„Freimaurerei ist eine humanistische Vereinigung mit dem Ziel, die Zivilcourage zu verbessern.“

Brücke über den Neckar in Mannheim (Foto: Lutz Peter / pixabay)

Ansprache des Großmeisters der Großloge A.F.u.A.M.v.D., Br. Stephan Roth-Kleyer, zur Festarbeit beim Großlogentreffen in Mannheim

Liebe Brüder alle,

im Namen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland begrüße ich Euch herzlich und brüderlich zu unser Tempelarbeit im Lehrlingsgrad des Großlogentages 2019 in Mannheim und heiße Euch willkommen. Schön, dass Ihr Euch von nah und fern auf den Weg gemacht habt, um bei unserer Tempelarbeit anlässlich des Großlogentreffens 2019 mit dabei zu sein.

Zunächst danke ich der Loge „Carl zur Eintracht“ Nr. 11 für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung unseres Großlogentreffens 2019 in Mannheim. Somit geht der Dank insbesondere an den Ehrwürdigen Meister vom Stuhl, Bruder Alexander John, und an Bruder Hans-Michael Höhle, ebenfalls Bruder der Loge „Carl zur Eintracht“. Ich danke Euch stellvertretend für alle Brüder, die mitwirkten und mitwirken, und das auch im Namen der versammelten Bruderschaft. Die Brüder, mit denen ich bereits über den gestrigen Abend sprechen konnte, waren alle über das hohe Maß an Gastfreundlichkeit beeindruckt. Auch ich kann diesen Eindruck nur bestätigen. Danke dafür.

Wir haben auch dieses Großlogentreffen am Donnerstagnachmittag um 14.00 Uhr mit der Tempelarbeit begonnen. Unsere Rituale sind, wie schon häufig festgestellt, unser Alleinstellungsmerkmal, unser wahres Geheimnis, unsere Würde. Sie spiegeln unsere anerkannten spezifischen maurerischen Verhaltensformen und Gebräuche wider. Sie stiften Gemeinschaftsgefühl und vermitteln uns jedes Mal erneut die Grundpfeiler der Königlichen Kunst. Um dieses zu würdigen, meine Brüder, wurde die Tempelarbeit bewusst wiederum auf den Donnerstagnachmittag, auf den Beginn des Großlogentages gelegt. Das auch mit der Intention, dass die erbauliche Wirkung der Tempelarbeit uns den Großlogentag über begleiten möge. Das wünsche ich Euch und das wünsche ich mir.

Der Zweijahresbericht des Großmeisters ist anlässlich der Großlogentage der Bruderschaft zu erstatten. Meinen Bericht werdet Ihr, wie in der „Freimaurerischen Ordnung“ so auch vorgesehen, 2020 im Rahmen unserer vereinsrechtlichen Versammlung in Stuttgart entgegennehmen können. Unser Großlogentreffen in Mannheim dient in erster Linie der Profilschärfung unserer Großloge, dem Gespräch, der Information, dem Austausch und nicht zuletzt der Geselligkeit.

Ein erfreuliches Thema möchte ich doch ansprechen: In diesem Jahr, liebe Brüder, jährt sich die Gründung unserer Großloge, der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, zum 70. Mal. Oder anders gesagt: Unsere Großloge wird am 19. Juni 2019 70 Jahre alt. Unsere Großloge ist damit die jüngste deutsche Großloge.

Unsere Großloge kann auf 70 gute Jahre zurückschauen. Das sind 70 Jahre, in denen unsere Großloge – der in der Verfassung festgelegten Zweckbestimmung folgend – ihre aktuell 281 Mitgliedslogen kooperativ in der Öffentlichkeit und gegenüber anderen Großlogen vertreten hat. Weiterhin hat sie die Arbeit der Logen auf der Grundlage der freimaurerischen Grundsätze gefördert und gesichert. Darüber hinaus gibt sie Anregungen für die Tätigkeit der Mitgliedslogen zu gemeinnützigen, kulturellen und ethischen Zwecken, aber auch zur alltäglichen Logenführung. Das war und ist das Selbstverständnis der Großloge. Das war und das ist der Auftrag an unsere Großloge und damit der Auftrag an die für die Großloge tätigen Brüder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kanzlei. Diese Zielsetzung, meine Brüder, ergibt sich aus Art. 7 unserer Verfassung.

In unseren 281 Mitgliedslogen wird nach zehn unterschiedlichen zugelassenen Ritualen gearbeitet, etwa 80% unserer Mitgliedslogen arbeiten nach den A.F.u.A.M.v.D.-Ritualen I bis III. Diese soeben angesprochene begrüßenswerte Ritualvielfalt spiegelt sich unter anderem in Artikel 1 unserer Verfassung wider. Hier heißt es: „Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland ist ein Zusammenschluss von Freimaurerlogen. In ihrer Bruderschaft lebt die Überlieferung früherer deutscher Großlogen fort.“

Die Rahmenbedingungen und die Zielsetzung der Arbeit unserer Mitgliedslogen sowie der Großloge ergeben sich aus den Artikeln 2 und 3 unserer Verfassung.  Artikel 2 lautet: „In den Mitgliedslogen der Großloge arbeiten Freimaurer, die in bruderschaftlichen Formen und durch überkommene rituelle Handlungen menschliche Vervollkommnung erstreben. In Achtung vor der Würde jedes Menschen treten sie ein für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und für Brüderlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft und Erziehung hierzu. Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit sind den Freimaurern höchstes Gut. Freie Meinungsäußerung im Rahmen der Freimaurerischen Ordnung ist Voraussetzung freimaurerischer Arbeit.“  Artikel 3 lautet: „Die Freimaurer sind durch ihr gemeinsames Streben nach humanitärer Geisteshaltung miteinander verbunden; sie bilden keine Glaubensgemeinschaft. Sie sehen im Weltenbau, in allem Lebendigen und im sittlichen Bewusstsein des Menschen ein göttliches Wirken voll Weisheit, Stärke und Schönheit. Dieses alles verehren sie unter dem Sinnbild des Großen Baumeisters aller Welten.“

Meine Brüder, wir können nicht die Welt retten, das ist für uns ein bis zwei Nummern zu groß. Wir können jedoch zu Besserungen beitragen, wenn wir die soeben zitierten Artikel 2 und 3 leben.

Bisweilen werde ich gefragt, ob wir denn kein Leitbild hätten. Man wäre gerne bereit, ein solches für die Großloge zu erarbeiten. Meine Brüder, unser Leitbild ist in unserer Verfassung niedergelegt. Soeben zitierte ich daraus. Unsere Freimaurerei muss nicht neu erfunden werden, es gilt jedoch, unser Profil zu schärfen und Akzente zu setzen. Damit beschäftigen wir uns unter anderem anlässlich unserer Fachtagung.

Weiterhin werde ich des Öfteren gefragt, ob sich Freimaurerei nicht kürzer, prägnanter, möglichweise in Form eines Slogans definieren ließe. Slogans bergen stets die Gefahr, Inhalte und Aussagen zu „verkürzen“ und sie damit ggf. ungewollt zu verändern. In Kenntnis der vorgenannten Gefahren will ich dennoch versuchen, eine – ich betone: eine – wesentliche Facette der Freimaurerei, wie ich sie verstehe, in Form eines kurzen Slogans wiederzugeben: „Freimaurerei ist eine humanistische Vereinigung mit der Zielsetzung der Verbesserung der Zivilcourage“. Elementare humanistische Tugenden wie Humanität, Solidarität, Toleranz, Vertrauen, Kooperationsbereitschaft, Mut zum Widerspruch, bis hin zum Zuhören können sind unsere Tugenden, das wiederum als Erweiterung dazu. Mehr dazu werdet Ihr morgen anlässlich unserer Fachtagung hören und erfahren können.

2019 begeht unsere Großloge, die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, ihren 70. Geburtstag. Dazu gratuliere ich herzlich und brüderlich und danke all denen, die in den vergangenen 70 Jahren unsere Großloge zu dem entwickelten, was sie heute ist – das mit großer Kompetenz, dem nötigen zähen Willen und hinreichend Energie.

Last but not least: Jetzt bin ich bei einem mir ganz wichtigen Punkt: Es gilt „Danke“ zu sagen. So danke ich allen Brüdern in ihren Logen für ihr gutes Wirken und ihr Engagement. Ich danke den Stuhlmeistern für die Fort- und Weiterentwicklung unserer Logen. Liebe Brüder, die Ihr heute und hier Eure Logen repräsentiert und vertretet: Eure Arbeit und Eure Tatkraft stellt eine der tragenden Säulen unserer elf Distrikte wie auch unserer Großloge dar.

Den Arbeitskreisen, Ausschüssen, Gremien und Kollegien unserer Großloge danke ich für ihre fundierten Arbeitsergebnisse. Ich danke den Großbeamten und Mitgliedern des Großlogenrates sowie den Mitgliedern des Vorstandes für ihre guten und zielführenden Beschlüsse auf solider Basis. Ich danke unseren sehr aktiven Altgroßmeistern für ihre stete Unterstützung. Und ich danke nicht zuletzt unserer Kanzlei für die kontinuierliche Bearbeitung der Anfragen und Arbeitsaufträge aus der Bruderschaft und für ihre zuverlässige Mitwirkung und Unterstützung bei meinen Aktivitäten.

Heute gilt mein besonderer Dank unseren beiden musizierenden Brüdern. So danke ich Dir lieber Bruder Peter Schüler, Bariton, und Dir lieber Bruder *, Flügel, für die hervorragenden musikalischen Beiträge zu dieser TA. Danke, dass Ihr diese Festarbeit so herrlich bereichert und mitgestaltet.

Heißt es doch in der Werklehre vor der Schließung: „Bist Du für Deine Arbeit bezahlt worden?“ So lautet die Antwort: „Ich bin zufrieden.“ Ich hoffe, dies trifft für alle zu, die sich in ihren Logen, Gremien und Ausschüssen eingebracht und engagiert haben. Danke an Euch alle für all Euer Tun.

* Name aus Deckungsgründen nicht genannt

Continue reading...

Grüße des Großmeisters zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel

In wenigen Tagen ist Weihnachten und der Beginn eines neuen Jahres steht bevor. Die Zeit des Jahreswechsels ist stets auch eine Zeit der Besinnlichkeit, des Innehaltens, des Rückbesinnens sowie der Konzentration auf künftige Aufgaben.

Wenn wir, somit jeder von uns, den Blick auf die vergangenen zwölf Monate richten, so können wir mit Stolz sagen, dass wir nicht nur unsere zahlreichen Aufgaben in gewohnt hoher Qualität bewältigt, sondern auch so manche zusätzliche Herausforderung gemeinsam in Angriff genommen, professionell vorangebracht und vielfach auch bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Dies alles bei einer oftmals hohen Belastung, die wir mit viel Energie, Engagement und Konzentration auf das Wesentliche auf uns genommen haben. Hierfür danke ich allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, herzlich.

Obwohl an dieser Stelle möglicherweise ein Rückblick erwartet wird lassen Sie uns nach vorne schauen, wenn auch viele Ereignisse des Jahres 2018 an dieser Stelle zu würdigen bzw. hervorzuheben wären.

In seinem viel beachteten Buch „Homo deus“ stellt Yuval Noah Harari unter anderem fest, „Algorithmus ist vermutlich der wichtigste Begriff in unserer Welt. Das ist deshalb von großer Bedeutung, … weil das 21. Jahrhundert von Algorithmen beherrscht werden wird.“ Diese These ist uns Freimaurern durchaus nicht neu. Schon 2015 widmeten wir das Großlogentreffen in Osnabrück dem Thema „Freimaurerei im Informationszeitalter – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Welt“.

Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die digitale Überwachung ist allgegenwärtig. Fest steht auch, dass die digitale Kommunikation mit enormer Geschwindigkeit die Welt verändert und zunehmend Einfluss auf unser Leben nimmt. Die globale Überwachung lässt Orwells »Big Brother« ziemlich klein wirken. In Osnabrück tauschten wir uns darüber aus, welche Konsequenzen diesbezüglich für uns, für die Freimaurerei zu erwarten sein werden und erörterten, wie mit diesen Instrumenten zum Wohle der Königlichen Kunst umzugehen ist. Das waren einige Eckpunkte unseres Diskurses in Osnabrück 2015.

Das Großlogentreffen 2019 in Mannheim wollen wir aus gutem Grund dem Thema „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“ widmen. Dabei wollen wir uns nicht alleine auf die Digitalisierung beschränken. Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896 -1957) formulierte „Wenn wir wollen, das alles bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert“ (Der Leopard. Übersetzung von Charlotte Birnbaum. 1. Kapitel (Fürst Salina zu Tancredi). Piper-Verlag, 1959. S. 32).

In Mannheim werden wir den Focus auf die sozialen und damit gesellschaftlichen Veränderungen sowie auf die Rolle des Einzelnen, die Funktion und Wirkung der Königlichen Kunst, des Humanismus und der Humanität in der Gesellschaft legen. Es freut mich besonders, dass wir für diese Themen hervorragende Referenten gewinnen konnten und dass wir uns einen ganzen Tag lang diesem spannenden Thema widmen können.

Großlogentreffen sollten grundsätzlich einen gewissen Kongresscharakter haben, bei denen Inhalte auf der Tagesordnung stehen und nicht Regularien. Unsere Großlogentreffen sollten frei von vereinsrechtlichen Vorgängen sein. Manchmal lässt sich dieses Prinzip leider nicht durchhalten. Wir haben es tatsächlich geschafft, alles Vereinsrechtliche für unser Großlogentreffen in Mannheim zu vermeiden. Es gibt keine Anträge, keine Wahlen. Am Donnerstagnachmittag findet die Tempelarbeit statt, der Freitag dient der Bearbeitung des Themas „Die Welt verändert sich dramatisch – und wir?“. Unser Großlogentreffen 2019 dient damit dem Diskurs, dem Gespräch, der Information, dem Austausch, der Meinungsbildung und nicht zuletzt der Geselligkeit. Dieses Großlogentreffen haben wir gezielt auf zwei Tage beschränkt, um so möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen. Über ein Wiedersehen freue ich mich.

Der Jahreswechsel ist auch die Zeit, Dank auszusprechen. So danke ich allen Brüdern in ihren Logen für ihr gutes Wirken und ihr Engagement, ich danke den Stuhlmeistern für die Fort- und Weiterentwicklung unserer Logen, ich danke den Arbeitskreisen, Ausschüssen, Gremien und Kollegien unserer Großloge für ihre Arbeitsergebnisse, ich danke den Großbeamten und Mitgliedern des Großlogenrates sowie den Mitgliedern des Vorstandes für ihre guten und zielführenden Beschlüsse auf solider Basis und ich danke unserer Kanzlei für die kontinuierliche Bearbeitung der Anfragen und Arbeitsaufträge aus der Bruderschaft und für ihre stete Unterstützung bei all meinen Aktivitäten. Und nicht zuletzt möchte ich mich auch bei der Leserschaft unserer Internetseite, unseres Newsletters und unserer Zeitschrift „Humanität“ für das Interesse an unserer Bruderschaft bedanken.

Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden wünsche ich ein frohes und stimmungsvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein privat wie beruflich erfolgreiches sowie friedvolles Jahr 2019. Dies verbinde ich mit der Hoffnung, dass auch Sie über die Feiertage Gelegenheit finden, abseits der Hektik des Alltags neue Kraft für das vor uns liegende Jahr mit all seinen vielfältigen Facetten und Herausforderungen zu schöpfen. Für 2019 wünsche ich Ihnen viele schöne Momente und spannende wie erfolgreiche Projekte.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Brad Paisley: „Morgen haben wir die erste leere Seite eines Buches mit 365 Seiten. Machen wir ein gutes Buch daraus.“

 

Stephan Roth-Kleyer
Großmeister der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Continue reading...

Neuer Großlogenvorstand mit großer Mehrheit gewählt

v.l.n.r. Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Joachim Kletzin (Großkanzler), Thomas Wagner (Großschatzmeister), Hasso Henke (Zugeordneter Großmeister), Stephan Roth-Kleyer (Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister), Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister)

v.l.n.r. Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Joachim Kletzin (Großkanzler), Thomas Wagner (Großschatzmeister), Hasso Henke (Zugeordneter Großmeister), Stephan Roth-Kleyer (Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister), Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister)

Der alle zwei Jahre stattfindende Großlogentag, die Mitgliederversammlung der mitgliederstärksten deutschen Großloge A.F.u.A.M.v.D., fand in diesem Jahr in Bamberg statt. Verbunden damit war unter anderem die Wahl des Vorstandes der Großloge.

Wie auch auf landespolitischer Ebene gewohnt gab es bei dem im Bundesland Bayern ausgetragenen Großlogentag geradezu “bayerische” Ergebnisse: mit Traumwerten zwischen 89 bis 96 Prozent wurden die verschiedenen Kandidaten bestätigt oder neu gewählt. Wiedergewählt wurden der Großmeister Stephan Roth-Kleyer, der Schatzmeister Thomas Wagner und der Zugeordnete Großmeister (Stellvertreter) Hasso Henke. Mehrere Brüder mussten nach satzungsbedingtem Ende der Amtsperiode ausscheiden. Dafür wurden neu gewählt Joachim Kletzin (Großkanzler), Rainer Koch (Zugeordneter Großmeister), Karl-Henning Kröger (Zugeordneter Großmeister, bislang Großkanzler) und Stefan Kunnert (Zugeordneter Großmeister).

Daneben gab es noch eine größere Anzahl von Wahlen für verschiedene Positionen der freimaurerischen Gerichtsbarkeit, eines Ritualkollegiums, des Großredners, der Kassenprüfer sowie etliche Berufungen, für die satzungsgemäß keine Wahlen erforderlich sind. In allen Positionen folgte die Versammlung der Logen den Vorschlägen des Großlogenrates.

Dieses Amt sollte mit Konzilianz, Demut der Sache gegenüber, mit Empathie und mit Engagement sowie mit einer gewissen Entscheidungsfreudigkeit ausgefüllt werden. Oftmals braucht es dazu ein großes Herz und breite Schultern, in Verbindung mit einer hinreichenden Beharrlichkeit.

Stephan Roth-Kleyer, Großmeister

Der wiedergewählte Großmeister bedankte sich bei den stimmberechtigten Vertretern für das Vertrauen, das ihm und allen Funktionsträgern entgegengebracht wurde und verwies darauf, dass eine Verpflichtung zum Großmeister nicht mit einer Karriere wie bei einem beruflichen Aufstieg zu vergleichen wäre. Er verstünde das Amt statt dessen als “brüderliche Aufgabe und als Dienst an der Freimaurerei im Allgemeinen und für unsere Bruderschaft im Besonderen.” Und er verwies darauf, dass dieses Amt nicht als “Single Player” zu bewerkstelligen sei, sondern nur mit einem “guten, förderlichen Team und wohlgesonnenen und unterstützenden Brüdern im Umfeld”.

Der breiten Zustimmung schrieb er zu, dass die Logen sich für Kontinuität entschieden und die Fortsetzung des eingeleiteten Kurses wünschen. Satzungsbedingt kann der jetzige Großmeister nicht ein weiteres Mal gewählt werden. Roth-Kleyer wies daher auf die Notwendigkeit hin, sich rechtzeitig über die Besetzung verschiedener Ämter bis zum Jahre 2022 Gedanken zu machen. “Wir haben in den Logen, in den Distrikten, hinreichend Brüder, die Verantwortung in der Großloge übernehmen können”, ermunterte er die Anwesenden. “Die Arbeiten für die Großlogen waren in den letzten Jahren hart, bisweilen aufregend und zeitintensiv. Vieles hat Nerven gekostet. Dem standen sehr viele schöne, positive Stunden und Erlebnisse gegenüber, die in der Summe bei weitem überwogen haben und die ich auf keinen Fall missen möchte. In nahezu allen Logen bin ich mit großer Herzlichkeit und Verbundenheit aufgenommen worden.”

Wir dürfen im Eifer nicht nachlassen, wir dürfen nicht kleinmütig werden, wir müssen weiter hart am Wind bleiben. Wir müssen in unserer Person immer aufs Neue, jeden Tag, zeigen und beweisen, dass die Freimaurerei die schönste Verbindung zwischen Menschen stiftet, „die einander sonst fremd geblieben wären“. Um es kurz zu fassen: „Freimaurerei muss Freude machen“. Und jeder von uns ist „Visitenkarte“ der Freimaurerei im Allgemeinen und seiner Loge im Speziellen.

Stephan Roth-Kleyer, Großmeister

Aller Einsatz lohne sich, wenn man an unsere Sache glaube und er betonte, die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer und ihre Logen seien auf dem richtigen Weg, wie unter anderem die zahlreichen erfolgreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017 in ganz Deutschland gezeigt hätten.

Continue reading...