Lesung “Meinen Hass bekommt ihr nicht”

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler und Kulturschaffender

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler und Kulturschaffender

Franz Froschauer, ein bekannter österreichischer Schauspieler, las in der Passauer Loge “Zu den vereinigten drei Flüssen” aus dem Buch “Meinen Hass bekommt ihr nicht” des französischen Journalisten Antoine Leiris.

(Passau/je) Eigentlich ist die Passauer Loge, die mit Ihren Veranstaltungen oft den Weg in die Öffentlichkeit beschreitet, für fröhlichere Themen bekannt. Allein vier Konzerte mit dem Thema „Freimaurer-Jazz“ gab es bereits. Doch passend zur Nähe des Totensonntags und zur trüben Novemberstimmung sollte das Thema dieses Abends sich mit dem mehrfach prämierten Buch von Antoine Leiris „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ beschäftigen. Der Pariser Journalist beschreibt in bewegenden Worten seine Zeit vom 13. November 2015, als er seine Frau Hélène zum letzten Mal sah, bis zu den Tagen, als sein kleiner Sohn ihn in den Lebensalltag zurückholte. Hélène starb an jenem 13. November unter den Maschinengewehrsalven islamischer Terroristen im Konzertsaal von Bataclan in Paris.

Der österreichische Schauspieler Franz Froschauer trug den persönlichen und sehr intensiven Text in einer nicht minder intensiven Lesung vor. Gut eine Stunde hat er in sachlichem und – ganz große Kunst – doch menschelndem Ton aus den Aufzeichnungen des Witwers gelesen. Still, ja totenstill, war es im Veranstaltungsraum, der im Passauer Cafe Museum üblicherweise als Jazzclub dient. Unüblich schoss die Journalistin der lokalen Presse nicht einfach ein paar Bilder und ging wieder. Sie saß bis zum Ende auf der Eingangstreppe und war ganz offensichtlich erstaunt und ergriffen zugleich. Der große Zeitungsartikel am nächsten Tag drückte diese Empfindungen sehr gut aus.

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