Zugeordneter Großmeister Hasso Henke referierte in Hoyas Museum

Hasso Henke im Heimatmuseum Hoya, im Hintergrund ein Reprint eines zeitgenössischen Logengemäldes des Martfelder Künstlers und Freimaurers Dietmar Brandstädter

Hasso Henke im Heimatmuseum Hoya, im Hintergrund ein Reprint eines zeitgenössischen Logengemäldes des Martfelder Künstlers und Freimaurers Dietmar Brandstädter

Im Rahmen der kleinen und liebevollen Ausstellung der Hoyaer Loge “St. Alban zum Æchten Feuer” referierte der Zugeordnete Großmeister Hasso Henke unterhaltsam und vielseitig über Geschichte und Gegenwart der Freimaurerei.

Der kleine Vortragsraum war bis auf den letzten Platz mit interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern gefüllt, sodass noch etlich Stühle im Seitenbereich hinzugestellt werden mussten, damit auch die anwesenden Brüder einen Platz bekamen.

Hasso Henke führte ein in mögliche Herkünfte der Freimaurerei, die bis heute nicht immer ganz klar und gesichert seien. Gesichert sei das Jahr 1717, in dem sich bereits bestehende Logen zu einer Großloge zusammenschlossen, als ein gut dokumentiertes Datum mit bekannten Teilnehmern und Versammlungsort. Dies wird somit als der Gründungstag der Freimaurerei angesehen, der sich weltweit die meisten Logen angeschlossen haben und aus der sie ihre sogenannte “Regularität” begründen, wohl wissend, dass es Vorläufer und Seitenzweige gab.

Er begründete aus der Geschichte heraus auch die oft kritisierte Verschwiegenheit der Freimaurer, die oftmals notwendig gewesen sei, um Verfolgung und Anfeindungen zu entgehen und von der bis heute die Diskretion geblieben sei, wenngleich die Logen ansonsten öffentlich in Erscheinung treten. Aber Henke bezog sich auch auf die Gegenwart und die ständige Anpassung der Freimaurerei an die sie umgebenden Verhältnisse: “Sehr vieles hat sich bis heute geändert, der ethische Anspruch innerhalb der Logen an die Brüder und deren Verhalten ist sehr viel wichtiger geworden, als er es früher war. Die Lehren aus zwei Weltkriegen haben dazu geführt, dass sich viele der vor dem Zweiten Weltkrieg eigenständigen Logen unter einem großen Dach, nämlich dem der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, zusammenschlossen und bis heute daran arbeiten, die schon 1723 festgelegten freimaurerischen Ideale in die Realität umzusetzen – nämlich Freiheit, Brüderlichkeit, Humanität, Toleranz und Offenheit gegenüber allen möglichen Weltanschauungen.”

Einen großen Anteil seines Vortrages nahm ein, was die zahlreichen Zuhörer brennend interessierte, die Symbol- und Ritualwelt. Details erfuhr das Publikum nicht; weniger wegen eines vermeintlichen Geheimnisses, sondern weil dieses Thema, Freimaurer wissen es, nicht ansatzweise in detaillierter Form im Rahmen eines Vortrages erschöpfend beantwortet werden kann. Die Zuhörer waren allerdings zufrieden mit den erklärenden Zusammenfassungen. “Die alten Weisheitslehren der Menschheit stecken ebenso darin, wie Rituale von Baukorporationen. Wir finden kultische Zusammenhänge um Schöpfung, Leben und Sterben. Allein daraus erklärt sich das so oft missverstandene „Geheimnis“ und die damit verbundene „Verschwiegenheit“, denn wer kann schon über diese zentralen Dinge gleichermaßen verständlich für alle reden?  Jeder erfährt und erlebt sie anders, und für die weitaus meisten von uns bleibt das eine ewige individuelle Sinnsuche. Das bedeutet im angewandten Umkehrschluss aber auch, dass die humanistische Freimaurerei, wie wir Brüder der Großloge der Alten und Angenommenen Maurer sie verstehen und zu verwirklichen suchen,  national und international keinerlei Dogma unterliegt, dass niemand in das Denken und Fühlen der Brüder eingreifen wird und dass damit die Verantwortung über sich, sein Denken Fühlen und Handeln immer bei dem einzelnen Bruder bleibt. Wer Freimaurer werden will, muss bereit sein, sich dieser Erkenntnis zu stellen. Wir wollen unsere Zeit sinnvoll nutzen zur Selbstfindung und Selbsterziehung, zur Suche nach Lebensqualität und Sinn, zur Entwicklung einer brüderlichen Haltung und zur Gestaltung von Lebensraum und Umwelt. In diesem Sinne sind wir auch eine Wertegemeinschaft. In der soeben angesprochenen Bereitschaft zur Selbstkritik, in einem angemessenen, d.h. bescheidenen Auftreten, im Bemühen, anständig zu sein, friedfertig zu leben, den anderen zu respektieren, ihn in seinem Anderssein anzunehmen, um ihn besser zu verstehen, das ist schon ein ganzer Wertekanon.”

Humorvoll ging er in seinem Vortrag auf die Besonderheiten der Freimaurerei in Hoya ein und erwähnte besonders “die relative Freimaurerdichte in der schönen Stadt Hoya”, die “größer ist als irgendwo sonst in Deutschland.”

 

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