Ein Vorbild für alle Brüder

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v.l.n.r: Doris Schröder Köpf, Abayomi Oluyombo Bankole, Boris Pistorius (Foto Christian Kunze / www.alles-kunst.de)

1972 flüchtete Abayomi Oluyombo Bankole aus dem von Unruhen und Militärdiktaturen geprägten Nigeria nach Deutschland. Am 4. Dezember 2018 verlieh der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius „Yomi“ das Verdienstkreuz am Bande. Doch wie kam es dazu?

(Hannover. ck) Abayomi Bankole, in Nigeria Luftwaffenpilot, sah 1972 sein Leben in Nigeria bedroht. Über England flüchtete er nach Deutschland und ließ sich in Hannover nieder, wo bereits ein Cousin von ihm lebte. Doch der Anfang war schwer: So forderte der Sachbearbeiter im Amt ihn auf, innerhalb von drei Monaten deutsch zu lernen, ansonsten würde man ihn nach Nigeria zurückschicken.

Das war für Abayomi der initiale Anstoß. Er las Bücher und er schaute, so erzählt er es heute gerne, Bundestagsdebatten und sprach alles nach was dort gesagt wurde. Besonders die Reden von Willi Brandt gefielen ihm, weil dieser deutlich und langsam sprach. So brachte in gewisser Weise Willi Brandt Abayomi Bankole Deutsch bei. Als er nach den drei Monaten wieder im Amt vorsprechen musste, hatte er so viel Deutsch gelernt, dass der Mitarbeiter des Amtes sehr erstaunt war. Abayomi durfte bleiben.

Eine Ausbildung zum Verkehrspiloten konnte er sich leider damals nicht leisten, eine Stelle als Maschinenschlosser versuchte er über das Arbeitsamt zu bekommen. Aber immer waren die Stellen gerade vergeben worden. Eine Zeit lang verdiente er sein Geld als Taxifahrer, bis er auf die Idee kam, sich in einem „typisch deutschen“ Geschäftsfeld selbständig zu machen. Bankole wurde erfolgreicher Versicherungsmakler.

Am 11. März.1997 wurde Abayomi in der Loge Baldur in Hannover aufgenommen. Seitdem ist er ein wichtiges Glied in der Bruderkette.

Ein Ereignis veranlasste ihn 2007 den „Afrikanischen Dachverband Norddeutschland“ (http://adv-nord.org) zu gründen. Kurz vorher war er Zeuge geworden, wie eine Polizeistreife einen Afrikaner, der mit dem Fahrrad unterwegs war, anhielt und von diesem eine Quittung für dessen Fahrrad verlangte.

Der Verein wurde gegründet, um sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen, gegen Rassismus und Intoleranz zu kämpfen und afrikanischen Bürgern eine hilfreiche und beratende Stütze zu sein. Die Förderung der Integration, Beratung und Mitwirkung in Fragen Stadtentwicklung, Kultur und Umwelt, aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Beratung in Interkulturellen Angelegenheiten gehören zu den Zielen des Dachverbandes.

2007 initiierte „Yomi“ Bakole „Kicken gegen Vorurteile“, ein Fußballturnier mit Polizisten, Afrikanern und Interessierten, um Vorurteile abzubauen. Von 2008 – 2015 war Abayomi Mitglied des Integrationsrates der Landeshauptstadt Hannover. 2011 erhielt Bankole den Integrationspreis des Gesellschaftsfonds. 2013 wurde Abayomi Bankole in die Kommission des Niedersächsischen Landtages für Integration und Teilhabe berufen. 2015-16 war Abayomi im Niedersächsischen Beirat für Migration und Teilhabe und übergab Ministerpräsident Weil in diesem Rahmen Empfehlungen für ein Einwanderungsgesetz. Es würde zu weit führen alle Aktivitäten, die Bruder Bankole in den letzten 20 Jahren initiiert hat aufzuführen, aber eines ist sicher: Abayomi hat sich immer für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz eingesetzt.

Aber letztlich führte Ihn sein Engagement am 4. Dezember 2018 in das Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung. Die anwesenden ca. 40 Gäste aus Politik, Kultur, Freundeskreis,  der Familie und Bruderschaft der Loge konnten erleben, wie ein sichtlich bewegter Innenminister eine großartige Laudatio auf Abayomi Bankole hielt. Besonders würdigte der Minister das hervorragende, jahrelange und ehrenamtliche Engagement gegen Rassismus und für Integration von Herrn Bankole.

Es war ein bewegender Moment als Pistorius Bankole das Verdienstkreuz ansteckte und gratulierte. Sichtlich bewegt hielt Bruder „Yomi“ eine Dankesrede, in der er sich auch bei den Brüdern der Loge bedankte, die ihn bei seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützt hätten.

Ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe: Die Brüder der Loge Baldur sind stolz darauf mit „Abayomi Oluyombo Bankole“ einen Bruder zu haben, der die Grundwerte der Freimaurerei in die profane Welt trägt.