Erkenne und achte Dich selbst

Foto: Prostock-studio / photodune

"Erkenne Dich selbst" ist beginnend mit der Aufnahme die vornehmliche Aufgabe eines Freimaurers. Für unseren Autor ist die "Psychologie der Selbstachtung" dabei ein wichtiges Element.

Von Br. Harald E. Meyer aus der Berliner Loge "Avantgarde"

Vor einiger Zeit bin ich einmal wieder auf den Begriff “Selbstachtung” aufmerksam geworden. In einem Artikel im “Tagesspiegel” wurde eine neuere Richtung der Psychologie angesprochen, die als “Psychologie der Selbstachtung” bezeichnet wird.

Viele Selbst-Wörter, gerade wenn sie das “Ich” betonen, haben ja einen negativen Beigeschmack: Selbstzufriedenheit, Selbstüberschätzung, Selbstverliebtheit, Selbstherrlichkeit – all diesem stehen wir skeptisch bis sehr kritisch gegenüber. Und wenn einmal eines dieser Selbst-Wörter positiv besetzt ist, wie z.B. die Selbstlosigkeit, dann legt es uns nahe, besser auf unser Selbst zu verzichten. Denn es ist eher angesagt, selbstkritisch zu sein als sich zu sehr zu mögen. Und die Psychologie der Selbstachtung sagt uns nun, dass wir mit Problemen des täglichen Lebens oder mit Krisen besser fertig werden, wenn wir positiv zu uns selber stehen.

Mein erster Gedanke war: Interessanter Begriff, interessantes Thema, könnte das etwas mit Freimaurerei zu tun haben? Mit der Arbeit an uns selbst und ihren Wirkungen? Und eine weitere Assoziation war die Behauptung von Br. Philip Militz, Freimaurerei sei das wohl erfolgreichste Persönlichkeitstraining der Weltgeschichte.

Wenn wir uns selbst achten sollen, müssen wir uns selbst kennen. Und die Aufforderung zur Selbsterkenntnis ist das Wichtigste, was uns allen in der Freimaurerei begegnet. Bei unserer Aufnahme hörten wir in der Mitte der dritten Reise nach einem überraschenden Hammerschlag aus dem Munde des Meisters: “ERKENNE DICH SELBST!”

Hier geht es nicht nur um die Stellung des Menschen im Weltgefüge und die Erkenntnis unserer Begrenztheiten. Nein, es handelt sich ganz konkret um die Aufforderung, mich selbst zu prüfen und die eigenen menschlichen Stärken und Schwächen anzuschauen. In unserem Ritualkontext ausgedrückt: nicht nur die Ecken und Kanten unseres Rauen Steines zu betrachten, sondern auch die Strukturen dieses Steines zu erkennen. Denn wenn wir im Anschluss mit der Bearbeitung dieses Rauen Steines – mit der Entwicklung unserer Persönlichkeit – beginnen, dann hilft es nicht, sinnlos drauflos zu hämmern. Sonst erzeugen wir ganz schnell Bruch. Unser Stein, unsere Persönlichkeit, will erst genau erkannt und gekannt sein, muss in seinen Strukturen beachtet und geachtet werden, damit bei der folgenden Bearbeitung kein Unglück, kein Bruch, geschieht. Außerdem wollen wir in den Logen die Einzigartigkeit jedes Bruders bewahren und sie nur weiterentwickeln, nicht brechen. Wir legen Wert auf bleibende Individualität, möchten im freimaurerischen Prozess keine gleichförmigen Backsteine erzeugen, sondern in der Tradition der Freestone Masons einzigartige Kunstwerke, die sich dennoch in den großen Bau der Humanität einfügen. Und die Stein-Künstler achteten schon seit jeher sorgsam auf die Struktur ihrer Steinblöcke, umrundeten sie zuerst aufmerksam und bekamen mit ihrer Erfahrung bald einen Eindruck davon, was für ein Kunstwerk in diesem rohen Stein verborgen war und eigentlich nur noch herausgearbeitet werden musste.

Ich spreche hier vom Achten auf Strukturen, von der Achtsamkeit der Stein-Künstler vor und bei der Arbeit. Und wenn es in der Freimaurerei um die Bearbeitung der eigenen Persönlichkeit geht, dann sprechen wir von Achtung auf uns selbst – und dies ist für mich der erste wesentliche Aspekt der Selbstachtung: Achtung auf mich selbst. In diesem Sinne heißt Selbstachtung, achtsam und vorsichtig mit mir selbst umzugehen. Hierfür kennen wir auch den Begriff der Nachhaltigkeit im Umgang mit uns.

Wir sollten uns nicht überschätzen und uns nicht auf Dauer zu viel zumuten. Bezogen auf die Zeit haben wir als Freimaurer das Symbol des 24-zölligen Maßstabs, mit dessen Hilfe wir unsere Zeit mit Weisheit einteilen sollen. Doch natürlich gilt diese Forderung nach weiser Einteilung auch für unsere anderen begrenzten Ressourcen: Unsere körperlichen und seelischen Kapazitäten sind begrenzt und brauchen Zeit zur Regeneration. Plötzliche starke Belastung kann zum Zusammenbruch führen, aber auch langsamer Raubbau macht sich auf Dauer in Erschöpfung bemerkbar. Nicht nachhaltig.

Doch machen wir uns nichts vor: Auch das Gegenteil, die dauerhafte Unterforderung, tut uns nicht gut. Wir wissen, dass Menschen in ihrer geistigen und körperlichen Kondition abbauen, wenn sie sich gehen lassen und nicht aktiv sind. Dies ist wohl das Problem vieler Berufstätiger in ihrem Ruhestand, wenn sie nicht rechtzeitig für erfüllende und anregende weitere Beschäftigung gesorgt haben. Nicht nachhaltig.

Vielleicht könnten wir die Schlussworte des Meisters am Ende der Arbeit, wenn er uns auffordert: “Seid wachsam auf Euch selbst!”, auch einmal unter dem Gesichtspunkt bedenken, achtsam mit uns selber umzugehen.

Der zweite Aspekt der Selbstachtung, den ich ansprechen möchte, ist die Achtung vor mir selbst, der Respekt und die (wohlwollende) Wertschätzung der eigenen Person. Dies ist wohl die übliche Vorstellung, wenn wir an den Begriff “Selbstachtung” denken. Und diese Interpretation liegt auch der Psychologie der Selbstachtung zugrunde. Wenn wir positiv zu uns stehen, werden wir nicht nur mit all den kleinen und größeren alltäglichen Problemen besser fertig, als wenn wir uns immer kritisch sehen und eigentlich nichts zutrauen. Das hat viel mit Zuversicht und positivem Denken zu tun. Das strahlt aus – nach innen wie auch nach außen. Wir alle kennen den Spruch: “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.”. Wer bei jeder neuen Aufgabe zuerst denkt: “Das schaffe ich wohl nicht!”, konzentriert sich automatisch auf die Hindernisse und Schwierigkeiten, sieht jede Aufgabe als Problem und braucht doppelte Kraft, sich dennoch zu motivieren und Lösungen zu suchen. Wer dagegen positiv zu sich selber und seinen Fähigkeiten und Ressourcen steht und eine neue Aufgabe vor allem als Chance begreift, konzentriert sich viel leichter auf Lösungen und ist deshalb auch erfolgreicher. Und nebenbei: sowohl kreativer als auch zufriedener.

Doch nur positiv zu sich selber zu stehen, reicht nicht ganz. Diese Wertschätzung des Selbst muss schon hinterlegt sein mit Werten von uns, damit sie nicht ins Leere läuft. Die Maurerei im Allgemeinen und unser Ritual im Besonderen geben uns ja ausreichend Anlässe, über Werte nachzudenken und Tugenden einzuüben, im Tempel eher theoretisch, aber gedacht ganz praktisch für unser normales profanes Leben. Und wer sich “gut”, d.h. moralisch verhält in seinen täglichen Situationen der Entscheidung und des Umgangs mit anderen Menschen, der kann auch beruhigt “in den Spiegel schauen”. Er hat Grund, sich zu achten und wertzuschätzen, er kann mit sich im Reinen sein.

Ist es nicht dies, was Freimaurerei erstrebt, wenn sie sich als Aufgabe stellt, gute Männer besser zu machen (“to make good men better”)?

“Gut” heißt hier: Ein Bewusstsein für menschliche Werte zu haben und den Wunsch, im Kreise ähnlich denkender Menschen sich weiterentwickeln zu wollen. Wir sagen hierzu: Suchender zu sein. “Besser” heißt hier: An sich zu arbeiten und dabei hohe, aber nicht unrealistische Ziele zu verfolgen. Wir sind alle fehlbar, nicht jede Arbeit gelingt uns und wir wissen auch, dass ideale Werte nur näherungsweise erreichbar sind. Doch ich schätze sehr den Ausspruch: “Wir können die Sterne nicht erreichen. Doch wer sich nach ihnen ausrichtet, kann nicht gleichzeitig mit den Händen im Dreck wühlen.”

Wir haben in unseren Tempeln das Buch des Heiligen Gesetzes als Symbol für alle Regeln, nach denen wir uns ausrichten. Gleichzeitig kennen wir viele Symbole aus der Werkmaurerei, die uns in konkreteren Situationen Anleitung für unser Handeln geben können und sollen. Wenn wir auf diese Symbole achten, handeln wir ehrenhaft und haben allen Grund zu Selbstachtung. Und das Schöne ist: Wer sich selbst achtet, ist sich seiner selbst sicher und kann auch sein Gegenüber, seinen Gesprächs- oder Geschäftspartner, achten, respektieren und wertschätzen, auch bei unterschiedlichen Interessen und Meinungen.

Das bisher Gesagte gilt ebenso für unsere Loge Avantgarde. Wir setzen uns ehrgeizige Ziele, wir arbeiten an uns, nicht nur persönlich als Brüder, sondern auch als Loge Avantgarde, an unseren Bruderabenden und mit dem Ritual – und auch hier gilt das Gebot, sich nicht zu überfordern, aber auch nicht zu unterfordern. Das durch unsere aktive Arbeit entstehende Selbstbewusstsein, unsere Selbstachtung, strahlt dann aus jeder unserer Arbeiten und Bruderabende sowie aus uns Brüdern aus und verstärkt in der Folge wiederum unsere Reihen. Mit dieser durch eigene Arbeit begründeten Selbstachtung können wir als Vertreter unserer Loge überzeugt sprechen.

Dies ist ein Kommentar, der die Meinung des Autors und nicht zwingend die Sichtweise der Großloge, der Redaktion oder der Mehrheit der Freimaurer darstellt. Gleiches gilt für ggf. nachfolgend abgegebene Kommentare. Die Redaktion behält sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

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Loge Avantgarde veranstaltet Kammerspiel von Jens Oberheide

Von links: Eberhard Panne, Jens Oberheide, Marek Kalbus

Die Berliner Loge Avantgarde veranstaltete am 18. Juni die fiktive Schachplaudereien zwischen Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing.

(Berlin/cs) Die gleichaltrigen Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing, beide Jahrgang 1729, haben sich 1754 beim Schachspielen kennengelernt. Sie waren verwandte Seelen, haben ihre idealistischen und aufklärerischen Gedanken ebenso miteinander ausgetauscht, wie ihre menschlichen Befindlichkeiten und die Sorgen, Nöte und Freuden des Alltags. Sie blieben ein Leben lang eng befreundet.

Das Zwei-Personen-Stück von Jens Oberheide „Mein lieber Moses….“ führt Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing zum fiktiven Gedankenaustausch beim Schach zusammen, so, wie das wohl im Laufe der Jahre häufig geschah. Sie spielten und redeten miteinander. Sie plauderten über alles, was sie bewegte. Über das Spielen und Dichten, über das Trinken, über das Menschlich-Allzumenschliche. Über Gott und die Welt, über Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft, über Freimaurerei und die Kunst, recht zu leben. Das ist mal „so dahingeredet“, mal fröhlich und satirisch und mal mit ernsthaftem Tiefgang.

Der Autor Jens Oberheide versucht, diese Plauderei aufzunehmen und auf die Bühne zu bringen. Herausgekommen ist ein ausgedachtes Gespräch am Schachtisch. Natürlich ist nicht verbrieft, was Mendelssohn und Lessing wirklich geredet haben, aber so könnte es gewesen sein. In den Mund gelegt wurden ihnen (fast) durchgehend Originalzitate, die freilich nicht immer im direkten Dialog entstanden, vielmehr aus anderen Zusammenhängen in neue zu denken sind. Der Sprachduktus wurde dem heutigen Verständnis angeglichen, ohne die Aussagen als solche zu verändern. Hier und da erschien es sinnvoll, Satzstellungen im Sinne des Plaudertons zu verkürzen und mit neuen Füllwörtern zu versehen.
Die Textquellen stammen aus Briefen, aus Schilderungen Dritter, aus Aufsätzen und Abhandlungen, Anekdoten und Aphorismen, aus Dramen und Fabeln, sowie aus Poesie und Prosa der Beiden. Vor wissenschaftlichem Hintergrund wären es insgesamt Zitate aus 138 Textquellen gewesen. Die feuilletonistische („theatralische“) Absicht nimmt sich jedoch die Freiheit, ohne Fußnoten und Einzelnachweis auszukommen.

Die starken Unterschiede im Aussehen, in der Artikulation, in der Herkunft und im Wesen haben beide Protagonisten durch menschliche und geistige Verwandtschaft auf Augenhöhe kompensiert. Die Gedanken der Beiden sind zeitlos. Es gibt auch nach 250 Jahren immer noch keine Antwort auf die vielen Fragen, die sie aufgeworfen haben. Darum sind Nichtbeantwortung und bleibende Offenheit beabsichtigter Teil der Dramaturgie – auch über den Schluss des Kammerspiels hinaus. Eines der Ziele war es, dass das Publikum die Gedanken im anschließenden Empfang untereinander bespricht und mit nach Hause nimmt und weiterdenkt. Die Musikbegleitung diente dabei (vorher, hinterher und zwischen einzelnen Sequenzen) als quasi „Gedankenbrücke“. Dieser Inspiration folgten eine Vielzahl der Teilnehmer und brachten ihre Lust auf weitere Veranstaltungen dieser Art zum Ausdruck.

Die Berliner Loge Avantgarde, die den Bezug zu Kunst und Kultur seit ihrer Gründung im Jahre 1996 beibehalten hat, veranstaltete diese szenische Lesung mit freundlicher Unterstützung von Pegasus e.V., dem freimaurerischen Verein für Kunst und Kultur, im Goethe-Saal des Logenhauses Berlin vor rd. 80 Zuschauern. Moses Mendelssohn wurde dargestellt vom Autor Jens Oberheide selbst, Gotthold Ephraim Lessing wurde gespielt durch den Opernsänger Marek Kalbus. Musikalisch begleitet wurden die Protagonisten von Eberhard Panne.

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Konzertnachmittag der Loge Victoria in Berlin

Die Künstler Steven Desroches, Cyril Assaf und Marisca Mulder (v.l.n.r.) mit dem MvSt Kenan Yilmaz

Die Johannis-Freimaurerloge Victoria feierte Ihr diesjähriges Rosenfest am 2. Juni, das mit einem Konzertprogramm mit Werken freimaurerischer Komponisten und Autoren für die Brüder, Schwestern und weiteren geladenen Gästen eingeleitet wurde.

(Berlin/ab) Die Künstler Marisca Mulder (Sopran), Cyril Assaf (Bassbariton) und Steven Desroches (Klavier) wählten dafür Klavierstücke, Opernarien und Lieder aus, die von freimaurerischen Musikern komponiert bzw. deren Texte von freimaurerischen Autoren geschrieben wurden.

Start des Konzertes mit Mozart, über Liszt und Haydn bis zu Cherubini

Das Konzert im großen Festsaal des Logenhauses in der Peter-Lenné-Strasse begann mit einer Auswahl aus den Werken Wolfgang Amadeus Mozarts mit den Grundmotiven der Liebe, Vergebung, Freundschaft, aber auch Pflichten. Cyril Assaf leitete mit der im Bassbariton gesungenen Arie „In diesen heiligen Hallen“ aus der Zauberflöte ein, um dann im Duett zusammen mit Marisca Mulder in den Rollen als Papageno, dem Vogelfänger, und Pamina, der Tochter der Königin der Nacht, mit Ihren beeindruckenden Stimmen das Stück „Bei Männern“ darzubieten.

Auch aus der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ von Bruder Mozart hörten die anwesenden Gäste ein wunderschönes Stück. Marisca Mulder sang die Arie „Dove sono i bei momenti“ („Wo sind die schönen Momente geblieben“). Darin erinnert sich die Gräfin an die schönen Zeiten der Zärtlichkeit und der Liebe mit dem Grafen, die nicht mehr vorhanden sind, weil der Graf hinter seinem Zimmermädchen Susanna her ist.

Abgeschlossen wurde die Auswahl von Mozart mit dem von Steven Desroches gespielten Klavierstückes „Fantasie in d-Moll“ und der Register-Arie „Don Giovanni“ aus der italienischsprachigen Oper, gesungen von Cyril Assaf.
Fortgesetzt wurde das Konzert von Marisca Mulder mit „Oh, quand je dors! (de: Ach! Wenn ich schlafe), ein französischsprachiges Lied von Bruder Franz Liszt. Der Text ist ein Gedicht des französischen Dichters Victor Hugo.
Die nächsten Stücke wurden aus den Werken des Bruders Joseph Haydn ausgewählt. Die Arie des Raphael „Nun scheint in vollem Glanze der Himmel“ (Cyril Assaf) und das Duett von Adam und Eva „Von deiner Güt“ (Cyril Assaf und Marisca Mulder) aus dem Oratorium für drei Solostimmen, Chor und Orchester „Die Schöpfung“.

Auch von Bruder Luigi Cherubini war Liebliches zu hören. Die Arie der Medea „Dei tuoi figli“ (de: Von deinen Kindern) aus der gleichnamigen italienischen Oper „Medea“ wurde wunderbar vorgetragen von Marisca Mulder. Darin erinnert Medea ihren ehemaligen Mann Jason an ihre frühere Liebe und die Opfer, die sie ihm zuliebe gebracht hatte. Die beiden heirateten, flohen gemeinsam nach Korinth und bekamen zwei Kinder. Einige Jahre später verliebte sich Jason in die Tochter des korinthischen Königs Creone und verstieß Médée, um diese heiraten zu können. Die Kinder blieben bei Jason, um am Königshof erzogen zu werden. Medea flieht in der Arie Jason auf den Knien an, Mitleid mit ihr als verlassener Mutter zu haben.

Johann-Wolfgang Goethe und Alexander Puschkin

Aus der französischsprachigen Oper „Faust“ von Charles Gounod nach dem gleichnamigen deutschsprachigen Werk von Bruder J.W. von Goethe hörten die Gäste von Cyril Assaf und Marisca Mulder die erste Arie des Méphistophélès „Le veau d’or“ (de: Das Goldene Kalb) und die Arie der Marguerite „Juwelenarie“. Im dritten Akt der am 19. März 1859 in Paris (Théâtre Lyrique) uraufgeführten Oper legt Méphistophélès in Begleitung von Faust ein Schmuckkästchen vor Marguerites Türe ab, um ihre Aufmerksamkeit für seinen Schützling zu erheischen. In der so genannten Juwelenarie («Ah! Je ris de me voir») erkennt die schöne Frau, dass sie einen noch unbekannten Verehrer hat. Sie probiert den Schmuck an und genießt ihre Verwandlung im Spiegel.

Nach den Stücken aus dem Faust setzte Cyril Assaf mit „Ein jeder kennt die Lieb auf Erden“ fort. Mit diesen Worten fängt die Arie des Fürsten Gremin im dritten Akt der russischsprachigen Oper „Eugen Onegin“ an. Sie wurde von Pjotr Illjisch Tchaikowsky nach einem Versroman von Bruder Alexander Puschkin komponiert. Darin stellt der Fürst seine junge Gattin Tatjana vor und schildert sein Glück mit ihr.

Krönender Abschluss mit Bruder George Gershwin

Einer der vielen Höhepunkte des Nachmittags war das von Steven Desroches am Klavier inszenierte „Three Preludes“ von George Gershwin aus dem Jahr 1926. Gebannt und fasziniert lauschten die Gäste den Klängen. Steven Desroches verstand es meisterhaft, den Gästen die Nuancen des Stückes mit all seinen kühnen Modulationen und seiner erweiterten Harmonik in Form von Stilelementen des Jazz.

„Summertime“ ist der Titel der bekanntesten Arie aus der Oper „Porgy and Bess“ von Bruder George Gershwin, der von Marisca Mulder interpretiert wurde. Es handelt sich um ein Wiegenlied, das Clara für ihr Kind singt. Diese Arie ist mittlerweile als eigenständiges Lied berühmt geworden und gilt als das meist gecoverte Jazz- und Popstandard.

Den Konzertnachmittag beendeten Cyril Assaf und Marisca Mulder mit dem Duett „Bess you is my woman now“ (de: Bess du bist jetzt meine Frau). Die Oper „Porgy and Bess“ von Bruder George Gershwin schildert das Leben von Afroamerikanern in der Hafenstadt Catfish Row in Charleston um 1870. In diesem Duett drücken die beiden Hauptcharaktere ihre Liebe zueinander aus und versprechen sich, immer zusammen zu bleiben.

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Victoria-Loge Berlin spendet Einnahmen

Übergabe der Spende durch Sascha Klein an das Kinder Palliative Care Team

Übergabe der Spende durch Sascha Klein an das Kinder Palliative Care Team

Seit Jahren ist die Berliner Loge “Victoria” auf einem Berliner Weihnachtsmarkt aktiv. Den beträchtlichen Erlös spendete sie mit Unterstützung des Freimaurerischen Hilfswerks und der Großloge A.F.u.A.M.v.D. an karitative Organisationen der Stadt.

(Berlin/ab) Wie in den Vorjahren war die Loge “Victoria” am zweiten Adventswochenende 2017 auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin-Neukölln mit einem Glühweinstand vertreten. Während das Licht der Petroleumlampen den Richardplatz mit zunehmender Dämmerung erhellte, verkauften die Brüder den selbst gemischten Glühwein an die durstig am Stand wartenden Gäste. Zusammen mit Zuschüssen durch das Freimaurerische Hilfswerk (FHW) und der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland konnten insgesamt 6.500 Euro für karitative Zwecke an die Berliner Obdachlosenhilfe e.V., an das Kinder Palliative Care Team (KinderPaCT Berlin) der Björn Schulz STIFTUNG und dem Ricam Hospiz in Berlin gespendet werden.

Zusammen mit einem Zuschuss des Freimaurerischen Hilfswerks (FHW) spendete die Victoria 3.000 Euro an das Kinder Palliative Care Team (KinderPaCT Berlin) der Björn Schulz STIFTUNG. Seit dem 1. April 2013 bietet die Björn Schulz Stiftung gemeinsam mit der Charitè die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Eine Spende in Höhe von 3.000 Euro leistete die Loge Victoria an die Berliner Obdachlosenhilfe e.V., die durch die Großloge A.F.u.A.M.v.D. bezuschusst wurde. Die Mitglieder und Helfer der Obdachlosenhilfe leben den Wert der Humanität durch die direkte Unterstützung der Bedürftigen auf den Straßen Berlins.

Eine dritte Spende in Höhe von 500 Euro überreichten die Brüder dem Ricam Hospiz in Berlin. Das Ricam Hospiz begleitet sterbenskranke Menschen und deren Angehörige, wo immer sie leben – zu Hause, im Pflegeheim, im Krankenhaus und im eigenen, stationären Hospiz. Ihre Arbeit ist darauf ausgerichtet, körperliche und seelische Belastungen zu lindern und ein Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

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