Die Zauberflöte für Freimaurer in Erfurt

Szenenbild aus der Erfurther Zauberflöte. Foto: Martina Pipprich

Szenenbild aus der Erfurther Zauberflöte. Foto: Martina Pipprich

Die Regisseurin Sandra Leupold, ausgezeichnet mit dem Faust -Preis 2014 für ihre Inszenierung des “Don Carlo”, hat den freimaurerischen Hintergrund der Zauberflöte ernst genommen und sich in ihrer Arbeit einfühlsam, aber auch kritisch, mit der Maurerei auseinandergesetzt.

(Erfurt/tn) Dabei hat sie das Gespräch mit Freimaurern gesucht und das Buch von Prof. Ekhart Wycik „Zauberflöte – Die unbekannte Bekannte“ gelesen. Dass dabei eine Art Auftragsarbeit im Sinne der Freimaurerei herausgekommen ist, kann und soll bei einer so innovativen und zeitkritischen Regisseurin, wie Sandra Leupold, nicht erwartet werden.

Hier ein Zitat der Regisseurin aus dem Programmheft (S13):

“Vielleicht haben die überdeutlichen Verweise auf die Freimaurer, mit denen die Autoren dessen (Sarastros) Gemeinschaft ausgestattet haben, mit zu der allgemeinen Ansicht beigetragen, die Priester seien ‘die Guten’ in diesem Spiel und mit dem Tod der Königin am Ende auch automatisch die Sieger. … Aber tatsächlich werden hier die ‘Eingeweihten’ und mit ihnen auch die Freimaurer nicht verherrlicht, sondern – ganz im Sinne der Aufklärung kritisch und mit all ihren Unvollkommenheiten – nur dargestellt. Als die bessere der beiden vorgeführten Welten, aber auch als leider nicht gut genug. Und wo beide Systeme in ihrer einseitigen Weltsicht gleich extremistisch und uneinsichtig sind, werden auch beide etwas Drittem weichen müssen.”

Was das in den Augen der Regie sein wird und ob es die Maurerei weiterführen könnte, sei hier nicht verraten. Verraten sei nur, dass unserer Bruderschaft ein kritischer Spiegel vorgehalten wird. Davon abgesehen macht es im architektonisch eindrucksvollen Theater Erfurt einfach Spaß, die offenen und versteckten Anspielungen auf freimaurerische Gebräuche und Bilder zu entschlüsseln, die schönen Kostüme von Jessica Rockstroh zu betrachen und die wunderbare Musik Mozarts zu genießen.

Karten gibt es noch für die Aufführungen am 3. und 21. März 2018 zum Preis von 35,50 bis 43,50. Die Weihnachtsaufführung ist ausverkauft.

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