Freimaurerloge Reuchlin vergibt erstmals Dr.-Gerhard-Häussler-Preis für Humanität

v.l. Dipl.-Psych. Dietrich Wagner, Meister vom Stuhl Till Neumann, Jeff Klotz; im Vordergrund Dorothea und Artur Merkel vom Gitarrenorchester Pforzheim

Die Pforzheimer Freimaurerloge Reuchlin hat am 16. November 2018 im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde den neu geschaffenen, mit 5.000 Euro dotierten Dr.-Gerhard-Häussler-Preis für Humanität erstmals vergeben.

(Pforzheim / sm) Preisträger ist das “Haus der seelischen Gesundheit – Lore Perls” in Pforzheim, wo die Mittel einem Wohnprojekt für junge Erwachsene mit psychosozialem Unterstützungsbedarf zugute kommen werden.

Der Preis soll in regelmäßiger Folge einem karitativen Projekt aus Pforzheim und Umgebung zukommen und trägt den Namen eines prominenten und engagierten Mitglieds der Loge, des Alt- und Ehrenstuhlmeisters Prof. Dr. Gerhard Häussler, der in der Region als langjähriger Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald bekannt ist.

Das “Haus der seelischen Gesundheit – Lore Perls” unter der Trägerschaft des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation (BWLV) leistet Unterstützung für Suchtkranke und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Seinen Namen trägt es nach der in Pforzheim geborenen und aufgewachsenen Psychoanalytikerin und Mitbegründerin der Gestalttherapie, Lore (Laura) Perls (1905 – 1990), die als Jüdin und aktive Antifaschistin nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil fliehen musste und sich nach dem Krieg mit ihrem Ehemann und Kollegen Fritz Perls in den USA niederließ.

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Unterstützung für das Wetzlarer Hospiz Haus Emmaus

Hospizleiterin Monika Stumpf (Mitte) mit Meister vom Stuhl Martin Marx (l.) und Altstuhlmeister Walter Staaden (r.)

Einen Spendenscheck über 2.400 Euro übergaben Wetzlars Freimaurer an das Hospiz Haus Emmaus. Der Betrag wurde im vergangenen Jahr im Anschluss an monatliche Zusammenkünfte der Logenmitglieder gesammelt und durch das in Berlin ansässige Freimaurerische Hilfswerk aufgestockt.

(Wetzlar / mf) Gesetzliche Neuregelungen und Herausforderungen im Dialog mit den Kostenträgern stellen die gegenwärtig 24 in Hessen eingerichteten Hospize immer wieder vor neue Herausforderungen. Das mit acht Gästezimmern eingerichtete Hospiz in der Wetzlarer Spilburg ist so beispielsweise trotz der großen Unterstützung durch einen eigenen Förderkreis auf das jährliche Sammeln von zusätzlichen Spendengeldern in sechsstelliger Höhe angewiesen.

Martin Marx, Meister vom Stuhl und Vorsitzender der Wetzlarer Freimaurerloge, übergab zusammen mit seinem Amtsvorgänger Dr. Walter Staaden den Spendenscheck an Hospizleiterin Monika Stumpf. In einem anschließenden Gespräch informierten sich die Spender über Arbeit und Angebot des Hauses Emmaus und dankten Frau Stumpf für den unermüdlichen Einsatz aller engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Wohle aller Gäste.

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8. Freimaurer-Kolloquium in München

Am 19. Januar veranstaltet die Münchner Loge "In Treue fest" zum achten Mal das auch für Nichtfreimaurer offene Freimaurer-Kolloquium mit hochkarätigen Themen und Referenten.

Die Brüder der Münchner Loge haben sich die Aufgabe gestellt, jeweils zum Anfang des Jahres ein Kolloquium zu Themen zu veranstalten, die eine besonders relevante Bedeutung für die Gesellschaft beinhalten, aber nach Meinung der Initiatoren nicht ausreichend Beachtung finden. Bisher haben sich die Kolloquien mit den Themen Bewusstsein, Gerechtigkeit, Würde, Ethik, Wahrheit, Freiheit und Religion auseinandergesetzt.

Die Themenstellung für 2019 ist umfangreich: “Sind Identität und Kultur rückständige Auslaufmodelle in einer globalisierten Gesellschaft oder ist die Wahrung der eigenen Identität und Kultur die Voraussetzung für die Entstehung kultureller Vielfalt? — Das Bild des Eigenen und des Fremden: Eine Untersuchung der Spannungsfelder zwischen Altem und Neuem, zwischen Erhalten und Verwerfen.”

Die Vorträge und Referenten versprechen ein hochinteressantes Programm, zu dem sich im Übrigen auch Nichtfreimaurer anmelden können. Das Münchner Kolloquium versteht sich als offene Veranstaltung.

Einlass

Begrüßung durch den MvSt. der Loge „In Treue fest“, Br. Hernán J. Benítez Jump

Grußworte des Großmeisters der Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland Br. Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer und des Distriktmeisters von Bayern Br. Hannes Brach

Einleitung: Dr.phil. Dipl.sc.pol.Univ. Hernán J. Benítez Jump M.A., Kultur- und Politikwissenschaftler, MvSt der Loge „In Treue fest“

Vortrag: „Persönliche und kollektive Identität aus der Sicht eines Ethnologen und Politologen. Zwischen Ich-Bezogenheit und Gruppenzugehörigkeit in einer Gesellschaft“

Prof. Dr. Harald Schöndorf SJ, Professor für Erkenntnislehre und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München.

Vortrag: „Gibt es überhaupt eine undifferenzierte kulturelle oder nationale Identität?“

Br. Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann, Hon.-Prof. für Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln, Redner der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland.

Vortrag: „Institutionelle und kulturelle Voraussetzungen der ‚offenen‘ Gesellschaft – die Sicht eines Freimaurers“

Kaffeeepause

Dr.phil. Jörg Noller, Ludwig- Maximilians- Universität, Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft

Vortrag: „Kultur der Identität: Jenseits von Essentialismus und Relativismus“

Prof. Dr. Matthias Laubscher, Ludwig- Maximilians- Universität, Fakultät für Kulturwissenschaften, Institut für Ethnologie

Vortrag: „Die Begriffe der Identität und Kultur im kulturwissenschaftlichen Konzept“

Allgemeine Diskussion

Ende der Veranstaltung

Das Kolloquium findet statt am 19. Januar um 14 Uhr (Einlass ab 13 Uhr) im Logenhaus der Bruderhilfe, Schwanthalerstraße 60 (5. Stock), München. Anmeldungen bitte unter mvst@loge-in-treue-fest.de

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Erlanger Freimaurer vergeben Preis für humanitäres Engagement

Zugeordneter Stuhlmeister Winfried Gerum-Nees, die Preisträgerin Frau Maria Yeddes, Bürgermeisterin Frau Dr. Elisabeth Preuss

Die Freimaurerloge Libanon zu den 3 Cedern verlieh am Sonntag, dem 25. November, ihren diesjährigen Förderpreis für humanitäres Engagement. Dieses Jahr erhielt den Preis Frau Maria Yeddes vom Verein Grünes S.O.f.A.

(Erlangen / ms) Winfried Gerum-Nees, zugeordneter Stuhlmeister der Loge wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Erlanger Freimaurer seit dem Jahr 2000 den Preis für humanitäres Engagement vergeben und sich immer wieder freuen, verdienten Personen eine Unterstützung in ihrer ehrenamtlichen Aufgabe zu geben und sie damit auch zu ehren.

Altstuhlmeister Wilhelm Glökler stellte kurz die nach innen und außen gerichtete Arbeit der Freimaurer dar, die sie, die Freimaurer zu besseren Menschen machen soll und deren Wirken in der Welt, um auch außerhalb der Loge eine Verbesserung zu bewirken.

Bürgermeisterin Frau Dr. Elisabeth Preuss hielt die Laudatio für die Preisträgerin und lenkte den Blick auf den Giebel des Logenhauses mit der Inschrift “Wahrheit, Recht und Menschenliebe“. Diese Worte seinen nicht nur Inschrift, sondern würden in dieser Loge auch gelebt. Mit Freude würdigte Frau Dr. Preuss auch diesmal die Preisträgerin, die sie auch im Rahmen ihrer Arbeit im Sozialreferat trifft und kennt.

Kurzfassung der Laudatio: Frau Yeddes arbeitet seit vielen Jahren selbstlos und unermüdlich und zielgerichtet für die Alleinerziehenden in unserer Stadt. Als Alleinerziehende stellen sich Dinge des Lebens schwierig dar. Das Armutsrisiko ist groß, der Lebensstandard ist im Vergleich mit Anderen oft niedrig. Auch die organisatorischen Dinge können große Hürden sein, wie z.B. bei bestimmten Berufsgruppen mit Arbeitszeiten in der Nacht oder am Wochenende. Wer kann hierbei helfen, wer hört zu, wer hat einen Rat zu geben, wer hat eine Lösung z.B. für die Betreuung der Kinder?

Die Antwort ist Frau Yeddes mit ihrem Verein, die mit ihrer Einrichtung einen Platz geschaffen hat, an dem alleinerziehende Mütter und Väter Unterstützung, ein offenes Ohr, Zeit für sich selber, Ansprache, Ausflüge, Kaffee und Kuchen, und guten Rat, der hier nicht teuer ist, bekommen. Oder, um aus dem Leitbild des Vereins zu zitieren: Selbsthilfe stärken, kinderfreundliches Umfeld schaffen, Eigeninitiative ermöglichen, Potentiale erkennen, das Miteinander von Generationen, Nationalitäten, Kulturen und Initiativen fördern.

Das Grüne S.O.f.A ist für Alleinerziehende nicht nur ein Ort, wo man sich im wahrsten Sinne des Wortes auf einem gemütlichen Sofa niederlassen, ausruhen, unterhalten und erholen kann, sondern ein Ort, wo Starthilfe, Lebensmut und ganz praktische Hilfen im Alltag angeboten werden.

Winfried Gerum-Nees überreichte einer strahlenden Preisträgerin den Preis, der für Frau Yeddes und ihren Verein ein weiteres Stück des Weges ermöglichen soll. Der diesjährige Preis war mit 5.000 € dotiert, unterstützt durch die Großloge.

Die musikalische Begleitung des Festaktes durch Alexander Saal und Miriam Winkelmann, mit u.a. Stücken von Bette Midler und Billie Holliday, gab der Veranstaltung einen wunderbaren Rahmen. Zum Abschluss, in entspannter Atmosphäre bei Sekt und Häppchen, ergaben sich zahlreiche Gespräche zur Arbeit der Preisträgerin und zu den Freimaurern. Eine schöne und gelungene Veranstaltung nahm damit ihren Ausklang.

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Für ein neues Verständnis der Freimaurerei

Der Philosoph und Freimaurer Klaus-Jürgen Grün

„Der symbolische Bund der Freimaurer“: Unter diesem Titel hatte Klaus-Jürgen Grün, Philosoph, Freimaurer und ehemaliger Meister vom Stuhl der Forschungsloge Quatuor Coronati, seinen Vortrag im Lortzinghaus am 29. November 2018 angekündigt.

(Osnabrück / rm) Der Abend ging über diesen Titel deutlich hinaus – mit einem vehementen Plädoyer für die Eigenverantwortung des Menschen und einer Auffassung von Freimaurerei, die weniger auf Tradition statt auf Neuerfindung setzt. Grün führte dieses Verständnis unter anderem mit einer prägnant neuen Definition des Begriffes Arbeit vor. Arbeit sei im Verständnis der Freimaurer nicht einfach Verbrauch von Kraft, sondern im Gegenteil eine Erweiterung. Der Tempel werde erst durch Tätigkeit zu etwas besonderem, plädierte Grün für ein aktives Verständnis der Freimaurerei.

Der Referent untermauerte seine Thesen mit ausführlichen Exkursionen in die Geschichte der Philosophie und der Wissenschaften. Dabei unterschied er grundsätzlich zwischen Entdeckung und Erfindung der Welt, zwischen dem, was er analoges und digitales Denken nannte. Wer die Welt entdeckt, setzt sie als etwas von ihm unabhängig existierendes voraus, wer sie erfindet, bringt Welt überhaupt erst hervor, durch Worten und Taten. Diese Opposition bezog Grün auch auf ethische Konzepte. Wer analog denke, mache für sein Handeln eine übergeordnete Instanz verantwortlich. Wer sie erfinde, übernehme für seine Handlungen Verantwortung. Grün schilderte – ein krasses Beispiel – das Verhalten von Tätern des Dritten Reiches, die für ihre Handlungen nicht selbst die Verantwortung übernommen, sondern auch übergeordnete Instanzen der Partei oder des Staates verwiesen hätten. Pflichterfüllung als Paradigma der systematischen Verantwortungslosigkeit: Grün ließ keinen Zweifel daran, wo er den Ort für den selbstständigen und verantwortungsvollen Menschen sieht.

Ob Erkennen oder Kommunikation – Menschen bilden Welt nicht einfach ab, sie erzeugen sie. Grün bezog sich auf jene Grundverständnisse von Welt und Erkennen, wie sie der Konstruktivismus und die Systemtheorie formuliert haben und zitierte folgerichtig den Kybernetiker Heinz von Foerster und den Soziologen Niklas Luhmann. Besonders wichtig: Menschen nehmen Bedeutungen nicht einfach von außen entgegen, sie kreieren sie als Reaktion auf Wahrnehmung und Kommunikation. Damit zeichnete Grün das Bild einer Welt, die wir nicht einfach vorfinden, sondern in unserem Machen, Sagen und Schaffen ständig neu erschaffen. Menschen sind nicht triviale Maschinen: Mit diesem Terminus umschreiben Systemtheoretiker ihr Bild vom Menschen als einem ständig lernenden und in diesem Sinn produzierenden Wesen, das sich über selbst produzierte Rückkopplungen ständig weiter entwickelt.

Liegt Gott also nicht in einem fernen Jenseits oder Über-Uns, sondern in der Hirnschale des Menschen, also in seiner Kreativität und Produktivität? Grün zitierte dafür Michelangelos Deckengemälde „Die Erschaffung Adams“ aus der Sixtinischen Kapelle in Rom. Er interpretierte den Umriss, in den der Maler die Gestalt Gottes einfügte, als Silhouette der menschlichen Hirnschale und damit als eine implizite Absage des Künstlers an Transzendenz und daraus folgende Konzepte des Menschen. Grün forderte nachdrücklich dazu auf, auf dieser Basis auch das Verständnis der Freimaurerei neu zu denken und dabei auf Eigenverantwortung und Kreativität zu setzen. Die Idee der Humanität sei nur im sozialen Gefüge möglich, sagte Grün. In der Freimaurerei sei alles Resultat der Praxis, formulierte der Philosoph sein Verständnis einer aktiven, auf Weltgestaltung im Hier und Jetzt setzenden Freimaurerei. Dass er seine Ausführungen frei vortrug und sich dabei auf die Kunst der vehementen Ansprache seines Publikums verstand, ist jedem nachvollziehbar, der Klaus-Jürgen Grün einmal erlebt hat. Er ist ein Performer seiner Philosophie.

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Auf Liebe und Tod: Konzert im Lortzinghaus Osnabrück

Der Pianist Florian Krumpäck und der Sänger Marek Kalbus im Lotzinghaus

Sänger Marek Kalbus und Pianist Florian Krumpöck begeisterten mit Liedern von Franz Liszt im Osnabrücker Logenhaus.

(Osnabrück/rm) Spätromantiker und Selbstdarsteller, Tastenlöwe und Megastar, katholischer Abbé und bekennender Freimaurer: Franz Liszt war vieles gleichzeitig. Eines war er nicht – ein Mann der leisen Töne. „Gestorben war ich vor Liebeswonne, begraben lag ich in ihren Armen“: Es sind Texte wie dieser von Ludwig Uhland, die den Komponisten, der vor allem mit prunkenden Klavierkonzerten und sinfonischen Dichtungen wie dem von den Nationalsozialisten missbrauchten „Les Préludes“ berühmt wurde, dazu drängten, Lieder zu komponieren. Liszts Lieder locken in einen Kosmos extremer Gefühle. Der Bassbariton Marek Kalbus und der Pianist Florian Krumpöck machten sich bei ihrem Konzert am Samstagabend im Lortzinghaus auf die Reise durch diese Welt wogender Emotion.

Dabei teilten die beiden Künstler den Abend in zwei Teile, die einander so spiegelbildlich entgegengesetzt waren wie die Leitbegriffe, die den Komponisten umtrieben: Liebe und Tod. Florian Krumpöck leitete das Programm solistisch ein – mit Liszts Transkription des „Liebestods“ aus Richard Wagners „Tristan und Isolde“. Darauf folgten Lieder, die Liebessehnen als Todeserfahrung reflektieren. Den Kontrapunkt setzte zu Beginn des zweiten Teils nach der Pause „O lieb so lang Du lieben kannst“ nach einem Text von Ferdinand Freiligrath, ein flammendes Bekenntnis zur Liebe als Inbegriff der Sehnsucht nach Zuneigung und Leben.

Franz Liszt hat sich von beiden Polen der Liebe aus in sein Liedschaffen wie in ein Meer brandender Klänge gestürzt. Sänger Marek Kalbus und Pianist Florian Krumpöck taten es ihm nach. Dabei agierten die Musiker expressiv und kontrolliert zugleich. Krumpöck spielte mit Finesse und fein dosiertem Anschlag, Kalbus sang ausdrucksstark und phrasierte zugleich geschmackvoll. Wenn es so etwas wie maßvolle Ekstase gibt – den beiden Musikern gelang diese heikle Balance im Lortzinghaus.

Dabei ging gerade Bassbariton Kalbus hohes Risiko. Für die zwei denkbar unterschiedlichen Hälften des Konzerts hatte er eine Fülle unterschiedlicher Klangfarben aufzubieten. Der Sänger bestand diese Probe auf seine Kunst bravourös und hielt sein Niveau auch gegen die Beeinträchtigungen durch eine Erkältung souverän. Glanzpunkte setzte er mit zwei Liedern nach Texten Goethes. „Über allen Gipfeln ist Ruh“ und „Wer nie sein Brot mit Tränen aß“, das Lied des Harfners aus dem Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ interpretierte Kalbus höchst differenziert. Ob auffahrender Schmerz oder leise Resignation – der Sänger gestaltete beide Lieder als Gefühlsdramen en miniature differenziert durch und fand sich dabei von Pianist Krumpöck bestens begleitet.

Mit „Weimars Toten“ platzierten die Künstler den Umschlagpunkt des Programms geschickt direkt vor der Pause. Liszt feiert in diesem kurzen Lied, in dessen Text sich Goethe auf Morgenröte reimt, die Größen der Weimarer Klassik als Künder einer neuen Zeit. In diesem Sinn ging es durch die zweite Hälfte des Abends wie durch eine ganz andere Welt euphorischer Gefühle. Liebe als Inbegriff des Lebensglücks – alle Lieder, die Kalbus und Krumpöck nach der Pause sangen, entführten die Zuhörer in Sphären euphorischen Lebensgenusses.

Dabei folgte die Regie des Programms nicht einfach dem Prinzip schlichter Spannungssteigerung. Kalbus und Krumpöck unterlegten die Dramaturgie ihres Auftritts auch mit einem subtil angedeuteten freimaurerischen Programm. Sie nahmen ihre Zuhörer mit auf einen Weg, der durch das Dunkel der Todeserfahrung in das Licht der Liebe und Freundschaft führt und damit bewusst macht, wie mit der Endlichkeit der Existenz bewusst umzugehen ist. Mit ihren Zugaben gaben Kalbus und Krumpöck dieser Linie ihres Programms noch einmal ganz deutliche Kontur. Mit Albert Lortzings Lied „Zwei Sterne“ verbeugten sie sich vor dem Komponisten und unserer gastgebenden Loge, in der Lortzing wirkte, gleichermaßen. Und mit Carl Loewes Lied „Die Uhr“ verwiesen sie auf die Erfahrung der Lebenszeit und ihrer weisen Einteilung als einem zentralen Element der Königlichen Kunst. Die beiden Künstler rundeten damit einen vorzüglichen Konzertabend ab, der Profane und Brüder Freimaurer in gleicher Weise begeisterte. Wie heißt es in Lortzings Lied „Zwei Sterne“? „Selig, ein Maurer zu sein“.

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Stuhlmeister trafen sich in Wetzlar

Distriktmeister Michael Volkwein (v.l.), Großmeister (Prof. Dr.) Stephan Roth-Kleyer und Meister vom Stuhl Martin Marx

Der Einladung von Michael Volkwein, Distriktmeisters „Hessen/Thüringen“ in der humanitären Freimaurergroßloge Deutschlands, zum Stuhlmeistertag folgten Vereinsvorsitzende aus Mitteldeutschland in das Logenhaus der Wetzlarer Freimaurer.

(Wetzlar/mf) Die zwei Mal im Jahr an wechselnden Orten stattfindende Versammlung diente den 32 Mitgliedslogen des Distriktes in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, deren Großmeister, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, zur Freude der Teilnehmer ebenfalls unter den Anwesenden war, zum Kennenlernen und Vernetzen, dem Erfahrungsaustausch in der Vereinsarbeit und um aktuelle Themen zu besprechen.

Ein Tagesordnungspunkt der Sitzung, durch die Volkwein führte, war die gegenwärtig in aller Munde befindliche Datenschutz-Grundverordnung, deren Berücksichtigung auch in den Vereinen des Männerbundes für Änderungen sorgt.
Als kulturelles Bonbon bot Martin Marx als gastgebender Meister vom Stuhl in einer Mittagspause die Teilnahme an einem von der Leiterin der Städtischen Museen, Frau Dr. Anja Eichler, geführten Rundgang durch die hervorragende Ausstellung “Mythos Jean Georges Wille” im Stadtmuseum an.

Großmeister und Distriktmeister, die auch schon im Jubiläumsjahr der Freimaurerloge Wilhelm zu den drei Helmen zu Gast in der Goethe- und Optikstadt waren, dankten Martin Marx für die sehr gelungene Organisation des Tages und das ermöglichte Herbsttreffen der Stuhlmeister in Wetzlar.

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