. Sein erster Roman „Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café“ erschien im Jahre 2000. Vier Jahre später gewann er mit „Der Schlaf in den Uhren“ den renommierten IngeborgBachmann-Preis. Im Herbst 2008 erschien schließlich sein Roman „Der Turm — Geschichte aus einem versunkenen Land“, in dem er die Zeit zwischen 1982 und 1989 aufarbeitete. Für dieses monumental zu nennende Werk erhielt Tellkamp den Deutschen Buchpreis sowie 2009 den Deutschen Nationalpreis. Eine Bühnenfassung seines „Turms“ wurde 2010 in Dresden uraufgeführt, und die ARD verfilmte den Stoff in zwei Teilen.

Seine Arbeit charakterisierte der Schriftsteller einmal in einem Interview mit dem Versuch, Heimat wiederzugewinnen. Er sehe sich als eine Art Dombaumeister, der durchaus pathetisch sein dürfe, wenn er die grundlegenden menschlichen Empfindungen wiedergeben könne. Kritikern gilt Tellkamp einerseits als Sprachvirtuose, der die literarischen Formen perfekt beherrscht, andererseits aber auch als höchst politischer Autor, der aufgrund seiner persönlichen Geschichte den Schriftstellern im ehemaligen Ostblock geistig näher ist als seinen deutschsprachigen Kollegen im Westen.

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Laudator Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“

Die Laudatio für die Verleihung des Kulturpreises der Großloge hielt Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der 1962 in Worms geborene Soziologe, Autor und Germanist ist bei der FAZ zuständig für das Feuilleton. Kaube wurde Anfang 2015 als Nachfolger des verstorbenen Frank Schirrmacher in den Herausgeberkreis der Zeitung berufen. Mit seinen Sachbüchern erhielt er selbst bereits zahlreiche Preise und wurde vom Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik mit der Auszeichnung „Rede des Jahres 2015“ geehrt.

In Kürze lesen Sie hier weitere Informationen sowie ein Interview mit dem Preisträger Uwe Tellkamp.

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Großlogentreffen 2017 in Dresden

“Das Blaue Wunder” in Dresden (Foto: fotolia)

Vom 24. bis 26. Mai 2017 findet in Dresden das Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland statt. Neben interessanten Vorträgen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen unter dem diesjährigen Motto „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“ sind auch Zusammenkünfte interner Arbeitsgruppen geplant, die vereinsrechtliche und organisatorische Sachverhalte beraten.

Jedes Jahr im Mai versammeln sich die Logenvertreter zu ihrem bundesweiten Treffen in einer anderen deutschen Stadt. Dabei wechseln sich Großlogentage und Großlogentreffen miteinander ab. Auf den Großlogentagen – der nächste findet 2018 in Bamberg statt – liegt der Fokus vor allem auf vereinsrechtlichen Angelegenheiten. Auf ihrer Mitgliederversammlung wählen die Vertreter der Logen zum Beispiel den Großlogenvorstand und beraten über Fragen der Satzung. Bei den zweijährlichen Großlogentreffen stehen Vorträge zu aktuellen gesellschaftlichen Themen sowie das gesellige Erleben unter den Brüdern, Schwestern und ihren Gästen im Vordergrund.

Die reiche Kulturgeschichte Dresdens verspricht ein spannendes Begleitprogramm für die Teilnehmer und Gäste des Großlogentreffens. Als Höhepunkt wird am Donnerstag, dem 25. Mai, dem Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp der Kulturpreis der Großloge verliehen. Sachsens Hauptstadt Dresden verfügt über eine reiche und wechselvolle freimaurerische Geschichte. Gastgeber und Ausrichter des Großlogentreffens ist in diesem Jahr die Loge „Zu den ehernen Säulen“, die in der Königsbrücker Straße 49 residiert.

Die Freimaurerei hat in Dresden eine lange Tradition und viele bekannte Persönlichkeiten dieser schönen Stadt waren Freimaurer. Leider waren freimaurerische Zusammenkünfte seit dem Verbot durch die Nationalsozialisten im Jahre 1935 bis nach der Wende 1989 nicht erlaubt, so dass hier tatsächlich ein Neuanfang nötig war. Dank intensiver und großzügiger Unterstützung bestehender Logen aus den alten Bundesländern gibt es viele neue Logengründungen bzw. Wiedergründungen, auch hier in Dresden. Deshalb werden viele Freimaurer (und viele Gäste) zu diesem Jahrestreffen erwartet, das für alle Teilnehmer und Besucher viele hervorragende Begegnungen, Einblicke in die Geschichte und die schönen Seiten der Stadt sowie interessante und bereichernde Gesprächsrunden bereithält.

Wir wollen mit diesem Treffen der Freimaurer in Dresden und mit der Verleihung des Kulturpreises der Großloge an Herrn Uwe Tellkamp auch nach außen hin Zeichen setzen. Zeichen setzen dafür, dass die Freimaurerei ein Bruderbund im Geiste des Humanismus ist. Wir wollen deutlich machen, dass uns Freimaurer die Werte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz seit nunmehr 300 Jahren leiten und dass diese so oft fälschlich als „Geheimbund“ beschriebene Gemeinschaft dazu beitragen möchte, Trennendes zwischen den Menschen zu überwinden.

Abschließend ist anzumerken, dass der Kulturpreis 2017 zum zweiten Mal an einen Dresdner verliehen werden kann. 1968 empfing der gebürtige Dresdner Erich Kästner den Kulturpreis der Großloge für sein literarisches Schaffen als Schriftsteller, Publizist und Drehbuchautor. Die Preisverleihung fand damals in Berlin statt. Umso mehr freut es mich, dass wir heute den Kulturpreis in Dresden, der Geburtsstadt und dem Lebensmittelpunkt des Preisträgers, Uwe Tellkamp, in Dresden verleihen können.

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300 Jahre moderne Freimaurerei

“Freemasons Hall” in London (Foto: fotolia)

Vor 300 Jahren fand etwas statt, das wir heute verstehen könnten als einen Zusammenschluss von vier schon existierenden Logen zu einer öffentlichkeitswirksamen Institution, die mit der Gründung einer „Großloge“ sich auch das Recht aneignete, allen anderen in England und Schottland noch im Verborgenen arbeitenden Logen ein verbindliches Regelwerk zu geben und damit sicherzustellen, dass die Ideale der schon bestehenden Freimaurerei korrekt und regelgerecht weitergegeben würden.

Da könnte man die Frage stellen: „Warum feiern deutsche Logen und deutsche Großlogen ein Ereignis, das doch zuallererst die Brüder in England interessieren sollte, warum feiern wir nicht zum Beispiel die Gründung der ersten deutschen Loge im Jahre 1737 in Hamburg?“ – Nun, die Begründung liegt darin, dass mit diesem Datum im Jahre 1717 die Freimaurer weltweit auf ein Ereignis blicken, das wie ein „Leuchtfeuer“ oder „Richtfeuer“ auf sie wirkt. Dieses Datum und dieses Ereignis können aber nur stellvertretend betrachtet werden als Möglichkeit, der Freimaurerei so etwas wie eine geschichtliche Verankerung zu geben.

Trotz aller Bemühungen ist es Historikern und freimaurerischen Forschern bis heute nicht gelungen, so etwas wie ein Gründungsdatum der Freimaurerei zu finden und sozusagen „dingfest“ zu machen. Dokumente belegen, dass lange vor 1717 Männer in den Bund der Freimaurer aufgenommen wurden. Man könnte, dass der Bund der Freimaurer vor langer Zeit als ein Schutzbund fungiert hat, der Männern, die zum Beispiel mit den Lehren der Kirche nicht einverstanden waren, tätige Hilfe und Unterschlupf gewährte.

Das würde zumindest erklären, warum die Brüder damals mit ihrem öffentlichen Auftreten warteten, bis sie sicher sein konnten, nicht mehr von Staats wegen verfolgt zu werden. Das war der Fall, nachdem als Folge der sogenannten „Glorreichen Revolution“ in England 1668 so etwas ähnliches wie Religionsfreiheit beschlossen wurde. Man kann diesen Männern auch nicht verdenken, dass sie noch etwa 50 Jahre ins Land gehen ließen, bevor sie sich an die Öffentlichkeit wagten.

Viel weiter verbreitet ist allerdings die Vorstellung, dass die Freimaurerlogen sich aus den Werkmaurer-Logen der Steinmetzen entwickelt haben, die am Bau der Kathedralen beteiligt waren und ihr Wissen gerne in ihren Bauhütten bewahrt wissen wollten und deshalb gezwungen waren, abgeschottet von möglichen Spionen zu agieren. Aus diesen Bauhütten sollen im Laufe der Zeit, nach dem Abklingen der Kathedralen-Bautätigkeit, sogenannte „spekulative Bauhütten“ entstanden sein, in denen frei und offen über alles gesprochen werden konnte und die deshalb frei denkende Interessenten aus dem Adel, der Geistlichkeit und dem Bildungsbürgertum anzogen, sie aufnahmen und sich letztlich allmählich zu dem wandelten, was wir heute Freimaurerlogen nennen.

Sicherlich hat sich im Laufe der Zeit vieles in der Freimaurerei verändert, geblieben ist das weltweit für alle Brüder wichtige und gültige Symbol der „Weltbruderkette“, wie sie sich in jedem Logenhaus und in jedem offiziellen Siegel der internationalen Freimaurerei symbolisch angedeutet findet. Sie soll als sichtbarer Beleg dafür dienen, dass die Freimaurerei in der Tat sich als einen weltumspannenden Bruderbund mit ebenso weltumspannenden Idealen versteht.

Diese Ideale sind treffend zusammengefasst vom Großmeister der Großloge der Alten Freien und angenommenen Maurer von Deutschland, unseres Bruders Stephan Roth-Kleyer:

„Die Freimaurerei ist eine weltweite Bewegung in allen demokratischen Gesellschaften. Unsere humanitäre Freimaurerei versteht sich als Einheit von tragender Idee, verbindender Gemeinschaft und symbolischer Ausdruckskraft. Sie definiert sich nicht nur über Menschen hoher politischer, gesellschaftlicher, künstlerischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Freimaurerei macht vor allem aus, dass sie als Baustelle der Persönlichkeitsbildung das lebt und umsetzt, was unter anderem als Zweck und Aufgabe einer Loge benannt ist: Männer zusammenzuführen, die sich ansonsten im Leben nicht begegnet wären. Die Antwort lautet auch sehr kurz gefasst: Freimaurerei ist ethische, ist soziale, ist integrative Praxis, nicht Theorie.“

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Senatsempfang für Freimaurer in Hamburg

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)(Foto: Jürgen Joost)

Anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung der weltweit ersten Großloge lud Olaf Scholz, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Erster Bürgermeister zu einem Empfang in das Hamburger Rathaus. Festredner war Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.

Mehr als vierhundert geladene Gäste, Freimaurer, Politiker, Ehrenbürger der Stadt Hamburg kamen im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses zusammen, um sich an dreihundert Jahre moderner Freimaurerei und die Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 zu erinnern. Hamburg scheint der passende Ort für eine solche Veranstaltung zu sein, denn immerhin wurde hier im Jahre 1737 die erste bis heute bestehende deutsche Loge gegründet. Und so wies der Hausherr in seinen Begrüßungsworten auf die lange Tradition der Weltoffenheit und Toleranz hin, die die Hamburger für die Ideale der Aufklärung empfänglich gemacht habe. “300 Jahre Freimaurerei – das ist eine stolzer Geburtstag”, sagte Scholz. “Er verweist auf 300 Jahre des Ringens um Vernunft, Freiheit, Toleranz und Humanität in Europa und erinnert daran, dass die Errungenschaften unserer liberalen, demokratischen und offenen Gesellschaft immer wieder verteidigt werden müssen.”

Toleranz und Brüderlichkeit vorzuleben und in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist eine ganz wichtige Aufgabe der Freimaurer.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister verwies auf die enge Verknüpfung der Hamburger Stadgeschichte und Hamburger Logenbrüder. Er erinnerte an Gotthold Ephraim Lessing, den Dichter Friedrich Klopstock, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Buchhändler Johann Bode, den Theatermann Friedrich Ludwig Schröder sowie an den Zoologen Carl Hagenbeck, den Verleger Axel Springer und die Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Heinrich Kellinghusen und Georg Heinrich Sieveking. “Wenn Sie nachher das Rathaus verlassen, das ebenfalls von einem Freimaurer erbaut wurde, können Sie unter den 58 Hamburger Persönlichkeiten, die an den Säulen portraitiert sind, 13 Freimaurer entdecken, unter ihnen Gabriel Risser, der erste jüdische Richter in Deutschland.”

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedankte sich in seiner Einführungsrede, dass man in einem solchen prächtigen Rathaus feiern darf und bezeichnete dies als einen Meilenstein, erfolgte doch die Gründung der an diesem Tag gefeierten Großloge recht unprätentiös in einer Londoner Kneipe. Er wies darauf hin, dass das von einem Freimaurer miterbaute Rathaus eines sei, bei dem der Bürger keine Stufen emporsteigen müsse und bezog sich damit auf einen der Grundsätze der Freimaurerei, sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.

Der Gastredner Prof. Dr. Norbert Lammert leitete seinen Vortrag mit einem Satz von Kurt Tucholsky ein, “einem bekennenden Freimaurer”, so Lammert: “Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.” Er brachte diesen Satz in Verbindung mit der Rolle der frühen Freimaurer, die sich nach seinen Worten außerhalb der Zünfte befanden und damit nicht eingebettet waren in das bestehende System. Doch eben dieser dort entwickelte und gepflegte Freiheitsgedanke habe sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt.

Der Redner betonte, wie passend der 8. Mai als Datum sei, um auch der Gründung der Freimaurerei in einer Feierstunde zu gedenken: Am 8. Mai 1945 wurden die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges eingestellt, er wird als Tag der Befreiung gefeiert, und am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, und fügte lächelnd hinzu: “gegen die Stimmen der der KPD und der CSU”.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben.

Prof. Dr. Norbert Lammert

“Freimaurer”, lobte Lammert, “fühlen sich über alle Unterschiede hinweg den gleichen Zielen verbunden.” Er verschwieg aber nicht die Verirrungen in der Nazizeit, als große Teile der bürgerlichen Freimaurerei versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu arrangieren. Verirrungen, wie er es nannte, die aber nicht halfen und nicht schützten.

In seiner Rede beschäftigte er sich intensiv mit den Prinzipien der Freimaurerei. Wie viel Freiheit braucht ein Mensch und wie viel Freihet verträgt er, fragte er herausfordernd. Wie lasse sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit vereinbaren? Muss man auch Intoleranz tolerieren? Überhaupt nahm Toleranz einen breiten Raum seiner Ausführungen ein. Er sprach von ihr als dem großen Bruder der Freiheit. “Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein oder er muss auf Freiheit verzichten.” Toleranz sei mehr als die Duldung des Anderen, sondern dessen Akzeptanz.

Freiheit, Gleichheit, Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit waren weitere Themen, und er wies darauf hin, dass es bei allem ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten brauche, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede nicht aushalten könne. “Je unangefochtener die Errungenschaften zu sein scheinen, umso weniger gern erinnert man sich an die Mühen, mit denen sie errungen wurden.”

Am Schluss beglückwünschte er die Freimaurer “zu diesem Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzung einer humanen Gesellschaft sich unangefochtener durchsetzen als das über die letzten 300 Jahre zu beobachten war.”

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, bedankte sich beim Senat für die Möglichkeit, den Festredner “in dieser glanzvollen Atmosphäre zu empfangen”. Er bedankte sich überdies bei seinen Vorrednern für die motivierenden und zielgerichteten Perspektiven, die erkennen ließen, dass die Freimaurer auf dem richtigen Weg seien.

Künftig werden wir weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns leider noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen und Ziele verstärkt informieren.

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Ferner bedankte sich der Großmeister für das große Engagement des Distriktes Hamburg und allen Freimaurern und Sympathisanten in und um Hamburg, die das Gelingen des Empfanges möglich gemacht haben, auch den zahlreichen Sponsoren.

Zum Schluss der Veranstaltung erinnerte er an die Caritas, die den Freimaurern neben allen anderen Zielen ebenfalls wichtig seien und überreichte einen Spendenscheck der Großloge über 10.000 € an die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Kindern in alleinerziehenden bedürfigen Familien hilft, die in der Region Hamburg leben.

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Dr. Gregor Gysi spricht bei Passauer Freimaurern

Auf Einladung der Passauer Loge “Zu den vereinigten drei Flüssen” sprach der bekannte Politiker Dr. Gregor Gysi zum Thema “Wege in eine neue Gesellschaft” im vollbesetzten Audimax der Passauer Universität.

Franz-Josef Gotzler, derzeitiger Vorsitzender der Passauer Loge und Mitinitiator der Salon-Idee begrüßte die Gäste und erklärte die Tradition der freimaurerischen Salons, die in erster Linie der Meinungsbildung und der intensiven und qualifizierten Meinungsfindung über die Probleme unserer Zeit dienen sollten.

Zu Beginn verteidigte Franz-Josef Gotzler die vor allem im Internet heftig kritisierte Wahl Gysis als Gastredner der Reihe “Salon Batavis” energisch. Er stellte klar, dass es in den Statuten heiße, nicht über Politik und Religion streiten zu dürfen. Das bedeute nicht, nicht darüber sprechen zu dürfen, sagte Gotzler sinngemäß, der sich über den so gar nicht freimaurerischen Wortlaut zahlreicher Online-Kommentare im Vorfeld verwundert zeigte. Offensichtlich nähme die oft beschworene „freimaurerische Toleranz“ direkt proportional mit der Anzahl an getätigten „postings“ ab und ginge irgendwo im Web verloren.

Wolfgang Böhm als Redner des Distriktes Bayern erläuterte in seinem Vortrag „Gesellschaft im Umbruch – Geht uns der Kompass verloren?“ dass wir in Zeiten des Umbruchs leben. Eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft führe dazu, dass die Extreme immer mehr Zuspruch fänden. Gerade auf diesem Feld brächten Populisten ihre Saat aus. „Angst mach manipulierbar, das ist das Kalkül.“ Wir leben in Zeiten in denen mehr Vordenker und Querdenker gefragt seien, denn Ideen
schaffen schließlich Wirklichkeiten. Leider ist es der Fall, dass große Teile der Bevölkerung den regierenden Eliten nicht mehr vertrauten und es so zu einer Bildung
von „Wutbanken“ käme. Und wenn sich diese Wut einmal aufgestaut und dann Bahn bricht, dann wären auch die mühsam errungenen europäischen Werte, für die auch Freimaurer gekämpft haben, in Gefahr. Freimaurer seien keine Weltverbesserer, aber Menschen, die sich immer wieder ihrer ethischen Verantwortung vergewisserten.

Dr. Gregor Gysi machte seinem Ruf als brillanter Redner selbstverständlich auch im Salon BATAVIS alle Ehre. Er hielt sich auch an die Anforderung, keine parteipolitischen Themen aufzugreifen und konnte sich lediglich einige zwar politische, aber humorvoll verpackte Seitenhiebe nicht verkneifen.

Eingangs hatte Dr. Gysi selbst über sein Vortragsthema geflachst: “Wege in eine neue Gesellschaft – Herausforderung Europa 2050.“ Der gebürtige Berliner witzelte, es sei einfach darüber zu reden, weil die wenigsten im Saal befindlichen Personen die von ihm aufgezeigten Ziele wohl nachprüfen könnten.

Mit Leidenschaft appellierte er für den Kampf um den EU-Fortbestand, der schließlich ebenfalls den dauerhaften Frieden zwischen den Mitglieds-Nationen gewährleisten würde. Nicht zuletzt auch weil die Jugend europäisch sei, müsse an der EU festgehalten werden. Auch ökonomische Gründe, wie die Tatsache, dass die alten Nationalstaaten der EU kein Gewicht gegenüber den USA und China hätten und auch das fehlende militärische Potential bei einem Zerfall der EU blieb nicht unerwähnt.
Natürlich wurden auch gesellschaftlich heiß diskutierte Themen wie die „Flüchtlingsfrage“ angesprochen, wobei Gysi vor allem das unsolidarische Verhalten der EU-Staaten untereinander scharf kritisierte. Abschließend appellierte er an die Jugend „Ihr müsst rebellischer werden – ihr seid nicht nur die Zukunft, ihr müsst auch dafür sorgen!“, nur ein Recht hätte die Jugend nicht – unsere Fehler zu wiederholen.

Alles in allem ein mehr als einstündiger Vortrag, der hochinteressante Einblicke gewährte und viele Zuhörer inspirierte und auch nachdenklich machte, was dem individuellen Gesprächsbedarf am Ende der Veranstaltung deutlich zu entnehmen war. Was bei der Abmoderation durch Br. Franz-Josef Gotzler nicht unerwähnt
blieb, war die Tatsache, dass Dr. Gysi ohne Honorar dieser Veranstaltung zugesagt hatte. Damit er nicht mit „leeren Händen“ nach Hause gehen musste, erhielt er als Geschenk eine Flasche Riveslates Rotwein seines Jahrgangs (1948).

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Podiumsgespräch mit Angela Kane und Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

Am 31. März 2017 fand auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. bei hannover ein spannendes Podiumsgespräch zur Lage der UNO statt, das tiefe Einblicke in die Welt der Vereinten Nationen zuließ und Antworten zu geben versuchte, welche prioritären Aufgaben sich dem neuen UN-Generalsekretär António Guterres stellen.

(wh) Dies sei vor allem eine deutliche Entbürokratisierung und eine strafferes Management, allerdings sei der Wille zur Veränderung bei den Mitgliedsstaaten der UNO nicht erkennbar, so der übereinstimmende Tenor der Podiumsteilnehmer. Auch sei die UNO auf die zunehmende Digitalisierung der Staaten in keiner Weise vorbereitet, was große Probleme bereiten werde.

Nach einem Grußwort des Vorsitzenden der DGVN Herrn Detlef Dzembritzki und unter der Moderation des freien Journalisten Herrn Andreas Franke diskutierten Frau Angela Kane, Herr Prof. Dr. Klaus Töpfer und Herr Dr. Ekkehard Griep über Möglichkeiten, die zahlreichen Krisen und Konflikte in der Welt mit Hilfe und durch die Unterstützung der Vereinten Nationen einzudämmen. Die Welt ist im Umbruch und in der internationalen Politik scheinen sich bisherige Konstanten aufzulösen, nicht erst seit der Wahl des neuen Präsidenten in den USA. Wo sind die Vereinten Nationen, deren Mitglieder sich in Artikel 1 der UN-Charta zur Wahrung von Frieden und Sicherheit bekannt haben?

So berichtete Frau Kane, bis 2015 Untergeneralsekretärin und Leiterin der Chemiewaffen-Untersuchung in Syrien 2014, zunächst über ihre belastenden Erfahrungen im Krisen- und Kriegsgebiet in Syrien und sie bedauerte, dass seitens der Bundesrepublik Deutschland personell und materiell mit Ausnahme der sog. Blauhelmmissionen die Arbeit der UNO und ihrer zahlreichen Unterorganisationen nicht ausreichend unterstützt und publik gemacht würden. Prof. Dr. Klaus Töpfer, ebenfalls wie Frau Kane Preisträger der Dag-Hammersköld-Ehrenmedaille der DGVN und lange Jahre als Executive Direktor für die UNO in Nairobi tätig, stellte in den Mittelpunkt seines Statements die absolute Krise des Multilateralismus, er erinnerte an den Krieg im Iran, der auf einer Lüge basierend eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen hat, er erinnerte an die divergierenden Ethnien auf dem Balkan und stellte die Forderung nach 2% Ausgaben der Bruttosozialproduktes der BRD für Rüstungsausgaben in Frage, wo doch nur 0,7% für soziales Engagement in den Entwicklungsländer ausgegeben würde. Lösungen konnten für die drängenden Fragen der Zeit nicht angeboten werden, aber es wäre schon viel gewonnen, wenn die Tätigkeiten der Vereinten Nationen nicht nur durch die einzelnen Staaten gefördert und unterstützt werden würden, sondern noch viel mehr durch die Menschen in den Mitgliedsstaaten, die häufig über die Existenz und Berechtigung der UNO nur bescheidene Kenntnisse hätten. Dies gelte auch für die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, und die Diskutanten richteten einen Appell an das Auditorium, Flagge zu zeigen und die Arbeit der UNO und ihrer Unterorganisationen personell und materiell zu fördern, wo sich die Gelegenheit dazu biete.

Neben zahlreichen Freimaurern aus dem Großraum Hannover nahmen etwa 70 Gäste an der Veranstaltung in Paolos Landhaus am Golfpark in Hannover-Langenhagen teil, darunter auch der Distriktmeister des Distriktes Niedersachsen / Sachsen-Anhalt, Rainer Koch.

Die musikalische Umrahmung des Abends hatte István Szentpali, Violine, übernommen, der am Flügel von Frau Claudia Rinaldi begleitet wurde, und bei einem anschließenden von Paolo Bragana gezauberten kalt-warmen Büffet und manchem Glas Wein wurde dann noch bis spät nach Mitternacht in kleinen Gruppen eifrig diskutiert und versucht, die Welt zu retten, was aber wohl nicht immer gelang. In dem Bewusstsein jedoch, einem spannenden Abend beigewohnt zu haben, gingen die Besucher auseinander.

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