Geschichte zum Anfassen in Wesel

Vortrag über die Weseler Loge

Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der modernen Freimaurerei veranstalteten die Weseler Freimaurer einen Informationsabend mit wissenschaftlichem Hintergrund, der auch für die Brüder einige Überraschungen über die Geschichte der eigenen Loge brachte.

Basis des Vortrages waren Auszüge aus der Masterarbeit von Alexander Lex, B.A Student der Universität in Paderborn, der sich der Geschichte der 1775 von preußischen Offizieren gegründeten Weseler Loge „Zum goldenen Schwerdt“ im Hinblick auf verschiedene Schwerpunkte zu nähern versuchte:

  1. Freimaurertum als Abwehrfront gegen den aufkommenden Antisemitismus um 1880;
  2. die Haltung der der preußischen Großloge „Zu den drei Weltkugeln“ angehörende Weseler Loge gegenüber der dezidiert kosmopolitischen und judenfreundlichen Haltung der Leipziger „Bauhütte“ (eine der damaligen größten Freimaurerzeitschriften);
  3. das Verhalten im Spannungsfeld von Standhaftigkeit und opportunistischer Anbiederung nach der Machtergreifung zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die annähend vierzig Zuhörer folgten interessiert den Ausführungen der Referenten Herrn Lex und Herrn Dr. Ronald Schneider, der in seiner Funktion als Historiker und Komoderator durch den Abend führte, im Anschluss an den Vortrag die Diskussion begleitete und den interessierten Gästen als auch den Brüdern erklärend zur Verfügung stand. Auch für die Weseler Brüder war es sehr spannend, die Geschichte der eigenen Loge aus der wissenschaftlichen, neutralen Sicht eines Forschers zu verfolgen und Erkenntnisse über den damalige Stand der Loge im öffentlichen Leben zu erfahren.

Die Veranstaltung wurde gerade bei den Gästen dieses Abends sehr gut angenommen. Die Vielzahl der sich anschließenden Fragen zur Logengeschichte als auch zu Freimaurerei bestärkte die Initiatoren des Abends darin, den Bruderbund wieder mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Die genannteMasterarbeit wird und wurde durch Professor Dr. Dietmar Klenke (Lehrstuhl für Neueste Geschichte) am Historischen Institut der Universität Paderborn betreut.

Es sollte die sozioökonomische Färbung der Weseler Freimaurerei im 19. und 20. Jahrhundert anhand einer quantitativen Analyse dahingehend betrachtet werden, dass den Zuhörern das personelle Profil der Weseler Freimaurer einerseits und die Sozialstruktur der Weseler Bevölkerung andererseits vergleichend gegenüber gestellt wurde. Die Leitfrage stellt hier auf eine mögliche soziale Exklusivität der Weseler Freimaurer bzw. auf ein gegebenenfalls „‚elitäres“ Selbstverständnis ab.

Ermöglicht, unterstützt und begleitet wurde diese Forschungs- und Publikationsarbeit auch durch die Kölner Stiftung zur Förderung der Masonische Forschung, begründet 1993 von Hannelie und Prof. Adolf Schmitt, als auch durch die Arbeit der Brüder der Loge „Zum goldenen Schwerdt“.

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