Auf den Spuren der Mannheimer Freimaurer

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Auf den Spuren der Mannheimer Freimaurer

Von Br. Alexander John

Das Großlogentreffen vom 29. bis 31. Mai in Mannheim ist der Höhepunkt des Maurerjahres für unsere Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Im 70. Jahr ihres Bestehens treffen sich die Vertreter der Mitgliedslogen, um über die Aufgabe und Rolle unseres Bruderbundes in einer sich immer stärker verändernden Welt zu beraten.
Mit Mannheim wurde ein auch für Freimaurer sehr geschichts- und symbolträchtiger Veranstaltungsort gewählt.
Br. Alexander John, Meister vom Stuhl der gastgebenden Mannheimer Loge „Carl zur Eintracht“ Nr. 31, hat sich auf die Spuren der masonischen Geschichte Mannheims begeben.

Seit wann Freimaurerei in Mannheim existiert, ist nicht eindeutig belegt. Gesichert ist 1756 als Gründungsjahr der Loge „Charles de l’Union“, mitten in der Regentschaft des Kurfürsten Karl Theodor, dem gemeinhin eine Nähe zur Aufklärung nachgesagt wird. Indes finden sich Spuren, die dafür sprechen, dass in Mannheim gar die erste Loge im deutschsprachigen Raum 1727 gegründet wurde. Die Spuren sind allerdings nicht sehr konturreich. Ausgangspunkt ist ein kurpfälzisches Dekret von Kurfürst Karl Philipp vom 21. Oktober 1737. In ihm verbietet der Kurfürst bei Strafe der Amtsentsetzung allen in Zivil- und Militärdienst stehenden Personen, in die „sogenannte Brüder- oder Gesellschaft der franc macons ein[zu]treten“ – mithin Freimaurer zu werden. Und wo die Mitgliedschaft verboten wird, müsste doch eigentlich eine Loge existieren …

Liegen in Mannheim die Wurzeln der deutschen Freimaurerei?

Ein späteres Quellenzeugnis, der Brief von Ignaz Freiherr von Reibelt an seinen Bruder Uriot aus dem Jahr 1769, behauptet, der englische Gesandte am Pfälzer Hof, Graf Albrecht Wolfgang von Schaumburg-Lippe, der erste deutsche Freimaurer überhaupt, habe 1727 eine Loge in Mannheim mit dem Namen „Einigkeit“ gegründet. Doch kennen wir weder den vollständigen Namen noch den Sitz und weitere Mitglieder. Es muss also offenbleiben, ob ab 1727 wirklich eine feste Organisation oder erst noch ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter bestand. Jedenfalls dürfte Kurfürst Karl Philipp – in seiner ganzen Programmatik einem kämpferischen Geist des Katholizismus verhaftet – jegliche Vereinigung von Personen, die hinter verschlossenen Türen eigene Vorstellungen über einen besseren Staat und eine bessere Kirche debattierten, ein Gräuel gewesen sein. Generell kann für das 18. Jahrhundert die These formuliert werden, dass das Verhältnis zwischen der machtvoll wachsenden Zahl an Freimaurern und dem kurpfälzischen Staat in der Tendenz eher kompliziert blieb.

Mannheimer mit guten Manieren und erlesenem Geschmack

Sicheren Boden betreten wir also erst ab 1756, als in Mannheim die Loge „Charles de l’Union“ (Matrikel-Nr. 31) begründet wird, die allerdings nicht nach dem Kurfürsten benannt ist, sondern nach dem Stuart-Prätendenten für den englischen Thron, Charles Edward, da die Loge dem französisch-schottischen Freimaurersystem anhing. Franzosen waren die führenden Persönlichkeiten in der Mannheimer Loge, so etwa der Hofzahnarzt Johann Baptist Drouin oder der französische Schauspieler Le Bauld-de-Nans als erster Meister vom Stuhl. Unter den Gründungsmitgliedern war auch der Jesuit Franz Joseph Seedorf, väterlicher Erzieher, Beichtvater und später einer der engsten Berater des jungen Kurfürsten Karl Theodor. 1774 löste sich die Loge offenbar wegen interner Konflikte auf, was nicht untypisch in der Geschichte der Freimaurerei ist, die immer wieder von inneren Richtungskämpfen erschüttert wurde.

Nachdem Karl Theodor in der Silvesternacht 1777/78 zum Erbe des bayerischen Kurfürstentums wurde und die Residenz von Mannheim nach München verlegt hatte, erstarkten die Bestrebungen zur Wiederbelebung oder gar Neugründung einer Loge in Mannheim. So ersuchte der spätere Theaterintendant Wolfgang Heribert von Dalberg den Kurfürsten um die Zustimmung zur Gründung einer Loge der Strikten Observanz. Karl Theodor lehnte ab. Unabhängig davon lebte 1778 die alte Loge „Charles de l’ Union“ wieder auf, unterstützt vor allem von Offizieren und Mitgliedern der Schauspieltruppe.

Der Florentiner Cosimo Allessandro Collini, eine Persönlichkeit des Hofes, attestierte den Mannheimern Urbanität, Höflichkeit, gute Manieren und Geschmack, insbesondere den „besseren Kreisen“ am Ende des 18. Jahrhunderts. Zu den für neue Ideen offenen Kreisen wie etwa die Deutsche Gesellschaft gehörten vor allem viele Offiziere, Künstler und Theatermitglieder, die wiederum das Gros der Mitgliedschaft in der Mannheimer Freimaurer-Loge stellten. Von 57 ­bekannten Mitgliedern waren 22 höhere Militärs, je sechs Schauspieler und Tänzer, drei Musiker, zwei bildende Künstler, darunter Egid Verhelst, und je zwei Advokaten, Kaufleute und Handwerker. Das heißt, um 1780 dominierten die höfisch-staatlichen Bediensteten in der hiesigen Freimaurerei.

Illuminaten unterwanderten die Logen in der Kurpfalz

Seit 1781 begann sich auch der einige Jahre zuvor gegründete Illuminatenorden in der Kurpfalz zu verbreiten. Zweiter Gründer neben Prof. Adam Weishaupt war Adolf Freiherr von Knigge, der in Heidelberg lebte. Knigges Programm der Unterwanderung und Übernahme der bestehenden Logen durch den Illuminatenorden wurde in Heidelberg, Mannheim und Kaiserslautern angewandt. Dalberg zeigte sich als Anhänger einer fürstlich-gemäßigten Aufklärung und einer eher mystischen, auf jeden Fall staatstragenden Maurerei allerdings als entschiedener Gegner der geheimbündlerischen Illuminaten, denen er etwa in der Deutschen Gesellschaft entgegentrat.

Nach Aufdeckung des Geheimbundes in Bayern ergingen seit 1784 Verordnungen gegen Freimaurer wie Illuminaten, die 1785 zur Auflösung aller Logen in der Kurpfalz führten. Unmittelbar vor ihrer Auflösung hatte die Mannheimer Loge in Karlsruhe noch eine neue Loge unter dem Namen „Karl zur Einigkeit“ gegründet. Der Name war eine direkte Übersetzung des alten Namens der Mannheimer Loge. Dies zeigt, dass die Loge angesichts ihrer drohenden Auflösung ihre Aktivitäten in ein benachbartes Territorium verlegte – eine Strategie, der wir auch in späteren Jahren wieder begegnen. Dennoch herrschte in Mannheim nach wie vor ein vergleichsweise liberales, aufgeklärtes und intellektuelles Klima, bekanntlich verkörpert in Schillers „Räubern“, die hier 1782 ihre gefeierte Uraufführung erlebten.

Als der Kurfürst 1778 nach Bayern abreiste und Mannheim seinen Status als Residenz verlor, war Karl Theodors Abschiedsgeschenk das von Dalberg geleitete Nationaltheater. Diese Spielstätte trat gewissermaßen bis in die frühe badische Zeit, vor allem als die beiden Freimaurer Heribert von Dalberg und Anton von Klein das Theaterleben bestimmten, das Erbe der Aufklärung an. Zwar gelang es nicht, den führenden deutschen Freimaurer Gotthold Ephraim Lessing als Leiter des neuen Nationaltheaters zu gewinnen, der durch die Freimaurergespräche „Ernst und Falk“ 1778 hervorgetreten war. Doch die Mannheimer Theaterszene, ob in der Leitung oder im Ensemble, stand in großen Teilen der Freimaurerei und ihrem Streben nach Weltverbesserung und Menschheitsveredelung nahe. Offiziell wurden die Logen ab 1806, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder zugelassen. So erlebte das „Logenhaus“ des Großherzoglichen Hof- und Nationaltheaters am Donnerstag, dem 15. Januar 1818, die Erstaufführung eines Stückes, das den bezeichnenden Titel „Der Freimaurer“ trägt und aus der Feder von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue stammt.

Dichter und Freimaurer August von Kotzebue wurde in Mannheim ermordet

Seit 1813 war die Freimaurerei im Staat Baden wieder einmal verboten. Die Mannheimer Freimaurer waren deswegen nach Frankenthal ausgewichen und hielten dort ihre Zusammenkünfte ab. Das Verbot galt in Baden übrigens bis 1830.
Mittlerweile ist das eher seichte Bühnenspiel Kotzebues, wie nahezu alle Stücke des Autors, in Vergessenheit geraten. Der Name Kotzebue ist aus einem ganz anderen Grund bis heute präsent. Seine Ermordung am 23. März 1819 in A 2, 5 – unweit vom Schloss – lieferte bekanntermaßen den Anlass, um mit den Karlsbader Beschlüssen ein restauratives System im Deutschen Reich zu begründen. Die Burschenschaften wurden aufgelöst, missliebige Professoren ebenso wie Journalisten und Redakteure mit Berufsverbot belegt, die Universitäten unter staatliche Aufsicht gestellt. Eine geradezu allgegenwärtige Zensur suchte die Presse mundtot zu machen und jeglichen Freigeist zu ersticken. Versammlungsfreiheit war nicht mehr gegeben. Davon waren wieder einmal auch die Freimaurer betroffen.

Und die Karlsbader Beschlüsse führten mit dazu, dass sich das Urteil des zeitgenössischen Malers Wilhelm von Kuegelgen (1802–1867) im kollektiven Geschichtsbild durchsetzte, wonach der Freimaurer Kotzebue „ein literarischer Giftmischer, ein russischer Spion, ein Vaterlandsverräter und Abgrund alles Verderbens“ gewesen sei. Dagegen habe, so Kuegelgen, der „Heldenjüngling“ Sand – Kotzebues Mörder – „diesen Höllenpfuhl mit seinem Pestqualm geschlossen, sich selbst als ein anderer Curtius fürs Vaterland und seine heiligsten Interessen opfernd“. Insofern hat im heutigen Geschichtsbild eine merkwürdige Rollenverdrehung stattgefunden: der Freimaurer Kotzebue erscheint als der geistige Täter der deutschen Unfreiheit, hingegen Karl Ludwig Sand als das heldenhafte Opfer, als Bannerträger von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ und damit gleichsam als ein „Freimaurer im Geiste“.

Bürgerlich-demokratische Positionen prägten Mannheim im 19. Jahrhundert

Die Stadtpolitik wurde zu jener Zeit vom bürgerlichen Flügel der Fortschrittspartei und der daraus erwachsenden Deutschen Volkspartei geprägt, die im politischen Spektrum als linksliberal etikettiert werden kann. Bedeutende Freimaurer haben in ihr eine gewichtige Rolle gespielt: Zum einen der Kaufmann Karl Nestler, Meister vom Stuhl der Johannis-Loge „Carl zur Eintracht“ von 1852 bis 1854 und Bürgermeister der Stadt Mannheim von 1849 bis 1869. Zum anderen Eduard Moll, der erstmals 1870 als Stadtoberhaupt gewählt und 1875 und 1885 wiedergewählt wurde. Er trug in dieser Funktion den Titel des Ersten bzw. dann des Oberbürgermeisters. Von 1852 bis 1865, mithin dreizehn Jahre, stand er als Meister vom Stuhl der Johannis-Loge „Carl zur Eintracht“ vor.

Karl Nestler wie auch Moll prägten nahezu vier Jahrzehnte das lokalpolitische Geschehen der rasch wachsenden Handels- und Industriestadt Mannheim, in der 1886 der Benzwagen patentiert und im gleichen Jahr mit dem Bau des Wasserturms begonnen wurde. In ihrer politischen Grundhaltung verkörperten beide eine eigenständige, stark vom Geist der 1848er-Revolution bestimmte bürgerlich-demokratisch Position, die auf die strikte Trennung von Staat und Kirche pochte, worin sich beispielhaft ihre freimaurerische Grundhaltung widerspiegelte. Doch sollten die von ihnen repräsentierten Demokraten in Mannheim ab den 1870er Jahren zwischen den nun heraufziehenden führenden Antipoden, den Nationalliberalen und den Sozialdemokraten, allmählich zerrieben werden, so dass ihre dominierende Ära mit Eduard Molls Rücktritt im August 1891 endete.

Moll bot jeglicher politischen und religiösen Hetze – auch dem im deutschen Kaiserreich wieder anwachsenden Antisemitismus – energisch die Stirn. Das war auch Ausdruck seines Verständnisses von Humanität oder, wenn man so will, Ausdruck seiner freimaurerischen Überzeugungen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass führende jüdische Intellektuelle und Bürgersöhne, wie z. B. Bernhard Herschel, der Loge „Carl zur Eintracht“ angehörten. Und die 1877 von der Badenia-Loge abgespaltene Spinoza-Loge rekrutierte ihre Mitglieder sogar überwiegend aus jüdischen Kreisen.
Es waren auch Mannheimer Freimaurer, die um den Erhalt der ersten deutschen Republik kämpften und für eine Aussöhnung mit dem Nachbarn Frankreich warben.

„Carl zur Eintracht“ ist die Mutterloge der Mannheimer Freimaurerei

Pfingsten 1929 – am 200. Geburtstag von G. E. Lessing – fand die neunte „Internationale Freimaurerische Friedensmanifestation“ in Mannheim statt. Aber auch hier scheint die lokale Szene noch gespalten gewesen zu sein, denn fünf Mannheimer Logen nahmen an der Kundgebung offiziell nicht teil. 1929 haben verschiedene Redner, darunter der Ludwigshafener Logenbruder Dr. Friedrich Wilhelm Wagner, auf die deutsch-französische Verständigung abgehoben. Den Faschismus sahen Wagner wie andere Redner schon als Bedrohung für Europa. Man traf sich bezeichnenderweise im Logenhaus der „August-Lamey-Loge“ des befreundeten jüdischen B’nai-B’rith-Ordens in C 4, 2, ferner bei einer Vorstellung im gerade erst zwei Jahre zuvor eröffneten Planetarium im Luisenpark und – wie könnte es anders sein – im Nationaltheater bei Mozarts Freimaueroper „Zauberflöte“.

In den 30er Jahren zog die Diktatur auf, und bereits im Winter 1932/33 waren die meisten Logenhäuser verkauft. Während es bei den altpreußischen Großlogen Versuche der Anbiederung gegenüber der NS-Diktatur gab, scheint es im Südwesten von Anfang an einen klaren Willen zur Selbstauflösung gegeben zu haben. So auch bei der Loge „Carl zur Eintracht“, die am 22. April 1933 nach eingehender Aussprache einstimmig die Selbstauflösung beschloss.

Nach 1945 erfolgte die Wiederbelebung der Freimaurerei bemerkenswert schnell und unaufgeregt, auch wenn die Rückgabe und Entschädigungsfrage des im Zweiten Weltkrieg zerstörten, einst unter Eduard Moll 1885 gebauten Logenhauses in L 8, 3 auf sich warten ließ. Mit dem neuen Haus in L 9, 9, geweiht am 2. März 1952, fand die älteste Mannheimer Loge „Carl zur Eintracht“ eine würdige neue Heimstatt. Aus ihr gingen im Laufe der Jahre zahlreiche Freimaurerlogen als Tochterlogen hervor. „Carl zur Eintracht“ ist somit die „Mutter“ aller Freimaurerlogen in Mannheim.

Inzwischen gibt es mit der 1981 gegründeten „Unitas“ nicht nur eine Loge für Freimaurerinnen in Mannheim und Umgebung, sondern auch gemischte Logen. Die Vielzahl und die Selbstverständlichkeit, mit der die Logen innerhalb der Stadt wirken, ist durchaus ein Indiz für das Maß an liberaler Toleranz von Stadt und Gesellschaft insgesamt und Spiegel einer gelebten ethisch-sozialen wie integrativen Praxis, in der Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit keine verstaubten Begriffe aus der Mottenkiste sind.

Der gekürzte Aufsatz ist eine für die Drucklegung überarbeitete Festrede, die der Verfasser Prof. Ulrich Nieß, Leiter des Marchivums in Mannheim, am 16. Juni 2017 anlässlich der Veranstaltung „300 Jahre Freimaurerei“ hielt, ausgerichtet von der Interessengemeinschaft Rhein-Neckar-Logen.

Der Beitrag entstammt der Zeitschrift “HUMANITÄT — Das Deutsche Freimaurermagazin”, Ausgabe 3-2019.

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Mannheimer Großlogentreffen mit kulturvollem Rahmenprogramm

Mannheimer Großlogentreffen mit kulturvollem Rahmenprogramm

Von Kanzlei Großloge A.F.u.A.M.v.D.

„Die Brüder haben ein sehenswertes Rahmenprogramm in der Stadt der Quadrate zusammengestellt“, fasst Br. Ralph Meixner, der Distriktmeister Baden-Württemberg, ­zusammen und ruft alle Brüder unserer Großloge auf: „Nutzt dieses Großlogentreffen für Begegnungen der Freundschaft und den persönlichen Gedankenaustausch mit Gleich­gesinnten, um neue Impulse mit nach Hause zu nehmen.“

Die Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland lädt vom 29. bis 31. Mai zu ihrem Großlogentreffen nach Mannheim ein. Es findet unter dem Motto „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“ im Jubiläumsjahr der Großloge statt, die ihren 70. Geburtstag feiert. Gemeinsam mit der Kanzlei der Großloge haben die gastgebende Loge „Carl zur Eintracht“ und der Distrikt Baden-Württemberg ein spannendes Rahmenprogramm für die drei Tage zusammengestellt.

Die 1756 gegründete Loge „Carl zur Eintracht“ ist die älteste aktive Freimaurerloge Baden-Württembergs. „Die Brüder unserer wie auch einiger verwandter Logen – wir sind die ‚Mutter‘ zahlreicher Logen in und um Mannheim – werden in bewährter Teamarbeit alles daransetzen, dass Ihr Euch in Mannheim wohlfühlen und ein gut organisiertes, schönes und erkenntnisreiches Großlogentreffen in Erinnerung behalten werdet“, verspricht der Mannheimer Meister vom Stuhl, Br. Alexander John.

Mittwoch, 29. Mai: Begrüßungsabend

Los geht es am Mittwochabend mit einem Empfang im Haus der Loge „Carl zur Eintracht“. Das gemütliche „Come together“ mit Speisen und Getränken wird von der Loge und dem Distrikt Baden-Württemberg organisiert. Brüder der Rhein-Neckar-Logen holen die Teilnehmer jeweils um 17.45 Uhr von den Hotels Dorint und Leonardo Royal ab und begleiten sie auf dem kurzen Spaziergang zum Logenhaus.

Das hat übrigens eine sehr eigenwillige Adresse, nämlich: L 9,9. Die hufeisenförmige Innenstadt Mannheims zwischen Rhein und Neckar ist nämlich als Gitter angelegt, wodurch die sogenannten „Mannheimer Quadrate“ entstehen. Die Bismarckstraße verläuft vor der Front des Schlosses und verbindet die Enden der Ringstraßenabschnitte miteinander. Dazwischen liegen rechtwinklig angelegte Straßenzüge, die bis heute keine Namen tragen. Die Häuser sind deshalb aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt. Das Logenhaus trägt somit die Nummer L9, 9. Die Planung dieses Straßennetzes geht auf Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz um 1600 zurück.

Donnerstag, 30. Mai, vormittags: Ausflug zum Schwetzinger Schloss und Park

Am Donnerstagmorgen steht – parallel zur Sitzung des Großlogenrates – für alle Gäste eine Fahrt zum Schwetzinger Schloss mit fachkundiger Führung durch Schloss und Park auf dem Programm. Das Schloss Schwetzingen diente vor allem den pfälzisch-bayerischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz. Besonders der Freimaurer Karl Theodor förderte die Aufklärung in seinem Land, empfing Voltaire und Mozart. Zwischen 1975 und 1991 wurde das Schloss restauriert und im Stil des 18. Jahrhunderts eingerichtet. Der Schlossgarten gliedert sich in einen französischen und einen englischen Teil, wobei zwischen dem „Garten der Allegorien“ und dem „Garten der Vernunft“ unterschieden wird. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minerva- und Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, ein Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, als jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird.

Die Abfahrt ist um 9 Uhr am Dorint Hotel. Die Führung dauert etwa zwei Stunden, die Rückkehr zum Dorint Hotel ist für 13 Uhr geplant.

Donnerstag, 30. Mai, nachmittags: Führung durch die Kunsthalle Mannheim

Um 14 Uhr beginnt dann für alle Brüder die Tempelarbeit im Lehrlingsgrad im Beethoven-Saal I und II des Dorint-Hotels. Für die Vorbereitung der Brüder sind die beiden Räume „Haydn/Orff“ und „Bach“ in unmittelbarer Nähe vorgesehen. Hier gibt es Ablagetische für Taschen.

Parallel dazu sind alle Gäste eingeladen, ab 15 Uhr an einer Führung durch die Kunsthalle Mannheim teilzunehmen. Sie prägt seit 110 Jahren das kulturelle Leben der Stadt. 1909 gegründet, ist sie eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. Das Spektrum der Ausstellung reicht von Édouard Manet bis Francis Bacon und setzt einen Schwerpunkt auf Skulpturen – von Auguste Rodin und Wilhelm Lehmbruck über Henry Moore und Marino Marini bis zu Mario Merz und Richard Long. Am 1. Juni 2018 wurde der Neubau des Museums mit seiner außergewöhnlichen architektonischen Struktur eröffnet. An das zentrale Atrium docken sieben individuell gestaltete Kuben an, die sich nebeneinander reihen, übereinander stapeln und ineinander verschränken. Dazwischen gibt es immer wieder Freiräume, die als Wege, Blickachsen und Dachterrasse dienen. Eine durchlässige Hülle aus Metallgewebe umhüllt die Kunsthalle und hält ihre Einzelteile formal zusammen.

Der Treffpunkt für einen kurzen Spaziergang zum Museum ist um 14.45 Uhr am Dorint-Hotel oder um 15 Uhr direkt an der Kunsthalle (Friedrichsplatz 4). Es ist eine Führung durch die Sonderausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ und eine Sammlungs-Präsentation zur Architektur der Kunsthalle vorgesehen.

Donnerstag, 30. Mai, abends: geselliges Beisammensein im Technoseum

Ab 18.30 Uhr lädt die Großloge zu einem geselligen Beisammensein im Technoseum (Museumsstraße 1). Das Technoseum bietet Anschauuungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. Für Speisen und Getränke ist gesorgt und die „Blue Note Jazz Company“ liefert den angenehmen musikalischen Hintergrund mit einem Bogen von klassischem New-Orleans-Jazz bis zum eleganten Swing der 30er und 40er Jahre.

Der Weg zum Technoseum ist ein angenehmer Spaziergang von etwa 2,5 Kilometern Länge über die Mannheimer Kunstmeile. Auch diesmal werden Brüder der Rhein-Neckar-Loge die Gäste von den Hotels Dorint und Leonardo Royal abholen. Treffpunkt ist um 18 Uhr vor den jeweiligen Hotels.

Möglich ist auch die Fahrt mit der Straßenbahn (Linie 6 – vom Wasserturm zur Haltestelle Luisenpark/Technoseum) und es fährt ab 17.45 Uhr ein kleiner Pendelbus zwischen Dorint-Hotel und Technoseum. Die Rückfahrt ist zwischen 22 und 22.45 Uhr mehrmals im Pendelverkehr geplant. Die Kapazität ist leider begrenzt und sollte deshalb nur Gästen vorbehalten sein, die weniger gut zu Fuß sind.

Freitag, 31. Mai: Ausflug nach Heidelberg

Während am Freitagvormittag, ab 9 Uhr, das Großlogentreffen unter der Fragestellung „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“ mit Vorträgen und Diskussionen zur Freimaurerei in einer veränderten Welt weitergeht, können Gäste an einem Ausflug ins nahe gelegene Heidelberg teilnehmen. Dort ist eine Stadt- und Schlossbesichtigung vorgesehen und ein gemeinsames Mittagessen im Alt-Heidelberger „Brauhaus Vetter“. Anschließend ist Zeit für einen individuellen Bummel durch die Stadt mit der ältesten Universität Deutschlands. Um 9 Uhr fährt der Bus ab Dorint-Hotel. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Für 15.30 Uhr ist die Rückkehr nach Mannheim geplant.

Anmeldung bis 25. März über die Kanzlei der Großloge

Anmeldungen zum Großlogentreffen 2019 in Mannheim sind über das an alle Stuhlmeister versendete Formular oder direkt über die Kanzlei der Großloge – kanzlei@freimaurerei.de – bis zum 25. März möglich.

Das Tagungshotel ist das Dorint Kongresshotel Mannheim am Friedrichsring 6. Es liegt im Zentrum Mannheims, unweit des Bahnhofs. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Einkaufsmeile und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. So liegt eine der schönsten Jugendstilanlagen Europas gleich neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Mannheimer Wasserturm. Im Dorint-Hotel ist für die Teilnehmer des Großlogentreffens ein Kontingent von 120 Zimmern reserviert. Weitere 100 Zimmer sind im 300 Meter entfernten Leonardo Royal Hotel reserviert und können ebenfalls von den Teilnehmern abgerufen werden. Die Reservierung und Bezahlung der Zimmer wird von den Teilnehmern individuell vorgenommen und kann nicht über die Großloge erfolgen.

Wer nach dem offiziellen Ende des Großlogentreffens am Freitag noch weiter in Mannheim verweilen möchte, ist ab 18 Uhr herzlich eingeladen zum Ausklang-Dinner mit einem 4-Gänge-Menü und ausgesuchten Weinen in der „Badischen Weinstube Keller’s“ in Mannheim. Für maximal 40 Gäste ist die Teilnahme zum Preis von 45 Euro (inkl. Menü und Wein) möglich. Die Anmeldung erfolgt in diesem Falle bis zum 31. März über den Sekretär der Loge „Carl zur Eintracht“ unter der E-Mail-Adres­se sekretaer@carlzureintracht.de.

Der Beitrag entstammt der Zeitschrift “HUMANITÄT — Das Deutsche Freimaurermagazin”, Ausgabe 2-2019.

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Spende für Kinder- und Jugendhospiz Dresden

Am 26. April erfolgte die Scheckübergabe der Sammlung vom GLT Dresden 2017 an den Dresdener Kinder- und Jugendhospizverein

Am 26. April erfolgte die Scheckübergabe der Sammlung vom GLT Dresden 2017 an den Dresdener Kinder- und Jugendhospizverein

Im Rahmen des vergangenen Großlogentreffens 2017 in Dresden fand zum Abschluss der Tempelarbeit eine Sammlung statt, die durch die Großloge auf 5.000,00 € aufgerundet wurde. Der Betrag wurde für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden gespendet. (Dresden/ch) Der symbolische Scheck wurde von Br. Carsten Hacker im Beisein seiner Brüder im Auftrag des Stuhlmeisters der Säulenloge, Br. Ralf Hartung, am 26. April überreicht. Wie bereits bei der Spende für das Klettergerüst im vergangenen Jahr ist es den Brüdern der Loge ein Herzensbedürfnis entsprechend ihren Möglichkeiten ausschließlich an sozialen Brennpunkten der Region „ins Rad“ zu fassen, insbesondere, wenn es um Kinder geht. Der Hospizverein begleitet unter Leitung von zwei Koordinatoren Kinder, die alle todkrank sind, Krebs-, Muskel- und Stoffwechselkrankheiten haben. Von der Diagnose bis zum Tod begleiten Frau Heike Lebelt und ihrer Mitstreiter die Familien. Selbst darüber hinaus bieten sie den Familien Hilfe und Betreuung an. Derzeit schulen und organisieren sie 40 Ehrenamtler, die aktuell in Dresden 24 Familien betreuen.Das Hauptanliegen des ambulanten Hospizdienstes ist zusätzliche Zeit. Zusätzliche Zeit, die sie den Kindern, den Geschwistern, den Eltern geben können. Zeit, in denen die Eltern Behördengänge erledigen können, sich auch einfach mal erholen können. Die ehrenamtlichen Mitglieder malen und basteln mit den Kindern und unternehmen gern auch mal etwas außer Haus, wenn es der Gesundheitszustand es zulässt. Die Angebote vom Kinderhospizdienst sind für die Familien kostenlos. Von der Stadt Dresden und dem Freistaat Sachsen erhält der Verein Fördermittel, 50% der notwendigen Ausgaben müssen allerdings über Spenden finanziert werden.
Kraniche werden für jedes begleitete und verabschiedete Kind gebastelt

Kraniche werden für jedes begleitete und verabschiedete Kind gebastelt

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