Großlogentreffen 2017 in Dresden

23. Januar 2017
dresden

Das diesjährige Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland findet vom 24. bis 26. Mai in Dresden statt. Neben einem angenehmen Programm in einer interessanten Stadt beschäftigen sich die Freimaurer mit der Frage „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“

Jedes Jahr treffen sich die Freimaurer der Großloge A.F.u.A.M.v.D. mit jeweils wechselndem Schwerpunkt an wechselnden Orten. In einem Jahr ist es der Großlogentag, der satzungsmäßigen Mitgliederversammlung mit Wahlen und verbindlichen Abstimmungen, im Folgejahr das Großlogentreffen, das mehr dem kommunikativen Charakter dient. Das diesjährige Großlogentreffen findet in der schönen Stadt Dresden statt, die den Besuchern am Randes des freimaurerischen Treffens viele Sehenswürdigkeiten und ein besonderes Flair bietet. Die Ausrichtung des Treffens übernimmt traditionell eine örtliche Loge, in Dresden ist es die 1863 gegründete, im Dritten Reich und der DDR verbotene und im Jahre 2014 wiederbegründete Loge „Zu den Ehernen Säulen“.

Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Freimaurer leitet ihr Treffen mit einer rituellen Zusammenkunft, einer sogenannten „Arbeit“ ein, mit der sie sich auf zwei Tage voller brüderlich-freundschaftlicher Gespräche einstimmen. Im Anschluss folgt der für die Öffentlichkeit wohl wichtigste Punkt, die Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Großen Saal des „Dresdner Stadtmuseums“ wird dem bekannten Schriftsteller („Der Turm“, „Der Eisvogel“ u.v.a.) der „Kulturpreis der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ verliehen. Für Tellkamp ist dies sozusagen ein Heimspiel, wurde er doch in Dresden geboren und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die Laudatio hält Jürgen Kaube, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Kulturpreis Deutscher Freimaurer wird von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer seit 1966 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der Preis dient der Anerkennung künstlerischen Schaffens, das den ethischen freimaurerischen Lebensvorstellungen entspricht, für ein Werk, das die freimaurerischen Ideen der Toleranz, der Freiheit und der Brüderlichkeit fördert, wobei kein Unterschied zwischen Freimaurern und Nicht-Freimaurern gemacht wird. Bisherige Preisträger waren Max Tau, Erich Kästner, Siegfried Lenz, Golo Mann, Peter Huchel, Winfried Dotzauer, Otto Friedrich Bollnow, Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopulew, Otmar Alt, Rainer Kunze, Arno Surminski, Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Hans Küng, Gidon Kremer und Prof. Kurt Masur.

Am folgenden Tag beschäftigen die Freimaurer sich in einer internen Zusammenkunft mit Fragen der Gegenwart und Zukunft ihres Bundes unter dem Thema „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?“. Damit wird ein vor mehreren Jahren eingeleiteter Prozess fortgesetzt, die humanistische Freimaurerei in Deutschland in ihrem Bezug zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart zu untersuchen und Antworten auf aktuelle Fragestellungen zu finden.

Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein angenehmes Programm in der Stadt Dresden, beispielsweise Zwinger und Semperoper, Schloss und Fürstenzug, Neumarkt und Frauenkirche, Brühlsche Terrasse und Neue Synagoge — das klassische Dresden-Programm mit den typischen Sehenswürdigkeiten. Viele werden die Gelegenheit nutzen, und auch einige andere der vielen Dresdner Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Als gemeinsame Abendveranstaltung ist eine reizvolle mehrstündige Elbfahrt auf einem Salonschiff geplant.

Dresdens lange Tradition der Freimaurerei

Die älteste Dresdner Loge „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ wurde bereits 1738 gegründet und ist damit eine der ältesten Logen Deutschlands. Im Jahre 1776 folgte die Loge „Zum Goldenen Apfel“ und 1863 die Loge „Zu den ehernen Säulen“ — die drei genannten Logen sind Mitglieder der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In Dresden gibt es zudem die Loge „Zum Goldenen Kreuz„, gegründet 1894 und eine Mitgliedsloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Auch in Dresden hatte die Freimaurerei im Laufe ihrer geschichte populäre Mitglieder, beispielsweise Johann Gottlieb Naumann, Christian Gottfried Körner, Karl Christian Friedrich Krause, Gottfried Semper, Johann Andreas Schubert, Friedrich Wilhelm Pfotenhauer, Max Arnhold, Hans Erlwein, Richard Seifert.  Auf gemeinsame oder einzelne Initiative der Dresdner Logen gingen wichtige Einrichtungen wie das Freimaurerinstitut, eine Wohlfahrtseinrichtung, zurück, ebenso die „Lehr- und Erziehungsanstalt für Töchter gebildeter Stände sowie die Schillerstiftung. Von dem Verbot durch die Nationalsozialisten hat sich, wie in ganz Deutschland, auch die Dresdner Freimaurerei noch nicht wieder erholt. Mit etwas mehr als einhundert Mitgliedern sind die heute aktiven Logen gleichwohl auf einem guten Weg.

Das Großlogentreffen in Dresden findet vom 24. bis 26. Mai statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Die Teilnahme am Großlogentreffen steht jedem Bruder Freimaurer offen. Ein rechtzeitige Anmeldung ist notwendig; die Anmeldeunterlagen mit den genauen Terminen, Kosten und Orten liegen jeder Mitgliedsloge der Großloge A.F.u.A.M.v.D. vor. Bei Rückfragen ist die Kanzlei unter der Mailadresse kanzlei@freimaurerei.de oder der Telefonnummer 030-86422034 gern behilflich.

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Frankfurter spendet fast 12.000 Euro für Kinderhospiz

2. Januar 2017
Angela Möschter, Katrin Winter und Rolf Keil

Angela Möschter, Katrin Winter und Rolf Keil

Es ist bereits das dritte Mal, dass Autor Rolf Keil den Erlös aus seinem Buchverkauf dem Frankfurter Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) spendet. Rolf Keil hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schriften des Frankfurter Kinderarztes Emil Selter (1901-1976), Gründer der Frankfurter Lessing Loge, im Eigenverlag zu publizieren.

Selter hatte sich um die Wiedergründung der Freimaurerei in Deutschland sehr bemüht und viel Einsatz für die Loge Lessing, die 1945 von ihm gegründet wurde, gezeigt. Seine zahlreichen Aufzeichnungen, Artikel und Vorträge werden nun von Rolf Keil aufgearbeitet. 2015 erschien „Emil Selter. Von der Freiheit eines Freien Maurers“, das den Brüdern der Logen in Deutschland zum Verkauf angeboten wird. In diesem Jahr konnte Rolf Keil Angela Möschter, Öffentlichkeitsarbeit, und Katrin Winter, Koordinatorin vom AKHD in Frankfurt, stolze 4300 € überreichen. Über diese großherzige Spende freuten sich die Mitarbeiterinnen des AKHD sehr. Insgesamt hat Rolf Keil, Altstuhlmeister der Loge, in den vergangenen Jahren 11880 € gespendet. „Ich bin seit dem 1. Dezember Teil des Teams und freue mich, so engagierte Menschen wie Rolf Keil kennenzulernen“, betont Angela Möschter. „Die Verwendung des Erlöses hätte Emil Selter bestimmt gut geheißen“, erläutert Rolf Keil, „denn Emil Selter verlor auf tragische Weise seinen nur 8jährigen einzigen Sohn“.

Ziel des ambulanten Kinderhospizdienstes ist es, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Die qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen begleiten die gesamte Familie ab der Diagnose, im Sterben und über den Tod hinaus. Sie orientieren sich dabei an den Bedürfnissen der Familien, für die das Angebot kostenfrei ist. Die Kernaufgabe liegt in der alltagspraktischen Unterstützung und Entlastung, der Förderung der Selbsthilfe sowie der Schaffung von Gesprächsangeboten.

Im Frankfurter Dienst, der 2006 eröffnet wurde, werden 28 Familien begleitet. Es sind 45 ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen in der Begleitung, der Öffentlichkeitsarbeit und im Büro im Einsatz. Die betroffenen Familien wohnen in Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet.

Der Dienst finanziert sich überwiegend durch Spenden. Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main ist einer von über 20 Diensten des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. mit Sitz in Olpe (NRW).

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Grüße und Wünsche des Großmeisters

18. Dezember 2016
Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer

Die Adventszeit ist bereits an uns vorbeigeeilt und es sind nur noch wenige Tage bis zum Jahreswechsel. Und immer ist die Vorweihnachtszeit durch eine Fülle abzuschließender Aufgaben gekennzeichnet, welche die Sicht auf das neue Jahr einschränken können. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, einen entspannten Ausklang des Alten und eine gehörige Portion Vorfreude auf das Neue Jahr zu wünschen. Es ist auch die Zeit, in der man innehält, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und dem kommenden Jahr vielleicht nachdenklich, vor allem aber hoffnungsfroh entgegen zu sehen.

Für das nächste Jahr haben sich die Großloge wie auch ihre 275 Tochterlogen einiges vorgenommen. Im Jahr 2017 feiert die organisierte Freimaurerei weltweit ihr 300jähriges Bestehen. Das wird auch für die deutsche Freimaurerei ein richtungsweisendes Jahr mit vielen informativen Veranstaltungen. In diesem Zusammenhang werden die Logen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland 2017 mit verschiedenen regional organisierten Veranstaltungen in die Öffentlichkeit gehen.

Anlässe wie diese sind geeignet und wichtig, um die Gesellschaft an unserem Logenleben teilhaben zu lassen, um mehr Transparenz zu schaffen. Sie sind auch ein wichtiger äußerer Ausdruck unserer freimaurerischen Zielsetzung. Um dieses unser Tun auch nach außen hin zu dokumentieren und zu kommunizieren, sind schon jetzt für 2017 zahlreiche öffentliche Veranstaltungen unterschiedlicher Ausprägung geplant. Diese Veranstaltungen sind essentiell, um besser in der Gesellschaft verstanden zu werden.

Wir werden künftig intensiv daran weiter arbeiten, uns von den schlechten Märchen und schlimmen Mythen, die uns noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns erstens helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen und zweitens unsere Attraktivität für neue Mitglieder zu stärken. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen verstärkt informieren. Und wir werden uns den Fragestellungen, die wir an uns selbst haben und an die, die die Gesellschaft an unsere humanitäre Freimaurerei hat, stellen müssen. Unser Blick soll zunehmend in die Zukunft gerichtet sein. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei diesen Veranstaltungen des Öfteren begegnen.

Abschließend möchten die beiden Unterzeichner Ihnen/Euch für Ihr/Euer hohes Engagement und Eure hervorragende Arbeit bedanken. Allen Lesern unserer Internetseite und des Newsletters danken wir für das Interesse an unserer Bruderschaft. Ihnen/Euch allen, Euren Familien und Freunden wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und verbinden dies mit den besten Wünschen für ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches Jahr 2017.

Stephan Roth-Kleyer
Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Carlos Urban
Internetbeauftragter der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

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300 Jahre Freimaurerei: Das Jubiläum im Internet

19. Oktober 2015
Die Startseite des Jubiläumsauftrittes

Die Startseite des Jubiläumsauftrittes „Freimaurerei 2017“

Das dreihundertste Jubiläum der modernen Freimaurerei am 24. Juni 2017 wirft medial seine Schatten voraus. Die hannoverschen Freimaurerlogen haben zum runden Geburtstag eine Webseite ins Netz gestellt, auf der sie Informationen zur Geschichte und heutigen Situation der Freimaurerei in Deutschland und Hannover sammeln. Dazu kommen die Portraits aller hannoverschen Männer- und Frauenlogen.

Auf der Seite findet man eine Zusammenfassung der Geschichte der Freimaurerei bis 1717, den Vorläufern der heutigen Freimaurerei, und selbstverständlich ab dem offiziellen Gründungsdatum der „modernen Freimaurerei“ bis heute, es gibt eine Übersicht der Logen in Hannoer und der in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplanten Ausstellungen und Veranstaltungen.

Die Bauhütten aus der niedersächsischen Landeshauptstadt arbeiten seit Anfang 2014 zusammen, um Veranstaltungen, Konzerte und andere Projekte gemeinsam zu organisieren. Ein gutes Beispiel ist das Buch „Auf den Spuren der Freimaurer – Ein Spaziergang durch Hannovers Straßen“, in dem sämtliche Biografien der Freimaurer gesammelt sind, die in Hannover durch die Vergabe eines Straßennamens geehrt wurden. Entsprechend finden sich unter „Buchprojekt“ auf der Internetseite Leseproben zu dem Kompendium. Wen die freimaurerische Geschichte interessiert, wird kann sich durch eine umfangreiche Chronologie schmökern. Diverse Servicemenüs mit Veranstaltungskalender runden das Angebot des Internetportals ab.

Wie die Initiatoren melden, soll die Seite soll auch über das Jubiläumsjahr 2017 Bestand haben und weiter gepflegt werden; sie ist über www.freimaurerei-2017.de zu erreichen.

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Konzert „Verborgenes Netz“ mit stehenden Ovationen

19. Oktober 2015
Katja Zakotnik am Cello, Naila Alvarenga am Klavier, im Vordergrund der Schauspieler Dirk Bode als Francesco Geminiani. (Foto: Matthias Kuhaupt)

Katja Zakotnik am Cello, Naila Alvarenga am Klavier, im Vordergrund der Schauspieler Dirk Bode als Francesco Geminiani. (Foto: Matthias Kuhaupt)

Die Cellistin Katja Zakotnik und die Pianistin Naila Alvarenga brachten zum wiederholten Mal das moderierte Konzert „Ein verborgenes Netz“, in dem die Musikerinnen auf den Einfluss der Freimaurerei auf Musik und Komponisten wie Geminiani, Mozart, Beethoven, Sibelius und weitere eingingen. Wie auch andernorts konnten die beiden Künstlerinnen das als abwartend bekannte norddeutsche Publikum schon nach kurzer Zeit zu Beifallsstürmen hinreißen, zum Schluss sogar zu „Standing Ovations“, von denen Künstler und Veranstalter gerne träumen.

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge A.F.u.A.M.v.D. wies in seinem Grußwort darauf hin, dass den Freimaurern Kunst und Kultur wichtig ist. „Von Anfang an gehört Musik zu den freimaurerischen ‚Tempelarbeiten‘. Bereits in den ersten Logen wurde gemeinsam gesungen, und wir selbst erfreuen und noch heute bei unseren Zusammenkünften daran“, so Thomas Stuwe. „Im globalen Zusammenhang“, so der Distriktmeister weiter, „steht freimaurerische Geisteshaltung für Menschenwürde, Toleranz, Brüderlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Verständigung über alle Grenzen hinweg. Maurerische Musik ist aus derartigem Denken und Fühlen entstanden und erzählt mit entsprechenden Themen und Texten davon.“

Zunächst gab es ein Stück vom ersten bekannten freimaurerischen Komponisten Francesko Geminiani, der zum Zeitpunkt der Großlogengründung 1717 in England war. Danach folgten die von Beethoven — der kein Freimaurer war, aber musikalisch beeinflusst wurde — komponierten Zauberflöten-Themen, Sibelius und Hummel. Die erste Zugabe war Mozarts „In diesen Heil’gen Hallen“, die von vielen Anwesenden mitgesummt wurde. Das ist wenig verwunderlich, spielt diese Musik aus der „Freimaurer-Oper“, der „Zauberflöte“, in den Aufnahmeritualen eine besondere Rolle. Als unvorhergesehene zweite Zugabe musste das freimaurerische Terrain musikalisch verlassen werden: es gab den „Elfentanz“ von David Popper, schwierig zu spielen und sehr schnell, was das begeisterte Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

Die Künstlerinnen betonen, dass sie dieses Programm mit großer Freude spielen und gerne an anderen Logenorten damit auftreten.

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Wahrheit und Wahrhaftigkeit

19. Oktober 2015
Leiter

Kommentare geben nicht zwingend die Ansichten der Redaktion, der Großloge oder gar der Bruderschaft wieder. Sie spiegeln Meinungsbilder einzelner Brüder, zeigen den Facettenreichtum unseres Bundes und sollen zur Diskussion anregen, weshalb diese Beiträge auch kommentiert werden können.

Was ist Wahrheit? — Es ist verführerisch, sich auf die kleinste Formel zu verständigen: Wahrheit ist das, was ist.

Aber was ist „das“? Etwa jenes, das mit der Wirklichkeit übereinstimmt? Was ist Wirklichkeit? – Eine Frage der Wahrnehmung, und die kommt aus durchaus unterschiedlicher Sichtweisen. Wahrheit und Wahrnehmung sind also gewissermaßen polare Schwestern. Kann man das Wahre wahrnehmen, „beurteilen“?

Der Wortzusammenhang „Urteil“ wird gern den Juristen zugeordnet. Die sprechen, wenn sie Wahrheit beurteilen oder Unwahheit verurteilen, gern von „Sachverhalt“. „Recht ist Wahrheit, und Wahrheit ist Recht“. Das stimmt freilich nicht immer. „Fehlurteile“ sind, wie wir wissen, nicht auszuschließen. Andere nehmen Wahrheit in Anspruch, wenn es um Richtigkeit, Echtheit, Authentizität geht. Aristoteles hat Aspekte der Logik hineingebracht. „Alle Menschen sind sterblich.“ Das ist logisch und scheint deswegen wahr zu sein. Doch mit „Sterblichkeit“ kommen die nächsten Fragen. Und dann ist man schon fast bei der ganz großen Dimension. Bei „Wahrheit“ im Kontext zum Sinn des Lebens und bei der „göttlichen Wahrheit“. Und so ist die philosophische Strecke zur Wahrheit unendlich. Angekommen ist niemand. „Die Wahrheit ist nicht das Ende des Weges, sie ist der Weg selbst“ (André Comte-Sponville). Auf diesem Weg treffen wir uns als sinnsuchende Freimaurer. Unterwegs zur Wahrhaftigkeit. Zum Wahren, was haften bleibt.

Nochmal gefragt: Was ist Wahrheit?

Ein simples Beispiel für etwas, was wir alle für „wahr“ halten. Die Erde ist (ziemlich) rund, dreht sich um ihre eigene Achse und bewegt sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Das dauert 365 Tage. So etwas „weiß“ man, obwohl das niemand von uns wirklich „wissen“ kann, und erkennen schon gar nicht. Warum halten wir solche Wahrheiten für „wahr“? Früher gab es auch Menschen, die es für „wahr“ hielten, dass die Erde eine Scheibe ist.Auch wir Heutigen sind nicht frei von der landläufigen Behauptung, die schon die Altvorderen so angesprochen haben, wie sie es sahen. Nämlich: dass die Sonne im Osten „aufgeht“ und im Westen „untergeht“. In Wahrheit tut sie beides nicht. Die Sonne ist ein Fixstern.

Man sieht, wie eng auch hier „Wahrheit“ mit „Wahrnehmung“ zu tun hat. Und wie sehr Symbolik hineinspielt. Natürlich ist der „Sonnenlauf“ kein wirklicher „Lauf“. Wir Freimaurer interpretieren jedoch unsere ganze Licht-Symbolik hinein. Und unsere Sinnsuche konkurriert sogar gegen naturwissenschaftlich fixierte „Wahrheiten“, weil wir versuchen „hinter“ Dinge zu sehen, die vielleicht nur vordergründig „sind wie sie sind“. Als Symbolbund und Wertegemeinschaft sind wir „offen“ für solche Deutungsversuche zur „Wahrheit“. Alle Ideologien und alle Religionen kommen hingegen mit fixierten, wenn nicht sogar dogmatisierten „Wahrheiten“ daher und erwarten gläubige Gefolgschaft. Was „wahr“ ist, steht in Gesetzestexten, Heiligen Büchern, Statuten und Regelwerken. Es gibt nur wenige Gruppierungen, die sich derart „frei“ davon machen können, wie wir Freimaurer. Unser Grundverständnis ist aufs Selberdenken angelegt. Das ist jedoch kein „Muss“ und die Grenzen sind liberal offen. Jeder kann, wenn er mag, natürlich auch denen trauen, die man für kompetent hält, im Besitze von Wahrheiten zu sein. Das war früher meist die Kirche. Heute halten wir es gern mit der Wissenschaft. Sind wir „wissenschaftsgläubig“?

Nun, derartige „Gläubigkeit“ kann sich je nach Wissensstand ändern. Was wir gestern für „wahr“ hielten, für wissenschaftlich bewiesen, das kann heute überholt sein. Wir lernen daraus: „Wahrheit“ ist nie endgültig. So gibt es z.B. sehr deutliche wissenschaftliche Glaubwürdigkeits-Schritte von Ptolemäus zu Kopernikus, von Kopernikus zu Newton, von Newton zu Einstein und von Einstein zu Hawking. Einstein sagt, alles ist relativ. Auch die Wahrheit. Ich zitiere den Franzosen Jules Lequier:

„Wenn wir felsenfest glauben, die Wahrheit zu besitzen, müssen wir wissen, dass wir glauben. Und nicht glauben, dass wir wissen.“

Nicht ketzerisch, nur symbolspielerisch mit einem Bibelzitat angemerkt: Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Buchstabengetreu muss das eigentlich „wahr“ sein. Wie ist es denn aber nun, wenn man mit Darwin und dessen Abstammungslehre fragt, wie viel Tier im Menschen steckt, und wie viel davon der Evolution geschuldet ist? Man sieht an diesem Beispiel nicht nur, dass „Wahrheit“ tatsächlich relativ ist, man kann auch gut daran festmachen, dass wir zur Deutbarkeit von Allegorien, Metaphern und Symbolen durchstoßen könnten, mit denen beispielsweise die Bibel manche Geschichten chiffriert. Vieles davon ist „übersetzbar“. Auch Naturwissenschaft, ja, sogar Mathematik.

Die hat sogar Wahrheiten, die sind, wie sie sind. Freilich nichts anderes als mathematische „Richtigkeiten“. Drei mal drei ist neun.

Was nicht stimmt, das kann übrigens auch stimmig gemacht werden. Ich zitiere mal einen Heiligen. Ignatius von Loyola, der im 16. Jahrhundert gesagt hat: „Wenn etwas in unseren Augen weiß erscheint, aber die Autorität der Kirche es als schwarz definiert, so müssen wir ohne jeden Zweifel bejahen, dass es schwarz und sicher schwarz ist.“ Es gab auch mal eine Zeit, ist noch gar nicht lange her, da hieß es „die Partei hat immer Recht.“ Man sieht: Das ist eine schwierige Sache mit der objektiven „Wahrheit“.

Manches, was als „wahr“ bezeichnet wird, gehört schlicht in den Bereich des Glaubens oder des Gehorchens. Oder eines Dogmas, welches mündigen Widerspruch erdrückt. Im Zeitalter der Aufklärung, deren geistesgeschichtliches Kind die Freimaurerei ist, gehörte es zu den Leitgedanken, durch die Vernunft eine Wahrheit zu suchen, die dann auch die Tugenden des Handelns beeinflusst, wie etwa Gerechtigkeit und Brüderlichkeit.

Wenn ich sage, Wahrheit ist das, was ist, dann habe ich versucht, einschränkend zu sagen: Wir haben immer nur eine subjektive Sicht der Dinge. Wir wissen nicht, wie die Dinge an sich sind. Wir wissen nur, wie sie für uns sind, wie wir sie verstehen. Oder, wie andere sie für uns so glaubhaft interpretieren, dass wir sie uns zu eigen machen. Weil das so eine unsichere Sache mit der „Wahrheit“ ist, gefällt mir Lessing gut mit seinem Plädoyer für den Zweifel. Zweifler bleiben Suchende. Besitz macht träge . Das trifft oft auch auf den zu, der sich im Besitz der Wahrheit wähnt.

Lessing: „“Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen, immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir „Wähle!“ – Ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: „Vater gib! Die reine Wahrheit ist ja doch nur für Dich allein!“ Und dann sagt Lessing: „Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeint, sondern die aufrichtige Mühe, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen.“

Damit sind wir bei der Wahrhaftigkeit, die das Streben nach Wahrheit meint und das Verhältnis des Menschen zur Wahrheit anspricht, wie er sie für sich selbst glaubt, erkannt zu haben. Ich habe gesagt, wir haben immer eine subjektive Sicht der Dinge. Die Dinge sind für uns, wie wir sie verstehen. Freimaurerei fördert die subjektive Sichtweise. Sie öffnet alle Freiheiten. Es gibt keine blinden Gefolgschaften, keinen geschuldeten Gehorsam. Persönlichkeitsbildung braucht diese Freiheiten zum Selber-Denken. So ist Wahrhaftigkeit das subjektive „Für-Wahr-Halten“. Das ist auch die Beziehung des Menschen zu sich selbst. Man könnte auch sagen, das ist eine Charakterhaltung.

In seinen „Gesprächen für Freimaurer“ sagt Lessing, es gehe um die Ehrlichkeit und Einsichtigkeit„… nicht zu glauben, dass alles gut und wahr ist, was man für gut und wahr hält.“ Sich also gewissermaßen selbst überprüfen und offen und tolerant bleiben gegenüber anderen Wahrheiten, die ebenso richtig oder falsch sein können wie das, was ich selbst für mich erkannt habe. Das ist schönster freimaurerischer Sinn. Weil der Wahrheitsbegriff nicht zweifelsfrei definiert werden kann ( sagt August Wolfstieg) und weil man auch andere Sichtweisen von „Wahrheit“ respektieren muss, sucht der Freimaurer Wahrheit, und zwar ohne davon auszugehen, dass er sie jemals findet. Ich habe vom Weg gesprochen, auf dem wir uns sinnsuchend begegnen. Wir sind und bleiben Wahrheitssucher.

Jeder für sich hat eine Begrifflichkeit davon, die ihn „ausmacht“, die seinem Charakter Kontur gibt. Die aber auch tolerant begreift, dass andere das anders sehen. Das muss uns umtreiben.Wenn wir uns das ehrlich eingestehen und danach handeln, dann sind wir „wahrhaftig“. Albert Schweitzer sagt, das habe mit Treue vor sich selbst zu tun. Zitat: „Tatsächlich aber ist es die Ehrfurcht, die wir unserem eigenen Dasein entgegenzubringen haben, die uns anhält, uns immer selbst treu zu bleiben.“ Synonymbegriffe für „wahraftig“ sind aufrichtig, geradlinig, glaubwürdig, verlässlich. Charakteristik eines Freimaurers. So sollte er sein. Daran sollte er arbeiten, danach muss er streben.

Der Philosoph Arthur Schopenhauer zählt Charaktereigenschaften auf, die ein ganzes Leben unvermindert durchgehalten werden können und auch im hohen Alter ohne Abstriche funktionieren, wenn wir sie uns einmal erarbeitet haben: „Güte des Herzens, Sanftmut, Geduld, Redlichkeit, Uneigennützigkeit, Menschenfreundlichkeit …“ und: „Wahrhaftigkeit“.

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Benefizvortrag mit Norbert Blüm

13. Oktober 2015
Benefizvortrag mit Norber Blüm

Norbert Blüm gilt als ein Freund deutlicher Worte und als gelernter Werkzeugmacher weiß er wovon er spricht, wenn er über Arbeit redet. Der frühere Arbeitsminister legt im Rahmen einer Benefizveranstaltung der Loge „Zur Edlen Aussicht“ in Freiburg zugunsten der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks eine Analyse unserer modernen Wirtschaftswelt vor und wagt Prognosen darüber, wie ein tragfähiges Zukunftskonzept aussehen kann.

Er führt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Rehabilitierung einer aussterbenden Spezies: ehrliche Arbeit. Wer nur in Geldkategorien denkt, so Blüm, ist kein Unternehmer, sondern eher ein Unterlasser. Er lässt die Chancen ungenutzt, die sich daraus ergeben, dass der Mensch nicht ein ständig von Vorteilssuche getriebener Homo oeconomicus ist. „Geld regiert die Welt, Geld ruiniert die Arbeit.“ Arbeit und Einkommen werden entkoppelt, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft trennen sich. Geld „arbeitet“ und verdient mehr als man mit Arbeit verdienen kann. Unternehmen werden reduziert auf eine Geldgröße und gemessen an ihrem Augenblickswert (cash flow).

Der arbeitende Mensch scheint in diesem Szenario nur noch eine lästige Größe zu sein, die auf Dauer eliminiert werden muss, so einige Kernsätze des Referenten. Aber Blüm prophezeit: Der Aufstand der alten Arbeit wird kommen! Die existenzielle Schwere der Arbeit ist ein anthropologisches Grundbedürfnis, welches durch die virtuelle Leichtigkeit des Geldspiels nicht befriedigt werden kann. Schon deuten sich Vorboten einer Renaissance der Arbeit an. Miteinander handeln wird wichtiger als Produzieren.

Freitag, 30.10.2015 – 19:00 Uhr im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz Freiburg; Eintritt: 12,–EUR Vorverkauf ab 01.07 bei BZ Kartenservice und reservix.de / 15,– EUR Abendkasse

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