Freimaurerausstellung in Hoya

Mehrere Vitrinen in zwei Räumen führen in die Geschichte der Loge ein

Mehrere Vitrinen in zwei Räumen führen in die Geschichte der Loge ein

Lange hatte man nichts mehr gehört von den Freimaurern in Hoya, der kleinsten Stadt in Deutschland mit einer regen Loge. Nun hat die Bruderschaft eine Ausstellung im örtlichen Heimatmuseum organisiert.

Vorweg: Die Ausstellung kann sich nicht messen mit etlichen anderen Ausstellungen, die Logen in Eigenregie oder Zusammenarbeit mit größeren Museen ausgerichtet haben. Nur zwei kleine Räume und ein Büchertisch erwarten den Besucher. Gleichwohl ist die Ausstellung durchaus reizvoll, denn sie führt in die Geschichte der Hoyaer Loge ein, die im Ort von etwa 1786 bis 1843 existierte und im Jahre 2007 unter großer Anteilnahme der Bruderschaft und der Bevölkerung neu gegründet wurde. Erstmals nach dem Kriege durfte sich ein Großmeister wieder in ein Goldenes Buch eintragen.

Die Ausstellung klärt ein wenig über die Freimaurerei im Allgemeinen auf, besonders aber bezieht sie sich auf die historische und aktuelle Situation vor Ort. So gibt es Berichte über den Logengründer Dr. Ellison und sein freimaurerisches wie auch medizinisches Wirken in der kleinen Stadt Hoya. Schade ist, dass nicht auf das Wirken großer Persönlichkeiten wie Johann Beckmann, der als Begründer der technologischen Wissenschaften gilt; Heinrich Albert Oppermann, Jurist, Romancier und Verfasser etlicher Bücher wie der 3000 Seiten umfassenden Erzählung “Hundert Jahre” sowie Justus Erich Bollmann mit einer bewegenden Geschichte, die dem genannten Roman “Hundert Jahre” als Grundlage dient, eingegangen wird. Alle drei waren nicht Mitglieder der Hoyaer Loge, aber Freimaurer in anderen Logen. Hier hätte es noch viel zu erzählen gegeben und eine spannende Ausstellung ermöglicht.

Aufgang zur Ausstellung. Im Hintergrund die vom Künstler Dietmar Brandstädter gestaltete Arbeitstafel der Loge

Aufgang zur Ausstellung. Im Hintergrund die vom Künstler Dietmar Brandstädter gestaltete Arbeitstafel der Loge

Erwähnenswert ist, dass voraussichtlich an fast allen Ausstellungstagen ein Freimaurer der Hoyaer Loge “St. Alban zum Æchten Feuer” anwesend sein wird, um Fragen zu beantworten und in die Exponate einzuführen. Eine hübsche Idee ist das Modell eines Freimaurertempels, so kann sich der geneigte Besucher eine bessere Vorstellung von den Zusammenkünften machen, zumal ergänzend Arbeitstafel, Hämmer und freimaurerische Bekleidung ausgestellt wurden. Zu den Hämmern, die anlässlich der Logengründung vom Bildhauer Christian Mitterecker hergestellt wurden, wird in dem im Museum erhältlichen Begleitheft eine bewegende Erklärung veröffentlicht. Insgesamt kann man der Ausstellung ansehen, dass auch hier ein Künstler Hand angelegt hat: Ohne das Engagement und die ordnende Hand des Martfelder Malers Dietmar Brandstädter wäre diese Ausstellung wohl kaum zustande gekommen.

Das rührige Heimatmuseum in Hoya ist nicht nur für die Sonderausstellung zur Freimaurerei einen Besuch wert. Das Museum im malerischen “Ersten Viertel” der Kleinstadt, direkt neben dem Kulturzentrum Martinskirche in einem ehemaligen Burgmannshof untergebracht, zeigt eine Dauerausstellung zu den Themen Johann Beckmann, Hoya und die Weser, Grafen und Burgmannen, Böttcherhandwerk und eine Sammlung historischer Bilder des Fotoateliers Siggelkow. Nur hundert Meter weiter lädt ein Druckereimuseum zum Verweilen ein.

Heimatmuseum Grafschaft Hoya, Im Park 1, 27318 Hoya, Telefon 04251-671679. Öffnungszeiten ganzjährig Sonntags 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung. Die Sonderausstellung läuft noch bis zum 3. Juni 2018.

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