„Preis für vorbildliche Mitmenschlichkeit“ posthum

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Dr. Reiner Krämer (l.), nimmt an Stelle seines verstorbenen Vaters die Ehrung von Stuhlmeister Br. Frank Emmerich entgegen.

Seit 1993 vergibt die Fürther Loge „Zur Wahrheit und Freundschaft“ den Preis für vorbildliche Mitmenschlichkeit an Personen aus Stadt oder Landkreis Fürth, die sich durch überdurchschnittliches humanitäres Engagement ausgezeichnet haben.

(Fürth/wk) Der Preis ist mit 3.000 € dotiert, die aus der logeneigenen “Dres.-Heinz-und-Eva-von-Plänckner-Stiftung” stammen. Die diesjährige Preisverleihung stellte ein Novum dar: Der Preis musste posthum vergeben werden, da der Preisträger wenige Tage vor dem angesetzten Termin verstorben war.

Die Mitgliederversammlung der Loge beschloss im Mai, den Preis an Helmut Krämer aus Cadolzburg zu vergeben. Sein Lebenswerk galt seiner Heimatstadt und deren Bürgern: Er wollte den Menschen die Heimat nahebringen, sie begreifbar, lebenswert und liebenswert machen, das Wir-Gefühl, stärken und die Menschen zusammenführen.

1976 trat er in den Cadolzburger Heimatverein ein und war an der Gründung mehrerer anderer Vereine zur Erhaltung der heimischen Kultur und der Traditionspflege beteiligt. Höchste Verdienste erwarb er sich durch sein außerordentliches Engagement für die Cadolzburg, deren Wiederaufbau 43 Jahre dauerte. Seit 1995 führt er ehrenamtlich Besucher durch die Burg. Bis 2017 waren es 1.365 Führungen mit rund 30.000 Besuchern aus nah und fern. Nach der Fertigstellung der Burgkapelle und Krypta (2001) war er als „Mesner“ bei Gottesdiensten, Taufen und Hochzeiten tätig. Ihm ist zu verdanken, dass das Altarbild wieder in der Burgkapelle der Cadolzburger Burg steht.

Helmut Krämer, der im Frühjahr noch Energie und Begeisterung versprühte, erlag kurz vor der Preisverleihung einer tückischen Krankheit.

Zu Beginn seiner Begrüßungsrede forderte Stuhlmeister Br. Frank Emmerich die Anwesenden zu einer Gedenkminute für den verstorbenen Preisträger auf. Neben Helmut Krämers Familie wohnten der Preisverleihung viele ehemalige Preisträger und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens aus Stadt und Landkreis Fürth bei.

In seiner Laudatio hob Stiftungsverwalter Br. (Dr.) Markus Algner neben dem Wirken des Geehrten die Bedeutung der Heimat für den Menschen hervor: „Die Verortung von Menschen, die Beheimatung von Menschen, ist in unserer Welt eine der großen Herausforderungen für ein glückliches und erfülltes Leben.“

Dr. Reiner Krämer, einer der Söhne des Verstorbenen, nahm stellvertretend für seinen Vater Urkunde, Ehrenzeichen und Scheck entgegen. In seiner Dankesrede erklärte er, wie sehr sich sein Vater über die bevorstehende Auszeichnung gefreut hatte und wie gerne er bei der Preisverleihung dabei gewesen wäre. Das Preisgeld kommt dem Heimatverein Cadolzburg zugute, der es zu museumspädagogischen Zwecken verwenden wird.