Gemeinsames Symposium in Wien

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Ritualraum der Wiener Logen

Vom 19.-21. Oktober 2018 fand in Wien im Großlogenhaus ein Symposium zum Thema „Wie wir wirken – die soziale Dimension“ statt. Dieser Veranstaltung gingen seit mehreren Jahren stattfindende, regelmäßige Zusammenkünfte seit 2015 zwischen der Berner Loge „Zur Hoffnung“, den Wiener Logen „Anthropos“ und „Bruderkette“ sowie der Berliner Loge „Avantgarde“ voraus.

(Wien, Berlin/cs) Die Teilnahme von mehr als 80 Brüdern, darunter der Großmeister, der Großsekretär und der Großalmosenpfleger der GL von Österreich unterstrichen die Bedeutung der Aufgabe Wohltätigkeit und wie wir in dieser Hinsicht in unserer Wohlstandgesellschaft aktiv sein und unsere freimaurerischen Werte konkret in die Tat umsetzen können.

Ein Bruder der Wiener Loge “Erkenntnis im Europäischen Licht” skizzierte die Wohltätigkeit unter anderem aus den Zugängen, die die verschiedenen großen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus dazu haben, und leitete zur Freimaurerei über, in der in England bereits 1723 ein Großlogenkomitee für Wohltätigkeit gegründet wurde. Als persönlichen Schluss betonte er, dass Wohltätigkeit sich im freimaurerischen Sinne nicht allein durch Gaben, sondern durch den brüderlichen Umgang miteinander darstellt.

Ein Bruder der Loge Bruderkette aus Wien ging vom aktuellen Zahlenmaterial über die soziale Situation der Gegenwart weltweit und in Österreich, über die Armutsgefährdung und die Bildungssituation aus und unterstrich, dass die Brüderlichkeit die regelmäßige Einübung braucht, die Aufrechterhaltung als Wert für den Umgang untereinander. Er rief auf, nicht allein für andere etwas zu tun, sondern gemeinsam mit anderen etwas zu tun und somit die Welt gemeinsam ein Stück zu verbessern!

Br. Celil Senman, MvSt der Loge Avantgarde aus Berlin, berichtete über das 1953 gegründete „Freimaurerische Hilfswerk“, dessen Aufgabe die Förderung der Jugend-, Alten- und Sozialfürsorge ist. Diese größte karitative Organisation der deutschen Freimaurer finanziert sich aus den Beiträgen der rund 500 Mitglieder, Einzelpersonen und Logen, und hat zuletzt 2017 fast 150.000 Euro an Spenden vergeben. Das Hilfswerk beteiligte sich in den letzten Jahren unter anderem auch an Katastrophenhilfen, etwa für Haiti, Nepal oder Italien.

Eine komplett andere Betrachtungsweise präsentierte das Referat eines Bruders der Loge “Zur Hoffnung” aus Bern. Ihm ging es vor allem um die soziale Dimension als persönliche Lebensgestaltung, was für ihn „mehr als Wohltätigkeit“ ist. Er wollte seinen Beitrag als Aufruf verstanden wissen, „sich täglich wirklich bewusst zu werden, was es heißt, Freimaurer zu sein: Zu wirken – mitten im Leben“. Die Werte der Freimaurerei sollen auch heute in der Mitte des Lebens ankommen, damit sie wirkungsvoll sind. Wirkungsvoll heißt: auf zwei Ebenen erfolgen, nach innen und außen.

Zwei konkrete Projektvorstellungen rundeten das Symposium ab: Ein Bruder der Loge “Bruderkette” stellte das Spendenparlament vor und ein Bruder der Wiener Loge “Anthropos” präsentierte ein von der Loge unterstütztes psychosoziales Tageszentrum.

Im Spendenparlament kann jede Loge oder jeder einzelne Bruder durch eine Zahlung von € 50 einen Sitz und eine Stimme im Plenum erwerben. Projekte, in denen er persönlich involviert ist, können durch jeden Bruder aus Österreich eingereicht werden. Die Einreichungen werden durch eine Jury gesichtet und am Tag des Plenums werden daraus 5 Projekte von den beteiligten Brr. präsentiert. Im Anschluss teilt jede Stimme nach eigenem Gutdünken ihren eingesetzten Geldwert den einzelnen Projekten zu.

Der Wunsch der Teilnehmer war nach Abschluss des Symposiums eindeutig: Solche Veranstaltungen sollten künftig mindestens einmal jährlich stattfinden.

Vor diesem Hintergrund führt die Berliner Loge Avantgarde vom 21. bis 23. Juni 2019 das Symposium deutschsprachiger Hauptstadtlogen aus Europa durch. Selbstverständlich sind auch Teilnehmer aus Nicht-Hauptstädten gerne eingeladen. Nähere Informationen hierzu folgen in Kürze.

Die österreichen Freimaurer wirken unter strenger Diskretion, weshalb in diesem Beitrag keine Namen der österreichischen Brüder genannt wurden.