Grüße des Großmeisters zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel

In wenigen Tagen ist Weihnachten und der Beginn eines neuen Jahres steht bevor. Die Zeit des Jahreswechsels ist stets auch eine Zeit der Besinnlichkeit, des Innehaltens, des Rückbesinnens sowie der Konzentration auf künftige Aufgaben.

Wenn wir, somit jeder von uns, den Blick auf die vergangenen zwölf Monate richten, so können wir mit Stolz sagen, dass wir nicht nur unsere zahlreichen Aufgaben in gewohnt hoher Qualität bewältigt, sondern auch so manche zusätzliche Herausforderung gemeinsam in Angriff genommen, professionell vorangebracht und vielfach auch bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Dies alles bei einer oftmals hohen Belastung, die wir mit viel Energie, Engagement und Konzentration auf das Wesentliche auf uns genommen haben. Hierfür danke ich allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, herzlich.

Obwohl an dieser Stelle möglicherweise ein Rückblick erwartet wird lassen Sie uns nach vorne schauen, wenn auch viele Ereignisse des Jahres 2018 an dieser Stelle zu würdigen bzw. hervorzuheben wären.

In seinem viel beachteten Buch „Homo deus“ stellt Yuval Noah Harari unter anderem fest, „Algorithmus ist vermutlich der wichtigste Begriff in unserer Welt. Das ist deshalb von großer Bedeutung, … weil das 21. Jahrhundert von Algorithmen beherrscht werden wird.“ Diese These ist uns Freimaurern durchaus nicht neu. Schon 2015 widmeten wir das Großlogentreffen in Osnabrück dem Thema „Freimaurerei im Informationszeitalter – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Welt“.

Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die digitale Überwachung ist allgegenwärtig. Fest steht auch, dass die digitale Kommunikation mit enormer Geschwindigkeit die Welt verändert und zunehmend Einfluss auf unser Leben nimmt. Die globale Überwachung lässt Orwells »Big Brother« ziemlich klein wirken. In Osnabrück tauschten wir uns darüber aus, welche Konsequenzen diesbezüglich für uns, für die Freimaurerei zu erwarten sein werden und erörterten, wie mit diesen Instrumenten zum Wohle der Königlichen Kunst umzugehen ist. Das waren einige Eckpunkte unseres Diskurses in Osnabrück 2015.

Das Großlogentreffen 2019 in Mannheim wollen wir aus gutem Grund dem Thema „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“ widmen. Dabei wollen wir uns nicht alleine auf die Digitalisierung beschränken. Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896 -1957) formulierte „Wenn wir wollen, das alles bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert“ (Der Leopard. Übersetzung von Charlotte Birnbaum. 1. Kapitel (Fürst Salina zu Tancredi). Piper-Verlag, 1959. S. 32).

In Mannheim werden wir den Focus auf die sozialen und damit gesellschaftlichen Veränderungen sowie auf die Rolle des Einzelnen, die Funktion und Wirkung der Königlichen Kunst, des Humanismus und der Humanität in der Gesellschaft legen. Es freut mich besonders, dass wir für diese Themen hervorragende Referenten gewinnen konnten und dass wir uns einen ganzen Tag lang diesem spannenden Thema widmen können.

Großlogentreffen sollten grundsätzlich einen gewissen Kongresscharakter haben, bei denen Inhalte auf der Tagesordnung stehen und nicht Regularien. Unsere Großlogentreffen sollten frei von vereinsrechtlichen Vorgängen sein. Manchmal lässt sich dieses Prinzip leider nicht durchhalten. Wir haben es tatsächlich geschafft, alles Vereinsrechtliche für unser Großlogentreffen in Mannheim zu vermeiden. Es gibt keine Anträge, keine Wahlen. Am Donnerstagnachmittag findet die Tempelarbeit statt, der Freitag dient der Bearbeitung des Themas „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“. Unser Großlogentreffen 2019 dient damit dem Diskurs, dem Gespräch, der Information, dem Austausch, der Meinungsbildung und nicht zuletzt der Geselligkeit. Dieses Großlogentreffen haben wir gezielt auf zwei Tage beschränkt, um so möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen. Über ein Wiedersehen freue ich mich.

Der Jahreswechsel ist auch die Zeit, Dank auszusprechen. So danke ich allen Brüdern in ihren Logen für ihr gutes Wirken und ihr Engagement, ich danke den Stuhlmeistern für die Fort- und Weiterentwicklung unserer Logen, ich danke den Arbeitskreisen, Ausschüssen, Gremien und Kollegien unserer Großloge für ihre Arbeitsergebnisse, ich danke den Großbeamten und Mitgliedern des Großlogenrates sowie den Mitgliedern des Vorstandes für ihre guten und zielführenden Beschlüsse auf solider Basis und ich danke unserer Kanzlei für die kontinuierliche Bearbeitung der Anfragen und Arbeitsaufträge aus der Bruderschaft und für ihre stete Unterstützung bei all meinen Aktivitäten. Und nicht zuletzt möchte ich mich auch bei der Leserschaft unserer Internetseite, unseres Newsletters und unserer Zeitschrift „Humanität“ für das Interesse an unserer Bruderschaft bedanken.

Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden wünsche ich ein frohes und stimmungsvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein privat wie beruflich erfolgreiches sowie friedvolles Jahr 2019. Dies verbinde ich mit der Hoffnung, dass auch Sie über die Feiertage Gelegenheit finden, abseits der Hektik des Alltags neue Kraft für das vor uns liegende Jahr mit all seinen vielfältigen Facetten und Herausforderungen zu schöpfen. Für 2019 wünsche ich Ihnen viele schöne Momente und spannende wie erfolgreiche Projekte.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Brad Paisley: „Morgen haben wir die erste leere Seite eines Buches mit 365 Seiten. Machen wir ein gutes Buch daraus.“

 

Stephan Roth-Kleyer
Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

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Neuer Großlogenvorstand mit großer Mehrheit gewählt

v.l.n.r. Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Joachim Kletzin (Großkanzler), Thomas Wagner (Großschatzmeister), Hasso Henke (Zugeordneter Großmeister), Stephan Roth-Kleyer (Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister), Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister)

v.l.n.r. Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Joachim Kletzin (Großkanzler), Thomas Wagner (Großschatzmeister), Hasso Henke (Zugeordneter Großmeister), Stephan Roth-Kleyer (Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister), Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister)

Der alle zwei Jahre stattfindende Großlogentag, die Mitgliederversammlung der mitgliederstärksten deutschen Großloge A.F.u.A.M.v.D., fand in diesem Jahr in Bamberg statt. Verbunden damit war unter anderem die Wahl des Vorstandes der Großloge.

Wie auch auf landespolitischer Ebene gewohnt gab es bei dem im Bundesland Bayern ausgetragenen Großlogentag geradezu “bayerische” Ergebnisse: mit Traumwerten zwischen 89 bis 96 Prozent wurden die verschiedenen Kandidaten bestätigt oder neu gewählt. Wiedergewählt wurden der Großmeister Stephan Roth-Kleyer, der Schatzmeister Thomas Wagner und der Zugeordnete Großmeister (Stellvertreter) Hasso Henke. Mehrere Brüder mussten nach satzungsbedingtem Ende der Amtsperiode ausscheiden. Dafür wurden neu gewählt Joachim Kletzin (Großkanzler), Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister, bislang Großkanzler) und Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister).

Daneben gab es noch eine größere Anzahl von Wahlen für verschiedene Positionen der freimaurerischen Gerichtsbarkeit, eines Ritualkollegiums, des Großredners, der Kassenprüfer sowie etliche Berufungen, für die satzungsgemäß keine Wahlen erforderlich sind. In allen Positionen folgte die Versammlung der Logen den Vorschlägen des Großlogenrates.

Dieses Amt sollte mit Konzilianz, Demut der Sache gegenüber, mit Empathie und mit Engagement sowie mit einer gewissen Entscheidungsfreudigkeit ausgefüllt werden. Oftmals braucht es dazu ein großes Herz und breite Schultern, in Verbindung mit einer hinreichenden Beharrlichkeit.

Stephan Roth-Kleyer, Großmeister

Der wiedergewählte Großmeister bedankte sich bei den stimmberechtigten Vertretern für das Vertrauen, das ihm und allen Funktionsträgern entgegengebracht wurde und verwies darauf, dass eine Verpflichtung zum Großmeister nicht mit einer Karriere wie bei einem beruflichen Aufstieg zu vergleichen wäre. Er verstünde das Amt statt dessen als “brüderliche Aufgabe und als Dienst an der Freimaurerei im Allgemeinen und für unsere Bruderschaft im Besonderen.” Und er verwies darauf, dass dieses Amt nicht als “Single Player” zu bewerkstelligen sei, sondern nur mit einem “guten, förderlichen Team und wohlgesonnenen und unterstützenden Brüdern im Umfeld”.

Der breiten Zustimmung schrieb er zu, dass die Logen sich für Kontinuität entschieden und die Fortsetzung des eingeleiteten Kurses wünschen. Satzungsbedingt kann der jetzige Großmeister nicht ein weiteres Mal gewählt werden. Roth-Kleyer wies daher auf die Notwendigkeit hin, sich rechtzeitig über die Besetzung verschiedener Ämter bis zum Jahre 2022 Gedanken zu machen. “Wir haben in den Logen, in den Distrikten, hinreichend Brüder, die Verantwortung in der Großloge übernehmen können”, ermunterte er die Anwesenden. “Die Arbeiten für die Großlogen waren in den letzten Jahren hart, bisweilen aufregend und zeitintensiv. Vieles hat Nerven gekostet. Dem standen sehr viele schöne, positive Stunden und Erlebnisse gegenüber, die in der Summe bei weitem überwogen haben und die ich auf keinen Fall missen möchte. In nahezu allen Logen bin ich mit großer Herzlichkeit und Verbundenheit aufgenommen worden.”

Wir dürfen im Eifer nicht nachlassen, wir dürfen nicht kleinmütig werden, wir müssen weiter hart am Wind bleiben. Wir müssen in unserer Person immer aufs Neue, jeden Tag, zeigen und beweisen, dass die Freimaurerei die schönste Verbindung zwischen Menschen stiftet, „die einander sonst fremd geblieben wären“. Um es kurz zu fassen: „Freimaurerei muss Freude machen“. Und jeder von uns ist „Visitenkarte“ der Freimaurerei im Allgemeinen und seiner Loge im Speziellen.

Stephan Roth-Kleyer, Großmeister

Aller Einsatz lohne sich, wenn man an unsere Sache glaube und er betonte, die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer und ihre Logen seien auf dem richtigen Weg, wie unter anderem die zahlreichen erfolgreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017 in ganz Deutschland gezeigt hätten.

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