Mannheimer Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt

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Mannheimer-Erklärung

Während der 300-Jahr-Feierlichkeiten im Mannheimer Schloß wurden die Mannheimer Logen von Bürgermeisterin Frau Dr. Freundlieb eingeladen, sich in die Entwicklung der Stadt einzubringen und die „Mannheimer Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ zu unterschreiben. Dieses überraschende Angebot fand bereits während des Festaktes eine positive Resonanz. Das zeigte der kräftige Applaus der Brüder nach ihrer Rede.

Die Mannheimer Freimaurer haben das Jubiläum zum dreihundertjährigen Bestehen der modernen Freimaurerei im Jahre 2017 unter das Motto gestellt, das sie von der erste Stunde an motiviert und inspiriert hat: Humanität und Toleranz. Sie stehen damit wie in wohl keiner anderen Stadt Deutschlands so nah an der Gründungsidee Mannheims. Die Stadt ist ihrerseits ein Symbol dieser Werte und sie hat in ihrer jungen Geschichte immer wieder bewiesen, dass sie dann ihre markantesten Phasen erlebte, wenn sie sich dieses Pioniergeistes erinnerte. Mannheim ist eine Stadt, die seit ihrer avantgardistischen Konstruktion die Gründungswerte der bürgerlichen Gesellschaft hochgehalten hat.

Die Mannheimer Erklärung ist aus Sicht der Freimaurer eine hervorragende Initiative des Mannheimer Oberbürgermeisters, um eine Plattform zu schaffen, die diese Werte als Grundlage für die verschiedenen ethnischen, sozialen, religiösen und politischen Gruppierungen, die in dieser Stadt existieren, zu deklarieren und sie als die Bedingung zu kennzeichnen, die für eine gemeinsame, gedeihliche Zukunft unabdingbar ist.

In der „Mannheimer Erklärung“ heißt es unter anderem

Auf der Grundlage jener weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen, die für das Wohl, die Achtung und die Freiheit eines jeden Menschen einstehen, besteht die Verpflichtung, ein gelingendes Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft zu gestalten. Eine notwendige Verantwortung ergibt sich in besonderer Weise durch die historischen Erfahrungen geschehenen Unrechts in unserer Stadt. Aber auch aktuelle Auswüchse gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fordern eine Positionierung und ein Engagement, das sich gegen die Ausgrenzung und Herabwürdigung von einzelnen Menschen und Gruppen stellt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sexistischen und homophoben Diskriminierungen wirksam werden.

Im Einzelnen geht es um Anerkennung der Gleichberechtigung unterschiedlicher Identitäten und Lebensentwürfe, um Engagement gegen Diskriminierung, Förderung der Chancengleichheit, gemeinsames Handeln, es werden aber auch die Grenzen der Toleranz definiert: „Auf der Grundlage jener weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen, die für das Wohl, die Achtung und die Freiheit eines jeden Menschen einstehen, besteht die Verpflichtung, ein gelingendes Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft zu gestalten. Eine notwendige Verantwortung ergibt sich in besonderer Weise durch die historischen Erfahrungen geschehenen Unrechts in unserer Stadt. Aber auch aktuelle Auswüchse gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fordern eine Positionierung und ein Engagement, das sich gegen die Ausgrenzung und Herabwürdigung von einzelnen Menschen und Gruppen stellt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sexistischen und homophoben Diskriminierungen wirksam werden.“

Die sieben Mannheimer Freimaurer-Logen „Carl zur Eintracht“, „KURPFALZ“, „Palatina“, „Pylon zur Leuchte am Rhein“, „UNITAS“, „Zur Sonne im Rechten Winkel“, „Zur Starkenburg“ und die Heidelberger Loge „Alt Heidelberg“ befürworten die „Mannheimer Erklärung“. Sie versichern, sich in der Zukunft für die darin formulierten Ziele mit aller Kraft einzusetzen und gemeinsam mit den anderen Kräften, die diese Erklärung unterstützen, an der positiven Gestaltung unserer Stadt mitwirken zu wollen.