Helfen mit Spaß und Freundschaft

Die typische Kopfbedeckung der Shriner: der Fez Foto: fotolia / ilumus photography

Die typische Kopfbedeckung der Shriner: der Fez Foto: fotolia / ilumus photography

Die „Shriners“ sind eine weltweit tätige Vereinigung von Freimaurern, die in Deutschland noch neu und relativ unbekannt ist. In Dresden durfte die Organisation sich anlässlich des Großlogentreffens vorstellen. Wir veröffentlichen an dieser Stelle den leicht gekürzten Beitrag.

Von Charsten Wienbreyer

„Unsere masonische Familie ist groß und unsere Betätigungsfelder außerhalb des Tempels sind sehr breit gefächert. In nur wenigen Fällen aber gibt es überregionale Organisationen, die von Freimaurern gegründet werden mit dem Ziel, Kräfte zu bündeln und auf einen ganz konkreten Zweck auszurichten. Hier in Deutschland kennen wir neben anderen vor allem das Freimaurerische Hilfswerk, den Förderverein des Freimaurermuseums oder auch den Förderverein für das Freimaurer-Wiki.Schon der Lehrling hört bei seiner Initiation den verpflichtenden Satz, sich um die Not und das Elend um ihn herum zu kümmern.

Genau diese Verpflichtung haben sich Freimaurer im Jahre 1872 zum Credo gemacht und eine Organisation aus der Taufe gehoben, die in ihrer Struktur, Ausrichtung und ihrer Wirkung einmalig ist. Eine weltweit existierende und agierende Vereinigung von Gleichgesinnten, die sich auf die Hilfe für Kinder konzentriert. Ein verpflichtender Zusammenschluss von ca. 300.000 Freimaurern weltweit, denen heute 22 Kinderkrankenhäuser gehören und die seit fast 100 Jahren Kindern eine kostenlose medizinische Behandlung gewähren. Immerhin fast 1.5 Millionen Kinder sind seit der Eröffnung des ersten Kinderkrankenhauses in unseren Einrichtungen behandelt worden.

Als vor fast 150 Jahren aus dem Willen Einzelner eine sehr konkrete Tat wurde, war das Ausmaß dessen, was heute durch Freimaurer betrieben und bedürftigen Kindern zur Verfügung gestellt wird, nicht abzusehen. Aus dem Wunsch, einem Kind ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist ein Netzwerk hochspezialisierter medizinischer Spezialbehandlungen geworden. Die Freimaurer, die sich bei den Shriners engagieren, verwalten heute Einrichtungen von höchster medizinischer Reputation, sowohl in der Forschung, als auch in der Ausbildung von medizinischem Personal. Gestattet mir, hier zwei Beispiele zu nennen.

Seit 30 Jahren stellt die Zypriotische Regierung den Shriners einmal im Jahr Räume und Geräte in einem staatlichen Kinderkrankenhaus zur Verfügung, um dort Ärzten und Schwestern aus dem Krankenhaus in Springfield die Möglichkeit zu geben, innerhalb weniger Tage hunderte von Kindern mit angeborenen orthopädischen Fehlbildungen oder erlittenen Schädigungen zu untersuchen und die notwendige medizinische Behandlung einzuleiten, wenn nötig, kostenlos in einem der „Shriners Hospitals for Children“.

Ein zweites Beispiel ist die Vernetzung zwischen den Shriner Kinderkliniken und verschiedenen anderen Spezialkliniken u.a. mit der auf Brandwunden und plastische Chirurgie ausgerichteten BG Unfallklinik in Ludwigshafen. So wird mit Telemedizin- und Videokonferenzmöglichkeiten daran gearbeitet, voruntersuchende oder nachsorgende Behandlungen mit dem medizinischen Fachpersonal in den Shriners Kliniken zu besprechen und festzulegen.

Dem Freimaurer, der sich entschließt, an dieser Arbeit teilzuhaben, dem erschließt sich eine Sichtweise auf den „wohltuenden Einfluss der Freimaurerei“, die in dieser Form einmalig ist. Die in Heidelberg beheimatete europäische Organisation betreut derzeit Kinder aus Deutschland, Holland, der Türkei, Jordanien, Palästina, Zypern, Rumänien, der Schweiz, Syrien und Polen, die kostenlos in unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt werden.

Bei all dem Fokus auf die extrem teure, aber für die Kinder kostenlose medizinische Hilfe, ist den Shriners eines sehr wichtig, das Engagement muss immer die Freude und den Spaß zum Ausdruck bringen und darauf gründen, den es macht, einem Kind zu helfen. Deshalb kostümieren sich die Shriner gewordenen Freimaurer, deshalb verwandeln sie sich selbst in Märchenfiguren aus 1001 Nacht, deshalb machen sie nichts im stillen Kämmerlein, sondern immer „mit Kind und Kegel“, deshalb reiten sie auf Kamelen und machen diese manchmal nach, deshalb versetzen sie sich in die Lage eines Bettlers, um wie Kinder um Hilfe zu bitten, die sich nicht anders zu helfen wissen.

Ich bin seit über 20 Jahren Freimaurer und ich bin Shriner, seit dem ich den Meistergrad erhoben wurde. Es erfüllt mich mit Stolz, dass die Shriners auch in Deutschland angekommen sind. Ihr findet sie in Hamburg entlang der Waterkant, in Düsseldorf entlang des Rheins, in Ostwestfalen, in Berlin, Leipzig, in Bayern, im Rhein-Main-Gebiet, im Rhein-Neckar-Dreieck, Stuttgart oder am Bodensee. Wo es heute noch keinen Club gibt, da wird es demnächst einen geben. Vielleicht auch, weil Ihr mich heute gehört habt und feststellen werdet, es gibt viele gute Gründe, ein Shriner zu werden und keinen, es nicht zu sein.

Ich möchte schließen mit drei nüchternen Informationen, die helfen sollen, die Shriner besser zu verstehen.

Zum einen: Es gibt, außer der Aufnahme, keine rituellen Arbeiten und keine einführenden und/oder weiterführenden Grade. Die Shriner sind keine Obödienz, keine Lehrart, kein Hochgradsystem, sie sind keine freimaurerische Organisation. Man muss Freimaurermeister in einer regulären Freimaurerloge sein, um aufgenommen zu werden. Das ist den Shriners sehr wichtig, es ist ein Muss.“

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