Lippstädter Loge feiert 175-jähriges Stiftungsfest

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Logenhaus in Lippstadt

Logenhaus in Lippstadt

Die Lippstädter Loge „Zum lebendigen Kreuz“ feiert vom 15. bis 17. September 2017 ihr 175-jähriges Bestehen mit Freimaurern, Lebenspartnern und interessierten Gästen.

Am Freitag treffen sich die Teilnehmer zu einem geselligen Zusammensein im Logenhaus, bevor der Samstag mit einer Stadtführung beginnt und am Nachmittag mit einem Empfang im Rathaus fortgesetzt wird. Festansprachen und Grußworte werden vom Vorsitzenden der Loge, vom Bürgermeister und dem Großmeister erwartet. Anschließend referiert Klaus-Jürgen Grün über Freimaurerei und wird im Anschluss für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Am Abend trifft man sich zum Bankett im Ballsaal. Am Sonntag feiert die Loge ein Stiftungsfest, parallel dazu wird ein Programm für die Damen und Gäste angeboten.

Die Loge „Zum lebendigen Kreuz“ entstand im Jahre 1842 in der bis dahin eher klerikal geprägten Stadt Lippstadt. Trotz des der Freimauerei im Grundsatz positiv gegenüberstehenden protestantischen Milieus fand sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert niemand in der kleinen bürgerlichen Oberschicht der Stadt, der die Gründung einer Loge aktiv betrieben hätte. Erst der aus Potsdam stammende Freiherr von Schauroth, der von der preußischen Regierung um 1840 nach Lippstadt versetzt wurde, begann schon bald mit den Vorbereitungen für eine Logengründung. Er setzte sich mit der Nachbarloge „Zur Bundeskette“ in Soest in Verbindung und konnte die dortigen Brüder zur Unterstützung motivieren. Unter der Schirmherrschaft der Soester Brüder konnte Schauroth im Jahre 1842 offiziell das Licht in der neuen Loge einbringen. Die Logenarbeiten fanden in den ersten Jahren in seinem Haus – dem heutigen Palais Schauroth – statt. Wie das Mitgliederverzeichnis von 1847 zeigt, waren inzwischen viele namhafte Lippstädter Bürger der Loge beigetreten. So auch der Rektor der „Höheren Bürgerschule“, Ernst Wahlert, der später Stuhlmeister wurde.

Nachdem von Schauroth nur wenige Jahre später wieder nach Potsdam zurückkehrte, musste die Loge mehrfach umziehen und sank im späteren 19. Jahrhundert zu einem Kränzchen herab. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden wiederum die Brüder aus Soest aktiv und betrieben die Loge in Lippstadt über mehrere Jahrzehnte als Deputationsloge. Nach den dunklen Jahren zwischen 1935 und 1945 wurde die Loge im Jahre 1951 durch die Loge in Hamm neu gegründet und besteht seither allmählich wachsend fort. Dies war u.a. das Verdienst des Volksbankirektors und Stuhlmeisters Fritz Husman und später dann das des Versicherungskaufmanns Otto Girke, der auch Präsident der internationalen Freimaurerliga war.

Die Loge in Lippstadt war zudem die erste deutsche Loge, die nach dem Krieg eine Partnerschaft mit einer belgischen Loge in Brüssel und einer niederländischen Loge in Arnheim begründete, was seinerzeit alles andere als selbstverständlich war.