Osnabrücker Freimaurer öffnen Besuchern besonderen Raum

Ein Raum im Raum: Die symbolische Stille Kammer

Auch in diesem Jahr öffneten die Osnabrücker Freimaurer im Rahmen der alljährlichen Osnabrücker Kulturnacht am 25. August 2018 für einen Abend ihr Logenhaus der Öffentlichkeit. Über 250 Besucher nutzten die Möglichkeit, sich in einer symbolischen Stillen Kammer grundsätzliche Fragen zu stellen.

(Osnabrück/ck) Ein besonderer Höhepunkt der Loge zum Goldenen Rade war die erneute Teilnahme an der Osnabrücker Kulturnacht am 25. August 2018. Das vom städtischen Kulturbüro vorgegebene Motto der diesjährigen Veranstaltung war der „Raum“ und so öffneten dutzende Kulturträger, Museen, Ateliers, Vereine und sonstige Institutionen des öffentlichen Lebens einen Abend lang ihre Pforten für die Öffentlichkeit, um sich mit dem Leitmotiv „Raum“ künstlerisch auseinanderzusetzen.

So ergab sich die Gelegenheit, der Öffentlichkeit einen sehr speziellen freimaurerischen Raum etwas näher zu bringen, der immer schon geheimnisumwoben war und gleichzeitig so oft wie kein zweiter porträtiert wurde: die Stille Kammer.

Dabei ging es nicht darum, eine Hausführung anzubieten (was nicht geschah), sondern sich dem Kern einer stillen Kammer symbolisch zu nähern. Zentraler Baustein war also ein Würfel mit 2,5 Meter Seitenlänge, der nur aus den Kanten bestand und somit einsehbar war. Ein Tisch, ein Stuhl, musivisches Pflaster als Untergrund und das bekannte Vanitas-Stillleben auf dem Tisch komplettierten die Installation und schufen einen Raum im eigentlichem Raum, dem großen Saal des Osnabrücker Lortzinghauses.

Jeder Besucher bekam durch ausgehängte schriftliche Erläuterungen vor Betreten der Installation die Handlungsempfehlung, er solle den Saal betreten, sich an den Rand setzen, den Kubus betrachten, sich vorstellen, er säße auf dem Stuhl und sich dann fragen, wer er selber sei, was ihm wichtig sei und was er noch erleben möchte.

Das Konzept ging perfekt auf und fast alle Besucher verharrten lange Minuten in tiefen Gedanken versunken und die würdevolle Atmosphäre aufsaugend auf ihren Plätzen. Sie beschäftigten sich dabei implizit mit einem Kern der Freimaurerei, dem “Erkenne Dich selbst”, ohne dass man es Ihnen explizit erklären musste oder irgendein Arkanum verriet.

Hinter dem Ausgang des Saals war ein kleiner Get Together Bereich aufgebaut und mehrere Brüder und Schwestern standen bei Wein, Wasser und Grissini für Rückfragen jeder Art zur Verfügung. Es entwickelten sich unzählige spannende Konversationen und die Rückmeldungen der Besucher waren uneingeschränkt positiv. Wieder einmal zeigte sich, dass lokale Logen durch ein maßvolles und zugleich würdevolles Öffnen und Erklären Ihrer Inhalte sehr viel für eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit tun und wie selbstverständlich als kulturelles Prisma einer Stadt wirken können.

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