Das Freimaurermuseum in Bayreuth

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Bayreuth, vor allen Dingen bekannt für den Komponisten Richard Wagner und die Wagner-Festpiele, hat neben etlichen Sehenswürdigkeiten ein ganz besonderes Kleinod: Das Deutsche Freimaurermuseum. Es ist eine Reise wert, und wer Bayreuth besucht, sollte es nicht versäumen.

Dass viele Bayreuth-Besucher das Deutsche Freimaurermuseum nicht kennen, mag mit seiner versteckten Lage zusammenhängen. Direkt neben dem Zentrum der Bayreuther Kultur gelegen, vis-a-vis des Neuen Schlosses, mitten in der Idylle des Hofgartens liegt es diskret und unaufdringlich, nur durch ein dezentes Bronzeschild erkennbar. Noch gar nicht sichtbar spiegelt das Museum auf diese Weise bereits den Zustand der Freimaurerei wider: Präsent und im Zentrum der Gesellschaft, aber eine Spur zu diskret, um wahrgenommen zu werden. Ein wenig mehr Hinweise auf seine Existenz im Stadtbild würden dem Museum und der Freimaurerei sicherlich gut tun.

Vorderseite der Wagner-Villa

Vorderseite der Wagner-Villa „Haus Wahnfried“

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Grabstätte Richard und Cosima Wagner hinter der Villa

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Das Logenhaus mit Freimaurermuseum

Dabei ist es so leicht zu finden: Das Wagner-Museum als Wallfahrtsort der Wagnerianer kennt in Bayreuth jeder, es ist in jedem Stadtplan verzeichnet. Der Aufgang führt direkt zum „Haus Wahnfried“, das wir im wahrsten Sinne links liegen lassen, ebenso das Grab des Komponisten und unvermittelt befinden wir uns in der gezügelten Natur des ansprechenden Hofgarten. Hier wenden wir uns nach rechts und sehen nach etwa hundert Metern das Hofportal der Bayreuther Loge, in dessen Haus sich das Freimaurermuseum befindet.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Das Portal am Hofgarten weist dezent auf das Museum hin.

Bereits im Vorgarten finden sich einige freimaurerische Motive und weisen den Kundigen auf das hin, was ihn erwartet. Das Museum selbst befindet sich im Erdgeschoss des Logenhauses. Der Besucher tritt in einen hellen Vorflur ein, im Boden eingelassen empfängt ihn noch vor dem eigentlichen Museum eine Vitrine mit einem kunstvollen Muster aus weißen und dunklen Fliesen. Ein „Musivisches Pflaster“, das die Gegensätze von Hell und Dunkel, Gute und Böse und die Wechselfälle des Lebens symbolisiert. Unmittelbar darauf weisen zwei Säulen, wie in einem Freimaurertempel, auf den Zugang zum Museum hin. Das Museum selbst ist ein kleiner Raum, der in geheimnisvolles blaues Dämmerlicht getaucht, das Wesen eines Freimaurertempels aufnimmt. Bereits der Aufbau der Exponate zwingt zwar nicht, verleitet aber unwillkürlich zu einem Gang „im Sonnenlauf“, wie es bei den meisten freimaurerischen Ritualen üblich ist.

Das Museum will die Freimaurerei nicht verklären, sondern erklären. „Wider das profunde Halbwissen“, ist das Motto. Die Ausstellung führt ein in die Entstehungsgeschichte, zeigt Werkzeuge der „operierenden“ Freimaurer, also der Steinmetzbruderschaften, deren Organisation den späteren „spekulativen“ Freimaurern als Vorbild diente.

Zu Beginn gezeigt werden Werkzeuge aus dem Arbeitsbereich der Steinmetze, die Freimaurer mit symbolischen Inhalten erweitert haben. Im weiteren Verlauf werden die zunächst einfachen und für den rustikalen Handwerkszweck gedachten Werkzeuge filigraner, farbenfroher und kunstfertiger – bis hin zu einem Grad, den manche schon als grenzwertig zum Kitsch betrachten, der aber seinerzeit sehr beliebt war. Bis heute sind alle Formen der Ausgestaltung in Gebrauch. Einer Zeitleiste folgend zeigt das Museum den Übergang von der operativen (handwerklichen) zur spekulativen (ethischen) Freimaurerei und die Phasen der Gründung der ersten Großloge mit einem Original der „Alten Pflichten“ sowie Schaustücke aus den ersten deutschen Logengründungen.

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Am Ende des Raumes wird durch einen Stoff hindurch ein Blick in den Aufbau eines Freimaurertempels gewährt. Dies erinnert an einige ältere und zum Teil heute noch gebräuchliche Aufnahmerituale, bei denen dem Kandidaten vor ihrer Aufnahme ein Blick in den vollbesetzten Tempel gewährt wurde, allerdings nur durch eine Gaze hindurch oder geblendet durch ein helles Licht. So konnten sie einen ersten Blick erhaschen, ohne aber Genaueres oder gar Gesichter der anwesenden Freimaurerbrüder erkennen zu können. Diese Installation wird durch einen historischen Arbeitsteppich ergänzt, der eine Vielzahl freimaurerischer Symbole zeigt und, wenn man ihn zu lesen weiß, eine Art Lebensplan darstellt.

Eine weitere Wand zeigt eine Vielzahl von Utensilien aus dem freimaurerischen Logenalltag, größtenteils wohl aus dem 18. Jahrhundert. Viele dieser Gegenstände und Verzierungen sind in dieser Art auch heute noch in Gebrauch. Eine große Sammlung von Logenbijous – jede Loge hat ihr eigenes, teilweise kunstvoll ausgearbeites – Abzeichen, das nur an Mitglieder der eigenen Loge oder in seltenen Fällen an verdiente Brüder anderer Logen vergeben wird, komplettiert die zahlreichen Ausstellungsstücke.

Aus gutem Grunde in der Mitte befindet sich eine Installation, die der Besucher erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Aber gerade die hier vermittelten Inhalte bilden abseits der vielen sichtbaren Gegenstände, kunstvoller Ornamente und des Zierrats den eigentlichen Inhalt der Freimaurerei, weshalb die Platzierung im räumlichen Zentrum gut gewählt ist. In drei Kabinen erfährt der Besucher etwas über die drei Grade der Freimaurerei, ihren Sinn und ihre Bedeutung. Er wird rational über Schautafeln informiert, kann die Bedeutung aber erst wirklich erfahren, wenn er die Kabinen betritt und die Kombination aus gesprochener Botschaft und Symbolik emotional aufnimmt.

Das Museum wird ergänzt durch einen Ausstellungsraum, in dem üblicherweise Kunst mit freimaurerischem Bezug präsentiert wird, der gelegentlich aber auch für rituelle Zusammenkünfte Verwendung findet. Ebenfalls zum Museum gehört eine für die Öffentlichkeit nicht geöffnete umfangreiche Sammlung an Büchern, Schriftstücken und Exponaten, die für Freimaurer, aber auch für die Wissenschaft zugänglich sind. Das Museum ist ein Kleinod in der freimaurerischen Landschaft, das viele Besucher – wenn sie es denn finden – begeistert.

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Das Deutsche Freimaurermuseum finanziert sich durch eine regelmäßige großzügige Zuwendung durch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, durch Zuschüsse, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder. Um die Existenz dieses Kleinodes auf Dauer zu gewährleisten, wirbt das Museum um Mitgliedschaften im Verein. Die Mitgliedschaft kann bereits mit einem Jahresbeitrag von 24 € erworben werden, der Beitrag ist steuerlich abzugsfähig. Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Freimaurermuseums in Bayreuth.

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