Philosophischer Abend in der Ulmer Loge

13. Februar 2017
Klaus-Jürgen Grün erklärt die Kunst der Metapher und des Symbols

Klaus-Jürgen Grün erklärt die Kunst der Metapher und des Symbols

Eine besondere Atmosphäre entstand in den Räumlichkeiten der Sparkasse in Ulms Neuer Mitte, als der älteste aktive Verein in Ulm – die „Astraea zu den drei Ulmen“ – zu einem philosophischen Abend lud. Als Gastredner sprach der bekannte Philosoph und Freimaurer Prof. Dr. phil. Klaus-Jürgen Grün.

Die Freimaurerei feiert dieses Jahr weltweit ihr 300-jähriges Jubiläum. Mit dem Thema „die Kunst der Metapher und des Symbols“ lud die Ulmer Loge „Astraea zu den drei Ulmen“ zu einem philosophischen Abend und gab Einblicke in die Gedankenwelt der Freimaurerei. Viele Mythen ranken sich um den weltumspannenden Männerbund. Mit diesen räumte Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün in erfrischender Art auf. Ob Neugierige oder Interessierte, alle Zuschauer waren hingerissen von den lebendigen Ausführungen des Philosophen, die verdeutlichten, welcher Gedanke wirklich hinter der Freimaurerei steckt. Dabei lüftete er das eine oder andere „Geheimnis“ der Symbole und Metaphern, die Freimaurer benutzen um an der Idee einer humanitären Gesellschaft zu arbeiten.

Über 80 Besucher lauschten und diskutierten in

Über 80 Besucher lauschten und diskutierten in „Ulms Neuer Mitte“

Wenn man die Symbolik der Freimaurerei deuten will, kommt man nicht umhin, sich mit ihrer Herkunft zu beschäftigen. Klaus Jürgen Grün weist auf die Traditinen hin, wehrt sich aber gegen die in der Geschichte der Freimaurerei immer wieder vorkommende Vereinnahmung durch Religionen, was Freimaurerei gerade nicht will und wogegen sie sich wehrt. Grün wählt dazu deutliche Worte. „Freimaurerei ist in der christlichen Welt entstanden. Diese Tatsache weckt entgegengesetzte Emotionen. Auf der einen Seite gefällt es manchen Freimaurern nicht, dass in ihrem Ritual Bezüge zur christlichen Liturgie auftreten. Auf der anderen Seite erklären fromme Eiferer die Freimaurerei zu einer christlichen Sekte, in der es besser noch als in den Kirchen gelinge, Menschen die christliche Religion zu indoktrinieren. Beide Seiten, und stehen sie einander auch noch so fern, haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Ihnen mangelt es an der Fähigkeit, den Symbolcharakter freimaurerischer Rituale zu verstehen. Dieser Mangel bei Freimaurern ändert nichts daran, dass ihre Teilnahme am Ritual der Freimaurer alles andere bestätigt als ihre Auffassung beinhaltet. Weder die konfabulierte Alleingültigkeit des Christlichen noch die Angst vor der Vereinnahmung durch dieses sind begründet. Während allerdings die zuletzt Genannten ihre Nähe zur Freimaurerei auch intellektuell nachvollziehen können, gelingt es den zuerst Gemeinten nicht, auch nur für die Länge einer Zigarette aus ihrer christlichen Heilserwartung herauszutreten.“

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