Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge

Foto: candy1812/ Adobe Stock

Die Nienburger Freimaurerloge „Georg zum silbernen Einhorn“ hatte zu Beginn des neuen Jahres zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen.

(Nienburg/dh) Der Meister vom Stuhl Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen Henning Onkes, Bürgermeister der Stadt. Neben weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft fanden sich Präsidentinnen und Präsidenten der in der Stadt und im Landkreis aktiven Serviceclubs Lions und Rotary, des Heimatbundes, der Historischen Gesellschaft und weiterer Vereine ein. Auch Brüder und Schwestern befreundeter Logen aus Stadthagen, Hoya, Celle und Hannover trugen sich in das Anwesenheitsbuch ein.

Der Stuhlmeister tat einen Rückblick auf das vergangene Jahr und gab einen Einblick in die Herausforderungen des neuen Jahres für die Nienburger Freimaurer: „Wir arbeiten an uns, für unsere Loge und für unsere Gesellschaft. Freiheit, Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Toleranz, sind dabei die bestimmenden freimaurerischen Grundhaltungen“.

Festredner war Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün, der einen Vortrag über die Arbeit der Freimaurer und über die Aufgabe und Wirkung von Ritualen hielt. Der Referent ist selbst seit vielen Jahren bekennender Freimaurer. Er widmete sich dem Studium der Philosophie, Mathematik sowie mittlerer und neuerer Geschichte, aber auch Geschichte der Naturwissenschaften sowie alte Philologie in Frankfurt am Main. Klaus-Jürgen Grün ist apl. Professor für Philosophie, Unternehmensberater und Ethik-Experte. Er bietet regelmäßig Lehrveranstaltungen in Philosophie gemeinsam mit Managern und Studenten an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main an. Seit Sommer 2001 ist Klaus-Jürgen Grün Leiter des von ihm gegründeten Philosophischen Kollegs für Führungskräfte. Er ist Mitglied in verschiedenen Forschungsgesellschaften und Ehrenmeister der Forschungsloge Quatuor Coronati.

Freimaurerei kann, so Prof. Grün, als ein Gesamtkunstwerk betrachtet werden. So wie die Kunst sich in den Schüben der Aufklärung emanzipierte von der Zwanghaftigkeit, eine bloße analoge Abbildung und Wiederholung der Gegenstände der Welt zu sein, verrücken die Rituale der Freimaurer die elementaren Symbole der Arbeit aus dem Kontext ausbeuterischer Lohnarbeit heraus.

Durch ihren Symbolcharakter bereitet die Freimaurerei einen Boden, auf dem man sich bewusst machen kann, dass Vieles in Zukunft eine vollkommen andere Bedeutung gewinnen kann, als es unserer Gewohnheit entspricht. Menschen werden durch die Kunst wie auch durch die Freimaurerei daran gewöhnt, dass auch ihre heiligsten Werte vorwiegend Symbolcharakter haben.
Angesichts einer Gegenwart, in der Auflösungserscheinungen religiöser Dogmen sich in Sprengstoffgürtel verwandeln, hat die rituelle Einübungspraxis in das Verständnis von Metaphern und Symbolen eine ungewollte Aktualität erhalten.

Nicht die Verkündigung einer unabänderlichen Wahrheit trägt die Hoffnung auf eine menschlichere Zukunft, sondern die Gewöhnung der Menschen daran, dass die Zukunft stets offen ist und durch Arbeit – auch an sich selbst – gestaltet werden kann.
Die anwesenden Gäste bedachten den anspruchsvollen, abwechslungsreichen und mit Witz frei vorgetragenen Festvortrag mit herzlichem Beifall. Ralf Winkelmann, Lehrer an der Musikschule Nienburg, begleitete den Empfang einfühlsam und ausdruckstark auf seiner Gitarre und wurde ebenfalls mit herzlichem Beifall belohnt.

Viele Gäste nutzten die sich anschließende Möglichkeit, bei einem kleinen Buffet Neujahrsgrüße und Gedanken in den Logenräumen auszutauschen.

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Bremer Konzert bringt 2.000 € für karitative Zwecke

Im Rahmen des ersten Neujahrsempfanges des Bremer Distriktes kamen viele Besucher in den Genuss eines Konzertes im Tempelraum der Loge "Roland zu den Alten Pflichten".

(Bremen/tl) Die drei Pianisten und Freimaurer Evgeny Cerepanov, Mikhail Berlin und Christian Kassens bestritten gemeinsam unter dem passenden Titel “30 Finger für die Königliche Kunst” den musikalischen Teil des ersten Neujahrsempfangen, den die bremischen Logen der Großloge A.F.u.A.M.v.D. im Oelzweighaus gemeinsam veranstalteten.

Gespielt wurden im vollbesetzten Temeplraum der Loge Stücke von Mozart, Schubert, Schumann, Haydn und Debussy. Zur Überraschung des Publikums gesellte sich spontan ein Gesangsstudent der Hochschule für Künste (HfK) zu dem Trio und bereicherte den Abend.

Durch den Eintrittpreis und mehrere Spenden von Bremer Logen konnte eine Summe von 2.000 € erlöst werden. Die Hälfte davon geht an ein Projekt zur Betreuung von jungen Müttern und Vätern mit ihren Neugeborenen. Die anwesende Leiterin des Projektes, Frau Wittrock-Rijksen, berichtete sichtlich bewegt, dass die Spende für zur Anschaffung eines großen Spielgerätes im Garten des neu geschaffenen Wohnhauses verwendet wird. Die zweite Hälfte der Sammlung geht an die Hochschule für Künste (HfK) in Bremen.

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Großlogentreffen 2019 in Mannheim

Wasserturm in Mannheim Foto domeckopol / pixabay

Das Großlogentreffen 2019 findet vom 29. bis 31. Mai in Mannheim statt und steht unter dem Motto "Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?" Viele Besucher werden erwartet.

Die Großlogentreffen finden alle zwei Jahre in unterschiedlichen Orten statt. Anders als die ebanfalls alle zwei Jahre stattfindenen Großlogentage sind sie keine vereinsrechtliche Zusammenkunft, sondern konzentrieren sich einerseits auf Vorträge und Diskussionen zu Themen der Freimaurerei sowie auf Geselligkeit.

Das inhaltliche Thema dieses Jahres orientiert sich an einem Ausspruch des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi de Lampedusa “Die Welt verändert sich dramatisch — und wir?” In Lampedusas einzigem Roman “Der Leopard” geht es um die Frage der Anpassung an geänderte Verhältnisse. Viele Logen beschäftigen sich mit dem Wandel der Gesellschaft und mit der Frage, wie Freimaurer damit umgehen, etliche Beiträge auch auf dieser Website und in der Zeitschrift “Humanität” spiegeln die Fragen wider. In Mannheim will man sich einen ganzen Tag damit beschäftigen und auf die eine oder andere Frage Antworten finden.

"Unser diesjähriger Gastgeber und Ausrichter, die Loge "Carl zur Eintracht", ist die älteste Freimaurerloge im Rhein-Neckar-Raum. Seit dem Jahr 1756 ist sie gesellschaftspolitisch nicht mehr aus Mannheim wegzudenken. Das ständige Angebot zwischen Tradition und Moderne, Besinnlichkeit und Geselligkeit sowie Kultur und tagesaktuellen Themen ist täglicher Anspruch an alle Brüder."

Ralph Meixner, Distriktmeister Baden-Württemberg

Für die große Zahl an erwarteten Brüdern, Damen und Gästen haben die Organisatoren ein anspruchsvolles Programm geschnürt. So ist beispielsweise für Damen und Gäste eine Führung durch die Kunsthalle Mannheim geplant, die bereits seit mehr als hundert Jahren das kulturelle Leben in Mannheim prägt. 1909 gegründet ist sie eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. Deutschlandweit zählt sie mit Werken von Édouard Mant bis Francis Bacon und einen Skulpturenschwerpunkt zu den angesehensten bürgerschaftlichen Sammlungen der deutschen und internationalen Moderne bis zur Gegenwart.

Das Technoseum in der Museumsstraße bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. In dieser Technikatmophäre treffen sich die Teilnehmer des Großlogentreffens zu einem geselligen Beisammensein, die “Blue Note Jazz Company” begleitet die Veranstaltung mit einer Zusammenstellung von New Orleans Jazz bis zum eleganten Jazz der Swing-Zeit.

Während die Brüder Freimaurer sich im Tagungshotel mit den Zukunftsfragen ihres Bundes beschäftigen, können die Damen und Gäste bei einer Führung durch die verwinkelten Gassen die vielen Facetten der Heidelberger Altstadt kennenlernen und mit der Berbahn hinauf zum Schloss fahren.

Detaillierte Informationen liegen jeder Loge bereits vor oder können bei der Kanzlei der Großloge unter kanzlei@freimaurerei.de angefordert werden. Anmeldungen sind bitte an die Kanzlei zu richten.

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Neujahrsempfang der Wolfsburger Loge “Carl zur siegenden Wahrheit”

Stuhlmeister Mike Morris, Bürgermeister Matthias Neulich, Herr Plot, Altstuhlmeister Lutz Dietrich bei der Scheckübergabe

Anlässlich des gut besuchten Neujahrsempfanges der Wolfsburger Loge "Carl zur siegenden Wahrheit" spendete die Bruderschaft 3.500 € an den Gifhorner Kinderfonds "Kleine Kinder immer satt".

(Wolfsburg/ld) Der Neujahrsempfang der Freimaurerloge „Carl zur siegenden Wahrheit“ im Hoffmannhaus in Fallersleben war trotz ungünstigen Wetters gut besucht. Aus dem Einzugsbereich waren der Gifhorner Bürgermeister Matthias Nehrlich und der Samtgemeindebürgermeister Herr Metzlaff aus Isenbüttel erschienen. Der Altstuhlmeister der Loge Lutz Dietrich stimmte die Gäste und Logenmitglieder auf das Programm ein mit Informationen über die Inhalte und ethischen Wertvorstellungen der Freimaurer als Grundlage für Mitmenschlichkeit, Toleranz und Wohltätigkeit. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Herren Peter Boenisch und Zlatko Baban von der Kreismusikschule Gifhorn.

Der Festvortrag von Prof. Dr. Bauer über Sprache im 21. Jahrhundert beleuchtete in kurzweiliger und informativer Form viele Facetten dieser menschlichsten aller Ausdrucksformen, ihrer verbindenden und trennenden Funktion, ihrer klärenden und verschleiernden Möglichkeiten, ihre anregende, ruhigstellende oder manipulative Bedeutung bis hin zur Anstiftung zu Liebe oder Hass. Die Aufforderung zur Nutzung der Sprache als Instrument zur Förderung der Humanität wies in die Zukunft.

Im Anschluss wurde im Rahmen des sozialen Engagements der Loge durch den Stuhlmeister Mike Morris an Herrn Bürgermeister Matthias Nerlich und Herrn Ploog vom Gifhorner Kinderfonds „Kleine Kinder immer satt“ eine Spende von 3.500 € überreicht. Es handelte sich um eine Spende der Brüder in Höhe von 2.500 €, die durch das Freimaurerische Hilfswerk um 1.000 € aufgestockt wurde.

Nach Dankesworten von Herrn Ploog wurden beim anschließenden Buffet Meinungen ausgetauscht, Gedanken vertieft und Aktionen für das neue Jahr angestoßen.

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Logenspende — damit das Mittagessen allen Schülern schmeckt

v.l. Altstuhlmeister Matthias Volk, Dieter Weis, Christel Schwebel, Christine Weyrich, Stuhlmeister Dieter Heusel

Die Odenwälder Freimaurerloge "Zu den drei Sternen" spendete an den Förderverein der Theodor-Litt-Schule, um allen Schülern die Teilnahme am Schulmittagessen zu ermöglichen.

(Michelstadt/es). Seit genau einem Vierteljahrhundert gibt es den Förderverein der Theodor-Litt-Schule. Seit genau einem Vierteljahrhundert tragen Mitgliederbeiträge und Spenden dazu bei, dass sich die TLS als „Toller Lebensraum Schule“ eines guten Rufes erfreut. Mit Fördervereinsgeld finanziert werden viele Projekte, für die staatliche Mittel nicht zur Verfügung stehen. Das gilt für die Anschaf-fung von elektronischen Schultafeln über den Kauf von Musikinstrumenten bis hin zur Unterstützung von Schülern, die sonst an Studien- oder Klassenfahrten aus Geldmangel nicht teilnehmen könnten. Denjenigen Schülern zugewandt hat sich jetzt die Odenwälder Freimaurerloge „Zu den drei Sternen“, die aus pekuniären Gründen auf ein Schulmittagessen verzichten müssen. Speziell für sie bestimmt ist der Zuschussbetrag in Höhe von eintausend Euro, den Stuhlmeister Dieter Heusel und Altstuhlmeister Matthias Volk an Schulleiter Dieter Weis, die für den Schulsozialfonds zuständige Christel Schwebel und die in der Schulküche Regie führende Fachlehrerin Christine Weyrich überreichten.

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Erfurter Freimaurerloge unterstützt Herzblatt e.V.

Meister vom Stuhl Jürgen Siefert (m.) Leiterin Herzblatt e.V, Frau Svenia Stietz (re.)

Die Brüder der Loge Alpha Ori spendeten gern. Mit Hilfe des Freimaurerischen Hilfswerks konnten 1000 € an den Freundeskreis der Kinderorthopädie übergeben werden.

(Erfurt/tp) Am 2. Dezember 2018 übergab der Meister vom Stuhl der Loge Alpha Ori i.Or. Erfurt, Br. Dr. Jürgen Siefert, eine Spende an den Verein “Freundeskreis Kinderorthopädie HERZBLATT e.V.” im Marienstift Arnstadt. Der von den Brüdern der Bauhütte gesammelte Betrag wurde durch das Freimaurerische Hilfswerk auf 1.000 EUR aufgestockt.

Die Vorsitzende des Vereins, Frau Stietz, war bei der Übergabe der Spende sehr erfreut darüber, dass die Arbeit des Herzblatt e.V. für Kinder zum Zweck ihrer schnelleren Genesung, so weitere Unterstützung findet. Das Geld wird für Anschaffungen verwendet werden, die nicht strukturell zur Ausstattung der Kinderorthopädie gehören. So „engagiert“ der Verein die Medi-Stift-Clowns auf der Kinderstation, die den kleinen Patienten einmal wöchentlich ein Lächeln in das Gesicht zaubern.

Während eines Rundganges auf der Station, konnte man sich überzeugen, wie aufopferungsvoll die kleinen Patienten umsorgt werden. Danke an alle Brr. der Loge und an das Freimaurerische Hilfswerk für diese großartige Unterstützung des Vereins.

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Weihnachtsmarkt in Gummersbach mit Beteiligung der örtlichen Freimaurerloge

Stand vor Öffnung des Marktes

Erstmals nahm die Freimaurerloge "Zur Oberbergischen Treue" mit einem Stand am Gummersbacher Weihnachtsmarkt teil. Am Freitag, 07. Dezember 2018, konnten sich interessierte Bürger über die örtliche Loge informieren.

(Gummersbach / gl) Ein großer Grauwackestein und ein Spitzhammer luden zur Arbeit am “rauen Stein” ein. Unerschrockene Besucher durften auch einen Blick in die Truhe mit dem Geheimnis der Freimaurerei werfen. Darin fanden sie einen Spiegel und die Aufforderung: “Erkenne Dich selbst!”.

Als Symbol des rauen Steins, an dem die Freimaurer arbeiten, konnten die Marktbesucher, gegen eine kleine Spende für karitative Zwecke, Wackersteine mitnehmen, die zu Notizzettelhaltern oder Kerzenständern verarbeitet wurden. Auch selbstgebastelter Origami-Weihnachtsschmuck wurde abgegeben. Für die Weihnachtspost konnten die Besucher Karten mit Motiven des verstorbenen Künstlers und ehemaligen Mitglieds der Gummersbacher Loge, Elmar Stange (1951-2013), bekommen.

Trotz des schlechten Wetters und der überschaubaren Besucherzahlen konnten einige interessante und informative Gespräche geführt werden.

Heimat, das ist sicher der schönste Name für Zurückgebliebenheit.

Martin Walser

Ist der Begriff „Heimat“ also nur etwas für die Ewiggestrigen? Heimat als eine besondere Art der Vogelstraußpolitik?

Kurt Tucholsky betrachtete Heimat als positiven Wert, den sich besonders die nichtnationalistischen Kräfte zu eigen machen sollten, um der Deutschtümelei, der politischen Reaktion und jenen, die den Heimatbegriff gänzlich ablehnten, entgegentreten zu können: „Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand – nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist.“

Ähnlich übrigens auch in Brechts Kinderhymne: „Und weil wir dies Land verbessern, lieben und beschirmen wir es.”

Der Begriff „Heimat“ ist also nicht zwangsläufig mit nationalistischem und politisch rechts gerichtetem Denken zu verbinden. Der Bruder – wenn auch einer damals nicht als regulär aner-kannten Loge – Kurt Tucholsky, ein sicherlich eher politisch links orientierter Denker, kann ihm also durchaus Positives abgewinnen.

Psychologisch ist Heimat heute ein subjektives Empfinden, unabhängig von politisch-juristischen Definitionen. Sie besteht aus individuellen Einstellungen zu Ort, Gesellschaft und persönlicher Entwicklung des Einzelnen. Die Gefühle des Dazugehörens und der Vertrautheit spielen eine wesentliche Rolle. Der Verlust oder die Angst davor wird nicht nur als Heimweh, sondern auch als persönliche Bedrohung empfunden.

Bei genauer Betrachtung beschreibt das Wort „Heimat“ eher einen Gemütszustand. Die Idylle, die das Wort beschreiben sollte, war jedoch schon zum Zeitpunkt ihrer Beschreibung unwiderruflich verloren. Genau genommen hatte es sie eigentlich auch nie gegeben. Die von der Romantik beschriebene und verklärte Heimatidylle hat es – wenn überhaupt – nur für eine Minderheit der Bevölkerung gegeben.

Nur am Rande: Wir sprechen hier nicht über ein typisch deutsches Problem. Viele auch jüngere Engländer träumen von der Zeit des victorianischen Empires. Trumps „Make America Gre-at Again“ (faktisch besser: Make China great again!) ist letztlich auch der Wunsch, in eine idealisierte Vergangenheit zurückzukehren, die es so nie gegeben hat. Wir kritisieren diese Politik Trumps, beklagen aber gleichzeitig bei uns den Verlust eines Heimatgefühls!

Heimat soll Ausdruck einer “Idee von Zugehörigkeit, Verwurzelung und regionaler Lebensart” sein. Verblüffenderweise ist der Begriff aber auch – möglicherweise missbräuchlich – “Chiffre für Ausgrenzung” und “Vorwand für völkische Überlegenheitsphantasien”.

Der alte Heimatbegriff funktionierte im Wesentlichen, indem man in der eigenen Bevölkerung Minderheiten definierte und ausgrenzte: „Wir“ und das steht gleichbedeutend mit Heimat, das sind die nach eigener angemaßter Wahrnehmung Guten. Hinzugezogene, Ausländer, Homosexuelle, Unverheiratete und manche mehr, das sind die Anderen, die eigentlich in dieser Heimat nicht hinzugehören. In dieser krassen Form gibt es die Ausgrenzung heute wohl nicht mehr flächendeckend. Heute sind wir eher bereit zu sehen – oder sollten dies zumindest sein –, dass diese Bevölkerungsgruppen vorhanden sind, d.h. sie sind als real existierende Menschen hier, haben ihre Berechtigung und können nicht durch eine Diskussion über einen solchen ausgrenzenden Heimatbegriff oder eine Leitkultur wegdiskutiert werden.

Art. 3 Abs. 3 GG (Auszug: „Niemand darf wegen … seiner Heimat und Herkunft … benachteiligt oder bevorzugt werden.“) wendet sich gegen die negative Seite des Denkens in Kategorien der „Heimat“. Das Grundgesetz verbietet, Zugezogene aller Art und letztlich alle diejenigen, die anders leben, als „Heimatfremde“ – d.h. als „die Anderen“ im Gegensatz zum „Wir“ – zu diskriminieren. Hierüber sollte es keine Diskussionen geben.

Deswegen braucht es einen neuen, offenen Heimatbegriff. Wie soll der aussehen?

Die geschichtliche Entwicklung zeigt, es kann kein juristisch definierter legislatorisch regelbarer Heimatbegriff sein. Heimat ist nicht da, wo ich polizeilich gemeldet bin.

Heimat darf aber auch keine unbestimmte Pathosformel sein, in die jeder hineinliest, was ihm politisch oder weltanschaulich passt. Heimat darf nicht ausgrenzen, darf kein Kampfbegriff gegen Andersdenkende oder auch nur Anderslebende sein.
Insofern kann es sich nur um einen subjektiven Heimatbegriff handeln. Jeder bestimmt für sich selbst, was seine Heimat ist, ohne den Anspruch zu erheben, dies auf Andere übertragen zu wollen.

Heimat wird zumeist in einem doppelten Sinn verstanden: Der Begriff hat eine geographische Komponente (wir in Baden, Schwaben, Bayern oder sonst wo räumlich umgrenzt) und eine emotionale (Spätzle, Weißwurst, Lederhosen, Currywurst usw.). Wenn ich Heimat als irrealen Sehnsuchtsort, die Angst vor dem vermeintlichen Verlust der Heimat als Symptom für kollektive Entwurzelungsgefühle definiere, drängt sich die Frage auf, ob es hier wirklich um Äußerlichkeiten wie einen geographischen Landschaftsbegriff oder besonderen Ess- bzw. Bekleidungsgewohnheiten handeln kann. Welcher Irrweg das ist, zeigt sich z.B. daran, dass für viele Engländer Deutschsein mit dem übermäßigen Genuss von Sauerkraut gleichgesetzt wird. Bei den gebildeteren Engländern ist es dann häufig Neu-Schwanstein.

Was also kann die Antwort auf kollektive Entwurzelungsgefühle sein? Diese Antwort kann nur im emotionalen Bereich gefunden werden. Auch dort kann sie sich nicht aus lächerlichen Äußerlichkeiten ergeben. Heimat ist nicht dort, wo es Spätzle mit Sauerkraut oder Linsen gibt!

Heimat ist dort, wo ich mich in meinem tiefsten Inneren sicher und vertraut fühle. Karl Jaspers hat es einmal so formuliert: „Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde.“

Vertrauen spielt bei diesem Verständnis von Heimat eine große Rolle. Heimat ist dort, wo ich darauf vertrauen kann, dass man mir nichts Böses will, wo ich nicht auf der Hut sein muss, wo ich also ich selbst sein kann.

Ähnlich, wenn auch noch subjektiver, lässt sich formulieren: Heimat ist dort, wo es nicht egal ist, ob es mich gibt.

Wo finde ich diese Heimat? Sie kann in der Familie sein, im Gespräch mit dem vertrauten Freund. Sie kann bei einem religiösen Menschen auch im Glauben liegen. Heimat so verstanden ist kein statischer Begriff. Der Mensch kann Heimat verlieren, aber auch neue Heimat gewinnen. Es muss auch nicht zwangsläufig nur eine Heimat sein. Heimat gibt es für viele Menschen auch im Plural .

Heimat so verstanden kann und soll uns idealerweise die Freimaurerei, aber jedenfalls unsere eigene Loge sein. Die Loge, der Umgang mit den Brüdern, das gemeinsam erlebte Ritual, das soll (sollte?) uns eine Heimat sein.

Bemerkung am Ende: Für diesen Heimatbegriff brauche ich kein eigenes Ministerium und auch kein Kreuz an der Wand jedes öffentlichen Gebäudes.

Dies ist ein Kommentar, der die Meinung des Autors und nicht zwingend die Sichtweise der Großloge, der Redaktion oder der Mehrheit der Freimaurer darstellt. Gleiches gilt für ggf. nachfolgend abgegebene Kommentare. Die Redaktion behält sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

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