Auf den Spuren der Mannheimer Freimaurer

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Auf den Spuren der Mannheimer Freimaurer

Von Br. Alexander John

Das Großlogentreffen vom 29. bis 31. Mai in Mannheim ist der Höhepunkt des Maurerjahres für unsere Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Im 70. Jahr ihres Bestehens treffen sich die Vertreter der Mitgliedslogen, um über die Aufgabe und Rolle unseres Bruderbundes in einer sich immer stärker verändernden Welt zu beraten.
Mit Mannheim wurde ein auch für Freimaurer sehr geschichts- und symbolträchtiger Veranstaltungsort gewählt.
Br. Alexander John, Meister vom Stuhl der gastgebenden Mannheimer Loge „Carl zur Eintracht“ Nr. 31, hat sich auf die Spuren der masonischen Geschichte Mannheims begeben.

Seit wann Freimaurerei in Mannheim existiert, ist nicht eindeutig belegt. Gesichert ist 1756 als Gründungsjahr der Loge „Charles de l’Union“, mitten in der Regentschaft des Kurfürsten Karl Theodor, dem gemeinhin eine Nähe zur Aufklärung nachgesagt wird. Indes finden sich Spuren, die dafür sprechen, dass in Mannheim gar die erste Loge im deutschsprachigen Raum 1727 gegründet wurde. Die Spuren sind allerdings nicht sehr konturreich. Ausgangspunkt ist ein kurpfälzisches Dekret von Kurfürst Karl Philipp vom 21. Oktober 1737. In ihm verbietet der Kurfürst bei Strafe der Amtsentsetzung allen in Zivil- und Militärdienst stehenden Personen, in die „sogenannte Brüder- oder Gesellschaft der franc macons ein[zu]treten“ – mithin Freimaurer zu werden. Und wo die Mitgliedschaft verboten wird, müsste doch eigentlich eine Loge existieren …

Liegen in Mannheim die Wurzeln der deutschen Freimaurerei?

Ein späteres Quellenzeugnis, der Brief von Ignaz Freiherr von Reibelt an seinen Bruder Uriot aus dem Jahr 1769, behauptet, der englische Gesandte am Pfälzer Hof, Graf Albrecht Wolfgang von Schaumburg-Lippe, der erste deutsche Freimaurer überhaupt, habe 1727 eine Loge in Mannheim mit dem Namen „Einigkeit“ gegründet. Doch kennen wir weder den vollständigen Namen noch den Sitz und weitere Mitglieder. Es muss also offenbleiben, ob ab 1727 wirklich eine feste Organisation oder erst noch ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter bestand. Jedenfalls dürfte Kurfürst Karl Philipp – in seiner ganzen Programmatik einem kämpferischen Geist des Katholizismus verhaftet – jegliche Vereinigung von Personen, die hinter verschlossenen Türen eigene Vorstellungen über einen besseren Staat und eine bessere Kirche debattierten, ein Gräuel gewesen sein. Generell kann für das 18. Jahrhundert die These formuliert werden, dass das Verhältnis zwischen der machtvoll wachsenden Zahl an Freimaurern und dem kurpfälzischen Staat in der Tendenz eher kompliziert blieb.

Mannheimer mit guten Manieren und erlesenem Geschmack

Sicheren Boden betreten wir also erst ab 1756, als in Mannheim die Loge „Charles de l’Union“ (Matrikel-Nr. 31) begründet wird, die allerdings nicht nach dem Kurfürsten benannt ist, sondern nach dem Stuart-Prätendenten für den englischen Thron, Charles Edward, da die Loge dem französisch-schottischen Freimaurersystem anhing. Franzosen waren die führenden Persönlichkeiten in der Mannheimer Loge, so etwa der Hofzahnarzt Johann Baptist Drouin oder der französische Schauspieler Le Bauld-de-Nans als erster Meister vom Stuhl. Unter den Gründungsmitgliedern war auch der Jesuit Franz Joseph Seedorf, väterlicher Erzieher, Beichtvater und später einer der engsten Berater des jungen Kurfürsten Karl Theodor. 1774 löste sich die Loge offenbar wegen interner Konflikte auf, was nicht untypisch in der Geschichte der Freimaurerei ist, die immer wieder von inneren Richtungskämpfen erschüttert wurde.

Nachdem Karl Theodor in der Silvesternacht 1777/78 zum Erbe des bayerischen Kurfürstentums wurde und die Residenz von Mannheim nach München verlegt hatte, erstarkten die Bestrebungen zur Wiederbelebung oder gar Neugründung einer Loge in Mannheim. So ersuchte der spätere Theaterintendant Wolfgang Heribert von Dalberg den Kurfürsten um die Zustimmung zur Gründung einer Loge der Strikten Observanz. Karl Theodor lehnte ab. Unabhängig davon lebte 1778 die alte Loge „Charles de l’ Union“ wieder auf, unterstützt vor allem von Offizieren und Mitgliedern der Schauspieltruppe.

Der Florentiner Cosimo Allessandro Collini, eine Persönlichkeit des Hofes, attestierte den Mannheimern Urbanität, Höflichkeit, gute Manieren und Geschmack, insbesondere den „besseren Kreisen“ am Ende des 18. Jahrhunderts. Zu den für neue Ideen offenen Kreisen wie etwa die Deutsche Gesellschaft gehörten vor allem viele Offiziere, Künstler und Theatermitglieder, die wiederum das Gros der Mitgliedschaft in der Mannheimer Freimaurer-Loge stellten. Von 57 ­bekannten Mitgliedern waren 22 höhere Militärs, je sechs Schauspieler und Tänzer, drei Musiker, zwei bildende Künstler, darunter Egid Verhelst, und je zwei Advokaten, Kaufleute und Handwerker. Das heißt, um 1780 dominierten die höfisch-staatlichen Bediensteten in der hiesigen Freimaurerei.

Illuminaten unterwanderten die Logen in der Kurpfalz

Seit 1781 begann sich auch der einige Jahre zuvor gegründete Illuminatenorden in der Kurpfalz zu verbreiten. Zweiter Gründer neben Prof. Adam Weishaupt war Adolf Freiherr von Knigge, der in Heidelberg lebte. Knigges Programm der Unterwanderung und Übernahme der bestehenden Logen durch den Illuminatenorden wurde in Heidelberg, Mannheim und Kaiserslautern angewandt. Dalberg zeigte sich als Anhänger einer fürstlich-gemäßigten Aufklärung und einer eher mystischen, auf jeden Fall staatstragenden Maurerei allerdings als entschiedener Gegner der geheimbündlerischen Illuminaten, denen er etwa in der Deutschen Gesellschaft entgegentrat.

Nach Aufdeckung des Geheimbundes in Bayern ergingen seit 1784 Verordnungen gegen Freimaurer wie Illuminaten, die 1785 zur Auflösung aller Logen in der Kurpfalz führten. Unmittelbar vor ihrer Auflösung hatte die Mannheimer Loge in Karlsruhe noch eine neue Loge unter dem Namen „Karl zur Einigkeit“ gegründet. Der Name war eine direkte Übersetzung des alten Namens der Mannheimer Loge. Dies zeigt, dass die Loge angesichts ihrer drohenden Auflösung ihre Aktivitäten in ein benachbartes Territorium verlegte – eine Strategie, der wir auch in späteren Jahren wieder begegnen. Dennoch herrschte in Mannheim nach wie vor ein vergleichsweise liberales, aufgeklärtes und intellektuelles Klima, bekanntlich verkörpert in Schillers „Räubern“, die hier 1782 ihre gefeierte Uraufführung erlebten.

Als der Kurfürst 1778 nach Bayern abreiste und Mannheim seinen Status als Residenz verlor, war Karl Theodors Abschiedsgeschenk das von Dalberg geleitete Nationaltheater. Diese Spielstätte trat gewissermaßen bis in die frühe badische Zeit, vor allem als die beiden Freimaurer Heribert von Dalberg und Anton von Klein das Theaterleben bestimmten, das Erbe der Aufklärung an. Zwar gelang es nicht, den führenden deutschen Freimaurer Gotthold Ephraim Lessing als Leiter des neuen Nationaltheaters zu gewinnen, der durch die Freimaurergespräche „Ernst und Falk“ 1778 hervorgetreten war. Doch die Mannheimer Theaterszene, ob in der Leitung oder im Ensemble, stand in großen Teilen der Freimaurerei und ihrem Streben nach Weltverbesserung und Menschheitsveredelung nahe. Offiziell wurden die Logen ab 1806, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder zugelassen. So erlebte das „Logenhaus“ des Großherzoglichen Hof- und Nationaltheaters am Donnerstag, dem 15. Januar 1818, die Erstaufführung eines Stückes, das den bezeichnenden Titel „Der Freimaurer“ trägt und aus der Feder von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue stammt.

Dichter und Freimaurer August von Kotzebue wurde in Mannheim ermordet

Seit 1813 war die Freimaurerei im Staat Baden wieder einmal verboten. Die Mannheimer Freimaurer waren deswegen nach Frankenthal ausgewichen und hielten dort ihre Zusammenkünfte ab. Das Verbot galt in Baden übrigens bis 1830.
Mittlerweile ist das eher seichte Bühnenspiel Kotzebues, wie nahezu alle Stücke des Autors, in Vergessenheit geraten. Der Name Kotzebue ist aus einem ganz anderen Grund bis heute präsent. Seine Ermordung am 23. März 1819 in A 2, 5 – unweit vom Schloss – lieferte bekanntermaßen den Anlass, um mit den Karlsbader Beschlüssen ein restauratives System im Deutschen Reich zu begründen. Die Burschenschaften wurden aufgelöst, missliebige Professoren ebenso wie Journalisten und Redakteure mit Berufsverbot belegt, die Universitäten unter staatliche Aufsicht gestellt. Eine geradezu allgegenwärtige Zensur suchte die Presse mundtot zu machen und jeglichen Freigeist zu ersticken. Versammlungsfreiheit war nicht mehr gegeben. Davon waren wieder einmal auch die Freimaurer betroffen.

Und die Karlsbader Beschlüsse führten mit dazu, dass sich das Urteil des zeitgenössischen Malers Wilhelm von Kuegelgen (1802–1867) im kollektiven Geschichtsbild durchsetzte, wonach der Freimaurer Kotzebue „ein literarischer Giftmischer, ein russischer Spion, ein Vaterlandsverräter und Abgrund alles Verderbens“ gewesen sei. Dagegen habe, so Kuegelgen, der „Heldenjüngling“ Sand – Kotzebues Mörder – „diesen Höllenpfuhl mit seinem Pestqualm geschlossen, sich selbst als ein anderer Curtius fürs Vaterland und seine heiligsten Interessen opfernd“. Insofern hat im heutigen Geschichtsbild eine merkwürdige Rollenverdrehung stattgefunden: der Freimaurer Kotzebue erscheint als der geistige Täter der deutschen Unfreiheit, hingegen Karl Ludwig Sand als das heldenhafte Opfer, als Bannerträger von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ und damit gleichsam als ein „Freimaurer im Geiste“.

Bürgerlich-demokratische Positionen prägten Mannheim im 19. Jahrhundert

Die Stadtpolitik wurde zu jener Zeit vom bürgerlichen Flügel der Fortschrittspartei und der daraus erwachsenden Deutschen Volkspartei geprägt, die im politischen Spektrum als linksliberal etikettiert werden kann. Bedeutende Freimaurer haben in ihr eine gewichtige Rolle gespielt: Zum einen der Kaufmann Karl Nestler, Meister vom Stuhl der Johannis-Loge „Carl zur Eintracht“ von 1852 bis 1854 und Bürgermeister der Stadt Mannheim von 1849 bis 1869. Zum anderen Eduard Moll, der erstmals 1870 als Stadtoberhaupt gewählt und 1875 und 1885 wiedergewählt wurde. Er trug in dieser Funktion den Titel des Ersten bzw. dann des Oberbürgermeisters. Von 1852 bis 1865, mithin dreizehn Jahre, stand er als Meister vom Stuhl der Johannis-Loge „Carl zur Eintracht“ vor.

Karl Nestler wie auch Moll prägten nahezu vier Jahrzehnte das lokalpolitische Geschehen der rasch wachsenden Handels- und Industriestadt Mannheim, in der 1886 der Benzwagen patentiert und im gleichen Jahr mit dem Bau des Wasserturms begonnen wurde. In ihrer politischen Grundhaltung verkörperten beide eine eigenständige, stark vom Geist der 1848er-Revolution bestimmte bürgerlich-demokratisch Position, die auf die strikte Trennung von Staat und Kirche pochte, worin sich beispielhaft ihre freimaurerische Grundhaltung widerspiegelte. Doch sollten die von ihnen repräsentierten Demokraten in Mannheim ab den 1870er Jahren zwischen den nun heraufziehenden führenden Antipoden, den Nationalliberalen und den Sozialdemokraten, allmählich zerrieben werden, so dass ihre dominierende Ära mit Eduard Molls Rücktritt im August 1891 endete.

Moll bot jeglicher politischen und religiösen Hetze – auch dem im deutschen Kaiserreich wieder anwachsenden Antisemitismus – energisch die Stirn. Das war auch Ausdruck seines Verständnisses von Humanität oder, wenn man so will, Ausdruck seiner freimaurerischen Überzeugungen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass führende jüdische Intellektuelle und Bürgersöhne, wie z. B. Bernhard Herschel, der Loge „Carl zur Eintracht“ angehörten. Und die 1877 von der Badenia-Loge abgespaltene Spinoza-Loge rekrutierte ihre Mitglieder sogar überwiegend aus jüdischen Kreisen.
Es waren auch Mannheimer Freimaurer, die um den Erhalt der ersten deutschen Republik kämpften und für eine Aussöhnung mit dem Nachbarn Frankreich warben.

„Carl zur Eintracht“ ist die Mutterloge der Mannheimer Freimaurerei

Pfingsten 1929 – am 200. Geburtstag von G. E. Lessing – fand die neunte „Internationale Freimaurerische Friedensmanifestation“ in Mannheim statt. Aber auch hier scheint die lokale Szene noch gespalten gewesen zu sein, denn fünf Mannheimer Logen nahmen an der Kundgebung offiziell nicht teil. 1929 haben verschiedene Redner, darunter der Ludwigshafener Logenbruder Dr. Friedrich Wilhelm Wagner, auf die deutsch-französische Verständigung abgehoben. Den Faschismus sahen Wagner wie andere Redner schon als Bedrohung für Europa. Man traf sich bezeichnenderweise im Logenhaus der „August-Lamey-Loge“ des befreundeten jüdischen B’nai-B’rith-Ordens in C 4, 2, ferner bei einer Vorstellung im gerade erst zwei Jahre zuvor eröffneten Planetarium im Luisenpark und – wie könnte es anders sein – im Nationaltheater bei Mozarts Freimaueroper „Zauberflöte“.

In den 30er Jahren zog die Diktatur auf, und bereits im Winter 1932/33 waren die meisten Logenhäuser verkauft. Während es bei den altpreußischen Großlogen Versuche der Anbiederung gegenüber der NS-Diktatur gab, scheint es im Südwesten von Anfang an einen klaren Willen zur Selbstauflösung gegeben zu haben. So auch bei der Loge „Carl zur Eintracht“, die am 22. April 1933 nach eingehender Aussprache einstimmig die Selbstauflösung beschloss.

Nach 1945 erfolgte die Wiederbelebung der Freimaurerei bemerkenswert schnell und unaufgeregt, auch wenn die Rückgabe und Entschädigungsfrage des im Zweiten Weltkrieg zerstörten, einst unter Eduard Moll 1885 gebauten Logenhauses in L 8, 3 auf sich warten ließ. Mit dem neuen Haus in L 9, 9, geweiht am 2. März 1952, fand die älteste Mannheimer Loge „Carl zur Eintracht“ eine würdige neue Heimstatt. Aus ihr gingen im Laufe der Jahre zahlreiche Freimaurerlogen als Tochterlogen hervor. „Carl zur Eintracht“ ist somit die „Mutter“ aller Freimaurerlogen in Mannheim.

Inzwischen gibt es mit der 1981 gegründeten „Unitas“ nicht nur eine Loge für Freimaurerinnen in Mannheim und Umgebung, sondern auch gemischte Logen. Die Vielzahl und die Selbstverständlichkeit, mit der die Logen innerhalb der Stadt wirken, ist durchaus ein Indiz für das Maß an liberaler Toleranz von Stadt und Gesellschaft insgesamt und Spiegel einer gelebten ethisch-sozialen wie integrativen Praxis, in der Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit keine verstaubten Begriffe aus der Mottenkiste sind.

Der gekürzte Aufsatz ist eine für die Drucklegung überarbeitete Festrede, die der Verfasser Prof. Ulrich Nieß, Leiter des Marchivums in Mannheim, am 16. Juni 2017 anlässlich der Veranstaltung „300 Jahre Freimaurerei“ hielt, ausgerichtet von der Interessengemeinschaft Rhein-Neckar-Logen.

Der Beitrag entstammt der Zeitschrift “HUMANITÄT — Das Deutsche Freimaurermagazin”, Ausgabe 3-2019.

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Stuttgarter Loge spendete 13.500 €

(von rechts) Altgroßmeister Br. Klaus Horneffer, Br. Kai-Uwe Scherer und die Spendenempfänger im Logenhaus Stuttgart nach der Übergabe der Spendenurkunden.

Die Stuttgarter Loge "Furchtlos und Treu" überreichte mehreren Organisationen einen mit über 13.000 bemerkenswerten Spendenbetrag.

(Stuttgart/kus) Anlässlich des Neujahrsempfangs der Stuttgarter Freimaurerloge “Furchtlos und Treu” am 19. Januar 2019 mit musikalischer Umrahmung und Festvortrag durch unser Ehrenmitglied und Altgroßmeister Br. Klaus Horneffer, wurde durch den gemeinnützigen Verein der Loge “Humane Welt e.V.” eine respektable Spendensumme von insgesamt 13.500 € an verschiedene Organisationen vergeben.

Im Einzelnen waren das für den Verein Kobra e.V. 2.500 €, für den Verein Lebensweg 3.000 €, für den Hospitzverein Böblingen 3.000 €, für die Jugendfarm Sonnenberg 2.000 €, den Verein EVA 2.000 € und das Jugendgelände Pattonville      1.000 €.

Die Spenden-Urkunden wurden den Vertretern der Spendenempfänger durch den Vorsitzenden der “Humanen Welt e.V.” Herrn Dr. Kai-Uwe Scherer überreicht.

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Großlogentreffen 2019 in Mannheim

Wasserturm in Mannheim Foto domeckopol / pixabay

Das Großlogentreffen 2019 findet vom 29. bis 31. Mai in Mannheim statt und steht unter dem Motto "Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?" Viele Besucher werden erwartet.

Die Großlogentreffen finden alle zwei Jahre in unterschiedlichen Orten statt. Anders als die ebanfalls alle zwei Jahre stattfindenen Großlogentage sind sie keine vereinsrechtliche Zusammenkunft, sondern konzentrieren sich einerseits auf Vorträge und Diskussionen zu Themen der Freimaurerei sowie auf Geselligkeit.

Das inhaltliche Thema dieses Jahres orientiert sich an einem Ausspruch des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi de Lampedusa “Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?” In Lampedusas einzigem Roman “Der Leopard” geht es um die Frage der Anpassung an geänderte Verhältnisse. Viele Logen beschäftigen sich mit dem Wandel der Gesellschaft und mit der Frage, wie Freimaurer damit umgehen, etliche Beiträge auch auf dieser Website und in der Zeitschrift “Humanität” spiegeln die Fragen wider. In Mannheim will man sich einen ganzen Tag damit beschäftigen und auf die eine oder andere Frage Antworten finden.

"Unser diesjähriger Gastgeber und Ausrichter, die Loge "Carl zur Eintracht", ist die älteste Freimaurerloge im Rhein-Neckar-Raum. Seit dem Jahr 1756 ist sie gesellschaftspolitisch nicht mehr aus Mannheim wegzudenken. Das ständige Angebot zwischen Tradition und Moderne, Besinnlichkeit und Geselligkeit sowie Kultur und tagesaktuellen Themen ist täglicher Anspruch an alle Brüder."

Ralph Meixner, Distriktmeister Baden-Württemberg

Für die große Zahl an erwarteten Brüdern, Damen und Gästen haben die Organisatoren ein anspruchsvolles Programm geschnürt. So ist beispielsweise für Damen und Gäste eine Führung durch die Kunsthalle Mannheim geplant, die bereits seit mehr als hundert Jahren das kulturelle Leben in Mannheim prägt. 1909 gegründet ist sie eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. Deutschlandweit zählt sie mit Werken von Édouard Mant bis Francis Bacon und einen Skulpturenschwerpunkt zu den angesehensten bürgerschaftlichen Sammlungen der deutschen und internationalen Moderne bis zur Gegenwart.

Das Technoseum in der Museumsstraße bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. In dieser Technikatmophäre treffen sich die Teilnehmer des Großlogentreffens zu einem geselligen Beisammensein, die “Blue Note Jazz Company” begleitet die Veranstaltung mit einer Zusammenstellung von New Orleans Jazz bis zum eleganten Jazz der Swing-Zeit.

Während die Brüder Freimaurer sich im Tagungshotel mit den Zukunftsfragen ihres Bundes beschäftigen, können die Damen und Gäste bei einer Führung durch die verwinkelten Gassen die vielen Facetten der Heidelberger Altstadt kennenlernen und mit der Berbahn hinauf zum Schloss fahren.

Detaillierte Informationen liegen jeder Loge bereits vor oder können bei der Kanzlei der Großloge unter kanzlei@freimaurerei.de angefordert werden. Anmeldungen sind bitte an die Kanzlei zu richten.

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Freimaurerloge Reuchlin vergibt erstmals Dr.-Gerhard-Häussler-Preis für Humanität

v.l. Dipl.-Psych. Dietrich Wagner, Meister vom Stuhl Till Neumann, Jeff Klotz; im Vordergrund Dorothea und Artur Merkel vom Gitarrenorchester Pforzheim

Die Pforzheimer Freimaurerloge Reuchlin hat am 16. November 2018 im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde den neu geschaffenen, mit 5.000 Euro dotierten Dr.-Gerhard-Häussler-Preis für Humanität erstmals vergeben.

(Pforzheim / sm) Preisträger ist das “Haus der seelischen Gesundheit – Lore Perls” in Pforzheim, wo die Mittel einem Wohnprojekt für junge Erwachsene mit psychosozialem Unterstützungsbedarf zugute kommen werden.

Der Preis soll in regelmäßiger Folge einem karitativen Projekt aus Pforzheim und Umgebung zukommen und trägt den Namen eines prominenten und engagierten Mitglieds der Loge, des Alt- und Ehrenstuhlmeisters Prof. Dr. Gerhard Häussler, der in der Region als langjähriger Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald bekannt ist.

Das “Haus der seelischen Gesundheit – Lore Perls” unter der Trägerschaft des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation (BWLV) leistet Unterstützung für Suchtkranke und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Seinen Namen trägt es nach der in Pforzheim geborenen und aufgewachsenen Psychoanalytikerin und Mitbegründerin der Gestalttherapie, Lore (Laura) Perls (1905 – 1990), die als Jüdin und aktive Antifaschistin nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil fliehen musste und sich nach dem Krieg mit ihrem Ehemann und Kollegen Fritz Perls in den USA niederließ.

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Barockmusik in Reutlinger Freimaurerloge

Die Sängerin und Cellistin Martina Trost

Foto: Martina Trost

Ein außergewöhnliches Konzert bekamen die Besucher der Freimauerloge Glocke am Fusse der Alb geboten: Die Sängerin und Cellistin Martina Trost und ihr Duopartner Pedro Gonzalez, boten im Tempel der Loge ein Programm vorwiegend englischer Lieder aus der Barockzeit dar.

(Reutlingen/ms) Nach einer Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. Marc Schurr als Vertreter der Reutlinger Freimaurerloge, der sich über das Zustandekommen des Konzerts und die zahlreichen Besucher erfreut zeigte, führte Martina Trost kurz in das Programm ein.

Neben den weniger bekannten Kompositionen von John Barrett, John Eccles und Henry Carey sang Martina Trost unter kongenialer Begleitung ihres Duopartners auch bekannte Liebeslieder wie „Come again“ und „Flow my tears“ des englischen Komponisten John Dowland.

Besonders in diesen Liedern konnten die rund 70 Konzertbesucher die Klasse und das äußerst harmonische Zusammenspiel der beiden Musiker, die sich vor rund 15 Jahren während des Studiums an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf kennen gelernt hatten, erfahren. In der mit zugleich viel Enthusiasmus und Zartheit dargebotenen Händel-Kantate „Nel dolce tempo“ griff Martina Trost zusätzlich zu ihrem studierten Instrument, dem Cello, so dass ihr wohl artikulierter Mezzosopran neben der Gitarre auch durch das eigene Cellospiel begleitet wurde. Umrahmt wurden die Gesangstücke durch die einzelnen Sätze der Partita in d-moll (BWV 1004) von Johann Sebastian Bach. Ein Monumentalwerk des Großmeisters der Barockmusik, welches eine Fülle musikalisch verarbeiteter christlicher und biografischer Symbole aufweist und die Genialität dieses Komponisten zeigt.

Pedro Gonzalez brachte dieses mit herausragender Technik und höchster Empfindsamkeit in einer Bearbeitung für Konzertgitarre zu Gehör. Die Zuhörer waren so begeistert, dass die Musiker noch zwei Zugaben spielten, darunter mit „Café 1930“ des argentinischen Komponisten Astor Piazolla das einzige Stück aus dem 20. Jahrhundert, mit dem die beiden Musiker zeigten, dass sie auch dieses Genre überaus feinfühlig beherrschen.

Martina Trost wurde 1980 in St. Wendel/Saar geboren und begann mit 8 ½ Jahren begann das Violoncello zu erlernen. Es folgte ein Instrumentalstudium an der Robert- Schumann-Hochschule Düsseldorf, welches sie mit dem Diplom der Musikpädagogik abschloss. Nach ihrem Instrumentalstudium widmete sie sich zunehmend mehr ihrer zweiten Leidenschaft, dem Gesang und der Barockmusik.

Pedro Gonzalez wurde 1983 in Ávila geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhiellt er am Conservatorio “Tomás Luis de Victoria”, wo er auch das Grundstudium in den Fächern Gitarre bei Salvador Gómez und Komposition bei Antonio Bernaldo de Quirós und Alejandro Moreno abschliesst. Nach dem Abitur studiert er im „grado Superior” am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid bei José Luis Rodrigo, an der Hochschule für Musik Köln bei Roberto Aussel, am Conservatorio Superior de Música de Salamanca bei Hugo Geller und an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Thomas Müller-Pering.

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Dr. Gotthilf-Schenkel-Preis 2018 an Rückenwind e.V.

Preisübergabe an Rückenwind-Familien im Alten Rathaus Esslingen

Die Esslinger Freimaurerloge "Zur Katharinenlinde" vergibt den mit 4.500 € dotierten Dr.-Gotthilf-Schenkel-Preis 2018 an den Verein Rückenwind e.V., der pflegende Mütter behinderter Kinder unterstützt.

(Esslingen/tf) Als „Vorkämpfer der demokratischen Idee der Gedanken- und Glaubensfreiheit, der Toleranz, der Humanität und des Lebensrechts der Minorität“, so wird der ehemalige Kultusminister von Württemberg und Pfarrer von Oberesslingen gerne bezeichnet. Und nicht genug: Dr. Gotthilf Schenkel war auch fast 30 Jahre Freimaure, davon einige Jahre Meister vom Stuhl der Esslinger Freimaurer. Zum Gedenken hat die Loge „Zur Katharinenlinde“ den Dr. Gotthilf-Schenkel-Preis für Mitmenschlichkeit gestiftet, der nun zum dritten Mal verliehen wurde. 2014 wurde der Preis erstmals an Elke Walkenhorst-Mayer vom Verein „Bürger für Berber“ verliehen und zwei Jahre später an den Bereich „Seiltänzer“ der Stiftung Jugendhilfe aktiv. In diesem Jahr ging der Preis an Ursula Hofmann, die Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Rückenwind Esslingen – Pflegende Mütter behinderter Kinder stärken“.

Preis für Engagement und echte Inklusion

Stellvertretend nahm Gabi Schlecht den mit einer Fördersumme von 4.500 Euro dotierten Preis vom Stuhlmeister der Esslinger Freimaurer, Alexander Ruffner, bei einem Festakt im Alten Rathaus Esslingen entgegen. Sie kam mit rund 40 Eltern und deren behinderter Kinder. Ruffner ging in seiner Laudation darauf ein, dass die Freimaurer davon überzeugt sind, einen sinnvollen Beitrag für die wichtige Arbeit von „Rückenwind“ zu leisten. Ruffner wörtlich: „Wir stehen in der Tradition und den Worten von Gotthilf Schenkel: „Es gehört zu unserer Tradition, praktische Humanität zu beweisen, wo immer es dem Einzelnen oder der Bruderschaft möglich ist.“ Schlecht versprach als Schatzmeisterin des Vereins, die Fördersumme voll zu Gunsten bedürftiger Kinder einzusetzen. Sie fügte hinzu: „Wir wollen auch der Öffentlichkeit bewusst machen, in welcher besonderen Situation Eltern körperlich oder geistig behinderter Kinder sind!“ Rückenwind-Familien seien Mütter und Väter von Kindern mit Behinderung. Alter, Art und Schweregrad der Behinderung ihrer Kinder seien sehr unterschiedlich.

Ruf nach mehr Hilfe der Behörden

Schlecht beklagte, dass es nach wie vor einen „Pflege- und Bürokratiedschungel“ in Deutschland gebe. Daher sei die Beratung von Rückenwind-Familien wichtig, um Lotse zu sein, wenn die schonungslose Botschaft vom Arzt komme „Ihr Kind entwickelt sich anders, Ihr Kind ist behindert!“ Sie bat die Politik, dass endlich auch eine Kurzzeitpflege im Landkreis Esslingen angeboten werde, um die Eltern in größten Nöten zu unterstützen. „Diese Forderung und die wichtige Bereitschaft, Mitmenschen zu helfen“ habe so Ruffner, „die Esslinger Freimaurer überzeugt, den Dr. Gotthilf-Schenkel-Preis für Mitmenschlichkeit an Rückenwind zu geben, denn Freimaurer ständen für Humanität, Toleranz und Menschenliebe“. Die Preisverleihung wurde vom eigens aus Venedig angereisten Pianisten Prof. Igor Cognolato mit Werken des Freimaurers Franz Liszt umrahmt.

Ruffner: „Flagge zeigen: Wir sagen NEIN zu Hetze und Gewalt“

„Die Esslinger Freimaurerloge begrüßt und unterstützt die Initiative „Flagge zeigen“, der auch bereits der TSV Berkheim beigetreten ist“, so Ruffner am Ende der Preisverleihung. Der Ursprung dieser Initiative lag bei der Esslinger Lebensberaterin Dr. Petra Güntert. Ruffner stellte fest: „In der Tradition des Humanismus und der Aufklärung stehend, bekennen wir Freimaurer uns zu Würde, Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen. In diesem Sinne sagen auch wir „Nein“ zu jeglicher Art der Gewalt und Hetze gegen Schwächere und Minderheiten in Esslingen und überall auf der Welt.“

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Reutlinger Gespräch zur Aufklärung im Islam

Dr. Abdel -Hakim Ourghi signierte nach seinem Vortrag in der Reutlinger Loge sein neues Buch „Reform des Islam“.

Dr. Abdel -Hakim Ourghi signierte nach seinem Vortrag in der Reutlinger Loge sein neues Buch „Reform des Islam“.

Freimaurerlogen haben eine lange Tradition, Gedanken geschützten Raum zu geben und gesellschaftskritische Anregungen zu Fragen der Zeit zuzulassen. Auch die Reutlinger Loge “Glocke am Fuße der Alb” sieht sich als Ort geistiger Auseinandersetzung durch konstruktiven Dialog. (Reutlingen/ms) Das Zeitalter der Aufklärung und sein Wert für die moderne Gesellschaft waren daher das Thema eines Festabends in der gotischen Kapelle der Reutlinger Loge in dessen Zentrum der Vortrag „Aufklärung im Islam“ des bekannten Islamwissenschaftlers Dr. Abdel-Hakim Ourghi stand. In diesem Rahmen stellte der Festredner Thesen aus seinem neuen Buch „Reform des Islam“ vor. Bei einem anschließenden Empfang konnten die über 70 geladenen Gäste mit dem Referenten ins Gespräch kommen. Abdel-Hakim Ourghi (* 1968 in Oran, Algerien) ist ein deutsch-algerischer Islamwissenschaftler, Philosoph und Religionspädagoge. Seit 2011 leitet er den Fachbereich Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Abdel-Hakim Ourghi gehört zu den Erstunterzeichnern der Freiburger Deklaration säkularer Muslime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er plädiert unter anderem für eine Auslegung des Korantextes mit Bezug zur heutigen Lebenswelt, Freitagspredigten in deutscher Sprache, einen Stopp des Imports ausländischer Imame sowie eine Kontrolle ausländischer Finanzierung von Moscheevereinen, Stiftungen und Dachverbänden.
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